liveLive-Übertragung Kurnosov Gedächtnisturnier
U. a. mit: 1 GM Grischuk Alexander RUS 2760; 2 GM Rublevsky Sergei RUS 2738; 3 GM Inarkiev Ernesto RUS 2729; 4 GM Ponkratov Pavel RUS 2712; 5 GM Movsesian Sergei ARM 2685; 6 GM Khismatullin Denis RUS 2676; 7 GM Riazantsev Alexander RUS 2675; 8 GM Lysyj Igor RUS 2665; 9 GM Bocharov Dmitry RUS 2659; 10 GM Zvjaginsev Vadim RUS 2628 ...

Eine Schach-Ticker-Übersicht zu runden Geburtstagen wichtiger Persönlichkeiten und Jubiläen von bedeutenden Turnieren sowie den dazu vorgesehenen Beiträgen – Von RAYMUND STOLZE

 

Cover_W_SK2016_02_mlZum Jahresende 2013 haben wir beim Schach die Rubrik Kalenderblätter eingeführt und inzwischen sind bereits 28 erschienen – zuletzt das für die Schachlegende David Bronstein [19. Februar 1924 bis 5. Dezember 2006], zu dessen zehnjährigem Todestag 2016 wir eine monatlich erscheinende Serie seiner besten Partien von JULIA KIRST veröffentlichen werden.

 

Selbstverständlich wollen wir auch künftig an runde Geburtstage von Persönlichkeiten der Schachgeschichte sowie Jubiläen von bedeutenden Turniere erinnern. Deshalb veröffentlichen wir zum dritten Mal eine Jahresübersicht. Natürlich muss auch diese für 2016 subjektiv bleiben, und sie kann gern von unseren Besuchern durch Beiträge ergänzt werden kann.

 

 


 

JANUAR

07.

Paul Keres [EST]**

100

1916 – 05.06.1975

26.

Alexander Chalifman [RUS]

50

1966

29.

Maxim Dlugy [USA]

50

1966

FEBRUAR

07.

Mark Taimanow [RUS]*

90

1926

21.

Laszlo Barczay [HUN]

80

1936

MÄRZ

05.

Wladimir Tukmakow

70

1946

06.

Maurice Ashley [USA]

50

1966

06.

Ken[neth] Whyld [ENG]

90

1926 – 11.07.2003

14.

Alexei Troitzki [RUS]**

150

1866 – 02.08.1942

19.

Eduard Gufeld [RUS/UKR]

80

1936 – 23.09.2002

22.

Jan Smejkal [CZE]

70

1946

23.

Viktor Kortschnoi [SUI]*

85

1931

28.

Anatoli Lein [USA]

85

1931

APRIL

16.

Ivan Farago [HUN]

70

1946

MAI

03.

Nona Gaprindaschwili [GEO]**

75

1941

23.

Anatoli Karpow [RUS]

65

1951

24.

Heinz Liebert [GER]

80

1936

JUNI

27.

Ulf Andersson [SWE] 65 1951

JULI

19.

Dieter Keller [SUI]

80

1936

23.

Judit Polgar [HUN]

40

1976

AUGUST

15.

Bernhard Kagan [GER]*

150

1866 – 27.11.1932

16.

Wladimir Bagirow [RUS/LET]

80

1936 – 20,07.2000

20.

Paul F. Schmidt [GER]

100

1916 – 11.08.1984

SEPTEMBER

03.

Alexander Koblenz [LAT]*

100

1916 – 08.12.1993

05.

Zoltán Ribli [HUN]

65

1951

09.

Edwin Bhend [SUI]

85

1931

OKTOBER

03.

Victor Palciauskas [USA/LTU]

75

1941

06.

Alexander Dronow [RUS]

70

1946

15.

Rafael Waganjan [RUS/ARM]

65

1951

NOVEMBER

04.

Eugenio Torre [PHI]*

65

1951

09.

Michail Tal [LAT]*

80

1936 – 28.06.1992

16.

