Frauen-Ex-Europameisterin Ekaterina Atalik gewinnt souverän das Prager Open – von RAYMUND STOLZE

 

Als ich meine ersten Schritte als Nachwuchstrainer machte, habe ich für einige Zeit ein sehr befähigtes und motiviertes 13-jähriges MAtalikädchen betreut. Eine ihrer Stärken war ihr Kampfgeist, und nach eigenen Worten bedeutete das, in Auseinandersetzungen mit Jungen diese gern „zu quälen“. Natürlich nur am Brett. Mit ihrer Einstellung schaffte es „Caro“ 2006 in das U20-Team des SV Glück Auf Rüdersdorf. Und ihr Remis in der finalen siebten Runde gegen den SV Mülheim-Nord war ausschlaggebend dafür, dass für die Brandenburger am Ende Bronze bei der Deutschen Vereinsmeisterschaft heraussprang!

 

Unwillkürlich musste ich daran denken, als ich am Freitagvormittag die neunte und letzte Runde des Prager Open [8.-15. Januar] verfolgte. Das war natürlich eine bewusste Entscheidung, denn ich wollte wissen, ob Ekaterina Atalik [*14. November 1982], die tags zuvor Großmeister Jakob Meister vom SK Zehlendorf – er wurde am Ende mit 6,5/9 Zehnter – tatsächlich das Kunststück schafft, die Männer in diesem Turnier aufzumischen. Und es gelang der 33-jährigen Europameisterin von 2006, die an Platz 13 von 170 Startern in der A-Gruppe gesetzt war, in der Tat bestens. Na ja, Glück gehört halt dazu. Am Ende hatte Ekaterina, die in der ehemaligen Sowjetunion geboren wurde, seit 2005 für die Türkei spielt und in ihrem neuen Heimatland mit dem türkischen Großmeister Suat Atalik verheiratet ist, keinen gleichwertigen Gegner mehr. Vardan Hovsepjan aus Armenien war mit einer Ratingzahl von gerade einmal 2067 ein Elo-Leichtgewicht gegenüber ihren aktuell 2378. Und wie Sie sehen können spiegelt die Partie diesen Klassenunterschied wider! [http://www.chessbomb.com/arena/2016-pragueopen/09-Hovsepyan_Vardan-Atalik_Ekaterina].

 

TurnierseiteResultate

Mit diesem siebten Sieg machte das für Ekatarina in der Endabrechnung 8/9 bei einer Ratingperformance von 2661 und 28,4 Elo-Punkten Zuwachs. Das wird die ehrgeizige Frau sicherlich freuen, denn nun hat sie wieder die 2400er-Marke geknackt. Es sei aber daran erinnert, dass Ekaterina, die den IM-Titel seit 2007 trägt und natürlich Frauen-Großmeisterin ist [2001], schon einmal im September 2011 mit 2481 Elo-Punkten geführt wurde. Ob sie sich noch einmal in diese Höhen aufschwingen kann – wer weiß das schon?! Aber in der „Goldenen Stadt“ hat sie es einigen Männern gezeigt. So bezwang die Ex-Europameisterin den Ranglistenersten Bayarsaikhan Gundavaa [2507] aus der Mongolei – nicht schlecht, oder?! Dem slowakischen IM Marian Jurciz [2501] sowie dem Thüringer Open-Spezialisten GM Henrik Teske [2461], der am Ende nach Wertung Platz 2 vor dem zweiten Deutschen Dr. Sebastian Schmidt-Schaeffer aus Naumburg belegte [beide je 7/9] – Letzteren bezwang sie ebenfalls – trotzte Ekaterina jeweils ein Remis ab. Freude wird da ganz sicherlich in Schwäbisch Hall aufkommen, denn seit der Saison 2014/15 ist sie Mitglied im Frauen-Bundesliga-Team, das in der aktuellen Spielzeit gute Chancen besitzt, mindestens eine Medaille zu holen.

 

Alle wichtigen Partien finden sie bei unserem Partner ChessBomb unter

 

http://www.chessbomb.com/arena/2016-pragueopen . Die Ergebnisse dieses 15. Internationalen Schachfestival gibt es wie immer bei Chess-Results.com von Heinz Herzog [Link:http://chess-results.com/tnr202644.aspx?tnr=202644&art=0&lan=1&turdet=YES&flag=30&m=-1&zeilen=99999].

 

Übrigens ist „Caro“, die ihr Abitur einst am Bechstein-Gymnasium in Erkner mit dem Prädikat „ausgezeichnet“ ablegte, um dann Medizin zu studieren und Kinderärztin zu werden, auch heute noch Mitglied in Rüdersdorf. In der vergangenen Saison konnte sie in der Regionalliga 4/5 verbuchen. Die Freude am Schach hat sie sich also erhalten, aber das ist eine andere Geschichte …

 

 

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