Reiseberichte, Figurenopfer, Interviews, …

 

Donnerstag und Freitag war ich vor Ort – Donnerstag beim Ausflug zum Science Center NEMO in Amsterdam (siehe Titelfoto), Gruppenfoto NEMOFreitag wieder in bekannter Umgebung in Wijk aan Zee. Fotos stammen wieder weitgehend von Tata Steel via Facebook – vor allem von Alina l’Ami aber auch von einem oder mehreren nicht namentlich genannten anderen Fotografen (einmal ist offensichtlich, dass dieses Foto nicht von ihr stammt). Dieser Bericht ist vor allem atmosphärisch, zwischendrin werde ich auch das rein schachliche Geschehen, d.h. die Partien besprechen. Jeder Tag vor Ort geht schon deshalb nicht, da ich an meinen Reisetagen kaum zum Schreiben komme – natürlich Notizen im Presseraum, abliveer keine kompletten Berichte. Professionelle Journalisten machen das abends oder morgens im Hotel, ich pendele, bin so immer den ganzen Tag unterwegs (9:30-21:00 oder 22:00) und denke dann „für heute reicht es“. Und nun kommt der Bericht erst, wenn Runde 7 bereits beendet ist.

 

Dennoch der Stand nach sechs Runden: A-Gruppe Caruana, Ding Liren, Carlsen 4/6, So, Hou Yifan, Eljanov 3.5, Giri, Wei Yi, Karjakin 3, Navara, Mamedyarov 2.5, Tomashevsky, van Wely 2, Adams 1.5. Carlsen hat also aufgeholt und zur Spitze aufgeschlossen – wie/warum siehe unten. In der B-Gruppe liegt nun ein Duo vorne, dahinter einer in Reichweite, der Rest (auch Elofavorit Nisipeanu) bereits etwas abgeschlagen: Dreev und Adhiban 5/6, Safarli 4.5, Nisipeanu, Antipov, Batsiashvili 3.5, l’Ami 3, Bok, Ju Wenjun, Sevian, van Foreest 2.5, Abasov, Admiraal 2, Haast 0. In der A-Gruppe ist 3,5/6 noch eine recht gute Ausgangsposition, aber bei den Challengers liegt das Tempo höher.

 

Runde 5 beginnt als Reisebericht, dabei war ich quasi bereits auf der Anreise Reporter, und tags darauf nochmals: Was wissen Aussenstehende von der Schachszene? Mitunter nicht allzu viel …. . Ich wurde zweimal von Arbeitskollegen im Auto von der Texelschen Inselhauptstadt Den Burg zum Fährhafen mitgenommen und erwähnte, dass ich unterwegs bin zum Tata Steel Schachturnier “mit dem Weltmeister, dem besten Niederländer – Nummer 3 der Weltrangliste – und noch anderen Weltklassespielern”. Donnerstag kam die Frage, warum “Indien” ein Schachturnier sponsort. Nun, zum einen setzte Tata Steel eine lange Tradition fort, zum anderen ist Indien natürlich auch eine Schachhochburg – auch wenn sich dieses Jahr offenbar alle Inder für Gibraltar entschieden haben. Tags darauf: “Wer ist denn Weltmeister?”. “Der Norweger Magnus Carlsen”. “Ich dachte, der Schachweltmeister kommt immer aus Russland!?”. Er hatte offenbar ein gewisses, aber nicht allzu aktuelles Halbwissen.

 

In Amsterdam war ich früh vor Ort, um die Ankunft der Grossmeister nicht zu verpassen; als offenbar erster Pressemensch begegnete ich dem Empfangskomitee – Pressechef Tom Bottema und eine Dame von Tata Steel. Nach und nach wurde es voll – wiederum bekannte und auch unbekannte Gesichter, auch Vertreter von Massenmedien waren vor Ort. Ein Wissenschafts-Radioreporter wollte wissen, ob man Giri vor der Partie befragen kann, Antwort (sowohl von Turniervertretern als auch von mir): “versuchen kann man das, aber wenn er nein sagt sollte man es respektieren”. Dann die Spieler, Transport aus Wijk aan Zee z.T. per Jaguar, z.T. per Bus. Alle – Reporter, Vertreter von Turnier und Tata Steel sowie die Spieler – liefen einige Meter zwecks Gruppenfoto (der Spieler) auf einer Brücke mit im Hintergrund dem NEMO-Gebäude. Auf dem Weg dahin hielt der bereits erwähnte Reporter Giri ein Mikrofon vor die Nase. Er wollte wissen, wie Schach das junge Gehirn beeinflusst, Giri – Hand in Hand mit Guramishvili – stand Rede und Antwort. Hinterher er “hat geklappt, ich bin ein echter News-hunter”, worauf ich meinte “und Giri ein Segen für Medien” [nicht jeder ist dazu vor der Partie bereit]. Ivan Bukavshin habe ich mal nicht erwähnt, sonst wird die Sendung vielleicht zu reisserisch und geht in die verkehrte Richtung … . Einige (u.a. GM Vakhidov per Kommentar auf Sutovskys Facebook-Seite) suggerierten einen Zusammenhang zwischen „zu viel Schach“ und Tod durch Schlaganfall im Alter von 20 Jahren. Ich kenne weder Details, noch bin ich Mediziner, aber mindestens genauso plausibel scheint mir, dass Bukavshin – ohne es zu wissen – von Geburt an ein erhöhtes Risiko hatte.

