liveLive-Übertragung Kurnosov Gedächtnisturnier
U. a. mit: 1 GM Grischuk Alexander RUS 2760; 2 GM Rublevsky Sergei RUS 2738; 3 GM Inarkiev Ernesto RUS 2729; 4 GM Ponkratov Pavel RUS 2712; 5 GM Movsesian Sergei ARM 2685; 6 GM Khismatullin Denis RUS 2676; 7 GM Riazantsev Alexander RUS 2675; 8 GM Lysyj Igor RUS 2665; 9 GM Bocharov Dmitry RUS 2659; 10 GM Zvjaginsev Vadim RUS 2628 ...

Noch vier Teams können in der Frauen-Bundesliga Meister werden – Potenzielle Aufsteiger ins Oberhaus sind Harksheide, Bayern München und Erfurt – Von RAYMUND STOLZE

 

In meiner Vorschau hatte ich schon mal angekündigt, wer denn vor allem bei den Spitzenteams bei dieser vorletzten Doppelrunde fehlen wird. So spielte Titelverteidiger OSG Baden-Baden „ohne fünf“ [Anna und Maria Musitschuk, Viktoria Cmilyte, Alexandra Kostenjuk, Antoaneta Stefanowa], Spitzenreiter SC Bad Königshofen fehlte vom gemeldeten Stammsechser ein Quartett [Walentina Gunina, Zhao Xue, Elisabeth Pähtz, Lili Mkrtchjan], dem in dieser Saison noch ungeschlagenen Hamburger SK ein Trio [Monika Socko, Sarasadat Khademalsharieh, Atousa Purkashiyan], der SK Schwäbisch Hall musste auf Bela Chotenaschwili verzichten und schließlich traf es die SF Friedberg ebenfalls hart, die ein Quartett [Elena Levushkina, Adriana Nikolowa, Ticia Gara, Olga Kalina] ersetzen musste. Wer aufmerksam liest, der wird feststellen, dass das Verhältnis von deutschen zu ausländischen Spielerinnen dabei 2:15 ist.

 

Gunina, Xue in Theran 2016; Paehtz in Nancy 2016

Bad Königshofen ohne Drei: Gunina, Xue und Pähtz

 

Mal ehrlich, diese Entwicklung kann im Interesse des Frauenschachs hierzulande doch alles andere als gesund sein. Ich bitte mich jetzt nicht falsch zu verstehen, aber da lobe ich wirklich den krassen Außenseiter und sicheren Absteiger Grün-Weiß Niederwiesa.

 

Der Neuling hat sich dem Abenteuer Bundesliga wirklich nur mit deutschen Mädchen und Frauen gestellt, und so gesehen war die 2:4-Niederlage gegen Meister Baden-Baden ein echtes Erfolgserlebnis für die Sächsinnen.

 

Vielleicht ist es wirklich sinnvoll darüber nachzudenken, ob in der höchsten Spielklasse zumindest stets zwei deutsche Frauen/Mädchen eingesetzt werden müssen, wobei eine davon der Altersklasse U20 angehört. Oder man macht es wie im Volleyball, wo beim VC Olympia Berlin die besten deutschen Nachwuchsspielerinnen in einem Bundesliga-Team spielen. Das wäre zumindest ein Schritt, der ein Signal setzt. Finanziert sollte das vom DSB werden, und es wäre durchaus keineswegs auszuschließen dass sich für ein solches Projekt auch Sponsoren finden.

 

Jedenfalls kann es aus meiner Sicht nicht sein, dass auch im Frauenschach jenes Team die besten Chancen von vornherein hat, bei dem die finanziellen Möglichkeiten von vornherein fast eine Garantie für einen Platz auf dem Treppchen sind. Würde Baden-Baden nämlich mit dem stärksten Aufgebot antreten [Bretter 1-6: A. Musitschuk/Ukraine/Elo 2537/Weltranglistenplatz 6, Cmilyte/Litauen/2536/7, M. Musitschuk/Ukraine/2554/5, Kostenjuk/Russland/2554/4, Stefanowa/Bulgarien/2509/12, Anna Zatonskiyh/USA/2469/27], dann würde die Konkurrenz es mit einer hochkarätigen Weltauswahl zu tun bekommen [Elo aktuell 1. Februar 2016].

 

Zurück zur vorletzten Doppelrunde, bei der es eng zuging, wie die drei 3,5:2,5-Ergebnisse zwischen dem SK Doppelbauer Kiel und Niederwiesa, dem Hamburger SK und den Rodewischer Schachmiezen und den SF Deizisau und Bad Königshofen zeigen – hier waren übrigens die Letzteren glücklicher Sieger. Außerdem gab es zwei umkämpfte 3:3-Unentschieden [Karlsruher SF–SK Großlehna, SK Schwäbisch Hall–SF Friedberg]. Vor allem den Hallerinnen dürfte dieser Punktverlust am Sonnabend [27. Februar] echt weh getan haben, stand doch tags darauf das Spitzenspiel gegen Bad Königshofen an.

