Von der dritten Doppelrunde der Frauen-Bundesliga in Friedberg berichtet HSK-Mannschaftsführer ANDREAS ALBERS

 

HSK-Logo„Nun gilt die Bescheidenheit nicht mehr, jetzt seid Ihr selbst dabei!“ raunte mir „Mr. Bad Königshofen“ Jürgen Müller nach einem denkwürdigen Wochenende Ende Januar in der Frauenbundesliga zu. Mit dem Punktgewinn in Baden Baden zu Beginn der Saison hatten wir in der Liga „aufgemuckt“ und sind nun nach 7 von 11 Runden als einziges Team noch unbesiegt, wer hätte das jemals gedacht?

 

Doch der Reihe nach …

 

Vor dem Match stand erst mal ein Samstagmorgen, der mich gegen halb 6 Uhr über das Friedberger Blitzeis in Richtung Frankfurter Flughafen rutschen ließ, um unsere Freundinnen aus Teheran abzuholen. Nach der iranischen Landesmeisterschaft, bei der Sara und Atousa Gold und Silber gewannen, hatten sie den Flieger über Abu Dhabi nach Frankfurt genommen. Das Profi-Leben fordert seinen Tribut: Nach dem Frauen-Bundesliga-Wochenende ging es für das Duo weiter nach Gibraltar, dann folgt die iranische Liga [9 Runden am Stück] und zum Abschluss wartet für Sara noch die gesamte Weltelite des Frauenschachs beim zweiten Turnier der FIDE-Grand-Prix 2015/16 im heimischen Teheran Macht 37 Partien in rund 40 Tagen!

 

Wie geplant, halb 9 zurück im Hotel, um mit der gesamten Mannschaft Judiths Geburtstag zu feiern! [Gerüchten zu Folge ist die internationale Schokoladen Kollektion im Hause Fuchs nun wieder aufgefüllt]. Während die einen sich vom Flug regenerieren, bereiten die anderen sich vor und der interne Informationsaustausch, wer wohl von den Gegnern spielen wird, war das Hauptthema des Frühstücks.

 

Samstag, 6. Runde: Bad Königshofen – Hamburger SK 2:4

 

Wie schlägt man eine Übermannschaft? Der HSV hatte sichtlich versucht, uns am Vortag gegen Bayern München einen Eindruck zu verschaffen, wie vielleicht etwas gehen könnte, letztlich blieb es beim Versuch und dem uns so bekannten Fazit: „Wir waren gut, haben alles gegeben, aber am Ende hat etwas gefehlt.“ Oh ja, so ist das häufig gegen große Gegner.

 

Es reicht eben nicht, selbst einen guten Tag zu erwischen, man braucht einfach im ent-scheidenden Moment auch mal das nötige Glück und das stand uns diesmal mehr als kräftig zur Seite.

 

Wie schon im letzten Jahr, als plötzlich von Samstag auf Sonntag die chinesische Weltklassespielerin Zhao Xue aus dem Hut [bzw. dem Hotelzimmer] gezaubert wurde, überraschte uns Bad Königshofen mit seiner Aufstellung, wenn auch diesmal mehr durch „Weglassen“ als durch „Hinzufügen“. Teamchef Jürgen Müller schien unsere Aufstellung weitestgehend richtig geraten zu haben, standen Atousa Pourkashiyan und Sarasadat Khademalsharie doch auf der Startliste von Gibraltar am darauf folgendenden Dienstag. Wir hatten hingegen aus denselben Gründen auch mit Walentina Gunina und Zhao Xue auf der gegnerischen Seite gerechnet und waren doch einigermaßen erleichtert, dass die beiden anscheinend lieber den Direktflug nach Spanien genommen hatten. Aber auch ohne die beiden bleibt Bad Königshofen natürlich ein absolutes Weltklasseteam:

 