 

Dann das bereits erwähnte und gezeigte Gruppenfoto – da es heute (nass)kalt war, hielt man es relativ kurz. Andere haben fotografiert, ich habe das beobachtet. Zurück und dann hinein ins Gebäude: NEMO richtet sich vor allem an ein ziemlich junges Publikum, das selbst spielerische Experimente ausführen darf, die Geräuschkulisse ist dementsprechend – und Schach quasi Nebensache, der normale Museumsbetrieb geht weiter und wird davon nicht beeinflusst. Das Auditorium in dem gespielt wird ist schalldicht, der Presseraum nicht völlig – aber beides recht grosszügig bemessen. Die Spieler wurden zum Auditorium geführt, wie generell bei “Tata on Tour” ist noch Zeit bis zum Beginn der Runde. Unterwegs waren ich und andere sehr nahe dran an den Spielern, eventuell möglich sie kurz zu befragen. Aber ich verzichte generell auf Interviews vor der Runde – Ausnahme letztes Jahr Jobava, der das selbst eingeleitet hatte. Einige verschwanden, andere setzten sich ins, zu diesem Zeitpunkt noch spärlich vorhandene, Publikum – alleine, mit weiblicher Begleitung (Giri, van Wely), mit Sekundant (Caruana + Kasimdzhanov). Auch Publikum erschien – im Gegensatz zu 2014 im Reichsmuseum war es bereits lange vor der Runde willkommen. Später wurde es sowohl im Spielsaal als auch im Kommentarraum (heute Livekommentar von Seirawan und Tex de Wit vor Publikum und im Internet) ziemlich voll – dazu das nächste Foto:

 

Spielsaal NEMO

 

Die Spieler wurden informiert, dass sie während der Runde nur in Begleitung eines Schiedsrichters die Toilette besuchen können, denn der Weg dahin geht durch das Museumscafe mit Publikum – NEMO ist nun einmal eine Gelegenheits-Lokation … .

 

Zu Rundenbeginn eine Rede des Amsterdamer Sportdezernenten: Er erwähnte, dass Amsterdam 1500-2000 Schachspieler und 24 Vereine hat, sowie dass es – lange vor dem Carlsen-Hype – seinen eigenen Helden hatte: 1935 verfolgten 2000 Zuschauer die letzte Partie von Euwes WM-Match live vor Ort, die Polizei musste das in gute Bahnen leiten. Wikipedia sagt „über zweitausend Menschen am Spielort, hunderte weitere warteten trotz eines heftigen Schneesturms vor dem Gebäude“. Das von Kollege Raymund Stolze besprochene „grosse Buch der Schach-Weltmeisterschaften“ legt sich fest: es waren 5000. An Schachclubs überall in NL wurden die Züge, mangels Internet („was ist das denn?“ würden Zeitgenossen fragen), per Telefon durchgegeben. Es war keine Eintagsfliege: 1935 wurden hierzulande zahlreiche Schachvereine neu gegründet, und seit 1938 gibt es ein Turnier, das damals noch Hoogovens hiess und in Beverwijk bei Wijk aan Zee ausgetragen wurde.

 

Wenig später erste Aufregung im Presseraum: hat Hou Yifan (gegen Caruana) tatsächlich 11.-Tg8 gespielt??! Wie sich herausstellte, war die Idee nicht etwa, super-prophylaktisch g7 zu decken, sondern (16.-)g7-g5 vorzubereiten. Aber ich zeige nun den Beginn einer anderen Partie, die später (oder vielleicht auch schon zu diesem Zeitpunkt) im Mittelpunkt stehen sollte:

 

van Wely - Carlsen

 

Danach passierte, wie generell üblich, einige Zeit “nichts” bzw. nicht allzu viel. Aus Pressesicht war es, abgesehen vom bunten Treiben vor der Runde und der allgemeinen Atmosphäre vor Ort (aber das ist natürlich nicht nur ein ‘Detail’), vielleicht nicht der “beste” Tag um live vor Ort dabei zu sein [wenn man das nur für einige Runden macht]. Der Presseraum war weitab vom anderen Geschehen, Spieler schauen da nicht vorbei sondern man muss sie direkt nach der Runde abfangen. Wie Robert Ris im Gespräch mit mir sagte: gut, dass Tata Steel auch andere Orte in NL besucht, das ist generell gut für Schach und damit für das Turnier.

