+++ DVM 2015: Keine Titelverteidiger! +++ Spandau oder Pankow? +++ Felix ist in Paderborn der Glückliche +++ Ehepaar Lubbe in Erfurt unter Beobachtung +++ Schach in der Zockermetropole +++ Kein Turniersieg für Sebastian Feller +++ An Schirow muss man einfach glauben! +++

 

Hamburger SK ist Deutscher Vereinsmeister U20

Hamburger SK ist Deutscher Vereinsmeister U20

OSNABRÜCK/LINGEN/VERDEN/MAGDEBURG. Der abschließende Jahreshöhepunkt im Nachwuchsbereich sind immer zwischen Weihnachten und Silvester die Deutschen Vereinsmeisterschaften [DVM]. Vom 27.-30. Dezember kämpften die besten Vereines-Mannschaften aus ganz Deutschland in fünf Altersklassen um sieben Titel und Medaillen. Ein Novum in diesem Jahr ist, dass sich in die Meisterschaftschronik kein Titelverteidiger eintragen konnte. Und das sind die Deutschen Meister 2015: Osnabrück, wo die U20 zu Gast war, gewann bei den Mädchen TuRa Harksheide und bei den Jungen an den Hamburger SK. In Lingen/Ems fand die DVM U16 statt, und der Titel ging an die SF Sasbach. Mit sieben Siegen triumphierte die SG Aufbau Elbe Magdeburg. in der U14-Jungen in Verden/Aller. Magdeburg erlebte gleich drei DVM-Turniere. Gold geht bei den U14-Mädchen an den SK Langen, in der U12 an die SG Porz und in der U10, bei der 60 Teams am Start waren. an die erste Mannschaft der Schachzwerge aus der Veranstalterstadt. Insgesamt verteilten sich die Medaillen an Teams aus acht Bundesländern, wobei Sachsen-Anhalt mit zwei Titeln [U14-Jungen und U10] sowie einmal Silber Rang in dieser Wertung belegt. Jeweils drei Podestplätze erkämpften NRW [1 2 – ], Hamburg und Schleswig Holstein [je 1 1 1] sowie Sachsen [- 1 2] und Bayern [ – – 3].

 

Alle Informationen zu den diesjährigen Meisterschaften, also Ergebnisse, Aufstellungen, Abschlusstabellen und Partien zum Nachspielen finden Sie unter dem Link http://www.deutsche-schachjugend.de/index.php?id=dvm-portal-2015 .

 

BERLIN. Die Auswahl zwischen zwei Turnieren hatte die Schachfreaks in der deutschen Hauptstadt – Spandau oder Pankow war sicherlich nicht unbedingt die Frage.

 

Das 1. Internationale Spandauer Weihnachtsopen, das kurzfristig im Terminkalender auftauchte, feierte seine Premiere mit 88 Teilnehmern und wurde von Clemens Rietze [SC Rotation Pankow] vor Hans Werner Ackermann [SSC Rostock 07] gewonnen. Beide kamen auf 6/7, aber Clemens war in der Buchholzwertung um den Wimpernschlag von einen halben Punkt besser [30,5:30,0]. Die Abschlusstabelle finden Sie unter http://www.zitaschach.de/open2015/rangliste/ .

 

Was die Resonanz angeht, so hatte das 9. Internationale Winter-Open im Rathaus Pankow eindeutig die Nase vorn. Immerhin konnten der Veranstalter SC Zugzwang 178 Aktive aus 20 Ländern [!] zur Teilnahme motivieren. Das Prädikat „international“ hat sich die traditionelle Veranstaltung damit zurecht verdient. Dass sich Philipp Lerch vom SC Kreuzberg Berlin mit 6.5/7 in die Siegerchronik eintragen konnte, ist dann aber doch eine Überraschung [Fortschrittstabelle: http://www.zugzwang95.de/turniere/prenzlberg-open/2015-3/fortschrittstabelle-stand-nach-der-4-runde-nach-rangliste/ ]. Der 18-jährige FIDE-Meister war in der Setzrangliste auf Rang 8 geführt.