  1. Elisabeth Pähtz (Elo 2481) 0–1 Monika Socko (2414)
  2. Olga Girya (2421) 0–1 Sarasadat Khademalsharie (2380)
  3. Josefine Heinemann (2203) ½ Atousa Pourkashiyan (2374)
  4. Lilit Mkrtchian (2424) 0–1 Judith Fuchs (2280)
  5. Anastasia Sawina (2366) ½ Sarah Hoolt (2224)
  6. Tatjana Melamed (2262) 1–0 Klaudia Kulon (2292)

 

Wie gesagt, es hätte „härter“ kommen können, aber gerade bei Josefine Heinemann kann man gut und gerne noch mal 100 Punkte drauf packen, sie ist seit einiger Zeit in bestechender Form und hat sich auch in der Liga mit ungeschlagenen 4/5 bereits bestens bewährt.

 

Die ersten zwei Stunden ließen nichts Gutes erahnen, die Anfangsphase gehörte klar den Tabellenführerinnen. Elisabeth ging schwungvoll gegen Monikas geliebte Slawisch-Abtausch-Variante vor und schien schnell keine Probleme zu haben.

 

Bild_01_02_Pähtz_Socko

„Hmm, was tun gegen diese langweilige Variante…?“ „4. …e5? Oha, was macht man dagegen noch mal?“

 

Judith stand ebenso bedenklich wie Klaudia und ob Sarah mehr als ausreichende Kompensation für den gedeckten Bauern hatte, war den Zuschauern auch alles andere als klar.

 

Der erste Paukenschlag ereignete sich allerdings im Parallel-Match „SF Friedberg – SK Doppelbauer Kiel“:

 


 

Kopylov,Luba (2162) – Lubbe,Melanie (2317) [E62]

Frauenbundesliga 2015/2016 (6.1), 23.01.2016

 

FBL_HSK_DIA_1

 

Mit 25. …Se6 hätte Melanie Ihren Vorteil weiterhin behalten können, aber plötzlich verließ sie ihr Gefühl für Gefahren und nach 25… Lxe5?? 26.Dxe5+ ist Schwarz auf einmal nach 26…dxe5 Lf6+ matt!

 


 

Ein überraschender Partiegewinn für Doppelbauer Kiel, der durch eine gute Stellung von Alina Rath an Brett 2 noch weiteren Auftrieb erhielt. Sollte hier sogar eine Sensation möglich sein?

 

Den Anfang hatte allerdings Alisa Frey für die Gastgeberinnen gemacht, die an diesem Wochenende auf Kurzarbeit eingestellt war und ihre Partien jeweils als erste [und erfolgreich] beendete und ihr Team jeweils in Führung schoss.

 

Im „Spitzenduell“ kämpften die Hamburgerinnen sich allmählich zurück ins Match. Sara übernahm allmählich die Initiative, nachdem die Eröffnung ausgeglichen verlaufen war:

 

Bild_03_Olga_Girya_und_Lilit_Mkrtchian

Hier ist eigentlich noch alles in Ordnung, aber irgendwie scheinen
sowohl Olga Girya als auch Lilit Mkrtchian Böses zu ahnen


 

Girya,Olga (2454) – Khademalsharie,Sarasadat (2392) [E18]

Frauenbundesliga 2015/2016 (6.2), 23.01.2016

 

1.d4 Sf6 2.c4 e6 3.Sf3 b6 4.g3 Lb7 5.Lg2 Le7 6.Sc3 Se4 7.Ld2 Lf6 8.0–0 0–0 9.Tc1 d6 10.d5 Sxd2 11.Dxd2 Sd7 12.b4 a5 13.a3 axb4 14.axb4 Lxc3 15.Txc3 e5 16.Dc2 Ta7 17.Td1 De7 18.Sd2 Tfa8 19.Sb3 Ta2 20.Db1 T2a4 21.c5 La6 22.cxb6 cxb6 23.Sc1 Lb5 24.Sd3 g6 25.Tdc1

 

FBL_HSK_DIA_2

 