 

Freude kam dagegen bei Baden-Baden auf, denn beim 6:0 gegen den SK Lehrte wurden richtig Brettpunkte gesammelt, womit man sich zwischenzeitlich auf Platz 2 vorarbeiten konnte und der Rückstand in dieser entscheidenden Wertung gegenüber Bad Königshofen nur noch 1,5 Zähler beträgt. Mit der OSG und Schwäbisch Hall hält aber auch der HSK Schritt, denn alle haben nun 13:3 Punkte auf ihrem Konto. Und weil die Hürde Schachmiezen nach einem 1,5:2,5-Rückstand dank der Siegpartien von Diana Baciu und Jade Schmidt erfolgreich genommen wurde, konnte man dem Sonntag ganz gelassen entgegen sehen. Da wartete schließlich der Tabellenletzte Niederwiesa auf die Hansestädterinnen, und so leistet man sich sogar den Luxus, auf Marta Michna zu verzichten.

 

Das Interesse freilich gilt einzig und allein dem heißen Spitzenduell Schwäbisch Hall vs. Bad Königshofen. Von der Papierform her scheint die Sache eindeutig zu sein, denn der Haller Sechser weist leistungsmäßig einen um fast 100 Elo-Punkte besseren Elo-Durchschnitt auf, wobei besonders ins Gewicht fällt, dass bei den Köngshofenerinnen das Top-Trio Gunina, Zhao Xu und Pähtz fehlt, das die Einladung zu den Mind Games nach China vorgezogen hat. Freilich kann man das den drei Frauen nicht verdenken.

 

Bei der ersten Zeitkontrolle steht es 1:1. Josefine Heinemann hat gegen Alina Kaschlinskaja verloren, während für Bad Königshofen Irina Sakurdjajewa gegen Sopiko Guramischwili gewinnt – das ist die Ehefrau von Anish Giri. Gegen 14:30 Uhr kommt auf der Frauen-Bundesliga-Webseite die wichtigste Info vom Tage: Bad Königshofen verliert 2,5:3,5 und fällt von Platz 1 auf 4 zurück.

 

Frauenbundesliga_Tabelle_NachRd9

Frauenbundesliga: Tabelle nach Runde 9

 

Vor den entscheidenden Runden 10 und 11 können damit praktisch noch vier Teams Meister werden: 1. Baden-Baden [15:3/39,0] 2. Hamburger SK [15:3/36,5], 3. SK Schwäbisch Hall [15:3/36,0] und 4. SC Bad Königshofen [14:4/39,0]. Die Paarungen am 19./20. März versprechen durchaus ein dramatisches Finale, wobei es Baden-Baden mit Siegen gegen Friedberg und Bad Königshofen es in eigener Hand hat, sich den zehnten Titel zu holen. Und vielleicht sind sogar die Deerns von der Küste, auf die noch die SF Deizisau und der SK Schwäbisch Hall warten, die lachenden Dritten. Alles scheint zumindest rein rechnerisch möglich …

 

Klar entschieden ist dagegen, wer absteigt. Es sind Niederwiesa [0:18/11,0], Lehrte [2:16/10,0] und Doppelbauer Kiel [2:16/11,0]. Mit den Karlsruher SF [7:11/23,5] hat sich aber zumindest ein Neuling den Klassenerhalt gesichert.

 

Ach ja, da ist ja noch der Schach-Ticker-Wettbewerb „Bundesliga-Spielerin des Jahres“ heran, der in dieser Saison bereits zum dritten Mal in zwei Kategorien organisiert wird.

 

Wichtigste Grundbedingung ist, dass die Kandidatinnen mindestens acht von elf möglichen Partien spielen müssen. Die Wertung ist höchst einfach: Gewinner sind jene beiden Frauen, die prozentual das beste Ergebnis erzielt haben. Bei Gleichstand entscheidet der Elo-Durchschnitt der Gegnerinnen.

 

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Schachnovelle – Grafikmappe mit 6 Holzschnitten von Elke Rehder

Gut im Rennen als „Nachwuchsspielerin der Saison“ geehrt zu werden – hier ist die Altersgrenze unter 23 Jahre bei Start in die Spielzeit – liegen nach neun Runden Yuliya Naiditsch [SF Deizsiau] mit 6,0/9 und Josefine Heinemann [7. Januar 1998] vom SK Bad Königshofen mit 5,5/9, obwohl die Magdeburgerin zuletzt zweimal verloren hat. In die Königsklasse „Bundesliga-Spielerin des Jahres“ hat vor allem Iamze Tammert [Baden-Baden] beste Chancen, die bisher ein hundertprozentiges Ergebnis mit 7/7 vorweisen kann. Noch einen Sieg, und zumindest dieser Titel ist der 45-Jährigen [*4. Januar 1971] sicher!

