Von der vorletzten Doppelrunde der Frauen-Bundesliga in der Saison 2015/16 berichtet aus Kiel ULLA HIELSCHER

 

frauenschachWie kann das sein, Kiel liegt doch abgeschlagen auf dem 10. Platz, wieso spreche ich jetzt vom Meisterschaftskampf? Ganz einfach: In der vorletzten Doppelrunde [27./28. Februar] spielen zwei der drei Mannschaften, die punktgleich an der Tabellenspitze liegen, bei uns in Kiel um nicht weniger als die Deutsche Meisterschaft, darunter auch unser Reisepartner Hamburger SK, der bisher eine unglaubliche Saison abliefert. Und wir sind live dabei! Wäre das cool, wenn der Deutsche Mannschaftsmeister der Frauenbundesliga bei uns in Kiel gekrönt würde!

 

Der Spielplan meinte es wirklich gut mit uns, dass wir Ausrichter sein durften. Wir hatten die beiden Mannschaften aus Rodewisch und Niederwiesa zu Gast, und sowohl die Kielerinnen als auch die Niederwieserinnen hatten als Ziel ausgegeben, die rote Laterne abzugeben. Da traf es sich ganz gut, dass sowohl Rike Wohlers-Armas als auch Monica Calzetta Ruiz Zeit hatten, und wir endlich einmal mit der stärksten Aufstellung der Saison antreten konnten. Und das hatten wir auch nötig, denn die in hübschen Trikots angetretenen Sächsinnen spielten bärenstark.

 


 

An Brett 3 spielte unsere Alina [Rath] gegen Alina [Zahn]. Die zweite Alina [Gastspielerin aus Erfurt!] wurde vor der Runde noch perfekt vorbereitet und errang den Sieg. Leider verlor auch unser Brett 6 [Sabrina Schlüter], so dass wir 0:2 hinten lagen. Aber dann konnte Monica Calzetta [Brett 1] zum 1:2 verkürzen. Kurze Zeit später brachten uns die Siege von der stark aufspielenden Friederike Wohlers-Armas [Brett 5] und Marthe Benzen [Brett 4] mit 3:2 in Führung. Luba Kopylov war an Brett 2 eigentlich die Favoritin, aber ihre Gegnerin, die Mannschaftsführerin Ulrike Kindt, kämpfte wie eine Löwin. Letztendlich ging die Partie remis aus, und wir konnten uns über die ersten zwei Mannschaftspunkte freuen. Dieser Sieg brachte uns kurzzeitig sogar auf Platz 10 der Tabelle, aber schon am nächsten Spieltag drohte uns, diesen werden Platz vermutlich wieder zu verlieren, weil Lehrte [11.] und Niederwiesa [12.] aufeinander trafen.

 

Parallel hatte sich der HSK [die im Elo-Durchschnitt sogar eher etwas schwächer als Rodewisch besetzt waren] ein knappes 3,5:2,5 erkämpft und war damit weiterhin ungeschlagen.

 

Am Sonntag waren die Rollen klar verteilt: Sehr starke Rodewischer schlugen uns mit 5,5:0,5, Rike an Brett 5 gab in vermutlich besserer Stellung Remis und sorgte dafür, dass wir wenigstens einen halben Ehrenpunkt holten. Der HSK schlug Niederwiesa [wie auch schon uns] mit 6:0 und da Bad Königshofen an diesem Wochenende gegen Schwäbisch Hall 2,5:3,5 verlor, katapultierten sich die Hamburger auf einen sensationellen 2. Platz und spielen in der finalen Doppelrunde am letzten Spieltag [19./20. März] bei uns gegen den punktgleichen Tabellendritten aus Schwäbisch-Hall [beide 15:3] um die Deutsche Meisterschaft. Allerdings ist das Duo auf Schützenhilfe angewiesen, denn vor beiden liegt noch Baden-Baden. Der Titelverteidiger hat nach schwachem Saisonstart die Fehler der Konkurrenz nutzten können und liegt bei ebenfalls 15:3 Mannschaftspunkten mit 2,5 Brettpunkten vor dem HSK und 3,0 Vorsprung vor den Hallerinnen an der Tabellenspitze. Aber auf den Spitzenreiter warten mit Friedberg und Bad Königshofen auch schwere Gegner.

 

Die Abstiegsfrage ist allerdings bereits entschieden, Doppelbauer Kiel, SK Lehrte und Grün-Weiß Niederwiesa müssen die Beletage des deutschen Frauenschachs verlassen und sehen sich vielleicht in der gleichen Staffel in der Zweiten Liga wieder.

 

Aber vorher dürfen die Kielerinnen vielleicht einen Deutschen Meister bei sich krönen, und ich drücke da unserem Reisepartner ganz fest die Daumen! Sie sind als einzige Mannschaft ungeschlagen und spielen einfach unglaublich stark.

 

Noch ein paar Worte zu unserem Frauenteam:

  • Wir haben zwar keine Jugendliche in unserer Mannschaft, aber viele der Spielerinnen sind seit ihrer Jugendzeit in unserem Team aktiv, und der Kern spielt seit vielen Jahren zusammen.
  • Dafür haben aber unsere männlichen Jugendlichen, die in der Jugend-Bundesliga die Tabelle anführen, uns beim Aufbau der Heimrunde unterstützt und sogar warmes Essen für das Buffet beigesteuert. Und parallel zur Sonntagsrunde wurde auch noch ein Stichkampf zur Teilnahme in der Meisterklasse U18 der Schleswig-Holsteinischen Landesjugendeinzelmeisterschaft ausgetragen, in der sechs von zehn Spielern aus unserem Verein kommen.
  • Für uns ist es wichtig, dass sich die Spielerinnen innerhalb der Mannschaft gut verstehen und wir möglichst Spielerinnen aus dem Norden dabei haben. Und selbst jene, die nicht spielen, helfen mit, dass alles gut organisiert ist und sich die Gastmannschaften bei uns wohlfühlen.
  • Ergänzt wird unser Team dann noch durch unsere langjährigen Freundinnen aus Mallorca [Monica Calzetta Ruiz], Frankreich [Friederike Wohlers-Armas] und Freiburg [Bettina Trabert].

 

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WIM Luba Kopylov [links/Kiel] gegen Ulrike Kindt [Niederwiesa] ,WIM Rike Wohlers-Armas schaut zu

 

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Sabrina Schlüter [links/Kiel] gegen Anna Nobis [Niederwiesa]

 

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IM Anastasia Bodnaruk [links/Rodewisch] – WGM Marta Michna [Hamburg]

 

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WIM Diana Baciu [links/Hamburg] gegen IM Anna Rudolf [Rodewisch]

 

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WFM Magdalena Miturova [links/Rodewisch] gegen Teodora Rogozenco [HSK]

 

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Liubov Orlova [Niederwiesa] – WIM Rike Wohlers-Armas [rechts] im Hintergrund Marthe Benzen (beide Kiel)

 

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Die Hamburgerinnen – hier Teodora Rogozenco, Judith Fuchs, Jade Schmidt, Anja Hegeler, Sarah Hoolt und Diana Baciu spielen eine Super-Saison und spielen am letzten Wochenende um die Deutsche Meisterschaft! [Foto: Andreas Albers]

 

 

Bildnachweis:

  • Fotos 1-6: Alle von Ulla Hielscher
  • Foto 7 (HSK): Andreas Albers

 

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