25. …e4! [entwurzelt den weißen Bauern d5 und schafft über e5 einen weiteren Durchgang für die schwarzen Figuren.] 26.Sf4 Sf6 27.h4 De5 28.Dc2 Ta1 29.Lh3 Txc1+ 30.Dxc1 Sxd5 [Nun ist der Bauer weg und Sara verwertet technisch sauber das Endspiel] 31.Tc8+ Txc8 32.Dxc8+ Kg7 33.Sxd5 Dxd5 34.Dc3+ De5 35.De3 d5 36.Dxb6 Lxe2 37.Lg2 d4 38.Dd8 h5 39.Kh2 e3 40.f4 Df6 41.De8 Lg4 42.b5 e2 43.Kg1 d3 44.De3 Db2 45.b6 d2 0 – 1

 


 

Ein Bigpoint, der Sara besonders freute, hatte sie doch im vergangenen Jahr eine Gewinnstellung gegen Baden-Baden sogar noch verloren und damit die knappe Niederlage gegen die Deutschen Meister besiegelt. 19 Jahre ist Sara jetzt alt und aktuell mit Elo 2403 und damit kurz vor dem Sprung in die Top 50 der Welt, wir wissen warum!

 

Das Match versprach also knapper zu werden, auch wenn Tatjana Melamed eine starke Partie gegen Klaudia ablieferte und trotz einiger technische Schwierigkeiten keinen Zweifel am Ausgang dieser Partie aufkommen ließ. Es musste also Ungewöhnliches geschehen:

 


 

Mkrtchian,Lilit (2440) – Fuchs,Judith (2328) [A25]
Frauenbundesliga 2015/2016 (6.4), 23.01.2016

 

1.c4 Sf6 2.Sc3 g6 3.g3 Lg7 4.Lg2 0–0 5.e3 e5 6.Sge2 Sc6 7.d3 d6 8.Tb1 a5 9.b3 Lf5 10.Lb2 Dd7 11.h3 Sb4 12.e4 Le6 13.a3 Sc6 14.Sd5 Kh8 15.Dd2 Sg8 16.f4 Tfe8 17.h4 Sh6 18.h5 Sg4 19.fxe5 dxe5 20.h6 Lf6 21.Sxf6 Sxf6 22.d4 Lg4 23.d5 Sd8 24.Dg5 Sg8 25.Lxe5+ f6 26.Lb2 Lxe2 27.Kxe2 Dd6 28.Df4 Db6 29.g4 Sf7 30.g5 Se5 31.gxf6 Sf7 32.Th3 g5 33.Df5 Da6 34.Ld4 a4 35.Tc3 Sgxh6 36.Dh3 Kg8

 

FBL_HSK_DIA_3

 

[Schwarz ist völlig überspielt! Dass der Computer bei „nur“ einem Mehrbauern „+7“ anzeigt, deutet an, wie mies Judith steht. Die Gewinnwege sind vielfältig, am einfachsten scheint Tg3 zu sein, da g5 und h6 nicht zeitgleich zu decken sind.] 37.Dh5? [lässt eine erste Chance zu, die Judith noch entgeht] [37.Tg3 axb3 38.Txg5+ Sxg5 39.Dxh6 und aus] 37…Dd6?! [verhindert Tg3 und….] [37…Sf5! droht Sg3 und Sxd4 und die besten Varianten für Weiß beginnen damit, den Ld4 zu opfern. Weiß wird es sich leisten können, aber es ist zumindest nicht mehr ganz so trivial. 38.Lf2?! (38.Kd3 Sxd4 39.Th1 Dxf6 40.Dxh7+ Kf8 41.Tf1± und die Lage bleibt sehr schwierig. Aber Schwarz mischt wenigstens wieder mit.) 38…Dxf6= kostet den wichtigen „Sargnagel“ f6.] 38.Tf1 Dxa3 [… schnappt sich mal einen Bauern.“] 39.bxa4?? [Zeitnot und Weiß mit Sicherheit in dem Gefühl, dass eh nichts mehr passieren kann.] [39.Tg3 und Weiß steht weiterhin auf Gewinn 39…axb3 40.Txg5+ Kf8 (40…Sxg5 41.Dxg5+ Kf7 42.Dg7#) 41.Tg7+–] 39…Da2+ [und plötzlich steht Schwarz auf Gewinn, weil zu viele ungedeckte Läufer in der Gegend stehen.] 40.Kf3 Dd2!

