Schauen Sie doch mal kurz rein!


Eher Kurz und Knapp zum WM-Match in Lviv

Game 9

 
Ein Match zwischen Alexander Areshchenko und Bai Jinshi bekam erstaunlich viel Medienaufmerksamkeit – es lag wohl daran, dass nicht diese beiden (elomässig vergleichbaren) gegeneinander spielten, sondern ihre Landsfrauen Mariya Muzychuk und Hou Yifan, und dass es ein WM-Match war. Da es so besser passt, habe ich im ersten Satz die Rollen von Ukraine und China umgedreht. Zum einen gibt es keinen mit Hou Yifan direkt vergleichbaren Chinesen, zum anderen sind die mit Anna Muzychuk vergleichbaren Ukrainer Olexandr (Bortnyk) und Alexander (Zubarev) beim Publikum wohl noch unbekannter – Bai Jinshi spielt, wie Areshchenko, immerhin in der deutschen Bundesliga. Das ist generell mein Ansatz zum Frauenschach: es interessiert mich nicht unbedingt mehr als Männer-/geschlechtsneutrales Schach vergleichbaren Niveaus. Aber für ein WM-Match mache ich eine Ausnahme.

 

Im Teaser nur noch die nackten Fakten: Hou Yifan gewann die zweite, fünfte und neunte Partie, der Rest remis. Endstand also 6-3, und damit war das Match nach neun von zehn angesetzten Partien vorzeitig beendet – dieses Ergebnis entsprach ziemlich genau der Eloerwartung. Das Foto (alle Fotos Vitaliy Hrabar – Turnierseite) zeigt beide zu Beginn der neunten und letzten Partie.

 

Eher im Schnelldurchlauf durch die neun Partien: In der ersten Partie hatte Hou Yifan Schwarz, und überraschte ihre Gegnerin wohl mit (1.e4) e5!? und nach 2.Sf3 Sc6!? . In Wijk aan Zee spielte sie dieses Jahr zweimal Russisch, Idee war wohl gegen sehr starke Gegner auf remis zu spielen: gegen Caruana funktionierte es, gegen Carlsen nicht da sie furchtbar patzte. Im Showmatch gegen den chilenischen IM Cristobal Henriquez erlaubte sie einmal Italienisch, aber das konnte man als „Vorbereitung für das WM-Match verstecken“ interpretieren. Sonst spielt sie auf 1.e4 praktisch nur Sizilianisch. Mariya Muzychuk entschied sich, wohl um gegnerische Vorbereitung zu vermeiden, gegen ihr übliches Schottisch und für Italienisch. Früh verbrauchte sie viel Bedenkzeit (im Video wirkte sie auf mich sehr nervös). Heute hatte es keine Folgen: zum einen tauchte auch Hou Yifan öfters mal ab, zum anderen war die Stellung durchgehend ausgeglichen und nicht allzu kompliziert, remis dann nach 31 Zügen. So viele Worte zu einer Partie die man eigentlich eher „vergessen“ oder ignorieren kann, um psychologische Aspekte anzudeuten.

 

In der zweiten Partie war weder 1.e4 von Hou Yifan noch 1.-e5 nebst offenem Spanier von Muzychuk eine Überraschung. Schwarz stand aus der Eröffnung heraus gut (nicht besser, aber auch nicht schlechter) – Muzychuks Vorbereitung war gut, dem Vernehmen nach haben ihr diverse starke Ukrainer dabei geholfen. [In der abschliessenden Pressekonferenz nannte sie Namen: Eljanov, Kryvoruchko und (Anna) Muzychuk.] Dann kam sie in Zeitnot, verlor den Faden und bekam von Hou Yifan eine Tracht taktische Prügel. Schön anzusehen, aber nicht allzu kompliziert – Schwarz hat sich mehr oder weniger selbst besiegt.

 

Dritte Partie: Muzychuk wechselte zu 1.d4 nebst Katalanisch. Etwas Vorteil hatte sie, aber nicht genug – remis.

