Schulschach – eine Investition in die Zukunft

Das ist schon eigenartig – eines der bedeutendsten Themen in der aktuellen politischen Diskussion ist die Bildungspolitik. Sei es vor dem Hintergrund der unbefriedigenden Ergebnisse der PISA-Studien, sei es vor dem Hintergrund des Studien- oder Berufseinstiegs unseres Nachwuchses. Aber auch Themen wie die Integrationspolitik, sowie die Inklusionsproblematik sind ohne das Bildungsthema heutzutage nicht denkbar.

Umso erstaunlicher ist es da, dass die Einbindung von Schulschach nur eine untergeordnete, bis gar keine Rolle spielt. Dabei würden die positiven Aspekte einer solchen Vorgehensweise klar auf der Hand liegen. Das lässt sich durch seriöse Untersuchungen deutlich belegen. Beispielhaft sei hier die Studie an der Olewiger Grundschule in Trier angeführt, die von Anfang an durch die Universität Trier wissenschaftlich begleitet wurde (siehe http://www.chess-international.de/Schulschachstudie/). Es kann belegt werden, dass der Schachunterricht die Wahrnehmungsfähigkeit und die Konzentration wesentlich steigert – auch die schulische Integration wird sozial, emotional und unter dem Aspekt der Leistungsmotivation positiv beeinflusst, wobei Defizite innerhalb von zwei bis drei Jahren überwiegend ausgeglichen, teilweise sogar überkompensiert werden konnten.

Immer wieder wird von Erfolgen auf dem Gebiet des Schulschach berichtet, nur leider handelt es sich dabei im Normalfall lediglich um lokale Initiativen einzelner Personen oder Gruppen, die sicherlich lobenswert, aber letztendlich nicht flächendeckend und kategorisch sind. Dass es auch anders geht könnte uns ein Beispiel aus der Schweiz zeigen.

Hier gibt es die sogenannten Schulschachprofis – eine Organisation zur Förderung des Schachsports im Kinder- und Jugendbereich. Eine ebenfalls private Initiative, die versucht, mit möglichst vielen Kooperationspartnern ein flächendeckendes Netzwerk aufzubauen (und auch schon – in beachtlichem Umfang – aufgebaut hat). Eingebunden werden Schachvereine und Verbände, sowie eigene Ausbildungsstützpunkte (genannt Kinderschachclubs) – aber die wichtigsten Partner sind natürlich die Schulen. Gearbeitet wird allerdings nicht nur in Schulen, sondern es werden auch Feriencamps organisiert, Turniere ausgetragen und Multiplikatoren (wie z.B. Lehrer) ausgebildet.

Es würde zu weit führen, an dieser Stelle das gesamte Leistungsspektrum aufzuführen. Wer sich für weitergehende Informationen interessiert sollte einfach die Internetseite https://www.dieschulschachprofis.ch/ besuchen. Die Seite http://www.chess-international.de/SchachinderSchule/ könnte in diesem Zusammenhang von Interesse sein.

Text: Werner Fischer