SCHACH-TICKER

Der Schach-Ticker hat keinen Doppelgänger

20. Deutsche Schachmeisterschaft im Schnellschach

Von admin - 15.September 2009, 16:27 Uhr

 IM Podzielny Karl-HeinzKarl-Heinz Podzielny verteidigt seinen Titel
 Die als 20. Deutsche Schnellschach-Einzelmeisterschaft ausgeschriebene wurde als 35. ausgetragen. Lag’s daran, dass alle Verantwortlichen alt ausgesehen haben bei der Frage, wie man den elektronischen Schachuhren die neue Bedenkzeitregelung beibringt? Nein, daran lag es nicht. Es lag auch nicht daran, dass die Kommunikation zwischen Computer und Drucker zunächst nicht funktionierte, sondern einzig und allein daran, dass kurz vor Turnierbeginn 15 Jahre Schnellschachmeisterschaften der ehemaligen DDR hinzu addiert wurden. 
 
 Diese kleine Anfangsquärelen waren aber alle nicht Schuld, dass die erste Runde ein paar Minuten später begann, als erwartet. Es gab einen Teilnehmer, auf den gewartet wurde, obwohl er schon lange im Turniersaal saß. Aber selbst dass war kein Grund, den angetrebten Zeitplan nicht einzuhalten. Der einzige Grund für Verzögerungen lag in der Tatsache, dass zum erstem mal statt zwei mal 30 Minuten mit zweimal 20 Minuten plus 10 Sekunden / Zug Bedenkzeit gespielt wurde. Diese Neuerung kosteste in 9 von 11 Runden eine Verlängerung der Gesamtspieldauer von über eine Stunde hinaus, brachte aber den großen Vorteil, dass die beiden Schiedsrichter arbeitslos waren. Es gab keine Beschwerden, keine Proteste, keinen Streit. Selbst die von den Organisatoren als störend empfunde Lärmbelästung durch eine gleichzeitig veranstaltete Hochzeitsgesellschaft brachte die Spieler nicht aus der Fassung. Es waren halt alle gute Teilnehmer.
 
 Das Turnier selbst war in gewisser Weise spannend. Während der Titelverteider Karl-Heinz Podzielny mit 4 aus 4 einen Durchmarsch androhte, hatten die beiden Elo-Stärksten, David Baramidze und Thies Heinemann, schon Probleme, den Anschluss zu wahren. Doch in der fünften Runde verlor Podzielny gegen Manfred Heidrich. In der Folge gab es häufige Wechsel in der Tabellenführung. Nach der zehnten und damit vorletzten Runde lagen Podzielny und Baramidze punkt- und wertungsgleich an der Spitze. Es drohte ein Stichkampf durch zwei Blitzpartien. Aber da mischte der 15-jährige Jens Kotainy mit und nahm Baramidze einen halben Punkt ab. Podzielny gewann seine letzte Partie und wurde damit - sicherlich nicht zu Unrecht - zum neunten Mal Deutscher Schnellschacheinzelmeister. 
Foto: Titelverteidiger: IM Podzielny, Karl-Heinz     
Ausrichter: Kieler Schachgesellschaft von 1884/Meerbauer e.V.          Turnierseite      Bericht und Fotos beim DSB
 
Ein Bericht von Michael Piegenschke         

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