In Zürich werden zwei Partien am Tag gespielt. Wird dadurch das Interesse an der Live-Übertragung gestärkt? – Von FRANZ JITTENMEIER

 

Das Brett sollte in Flammen stehen. Das sieht der Schachenthusiast gerne!

Das Brett sollte in Flammen stehen. Das sieht der Schachenthusiast gerne!

Auf Facebook stellt GM Emil Sutovsky (Präsident der Association of Chess Professionals) an seine Freunde die Frage, ob schnelle Schachpartien das Interesse an Live-Partien fördern. Das Thema wird kontrovers diskutiert. Die Meisten wollen natürlich die traditionelle Bedenkzeit beibehalten und fürchten um die Qualität der Partien.  Fakt ist allerdings, dass schnelle Partien, Blitz und Schnellschach, sich für eine Live-Übertragung geradezu anbieten. Zwar ist die Qualität der Partien nicht so hoch wie bei normaler Bedenkzeit, doch Entscheidungen fallen innerhalb kurzer Zeit und Verluststellungen können durch Fehler des Gegners in eine Gewinnstellung übergehen.

 

Meiner Ansicht nach darf man die Zukunft des Schachs nicht aus der Sicht des Spielers sehen. Der Spieler möchte natürlich nah am Limit spielen. Das bedeutet aber auch, dass viele Partien in einem Remis enden, was bei den Zuschauern wiederum auf wenig Interesse stößt, die sich eher für Hauen und Stechen interessieren. Nicht dass man mich falsch versteht. Ich bin nicht dafür, die normale Bedenkzeit abzuschaffen. Doch sollte man schnelle Partien, Blitz und Schnellschach auf internationaler Ebene forcieren und mit einer profihaften Übertragungstechnik ausstatten. Profihafte Übertragungstechnik bedeutet auch zu verhindern, dass sehr viele Webseiten eine Live-Übertragung anbieten und dabei die offiziellen Seiten der Veranstalter anzapfen. Dadurch werden die Veranstalter gehindert, global aufgestellten Unternehmen eine interessante Werbeplattform zu bieten. Die Masse der Zuschauer verteilt sich auf viele Seiten. Das wäre so, als wenn alle Spiele der Fußball-Bundesliga von allen Fernsehsendern übertragen werden. Die Werbeeinnahmen sind für den einzelnen Sender natürlich geringer, als wenn ein Fernsehsender die alleinigen Übertragungsrechte hat.

 

Im Gegensatz zum Fußball ist Schach problemlos global zu vermarkten, wenn die Zugriffszahlen stimmen. Wenn also alle Rechte beim Veranstalter sind – und so sollte es eigentlich sein – wird er sein Ereignis auch besser vermarkten können. Beispielsweise durch Werbeeinblendungen in den Pausen. Wie gut Blitzpartien im Internet darzustellen sind, kann man an den Videos verfolgen, die ich zur Information hier platziere. Einfach auf die Kamera klicken! Schreiben Sie doch einfach einen Kommentar, wie Sie darüber denken.

 

 
 

Statistik 2014

2 Antworten auf Schnelle Spiele – Mehr Zuschauer?

  • Franz Jittenmeier sagt:

    Die Frage war: „Schnelle Spiele – Mehr Zuschauer?“. Du hast deine Sichtweise beschrieben. Das ist allerdings keine Antwort auf die Frage. Trotzdem vielen Dank!

  • Rainer Lenz sagt:

    Für mich ist die Bedenkzeitregelung von Zürich katastrophal und nicht akzeptabel. Sie ist weder Fisch noch Fleisch. Herr Thomas Richter bringt es auf den Punkt: „langsames Schnellschach“, also weder Schnellschach, noch klassisches Schach. Der Begriff „neuklassisch“ klingt gruselig in meinen Ohren. Wenn dies gängige Praxis werden sollte, sehe ich das Ende vom seriösen Schach gekommen. Die Zukunft des Schachs darf man weder aus der Sicht des Spielers noch aus der Sicht des Zuschauers sehen. Sie liegt im Schach selbst begründet, das sich treu bleiben muss und nicht „verraten“ werden darf.
    Ich kann verstehen, wenn man Schach für das Publikum, der Öffentlichkeit attraktiver machen will, aber doch nicht um jeden Preis. Und für welches Publikum überhaupt? Schach ist doch keine Show im Sinne eines Unterhaltungsspektakels. Mit dieser Bedenkzeitregelung nimmt die Qualität der Partien rapide ab. Jedem ernsthaften und ehrlichen Schachfreund ist ein qualitativ hochwertiges Remis lieber, als eine „Fehlerorgie“ bei dem das „Siegerpendel“ hin und her schwingt und sich mehr oder weniger zufällig dann dem Einen zuwendet. Alle drei Disziplinen haben ihre Berechtigung, wobei natürlich das klassische Schach selbstverständlich die „Krone“ ist und bleiben muss.
    Ich bin für einheitliche Regelungen:
    Blitzschach: max. 5 Minuten + Zeitbonus pro Zug
    Schnellschach: 25 Minuten + Zeitbonus pro Zug
    Klassisches Schach: 120 Minuten /40 Züge, 60 Minuten/weitere 20 Züge, 15 Minuten + Zeitbonus pro Zug für den Rest der Partie.
    Von mir aus kann es beim klassisches Schach auch etwas (aber nicht viel) weniger sein, nur sollte man vor allem hier endlich zu einheitlichen Regelungen kommen.

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