Bildergalerie zum Europacup

Damen und Herren in Novi Sad

turniersaal
Noch nicht allzu viel los beim WM-Match in New York, während der „Champions Showdown“ in St. Louis (mit zwei Spielern die mal Weltmeister waren und zwei die das werden wollen bzw. davon träumen) die Erwartungen erfüllt oder auch nicht – eben eine Show-Veranstaltung. Daher zunächst nochmal zum Europacup für Vereinsteams in Novi Sad. Leser des Schachtickers wissen bereits, dass Alkaloid aus Mazedonien da gewonnen hat – Leser von z.B. Chessbase, chess.com und chess24 wissen es (vor lauter New York, New York und teils auch St. Louis) nur, wenn sie sich daneben auch anderswo im Internet informieren.

 

Als Nachtrag noch eine Bildergalerie, wieder alles von Lennart Ootes via die Facebook-Seite des Turniers. Dort auch Fotos von der Siegerehrung – wie mitunter, so auch diesmal bei „Redaktionsschluss“ des Turnier-Abschlussberichts noch nicht verfügbar, allerdings seit 13:00 heute (Sonntag) mittag. Wenn die kommerzielle Konkurrenz darauf gewartet hat, entfällt diese Ausrede mittlerweile. Da Hauptthema dieses ‚big pictorial reports‘ das Turnier insgesamt ist, bekommt der Turniersaal das Titelbild. Da spielten die Teams an den vorderen Tischen, bei mangelndem Erfolg landete man in einem Nebenraum (passierte z.B. Kennemer Combinatie aus den Niederlanden).

 

Nun aber zunächst die Sieger, als Team und einige (alle Brettpreis-Fotos zeige ich nicht) individuell:

 

alkaloid

 

Alkaloid aus Skopje gewann insgesamt im offenen Turnier. Auf dem Foto (nicht in dieser Reihenfolge) Ding Liren, Andreikin, Eljanov, Jakovenko, Yu Yangyi, Kryvoruchko, Nedev und Pancevski. Und noch zwei, wohl Teamkäpten Dragoljub Jacomovic und ein Vertreter des Sponsors – der sicher eine Rolle dabei spielte, dass „Mazedonien fast ohne Mazedonien“ diesen Erfolg erzielte.

 

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Mednyi Vsadnik aus St. Petersburg wurde Zweiter. Auch sie sind zu zehnt – neben den Spielern Svidler, Dominguez, Vitiugov, Bu Xiangzhi, Matlakov, Rodshtein, Fedoseev und Khairullin wohl auch Käpten Vladimir Bykov und ein Sponsorvertreter – der dem Team offenbar zwar Geld, aber weder eine Fahne noch eine „Uniform“ spendierte. Am meisten freut sich offenbar (Dritter von rechts) Fedoseev.

 

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Bronze für SHSM Legacy Square Moskau (Inarkiev, Dubov, Malakhov, Zvjaginsev, Grachev, Najer, Popov). Gar kein Nicht-Russe dabei.

 

Auch die Damen würdige ich bildlich:

 

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Sieger Cercle d’Echecs Monte Carlo – hier mal, da ich alle Spielerinnen erkenne, von links nach rechts und damit nicht von Brett eins bis fünf: Skripchenko, Anna Muzychuk, Mariya Muzychuk, Hou Yifan, Cramling. Dazwischen – nicht im Turnier spielberechtigt, daher auch kein rotes Poloshirt – wohl ein Sponsorvertreter. Almira Skripchenko war Französin und Kapitänin, daher stemmt sie den Pokal.

 

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Platz zwei für NONA Batumi aus Georgien mit (Brett eins bis fünf) Dzagnidze, Batsiashvili, Khotenashvili, Melia und Mikadze. Gegen Monte Carlo hatten sie knapp und vielleicht etwas „unnötig“ 1,5-2,5 verloren und dann noch einen Mannschaftspunkt abgegeben.

 

ugra

 

Platz drei für Ugra aus Russland: Ushenina, Pogonina, Mkrtchian, Nechaeva und Kovanova – eingerahmt von zwei Männern, die wohl auch etwas beigetragen haben. Sie verloren gegen Monte Carlo und NONA jeweils knapp 1,5-2,5 und gewannen den Rest.

 

ivanchuk-svidler

 

Ivanchuk und Svidler hatten im offenen Turnier die besten Ergebnisse am Spitzenbrett.

 

ivanchuk

 

Nochmal Ivanchuk – „ich hab‘ eine Medaille!“ (und Platz vier mit seinem israelischen Team Ashdod, nach Wertung knapp hinter Moskau).

 

hou-yifan

 

Wer ist das denn? Hou Yifan hat zwei Medaillen, Gold individuell und in der Mannschaftswertung, und damit (war zuletzt nicht immer der Fall) Grund zur Freude.

 

Rest nun als Galerien:

 

 

Lennart Ootes hat generell auch gerne niederländische Landsleute fotografiert, daher ist Lennart Dek als einziger titelloser Spieler mit dabei. Fiona Steil-Antoni hat zwar eine noch (relativ gesehen) bescheidenere Elo, aber sie schaffte was Lennart Dek nie im Leben schaffen wird: den Schachtitel WIM. Für das englische Cheddleton war sie neben Brett 6 auch Kapitänin. Alle sechs Cheddletoner (die Luxemburgerin Steil-Antoni hat mal in England studiert, vielleicht deshalb in diesem Team), auch Spitzenbrett David Howell, waren übrigens in diesem Turnier ‚Amateure‘ – Reise- und Aufenthaltskosten wurden über crowd funding finanziert, Startgeld Fehlanzeige.