Alexei Suetin [RUS]*

90

1926 – 10.09.2001

25.

Günther Möhring [GER]

80

1936 – 14.01.2006

29.

Burkhard Malich [GER]*

80

1936

DEZEMBER

01.

Tunc Hamarat [AUT]

70

1946

14.

Jan Timman [NED]

65

1951

23.

Laszlo Linder

100

1916 – 21.08.2004

 


 

* Beitrag für die Rubrik „Kalenderblätter“ geplant

** Ein Artikel wird von Hartmut Metz in seiner Serie „Die Schachkolumne am Sonntag“ erscheinen

 

Wichtige Turniere und Zweikämpfe …

… vor 150 Jahren

 

18. Juli bis 10. August 1866 **

Anderssen - Steinitz, London 1866Für den Schach-Kalender 2016 konnte Verleger Arno Nickel einmal mehr Dr. Robert Hübner gewinnen, über den heute weitgehend vergessenen Wettkampf Anderssen vs. Steinitz vor 150 Jahren einen Beitrag zu schreiben. Er fand in London statt und war – wenn auch inoffiziell – durchaus einem Match um die Weltmeisterschaft gleichzusetzen. Zum Sieg in diesem erbitterten Duell waren acht Gewinnpartien nötig, wobei es für den Gewinner 100 Pfund und der Verlierer 20 Pfund erhalten sollten. Was das Alter der beiden Kontrahenten anging, so war Adolf Anderssen [6. Juli 1818 bis 13. März 1879] 48 und Wilhelm Steinitz [14. Mai 1836 bis 12. August 1900] gerade 30 Jahre alt. Das Duell ging 8:6 aus, und es gab kein einziges Remis. Ob Anderssen, der in der Regel lediglich in seiner Urlaubszeit Wettkämpfe spielte, unter diesem Zeitdruck stand, lässt sich nur vermuten. Das Match war in jedem Fall abwechslungsreich. Nachdem Anderssen, der im Gegensatz zu Steinitz kein Berufsschachspieler war, sondern sich seinen Lebensunterhalt als Professor für Mathematik und deutsche Sprache am Friedrichs-Gymnasium in Breslau verdiente, 0:4 in Rückstand geriet, ging er 5:4 in Führung. Zwei erneute Verlustpartien sahen Steinitz mit 6:5 vorn, doch Anderssen konterte zum 6:6. „Zum Schluss“, so Hübner, „ging er zwei Mal unter, so dass Steinitz mit 8:6 Sieger blieb.“

 

18. Januar bis 20. Februar 1916

Eines der wenigen Turniere in der Zeit des I. Weltkrieges fand in New York statt. Es war dem Andenken von Prof. Isaak Rice [*2. Februar 1850 in Wachenheim an der Weinstraße bis 2. November 1915 in New York City] gewidmet. Der Mann war ein US-amerikanischer Jurist, Unternehmer und Schachspieler [Rice-Gambit!] deutscher Herkunft [https://de.wikipedia.org/wiki/Isaac_Rice]. Den Sieg holte sich José Raoul Capablanca vor David Janowski. Ob das so ausgegangen wäre, wenn Frank Marshall teilgenommen hätte, ist fraglich. Aber der verlangte 150 Dollar Antrittsgage, die ihm verweigert wurde.

 

25. November bis 10. Dezember 1916 **

Nach ihrem WM-Match 1908 trafen Emanuel Lasker und Dr. Siegbert Tarrasch zum zweiten aufeinander. Der Arzt aus München war immer noch davon überzeugt davon, der Stärkere zu sein. Diesmal verlor Tarrasch im Kerkau Palast in Berlin gegen den Weltmeister 0,5:5,5 und war danach schwer enttäuscht. Hinterher schrieb er, dass eine moralische Depression ihn gehemmt hätte und das Lasker, dessen 75. Todestag wir am 11. Januar begehen, seine Gegner hypnotisieren würde.

