Baden-Baden kann mit zwei Siegen hoffen, denn der HSK bezwingt Spitzenreiter SC Bad Königshofen – fünf Teams können noch Meister werden – Von RAYMUND STOLZE

 

Das Mannschaftenfoto von Spielort Rodewisch!  (Briese-Foto)

Das Mannschaftenfoto von Spielort Rodewisch! (Briese-Foto)

Schade eigentlich – und hier muss ich mich doch wiederholen –, dass es von der dritten Doppelrunde der Frauen-Bundesliga an diesem Wochenende [23./24. Januar] keine Live-Übertragung der Partien gegeben hat. Es war wirklich spannend, wie die Live- Blogs aus Rodewisch [Thilo Gubler] und Lehrte [Dr. Thomas Marschner] widerspiegelten. Spannend und dramatisch war es auf alle Fälle. Und so dürfen Sie sich schon jetzt auf die Augenzeugenberichte unserer Reporter vor Ort freuen – die Partien der Runden 6 und 7 kommen in der Regel dann eine Woche später.

 

Was den Ausgang der Meisterschaft angeht, so wage auch ich keine Prognose. Nach der 2:4-Niederlage von Spitzenreiter SC Bad Königshofen gegen den Hamburger SK ist jedenfalls alles wieder offen. Und den größten Jubel dürfte es beim Titelverteidiger OSG Baden-Baden gegeben haben, der mit zwei Siegen gegen den Neuling Grün-Weiß Niederwiesa [4:2] und Gastgeber Rodewischer Schachmiezen [4,5:1,5] wieder im Geschäft ist.

 

Die Hamburger Deerns, die erstmals mit der Iranischen Doppelspitze Sarasadat Khademalsharieh und Atousa Pourkashiyan angetreten sind, dafür fehlte Marta Michna, was die Königshoferinnen sicherlich überrascht haben dürfte, kamen nämlich gegen die SF Friedberg nur zu einem 3:3. Damit ist man zwar als einziges der zwölf Teams weiterhin ungeschlagen, findet sich aber trotzdem auf Platz 4 mit einem Mannschaftspunkt Rückstand auf das Führungsduo Bad Königshofen/SK Schwäbisch Hall in Lauerstellung wieder. Und was noch mehr zählt, sind in der Saison 2015/16 bekanntlich die Brettpunkte.

 

Schauen wir also nach dem siebten Durchgang – es folgen noch zwei Doppelrunden am 27/28. Februar und 19./20. März – auf die Tabelle: 1. Bad Königshofen 12:2/33,0, 2. Schwäbisch Hall 12:2/29,5, 3. Baden-Baden 11:3/29,0, 4, Hamburg 11:3/27,0, 5. Rodewisch 10:4/23,5, 6.Friedberg 9:5/24,5. Da wird deutlich, dass Rodewsich und Friedberg noch zu richtigen „Spielverderbern werden können und selbst eine Medaille nicht ausgeschlossen ist. Nach wie vor haben aber Bad Königshofen und Schwäbisch Hall die besten Chancen, aus eigener Kraft die Meisterkrone 2016 zu holen.

 

Um die alle möglichen Meisterschafts-Varianten durchzuspielen, ist ein Blick auf die restlichen Ansetzungen wichtig.

 

1. SC Bad Königshofen:

 

8. Runde: SF Deizisau

9. Runde: SK Schwäbisch Hall

10. Runde: SK Doppelbauer Kiel

11. Runde: OSG Baden-Baden

 

2. SK Schwäbisch Hall:

 

8. Runde: SF Friedberg

9. Runde: SC Bad Königshofen

10. Runde: SK Doppelbauer Kiel

11. Runde Hamburger SK

 

3. OSG Baden-Baden:

 

8. Runde: SK Lehrte

9. Runde; SK Großlehna

10. Runde: SF Friedberg

11. Runde: SC Bad Königshofen

 

4. Hamburger SK:

 

8. Runde: Rodewischer Schachmiezen

9. Runde: SV Grün-Weiß Niederwiesa

10. Runde: SF Deizisau

11. Runde SK Schwäbisch Hall

 

5. Rodewischer Schachmiezen:

 

8. Runde: Hamburger SK

9. Runde: SK Doppelbauer Kiel

10. Runde: SK Großlehna

11. Runde: SK Lehrte

 

SF Friedberg:

 

8. Runde: SK Schwäbisch Hall

9. Runde: SF Deizisau

10. Runde: OSG Baden-Baden

11. Runde: Karlsruher SF

 

Aus dieser Aufstellung wird deutlich: In jedem Fall ist Baden-Baden auf Schrittmacherdienste angewiesen – selbst wenn man in der finalen Runde Zuhause Bad Königshofen besiegt. Es kommt in jedem Fall darauf an, dass Schwäbisch Hall auch noch Punkte lässt, wobei es das Restprogramm der Haller in sich hat mit drei Konkurrenten aus den TOP 6.

