SK König Tegel, Neuling SK Göggingen, SG Speyer-Schwegenheim und DJK Aachen sind erste Aufstiegskandidaten – Ein Vorschau auf Runde 7 von RAYMUND STOLZE

 

Aufstiegskandidaten: SK König Tegel, SG Speyer-Schwegenheim, SK Göggingen, DJK Aachen

Aufstiegskandidaten: SK König Tegel, SG Speyer-Schwegenheim, SK Göggingen, DJK Aachen

So langsam reift in der Zweiten Liga die Entscheidung heran. Am kommenden Wochenende [20./21. Februar] steht turnusmäßig Runde 7 in den vier Staffeln auf dem Programm. Wobei das so nicht ganz stimmt, denn wegen der Rapid- und liveBlitz-Weltmeisterschaften am zweiten Oktober-Wochenende vergangenen Jahres wurde der zweite Spieltag komplett verlegt. In den Staffeln Nord, Süd und West, wo stets sonntags gespielt wird, auf den 24. April, und damit ist es das Finale; in der Gruppe Ost, wo Doppelrunden gespielt werden, gibt es Durchgang 3 und 4 am 12./13. März zum Saisonabschluss 2015/16.

 

In jedem Fall stimmt, dass es jetzt ernst in der zweithöchsten deutschen Spielklasse wird. Immerhin hat der Staffelsieger das Privileg, in die Beletage aufzusteigen, wohl wissend, dass das nicht nur ein sportlicher, sondern auch ein finanzieller Kraftakt wird. Es gab in der jüngsten Vergangenheit genug Beispiele, wo der Kandidat dieses Abenteuer verständlicherweise dankend abgelehnt hat. Einzig für die SG Porz im Westen wäre das niemals ein Risiko gewesen, aber die Hilger-Truppe hat sich gegen das Projekt Schachbundesliga ausgesprochen, und so bleibt man sich konsequent treu, sucht allerdings jedes Jahr aufs Neue die Herausforderung im DSB-Pokalwettbewerb.

 

Der aktuelle Stand der Dinge signalisiert, dass die in unserem Bild per Logo oder Stadtwappen angezeigten Vereine SK König Tegel, SG Speyer-Schwegenheim, Neuling SK Göggingen  und DJK Aufwärts Aachen erste Aufstiegskandidaten sind. Doch der Reihe nach …

 

Judith Fuchs vom HSK: Wird sie gegen König Tegel dabei sein?

Judith Fuchs: Wird sie gegen König Tegel dabei sein? Oder doch noch auf der Rückreise von Capelle La Grande?

Die Berliner aus Tegel sind seit Jahr und Tag in der Gruppe Nord eine verschworene Mannschaft, die gemeinsam aufsteigt, wenn es sich ergibt, und danach postwendend sportlich auf „Los“ geht, sprich absteigt. Im Vorjahr wurde allerdings der „Fahrstuhl nach oben“ verpasst, den der SK Norderstedt buchte. Na ja, nur für eine Spielzeit „tanzen“ die Norddeutschen im Oberhaus. Die aktuelle Bilanz ist jedenfalls mit 1:13/Mannschaftspunkten bei gerade 12 von 56 möglichen Brettzählern mehr als ernüchternd. Sollten die „Könige“ aus Tegel mit derzeit 9:1/24,5 ihren ersten Platz behaupten – jetzt geht es zum Tabellenzweiten Hamburger SK II [7:3/23,0], der aber nicht aufstiegsberechtigt ist – werden Robert Rabiega und Co. sicherlich einen erneuten Anlauf in Liga 1 nehmen, um endlich einmal eine Spielzeit zu überleben. Die Chancen dafür stehen durchaus nicht schlecht da mit Stefan Frübing [3,5/4], der einst vom SV Glück auf Rüdersdorf kam, und Martin Brüdigam [4/5], der vom USV Potsdam wechselte, ein erfolgreiches Duo an den Brettern 7 und 8 agiert. Die Tegeler haben von insgesamt 40 Partien überhaupt erst zwei verloren – das baut fraglos auf. So könnten in Hamburg durchaus die Weichen zu einer erneuten Erstliga-Saison endgültig gestellt werden. Zumal der zweite Verfolger SV Glück Auf Rüdersdorf, der ausschließlich auf polnische Schachfreunde baut, zuletzt mit 5:3 bezwungen werden. Die Matchpunkte holten dabei natürlich Stefan und Martin!