 

FBL_HSK_DIA_4

 

Unglaublich! Lilit war sichtlich am Boden zerstört. Sie hatte eine tolle Partie gegen unsere Topscorerin gespielt und dann in zwei Zügen alles weggeschmissen. Das passiert solchen Spitzenspielerinnen sehr selten. Dass Lilit nach so einer Partie Judith noch zum Geburtstag gratulierte, passt zum großen Sportsgeist im Frauenschach.
41.Kg3 Dxd4 42.Df3 De5+ 43.Kf2 Sg4+ 44.Dxg4 Dxc3 45.Kg1 Kh8 46.Kh1 Dxc4 47.a5 Dd4 0–1 Happy birthday, Judith!

 


 

2:1-Führung nach Klaudias Niederlage, geht hier und heute doch noch was??? So langsam machte sich bei mir Nervosität breit, aber IM Jonathan Carlstedt, mit dem ich einen Whats-App Liveticker am Laufen hatte, beruhigte mich nach Sicht der Fotos aus dem Spielsaal: „Die Mädels kämpfen, die Körpersprache stimmt, ich bin mir sicher, die schaffen das!“

 

Sarah Hoolts Partie endete in einer Zugwiederholung, die Stellung war objektiv vielleicht am Ende besser für uns, aber das Risiko war hoch und Sarah wollte mit wenig Zeit natürlich nichts verderben. 2½:1½!

 

Bild_04_Sarah_in_DenkerposeSarah in Denkerpose …

 

Monika hatte mittlerweile die schwarze Anfangsinitiative wieder neutralisiert und sollte ihr Turmendspiel zumindest nicht verlieren, das Unentschieden schien also realistisch zu sein, ob es mehr werden würde, entschied sie im Duell zwischen Atousa und Josefine, zu dem zu keinem Zeitpunkt irgendjemand etwas prognostizieren wollte. Beide Spielerinnen kämpften mit offenem Visier in einem Najdorf-Sizilianer, und jedes Ergebnis schien möglich zu sein.

 

Bild_05_Atousa

Schon seit mehreren Jahren verstärkt Atousa unser Team

Bild_06_Josi

Hier schien die Welt für Schwarz in Ordnung zu sein

 

Ich stand ganz gut und habe dann keinen ‚Ausmacher‘ gefunden. Ich habe die Qualität geopfert, um noch etwas zu versuchen, aber es hat nicht gereicht.“ So fasste „Josi“ die Partie später passend zusammen. In der Tat wandelte Weiß wohl einige Zeit am Abgrund, aber es war nicht so leicht etwas Entscheidendes zu finden. Ein weiterer halber Punkt, über den wir uns nun wirklich nicht beschweren konnten, und bereits der dritte Brettpunkt gegen das Top-Team der Liga!

 

Monika macht den Deckel drauf!“ war meine letzte Botschaft an die Fans, die bei Facebook mitfieberten und in der Tat gelang unserem Spitzenbrett letztendlich ihr dritter Sieg in der dritten Partie in dieser Saison. Elisabeth hatte immer ein Remis auf dem Brett, aber nach der Katastrophe bei Mrktchian – Fuchs, war klar, dass sie etwas riskieren musste, und das ging dann nach hinten los.

 

Unfassbar! 4:2 gegen die Tabellenführerinnen gewonnen, mit Sicherheit zu hoch und auch reichlich glücklich, aber wir haben gekämpft wie die Löwinnen und das ist diesmal belohnt worden. Die Glückwünsche aus Baden Baden ließen nicht lange auf sich warten, dort hatte man so sehr mit uns gefiebert, dass man selbst zwei Niederlagen (aber den Mannschaftssieg) gegen die Tabellenletzten Niederwiesa einstecken musste. Jürgen Müller gratulierte aufrichtig zu einem tollen Match, dass auch gut 4:2 in die andere Richtung hätte ausgehen können, und bemerkte anschließend „Das war das Glück, dass Euch beim Unentschieden gegen Baden Baden gefehlt hat!“ Ja, da ist wohl was dran.

