Urlaub und Schachspielen, geht das? Aus Reykjavik berichtet ULLA HIELSCHER

 

Robert Fischer

Robert Fischer

Da ich immer gerne Turniere in interessanten Ländern spiele, spiele ich vom 8. – 16. März das Reykjavik Open mit. Im März ist es auf Island recht kalt, vor allem weil ein kalter Wind weht. Auch liegt an einigen Stellen Schnee, der  aber immer wieder mal wegtaut. Es gibt einen Spruch, dass man, wenn das Wetter in Island schlecht ist, man nur 10 Minuten warten muss, dann ändert es sich wieder. Allerdings kann es auch passieren, dass es sich vom schlechten Wetter in noch schlechteres verwandelt. Ich bin seit Samstag in Reykjavik und da das Turnier erst am Dienstag begann, habe ich am Sonntag eine Tour an die Südküste gemacht. Dort ist es landschaftlich sehr schön, allerdings muss man am Meer aufpassen, da die Wellen recht viel Gewalt haben, und falls man von ihnen erfasst wird, wird man aufs Meer hinausgezogen. Viele Touristen haben im Meer ihre Kameras verloren, da sie auf der Suche nach einem schönen Motiv alle Warnungen in den Wind geschlagen haben und sich nur retten konnten, indem sie ihre Kameras opferten.

 

Ich war jedenfalls vorsichtig und habe die Motive aus sicherem Abstand fotografiert.

 

Am Montag bin ich dann zu Fuß durch Reykjavik gelaufen und habe mir viele interessante Sehenswürdigkeiten angesehen.

TurnierseiteResultate

 

Dienstag startete das Turnier endlich mit 235 Teilnehmern aus 31 Ländern. Zur Eröffnung gab es schöne Musik.

 

Die ersten 25 Bretter werden live übertragen.

Das Turnier ist sehr stark besetzt, die Nummer 1 der Setzliste ist Shakhriyar Mamedyarov mit 2747 Elo

 

Die Nummer 2 Dmitry Andreikin mit 2732 Elo

 

Auch Robert Fischer spielt mit (Foto oben rechts), allerdings nicht ganz so stark, wie der „echte“ Bobby Fischer.

Ich durfte in der ersten Runde gegen die für Bad Königshofen spielende IM Tania Sachdev  spielen und nach guter Eröffnung wurde dann eine kleine Nachlässigkeit von mir gnadenlos bestraft, so dass ich meiner Gegnerin zum Sieg gratulieren konnte.

 

 

Der Spielsaal in der Harpa ist sehr großzügig bemessen, man hat viel Platz.

 

In der ersten Runde setzten sich fast immer die Favoriten durch.

 

Jetzt hatte ich Zeit für eine Nordlicht Tour mit dem Schiff. Die Sonne stößt regelmäßig starke Winde aus. Mit riesiger Geschwindigkeit rasen diese in Richtung Erde und werden durch das Magnetfeld zu beiden Pole abgelenkt. Dort stoßen sie mit Luftteilchen zusammen und bringen diese schlussendlich zum Leuchten. Dies geschieht meist über den Wolken in einer Höhe von bis zu 400 Kilometern. Es gibt unterschiedliche Stärken, in denen man diese sehen kann von 0 – 9, wobei 9 fast nie vorkommt. Auf meiner Tour wurde die Stärke 3 erreicht, allerdings konnte man die Lichter nur schwach sehen, aber auch das war ein toller Anblick. Zum Glück gab es auf dem Schiff jemand, der meine neue Kamera so eingestellt hat, dass ich die Polarlichter fotografieren konnte, es ist allerdings ein seltsames Gefühl, wenn man während des Fotografierens nur dunklen Himmel sieht und später auf dem Bild dann die farbenfrohen Lichter. Unterwegs konnte man an einer Stelle auch ohne Kamera Polarlichter sehen, die ich aber da noch nicht fotografieren konnte, da die Kamera noch falsch eingestellt war.

Bei der Nordlicht Tour bekommt man eine zweite Chance, wenn diese nicht so gut zu sehen waren, d.h. ich kann mit dem Ticket am Freitag einen neuen Versuch starten.

 

Am Mittwoch gab es dann eine Doppelrunde und somit keine Zeit zum Fotografieren. Am Morgen spielte ich gegen einen von der Rating her schwachen Jugendlichen. Die Eröffnung war fast die selbe wie in der ersten Runde von mir, nur mit der anderen Farbe und mit dem Unterschied, dass ich sie mit Weiß recht harmlos spielte. Frei nach dem Motto von Petrosian, dass es sehr viel leichter ist aus einer ausgeglichenen Stellung auf Gewinn zu spielen als aus einer schlechten, schaffte ich es, meinen Gegner in ein verlorenes Endspiel zu bringen. Nach diesem hart erarbeiteten Punkt ging ich erst mal einkaufen. In der Nachmittagsrunde bekam ich dann einen Senior. Hier lief es eigentlich ganz gut, aber irgendwann wurde ich, obwohl viel jünger als mein Gegner, müde und stellte einen wichtigen Bauern und später die Partie ein.

 

In der dritten Runde gab es an den oberen Brettern einige Überaschungen:

 

Die Nummer 1 und Nummer 2 der Setzliste wollten ihre Kräfte schonen und holten sich ein kampfloses bye, welches mit einem halben Punkt bewertet wird. Nummer 3 Richard Rapport (Elo 2720) und Nummer 4 Gabriel Sargissian (Elo 2702) spielten, konnten es aber nicht ausnutzen, dass zwei Konkurrenten einen halben Punkt abgaben, sondern kamen gegen jeweils mehr als 200 Ratingpunkte schwächere Gegner nur zu einem Remis. Es führt GM Alexander Shabalov mit einem halben Buchholz Punkt Vorsprung vor 10 weiteren Spielern mit 3 Punkten, darunter auch Elisabeth Pähtz.

 

 

Und eine kitschige Häuserfront:

 

 

Morgen beginnt die Runde erst um 17 Uhr (18 Uhr nach deutscher Zeit). Vorher nehme ich an der vom Veranstalter organisierten Golden Circle Tour teil.

 

Fotos vom Nationalmuseum Island

 


2 Antworten auf Drei Tage Island – Drei Tage Schach und Touren durch Land und Stadt

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