Vom fünften DSAM-Qualifikationsturnier in Brühl-Köln berichtet RALF MULDE

 

Hugo Schulz

Hugo Schulz

Gilt denn Schach nicht stets als „Königliches Spiel“ und wird eher mit den Weisen als mit Narren verbunden? Mag sein, aber im Karneval-Turnier der Deutschen Schach-Amateurmeisterschaft [DSAM] in Brühl-Köln ist es eben einmal anders! [Turnierhomepage: http://www.ramada-cup.de/bruehl/ ].

 

„350 Teilnehmer sind es diesmal, davon sind 34 weiblich, also 9,71 Prozent“, sagte Turnierdirektor Dr. Dirk Jordan. Der jüngster Spieler bei diesem fünften und damit vorletzten DSAM-Qualifikationsturnier in der Saison 2015/16 ist der 2007 geborene Max Pick. Im selben Jahr, aber doch ein paar Tage früher, kam auch Hannah Ramien zu Welt. Auf der anderen Seite finden wir als Nestor Gerhard Hund (hatte gestern übrigens Geburtstag), Jahrgang 1932, der wieder mit seiner Schach spielenden Familie anreiste und den [noch!] vereinslosen Dieter Krohn, der ebenfalls 1932 das Licht der Welt erblickte.

 

Der DSB-Breitenschachreferent Hugo Schulz ließ in seinem eröffnenden Grußwort kurz jene Zeit Revue passieren, als alles begann. Die Premiere der größten Breitenschach-Veranstaltung des Deutschen Schachbundes – die Veranstaltung war ein Projekt, dass das 125-jährige des 1977 in Leipzig gegründeten DSB flankierte – war übrigens in Brühl-Köln [2.-4. November 2001]. Damals waren 220 Teilnehmer am Start. Wie es oft so ist, entfalten solche für nur ein Jahr gedachten Initiativen aber ein sehr langes Leben. Inzwischen reichen die Säle in Brühl, erst recht in Aalen, streng genommen schon lange nicht mehr aus, um dem jedes Jahr wieder unglaublichen Ansturm der Schachfreunde gerecht zu werden. Doch aus irgendeinem Grund bauen die Hotels nur für die Schachsportler ihre Häuser nicht um. Und die Turnierstandorte aufzugeben, kommt natürlich überhaupt nicht in Frage.

 

Der Brühler Bürgermeister Dieter Freytag war vielleicht ganz froh, für wenige Minuten dem Kräfte zehrenden „närrischen Treiben“ entkommen zu sein und entbot den starr vor Staunen zuhörenden [na ja …] Schachspielern ein schmissiges Grußwort, in der er sich erstaunlich gut über das aktuelle Geschehen in den Schach-AGs seiner Stadt, aber auch des Brühler SK informiert zeigte. Danach zog ihn der Moloch der Stadt Brühl dann wieder an magischen Fäden auf die Straßen, wo der Karneval tobte. Also, irgendwo wird er wohl schon getobt haben. Der Karneval.

 

FM Georgi Tomov aus Bulgarien [Elo 2250] führt die Setzliste an, er ist die „Numero Uno“ von 27 Startern in der A-Gruppe. Aber so einen Uno hatte ich auch mal … gelegentlich husteten seine immerhin 44 PS ein wenig. Ob unser bulgarischer Vorkämpfer robuster durch die Kurven kommen wird, wissen wir nach der fünften Runde, also ein paar Stunden vor Rosenmontag.

 

Und für alle jene, die in Brühl-Köln ins Stottern geraten sollten, gibt es ja noch eine weitere Chance, sich für das Finale in Halle an der Saale [28. Mai bis 1. Juni] zu qualifizieren. In Kassel im schönen Hessen ist vom 15. bis 17. April die letzte Gelegenheit, mit einem Platz unter den ersten Sechs in den insgesamt sechs Leistungsgruppen noch die Fahrkarten zur Endrunde zu buchen!

 

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