 

Ein ausgiebiges Abendessen beim Italiener und dann der verdiente frühe Schlaf waren unsere Belohnung, denn am nächsten Morgen um 9 Uhr sollte es ja schon weiter gehen. Die Schachfreunde Friedberg, die sich am Samstag als hervorragende Gastgeber erwiesen hatten [guter Spielsaal, tolle Verpflegung], waren gegen wacker kämpfende Kielerinnen mit 4:2 davongekommen [Alina Rath hatte an Brett 2 Nationalspielerin Elena Levushkina überzeugend geschlagen], und waren nun so richtig heiß gelaufen.

 

Bild_07_HSK-Heldinnen

Unsere Heldinnen [von links]: Atousa Pourkashiyan, Sara Khademalsharie, Judith Fuchs,
Sarah Hoolt, Klaudia Kulon und Monika Socko

 

 

Sonntag, 7. Runde: Hamburger SK – SF Friedberg 3:3

 

  1. Monika Socko (2414) 1-0 Melanie Lubbe (2287)
  2. Sara Khademalsharie (2380) ½ Elena Levushkina (2312)
  3. Atousa Pourkashiyan (2374) ½ Filiz Osmanodja (2264)
  4. Judith Fuchs (2280) ½ Adriana Nikolova (2317)
  5. Sarah Hoolt (2224) ½ Anna Kantane (2184)
  6. Klaudia Kulon (2292) 0-1 Alisa Frey (2061)

 

Das sollte ja heute nicht so das Problem werden!“ raunte mir ein Zuschauer schon vor dem Match zu, und mich beschlich bereits ein ungutes Gefühl für diesen Sonntag. Ja, wir hatten gestern Großes geleistet, aber keineswegs durchweg spielerisch überzeugt, außerdem war es auch auf dem Papier alles andere als klar und es ist halt nicht so einfach, nach so einem wichtigen Match die Spannung oben zu halten. Dass zwei Partien „zu früh“ beendet waren, war keineswegs eingeplant, aber Sara hatte nach dem anstrengenden Flug und ihrem Schwarzsieg gestern keine Kraft mehr und eine solide agierende Levushkina ließ sie einfach keinen Druck aufbauen. Ein Friedensschluss, der noch nicht wehtat. Ähnliche Pläne hatte eigentlich Judith gehabt, um ihr Glück an diesem Wochenende nicht überzustrapazieren, aber da war bereits folgendes passiert:

 

Bild_08_Klaudia_Alisa

Klaudia [links] mit einem rabenschwarzen Wochenende und Alisa in Topform


 

Kulon,Klaudia (2324) – Frey,Alisa (2089) [C57]
Frauenbundesliga 2015/2016 (7.6), 24.01.2016 [Hagen Pötsch]

 

1.e4 e5 2.Sf3 Sc6 3.Lc4 Sf6 4.Sg5 d5 5.exd5 b5 6.Lf1 Sd4 7.c3 Sxd5 8.cxd4 Dxg5 9.Lxb5+ Kd8 10.Df3 Lb7 11.0–0 Tb8

FBL_HSK_DIA_5

12.Dxf7?? „Ich habe alle möglichen wilden Varianten durchgerechnet und den einfachsten Zug übersehen, Oh mein Gott!“ war Klaudia nach der Partie untröstlich. [in der Tat scheint nach 12.dxe5 Se3 13.Dh3 Dxg2+ 14.Dxg2 Sxg2 15.d4± alles in bester Ordnung zu sein] 12…Sf6! [verhindert Matt, droht Matt und räumt ein Feld zum Damenfang!] 13.g3 Ld5 [und die weiße Dame ist gefangen] Die Partie zog sich zwar noch 40 Züge, aber Alisa ließ keinerlei Fragen mehr aufkommen …[0–1]


 

Das einzige Brett, an dem wir wirklich deutlicher Favorit waren und Weiß hatten, ging verloren! Es sollte ein harter Tag für uns werden. Und es sollte noch dicker kommen:

