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Frauen brauchen ihre Chance! Offener Brief von Elisabeth Pähtz

Von admin - 06.Juni 2009, 23:45 Uhr

es ist unumstritten, dass Frauen-Schachwettbewerbe darauf zielen, mehr Frauen zum Schachsport zu bringen und ihnen mehr Spielpraxis zu schaffen. Erst jüngst wurde bei der Schacholympiade in Dresden die Brettanzahl den Herren gleichgestellt. Leider hat die FIDE diesen Ansatz untergraben, denn in 2009 überschnitten sich bereits Termine wichtiger Frauenwettbewerbe. Die Schachbundesliga e.V. scheint auf ihrer Jahrestagung am 13./14. Juni in Berlin dem schlechten Beispiel der FIDE folgen zu wollen!
 Es soll diskutiert und entschieden werden, ob die Termine der Frauen-Bundesliga mit denen der Schachbundesliga zusammengelegt werden. Hiergegen möchte ich mich als Aktiven-Sprecherin der Frauennationalmannschaft und als langjährige Spielerin in beiden Wettbewerben mit Entschiedenheit aussprechen. Eine solche Praxis würde die Situation für viele deutsche und auswärtige Frauenspielerinnen verschlechtern, das Image und der Werbewert des Frauenschachs würden leiden, Sponsoren würden abgeschreckt und der Anreiz für junge Spielerinnen würde noch geringer werden.
 Die deutsche Frauen-Bundesliga gilt nach der russischen Frauen-Liga als stärkste Liga weltweit; zahlreiche in- und ausländische Spitzenspielerinnen nehmen an diesem Wettbewerb teil und verdienen teilweise ihren Lebensunterhalt damit. Auf meine Situation bezogen (ich spiele in 2009/10 für SC Eppingen in der Schachbundesliga und SC Bad Königshofen in der Frauenbundesliga) würde eine Einnahmequelle verloren gehen, mit der ich ab Herbst mein Studium finanzieren will. Die Lage bei anderen Spielerinnen ist ähnlich.
 Mit der Zusammenlegung würde zudem die Medienaufmerksamkeit der Frauenbundesliga weiter schwinden. Bereits für die Herren-Liga ist es schwierig, von Nicht-Schachmedien wahrgenommen zu werden. Bisher hatten die Frauen „ihre“ Termine und konnte „ihre“ Liga präsentieren … mit der Zusammenlegung würden sie nach 1. und 2. Bundesliga sowie den Oberligen in die vierte Reihe rücken! Sponsoren würden weiter vergrault werden, da die Frauenbundesliga ohne „ihren“ Spieltag kein Alleinstellungsmerkmal mehr hätte!
 Eine solche Entwicklung grundlos in Gang zu setzen ist fahrlässig und verantwortungslos. Ich fordere die Verantwortlichen der Frauen-Bundesliga und von Schachbundesliga e.V. auf, davon Abstand zu nehmen und möchte dies auch der interessierten Schachöffentlichkeit bekannt machen. Daher ist diese Stellungnahme als offener Brief verfasst.
 
 Mit freundlichen Grüßen
 Elisabeth Pähtz
 

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3 Kommentare

  1. Veit Kempen:

    Die Argumentation von E.Pähtz ist nachvollziehbar und schlüssig. Entsprechend sollte die Meinung der Frauen-Bundesliga bei den Überlegungen und Diskussionen in Berlin am Wochenende Gehör finden und berückichtigt werden

    Veit Kempen
    SV Wattenscheid

  2. admin:

    Wenn es den starken Schachspielerinnen erlaubt ist, in der Frauen-Bundesliga und in der Herren-Bundesliga zu spielen, dann finde ich es ausgesprochenen Schwachsinn, die Spieltermine zusammen zu legen. Was würden die Herren sagen, wenn in Europa die vergleichbaren Ligen auch an den gleichen Terminen stattfinden würden wie in Deutschland. Das würde den Berufsspielern richtig weh tun und das Geschrei wäre viel lauter, als der liebenswürdige Brief von Elisabeth Pähtz.
    Franz Jittenmeier

  3. Heinz Besser:

    Liebe Funktionäre,

    habt ein Herz für Frauen. Sie sind zwar nur die Rippe von uns ……
    Spaß beiseite:
    In den Vereinen beklagen wir ständig, dass zu wenig Mädchen / Frauen sich für das königliche Spiel begeistern können. Mit den geplanten Maßnahmen ” vergrault ” man noch die letzten, interessierten Spielerinnen.
    Pisa - Studien belegen, dass Frauen zz intelligenter sind als Männer. Gebt ihnen die Chance, das auch im Schach zu beweisen. Wir Männer vergeben uns nichts, wenn wir von der “besseren” Hälfte sprechen. Was wären wir Schach spielenden Protagonisten ohne die Toleranz unserer Frauen.
    Die letzte Bastion “Schach” müssen wir ein Stück weit den Damen öffnen. Wollen wir uns ernsthaft Machogehabe vorwerfen lassen?
    Wir leben im 21. Jahrhundert und freuen uns über jede Frau, die Schach spielen möchte. Das muss die Botschaft der Gegenwart und Zukunft sein!!

    Frei Schach
    Heinz

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