 

Ich überspringe ein paar Stunden, und dann wollte ich am liebsten an vier Orten gleichzeitig sein: im Spielsaal um da die entscheidende Phase von van Wely – Carlsen nebst Körpersprache der Spieler mitzubekommen, im Kommentarraum um zu erfahren, wie das da beurteilt wird, im Museumscafe um ein langfristig vorab vereinbartes Interview zu führen, aber der Herr sitzt konzentriert an seinem Computer [das wurde „siehe Runde 6“], im Presseraum um van Wely-Carlsen mit Computerurteil zu verfolgen. Hmm, der Presseraum ist relativ weit weg, und das kann ich auch nach der Runde noch machen. Wie oft in derlei Fällen wird es nichts Halbes und nichts Ganzes – als ich mal wieder im Spielsaal vorbeischaute, war die erwähnte Partie gerade vorbei. Und wieder gab es zwei Schauplätze: den Kommentarraum wo Carlsen erschien (das haben alle mitbekommen, auch das Internet-Publikum) und das Cafe wo parallel van Wely die Partie analysierte – umringt von einigen anderen, darunter einer mit Smartphone und Schachprogramm, aber das haben nur wenige mitbekommen. Carlsen sagte, soweit ich es mitbekommen habe (komplett habe ich das auch später nicht nachgeholt), dass er alles relativ unter Kontrolle hatte (schlimmstenfalls wird es ein Endspiel mit einigen Bauern für die geopferte Figur) und dass er natürlich und „absichtlich“ von van Welys Zeitnot profitierte. Wenn ich es richtig in Erinnerung habe, sagte van Wely draussen, dass er den Gewinnzug (für ihn!) 29.Dh4+ durchaus gesehen und erwogen hatte – warum er das nicht spielte, schwer zu sagen …. . Später zusammenfassend zur entscheidenden Partiephase: „das war ein Bluff von Carlsen“. Mitunter beurteilt er seine Stellungen, während und auch nach der Partie, sehr/zu optimistisch, diesmal hatte er tendenziell recht.

 

Wie relevant Objektivität oder „Purismus“ ist, da kann man geteilter Meinung sein. Vermutlich sollte ich diese, und dann auch andere Partien, besprechen. van Wely-Carlsen 0-1 begann mit Grünfeld-Indisch – so hatte Carlsen bereits gespielt, dennoch war es für van Wely offenbar überraschend. Fünf Minuten für 4.Lf4 (ein ruhiges Abspiel) ist noch OK, 12,5 Minuten für 11.Se2 und 32 Minuten für 12.Sc3 – die Zeit fehlte später. Deja vu – so ähnlich verlief van Wely-Carlsen 0-1, Wijk aan Zee 2015. Damals hatte King Loek sich mehr oder weniger selbst umgebracht, nun half Carlsen und riskierte dabei einiges. Aber zuerst ein paar Worte zu den nächsten Zügen: Mit 12.-Lc6 behielt Schwarz latent-unangenehmen Druck gegen g2 – Tg1 von Weiss wäre total absurd (Hou Yifan konnte in ihrer Partie noch lang rochieren). Angriff war die beste weisse Verteidigung – mit 13.h4, 15.h5 und 16.hxg6 die h-Linie öffnen, nun stand sein Turm auf der h-Linie richtig und den Bauern auf g2 konnte er später mit 19.Kf1!? decken. Dann randalierte Carlsen: das Figurenopfer 23.-Dg5!? kann man mit „mutig und spielbar“ bezeichnen, 27.-Txg2? hätte, aus seiner Sicht, böse enden können – wenn ja wenn van Wely richtig fortgesetzt hätte. Tat er nicht, und später verpasste er 34.Sd4 mit ausgeglichener Stellung – dass das geht, da der schwarze Td7 den Bauern auf f7 nicht im Stich lassen kann, fällt unter die Rubrik „entweder man sieht es oder man sieht es nicht“. So konnte er endlich den Lc6 entschärfen, stattdessen ging es ab hier rapide bergab.

