Vorentscheidung in der Damenbundesliga?

Nach einer langen Pause von 3 Monaten findet am kommenden Wochenende die 2. Doppelrunde der Frauenbundesliga statt. Dabei kommt es an den Spielorten Schwäbisch Hall, Bad Königshofen und München zu Begegnungen mit wegweisendem Charakter im Kampf um die Meisterschaft und gegen den Abstieg.

Alles überstrahlt wird vom Spitzenspiel zwischen dem Vizemeister und dem Meister der vergangenen beiden Jahre, wenn Schwäbisch Hall in den heimischen Stadtwerken Baden-Baden herausfordert.

Hier die Vorschau zu den einzelnen Spielorten:

Spielort Schwäbisch Hall

Hier treffen Schwäbisch Hall und Reisepartner Deizisau auf Baden-Baden und Karlsruhe. Eindeutig im Fokus steht das Spitzenspiel zwischen Schwäbisch Hall und Baden-Baden, vor etwas mehr als einem Jahr gelang den Hallerinnen ein überraschender 3,5-2,5-Sieg gegen allerdings ersatzgeschwächte Baden-Badenerinnen. Dieses Jahr stehen jedoch zumindest theoretisch so gut wie alle Topspielerinnen zur Verfügung, von denen viele direkt nach der Doppelrunde nach Gibraltar zum Tradewise Chessfestival weiterreisen werden.

 

Irina Bulmaga gewann vorige Saison gegen Ketino Kachiani-Gersinska eine dramatische Partie, die den Mannschaftskampf entschied

 

Im Vorjahr gewann Anna Muzychuk gegen Nino Batsiashvili. Gibt es am Samstag die Revanche?

 

Bis zu vier ehemalige und aktuelle Weltmeisterinnen aus der Startruppe des Meisters könnten sich die Ehre geben: die Ex-Weltmeisterinnen Alexandra Kosteniuk, Marija Muzychuk und Antonaeta Stefanova sowie die amtierende Weltmeisterin im Blitz- und Schnellschach und aktuelle Weltranglistendritte Anna Muzychuk.

Schwäbisch Hall möchte wie im Vorjahr dagegenhalten. Spielerinnen wie Nino Batsiashvili, Deimante Daulyte und Ekaterina Atalik befinden sich aktuell in Topform und hoffen auf eine Überraschung, Sophie Milliet wurde zudem im letzten Jahr französische Meisterin, und auch bei Karina Ambartsumova, die eigentlich fast immer spielt, zeigt der Trend in den letzten Monaten nach oben.

 

Fotoshooting der lokalen Presse mit Karina Ambartsumova

 

Gespannt ist man auch auf den ersten Heimauftritt von der 14-jährigen Annmarie Mütsch, kurz vor Weihnachten sorgte sie für ein Ausrufezeichen, als sie die A-Gruppe beim Ramada-Cup in Aalen gewann. Nur Sopiko Guramishvili steht bei den Gastgeberinnen nicht zur Verfügung, sie spielt aktuell beim Tata Steel Challenger in Wijk aan Zee.

Das Ergebnis am Samstag kann eine erste Vorentscheidung im Kampf um die Meisterschaft bedeuten.

Im Schatten des Spitzenspiels stehen die anderen Begegnungen, bei denen die Favoritenrollen klar verteilt sind: die Spitzenteams sollten gegen Deizisau bzw. Karlsruhe nichts anbrennen lassen, auch wenn schwäbisch-badische Duelle immer etwas Brisanz haben, aber es wird ja kein Fußball gespielt.

Eine Liveübertragung der Partien vermutlich auch unter www.chess24.de ist geplant, der Link wird noch auf http://www.schachklub-sha.de/ bekanntgegeben.

Spielort Bad Königshofen

In Bad Königshofen wird der erste Verfolger des Siegers aus der Partie Meister-Vizemeister gesucht. Rodewisch und Bad Königshofen treffen nach dem eher leichten Auftakt gegen Lehrte und Erfurt auf die Nordlichter Harksheide und Hamburg. Dabei wird es vor allem in den Begegnungen gegen den Hamburger SK spannend, nur bei zwei Siegen können die Hamburgerinnen noch oben angreifen. Die Partien zwischen Bad Königshofen bzw. Rodewisch und Hamburg sind von der Papierform her völlig offen. Dabei trifft Elisabeth Pähtz mit den Hamburgerinnen auf ihren Ex-Verein Bad Königshofen.

 

Elisabeth Pähtz war in der ersten Doppelrunde erstmals für Hamburg am Start

Für Aufsteiger Harksheide kommt es zu Beginn knüppeldick: nach dem Auftakt gegen Schwäbisch Hall und Deizisau warten zwei weitere Liga-Schwergewichte, und zu allem Überfluss wartet in der nächsten Doppelrunde dann auch noch Baden-Baden. Da heißt es jetzt, ein paar Brettpunkte zu sammeln und das Selbstbewusstsein intakt zu halten, wenn es dann in den letzten Runden gegen die direkte Konkurrenz geht. Deizisau in der 2. Runde konnte man ja doch etwas ärgern, da war einen Überraschung gar nicht so weit weg gewesen.

 

Spielort München

In München geht es um Vorentscheidungen im Abstiegskampf, wenn 4 etwa gleichwertige Mannschaften aufeinandertreffen. Wer da zwei Siege schafft, kann schon fast mit einer weiteren Saison Bundesliga planen. Die Partien zwischen München/Augsburg und Erfurt/Lehrte sind völlig offen.

 

Hier die Paarungen im Einzelnen:

Samstag 14:00

SC Bad Königshofen             :           Hamburger SK

Rodewischer SM                   :           TuRa Harksheide

FC Bayern München             :           SK Lehrte

SG Augsburg                         :           SV Medizin Erfurt

SK Schwäbisch Hall              :           OSG Baden-Baden

SF Deizisau                            :           Karlsruher SF

 

Sonntag 9:00

TuRa Harksheide                   :           SC Bad Königshofen

Hamburger SK                       :           Rodewischer SM

SV Medizin Erfurt                  :           FC Bayern München

SK Lehrte                               :           SG Augsburg

Karlsruher SF                         :           SK Schwäbisch Hall

OSG Baden-Baden               :           SF Deizisau

 

Text und Fotos: Dr. Thomas Marschner