+++ 2. GERMAN MASTERS der Frauen 2016 erneut in Dresden +++ In Portugal wird auch Schach gespielt +++ Sieger der Blitz- und Rapid-EM in Minsk sind Rauf Mamedow und Iwan Popow +++

 

Elisabeth Paehtz (by Andreas Kontokanis)

Elisabeth Paehtz (by Andreas Kontokanis)

Vielleicht schaffen wir ja doch einen neuen Rekord in dieser Rubrik. Im Vorjahr sind wir auf insgesamt 34 Folgen Kurz & Knapp gekommen, und seitdem wir im Duo arbeiten – der zweite Mann ist unser Vize-Webmaster Bruno Müller-Clostermann – ist der Informationsfluss wieder so richtig in Gang gekommen. Sie dürfen schließlich nicht vergessen: Wir sind „freiwillige Ehrenamtler“, die mal eben so ganz nebenbei auch eine „inoffizielle“ Seite der Deutschen Schachmeisterschaft in Saarbrücken auf die Beine gestellt haben oder in der dritten Saison die Frauen-Bundesliga zu einem unserer Schwerpunkte erklärt haben. Was dann fleißige Kontaktpflege bedeutet – und auch so manche Enttäuschung mit sich bringt …

 

So, jetzt wird es aber Ernst mit der Schach-Ticker-Turnierumschau!

 

DRESDEN. Die gute Meldung für die zehn besten deutschen Schachspielerinnen kommt von Laura Jordan aus Dresden. Das 2. German Masters der Frauen ist gesichert und wird vom 30. Juli bis 7. August in der Hauptstadt des Freistaates Sachsen stattfinden. Im November vor zwei Jahren war es dem Deutschen Schachbund in Zusammenarbeit mit dem ZMDI Schachfestival Dresden e.V. und UKA Meißen als Sponsor gelungen, dieses einzigartige Turnier aus der Taufe zu heben. Die Premiere im Rahmen des Dresdner Schachherbstes hatte Elisabeth Pähtz gewonnen. Für die Veranstaltung im Modus „jeder gegen jeden“ – es wurden neun Runden gespielt – gab es immerhin einen beachtenswerten Preisfonds von 10.000 €.

 

FIGUEIRA DA FOZ. Dass in Portugal Schach gespielt wird, habe ich bei der Recherche für meinen Beitrag „IN MEMORIAM 2015“ entdeckt als ich nach Fakten über den einheimischen Schachspieler und Funktionär Joaquim Durão [25.10.1930 –21. Mai 2015] suchte [https://de.wikipedia.org/wiki/Joaquim_Dur%C3%A3o]. Im Badeort Figueira da Foz [heißt auf deutsch so viel wie Feigenbaum an der Mündung] – er zählt hochgerechnet rund 10.000 Einheimische und liegt an der Mündung des Flusses Mondego in den Atlantischen Ozean – beginnt sich ein Turnier zu etablieren. Kürzlich fand bereits die neunte Auflage des Figueira da Foz Open statt. Der Sieg ging nicht unerwartet an Großmeister Timur Gareyev [Elo 2594] aus den USA, der auf tolle 8,5 aus 9 kam. Das ist eine Eloperformace von erstklassigen 2856 Punkten. Bei ChessBase hat er einen Beitrag veröffentlicht, und so viel sei verraten: Richtig gefährlich wurde es für Timur erst nach Abschluss der Veranstaltung [http://de.chessbase.com/post/abenteuer-in-portugal]. Der beste Portugise war in der Abschlusstabelle IM Rui Danaso [Elo 2438] auf Rang 4 mit 6/9. Auf Platz 11 rangiert übrigens der einstige kanadische Spitzenspieler Kevin Spraggett [5/9], der seinen „Alterswohnsitz“ in Portugal hat. Der siebenfache Landesmeister wurde beim Interzonenturnier in Taxco/Mexiko 1985 Vierter und qualifizierte sich damit für das Kandidatenturnier in Montpellier im gleichen Jahr. Weitere Turnierinfos finden Sie unter dem Link http://www.chess-results.com/tnr187086.aspx?lan=1&art=1&rd=9&turdet=YES&flag=30&wi=984 .

 

MINSK. Am vergangenen Wochenende [18.-20. Dezember] war für drei Tage Minsk – hier wurde Boris Gelfand geboren! – Gastgeber der EM im Blitz- und Rapidschach. In Sportpalast der Hauptstadt von Weißrussland waren zunächst mehr als 600 [!] Blitzer unterwegs. Den Titel holte sich glücklich dank der besseren Zweitwertung Rauf Mamedow aus Aserbadischan vor dem Russen Boris Sawschenko. Beide kamen auf je 18,0 Punkte aus 22 Partien. Enttäuscht dürfte der an zwei gesetzte Tscheche David Navara gewesen sein, denn er landete mit 16/22 nur auf Rang 16. Beste Frau wurde Walentina Gunina [Russland] mit 15,5/22, was ihr in der Gesamtwertung Platz 23 brachte.

 

Für die Schnellschach-EM standen zwei Tage zur Verfügung, und gespielt wurden von fast 700 Aktiven elf Runden. Europameister 2015 wurde verdientermaßen der 25-jährige Russe Iwan Popow [20. Mai 1990] mit 10/11 vor dem Armenier Hrant Melkumjan [9,5/11], der in der deutschen Schach-Bundesliga am Spitzenbrett der Schachfreunde Berlin zum Einsatz kommt. Für Popow dürfte es nach dem U18-Weltmeistertitel 2007 der größte sportliche Erfolg sein. Über Bronze musste erneut die Wertung entscheiden – in diesen Fall war es der Elo-Durchschnitt der Gegner. Acht Mann kamen auf jeweils 9/11,darunter auch David Navara, der letztlich Platz 4 belegte. Der Glücklichste war der Ukrainer Vadim Razin, der so noch aufs Treppchen springen konnte. Nicht unzufrieden dürfte einer der Oldies im Teilnehmerfeld gewesen sein. Ich meine Nigel Short [*1. Juni 1950]. Der 50-jährige Engländer verfehlte mit 8,5/11 als Elfter nur knapp eine Top 10-Platzierung.

 

Die beste Frau kommt in dieser Disziplin mit Olga Girya [8/11] als 38. im Gesamtklassement wiederum aus Russland.

 

Für weitere Informationen empfehle ich Ihnen natürlich den Beitrag meines Kollegen Thomas Richter [http://www.chess-international.de/Archive/49256#more-49256 ]sowie als Ergänzung die Webseite des Veranstalters [http://champ.openchess.by/en/]. Partien aus beiden Wettbewerben können Sie bei Chessbomb unter dem Link http://www.chessbomb.com/arena/-/2015-euro-rb nachspielen!

 

[Redaktion Raymund Stolze]

 

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