 

Nicht ohne Einfluss wird auch sein, ob vor allem die Teams des Spitzenquartetts ihre Bestbesetzungen aufbieten können. Was Baden-Baden angeht, so werden in jedem Fall die Musitschuk-Schwestern fehlen, denn Weltmeisterin Maria muss vom 1..19. März in Lwiw ihren Titel gegen Hou Yifan verteidigen, und da steht ihr garantiert Anne zur Seite. Ein Fragezeichen setzte ich auch hinter Viktorija Cmilyte, denn sie kommt doch eher sporadisch zum Einsatz.

 

Nicht vergessen darf in den Planungen auch das zweite Turnier der Frauen-Grand-Prix-Serie 2015/16 werden, das vom 10. bis 24. Februar in Teheran stattfindet. Was für die OSG durchaus bedeuten kann, dass auch noch Antoaneta Stefanowa zu ersetzen sein wird. In der iranischen Hauptstadt sind ferner Walentina Gunina , Zhao Xue[beide Bad Königshofen/Brett 1 und 2], Sarasadat Khademalsharieh [Hamburg/Brett 2] und Nino Batisiaschwili [Schwäbisch Hall/Brett 2] am Start.

 

Vom Oberhaus in den Tabellenkeller, wo ein Trio absteigen muss. Die beiden Neulinge Niederwiesa [0:14/8,5] und Doppelbauer Kiel [0/7,0] können wohl kein Wunder mehr retten, zumal die beiden in Runde 8 aufeinandertreffen werden. Ebenso „duster“ sieht es für den derzeitigen Tabellenzehnten SK Lehrte [2:12/9,0] aus, denn zu Aufsteiger Karlsruher SF [4:10/15,5] fehlen nicht nur zwei Mannschaftspunkte, sondern der dritte Aufsteiger hat ein beruhigendes Brettzählerpolster von 6,5. Da werden selbst beim direkten Duell in Runde 9 nicht verloren gehen. Allerdings haben die Frauen aus den berühmten Kurort ein ziemlich schweres Restprogramm mit SK Großlehna, Bad Königshofen und Friedberg.

 

So langsam reift auch die Entscheidung im Wettbewerb „Bundesliga-Spielerin des Jahres“ heran, der in dieser Saison vom Schach-Ticker bereits zum dritten Mal in zwei Kategorien organisiert wird.

 

Wichtigste Grundbedingung ist, dass die Kandidatinnen mindestens acht von elf möglichen Partien spielen müssen. Die Wertung ist höchst einfach: Gewinner sind jene beiden Frauen, die prozentual das beste Ergebnis erzielt haben. Bei Gleichstand entscheidet der Elo-Durchschnitt der Gegnerinnen.

 

Sehr gut im Rennen als „Nachwuchsspielerin der Saison“ geehrt zu werden – hier ist die Altersgrenze unter 23 Jahre bei Start in die Spielzeit – liegen nach sieben Runden Josefine Heinemann [7. Januar 1998] vom SK Bad Königshofen mit 5,5/7. Mal sehen wer die Nachfolge der Königshofenerin Anastasija Sawina [18. März 1992] antritt, die altersbedingt in die Königsklasse „Bundesliga-Spielerin des Jahres“ aufgerückt. Hier hat sicherlich ihre Mannschaftskollegin Tatjana Melamed mit 5,5/6 erstklassige Chancen. Das trifft gleichermaßen auf die beiden Hamburgerinnen Monika Socko [4/4] und Judith Fuchs [5,5/7] sowie Irina Bulmaga [Schwäbisch Hall ] 4,5/5, Zoya Schleinig von den SF Deizisau [4/5] und vor allem auf Iamze Tammert [Baden-Baden] zu, die sogar eine „weiße Weste“ mit 5/5 vorweisen kann.

 

Den beiden Siegerinnen winken übrigens neben einem ChessBase-Präsent wiederum Kunstwerke. Die Hamburger hat diesmal die Malerin und Buchkünstlerin Elke Rehder gestiftet, die zwei handsignierte Holzschnitte ausgewählt hat. Unseren Besuchern empfehle ich unbedingt einen Besuch auf ihrer Webseite http://www.elke-rehder.de/ .Mich persönlich haben u.a. ihre Arbeiten zur „Schachnovelle“ von Stefan Zweig und den „Galgenliedern“ von Christian Morgenstern tief beeindruckt. Kunst zum Schach – dieser künstlerischen Herausforderung stellt sich Elke Rehder auf sehr persönliche und anregende Weise …

 

Wer mehr Statistik zur Frauen-Bundesliga möchte, dem empfehle ich die Webseite http://nsv-online.de/ligen/fbl-1516/.


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