Frauenbundesliga am kommenden Wochenende

Harksheide

Ein Vorbericht von Dr. Thomas Marschner

 

Stefanova-Kashlinskaya

Stefanova-Kashlinskaya

Eine Woche nach der Schachbundesliga nimmt auch die Frauenbundesliga den Spielbetrieb auf. Und als Duplizität der Ereignisse treffen wie in der Schachbundesliga in der Vorwoche diesmal die Damen vom deutschen Meister Baden-Baden ebenfalls gleich zum Auftakt auf Bayern München. Die Damen haben es den Herren nachgemacht und sind als Meister der 2. Liga Süd in die Bundesliga aufgestiegen und hoffen wie die Männer auf den Klassenerhalt, wobei die Aussichten für den Klassenerhalt bei beiden gar nicht so schlecht sind.

 

Baden-Baden

Im Spitzenspiel des Spieltags treffen am Sonntag der Zweite und der Dritte der Vorsaison, nämlich Hamburg und Schwäbisch Hall aufeinander. Aus Baden-Baden und Harksheide wird es Liveübertragungen geben.

 

Bei den Aufstellungen der Spitzenteams wird es spannend: durch einige nationale Meisterschaften (darunter die russische – siehe unten) werden die ein oder anderen Spitzenspielerinnen fehlen. Parallel findet auch die deutsche Meisterschaft statt, aber nach meinen Informationen ohne Damenbeteiligung.

 

Antonaeta Stefanova (Baden-Baden, links) gegen Alina Kashlinskaya (Schwäbisch Hall, rechts) beim Gipfeltreffen Schwäbisch Hall gegen Baden Baden in der Vorsaison

Filiz Osmanodja

Filiz Osmanodja

Eine weitere Spitzenpartie der Vorsaison: Filiz Osmanodja (letzte Saison Friedberg, jetzt Bad Königshofen, links) gegen Yuliya Naiditsch (diese Saison Spitzenbrett von Deizisau)

 

Hier die Vorschau zu den Begegnungen an den einzelnen Austragungsorten:

 

Spielort Lehrte

 

In Lehrte treten die Gastgeberinnen und Reisepartner und Aufsteiger Erfurt als klare Außenseiter gegen Bad Königshofen und Rodewisch an, auch wenn Bad Königshofen auf Valentina Gunina und Olga Girya verzichten muss, die beide beim russischen Superfinale in Novosibirsk im Einsatz sind. Außerdem muss Bad Königshofen die Abgänge von Elisabeth Pähtz (nach Hamburg) und Josefine Heinemann (studienbedingt nach Baden-Baden – sie studiert in Mannheim Wirtschaftsmathematik) verkraften. Dafür neu im Team sind das russische Supertalent Alexandra Obolentseva und Filiz Osmanodja. Vielleicht kommt es ja zur EM-Revanche der Russin gegen die U16-Europameisterin Fiona Sieber, die bei Lehrte am Spitzenbrett spielt. Bei der EM in Prag holte Fiona Sieber gegen die Russin den vorentscheidenden Sieg für den Titel.

 

Rodewisch ist noch stärker als in der Vorsaison einzuschätzen, dass Neuzugang Melanie Lubbe nur an Brett 6 gemeldet ist, sagt einiges über die Saisonziele aus.

 

Daher wird es für Lehrte und Erfurt wohl nicht viel zu holen geben, alles andere als hohe Siege der Gastmannschaften wäre eine Überraschung.

 

Spielort Baden-Baden

 

In Baden-Baden geben sich 2 Aufsteiger aus Süddeutschland die Ehre: Südmeister Bayern München und Nachrücker Augsburg. Nach dem Rückzug von Großlehna und Friedberg und dem Verzicht von Kiel war noch ein Platz in der Liga frei.

 

Baden-Baden ist natürlich zweimal hoher Favorit und wird sicher nichts anbrennen lassen. Aber in den Duellen zwischen Karlsruhe und den Aufsteigern geht es schon um Punkte für den Klassenerhalt, den Karlsruhe als leichter Favorit mit zwei Siegen schon fast klarmachen kann. Die Partien aus Baden-Baden werden live übertragen, der Link wird noch unter http://www.zeitnot.de bekanntgegeben, eine Übertragung bei Chess24 ist ebenfalls in Planung.

 

Spielort Harksheide

 

Harksheide hat bei dem Bundesligadebüt seiner Mädchenmannschaft gleich drei Ligaschwergewichte zu Gast. Neben Reisepartner Hamburg machen sich Vizemeister Schwäbisch Hall und Deizisau auf die weite Reise in den Norden. Während die Gastgeberinnen zweimal klare Außenseiter sind – die Punkte für den Klassenerhalt werden sie gegen andere Gegner machen müssen – ist bei den Begegnungen zwischen Deizisau und Hamburg am Samstag sowie Hamburg und Schwäbisch Hall am Sonntag für Spannung gesorgt. Bei beiden Aufeinandertreffen ist kein klarer Favorit auszumachen, viel hängt von den jeweiligen Mannschaftsaufstellungen ab.

 

Judith Fuchs

Judith Fuchs

Hamburg hat mit Elisabeth Pähtz sicherlich den spektakulärsten Neuzugang der Liga in seinen Reihen, dafür wechselte aber Marta Michna nach Kiel. Damit ist Hamburg etwa gleich zur Vorsaison einzuschätzen. Neu bei Deizisau ist mit Elena Levushkina eine weitere deutsche Nationalspielerin, sie kam nach dem Rückzug aus Friedberg und ist natürlich eine echte Verstärkung, da der Kern der Mannschaft unverändert blieb. Damit gibt sich die deutsche Frauennationalmannschaft quasi ein Stelldichein in Norderstedt, bei Hamburg spielen ja mit Judith Fuchs und Sarah Hoolt zwei weitere Nationalspielerinnen. Dazu kommen mit Zoya Schleining und Hanna Marie Klek bei Deizisau zwei weitere deutsche Spitzenspielerinnen.

 

Judith Fuchs spielt schon seit mehreren Jahren für Hamburg

 

Elisabeth Paehtz

Elisabeth Paehtz

Elisabeth Pähtz wechselte von Bad Königshofen nach Hamburg, hier am Brett für Dresden i n der Schachbundesliga am vergangenen Wochenende in Schwäbisch Hall – dort ist sie als einzige Frau am Start.

 

Wenige Änderungen gab es bei Schwäbisch Hall, die Kocherstädterinnen bauen im Wesentlichen auf die eingespielte Mannschaft der letzten beiden Jahre. Am Spitzenbrett gab es eine georgische Rochade: Lela Javakishvili ersetzt Bela Kotenashvili, die in der Vorsaison gar nicht zum Einsatz kam, ob Lela Javakishvili häufiger zur Verfügung steht, wird man sehen. Außerdem neu im Team die 14-jährige Annmarie Mütsch, die sich in den letzten Monaten um fast 200 Elopunkte auf beeindruckende 2140 verbesserte – die Voraussetzungen für den WFM-Titel hat sie damit schon erfüllt.

 

Auch aus Harksheide wird es eine Liveübertragung geben, um die sich Reisepartner Hamburger SK kümmert, der Link wird über http://www.hsk1830.de/ zu ermitteln sein.

 

Thilo Gubler schoss das Foto und sagt: Hier spielen meine Frauen (HELIOPARK Bad Hotel zum Hirsch)

 

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