 

Diverse Internet-Reaktionen kennt der Leser vielleicht bereits, ich erwähne nur zwei „Kollegen“, die für niederländische Zeitungen schreiben. Für de Volkskrant wählte Gert Ligterink den Titel „Carlsen spielt schludrig, aber gewinnt auf Gefühl“ und schreibt später: „Puristen, die den Sieg des Weltmeisters unverdient nennen, sollten nochmals Partien nachspielen, die Carlsens grosser Vorgänger Michail Tal in seinen glorreichen Jahren gewann. Korrekt war sein spektakuläres Angriffsschach wahrlich nicht immer. Dennoch gab es keinen Spieler, den das Publikum mehr liebte.“ Vielleicht bin ich Purist; Tatsache ist, dass ein anderes Ergebnis dieser Partie möglich war. Hans Ree schreibt für NRC Handelsblad „Die Partie war kein Juwel, aber es war wahnsinnig spannend, dabei zu sein.“

 

Der Rest eher kurz und knapp. Mamedyarov-Adams 1-0 war, wie man auf Englisch sagt, „topsy-turfy“ – mit dem besseren Ende für den Azeri, der nun seinen zweiten Sieg im dritten Turnier in Wijk aan Zee auf dem Konto hat. Ding Liren – Karjakin 1-0: die lange Rochade gegen Damenindisch sah verdächtig aus, aber offenbar ging das. Später erreichte Weiss ein besseres Endspiel das er „mit guter Technik“ zum Sieg führte. Die Remispartien ignoriere ich, Caruana – Hou Yifan etwas zu Unrecht. Das Ende dieser Partie habe ich nicht mehr vor Ort erlebt, ich musste zum Bahnhof – Alina l’Ami vielleicht irgendwann auch, auf dem Weg dahin hat sie dann nochmals fotografiert:

 

NEMO abends

 

Die B-Gruppe hatte tags zuvor in Wijk aan Zee gespielt, da erwähne ich nicht die vier Siege sondern zwei der drei Remisen. Der Elofavorit Nisipeanu riskierte gegen Benjamin Bok einiges, neue Turniereinstellung nachdem er zuvor teilweise zu wenig riskiert hatte? Der Schuss konnte nach hinten losgehen, und dann wurde es remis. Der neue Turnierfavorit Dreev remisierte nach zuvor 4/4 in 14 Zügen gegen Jungstar Jorden van Foreest, dazu später mehr.

 

Runde 6 beginnt wieder als Reisebericht, die ersten Minuten (Den Burg – Fährhafen) hatte ich bereits. Später habe ich den Bus Beverwijk – Wijk aan Zee, der offiziell 2 Minuten vor Ankunft des Zuges aus Alkmaar abfährt, gerade noch so erwischt – er fuhr gerade ab, ich winkte, setzte zu einem kurzen Sprint an und der Busfahrer nahm mich dankenswerterweise noch mit. Sprinten kann ich einigermassen, allerdings normalerweise nicht im Reporter-Outfit mit Laptop-Tasche über der Schulter. So war ich sehr rechtzeitig in Wijk aan Zee, noch war der Presseraum leer – bis auf Robert Ris: “Ich bin hier schon einige Zeit, heute morgen gab ich einen Workshop für Kinder.”

 

Später wie üblich, und wieder die bekannte Atmosphäre – mit beiden GM-Gruppen und hunderten Amateurspielern. Heute extra Trubel: erste Runde der Amateur-Zehnkämpfe, vor Rundenbeginn müssen alle herausfinden, in welche Gruppe sie eingeteilt wurden und wo sich diese befindet. Auch dieses Jahr mache ich wieder einen Ausflug zu Gruppe 8 im Nebenschauplatz Cafe de Zon, da spielt ein Vereinskollege. Gut 30 Minuten nach Rundenbeginn war ich bereits zu spät. Ich traf ihn dann draussen, mit sichtbar eingeschaltetem Handy – was während der Partie streng verboten ist, schliesslich können auch Spieler die gut tausend Elopunkte mehr haben als er (NL-Elo 1321) damit schummeln. Aber alles ging mit rechten Dingen zu: er hatte in 11 Zügen gewonnen, “gegen einen Jungen aus Südkorea der mit der ganzen Familie angereist ist”. Ich wünsche dem jungen Yun viel Erfolg im weiteren Turnier und verzichte darauf, dieses Meisterwerk in meinen Bericht aufzunehmen. Insgesamt sind satte neun Spieler aus Seoul angereist: Kim, Kim, Park, You, Ha, Jung, Yun, Yun und Oh. Haben die schon einmal in Europa gespielt? Ja, jedenfalls Kim und Kim: Changhoon (Elo 1840) und Inguh (Elo 1847) haben ihr Land bei der Olympiade in Tromsö vertreten. Damals spielten sie unter anderem gegen Burundi und Bhutan, nun wurden sie in die Amateurgruppe 4 eingeteilt.

