Titelverteidiger OSG Baden-Baden, Hamburger SK, SK Schwäbisch Hall und SC Bad Königshofen sind im Rennen – Von RAYMUND STOLZE

 

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Wird die Ex-Weltmeisterin mit dabei sein?

Samstag

Sonntag

Seit Einführung der Frauen-Schach-Bundesliga in der Saison 1991/92 – damals trug sich Lasker Steglitz Berlin als Erster vor Rotation Pankow, das heute zweitklassig ist, und dem Hamburger SK in die Siegerchronik ein – war ein Saisonfinale noch niemals so spannend. Jedenfalls kann nach dem Tabellenstand vor der finalen Doppelrunde am kommenden Wochenende [19./20. März] der Meister aus einem Quartett gekürt werden.

 

Am aussichtsreichsten sind sicherlich die Damen von Titelverteidiger OSG Baden-Baden, denen der zehnte Meistertitel winkt. Auf Anhieb war der Verein als Aufsteiger in der Spielzeit 2003/03 – damals hieß er noch SG Baden-Oos – ungeschlagen mit 21:1 Punkten Deutscher Vereinsmannschaftsmeister geworden. Lediglich gegen den Tabellenzweiten Dresdner SC wurde beim 3:3 ein Unentschieden zugelassen.

 

Von der Meisterschaft der „ersten Stunde“ ist mit Ketino Kachiani-Gersinska, Jekaterina Kowalewskaja, Elena Sedina und Iamze Tammert immerhin noch ein Quartett dabei, das in der 25. Spielzeit 2015/16 nunmehr Titel Nummer 10 im Visier hat.

 

Doch schauen wir auf die Tabelle, um eine möglichst objektive Prognose abzugeben, wobei gleich anzumerken ist. Wenn am Ende bei den Mannschaftspunkten Gleichstand ist, gibt es diesmal keinen Stichkampf, sondern es entscheiden die Brettzähler, und da hat Baden-Baden immerhin 2,5 Punkte Vorsprung für dem derzeit punktgleichen Duo Hamburger SK und sogar drei vor dem SK Schwäbisch Hall.

 

Frauenbundesliga_2015_16_Vor dem_FinaleTabelle vor den beiden Finalrunden (Quelle: Ergebnisdienst)

 

Was das Restprogramm angeht, so hat der Spitzenreiter mit den Burgfräuleins von den SF Friedberg und zum Abschluss mit dem Meister von 2014 SC Bad Königshofen sicherlich schwere Prüfungen zu bestehen. Es wird also darauf ankommen, ob möglichst das beste Aufgebot zur Verfügung steht. Da die Frauen-WM beendet ist – Maria Musitschuk verlor die WM-Krone am Montag [14. März] nach einer klaren 3:6-Match-Niederlage [+0 =6 – 3] gegen ihre Herausforderin Hou Yifan, die damit wieder Weltmeisterin ist, kann mit ihr und Schwester Anna gerechnet werden. Es scheint ferner keineswegs unmöglich, dass auch Viktorija Cmilyte und Exweltmeisterin Antoaneta Stefanowa dabei sein wird. Alexandra Kostenjuks Einsatz halte ich dagegen für ziemlich ausgeschlossen, denn die Russin gehört zu den Live-Kommentatoren in Moskau beim WM-Kandidatenturnier.

 

Bad Königshofen, das in Runde 8 die bisher einzige Niederlage gegen den SK Schwäbisch Hall mit 2,5:3,5 kassierte, und die war wirklich unglücklich, wie man so sagt, kann freilich unbeschwert aufspielen. Erst einmal müssen Brettpunkte gegen Aufsteiger Karlsruher SF her, der den Klassenerhalt sicher hat, und dann kann man den Showdown gegen Baden-Baden genießen. Bei einem Sieg würde man zwar an dem neunfachen Meister vorbei ziehen, aber da sind noch der Hamburger SK, der eine sensationelle Saison hinlegt und nach neun Spieltagen als einziges Team ohne Niederlage ist, und der SK Schwäbisch Hall. Beide treffen zum Abschluss ebenfalls aufeinander, und aus Sicht der Königshoferinnen wäre das ideale Resultat ein 3:3-Unentschieden. Dann hätten die beiden nämlich auch je vier Minuspunkte, vorausgesetzt, sie gewinnen zuvor gegen Kiel und Deizisau. In diesem Fall entscheiden dann die Brettpunkte, wie schon erwähnt, und da bringt Bad Königshofen derzeit 39 auf die Wage – soviel wie auch Baden-Baden.