 

Vierte Partie: Wieder ein offener Spanier, und (Team) Hou Yifan kopierte diesmal die Partie Caruana-Wei Yi, gespielt am 27. Januar in Wijk aan Zee bzw. genauer gesagt (Tata Steel Chess on Tour) Utrecht. Der junge Chinese war schlecht vorbereitet bzw. wurde überrascht und verlor. Die etwas ältere aber auch noch junge Ukrainerin hatte eine Verbesserung parat und konnte spektakulär zum Dauerschach-Remis abwickeln. Dass Hou Yifan kurz vor Schluss eine Dreiviertelstunde für zusammen 18.Dc2 und 19.Dxc5 investierte, konnte daran nichts mehr ändern. Vielleicht etwas naiv von Team Hou Yifan, eine Partie auf hohem Niveau zu kopieren ohne mit gegnerischen Verbesserungen zu rechnen. Noch schlechter hatte es Team Carlsen (mit, wie sich später herausstellte, u.a. Mickey Adams) im WM-Match in Sotschi gemacht: Sie kopierten eine Remispartie Aronian-Adams, Bilbao 2013, aber (Team) Anand hatte eine Verbesserung in petto und gewann glatt. In beiden Fällen blieb es am Ende ohne Folgen. Was Team Hou Yifan betrifft: Wie schlimm es ist, der Gegnerin ein lockeres Schwarzremis zu gönnen, ist abhängig von der Matchsituation – bei Gleichstand oder gar Rückstand wäre es (noch) ärgerlicher.

 

Fünfte Partie: Dem Regelwerk entsprechend hatte Hou Yifan wieder Weiss und versuchte nun 1.c4 nebst einer Art Reti-Aufbau. Muzychuk konnte problemlos ausgleichen und hatte vielleicht sogar leichte Vorteile, aber es wurde remis. Hou Yifans Doppel-Weiss hat sie also schadlos überstanden, konnte sie nun ins Match zurückkommen? Die Antwort kennt der Leser bereits, aber es war durchaus möglich:

 

Sechste Partie: Wieder 1.e4 nebst Italienisch, diesmal wählte Hou Yifan einen riskanteren Aufbau (7.-h6, 8.-g5, 9.-g4). Später war 18.-Lc5?! ungenau, Muzychuk konnte mit 19.f6! profitieren und zumindest die Initiative übernehmen. Tat sie nicht, stattdessen kam sie in Zeitnot, verlor den Überblick und die Partie. Deja vu, und nun war das Match quasi entschieden.

 

Siebte Partie: Wieder ein offener Spanier, diesmal hatte Muzychuk wieder keine Probleme. Nach 54 Zügen gewann sie im Turmendspiel gar einen Bauern und versuchte bis zum 81. Zug, diesen Vorteil zu verwerten. Aber am Ende Remis, und auch ein Plusremis mit Schwarz war in dieser Matchsituation zu wenig.

 

Achte Partie: Langes zähes Manövrieren, Muzychuk mit Weiss hatte Raumvorteil aber nichts Konkretes – remis.

 

Neunte Partie: Nun musste Muzychuk mit Schwarz gewinnen und entschied sich (siehe Titelbild) für Sizilianisch. Hou Yifan reichte ein Remis, also spielte sie betont solide. Am Ende gewann Weiss, wohl weil Schwarz unbedingt gewinnen musste – für das Gesamtfazit zum Match betrachte ich diese Partie als eher irrelevant.

 

Ja und was ist nun das Gesamtfazit? Aus meiner Sicht gibt es Parallelen zum ersten WM-Match Anand-Carlsen in Chennai. In beiden Fällen spielte der Titelverteidiger/die Titelverteidigerin zu Hause, was nicht unbedingt ein Vorteil ist. In beiden Fällen gewann der Favorit/die Favoritin eher weil der Gegner/die Gegnerin sich selbst geschlagen hat. Betrifft Heimvorteil für Muzychuk: Nichts genaues weiss man nicht, aber laut Gerüchten hat (Ex-)Kollege Raymund Stolze in seiner Vorschau zum Match unrecht. China hatte demnach durchaus Interesse an diesem Match, aber FIDE gönnte es ihnen nicht schon wieder bzw. Team Muzychuk protestierte womöglich hinter den Kulissen. Schliesslich hatte Hou Yifan zuvor gegen Ushenina Heimvorteil, und China hatte Team Ushenina milde gesagt schlecht behandelt. Dem war so, auch wenn Hou Yifan-freundliche westliche Medien das weitgehend ignorierten oder als vage Gerüchte bezeichneten. Oder sie sagten, z.B. Ian Rogers für den amerikanischen Schachverband: Es war (auch laut Usheninas Sekundant Khalifman) nicht matchentscheidend, also war es kein Skandal. China konterte diesmal offenbar: Dieses WM-Match wurde (siehe Titelbild) quasi in einem Wohnzimmer unter Ausschluss der Öffentlichkeit ausgetragen, und die Liveübertragung wurde aus Angst vor Cheating 30 Minuten verzögert. Umstritten aber aus meiner Sicht kein Drama, dem Vernehmen nach wollte China das so.