 

In der Gruppe Ost macht der SK Göggingen die Schlagzeilen. Sechs Siege hat der Neuling bisher eingefahren, und da fragt man sich schon: Wer will dieses stark besetzte Team aus einem Stadtteil in Augsburg denn noch aufhalten? Der engste Verfolger auf Rang 2 MSA Zugzwang (Ein Schachverein in München), der locker 5,5:2,5 bezwungen wurde, hat bereits drei Punkte Rückstand. Eigentlich können sich die Gögginger nur selbst schlagen! Deren Stammaufgebot von Brett 1 bis 8 kann sich nämlich schon sehen lassen: Eduardas Rozentalis [Litauen/Elo 2528], Nikola Nesterovic [Serbien/2449], Milos Stankovic [Serbien/2433], Petar Arnaudow [Bulgarien/2465], Gregory Pitl [Deutschland/2394], Jan Rooze [Belgien/2342], Welislaw Kukow [Bulgarien/2373] und Ivan Hausner [Tschechien/2343]. Ich lege mich fest: Auch gegen Bindlach-Aktionär [6:4/23,0] und Nickelhütte Aue [7:3/22,0] wird es zwei weitere Siege geben, und dann heißt es „Bundesliga, wir kommen!“.

 

In der Süd-Gruppe hat die SG Speyer-Schwegenheim Platz 1 erobert. Fünf Siege bei 27,0 Brettpunkten – das ist schon eine Hausnummer. Aber das Duo SC Untergrombach [9:1/24,0] und Aufsteiger TSV Schönaich [8:2/26,0] – der 3:5-Patzer gegen den Zweiten tut richtig weh – wird sicherlich keineswegs kampflos das Feld räumen. Die Untergrombacher müssen am 13. März in Runde 8 noch zum derzeitigen Tabellenführer. Da kommt in Schönaich Freude auf. Das beste Resultat wäre ein 4:4, denn am finalen Spieltag am 24. April ist bei einem Auswärtssieg eben bei Speyer-Schwegenheim dann noch alles drin. Inzwischen heißt es schön Brettpunkte sammeln!

 

Schließlich bleibt noch die Gruppe West, in der die SG Porz standesgemäß mit ebenfalls fünf Siegen Spitze ist. Mit 7:1/19,5 besitzt dahinter DJK Aufwärts Aachen allerdings auch eine komfortable Ausgangsposition. Bekanntlich reicht Platz 2 für die Bundesliga – wenn man denn will, nachdem die Domstädter im Vorjahr verzichtet haben. Die nächsten beiden Aufgaben zuhause gegen die SG Bochum [Platz 5/4:4/16,0] am 21. Februar und auswärts in Essen gegen die Sportfreunde Katernberg [Rang 3/6:4/21,5] am 13. März sind lösbar, aber dann kommt am 10. April die SG Porz zum alles entscheidenden Punktspiel um den Staffelsieg. Und der wäre zumindest einmal richtungsweisend – will man, oder will man nicht …

 

Da zahlreiche Frauen in den derzeit 39 Zweitliga-Vereinen aktiv sind, erlaube ich mir abschließend einen Blick auf ihren „Arbeitsnachweis“:

 

Gruppe Nord [5 gemeldet/3 eingesetzt]

  • Kerstin Kunze [SF Schwerin]  0,5/3
  • Judith Fuchs [Hamburger SK] 3,5/5
  • Diana Baciu [Hamburger SK] 0,5/2

 

Gruppe Ost [11/7]

  • Melanie Ohme/jetzt Lubbe [SF Neuberg]   1/5
  • Kristyna Havlikova [TSV Bindlach-Aktionär] 3/4
  • Dijana Degler [MSA Zugzwang] 1/2
  • Elena Levushkina [SC Garching] 3/6
  • Heinemann, Josefine [SG AE Magdeburg] 0,5/2
  • Tatjana Melamed [SG AE Magdeburg] 1/5
  • Maria Schöne [SG AE Magdeburg] 1/5

 

Gruppe Süd [ 9/2]

  • Ketino Kachiani-Gersinska [OSG Banden-Baden II] 2,5/5
  • Imze Tammert [OSG Baden-Baden II] 0/1

 

Gruppe West [3/2]

  • Sarah Hoolt [Sportfreunde Katernberg]  2,5/4
  • Amina Sherif [SG Solingen II] 0/1

 

Insgesamt sind also für die laufende Spielzeit von den Mannschaften 28 Frauen und Mädchen gemeldet worden, von denen 14 bisher eingesetzt wurden. Die drei fleißigsten Punktesammlerinnen sind Judith Fuchs [3,5/5], Kristyna Havlikova [3/4] und Elena Levushkina [3/6]. Die meisten Punktspiele absolvierte Elenea Levushkina mit sechs, die meisten Frauen setzte die SG Aufbau Elbe Magdeburg mit drei ein.

 

Alle Ergebnisse, die Tabellen und Übersichten zu den Teams sowie die Ansetzungen finden Sie beim DSB-Ergebnisdienst [http://www.schachbund.de/SchachBL/]. Dann ist nur die entsprechend Staffel anzuklicken, und es gibt die gewünschten Informationen zu Ihrer Lieblingsmannschaft. Das gilt selbstverständlich auch für die diversen Oberliga-Gruppen.

 

 

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