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Kompromissloser Naiditsch ist der Baden-Badener Titelgarant
Von Hartmut Metz (Foto rechts)

FM Hartmut MetzKann man deutscher Meister werden, wenn man unter seinem Niveau spielt? Die OSG Baden-Baden machte es vor. Obwohl das Gros des Kaders unter seinen Möglichkeiten blieb, holten die Großmeister aus der Kurstadt zum siebten Mal in Folge den Titel. Ein paar Weltranglistenpunkte gewannen allein Liviu-Dieter Nisipeanu und Jan Gustafsson durch ihre jeweils 6,5:1,5 Punkte dazu. Kein einziger Baden-Badener findet sich in den Top Ten der besten Bundesligaspieler. „Es war eine schwierige Saison für uns. Mit meinen 7,5:5,5 Punkten spielte ich so schlecht wie noch nie in der Bundesliga“, klagt etwa Etienne Bacrot. Der französische Weltranglisten-32. freut sich, dass es bezeichnenderweise „dennoch zum Titel reichte“.
 Selbst der alljährliche Topscorer lamentiert: „Die 11:4 Zähler sind nicht schlecht. Aber mit Schwarz gewann ich meiner Erinnerung zufolge erst am vorletzten Spieltag meine erste Partie. Die letzten drei Monate spielte ich miserabel“, kritisiert sich Arkadij Naiditsch selbst – obwohl der Dortmunder zum dritten Mal in fünf Jahren die gesamte Saison ungeschlagen blieb! Die acht Remis an den Brettern drei bis fünf waren jedoch völlig untypisch für den Draufgänger. Der 26-Jährige weicht sonst immer Friedenspfaden aus, zündet Nebelkerzen und übertölpelt mit einfallsreichen Angriffsideen die Gegner, sobald sie die Übersicht bei all den Fallstricken verlieren.

 

Trotz des hohen Risikos, das Naiditsch nie scheut, verlor er bisher lediglich vier Duelle im OSG-Dress. Da der gebürtige Rigaer in der Vorsaison phänomenale 13,5:1,5 Punkte holte, ist er inzwischen seit 33 Begegnungen ungeschlagen. Der Weltranglisten-43. gilt nicht nur deshalb als Stütze des Meisters, weil er im Gegensatz zu anderen Top-Großmeistern in fünf Jahren nur in sieben von 75 Partien fehlte. Vor allem seine Bilanz von 54,5:13,5 Zählern und eine Erfolgsquote von knapp mehr als 80 Prozent machen Naiditsch zu einem Garanten der Baden-Badener Siege.
Gegen seinen Heimatverein Hansa Dortmund griff der Hexenmeister am siebten Spieltag auch wieder auf Teufel komm raus an. Naiditsch opferte drei Bauern, verwirrte Bernd Kohlweyer – und der schwarze König überlebte diesen Hexenzauber nicht.
Hier die Partie (Silverlight erforderlich!)

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