Aufsteiger SK Göggingen, König Tegel und Speyer-Schwegenheim im Osten, Norden und Süden auf Bundesligakurs, im Westen Porz souverän – Von RAYMUND STOLZE

 

Jan Timman

GM Jan Timman (Urheber: Stefan 64)

Durch die Berichterstattung über die Zweite Bundesliga lerne ich auch Deutschland kennen. Nehmen wir beispielsweise die Gruppe Ost. Wo bitte liegt Göggingen? Na, wissen Sie es??? Laut Eigenwerbung ist eine shotliebeswerte und lebenswerte Gemeinde – genauer gesagt ein Stadtteil im Süden von Augsburg mit rund 20.000 Einwohner. Und hier wird richtig erfolgreich Schach gespielt. Der Neuling in der zweithöchsten deutschen Spielklasse scheint sogar Großes vorzuhaben. Jedenfalls ist der Verein nach sechs gespielten Runden mit sechs Siegen souverän auf Meisterkurs [12:0/33,0]. Am vergangenen Zweitliga-Wochenende [30./31. Januar] wurde zu Hause am Sonnabend zunächst BAD Mergentheim mit 5,5:2,5 locker „abgefiedelt“. Vom „Stammachter“ des SK Göggingen, der die ersten vier Punktspiele komplett absolviert hat, fehlte lediglich der Belgier Jan Rooze. Doch den vertrat „Einwechselspieler“ Christoph Lipok mit einem Sieg an Brett 8 glänzend. Tags darauf dann gegen die SF Neuberg gab es ein 5:3, wobei die beiden Spitzenbretter Eduardas Rozentalis und Nikola Nestorovic das Ehepaar Nikolas und Melanie Lubbe bezwangen und so sicher den Grundstein für den sechsten Doppelpunktgewinn legten. Das ist schon Spitze!

 

Fragt sich, welches Team kann oder will den Durchmarsch der Gögginger in die Erste Liga noch aufhalten? Von den potenziellen Kandidaten scheiterten jedenfalls schon der MSA Zugzwang im direkten Aufeinandertreffen mit 2,5:5,5 – die Münchener liegen damit bereits drei Punkte zurück. Bleiben aus meiner Sicht nur noch Bindlach-Aktionär [20. Februar] mit Falko Bindrich an Brett 1 und Nickelhütte Aue [21. Februar] übrig. Der Showdown steht also am vorletzten Februar-Wochenende an! Sollten da drei Mannschaftspunkte gebongt werden, dann könnte der Freudenschlachtruf in Augsburg-Göggingen lauten: Bundesliga, wir kommen! Vorausgesetzt, neben der sportlichen Leistung kann dann auch der nötige finanzielle Etat für dieses Abenteuer gestemmt werden …

 

In der Staffel Nord marschieren die Berliner vom SK König Tegel. Im Spitzenduell wurde der SV Glück Auf Rüdersdorf 5:3 bezwungen. Mit einem Kontostand von 9:1/24,5 scheint eine Vorentscheidung zugunsten der Fahrstuhl-Mannschaft im deutschen Schach gefallen zu sein, zumal die SF Schwerin [6:4/19,0] erneut verloren haben – diesmal 3:5 gegen den Hamburger SK II [7:3/23,0]. Die Hansestädter können aber bekanntlich nicht aufsteigen. Die Entscheidung fiel für die Hauptstädter an den Brettern 7 und 8, wo Stefan Frübing, der einst von Rüdersdorf zum SK wechselte, und Martin Bruedigam für zwei volle Punkte sorgten. Die übrigen sechs Partien endeten alle remis.

 

Ebenso so deutlich sieht bislang die Situation in der Gruppe West aus. Na klar, die SG Köln Porz ist Spitzenreiter mit fünf Siegen [10:0/26,0] – diesmal wurde mit dem Aachener SV einer der unmittelbaren Verfolger mit 6,5:1,5 „geputzt“. Ein Achtungserfolg gab es lediglich für Dr. Christian Seel an Brett 1 mit einem Remis gegen die niederländische Schachlegende Jan Timman [*14. Dezember 1951]. Der Zweitplatzierte DJK Aufwärts Aachen [7:1/19,5] hat hingegen gegen den SV Mülheim Nord II beim 4:4 einen wichtigen Punkt „liegen gelassen“. Aber da bekanntlich die Hilgert-Truppe sich dem Aufstieg stets verweigert, würde Rang 2 zumindest die Bundesliga-Qualifikation bedeuten. Ob sie dann wahrgenommen wird, sei dahin gestellt.

 

SFK-Dinslaken: Thomas Wessendorf fängt den Läufer (Foto: Bruno Müller-Clostermann)

Thomas Wessendorf (SFK)

Bundesliga-Absteiger SF Katernberg scheint übrigens in Liga 2 angekommen zu sein. Gegen Neuling SV Dinslaken gab es einen standesgemäßen 5,5:2,5-Sieg. Allerdings verzeichnete die ukrainische Dreifachspitze Alexander Kovchan, Alexey Kislinsky (zwar der Federation CZE angehörig, aber in Kiew zu Hause) und Nazar Firman mit zwei Remisen diesmal nur eine magere Ausbeute. Nach einem 2,5:2,5-Zwischenstand machten die Bretter 4, 6 und 8 den Unterschied. GM Zaragatski, Dr. Scholz und Dr. Wessendorf (im Bild) gewinnen in der 6. Spielstunde ihre hart umkämpften Weißpartien zum 5,5:2,5-Sieg für Katernberg. Der ungewöhnliche Läuferfang durch den weißen König ist ein Foto wert. Ein ausführlicher Bericht inklusive umfangreicher Fotogalerie steht auf den Seiten der  Sportfreunde Katernberg.

 

Bleibt die Süd-Staffel, wo ein Trio sich um den Aufstieg in Liga 1 bemüht. Die besten Chancen hat fraglos die SG Speyer-Schwegenheim mit bislang fünf Doppelpunktgewinnen – diesmal wurde im Heimspiel der SC Eppingen knapp mit 4,5:3,5 bezwungen. Bei einer Bilanz von 10:0/27,0 könnten durchaus schon einmal Planspiele für höhere Weihen beginnen. Allerdings hat der SC Untergrombach [9:1/24,0] nach dem 4:4 gegen den SC Viernheim nur einen Mannschaftspunkt Rückstand. Und am 13. März treffen beide aufeinander. Dritter im Bunde ist der TSV Schönaich [8:2/25,0], der nach dem 6:2-Erfolg bei der TSV Schott Mainz [8:2/25,0] durchaus wieder im Geschäft ist. Da steht nämlich am letzten Spieltag [24. April] die Begegnung bei Speyer-Schwegenheim an.

 

Alle Ergebnisse, die Tabellen und Übersichten zu den Teams finden Sie unter dem DSB-Ergebnisdienst [Link http://www.schachbund.de/SchachBL/ ]. Dann ist nur die entsprechend Staffel anzuklicken, und es gibt die gewünschten Informationen zu Ihrer Lieblingsmannschaft. Das gilt auch für die diversen Oberliga-Gruppen – und selbstverständlich für die 1. und 2. Frauen-Bundesliga.

 

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