Großmufti von Saudi-Arabien verbietet das Schachspielen – Eine Betrachtung von FRANZ JITTENMEIER

 

Nicht nur in der westlichen Welt hat das Schachspiel einen hohen Stellenwert. An vielen Schulen gehört Schach zum normalen Unterricht. Nachfolgend 10 Vorteile die das Schachspielen sinnvoll machen, ob reich oder arm:9

 

1. Gehirnwachstum: Spiele wie Schach, die das Gehirn herausfordern, fördern die Bildung spezieller Gehirnzellen, der Dendriten. Diese Zellen senden Signale zu den Nervenfasern des Gehirns. Je mehr Dendriten das Gehirn besitzt, desto schneller funktioniert die Reizweiterleitung.

 

2. Beide Gehirnhälften werden beansprucht: Eine deutsche Studie fand heraus, dass Schachspieler sowohl die linke als auch die rechte Gehirnhälfte einsetzen. Die Denksportler sollten Schachzüge und geometrische Formen erklären.

 

Für die Identifikation der geometrischen Formen hatten sie die gleiche Reaktionszeit wie Laien. Für Schachzüge reagierten die Denksportler und Strategiekünstler jedoch viel schneller, weil sie beide Gehirnhälften aktivierten.

 

3. Höherer IQ: Spielen kluge Menschen Schach, oder macht Schach Menschen klug? Eine Studie zeigt, dass Schach den IQ steigert: 4000 Studenten aus Venezuela steigerten nach nur vier Monaten Schachspielen ihren IQ signifikant. Also nehmen Sie sich ein Schachbrett und steigern Sie Ihren IQ!

 

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4. Alzheimerprävention: Im Alter ist es wichtig, das Gehirn zu beanspruchen. Es reagiert genau wie jeder andere Muskel, der nur durch Training fit bleibt. Forscher fanden heraus, dass Menschen, die älter als 75 Jahre sind und regelmäßig Strategiespiele wie Schach spielen, seltener an Demenz erkranken als Personen, die keine Brettspiele spielen.

 

Die Studie wurde im „The New England Journal of Medicine“ veröffentlicht. Das englische Sprichwort „Do it or lose it“ ist sehr passend. Läuft das Gehirn auf Sparflamme, verliert es an Leistung. Also ein Grund mehr, schon vor dem 75. Geburtstag Schach zu spielen … Komplette Liste auf www.focus.de

 

Scheich Abdulaziz Al al-Sheikh

Das alles sieht der Großmufti Scheich Abdulaziz Al al-Sheikh von Saudi-Arabien ganz anders. Er hat entschieden, dass Schachspielen mit dem Islam unvereinbar ist. Die Süddeutsche Zeitung schrieb: Er hält das Spiel für ein Werk des Teufels und sprach eine Fatwa aus. Die Welt lacht. Aber kann man von einer Monarchie Liebe zu einem Spiel erwarten, in dem der König gestürzt wird?

 

Der Großmufti stellt in einem Gutachten (Fatwa) fest, dass Schach ein Glückspiel sei und und die Muslime vom Gebet abhalte. Al al-Sheikh begründete seine Fatwa damit, dass Schach süchtig machen könnte, die Spieler ihre Gebete vergessen könnten . „Es ist eine Verschwendung von Zeit und Geld und verursacht Rivalität und Feindschaft“, dozierte der Großmufti. Es mache reiche Leute arm und arme Leute reich.

 

Spiegel Online schrieb: Die Ablehnung des Schachspiels ist offenbar eine der wenigen Fragen, in denen der sunnitische Geistliche Al al-Sheikh die gleiche Meinung vertritt wie der einflussreiche schiitische Großajatollah Ali al-Sistani. Er hatte Schach ebenso für „haram“, also nach islamischen Grundsätzen für verboten erklärt, weil es für Wetten eingesetzt werden könnte – und das ist im Islam nicht erlaubt.

 

Derzeit ist unklar, ob die Religionspolizei das Verbot des Großmuftis durchsetzen wird. Auch im strengreligiösen Saudi-Arabien sind Fatwas keine Gesetze, sondern gelten als religiöse Gutachten, die Gläubigen eine allgemeine Handlungsempfehlung liefern sollen.

 

Ich persönlich meine, dass der Großmufti sich hier zu weit aus dem Fenster gelehnt hat. Das Schachspielen ist in der arabischen Welt sehr beliebt. Man muss schon auf beiden Augen blind sein, wenn man das Schachspiel als Glückspiel ansieht.

 

Die Äußerungen des Großmufti haben in den sozialen Netzwerken für Spott gesorgt. Allerdings darf man die Macht des Großmufti nicht unterschätzen. Ist er doch oberster Hüter des Islam in Saudi-Arabien und Chef der mächtigen Religionspolizei.

 

In Kürze findet im Wallfahrtsort Mekka ein Schachturnier statt. Man darf gespannt sein wie sich die Religionspolizei verhält.

 

PS: In 2012 forderte Scheich Abdulaziz Al al-Sheikh dass alle Kirchen auf der Arabischen Halbinsel verschwinden müssen. „Auf dieser Halbinsel darf nur der Islam herrschen und keine andere, fremde Religion“, so der Scheich, der nicht nur ein geistlicher Kleriker, sondern ein geistlicher Führer moslemischer Sunniten ist. Wenn solche Führungspersonen zur Kirchenzerstörung im Nahen Osten aufrufen, so gilt es als geistliche Genehmigung. So die Online Ausgabe von „israel heute„.

 

25. Januar 2016
Die Saudi Chess Association, vertreten durch den Generalsekretär Yaser Al Otaibi, hat reagiert. Lesen Sie seine Stellungnahme auf der Seite unseres Partners Chessdom

 

 

 

 

 

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