Keine Überraschungen in der Vorrunde der Deutschen Schach-Pokal-Meisterschaft für Mannschaften 2015/2016 – Von RAYMUND STOLZE

 

IM Georgios Souleidis

IM Georgios Souleidis

Noch so ein Spruch, der nicht nur im Fußball gilt: Der Pokal hat eigene Gesetze …

 

Nun, die Vorrunde der Deutschen Schach-Pokal-Meisterschaft für Mannschaften 2015/16 hat keine Überraschungen zu melden. Am vergangenen Wochenende konnte sich das Bundesliga-Quartett SF Berlin 1903, SK Norderstedt, Hamburger SK und USV TU Dresden für das Achtelfinale qualifizieren.

 

An acht Spielorten mit jeweils vier Teams wurden im K.o.-Modus insgesamt acht Mannschaften für die Zwischenrunde ermittelt, die für den 5./6. März 2016 angesetzt sind. Dazu stoßen per Freilos die Viertelfinalteilnehmer des Vorjahres OSG Baden-Baden, SC Kreuzberg Berlin, SC Rotation Pankow Berlin, SG AE Magdeburg, SG 1871 Löberitz, SG Porz, SV Röhrnbach und SC Caissa Schwarzenbach. Hier werden dann vier Vierergruppen per Los zusammengestellt, wobei das Sieger-Quartett die Endrunde am 30. April/1. Mai bestreiten wird.

 

Dass jetzt keiner der vier Bundesligisten stolperte ist so normal nicht, denn immerhin treten diese ohne ihre Ausländer an. In Oranienburg – hier war der einheimische Landesliga-Schachclub Ausrichter – hatten allerdings die SF Berlin doch das nötige Glück. Nach einem 2,5:1,5-Sieg gegen den Greifswalder SV sicherte beim 2:2 gegen den SC Oranienburg erst die Berliner Wertung [6:5] das Weiterkommen. Vom gemeldeten Bundesliga-Kader kam allerdings nur Rainer Polzin gegen Greifswald zum Einsatz.

 

Ebenso schwer tat sich der SK Norderstedt. Zunächst wurde TuS Makkabi Berlin [mit U16-Europameister Leonid Sawlin, der allerdings Michael Kopylov an Brett 1 verlor] mit 3:1 abgefertigt, aber gegen den SC Diogenes half bei einem 2:2 ebenfalls nur die Berliner Wertung [3:2]. Mit Marta [Brett 1] und Christian Michna [Brett 4] sorgte ein Ehepaar für zwei Remisen.

 

In Wolfenbüttel war der Hamburger SK zu Gast – Erstliga-Spieler natürlich Fehlanzeige. Aber es reichte: 3:1 gegen Lok Brandenburg und 2,5:1,5 gegen den SV Caissa Wolfenbüttel. Georgios Souleidis an Brett 1 punktete doppelt!

 

Schließlich bleibt noch der USV TU Dresden, der im thüringischen Weida zu Gast war. Dem 3:1 gegen den SC Erlangen 48/88 folgte ein knapper 2,5:1,5-Erfolg gegen den SK Dessau 93. Ebenfalls zwei Siege feierte hier der U16-Weltmeister Roven Vogel, der zum erweiterten Bundesliga-Kader der Sachsen ebenso wie Hans Möhn gehört.

 

Weiter gekommen sind auch die SF Lieme, die SF Neuberg, die SF Deizisau und SC Emmendingen Interessant ist sicherlich beim Blick auf die DSB-Pokal-Webseite [http://www.schachbund.de/dpmm2016/articles/dpmm2016.html] ein Blick auf einige Aufstellungen dieser Mannschaften, wobei mir insbesondere zwei aufgefallen sind.

 

Bei den SF Deizisau spielt am Spitzenbrett Alexander Graf [*25. August 1962], der im Jahr 2000 nach Deutschland übersiedelte. In der aktuellen deutschen Rangliste wird der EM-Dritte von 2003 und Deutsche Meister von 2004 immerhin als Nummer 9 mit Elo 2594 geführt.

 

Noch interessanter ist die Personalie Andrej Sokolow [*20. März 1963]. Wir finden den ehemaligen sowjetischen Weltklassespieler im Aufgebot des SC Emmendingen, wo er seit der Saison 2014/15 spielt. Andrej war einst Juniorenweltmeister [1982 in Kopenhagen], UdSSR-Landesmeister [1984 in Lwiw] und spielte im Frühjahr 1987 in Lineares gegen Anatoli Karpow das Superfinale um die Qualifikation zum WM-Match gegen Garri Kasparow, das er allerdings deutlich mit 3,5:7,5 [+0 =7 –4] verlor. In der deutschen Bundesliga ist Sokolow, der 1984 und 1986 mit dem UdSSR-Team Olympiasieger wurde und in den Jahren 1997/88 den dritten Platz in der Weltrangliste hinter Garri Kasparow und Anatoli Karpow einnahm, kein Unbekannter. So spielte der bald 53-Jährige, der heute in Belford/Frankreich lebt, in der Saison 1998/99 für den SK Freiburg-Zähringen und von 2001 bis 2009 für den TV Tegernsee [https://de.wikipedia.org/wiki/Andrei_Sokolov]. Jetzt ist es also der SC Emmendingen, der in der Oberliga Baden auf Platz 2 liegt und mit dem peruanischen Geschwisterpaar Jorge und Deysi Cori sowie Dr. Igors Rausis und Normunds Miezis weitere internationale Leistungsträger im Aufgebot hat [http://www.schachbund.de/SchachBL/bedm.php?liga=olba&team=SC%20Emmendingen]. Da darf man natürlich gespannt sein, ob Sokolows Verein die Endrunde 2016 erreichen wird. Zuzutrauen ist es dem Team durchaus, vorausgesetzt das Losglück spielt mit und in der Zwischenrunden-Gruppe wartet nicht Pokalverteidiger OSG Baden-Baden oder die SG Köln-Porz …

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