Baden-Baden braucht gegen die Karlsruher SF einen hohen Auswärts-Sieg, um die Chancen auf den 10. Deutschen Meisterschaft zu erhalten – Eine Vorschau von RAYMUND STOLZE

 

Maria Musitschuk

Maria Musitschuk

Was kaum einer für möglich gehalten hat: Titelverteidiger OSG Baden-Baden liegt nach dem vierten Spieltag in der Frauen-liveBundesliga mit 5:3 Punkten nur auf Platz 6. Und das trotz der beiden Neuerwerbungen Alexandra Kostenjuk und Antoaneta Stefanowa. Die Russin und die Bulgarin sind jeweils Vizeweltmeisterinnen und gehören zum illustren Kreis von aktuell 16 Spielerinnen über 2500 Elo. Kostenjuk [*23. April 1984] ist mit Elo 2550 Weltranglistenvierte, Stefanowa [*19. April 1979] wird mit 2515,0 auf Platz 11 geführt.

 

Aber, es ist wohl auch so wie bisweilen im Fußball, wo Trainerlegende Otto Rehhagel der hintersinnige Spruch zu verdanken ist: „Geld schießt keine Tore!“

 

Und die gemeldeten Stammaufgebote müssen zudem ja nicht unbedingt spielen. Gut, Anna Musitschuk [Brett 1], die Rang 6 in der Welt mit 2537,0 behauptet, hat zuletzt 1,5/2 geholt, aber Viktorija Cmylite [2534], die in dieser Rangliste an 8 folgt, und Weltmeisterin Maria Musitschuk [2554,0] kamen noch gar nicht zum Einsatz. Kostenjuk und Stefanowa, die die „Punktemaschine“ Eva Moser ersetzen sollten, die sich eine schöpferische Pause gönnt, haben je einmal gewonnen und verloren. Wenn freilich dieses Quintett sowie die mehrmalige US-Meisterin Anna Zatonskih [2469] tatsächlich auflaufen würden, dann dürfte wohl kein Kraut gegen dieses Team gewachsen sein …

Ergebnisse/Mannschaftsaufstellungen

Nach vier Runden aber stehen für Baden-Baden zwei Siege [6:0 gegen Neuling Doppelbauern Kiel und 3,5:2,5 gegen Deizisau] sowie ein 3:3 gegen den Hamburger SK und eine 2,5:3,5-Niederlage gegen den SK Schwäbisch Hall zu Buche. Und da in der Jubiläumssaison – es ist die 25. Spielzeit in der Frauen-Bundesliga – erstmals bei gleichen Mannschaftspunkten die Brettzähler entscheiden, titelte unser Mitarbeiter Hartmut Metz in seinem Beitrag im SCHACHMAGAZIN 64 vom Januar 2016 „OSG Baden-Baden büßt alle Titelchancen ein“.

 

Tatsächlich ist die Lage mehr als ernst, denn aus eigener Kraft ist das Unternehmen Titelverteidigung wohl nicht zu schaffen. Das liegt sicherlich auch am Erzrivalen SC Bad Königshofen, der mit vier Siegen und 21,0 Brettpunkten auch beim „Torverhältnis“ ein deutliches Plus von sechs aufweist.

 

„Bad Königshofen hat aber noch alle schweren Gegner“, macht Kapitän Thilo Gruber auf Optimisus. Klar ist in jedem Fall: Baden-Baden [5:3/15,0] muss in der Reisepartnerrunde am kommenden Sonntag [10. Januar] auswärts beim Aufsteiger Karlsruher SF hoch punkten – am besten 6:0. Und gleichzeitig gilt es, die Daumen zu drücken, dass die SF Friedberg [6:2/15,5]dem Spitzenreiter bei dessen Heimspiel ein Bein stellen. Der Tabellenzweite Schwäbisch Hall hat diese fünfte Runde bereits vorgespielt und ein 4:2 gegen die SF Deizisau eingefahren. Womit man bei 8:2/19,0 liegt.

