Vom 12. Moskau Open berichte exklusiv für den Schach-Ticker JÜRGEN MÜLLER, Internationaler Schiedsrichter

 

Guten Morgen Deutschland, hier Moskau!

 

Heute mal alles ganz ruhig ange011hen, geht ja an diesem Sonnabend [6. Februar] in unserem Saal erst um 16:30 Uhr los, da ja um 15:00 Uhr die Siegerehrung für den Schülercup angesetzt ist. Und diese findet nun mal im Theatersaal statt! Natürlich geht es mit russischer Pünktlichkeit um 15:10 Uhr los, alle Runden haben aber immer genau zur festgelegten Uhrzeit begonnen. Feiern und zelebrieren, das können sie hier in Moskau. Auch für den Schülercup wird sich ins Zeug gelegt und zwei mal drei junge hübsche Frauen, die in den Farben Russlands gekleidet sind, präsentieren die Springerpokale auf dem Silbertablett mit Blumen. Das hat Stil. Das muss man neidvoll anerkennen.

 

Die Zeremonie wird zügig durchgezogen und so können wir 16:02 Uhr loslegen, um unseren Turniersaal in 28 Minuten herzurichten. Zuerst wird das Stühle-Chaos beseitigt, das machen zum größten Teil die Volunteers, Uhren stellen, elektronische Bretter richten, das mache ich. Alexander Iwanow [International Arbiter/IA] teilt derweil die Formulare aus. Die vier Tische für die vier Spitzenbretter müssen auch wieder auf die Bühne, Verkabelung installieren, sprich mit Klebeband auf dem Boden verkleben. Alles läuft wie am Schnürchen und pünktlich zum „Three-minute-warning“ sind wir fertig.

 

Noch schnell eine englische Nachricht für die Preisgeldgewinner verlesen, wann, wie und die Daten lassen sich unmöglich hier in Reime fassen, sie stehen deshalb für alle Fälle auf meinem Blatt an anderer Stelle [frei nach Eugen Roth], sie sollen halt ihre Preisgelder abholen können. „One-minute-warning“  und los geht’s!

 

W017as ist im B-Turnier [Frauen] zu erwarten? Ihr merkt schon, ich bin ein Fan der 14-jährigen Russin Alexandra Obolentsewa [Elo 2194] geworden. Gibt es heute wieder ein Feuerwerk gegen ihre Landsfrau Dana Pustowotnowa [Elo 2356]? Um es vorweg zu nehmen: Ja! Schiff, in Fahrt bringen, eine volle Breitseite abfeuern, einmal wenden und dann entern, fertig. Das mal die Kurzbeschreibung ihrer Partie, die nach 24 Zügen vorbei ist [http://www.chessbomb.com/arena/2016-moscowopen/08-Pustovoitova_Daria-Obolentseva_Alexandra].

 

Bei den Mädels entscheidet sich das Rennen wohl unter dem Führungsquintett [jeweils 6,5/8] mit Anastastia Bodnaruk – die „Rodewischer Schachmieze“ hatte sich von Veronika Schneider remis getrennt – , Aoumaya Swaminathan [Indien], meiner „Moskauer Flamme“ Alexandra“, der Ukrainerin Julija Osmak und Veronika.

 

Über die Partien an den Spitzenbrettern schreibe ich bekanntlich wenig, denn a) bin ich viel zu schlecht, um diese Partien wirklich beurteilen zu können, das machen ja Bessere auf den einschlägigen Webseiten, und b) ist mir jetzt entfallen. Aber wer a sagt, der muss ja bekanntlich auch b sagen.

 

Nur so viel, eine Runde vor Schluss kommen für den Sieg im Men’s Cup of Russia Stage noch sieben Ma015nn infrage, wobei der Moskauer Ernesto Inarkijew mir 7/9 einen halben Punkt Vorsprung aufweist, weil er den bisherigen Spitzenreiter Artyom Timofejew bezwungen konnte, während sich Urii Elisejew und Anton Korobow remis trennten.

 

Zwischendurch habe ich dann doch mal im Pressebüro vorbei geschaut, um Eteri und Eldar „Guten Tag zu sagen“, ein Foto zu schießen, und mir das Lob abholen, dass der Schach-Ticker ein toller Blog und eine super Werbung für das Moskau Open ist. Ich mache höflich einen Hofknicks und ziehe zurück in meinen Turniersaal, aber nicht ohne von den Beiden schnell noch ein Foto zu machen, denn das veröffentlichte Foto hier, war noch von 2015, da hatte ich ein wenig geschummelt, darum nun das aktuelle, ja, da bestanden beide drauf! O.k., ist damit erledigt!

017

Bleibt noch anzumerken, dass diesmal bereits zur Zeitkontrolle 50 Prozent der Partien beendet waren, Konditionsprobleme? Kaum ein Remis dabei! Außer bei den Mädels, da liefen noch sechs der sieben Partien, außer meine Freibeuterin, die hatte die Prise schon klar gemacht.

 

Zu mehr reicht es heute leider nicht, ich muss los, denn am Sonntag beginnt die letzte Runde ja um 11:00 Uhr, damit um 18:00 Siegerehrung ist, aber da bin ich schon am Flughafen, da mein Flieger 19:55 Uhr Moskau verlässt. Den Schlussbericht schreibe ich dann im Flugzeug und sobald wieder Netzverbindung besteht kommt der dann.

 

Liebesgrüße aus Moskau sendet 007 Müller!

 

P.S.: Meine Personalnummer in meiner Firma ist übrigens wirklich die 007!

 

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