 

Auch am Hauptschauplatz De Moriaan entdeckte ich im Amateurbereich einige (mir) bekannte Gesichter, die auch zwischen vielen anderen auffallen – in Gruppe 1 Yochanan Afek, in Gruppe 2 neben van Welys Ehefrau Lorena Zepeda auch Marc Helder aus meinem Landesverband: Er ist Künstlertyp was Aussehen und Schachstil betrifft, in Wijk aan Zee regelmässig dabei – mal höher, mal weniger hoch im Amateurbereich. Leider hatte ich keine eigene Kamera, und auf offiziellen Fotos könnte er allenfalls zufällig auftauchen. In der Schachprovinz Noord-Holland hat er den Spitznamen Herman Brood, wegen gewisser Ähnlichkeiten mit dem ersten Foto dieses Wikipedia-Artikels. Während der Partie sprach ich ihn, bzw. er unterhielt sich mit einigen anderen: „Ich habe gerade eine Figur geopfert, schau’n mer mal.“ Ich darauf: „Was der Weltmeister kann, das kannst Du auch?“. „Aber klar doch!“. Es gab zwei Unterschiede: 1) Diese Partie ist nicht allgemein bekannt, 2) er verlor am Ende. Bevor ich bei den Amateuren weitermache, nochmal zurück zum Rundenbeginn bei den Grossmeistern:

 

Tomashevsky Carlsen Fotografen

 

Die Fotografin Alina l’Ami fotografierte neben Tomashevsky und Carlsen (Prost!) auch andere Fotografen, hier erkenne ich nur (ganz rechts) Joachim Schulze für Chessbase.

 

Tomashevsky Carlsen Alina l'Ami

 

Und sie wurde auch selbst fotografiert. Hatte nur sie die Idee, die andere Perspektive zu wählen, oder ist zwischen Tisch und Mauer nur Platz für kleine schlanke Personen?

 

Dreev - Erwin l'Ami (nicht von Alina)

 

Dieses Foto stammt auch nicht von ihr, obwohl sie auch Spieler der B-Gruppe gerne ablichtet – jedenfalls den Herrn links, Erwin l’Ami der in dieser Runde gegen Aleksey Dreev spielte. Im Hintergrund das Publikum – auf einem anderen Foto bin auch ich zu sehen, aber ich bin ja nicht die Hauptperson. Nun widme ich mich wiederum den Amateuren, wobei dieser Begriff für den ‚Toptienkamp‘ – der Sieger oder die Siegerin darf nächstes Jahr im B-Turnier auf der Bühne mitspielen – relativ ist. Sagte ich „Siegerin“? Ja, auch das ist möglich:

 

Toptienkamp

 

Dieses Foto stammt von Zhaoqin Peng und wurde von Anna Rudolf auf Twitter plaziert. Zu sehen sind vorne in gelb ein bisschen Sopiko Guramishvili, zentral Anna Rudolf und dahinter der 22-jährige IM Arthur Pijpers (in Basel Sieger gegen Arkadij Naiditsch), die anderen (er)kenne ich nicht. Hier schaut Anna Rudolf vielleicht absichtlich in die Kamera, aber auch später schaute sie öfters mal nach rechts – vielleicht um einen Blick auf Sopikos Stellung zwei Bretter weiter zu ergattern. „Miss Strategy“ (Rudolf) spielte einen geschlossenen Spanier – die Konturen dieser Eröffnung sind auch nach ca. 20 Zügen noch offensichtlich – und gewann. Bei „Miss Tactics“ (Guramishvili) wurde es taktisch, aber vielleicht nicht so wie sie es sich vorgestellt hatte. Gegner GM Dobrov setzte sie schwer unter Druck, später hatte sie immerhin eine Mehrfigur für einige Bauern. Diese Partien kann man aus dem Publikum mehr oder weniger folgen, ich tat es ab und zu auf dem Weg zu den GM-Gruppen – später wird die Notation im Presseraum eingegeben, irgendwann erscheinen sie wohl auf der Turnierseite (habe ich auf Nachfrage erfahren). Was das Ergebnis von Dobrov-Guramishvili betrifft, da muss sich der Leser noch etwas gedulden.

 

Dann die übliche „wenig los“ Periode. Zwischendurch begegnete ich im Gang des Pressebereichs Peter Doggers, Autor für chess.com und Producer der Liveshow. Er fragte „hast Du Deinen Spass?“ – vielleicht weil ich etwas missmutig dreinblickte, aber das lag dann nicht an der üblichen aber vorübergehenden Langeweile, sondern ich habe momentan gewisse Rückenschmerzen – vor allem wenn ich nach längerem Sitzen wieder aufstehe. Von Joachim Schulze kam der Tip, an einem Stehpult zu arbeiten, aber derlei gibt es nicht. Für einen News-hunter gilt „da muss man durch“, und so schlimm ist es nun auch wieder nicht. Ebenfalls Peter Doggers: „Amsterdam war klasse, oder?“. „Ja, was die Atmosphäre betrifft, journalistisch war es nicht sooo ergiebig.“ „Kann ich nicht beurteilen, ich war gar nicht im Presseraum“ (sondern eben immer im Kommentarraum).