 

 

Auch hier bekannte und nicht so bekannte Namen/Gesichter. Wieder relativ viele Niederländer – David Klein, Robin Swinkels und auch Zhaoqin Peng (im Herrenteam von En Passant). Und auch zwei Deutsche: am Spitzenbrett von Riehen (Schweiz, bei Basel knapp über die Grenze) Andreas Heimann gegen „Team Kolibri“ (Paracin aus Serbien), ebenfalls an Brett eins für „The Smashing Pawns Bieles“ aus Luxemburg Jan-Christian Schroeder. Die haben durchaus erfolgreich geschmettert (Brett eins bis fünf im Eloplus), mitunter gegen nominell klar stärkere Teams landeten die Schmetterbälle auch mal (fast) durchgehend im Aus. Riehen wusste als Team, wo sie hingehören – Platz 20 der Setzliste, Platz 20 der Abschlusstabelle. Dabei hatte Heimann (5/7, TPR 2706) ein persönlich sehr gutes Turnier.

 

Nun nach Italien: Cristiano Quaranta ist Kapitän von OR Padova, auf Facebook schrieb er zu diesem Foto „ich machte mir Sorgen um dieses Match“ [Nino Batsiashvili hat nicht verraten, warum sie – hier – neben ihm ähnlich posiert]. WFM Desiree di Benedetto spielte für Lazio Scacchi und schaffte es, Elo 2137 genau zu bestätigen – 3/6 bedeutete Elobilanz nullkommanull. Drei ihrer Teamkolleginnen – zwei etwas eloschwächer, Elisabeth Paehtz (Brett eins) deutlich besser, verloren dagegen Elopunkte im zweistelligen Bereich. Besser machte es FM Nicolo Napoli, der kurioserweise für Steinitz Roma spielte – als Lennart Ootes ihn fotografierte hielt er Kurs Richtung IM-Norm. Das Tempo konnte er (zum Schluss 0,5/3) dann doch nicht durchhalten, aber immerhin (mit K-Faktor 20) 30 Elopunkte zulegen. Bei Odlar Yurdu – Lazio hat am Spitzenbrett Zeinab Mamedjarova (gleicher Nachname wie Shak kein Zufall) wohl die längere schwarze Mähne als rechts Elisabeth Paehtz, rein schachlich endete das Duell unentschieden.

 

Geschwister hatte ich bereits im Abschlussbericht. Hamitevici und Howell sind keine Brüder, haben nur mal gemeinsam eingekauft. Mamedyarov, Rapport und Morozevich sind nur schachstilistisch Brüder, setzen allerdings was Kleidung betrifft unterschiedliche Akzente. Bei Team Hatay täuscht offenbar der erste Eindruck: die drei jungen Damen im Herrenteam haben unterschiedliche Nachnamen, im Gegensatz zu den Spitzenbrettern Onder Percin und Baris Percin. Als 62. und letzter der Setzliste landeten sie immerhin auf Platz 60, und Brett 3 WCM Gundogan gewann satte 108 Elopunkte. Damit erzielte sie in sieben Partien 10,8 Punkte mehr als „Elo-objektiv“ – Quatsch, natürlich hat K-Faktor 40 geholfen. Wer Geschwister sucht, findet sie im Foto NONA – Monte Carlo: in der Mitte links Anna, rechts Mariya Muzychuk – auch sie waren offenbar mal gemeinsam einkaufen.

 

P.S.: Reiner Zufall, dass Zhukova und Grischuk nebeneinander erscheinen und dass beide skeptisch dreinblicken. Absoluter Zufall, dass Giri links neben Zhukova auch skeptisch dreinblickt.

 

2 thoughts on “Bildergalerie zum Europacup

  1. Svidler hat schon seit Monaten (inzwischen Jahren?) diesen Look, benutzt aber wohl gelegentlich einen Rasierapparat – sonst hätte er mindestens denselben Bart wie Nicolo Napoli. Nakamura, Aronian und Grischuk haben auch Rasierapparate, die mitunter anscheinend kaputt sind.
    Andreas Heimann hatte ich ja erwähnt, wobei: 2586 plus elf ist noch nicht ganz 2600, oder hat er im November noch anderswo gespielt? Heimann spielt eben für Baden-Baden, und da in der zweiten Mannschaft (diese Saison Oberliga Baden). Jan-Christian Schroeder (da treuer Hofheimer ebenfalls kein erste Bundesliga-Spieler) hatte für sein Luxemburger Team auch ein prima Turnier.

  2. Hat man schon den Dieb gefasst, der Ivantchuk und Svidler den Raspierapparat geklaut hat? :mrgreen:

    Prima abgeschnitten hat bei diesem Mannschafts-Turnier aus deutscher Sicht der viel zu wenig beachtete Andreas Heimann. Für die SG Riehen (CH) an Brett 1 spielend, machte er 11 Elos Plus und erreichte erstmals in seiner Karriere die 2600-er Marke.

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