 

Wie geht es weiter für beide? Diesmal keine Vorschau auf weitere Turniere, sondern Spekulationen zur weiteren Karriere. Ich beginne mit Mariya Muzychuk, da ist es – verglichen mit eigenen und/oder Fan-Erwartungen – aus meiner Sicht einfacher zu beantworten.

 

Muzychuk gut gelaunt

 

Sicherheitskontrollen vor der Partie gehörten auch dazu, Muzychuk akzeptierte diese lächelnd – und behielt generell trotz Matchsituation gute Laune. Sicher hatte sie sich mehr erhofft, vielleicht auch mehr erwartet, aber das (Schach-)Leben geht natürlich weiter. Sie hat sich – im Gegensatz zu Ushenina – in der Damen-Weltspitze etabliert, und auch den Schatten ihrer Schwester Anna verlassen.

 

Muzychuks

 

Das (aus der Rubrik „Players“ in der Galerie auf der Turnierseite) ist wohl ein Foto aus dem Archiv, andere zeigen beide mit Pokalen sowie Hou Yifan mit blonder Gegnerin (Ushenina). Die beiden Schwestern verstehen sich offenbar prima, und Anna gönnt Mariya ihre Erfolge absolut.

 

Hou Yifan Siegerlächeln

 

Hou Yifan hier mit Siegerlächeln, aber wie geht es für sie weiter? Fan- und vielleicht auch eigene Erwartungen sind deutlich höher als für Mariya Muzychuk. Ob IM David Martinez von/für chess24 ein Fan von Hou Yifan ist, kann ich nicht abschliessend beurteilen (Hou Yifan hat für chess24 Videos produziert), jedenfalls schreibt er in seinem Artikel „Hou Yifan ist in toller Form und scheint den Sprung über 2700 bald schaffen zu können.“. In der englischen Version steht danach noch „and beyond“ (und darüber hinaus), dafür fehlt da „soon“ (bald). Und auf Spanisch – vermutlich das Original, jedenfalls früher veröffentlicht – steht weder „and beyond“ noch „soon“ [ich kann Spanisch nur lesen, diese Begriffe nicht selbst einfügen]. Ach, Übersetzungen (nicht vom Autor selbst?) ergänzen manchmal Details, die so nicht beabsichtigt oder geplant waren? [Update: Inzwischen habe ich das mit David Martinez geklärt, der zwischendurch das Kandidatenturnier kommentierte. Tatsächlich ist Spanisch das Original – er denkt, dass Hou Yifan 2700 erreichen wird, aber eher nicht „soon“ und nicht unbedingt viel mehr. Das hatten Übersetzer ergänzt/“verbessert“.] Übrigens schreibt Martinez auch „Am Endergebnis lässt es sich nicht unbedingt erkennen, aber auch Mariya Muzychuk zeigte, dass ihr Eloanstieg der letzten Monate kein Zufall war.“ Für chess.com hatte sich (der aktuell ziemlich inaktive und elomässig unter 2600 stagnierende) GM Robert Hess in seiner Vorschau um den Titel „voreingenommenster Journalist aller Zeiten“ beworben, u.a. steht da „Unfortunately, some of Hou Yifan’s shortcomings were also on full display in Wijk aan Zee.“ [Leider {sic} zeigte Hou Yifan in Wijk aan Zee auch offensichtliche Schwächen]. Was heisst hier „leider“? Schwächen hat sie nun einmal, wie andere auch. Dass er dann auch den Austragungsort Lviv kritisiert, sei’s drum.