 

Was den Abstieg angeht, so ist der so gut wie entschieden. Neuling Grün-Weiß Niederwiesa ist mit 0:18/11,0 nicht mehr zu retten. Das gilt sicherlich auch für den SK Lehrte [2:16/9,0]. Sollte das Team aus Niedersachsen das Keller-Duell gegen Niederwiesa gewinnen, dann müssten auch noch die Rodewischer Schachmiezen bezwungen werden, was zumindest auf dem Papier unmöglich erscheint. Nur wenn dann zur gleichen Zeit die Karlsruher SF sowohl gegen Bad-Königshofen als auch gegen Friedberg verlieren würde das Wunder vom Klassenerhalt Realität werden …

 

Entschieden wird schließlich auch die Wahl für die „Bundesliga-Spielerin des Jahres“, und das in zwei Kategorien. Diese Auszeichnung vergibt der Schach-Ticker bereits zum dritten Mal und wir freuen uns, dass die Künstlern Elke Rehder dafür zwei sehr schöne Holzschnitte gespendet hat, die sie zur berühmten Schachnovelle von Stefan Zweig geschaffen hat.

 

Beste Chancen auf den Titel „Nachwuchsspielerin der Saison“ – hier dürfen die Kandidatinnen beim Start in die Spielzeit 2015/16 [26. September 2015] noch nicht 23 Jahre alt gewesen sein – haben gegenwärtig Diana Baciu [*26. März 1994] vom Hamburger SK [5,5/7], Dina Belenkaja [*7. März 1996] von den SF Friedberg [4,5/6] und Yuliya Naiditsch [*20. Oktober 1994] von den SF Deizisau [6/9].

 

In der Königsklasse „Bundesliga-Spielerin des Jahres“, die bei der Premiere die Ungarin Nikoletta Lakos vom zweifachen deutschen Meister USV Volksbank Halle mit 8/11 gig, der sich leider nicht nur aus der höchsten deutschen Spielklasse vom Spielbetrieb zurück gezogen hat, führt mit 7/7 „Miss sieben auf einen Streich“ Iamze Tammert vom OSG Baden-Baden. Ihr dicht auf den Fersen sind Vereinskollegin Jekaterina Kowalewskaja [6/7] sowie Tatjana Melamed vom SC Bad Königshofen [7/8]. Die Wertung ist übrigens höchst einfach: Gewinner sind jene beiden Frauen, die prozentual das beste Ergebnis erzielt haben. Bei Gleichstand entscheidet der Elo-Durchschnitt der Gegnerinnen.

 

Und hier sind die Ansetzungen der 10. und 11. Runde, wobei Spielbeginn am Sonnabend um 14 Uhr und am Sonntag um 9 Uhr ist. Gastgeber sind der SK Lehrte, die SF Friedberg und der SK Doppelbauer Kiel.

 

Sonnabend, 19. März

  • SK Lehrte– SV Grün-Weiß Niederwiesa
  • SK Großlehna – Rodewischer Schachniezen
  • SF Friedberg – OSG Baden-Baden
  • SC Bad Königshofen – Karlsruher SF
  • Doppelbauer Kiel – SK Schwäbisch Hall
  • Hamburger SK – SF Deizisau

 

Sonntag, 20. März

  • Rodewischer Schachmiezen – SK Lehrte
  • SV Grün-Weiß Niederwiesa – SK Großlehna
  • Karlsruher SC – SF Friedberg
  • OSG Baden-Baden – SC Bad Königshofen
  • SF Deizisau – SK Doppelbauer Kiel
  • SK Schwäbisch Hall – Hamburger SK

 

 

Spielpaarungen, Ergebnisse und Tabellen gibt es beim Ergebnisdienst für die Frauenbundesliga 2015/16.

 

 

P.S.: Gute Nachricht kommt von Andreas Albers, Mannschaftsführer des Hamburger SK, denn an beiden Tagen gibt es eine Live-Übertragung vom Bundesliga-Finale in Kiel. Und hier sind die Links:

 

Für Sonnabend:

 

Für Sonntag:

Live-Blogs  wird es vom Frauen-Bundesliga-Showdown an beiden Tagen auch aus der Sicht von Baden-Baden [ http://gubler-chessblog.blogspot.de/ ] und Schwäbisch Hall [ http://www.thomas-marschner.de/] geben.  

 

Bildnachweis

  • DSB: http://www.schachbund.de/news/maria-musitschuk-war-die-beste-in-sotschi.html

 

 

 

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