 

Relativ früh zeichnete sich ab, dass eine Partie der A-Gruppe Sieger und Verlierer haben würde – wieder gewann Carlsen, wieder (auch) aufgrund gegnerischer Zeitnot. Foto hatte ich bereits, nun zu Carlsen-Tomashevsky 1-0: Carlsen wählte das ruhige London-System (1.d4 Sf6 2.Sf3 e6 3.Lf4) und kam dann doch zu Königsangriff. Vielleicht war Tomashevskys Plan 10.-L(e7-)d6, 11.-Se7, 12.-Sg6 nicht gut – sicherlich suboptimal war, dass er für diese drei Züge knapp 40 Minuten investierte. Der nächste kritische Moment im 20. Zug: 20.-Se4?! (nach nur 5 Sekunden, aber wohl bereits vorher geplant) führte zwar zu Damentausch, aber so erhielt Schwarz eine positionelle Ruine am Damenflügel – ausserdem hatte Weiss auch ohne Damen noch latente Drohungen am Königsflügel. Der Rest war dann eher Formsache. Viel besser war zunächst 20.-cxd4 – einige Quellen erwähnen das, andere nicht oder allenfalls nebenbei. Engines erwähnen es auch, aber die wissen ja nicht, wessen Partie sie analysieren und ob sie eventuell selektiv analysieren sollen.

 

Als das Ende dieser Partie sich abzeichnete, ging ich mal wieder aus dem Presseraum in den Turniersaal – und war zu spät, da stand bereits 1-0. Also zurück, und diese Szene im Gang habe ich nur teilweise mitbekommen:

 

Warten auf Carlsen

 

Alle warteten auf Carlsen, ich erkenne in der Mitte (mit Bart und Jackett) Peter Doggers, und hinten Joachim Schulze. Carlsen erschien und wurde von Peter Doggers gleich geschnappt, Richtung Liveshow:

 

Carlsen-Livekommentar

 

Da war also Robert Ris (rechts neben Carlsen). Ihn hatte ich nur vor Rundenbeginn gesehen, danach war er Ko-Kommentator mit Yasser Seirawan. Später erschien Carlsen noch kurz im Pressebereich für ein kurzes Video-Statement zur Partie – das habe ich verpasst, und dann war er weg. Aber fünf andere Interviews bekam ich – eines vorab vereinbart, drei geplant (aber nicht unbedingt für diesen Tag), zunächst jedoch die Rubrik „ich lasse mich überraschen“: Im Eingangsbereich des Turniersaals begegnete ich Vladimir Dobrov – wer ist das denn? Vom Namen her war er mir ein Begriff, da er beim Schnellturnier in Jurmala zwischenzeitlich ganz vorne mitspielte und auch einmal das Limburg Open gewann. Erkannt habe ich ihn natürlich nur, weil er zuvor eine international bekannte Gegnerin hatte. Interview, warum denn nicht? TR “Wie haben sie gespielt?“ Dobrov „Ich habe gewonnen.“ TR „Wie lief die Partie, offenbar war das Figurenopfer korrekt?“ Dobrov „Ich machte mir etwas Sorgen um meinen Springer, der sich auf d6 verlaufen hatte. Aber ich hatte genug Kompensation – viele Angriffsmöglichkeiten. Wir haben hinterher analysiert, es war ziemlich unklar. Dann hat sie gepatzt. Übrigens bin ich hier auch als Trainer und Reporter für den russischen Schachverband.“ TR „Wollen Sie die Gruppe gewinnen und nächstes Jahr auf der Bühne spielen?“ Dobrov „Vielleicht, aber das wird nicht einfach.“ Aha, es war also nicht unbedingt ein geplantes Opfer, aber er konnte seinen Springer teuer verkaufen. Trainer ist er für zwei Teenager, die neben ihm standen und – so sagte er zu einer anderen Person – „kein Russisch sprechen“. Auch im Pressebereich wussten sie nicht, ob er als Russe in den Niederlanden lebt oder warum er eigentlich mitspielt.

 

Karjakin-Eljanov endete (ohne allzu grosse Aufregungen) remis, es schien als ob beide dann bereits weg waren. Geplant war – wenn es sich ergibt und ein Grund, warum ich an diesem Tag vor Ort war – ein Doppelinterview zum Weltcup. Pavel Eljanov kam dann doch noch, 50% ist ja auch ein gutes Ergebnis (für den Reporter)!?