 

Bevor ich das Martinez-Zitat selbst kommentiere (habe ich auf chess24 im englischen Artikel bereits getan), vergleiche ich Hou Yifan „hinkend“ mit zwei anderen. Zunächst der bereits erwähnte Alexander Areshchenko. Gut, er ist etwas (ca. acht Jahre) älter. Im Gegensatz zu Hou Yifan hatte er bereits einige Zeit (September 2012 bis April 2014) Elo stabil über 2700. Was für Turniere spielt er? Wie andere vergleichbaren Niveaus vor allem Opens und Mannschaftskämpfe (u.a. Bundesliga für Werder Bremen), hochkarätige Rundenturniere weitgehend Fehlanzeige – bis auf ukrainische Meisterschaften, für die er sich wohl qualifizierte und bei der mitunter auch 2700er mitspielen. Dann, da der Vergleich oft gemacht wird, Judit Polgar. Zu ihren besten Zeiten bekam sie hochkarätige Einladungen, die „Josef Polgar“ (um den ähnlicheren aber vorbelasteten Vornamen Judas zu vermeiden) auch bekommen hätte. Polgar schaffte es auch mehrfach in die ungarische Männer- (bzw. „offene“) Nationalmannschaft, nicht weil die unbedingt eine Frau im Team haben wollten, sondern weil sie leistungs- (Elo-)mässig dazu passte. Das schaffte meines Wissens sonst nur Viktoria Cmilyte für Litauen (keine Schachhochburg), vielleicht noch andere für noch kleinere Schachländer. In China ist die Konkurrenz vielleicht noch grösser als in Ungarn (allerdings auch oft Medaillenkandidat), und Hou Yifan wird im Damenteam gebraucht. Dennoch: auch das zeigt aus meiner Sicht, dass Hou Yifan zwar die Damen-Schachwelt dominiert, aber noch keine „Nachfolgerin von Judit Polgar“ ist.

 

Um nun meinen Kommentar auf chess24 zu duplizieren: Ob Hou Yifan im WM-Match „tolle Form“ zeigte, sei dahingestellt – aus meiner Sicht sagt es ohnehin wenig über ihr Potential „zwischen den Männern“. Warum sollte Hou Yifan den Sprung über 2700 „bald“ schaffen? Das versucht sie seit etwa 1 1/2 Jahren, stagniert allerdings elomässig im Bereich 2660-2685. Vielleicht wird sie zum „grenzwertigen“ 2700-Spieler, mal knapp darüber, dann wieder nicht – wie der bereits erwähnte Areshchenko und viele andere (Namen dürfen Leser selbst „erfinden“, u.a. auch einer der vor kurzem den Schachverband gewechselt hat). Vielleicht kann sie sich auch über 2700 stabilisieren. Vielleicht wird sie tatsächlich Nachfolgerin von Judit Polgar, das hiesse dass sie „auch als Mann“ Superturnier-Einladungen bekommen und verdienen würde. Vielleicht auch nicht, das ist nur die optimistischste Version aus Sicht von Hou Yifan bzw. Fansicht.

 

Disclaimer: Mir wird mitunter unterstellt, dass ich Hou Yifan „hasse“. Dem ist nicht so: ich habe sie in Wijk aan Zee als sympathisch, charmant (sehr gutes Englisch) empfunden. Nur bin ich eben nüchtern-realistisch-objektiv – „was noch nicht ist, das kann noch werden“ oder auch nicht. Wenn ich jemanden/etwas „hasse“ (übertrieben, aber ich störe mich daran bzw. mag es nicht), dann übereifrige Fans – und auch Journalisten die sich dementsprechend verhalten.

2 Antworten auf Hou Yifan ist wieder Weltmeisterin

  • Thomas Richter sagt:

    Danke für den Kommentar. Generell wollte ich Denkanstösse setzen und ein bisschen provozieren, man muss meine Meinungen nicht unbedingt (komplett) teilen.

    Der Vergleich mit Areshchenko sollte zeigen, welche (bescheidenen) Möglichkeiten mit Hou Yifan vergleichbare Spieler haben – Areshchenko, da ich ihn nun einmal im einleitenden Scherz hatte. Man könnte Hou Yifan auch mit etwa gleichaltrigen und +- gleich starken Männern vergleichen, davon gibt es jede Menge: die Russen Artemiev, Sjugirov und Fedoseev (auch Bukavshin solange er lebte), die Inder Adhiban (hat sich gerade für Tata Steel A 2017 qualifiziert) und Sethuraman, Swiercz aus Polen, Safarli aus Aserbaidschan (punktgleich mit Adhiban im Wijk aan Zee B-Turnier), Robson aus den USA.

