Tagung der Kommission Leistungssport hat in Hannover die DSB-Bundeskader für 2016 aufgestellt – Von RAYMUND STOLZE

 

Foto: by Alexander Motylev

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Ende des Jahres sorgt die Kommission Leistungssport immer für Spannung, denn dann wird nach eingehender Beratung die Aufstellung der DSB-Bundeskader aufgenommen. Diesmal tagte man unter Vorsitz des DSB-Vizepräsidenten und Referenten für Leistungssport am 19. und 20. Dezember in Hannover.

 

Wie Sie gleich sehen werden, gibt es vor allem im Männerbereich für einige Herren eine traurige Bescherung, wenn wir es denn weihnachtlich sehen wollen. So wurden David Baramidze, der 2014 noch zur Nationalmannschaft gehörte, und Hagen Poetsch mal eben ganz gestrichen. Und das trifft bei den Damen ebenfalls auf Sarah Hoolt zu. Das Trio war immerhin B-Kader, in dem nun bei den Herren der 17-jährige Großmeister Jan Christian Schröder [*31. Januar 1998] neu ist.

 

Um bei den Männern zu bleiben: Es gibt erstmals keinen A-Kaderspieler mehr, denn Liviu Dieter Nisipeanu wurde eine Klasse tiefer eingestuft. Das hängt nicht zuletzt damit zusammen, dass die Nominierungsrichtlinien entsprechend der Vorgaben des DOSB für die Leistungssportförderung „verschärft“ worden sind. Um die Vorzüge eines A-Kaders zu genießen – welche das dann auch immer sein mögen – muss man beispielsweise laut der präzisierten Konzeption Leistungssportförderung [http://www.schachbund.de/files/dsb/leistungssport/Konzeption_LS_Stand_20151220.pdf] bei den Männer eine Elo von 2700 vorweisen, bei den Frauen sind es 2475. Im B-Kader männlich ist man mit mindestens 2525 Elo dabei, weiblich sind Elo 2300 vorzuweisen. Schließlich gibt es im Erwachsenenbereich noch C-Kader, hier sind es 2375/2150 männlich/weiblich.

 

Dass der C-Kader – hier ist das Aufnahmealter bis 18 und das Höchstalter 20 – vor allem talentierten Nachwuchsspielern offen steht, zeigen zahlreiche neue Gesichter. Dazu gehören U16-Weltmeister Roven Vogel, U16-Europameister Leonid Sawlin sowie Thore Perske, Dmitrij Kollars und der erst elfjährige Vincent Keymer. Bei den Frauen haben Fiona Sieber und Teodora Rogozenco diesen Sprung erstmals geschafft.

 

Die Altersgrenze für A/B-Kaderspieler ist generell auf 40 festgeschrieben. Danach würden die aktuelle DSB-Nummer 1 Nisipeanu [*1. August 1976] und Daniel Fridman [*1. Februar 1976] allerdings zum letzten Mal dabei sein. Aber die Schachprinzen Matthias Blübaum, Alexander Donchenko, Dennis Wagner und Rasmus Svane – das Quartett ist B-Kader tauglich – signalisieren bereits den Generationswechsel. Und das ist gut so! Fragt sich nur, wie beispielsweise Blübaum und Wagner ihre anstehenden Studienpläne mit dem Leistungssport in Übereinstimmung bringen werden. Duale Möglichkeiten für den Spitzensport wie in der DDR gibt es leider in der Bundesrepublik Deutschland nicht.

 

Ehrgeiziges Ziel der DSB-Spitzensportförderung ist es, die leistungsstärksten Spitzenspieler durch zielgerichtetes Training und umfangreiche Wettkampfpraxis an die Weltspitze [Top 10] der Frauen und Männer heranzuführen [Zwischenziel Elozahl von 2500 bzw. 2700], lese ich in dem erwähnten Konzept.

 

Nun, zumindest Elisabeth Pähtz scheint wieder auf einem guten Weg zu sein. Zum erklärten Zwischenziel fehlen der bald 31-jährigen Thüringerin nur noch 15 Zähler, und mit Elo 2475 ist sie 2016 der einzige A-Kader im DSB.

 

Von besonderen Interesse sind sicherlich noch die D/C-Kader im Nachwuchsbereich – Aufnahmealter bis 17, Altersgrenze 18 Jahre. Während bei den Jungen die Maximalzahl von 20 ausgeschöpft wird, sind es bei den Mädchen statt 10 nur 9.

 

Die Kaderlisten finden Sie bei DSB wie folgt: Männer http://www.schachbund.de/dsbkader-m-2016.html und Frauen http://www.schachbund.de/dsbkader-w-2016.html .

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