 

PADERBORN. Werden sieben Runden im Schweizer System gespielt, so entscheidet am Ende zumeist die Wertung. Das war auch beim Schachtürken-Cup 2015 in Paderborn so. Das bessere Ende hatte mit je 6/7 dabei Felix Lewin vom Bundesligisten SV Mülheim Nord gegenüber „Open-Fuchs“ Henrik Teske für sich. Der hatte vor Jahresfrist in Erfurt mit 8/8 gewonnen.

 

ERFURT. Und schon haben wir die Brücke nach Thüringen gebaut, wo das Erfurter Schachfestival „Silberhochzeit“ feierte, das mit rund 440 Teilnehmern das größte Weihnachtsturnier in Europa gewesen sein dürfte. Gespannt war man vor allem, wie das frisch vermählte Ehepaar Melanie und Nikolas Lubbe abschneiden würde. Die beiden hatten sich bekanntlich am 5. Dezember vor dem Traualtar in Braunschweig das JA gegeben. Dass das Meisterturnier [150 Starter]bei der 25. Auflage der Veranstaltung im Radisson Blue Hotel Erfurt mit dem Boris Chatatalbashev [Elo 2564] der Favorit auf Platz 1 beendet hat, ist normal. Allerdings wurde es nach acht Runden doch verdammt knapp für den bulgarischen Großmeister. Wie die nach ihm platzierten Jonas Lampert und Georgios Souleidis [beide Hamburger SK] hatte er 6,5 Punkte eingesammelt. So gab die Buchholzwertung von 38,5 den Ausschlag, denn der 18-jährige Jonas hatte „nur“ 37,5 vorzuweisen und sein Hamburger Team-Kollege Georgios 35,5. Was die Lubbes angeht, so wurde Melanie mit 5/8 wie im Vorjahr 22., während Nikolas, der 2014 noch Rang 2 belegen hatte, diesmal als Sechster mit 6/8 ins Ziel kam. Stark verbessert, was das Ergebnis angeht, zeigte sich DSB-Kaderspielerin Elena Levuskina [SC Garching], die mit ebenfalls 6/8 auf Platz 8 landete und damit beste Frau in Erfurt wurde. Außerdem kann sie sich über einen Elo-Zuwachs von 27 Punkten freuen. [Abschlusstabelle Meister-Turnier: http://www.erfurter-schachfestival.de/meister.htm].

 

LAS VEGAS. In der Zockermetropole scheint sich zunehmend Schach zu etablieren. So war im Oktober [8.-11.10.] bereits zum zweiten Mal das Millionaire Chess zu Gast, das mit einem Preisfonds von einer Million US-$ als das höchstdotierte Open im Schach gilt. Allerdings muss, wer daran teilnehmen will, ein Startgeld von 1000 US-$ entrichten. Nun wurde in Las Vegas das 25 North American Open ausgetragen, dessen Premierensieger in der OPEN SECTION 1991 Walter Browne hieß, der danach noch dreimal diese Veranstaltung gewinnen konnte [1993, 1994 und 1996]. Diesmal heißt der Sieger Alexander Drejew, der wie die beiden Nächstplatzierten Gata Kamsky und dem Israeli Eylon Nakar 7/9 vorweisen konnte, aber die beste Wertung hatte [Abschlusstabelle: http://chessevents.com/2015/12/north-american-open-2015-standings-open-section/ ].