 

Eljanov

 

TR „Ich habe ein paar Fragen zum Grund, warum sie wohl hier sind – der Weltcup. Ihr Ergebnis hat wohl alle überrascht, wie überraschend kam es für Sie selbst? Anders ausgedrückt: Wie oft haben sie Ihren Rückflug umgebucht?“ Eljanov: „Ich hatte nur ein One-way Ticket, natürlich war ich sehr glücklich mit dem Turnier.“ TR „War das Glas am Ende halbvoll oder halbleer – noch ein Matchsieg, und Sie wären im Kandidatenturnier?“ Eljanov „Das war mir egal (I didn’t mind), ich wusste dass es jeden Moment vorbei sein kann.“ TR „Aber das Match gegen Karjakin war knapp und hätte anders enden können!?“ Eljanov „Ja das meine ich … .“ TR „Sie haben sich immerhin für die FIDE Grand Prix Serie qualifiziert, falls sie stattfindet. Wissen Sie Näheres?“ Eljanov „Noch nicht …“. [FIDE nennt zwar die geplanten Termine – das erste Turnier vom 11.-25.5. – aber bisher keine Austragungsorte]

 

Aus gegebenem Anlass noch einmal Dreev und l’Ami, nun im Analyseraum:

 

Dreev - l'Ami Analyse

 

Erwin l’Ami musste nach eigener Aussage durchaus ein bisschen aufpassen, 22.-Td7 (ab hier habe ich es mitbekommen) bezeichnete er als „notwendige Präzision“. Mein genereller Eindruck: nur Grossmeister finden in derlei vereinfachten Stellungen noch Möglichkeiten für eine oder beide Seiten – unklar ob/wo Weiss besser spielen konnte und was er eventuell verpasst hatte. Neben mir kibitzte auch Michael Adams interessiert, er hat sicher mehr verstanden als meinereiner. Wen soll ich mir zum Interview vorknöpfen? Ich entschied mich für Aleksey Dreev und habe es nicht bereut, wobei seine Begeisterung im Transkript vielleicht nicht zu vermitteln ist – und Diktiergerät oder gar Videokamera habe ich nicht. TR zu Dreev: „Was waren Ihre Ambitionen vor dem Turnier, und haben sich diese nun geändert?“ Dreev „I play for fun … .“ TR „Die ersten vier Runden waren perfekt, und dann die Partie gegen Van Foreest!?“ Dreev: „Ich stand etwas schlechter (Engines sagen -0.5, nicht soo schlimm aber doch) und habe Remis angeboten um ihn zu testen. Warum er das angenommen hat, müssen Sie ihn fragen, nicht mich!“ TR „Vor einiger Zeit wurden Sie zitiert [ich sah es auf Whychess, was inzwischen nicht mehr aktualisiert wird] mit ‚Karjakin will seine Gegner überspielen, Carlsen wartet vor allem auf gegnerische Fehler, Karjakin ist mir lieber.‘ “ Er verstand erst nicht, was ich meinte, dann sagte er, dass sich das auf eine bestimmte Partie bezog. „Karjakin ist ein grossartiger Spieler, Carlsen ist natürlich (zu Recht) Weltmeister“. TR „Ein Spieler [Khalifman, aber das hatte ich zu diesem Zeitpunkt nicht parat – Quelle private email] sagte dass Sie, Dreev, auch vor allem auf gegnerische Fehler warten!?“ Dreev „So sieht es vielleicht aus. Ich mag Endspiele. Manchmal spiele ich gut, manchmal – wie heute – nicht so gut.“

 

Das nächste Interview war vorab vereinbart, ich hole etwas aus: Im gemeinsamen Pressebericht von Chess Tour und Norway Chess (Norway Chess ist nicht mehr Teil der Chess Tour) standen unten („Please direct any questions to“) Namen, Telefonnummern und email-Adressen von Malcolm Pein und Jøran Aulin-Jansson. Mein journalistischer Reflex war, beide direkt anzuschreiben (andere Webseiten haben offenbar telefoniert). Beide reagierten schnell, vom Norweger Aulin-Jansson kam quasi nur „lesen Sie doch den Pressebericht“, vom Engländer Malcolm Pein „Ich bin am 21./22. in Wijk aan Zee/Amsterdam und rede dann gerne mit Dir/Ihnen (will be pleased to talk to you)“. Kurz nachdem ich meine email verschickt hatte wurde klar, dass Aulin-Jansson anderen (chess.com und chess24) mehr verraten hatte – Grund sind Differenzen betrifft Sponsoring durch Firmen (Norway Chess) bzw. Privatpersonen (Rex Sinquefield in St. Louis, ein anonymer Mäzen in London). Ein Interview, bei dem jedes Wort wichtig sein kann, sollte man autorisieren – habe ich umgehend per email getan [etwas kurios, da die beiden Beteiligten und ihre Laptops sich im selben Raum einige Meter voneinander entfernt befanden, aber so haben wir es beide schriftlich-digital]. Ich bringe nun die autorisierte englische Version:

TR zu Malcolm Pein: I contacted you because you and Joran Aulin-Jansson’s contact details were given in the press release. As it turned out – I like analogies, some might be strange or questionable – asking you is almost like asking a husband “Why did your wife leave you?”

Pein: “There is nothing to add to our press releases.”

TR “So it was about disagreements with respect to corporate vs. private sponsorship!?”

Pein “They disagree, we don’t, I thought our aims were similar.”

TR “Regarding a replacement for Norway Chess, you probably won’t reveal anything specific to me?”

