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Weihnachtszauber auf dem Schachbrett mit Michail Tal – Ein Betrag zum Fest von JULIA KIRST

 

JULIA KIRST

JULIA KIRST

Weihnachten ist die schönste Zeit im Jahr. Während der Adventszeit spüren wir eine andauernde Vorfreude auf das Fest, der alljährliche Bummel auf dem tal_smylovWeihnachtsmarkt ist ein Muss. Und wenn wir am Heiligen Abend vor dem geschmückten Tannenbaum sitzen und glücklich unsere Geschenke auspacken, vielleicht noch gemeinsam ein schönes Weihnachtslied singen, dann packt uns die besondere Magie, auf welche wir uns das ganze Jahr über freuen: Der Weihnachtszauber.

 

Zauberhafte Momente gibt es aber nicht nur zu Weihnachten, sondern manchmal auch auf dem Schachbrett. Der wohl größte Schachzauberer aller Zeiten ist der Lette Michail Tal, welcher im Jahre 1960 Weltmeister wurde. Seine Partien waren gespickt mit raffinierten Opfern [die nicht immer korrekt waren, aber den Gegner so verwirrten, dass er nicht die beste Fortsetzung fand], welche die Schachwelt begeisterten. Nicht umsonst trägt er den Beinamen „Hexer von Riga“. Unser Autor Raymund Stolze schrieb gemeinsam mit dem Hamburger Großmeister Karsten Müller das Buch „Zaubern wie Schachweltmeister Michail Tal“, welches 2010 vom Verlag Edition Olms publiziert wurde.

 

Als besonderes Weihnachtsgeschenk möchten wir Ihnen, liebe Leser, eine Partie des Schachzauberers Michail Tal präsentieren. Im Kandidatenturnier 1959 spielte er gegen Ex-Weltmeister Wassili Smyslow, brachte ein unerwartetes Läuferopfer und konnte seinen namhaften Gegner in weniger als 30 Zügen besiegen. Tal kommentierte diese Partie in Band 1 des Buches „Der Weg zum Erfolg“, welches er gemeinsam mit seinem Trainer Alexander Koblenz schrieb [Band 1 der deutschen Ausgabe ist 1982 im Sportverlag Berlin erschienen]. Unsere Kommentare stützen sich darauf.

 

In diesem Sinne: Frohe Weihnachten! Und lassen Sie sich von der Magie verzaubern, sowohl zu Weihnachten als auch am Schachbrett …

 

Michail Tal – Wassily Smyslow

Kandidatenturnier, 8. Runde 1959 Bled [Jugoslawien]

Caro-Kann-Verteidigung [B10]

Einleitend ist anzumerken, dass es überhaupt die zweite Partie zwischen Tal und Smyslow war, und die erste, in der Mischa erstmals Weiß hatte. Mit der 8. Runde begann das zweite Viertel des Kandidatenturniers, wobei nach dem ersten Petrosjan, Keres und Tal mit jeweils 4,5/7 an der Spitze lagen. In der Abschlusstabelle wird sich dieses Trio auch auf den ersten drei Plätzen wieder finden, wobei der 22-jährige Michail Tal als Erster mit 20/28 das Recht auf einen WM-Kampf gegen den amtierenden Weltmeister Michail Botwinnik erwirbt. Zweiter wird der „ewige Zweite“ Paul Keres [18,5] und Dritter Tigran Petrosjan [15,5], der vier Jahre später die Schachkrone erkämpft.

  1. e4 c6 2. d3 d5 3. Sd2 e5 4. Sf3 Sd7 5. d4

 

1
Schwarz am Zug

 

5… dxe4 Das ist nicht der beste Zug. Einige Kommentatoren empfahlen 5… Sgf6, aber das ist wegen 6. exd5 schlecht. Schwarz musste 5… exd4 6. exd5 cxd5 7. Sxd4 Sgf6 spielen. [siehe Koblenz/Tal, Der Weg zum Erfolg, Band 1, Seite 172]

  1. Sxe4 exd4 7. Dxd4 Sgf6 8. Lg5 Le7 9. 0-0-0 0-0 10. Sd6 Da5 11. Lc4 b5 12. Ld2 Natürlich kann Weiß nicht 12. Lb3? c5! nebst c4 spielen. Der Zug 12. Ld2 räumt das Feld g5 für den Springer. [siehe Koblenz/Tal, Der Weg zum Erfolg, Band 1, Seite 173]

12… Da6 13. Sf5 Ld8 Der Punkt f6 muss vom Läufer gedeckt bleiben. 13… Lc5 scheitert an 14. Dh4 bxc4 15. Lc3 und Schwarz hat keine Verteidigung gegen die Drohungen 16. Txd7, 16. Sxg7, 16. Dg5 und 16. Sg5. [siehe Koblenz/Tal, Der Weg zum Erfolg, Band 1, ebenda]

  1. Dh4 bxc4 15. Dg5

 

2
Schwarz am Zug

 

15… Sh5 Hier wäre die chancenreichste Fortsetzung 15… g6 gewesen. Während der Partie wollte Michail Tal darauf 16. Sh6+ Kg7 17. Lc3 Dxa2 18. The1 spielen. Vielleicht ist aber statt 18. The1 18. Sh4 Da1+ 19. Kd2 Da6 20. S4f5+ Kh8 21. Ke2! The8 22. Kf1 stärker. 15… Se8 scheitert an 16. Dxd8 Dxa2 17. Lc3 Sef6 18. Txd7 Lxd7 19. Sh6+ Kh8 20. Dxf6. [siehe Koblenz/Tal, Der Weg zum Erfolg, Teil 1, ebenda]

  1. Sh6+ Bloß nicht 16. Dxh5 Sf6 nebst 17… Lxf5, der wichtige Angriffsspringer ist beseitigt und Schwarz kann sich anschließend bequem auf a2 bedienen. [siehe Koblenz/Tal, Der Weg zum Erfolg, Band 1, Seite 174]

16… Kh8 17. Dxh5 Dxa2 Das verliert. Nur 17… Lf6 war spielbar. 18. Sxf7+ Kg8 19. S7g5 h6 20. Se4 Dxa2 21. Sxf6+ Sxf6 22. Da5 und der Anziehende hat etwas Vorteil. [siehe Koblenz/Tal, Der Weg zum Erfolg, Band 1, ebenda]

  1. Lc3 Sf6 Hier hilft 18… Lf6 nicht mehr: 19. Sxf7+ Kg8 20. S3g5 Lxg5 21. Sxg5 h6 22. Dg6!.

Hier eine kleine Taktikaufgabe, finden Sie den stärksten Zug für Weiß?

 

3
Weiß am Zug

 

  1. Dxf7!! Schwarz muss die Qualität geben, um das Matt zu verhindern und landet in einem verlorenen Endspiel.

19… Da1+ 20. Kd2 Txf7 21. Sxf7+ Kg8 22. Txa1 Kxf7 23. Se5+ Ke6 24. Sxc6 Se4+ 25. Ke3 Lb6+ 26. Ld4 1–0

____

P.S.: Wenn Sie den krönenden Triumphzug von Michail Tal [9. November 1936 – 27. Juni 1992] verfolgen wollen, so empfehlen wir Ihnen das Buch „Kandidatenturnier zur Schachweltmeisterschaft. Bled, Zagreb, Beograd.“ [Autoren: Svetozar Gligoric und Wjatscheslaw Ragosin]. Wer schnell schaltet, der erwischt vielleicht noch ein Exemplar bei Amazon [am 22. Dezember gab es da ein Angebot für 68,00 €!].

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