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Beste Partie

Zar Nikolaus II. verleiht ersten Großmeister-Titel nach großem Sieg

Von Hartmut Metz

Siegbert Tarrasch ist oft als Dogmatiker verschrien worden (dritter und letzter Teil zu seinem 150. Geburtstag am 5. März). Der „Lehrmeister der Deutschen“ hat aber durch seine Bücher und Lehrsätze enorm viel erreicht. Garri Kasparow, einer der besten Spieler aller Zeiten, würdigt den Nürnberger Mediziner in der Buchreihe über seine großen Vorgänger als Weltmeister besonders: „Dr. Tarrasch, ein eiserner Verfechter von Steinitz‘ Theorien, wurde von nachfolgenden Generationen zu Unrecht als ,herzloser Dogmatiker’ apostrophiert. Tatsächlich hat sein unermüdliches Eintreten für die positionellen Ideen von Steinitz einen wichtigen Beitrag zur Fortentwicklung des Schachspiels geleistet und das Niveau von durchschnittlichen Schachspielern gesteigert. Und was sein Spiel anbelangt, pflegte Dr. Tarrasch selbst sich nicht allzu streng an die Lehren zu halten, die er in seinen Büchern darlegte. Viele brillante Siege und eine insgesamt sehr stabile Leistung bei internationalen Turnieren ließen ihn zu einem echten Anwärter für den Titel des Weltmeisters werden.“

Außer mit seinen zu Hunderttausenden verkauften Büchern ist Tarrasch auch als Theoretiker ein Platz in der Schach-Historie gewiss. Das Tarrasch-System im Französisch ist eine der nach ihm benannten Eröffnungen, die Tarrasch-Verteidigung die andere. Diese wandte er erfolgreich gegen einen Antagonisten an: Aron Nimzowitsch, Vertreter der Hypermodernen Schule, unterlag dem Lehrmeister der klassischen Richtung 1914 in Bausch und Bogen. Die Endrunde in St. Petersburg hat besondere Bedeutung in der Geschichte, weil Zar Nikolaus II. den fünf Qualifizierten – neben Tarrasch noch Weltmeister Emanuel Lasker, José Raul Capablanca, Alexander Aljechin und Frank Marshall – die ersten Großmeister-Titel verlieh.

W: Nimzowitsch S: Tarrasch

1.d4 d5 2.Sf3 c5 Tarrasch spielt die nach ihm benannte Tarrasch-Verteidigung. Der „Lehrmeister der Deutschen“ zeigte sich stets überzeugt, dass Schwarz für den meist entstehenden schwachen isolierten d-Bauern ausreichend aktives Figurenspiel erhält. 3.c4 e6 4.e3 Sf6 5.Ld3 Sc6 6.0–0 Ld6 Beide Seiten beharren auf ihre üblichen Ideen. Heutzutage würde mancher nach ein paar Eröffnungsfinessen Ausschau halten. So hätte Schwarz auf c4 nehmen können, wonach sich Ld3 als Tempoverlust entpuppt, zog der Läufer doch zweimal. 7.b3 0–0 8.Lb2 b6 9.Sbd2 Nimzowitsch durchbricht die Symmetrie. 9.Sc3 hinterlässt jedoch einen besseren Eindruck, da dem Springer von dort aus auch Optionen wie Druck auf d5 oder Sb5 zur Verfügung stehen. Vorteil des Zuges nach d2 ist einzig, dass der Läufer von b2 nicht verstellt wird. Lb7 10.Tc1 De7 11.cxd5?! Das passt gar nicht zu der Springer-Entwicklung nach d2. Sinn macht Se5 nebst Sdf3. exd5 12.Sh4?! Ein weiterer zweifelhafter Zug. Dieser erzwingt g6 und öffnet somit die lange Diagonale für den Läufer auf b2 – kostet aber Zeit, die Schwarz zum Konter nutzt. 12.dxc5 bxc5 13.a3 belässt Schwarz nur einen kleinen Vorteil. Weiß muss danach versuchen, gegen die hängenden Zentrumsbauern des Gegners zu spielen. g6 13.Shf3 Tad8 14.dxc5 bxc5 15.Lb5 Se4 16.Lxc6? Gibt ohne Not das Läuferpaar, das alsbald seine ganze Kraft ausspielt. Lxc6 17.Dc2 Sxd2 Lb5 macht ebenso einen starken Eindruck. 18.Tfe1 f5 19.Sxe4? Will die schwache lange Diagonale nutzen, aber nach fxe4 20.Sd2 (20.Dc3 d4! 21.exd4 Txf3!! 22.gxf3 Dg5+ 23.Kh1 Df4 24.Kg1 Dxh2 matt) Txf2! geht der Schuss nach hinten los. 21.Kxf2 Dh4+ 22.Kg1 Dxh2+ 23.Kf2 Lg3 matt. 18.Sxd2 d4! Lässt auch den zweiten Läufer gen weiße Königsstellung schielen. 19.exd4 19.Sc4? beschert dem von seinen Figuren verlassenen weißen Monarchen keine komfortablere Lage! Lxh2+! 20.Kxh2 Dh4+ 21.Kg1 Lxg2!! Das klassische doppelte Läuferopfer, das die Rochade-Stellung brachial zertrümmert. 22.Kxg2 Dg4+ 23.Kh2 Td5 und gegen die Mattdrohung auf h5 findet sich keine sinnvolle Verteidigung mehr. Lxh2+! 20.Kxh2 Dh4+ 21.Kg1 Lxg2!! Für den dogmatischen Tarrasch dürfte es eine besondere Wonne gewesen sein, dem Anhänger einer konträren Lehre solch einen Nackenschlag mit dem doppelten Läuferopfer zu versetzen. 22.f3!? Der beste Versuch. 22.Kxg2 Dg4+ 23.Kh1 Td5 24.Dxc5 Nur so lässt sich das Matt noch halbwegs parieren. Th5+ 25.Dxh5 Dxh5+ 26.Kg2 Dg5+ 27.Kf3 Dxd2 28.La3 Td8 mit haushoher Gewinnstellung für Schwarz. Tfe8! Lässt sich nicht beirren und wirft eine weitere Figur in die Schlacht. 23.Se4 23.Tfe1 Txe1+ 24.Txe1 Dxe1+ 25.Kxg2 De2+ 26.Kg3 Td5 27.f4 Th5 28.dxc5 Th2 knüpft ein Mattnetz. 23.Tfd1 Te2 führt zum Matt durch die Dame auf h1. Dh1+ 24.Kf2 Lxf1 25.d5 25.Txf1 kostet die Dame. Dh2+ 26.Ke1 Dxc2. f5! 26.Dc3 26.Sf6+ Kf7 27.Sxe8 Txe8 ergibt wieder bald ein Matt. Dg2+ 27.Ke3 Txe4+! 28.fxe4 Erstmals droht Weiß mit einem einzügigen Matt, doch Schwarz mahlt zuerst: f4+! 29.Kxf4 Tf8+ 30.Ke5 Dh2+ 31.Ke6 Te8+ 32.Kd7 32.Kf6 Dh4 matt. Lb5 matt.

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