GM Eric Lobron (by Rochade Kuppenheim)

Zweite Liga Runde 5: SK König Tegel im Norden Spitze, Köln-Porz im Westen nicht zu stoppen, im Süden stolpert Neuling Schönaich – Von RAYMUND STOLZE

 

Dass der Polen-Express von SV Glück Auf Rüdersdorf in der Gruppe Nord der Zweiten Liga keinesfalls zu unterschätzen ist, hatte ich bereits in meiner Vorschau auf den Spieltag an diesem Sonntag [17. Januar] angedeutet [http://www.chess-international.de/Archive/50118]. Freilich hatte ich nicht erwartet, dass die SF Schwerin im Kulturhaus auf dem Kalkberg ohne fünf Stammspieler antreten würden. Es fehlten die Männer der Bretter 1 bis 4 sowie 8. Auch die Gastgeber hatten einen „Ausfall“ mit Marcel Konarek am Spitzenbrett zu beklagen, aber das war bei Wojciech Moranda [Elo 2594] durchaus in guten Händen, obwohl sein Remis gegen Ilya Spivak [2334] mit Schwarz wahrlich keine Glanzleistung ist. Aber die war auch nicht nötig, denn sein Team machte die 3,5:4,5-Auswärtsniederlage aus der vergangenen Saison mit einem deutlichen 6,5:1,5-Sieg mehr als wett. Platz 2 [6:2/21,5] in der aktuellen Tabelle ist der verdiente Lohn.

 

Ganz vorn liegt jetzt der SK König Tegel nach dem 5,5:2,5-Erfolg im Lokalderby beim punktlosen Tabellenletzten SC Kreuzberg. Es scheint so, als haben die Berliner [7:1/19,5] den Fahrstuhl ins Oberhaus gebongt. Und sie können bereits in zwei Wochen Nägel mit Köpfen machen, denn dann werden die Rüdersdorfer in der Seniorenfreizeitstätte in Alt Tegel zum Spitzenspiel empfangen.

 

Mit Judith Fuchs [23. Januar 1990] rettete übrigens eine Frau dem Hamburger SK II gegen Bremens Zweite das 4:4-Unentschieden. Die bald 26-jährige DSB-B-Kader-Spielerin bezwang Matthias Krallmann, zu dessen Schützlingen beim SV Werder immerhin Matthias Blübaum gehört.

 

Apropos Frauen in der zweithöchsten deutschen Spielklasse. Folgende Damen mischen durchaus nicht nur rein äußerlich belebend in Liga 2 mit:

 

Gruppe Nord:
Kerstin Kunze [SF Schwerin]  0,5/1
Judith Fuchs [Hamburger SK] 2,5/3
[Diana Baciu [Hamburger SK] 0/1]

 

Gruppe Süd:
Ketino Kachiani-Gersinska [OSG Banden-Baden II] 2/4
Imze Tammert [OSG Baden-Baden II] 0/1

 

Gruppe West:
Sarah Hoolt [Sportfreunde Katernberg]  1,5/3
Amina Sherif [SG Solingen II] 0/1

 

Gruppe Ost:
Melanie Ohme/jetzt Lubbe [SF Neuberg]   0,5/3
Kristyna Havlikova [TSV Bindlach-Aktionär] 2/3
Dijana Degler ]MSA Zugzwang] 1/2
Elena Levushkina [SC Garching] 1/4
Tatjana Melamed [SG AE Magdeburg] 1/4
Maria Schöne [SG AE Magdeburg]  1/4

 

Zurück zum Liga-Alltag und in die Gruppe West. Die Nähe zum Nachbarn Niederlande signalisiert allerdings auch, dass das am Wochenende gestartete Schachfestival in Wijk aan Zee Opfer bei den Vereinen fordert. So fehlt beim Serienmeister SG Köln-Porz der „Dirigent“ Loek van Wely. Allerdings tat sich die Kapelle mit sieben Mann aus dem ersten „Achter“ gegen die SF Schöneck zuhause dennoch schwer. Es wurde ein 4,5:3,5, wobei die Niederlage von Arkadij Rotstein [Elo 2498] an Brett 7 gegen Christian Meyer [2190] doch eine faustdicke Überraschung ist. Standesgemäß mit vier Siegen erweist sich die Hilgert-Truppe dennoch als Dominator.