    WM-System bei den Frauen: kompliziert …. . Selbst wenn Hou Yifan 500 Elopunkte Vorsprung auf alle anderen hätte, würde ich sie nicht von WM-Matches befreien und zur Weltmeisterin auf Lebenszeit (bzw. solange diese Situation andauert) erklären. Das KO-System ist nicht ideal, wobei der Weltcup bei den Männern (bzw. „offen“ auch für Frauen) für mich als _eine_ Möglichkeit, sich für das Kandidatenturnier zu qualifizieren, OK ist. Im Prinzip hat da jeder seine Chance – auch ein Amateurpatzer wie ich selbst könnte sich über Europameisterschaft und Weltcup für das Kandidatenturnier qualifizieren. Relevanter: das war Wei Yis Chance, und er war relativ nahe dran (wobei ich selbst nicht denke, dass er bereits soooo gut ist).

    Ich denke, dass die KO-Weltmeisterschaft bei den Frauen mehr Medienaufmerksamkeit erzeugt als die GP-Serie – damit ist sie auch für Sponsoren interessanter, und davon profitieren wiederum die Spielerinnen. Die Basis für einen kompletten WM-Zyklus ist aus meiner Sicht nicht vorhanden. Man könnte sie als Qualifikation für ein WM-Match definieren, dann hätten wir Privilegien für die amtierende Weltmeisterin – was bei den Männern kontrovers diskutiert wird, allerdings Tradition hat. Nicht vergessen: Ein System sollte immer funktionieren, nicht nur wenn einer/eine klar dominiert. Wenn es Hou Yifan nicht gäbe, sollte dann Humpy Koneru (nach Elo Nummer zwei, aber höchstens prima inter pares) Privilegien erhalten?

    „wir werden in ein paar Jahren eine bessere Mariya sehen“ – ‚in ein paar Jahren‘ verstehe ich nicht. Wir sehen bereits eine im Vergleich zu vor einem halben Jahr bessere Mariya – nicht nur wegen der KO-Weltmeisterschaft, auch danach machte sie deutliche (Elo-)Fortschritte. Und von der Erfahrung WM-Match inklusive Vorbereitung wird sie wohl auch kurzfristig profitieren – wann sonst hat jemand ihres Niveaus die Chance und die Pflicht, mit starken GMs zu trainieren?

  • Tschatarunga (schachfeld.de) sagt:

    Dein Kommentar ist sehr sachlich. Deine Vergleiche sind schwierig nachzuvollziehen.

    Ich bin ein inaktiver 2500+ Spieler und habe vor dieser WM die FIDE sehr stark kritisert.

    Denn sind wir mal realistisch. Es war ein unfaires Match. Hou spielt in einer anderen Liga wie Mariya.

    Die Clowns von der FIDE haben Hou den WM-Titel gestohlen und eine „Zwischendrin-WM“ organisiert, die diese Klassifikation nicht verdiente.

    Mariya als Weltmeisterin zu bezeichen wurde nur müde belächelt. Sie verdiente diesen Titel nicht. Allerdings hat sie grosse Fortschritte gemacht und wir werden in ein paar Jahren eine bessere Mariya sehen.

    Hou braucht nicht die letzen Reserven zu mobiliseren, dafür war die Gegnerin zu schwach. Sie trudelte langsam dem Ziel entgegen, ohne wirklich die Zähne zeigen zu müssen.

    Ich stimme übrigens nicht mit den Voraussagungen überein daß Hou bald 2700 haben wird. Du hast es hier richtig geschrieben. Sie wird diese Zahl wohl mal streifen aber in diesem Bereich bleiben. Mal etwas darüber, dann wieder etwas darunter.

    Ihr fehlt der letzte Biss zu einer wirklich sehr starken 2700++ Spielerin, also 2750 usw.

    Allerdings wird sie wohl im Laufe der nächsten Jahre härter werden, denn die männlichen Kollegen werden sie ganz schön in die Mangel nehmen.

    Ich denke, daß Hou im Augenblick noch ein wenig schwächer wie Judit Polgar in ihrer besten Zeit ist, daß sie aber dieses Niveau erreichen wird.

    [Hinweis von Thomas Richter: Hier stand „Susan Polgar“, laut Schachfreund Tschaturanga – ich habe privat nachgefragt – ein Schreibfehler. Er bat mich, dies zu berichtigen.]

    Mehr ist aber wohl nicht drin, denn es gibt Momente am Brett, in denen ein Super-GM einen Zug macht, den er nicht wirklich erklären kann, einfach aus dem Bauch heraus.

    Und das ist der winzige Unterschied …

Online spielen
Forum

Bundesliga-Statistik

de.wikipedia.org

Elo
DWZ/Spielersuche
RSS-FEED
Archive
Kategorien