 


 

… vor 90 Jahren

 

Dresden, Semmering, Budapest

Nimzowitsch (Foto: British_ChessMagazine)Wir sind in den „Goldenen 1920-er Jahren“, und das spiegelt auch das rege Turniergeschehen wieder. Nach seinem glanzvollen Sieg beim Internationales Schachturnier von Baden-Baden 1925 ist Alexander Aljechin weiter auf dem Weg zur Weltmeisterschaft. In Dresden [4.-14. April] wird er allerdings von Aaron Nimzowitsch gestoppt. Beide bleiben ungeschlagen, aber Nimzowitsch, der hat mit 8,5:7,0 einen deutlichen Vorsprung. Da kann er auch der bekennende Nichtraucher damit leben, dass er für die berühmte Blockade-Partie gegen den Schweizer Hans Johner als Schönheitspreis 5000 Gildehof Zigaretten erhält. Auch beim zuvor ausgetragenen Panhans-Turnier im Semmering [7.-29. März] landet Aljechin erneut auf Platz 2 – diesmal hinter Rudolf Spielmann – und wie in Dresden beträgt der Abstand 1,5 Punkte auf den Sieger. In Budapest organisiert beim zwei Jahre zuvor in Paris gegründeten Kongress des Weltschachbundes FIDE die ungarische Schachföderation natürlich im sportlichen Begleitprogramm auch diverse Turniere. Die Meistergruppe gewinnt der Österreicher Hans Grünfeld – Sie wissen schon: Das ist der Mann mit der berühmten Verteidigung, die er sich ausgedacht hat. Rubinstein wird nur Dritter bei drei Niederlagen!

 


 

… vor 80 Jahren

 

14. Mai bis 8. Juni 1936

Ein doppelrundiges Turnier der Superlative Moskau! Noch einmal feiert Exweltmeister Capablanca einen tollen Erfolg. In 18 Partien bleibt er ungeschlagen [+8 =10]. Der inzwischen 67-jährige Emanuel Lasker, der im Jahr zuvor ohne Niederlage einen glanzvollen dritten Platz in der sowjetischen Hauptstadt belegte – hier gewann Michail Botwinnik vor Salo Flohr [jeweils 13/19] – bleiben die Anstrengungen nicht ohne Spuren. Platz 6 mit 8/18 belegen das …

 

17. bis 31. Mai 1936

Die Schachwelt erlebt den ersten großen Auftritt des 20-jährigen Esten Paul Keres, der zuvor bei der Schacholympiade in Warschau 1935 und in einem Turnier in Helsingfors seinen Einstand auf der internationalen Schachbühne gegeben hat. Platz 2 hinter Alexander Aljechin, der daran arbeitet, seinen im Jahr zuvor gegen Max Euwe „ausgeliehenen“ WM-Titel zurück zu erobern. Die beiden Kontrahenten bleiben ungeschlagen mit jeweils 6,5/9.

 

Besuch bei Paul Keres in Tallinn (von B. Müller-Clostermann)

Keres-Denkmal in Tallinn

 

4. bis 26. Juli 1936

Das Turnier in der mittelböhmischen Stadt Podebrad prägen Salo Flohr und Alexander Aljechin, der „nur Zweiter“ wird, obwohl er ungeschlagen bleibt. In der letzten Runde quält er sich gegen den Letten Petrow vergeblich, um die Partie zu gewinnen. So hat Flohr mit 13/18 einen halben Punkt Vorsprung vor dem Exweltmeister im Schlussklassement. Platz 13 belegt die Damen-Weltmeisterin Vera Menchik [7/18], die dem Turniersieger sogar ein Remis abtrotzt.

 

10. bis 28. August 1936

Es ist fraglos das Turnier des Jahres in jenem Augustsommer. Ein Weltmeister [Euwe], drei Exweltmeister [Lasker, Capablanca, Aljechin] und ein Kandidat auf die Schachkrone [Botwinnik] geben sich in Nottingham die Ehre. Platz 1-2 belegen mit jeweils 10/14 Botwinnik und Capablanca, Dritter wird Max Euwe [9,5/14]. Aljechin bleibt mit 9/14 nur Rang 6, und Lasker hält mit 8.5/14 Rang 9.