 

Was übrigens den von mir erwähnten Stichkampf-Entscheid bei gleichen Mannschaftspunkten am Saisonende angeht, die ich für gerecht halte und noch dazu werbewirksam für die Frauen-Bundesliga, so hat der „Bad-Königshofener Chef“ Jürgen Müller ganz anderer Meinung:

 

„Ich kann nur sagen, dass der Stichkampf in keinster Weise sportlich fair ist, denn bei einem Stichkampftermin würden weder Baden-Baden noch Schwäbisch Hall und geschweige denn Bad Königshofen eine annähernd gute Mannschaft ans Brett bringen. Die Mädels haben einen vollen Terminkalender und würden bei einem Stichkampf zum großen Teil nicht können.

 

Warum ist es unfair, während der Saison viele Brettpunkte zu sammeln und bei Punktgleichheit die Leistung einer ganzen Saison zu bewerten? Stattdessen soll die Momentaufnahme eines Stichkampfes zählen, zu dem eine Mannschaft am Brett sitzen wird, die große Lücken aufweist und wahrscheinlich bei den Spitzenteams nur die zweite Garde ist, weil alle Mädels bereits andere Termine zugesagt haben?

 

Ich persönlich finde die Brettpunkteregelung viel fairer, da die Lotterie [Mannschaftsaufstellungsprobleme] bei einem Stichkampf entfällt Und mehr Brettpunkte während der Saison auch eine klar messbare Leistung sind.“

 

Soweit also Jürgen Müller, wobei anzumerken ist, dass natürlich für mögliche Stichkämpfe im Kalender einfach ein Termin – am besten ein Wochenende von Freitag bis Sonntag – fest eingeplant werden könnte.

 

Und wie ist Ihre Meinung zu diesem Thema, das sich ja durchaus aus aktuellem Anlass ins Gespräch bringt? Schicken Sie Ihren Diskussionsbeitrag einfach per E-Mail an raymund.stolze@t-online.de !

 

Was die restlichen Begegnungen angeht, so dürfte der Hamburger SK [6:2/14,0] den dritten Neuling neben Grün-Weiß Niederwiesa [0:8/2,5] und den Karlsruher SF [2:6/9,0] Doppelbauer Kiel (0:8/5,0) sicher bezwingen, was einen Platz in der Spitzengruppe bedeuteten würde. Das trifft auch auf die Rodewischer Schachmiezen [6:2/14,0] zu, die im „Sachsenderby“ Schlusslicht Niederwiesa empfangen werden. Schließlich will der SK Großlehna [3:5/11,0] gegen den Tabellenzehnten SK Lehrte [2:6/7,5] punkten, um frühzeitig nichts mehr mit dem Abstieg zu tun zu haben.

 

Und hier sind die Ansetzungen von Runde 5 am 10. Januar, wobei Spielbeginn um 10 Uhr ist. Die erstgenannten Mannschaften haben Heimrecht!

 

SK Großlehna – SK Lehrte

 

Bad Königshofen – SF Friedberg

 

Hamburger SK – Doppelbauer Kiel

 

Karsruher SF – OSG Baden-Baden

 

Rodewischer Schachmiezen – GW Niederwiesa

 

Alle statistischen Angaben einschließlich der Team-Aufstellungen und Spielpläne finden Sie unter dem Link http://nsv-online.de/ligen/fbl-1516/?. Schauen Sie doch einfach einmal vorbei!

 

P.S.: Und hier ist schon einmal der Link für die Live-Übertragung der Begegnung Hamburger SK-Doppelbauer Kiel, die uns HSK-Mannschaftscoach Andreas Albers am heutigen Montag [4. Januar] mailte:

http://www.hsk1830.de/pages/uebertragung/fbl/2015_2016/Runde05/tfd.htm . Und dort wird es dann auch das Zweitliga-Spiel Hamburger SK II gegen den Tabellenzweiten TuRa Harksheide geben. Das ist doch ein Service, oder?!

 

Hier ein Vorbericht aus Sicht der OSG Baden-Baden von Thilo Gubler. Live-Übertragung ab 10 Uhr am Sonntag

 

 

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