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Schröder - Handke, Stellung nach 35...Txa2

Schröder – Handke, Stellung nach 35…Txa2

Ein junger Großmeisterschreck und ein Eröffnungshammer – Ein Artikel von MARC LANG

 

Am vergangenen Bundesliga-Wochenende in Dortmund gab es sportlich zwar keine Überraschungen, aber dennoch ein paar sehr interessante Momente zu beobachten. Wir haben zwei davon für Sie herausgepickt.

 

Sehr beeindruckt hat insbesondere der erst 16-jährige Kevin Schröder (SC Hansa Dortmund) in der 10. Runde gegen GM Florian Handke (Solingen). Kevin, der mit gerade einmal 2175 ELO zu Buche steht, setzte den um rund 350 Punkte schwereren Großmeister von Anfang an schwer unter Druck und erreichte schließlich folgende Stellung:

 

Das Material ist ausgeglichen, doch Weiß ist am Drücker aufgrund seines starken Läuferpaares, seiner besser postierten Figuren und insbesondere wegen des verirrten Springers auf e2, der sehr wacklig steht. Gerade diesen Umstand hätte sich der junge Dortmunder nun mit 36.g4!! zunutze machen können: Indem er seinem König ein Luftloch schafft und gleichzeitig dem schwarzen Springer weitere Rückzugsfelder nimmt (f5), droht nun vernichtend ein Abzug des Tc4, wonach der schwarze Turm a2 die Deckung des Springers nicht mehr aufrecht erhalten kann. Schwarz ist überraschend wehrlos, z.B. 36…Ta5 37.Tf7! Td8 38.Lf3 Sc3 39.Txf6! gxf6 40.Txc3 mit entscheidendem Materialgewinn.

 

Schröder spielte statt dessen das naheliegende 36.Tcc7?! , doch das erlaubte Handke, mit 36…Ta5 37.Lc4 Sc3 38.g4 Sd5 39.Lc5 Sf4! seine Stellung wieder neu zu sortieren und den weißen Vorteil klein zu halten. Sehr beeindruckend war jedoch, wie cool sein junger Gegner blieb, denn gleichwohl sich sein Vorteil verflüchtigt hatte, verlor er nicht den Faden, sondern spielte im Gegenteil weiterhin sehr stark und Handke musste sich weiterhin sehr aufmerksam verteidigen, um das Remis am Ende unter Dach und Fach zu bringen.

 

Das zweite bemerkenswerte Streiflicht stammt aus der Sonntagsbegegnung Solingen – Mülheim am Brett 5, wo GM Felix Levin auf GM Predrag Nikolic traf. Nikolic spielt bislang eine ganz hervorragende Saison und ist mit 8 aus 10 einer der Garanten für die Solinger Tabellenführung. Wir steigen ein in der Stellung nach dem 8. Zug von Schwarz:

 

Levin - Nikolic, Stellung nach dem 8. Zug von Schwarz, 8....e7-e5

Levin – Nikolic, Stellung nach dem 8. Zug von Schwarz, 8….e7-e5

 

Levin - Nikolic

Levin – Nikolic

Der Anziehende hat gegen den Igel des Schwarzen auf frühes d2-d4 verzichtet und statt dessen zunächst e2-e4 durchgesetzt, woraufhin Schwarz mit seinem 8. Zug folgerichtig ein weißes „Nachlegen“ mit d2-d4 verhindert hat. Als Levin in dieser Stellung am Zug war, lief ich zufällig gerade an seinem Brett vorbei und fragte mich, wie um alles in der Welt Weiß nun den Zug Te1 rechtfertigen will. Die scheinbar einzig möglichen Hebel sind in dieser Stellung nur noch b2-b4 und f2-f4 und für letzteren wäre der Turm weitaus besser auf f1 gestanden.

 

Doch Levin dachte gar nicht daran, seinen Turm wieder zurückzustellen, sondern zog das überraschende 9.d4!!, und ließ mich erst einmal staunend die Folgen berechnen. Schade, dass es sich bei diesem tollen Zug nicht um eine Neuerung handelte – in der Datenbank finden sich 12 Partien dazu. Nichtsdestotrotz bleibt es ein klasse Motiv, das dem weißen Aufbau den Sinn erhält. Im Wesentlichen gründet es sich darauf, dass Schwarz noch nicht rochiert hat, was in der Variante 9…exd4? 10.e5! deutlich wird: Nach 10…dxe5 11.Sxe5 hängt sowohl der Lb7 als auch indirekt die schwarze Dame durch einen Abzug des Se5. Ebensowenig spielbar ist 9…cxd4? 10.Sxd4 exd4? (10…a6 11.Sc2 verliert zumindest kein Material, aber welcher Igelspieler möchte eine solche Ruine verwalten?) 11.e5! und wieder hängt beim Nachziehende neben dem schiefen Haussegen auch noch jede Menge Material herum. Am Ende ist nach 11…dxe5 12.Lxb7 Sbd7 13.Lxa8 dxc3 14.Lg2 mindestens die Qualität weg.

 

Nikolic wählte natürlich keinen der beiden Schlagzüge, sondern blieb mit 9…Sc6! gewohnt cool, wonach Weiß mit 10.dxe5 dxe5 11.Sd5 h6! nur einen kleinen Vorteil behielt. Am Ende überschritt Levin in einem etwas schlechteren, aber vermutlich haltbaren Endspiel die Zeit, was gleichzeitig seine erste Saisonniederlage bedeutete.

 

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