 

Den beiden Siegerinnen winken übrigens neben einem ChessBase-Präsent wiederum Kunstwerke. Die hat diesmal die Hamburger Malerin und Buchkünstlerin Elke Rehder gestiftet, die zwei handsignierte Holzschnitte ausgewählt hat. Unseren Besuchern empfehle ich unbedingt einen Besuch auf ihrer Webseite http://www.elke-rehder.de/. Mich persönlich haben u.a. ihre Arbeiten zur „Schachnovelle“ von Stefan Zweig und den „Galgenliedern“ von Christian Morgenstern tief beeindruckt. Kunst zum Schach – dieser künstlerischen Herausforderung stellt sich Elke Rehder auf sehr persönliche und anregende Weise …

 


 

Was den letzten Spieltag der 2. Liga angeht, so war von der Ansetzung her sicherlich in der Gruppe Ost die größte Spannung zu erwarten. Im HSK-Schachzentrum konnten sich mit TuRa Harksheide sowie den beiden Bundesliga-Absteigern aus Leipzig [Allianz und SG] noch ein Trio Chancen auf den Staffelsieg ausrechnen. Und der ist bekanntlich die Fahrkarte ins Oberhaus. Die Rolle des Züngleins an der Waage in Hamburg übernahm die zweite Mannschaft des Gastgebers, die beide Teams aus der Messestadt herausforderte. Der deutsche Meister U20 weiblich aus Harksheide hatte allerdings die beste Ausgangsposition mit 9:1-Mannschaftspunkten, denn das große sportliche Ziel war aus eigener Kraft zu schaffen.

 

Nun, am Sonnabend leistete der bisher punktlose HSK II erst einmal Schützenhilfe mit einem 3,5:2,5-Sieg gegen die SG Leipzig, während dem TuRa-Team gegen die stärker einzuschätzende Allianz-Mannschaft ein nicht zu erwartender 3,5:2,5-Erfolg gelang. Damit waren die beiden Leipziger Teams aus dem Rennen, aber plötzlich drohte Gefahr aus Berlin, den Rotation Pankow hatte sich dank eines 3,5:2,5 gegen Leipzig-Lindenau mit allerdings zwei Punkten Rückstand auf Platz 2 vorgeschoben. Die Konstellation freilich war für Harksheide mehr als günstig, denn mit einem Unentschieden am Sonntag gegen die SG Leipzig würde sich der Bundesliga-Traum des jüngsten aller Zweitliga-Teams erfüllen.

 

Aber der Erwerb der benötigten drei Brettpunkte wird kein Zuckerschlecken! Zwar fahren die Mädels an Brett 1 den ersten halben Zähler ein, aber an 4 droht nach knapp drei Stunden eine Niederlage, „Verdächtig“ sieht es auch an 4 und 6 aus, wie ich im Live-Blog auf der HSK-Webseite http://www.hsk1830.de/ lesen kann. Fragt sich, was die „erfahrenen Damen“ aus Pankow gegen die SG Löberitz zustande bringen, denn die müssen auf jeden Fall gewinnen, um Harksheide auf der Zielgeraden noch abzufangen.

 

Aber die junge Mannschaft, die Teamchef Eberhard Schabel mit aufgebaut hat, schafft es dann doch. Kurz vor 13 Uhr ist der dritte Punkt eingefahren und dann noch einer drauf gesetzt zum 4:2 gegen die SG Leipzig. Die Bundesliga wird in der Spielzeit 2016/17 also einen echten Neuling begrüßen können, und das ausschließlich mit deutschen Nachwuchsspielerinnen – das verdient wahrlich Respekt!!! Klar ist ebenso, dass Eberhard dem Schach-Ticker noch einen Abschlussbeitrag schicken wird, auf den Sie sich schon jetzt freuen können …

 

Frauenbundesliga_2_Ost_Schlusstabelle

Abschlusstabelle: Zweite Frauenbundesliga Gruppe Ost

 

Neben TuRa Harksheide sind die beiden anderen Staffel-Meister der Zweiten Bundesliga der FC Bayern München [Süd] und der SV Medizin Erfurt [West].

 

Wer mehr Statistik zur Frauen-Bundesliga möchte, dem empfehle ich die Webseite http://nsv-online.de/ligen/fbl-1516/.

 

 

Bildnachweise

  • Walentina Gunina, Zhao Xue: Press Officer Alina l’Ami, http://tehran2016.fide.com/en/component/content/article/40-static-content/132-photo-gallery
  • Elisabeth Pähtz: http://festivalnancy.echecs54.org/
  • Holzschnitte: Elke Rehder, http://www.elke-rehder.de/

 

 

 

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