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SF Deizisau stehen mit Pokalverteidiger OSG Baden-Baden sowie dem SK Norderstedt und dem SC Rotation Pankow überraschend in der Endrunde – Von RAYMUND STOLZE

 

“The same procedure as last year, Miss Sophie?”
“The same procedure as every year, James.”
[Aus dem Silvester- Sketch des NDR „Dinner for One“,
der erstmals 1963 gesendet wurde]

 

 

RustemDautov_2013_von_Wikipedia

Rustem Dautov 2013

Ich gebe ja gern zu, dass es bei mir an Silvester nicht ohne diese 18-minütige Kultsendung geht. Und das wird hoffentlich so bleiben, denn bislang droht keine Absetzung der 18-minütigen fiktiven Party aus Anlass des 90. Geburtstages von Miss Sophie in den dritten ARD-Programmen. Tradition hat sich eben durchgesetzt. Wer es nicht abwarten kann, für den gibt es hier bei YouTube eine hintersinnige Persiflage des Originals mit Madame Merkel und Nicola Sarkozy mit dem Titel „Der 90. Rettungsgipfel“ 

 

Eigentlich hatte ich für das Finale der Deutschen Pokalmeisterschaft 2016 zumindest auch die beiden gleichen Verdächtigen erwartet: OSG Baden-Baden und die SG Porz. Und deshalb schwirrte bei mir auch „Dinner for One“ im Kopf. Darauf, dass es auch anders kommen könnte, verschwendete ich keine Gedanken. Schließlich ist für das Team von Wilfried Hilgert, der 1955 mit einem Startkapital von 5000 Mark ein Geschäft als Grundstücks- und Immobilienmakler begann und dessen Besitz bereits Mitte der 1960er-Jahre Häuser mit 1200 Wohnungen umfasste, nach dem Rückzug aus der Bundesliga zur Saison 2007/08 das Pokalfinale der wahre Saisonhöhepunkt. Und im Finale hat man es der Konkurrenz vor allem aus Baden-Baden häufig genug gezeigt. Zuletzt 2013 mit den Herren Loek van Wely, Wladimir Baklan, Jan Timman und Christopher Lutz, als man den Pott nach NRW holte.

 

Für den Mäzen, der in Parey in Sachsen-Anhalt geboren [8. Juni 1933] wurde und in den 1970er-Jahren Marktführer für Matjesherige in der Bundesrepublik Deutschland war, dürfte das sowohl ein schachliches Geburtstagsgeschenk als auch sicherlich eine große Genugtuung gewesen sein.

 

Hilgert,Wilfried_1963_von Wikipedia

Wilfried Hilgert 1963

Immerhin hat Wilfried Hilgert selbst 20 Jahre in der 1. Mannschaft der SG Porz gespielt, und dass sein von ihm über Jahre finanziell unterstützte Verein die höchste deutsche Spielklasse verließ, war nicht einer Laune geschuldet, sondern Hilgert war mit der neuen, vom Deutschen Schachbund unabhängigen Form der Mannschaftsmeisterschaft als „Bundesliga e.V.“ nicht einverstanden. Und das aus nachvollziehbaren Grund. Ihm missfiel nämlich die dadurch eingeleitete Vernachlässigung des Amateur- und vor allem des Jugend-Bereichs. Nach wie vor unterstützt Hilger jedoch die SG Porz und dabei vor allem die mehr als 20 Jugend-Teams.

 

Und klar ist auch, dass das sportliches Ziel in der Saison 2015/16 natürlich die Pokalendrunde [30. April/1. Mai] war. Ich formuliere bewusst Vergangenheit, denn diesmal scheiterte man bereits am zurück liegenden Wochenende [5./6. März] im Achtelfinale. Dabei stand mit Vladimir Baklan [El0 2617], Christopher Lutz 2539], Erik van den Doel [2573] und Arkadij Rostein [2506] ein erstklassiges Quartett bereit, um den im Eloschnitt mehr als 270 Punkte schwächeren Hamburger SK – aus dem Erstliga-Aufgebot war lediglich Lubomir Ftacnik dabei – deutlich zu bezwingen. Aber, und Sie werden mir hoffentlich den folgenden „Stehsatz“ nachsehen – Der Pokal hat seine eigenen Gesetze – und das gilt auch im Schach!

 

Ftacnik [2555] an 1 hielt das wichtige Remis gegen Baklan ebenso wie Björn Bente [2281] an 3 gegen van den Doel. Dass Markus Lindinger [2302] gegen Arkadj Rotstein verlor, spielte insofern keine Rolle, weil Georgios Souleidis [2412] – das ist der Chefredakteur der Bundesliga-Webseite – Lutz bezwang. Beim 2:2-Unentschieden nach Brettpunkten musste die Wertung entscheiden, und da kam bei den beiden Siegpartien ein 3:1 für den HSK heraus. Dumm gelaufen also für Porz, denn nach 2015 wurde erneut die Endrunde verpasst.