Pein: “ That’s trie I won’t 🙂 [Er hat sich wohl vertippt und meint „That’s true ….“]”.

TR “But there will be an announcement soon?”

Pein “Yes, shortly after Wijk aan Zee.”

TR “Late January to early February!?”

Pein “Shortly after Wijk aan Zee.”

TR “Something else: Are you aware of Sutovsky’s criticism of London, and what’s your reply?”

Pein “Not aware of it”

TR “He criticized the many draws and called the event boring.“

Pein “It can happen in top-level chess. This was the seventh edition, we had many exciting ones. This one had a slow start and then became incredibly exciting at the end. ”

TR “The excitement was also about the tiebreak, many criticized the regulations.”

Pein “So did I.”

TR “Before or after the event?”

Pein “No comment.”

TR “So, as announced, there may be changes next time?”

Pein “There will certainly be changes to the tie break regulations but we were delighted with how the overall tour concept worked.”

 

Ich wollte nun verschwinden, hatte den Computer bereits ausgeschaltet, unterhielt mich nochmals mit Malcolm Pein und dann plötzlich „Psssst!“ – hinter meinem Rücken hatte Fabiano Caruana den Presseraum betreten und gab dann das offizielle Kurzinterview. Ihn wollte ich „bei Gelegenheit“ auch noch befragen, nun ergab sich die Chance:

 

TR zu Caruana: „Seit ich hier Reporter bin, beschäftigen mich Verbandswechsel. Vor zwei Jahren sagten Sie ‚Ich habe keinerlei Pläne, meine verbleibenden Kontakte zu den USA: Familie die ich etwa einmal pro Jahr besuche.‘ Jeder kann seine Meinung ändern, egal in welchem Alter – was war der Grund?“ Caruana: „Vor zwei Jahren hatte ich keine Pläne, nach dem Sinquefield Cup habe ich es erwogen. Die US-Schachszene hat sich positiv verändert.“ TR „Das war der Grund, Verbesserungen in den USA“ Caruana: „Ich bin Italien dankbar für alle Förderung über viele Jahre, aber ich beschloss ‚time to go home‘. Ich habe in beiden Ländern Familie, aber die USA ‚feels like home‘.“ TR „Zum Sinquefield Cup, sie konnten dieses Ergebnis seither nicht wiederholen. Vielleicht zu viel verlangt, das war ‚einmal im Leben‘?“ Caruana: „Mit 7-0 beginnen war vielleicht ‚once in a lifetime‘, aber es gibt andere Arten, ein gutes Ergebnis zu erzielen.“ TR „Danke, und viel Erfolg im Turnier!“ Caruana „You are welcome.

Dann war wirklich Schluss, auch wenn noch einiges geschah: Judit Polgar erschien im Pressebereich, tags darauf würde sie Bücher signieren. Aber 1) ich hatte keine konkrete Frage parat, 2) sie unterhielt sich mit Malcolm Pein, da wollte ich nicht stören, 3) ich musste nun wirklich weg. Schnell noch ein letzter Blick in den Turniersaal, gerade war Giri-Mamedyarov vorbei (1-0). Beiden begegnete ich dann noch im Gang, aber fünf Interviews reichen (und Verlierer werden in Wijk aan Zee generell nicht angesprochen), Giri gab auch noch ein kurzes Video-Statement.

 

Kurze Zusammenfassung der noch nicht erwähnten Partien: In der A-Gruppe gewann Giri früh eine Qualität und später die Partie. Ding Liren – Navara und Adams – van Wely waren relativ korrekte Remisen. So-Caruana und Hou Yifan – Wei Yi: ebenfalls remis, wobei da jeweils der Schwarzspieler leiden musste und womöglich entwischte. In der B-Gruppe will ich nur erwähnen, dass Elo-Aussenseiter Miguoel Admiraal seinen ersten Sieg feierte – sizilianisch-spektakulär gegen Sam Sevian.

 

Und da Runde 7 auch bereits vorbei ist: In der A-Gruppe lief es für den Elofavoriten Carlsen (gegen Eljanov) wieder nach Wunsch, ebenso für Caruana (gegen Ding Liren) und Giri (im NL-Duell gegen van Wely). In der B-Gruppe lief es für Elofavorit Nisipeanu wahrlich nicht nach Wunsch, spätestens jetzt ist der Turniersieg wohl ausser Reichweite. Da hat nun Baskaran Adhiban die besten Karten, da er Dreev im direkten Duell spektakulär besiegte. Aber das kommt im nächsten Bericht nochmals, dann ohne Interviews und andere Eindrücke vor Ort. Nächster geplanter Ortstermin ist Mittwoch – „Tata on Tour“ in Utrecht, mindestens ein Interview (mit einem oder mehreren titellosen Spielern). In Wijk aan Zee nochmals zum abschliessenden Wochenende.

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