 

17. bis 31. August 1936

Schacholympiade_1936Nazi-Deutschland kämpft um internationale Reputation. Da trifft es sich gut, dass man die Olympischen Sommerspiele ausrichten darf. Und der Großdeutsche Schachbund lädt zu seinem 32. Kongress, nutzt diese Gunst der Stunde und lädt zur „inoffiziellen“ Schacholympiade nach München ein, nachdem man sich vom FIDE-Turnier der Nationen zurück gezogen hat und 1935 in Warschau nicht angetreten ist. Olympiasieger USA bleibt allerdings bewusst einer möglichen „Propaganda“-Show fern. Gespielt wird mit Achter-Teams, und in München sind immerhin 21 Nationen am Start, die in einem Rundenturnier „Jeder gegen jeden“ spielen“. So müssen wiederholt zwei Begegnungen am Tag ausgetragen werden. Ungarn [110,5 Punkte], vor Polen [108,0/ u.a. mit Miguel Najdorf] und Deutschland [106,5], das beide Spitzenbegegnungen verliert, lautet der Endstand. Kurt Richter, der an Brett 1 des Olympia-Teams der Gastgeber aufgeboten wird, hat seinerzeit ein Buch „Schach-Olympiade München 1936“ herausgegeben, das 1997 als Reprint-Ausgabe als 94. und letzter Band in der Tschaturanga-Reihe der EDITION OLMS erscheinen ist. Der Titel ist noch antiquarisch z.B. per Internet-Buchhandel käuflich zu erwerben.

 


 

… vor 70 Jahren

 

Das „Staunton-Welt-Schachturnier“ verdient schon deshalb hervorgehoben zu werden, weil es die erste große Veranstaltung nach dem II. Weltkrieg ist. Anlass ist das 75-jährige Bestehen des Groninger Schachklubs Staunton. Die Gastgeber haben für eine erstklassige internationale Besetzung gesorgt. Mit 14,5/19 gewinnt Michail Botwinnik den ersten Preis mit einem halben Punkt Vorsprung vor Exweltmeister Max Euwe. Dritter wird Wassili Smyslow [12,5/19], der 1957 für ein Jahr Weltmeister sein wird.

 


 

… vor 50 Jahren

 

25. Oktober bis 20. November 1966 *

300px-Chess_Olympiad_Havana_1966Kubas Hauptstadt Havanna erlebt 1966 eine Schacholympiade der Superlative, weshalb Raj Tischbierek in seinem empfehlenswerten Buch Sternstunden des Schachs 30 x Olympia – London 1927 – Manila 1992 [Sportverlag Berlin 1993] wohl für dieses Kapitel die Schlagzeile der „Deutschen Schachzeitung“ Nobel geht die Welt zugrunde übernommen hat. Bis auf die Bundesrepublik Deutschland sind alle führenden Schach-Nationen dabei – selbst die USA! Die 52 Teilnehmer sind neuer Teilnehmerrekord, und ins Guinness-Buch der Rekorde schafft es sogar die Simultanveranstaltung zu Ehren des 70. Geburtstages von José Raoul Capablanca an sage und schreibe 6840 Brettern. Gold, Silber und Bronze gegen an die Sowjetunion, die USA und Ungarn. Das DDR-Team [Wolfgang Uhlmann, Wolfgang Pietzsch, Reinhart Fuchs, Burkhard Malich, Lothar Zinn, Heinz Liebert], das quasi die „gesamtdeutschen Interessen“ vertritt, wird Neunter. Der Journalist Michael Dombrowsky hat für den Schach-Kalender 2016 einen sehr lesenswerten Beitrag „Havanna 1966, ein Schachfest ohnegleichen – nur die Bundesrepublik fehlte geschrieben.

 


 

 

 

 

[Gestaltung: Bruno Müller-Clostermann]

 

 

 

 

 

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