 

Doch wer nun dachte, dass die Hamburger nun mit Zweitliga-Neuling SC Rotation Pankow im Viertelfinale leichtes Spiel hätten, der irrte „mächtig gewaltig“. Souleidis gewann zwar erneut seine Partie – diesmal gegen Clemens Rietze. Da aber Benjamin Dauth an Brett 1 Ftacnik bezwingen konnte – die beiden restlichen Partien endeten remis – musste wiederum die Wertung entscheiden, und da waren die Berliner mit 4:3 die Glücklicheren. Wie im Vorjahr sind sie also erneut im Halbfinale und hofften natürlich, bei der Auslosung nicht gleich auf Pokalverteidiger Baden-Baden zu treffen, dem man im Endspiel am 10. Mai 2015 in Magdeburg ehrenvoll 1:3 unterlegen war.

 

Apropos Baden-Baden. Nach Teningen, wo der SC Emmendingen die Gruppe 3 ausrichtete, waren mit den Nationalspielern Georg Meier und Liviu-Dieter Nisipeanu, sowie Andreas Heimann und Fabian Döttling ein wahrlich starkes Team angereist. Nisipenau und Döttling hatten 2015 den Pokal gewonnen. Dass die BG Buchen beim 0:4 ohne Chance war, kam erwartet, aber dann wartete der Gastgeber, der Spitzenreiter der Oberliga Württemberg ist. Und der konnte zumindest mit Dr. Igor Rausis, Normunds Miezis und Andrei Sokolow auf ein starkes Trio zurück greifen. Taktisch klug ließ sich der Baden-Badener Vierer zunächst auf vier Unentschieden ein, um dann im Blitz einen deutlichen 3,5:0,5-Sieg einzufahren. Das nennt man dann Cleverness …

 

Was die fünf Bundesliga-Klubs angeht, die im Achtelfinale dabei waren, so musste einer im Viertelfinal-Duell SK Norderstedt vs. SF Berlin auf der Strecke bleiben. Das Bundesliga-Schlusslicht aus Schleswig Holstein hatte mit Michael Kopylov [Brett 4] sowie Falko Meyer, Thomas Kahlert und Ralf Bohnsack [an 13-15 gemeldet] vier Mann aus dem Bundesliga-Aufgebot zur Stelle, während die Hauptstädter nur im Lokalderby gegen Gastgeber SC Kreuzberg mit Rainer Polzin dagegen hielten. Gegen Norderstedt wurden ausschließlich Oberliga-Spieler aufgeboten – und das reichte dann doch nicht, den man verlor 1,5:2,5.

 

Der Jugend die Verantwortung war auch das Motto für den USV TU Dresden in Röhrbach, der mit U16-Weltmeister Roven Vogel, Hans Möhn, Christoph Glinzer und Tim Oel – alle aus der zweiten Mannschaft der Sachsen – in Röhrnbach antrat. Gegen die SG 1871 Löberitz ging das mit 2,5:1,5 gut, gegen die SF Deizisau allerdings wurde deutlich mit 1:3 verloren.

 

Logo_DeizisauLeader des Oberliga-Klubs aus der Württemberg war Rustem Dautov, der mit einer aktuellen Elo-Zahl von 2605 immerhin auf Platz 6 der nationalen Rangliste liegt [Stand 1. März 2016]. Der inzwischen 50-Jährige [*28. November 1965] gewann übrigens im Vorjahr mit Baden-Baden den Pott und ist inzwischen nach Deizisau gewechselt, weil er wohl nur noch zur Freude Schach spielt. Aber der Pokal ist so eine Veranstaltung, und so wird es Rustem gefreut haben, dass er mit seinem Punktgewinn gegen Hans Möhn großen Anteil daran hat, dass sein neuer Verein erstmals in seiner Geschichte das Halbfinale erreicht hat.

 

Der Spielort steht übrigens noch nicht fest, doch ich gehe einmal davon, dass entweder Baden-Baden oder Deizisau als Ausrichter bereit stehen werden.

 

Alle Ergebnisse der Deutschen Schach-Pokal-Meisterschaft für Mannschaften 2015/2016, wie sich dieser Wettbewerb konkret nennt, finden Sie auf der DSB-Turnierseite unter http://www.schachbund.de/dpmm2016/articles/dpmm2016.html .

 

 

 

Bildnachweise

  • Rustem Dautov: Von Stefan64 – Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=24619243
  • Wilfried Hilgert 1963: Von GFHund – Eigenes Werk, CC BY 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=11106058

 

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