 

Fuchs,Judith (2328) – Nikolova,Adriana (2321) [B01]
Frauenbundesliga 2015/2016 (7.4), 24.01.2016

 

FBL_HSK_DIA_6_Fuchs-Nikolova nach 37 Zügen

 

Ich hatte mir mal solche Endspieltypen angeschaut, und es muss gewonnen sein, aber ich habe es nicht gefunden!“, ärgerte sich Judith nach dem Remis, und in der Tat gab es hier anstelle von 37. Tc2 die Chance mit 37. Kb2!! den schwarzen Turm ungünstig zu postieren, dann kann der b-Bauer laufen, und bei schwarzem Gegenspiel f4-f3-f2 hat man entspannt Tc1 als Verteidigungszug. Aber an diesem Tag sollte einfach nicht viel funktionieren, und so endete auch diese Partie friedlich.

 


 

 

Zu diesem Zeitpunkt hatten unsere Reisepartner aus Kiel schon den geballten Frust auf dem Schachbrett zu spüren bekommen und waren von Bad Königshofen mit 0:6 auf den Heimweg geschickt worden. Eine Niederlage, zwei Remisen und auch bei Atousa, die mit Filiz die nächste deutsche Jungnationalspielerin zur Gegnerin hatte, schien mehr als ein Remis nicht realistisch zu sein.

 

Blieben noch Sarah und vor allem unsere „Miss 100%“, Monika. „Ich habe in diesem Jahr 8/8 und jetzt ein wenig Angst, weiter zu spielen, damit die Serie nicht reißt!“, lachte Monika nach ihrem Endspielsieg gegen Melanie Lubbe, der uns letztendlich wenigstens einen Punkt rettete, da Sara ebenfalls in die Punkteteilung einwilligen musste. [Anmerkung: am 31.Januar 2016 schraubte sie ihre Bilanz in der Oberliga auf 9/9, wo soll das nur hinführen?]

 

Ein Unentschieden, über das wir uns ebenfalls überhaupt weder beschweren können noch wollen: Unsere tollen Gastgeberinnen haben einen tollen Fight geliefert und uns das Leben mehr als schwer gemacht und waren danach sogar noch so nett, Monika und Klaudia zum Flughafen zu bringen, vielen Dank an das ganze Org.-Team für das schöne Wochenende!

 

Bild_09_Monika_Socko

Monika Socko: 4/4 gegen Houska, Kosteniuk, Pähtz und Lubbe. Respekt!!!

 

Bild_10_TabelleTabelle nach 7 Runden

 

Und wie steht es jetzt in der Liga? Spannend wie seit Jahrzehnten nicht mehr! Bis Platz 5 haben alle Teams noch berechtigte Chancen auf einen Platz an der Sonne, und das ist das Beste aus unserer Sicht: Hamburg ist mitten drin. Die letzten beiden Wochenenden bringen noch jede Menge direkte Duelle, Ende Februar muss Schwäbisch Hall gegen das Pärchen Friedberg/Bad Königshofen antreten, und wir spielen gegen Rodewisch. Am letzten Wochenende hat der Spielplan dann Baden Baden als Gegner von Friedberg und Bad Königshofen auserkoren und uns gegen Schwäbisch Hall gepaart. Beide Wochenenden spielen wir bei unseren Freundinnen in Kiel und brauchen natürlich jede erdenkliche Unterstützung! Zuschauer vor Ort sind wichtig, damit richtig Stimmung aufkommt, und die Reise ist nicht wirklich weit.

 

Aber auch monetäre Unterstützung ist sehr willkommen, wollen wir die einmalige Chance nutzen, auf das Podest zu springen, dafür brauchen wir ein starkes Team! Vielen Dank noch einmal an unseren „Unterstützer“ Helmut Salzmann, ohne den dieses ganze Projekt gar nicht möglich wäre, und auch an die weiteren „Freunde“ des Teams, die uns auf alle erdenkliche Weise unterstützen.

 

[Andreas Albers, HSK-Mannschaftsführer]

 

 

 

 

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