 

BÖBLINGEN. Im Vorjahr gab es beim 31. Internationalen Böblinger Open im Hotel Mercure ein Quartett mit Oliver Mihok [Ungarn], Jinshi Bai [China] Vadim Schischkin [Russland] und dem deutschen Ex-Juniorenweltmeister Arik Braun, das in dieser Reihenfolge bei 7/9 die Plätze 1-4 im A-Turnier belegte. Dem Setzranglistenersten Peter Prohaska – der Ungar spielt nach wie vor bei Nickelhütte Aue in der Zweiten Liga Gruppe Ost – blieb nur Rang 5. Was den Setzranglistenersten angeht, so lief es für den Franzosen Sebastian Feller [Elo 2623], der bei der 32. Auflage nur Zehnter würde [6,5/9], platzmäßig noch schlechter. Diesmal war sogar ein Quintett mit 7/9 an der Spitze

 

[http://boeblinger-open.de/reiner_bbopen/open2015/TabellenA/bbop2015A-Rang-R9.html]. Da braucht es Glück zum Erfolg, und den hatte Alexander Zubarev, der wie sein ukrainischer Landsmann Olexandr Bortnyk ohne Niederlage blieb, aber den etwas besseren Eloschnitt bei den Gegner vorweisen konnten [2376:2367]. Jure Skobene aus Slowenien [2356], Maximilian Neef als bester Deutscher vom Bundesligisten USV TU Dresden [2354] und die beste Frau WGM Tingjie Lei aus China [2306] – auch diese beiden verzeichneten keine „Null“ – folgten auf Rang 3 bis 5.

 

AL AIN. Über Weihnachten lohnt sich ein Abstecher in die Arabischen Emirate. So lockt das 4. Al Ain Chess Classic durchaus TOP-Großmeister aus der „zweiten Reihe“. Im Vorjahr gewann allerdings sensationell der bis dahin unbekannte zweifache georgische Landesmeister Gajos Nigalidse. Er war mit 6/7 wie die Feuerwehr gestartet, verlor dann zwar gegen Ex-Olympiasieger Tigran Petrorjan aus Armenien, doch gegen seinen Landsmann Michail Mechedlischwili, mit dem er das Zimmer wähtrend des Turniers teilte, folgte ein Sieg. Und damit war der damals 25-Jährige Wertungssieger, womit er mal eben 11.000 Dollar kassierte. Beim Dubai Open im April diesen Jahres sorgte Gojoas erneut für Schlagzeilen, allerdings nicht für sportliche. Er wurde nämlich bei einem Betrugsversuch mit Smartphone erwischt. Jetzt hat die FIDE- Ethikkommission ein Urteil gefällt: Nigalidze ist für drei Jahre gesperrt und der Großmeistertitel wird ihm auch aberkannt [Beitrag dazu bei ChessBase http://de.chessbase.com/post/nigalidze-verliert-titel-und-wird-gesperrt ].

 

Ein Blick auf die Ergebnisse des 4. Al Ain Chess Classic lässt wohl keinen Zweifel aufkommen, dass die Männer auf dem Treppchen „sauber“ gespielt haben [http://www.chess-results.com/tnr198869.aspx?lan=1&art=1&rd=9&flag=30&wi=821]. Die Siegerkrone unter den mehr als 120 Teilnehmern aus 30 Ländern hat sich der Chinese Wang Hao [Elo 2707] aufgesetzt, der mit 8/9 einen sattes Ratingplus von 22 Punkten verbuchte. Von den sechs Aktiven mit jeweils 6,5/9, die in gebührendem Abstand folgen, konnte sich Alexei Schirow [Elo 2676] den Silberrang sichern. Den 43-jährigen Letten sollte man auf keinen Fall abschreiben. Und für Partien im Stile von Michail Tal, wo das Brett in Flammen steht, ist er immer noch gut. Daran besteht trotz seiner Niederlage gegen den Hamburger Svane Rasmus in Runde 3 der Bundesliga, wo er zu den Stammspielern des amtierenden deutschen Meisters OSG Baden-Baden gehört, keinerlei Zweifel. An Schirow muss man einfach glauben!

 

[Redaktion: Raymund Stolze]

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