 

kovchan_alexander_2015_SFK

Alexander Kovchan (SF Katernberg)

Im Verfolgerduell bezwang der Aachener SV [6:2/17,0] die SF Katernberg ebenfalls mit 4,5:3,5, wobei bei den Gästen sich halt insbesondere das Fehlen der Holländer wie z.B. Robert Ris [Brett 5] und Arthur Pijpers [Brett 8] bemerkbar machte. Und natürlich wurde bei den Sportfreunden auch der einzige Brasilianer in der Bundesliga Alexandr Fier schmerzlich vermisst. Ein erfolgreicher Einstand am SFK-Spitzenbrett gelang Neuzugang Alexander Kovchan mit einem Sieg gegen Christian Seel, der selbst einige Jahre das Katernberger Bundesligatrikot getragen hatte.  Über den Kampfverlauf aus Sicht von Katernberg berichtet  „Reservecaptain“ Bernd Rosen auf der Katernberger Homepage. Mit DJK Aufwärts Aachen [6:0/15,5] hat sich das zweite Team aus der Domstadt nach dem 5:3 gegen die SG Solingen II nach vorn auf Platz 3 gepirscht. Das direkte Duell hatte übrigens Aufwärts am ersten Spieltag mit 5:3 für sich entschieden.

 

Da die Liga Ost diesmal pausierte, bleibt nur noch der Blick in die Süd-Staffel. Hier stolperte der hoch eingeschätzte Neuling TSV Schönaich Zuhause gegen den SC Untergrombach mit 3:5. Beiden Teams fehlten allerdings zahlreiche Stammspieler – bei Schönaich waren es Borki Predojevic [Brett 1], der Inder Vishuu Prasauna V. [Brett 5] und Dimitirij Bunzmann [Brett 7]. Der Gast musste sogar das Spitzentrio Davor Rogic [Kroatien], Krasimir Rusev und Dejan Bojkov [beide Bulgarien] sowie den Ungarn Miklos Nemeth [Brett 8] ersetzen. Die Gäste konnten halt die Ausfälle besser kompensieren und melden nun ihrerseits durchaus höhere Ansprüche an [8:0/20,0].

 

Spitzenreiter bleibt dennoch die SG Speyer-Schwegenheim [8:0/22,5]. Hier feierte beim deutlichen 5,5:2,5 in Hofheim der Franzose Sebastian Feller [Elo 2622] mit einem Sieg gegen den deutschen Jung-Großmeister Jan-Christian Schröder [31. Januar 1998] einen gelungenen Einstand.

 

Und noch eine Momentaufnahme ist zu melden. Beim TSV Schott Mainz ist Eric Lobron [7. Mai 1960] in der laufenden Saison eine echter Aktivposten. Mit 3,5/4 hat der inzwischen 55-jährige Großmeister, der im Juli 1992 mit 2625 seine höchste Elo-Zahl erreichte, was damals Platz 21 in der FIDE-Weltrangliste war, und der 1993 das Zonenturnier in Graz gewann, so etwas wie einen „Schach-Frühling“. Mal sehen, zu welchen Taten der ehemalige Nationalspieler, der Deutschland zwischen 1980 und 1996 achtmal bei der Schacholympiade vertrat und dabei 1990 das drittbeste individuelle Resultat am dritten Brett erzielte, noch fähig sein wird …

Alle Einzelergebnisse, Ansetzungen und Tabellen finden Sie unter dem Link

http://www.schachbund.de/SchachBL/ auf der Webseite des Deutschen Schachbundes.

 

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