David gegen Goliath und ein Spitzenspiel

Die dritte Doppelrunde der Frauenbundesliga am kommenden Wochenende ist durch Aufeinandertreffen von Spitzenteams mit Teams aus dem hinteren Tabellendritte geprägt. In Hamburg trifft der Vorjahresdritte Hamburger SK auf Meister Baden-Baden.

Hier die Vorschau zu den einzelnen Spielorten:

Spielort Hamburg

Gastgeber Hamburg steht zwar mit nur 3 Punkten in der zweiten Tabellenhälfte, das wird aber durch das Auftaktprogramm relativiert, als die Hamburgerinnen mit etwas Pech gegen Schwäbisch Hall, Rodewisch und Bad Königshofen nur einen Punkt ergattern konnten. Wenn alles normal läuft, werden die Hamburgerinnen in den letzten 5 Runden 5 Siege holen, die sie in der Tabelle weit nach vorne katapultieren werden (gegen Bayern München wird man im Schach kaum wie die Fußballprofis des HSV 0-8 verlieren).

Im Fokus steht in Hamburg das Duell mit Meister Baden-Baden am Sonntag ab 9:00. Letzte Saison erreichten die Norddeutschen ein 3-3 und schossen damit Baden-Baden fast aus dem Meisterrennen.

Fehlen bei Baden-Baden wird Anna Muzychuk (Foto von David Llada), die in Teheran auf dem besten Weg ist, ihre Weltmeister-Sammlung zu komplettieren. Nach einem etwas glücklichen Halbfinalsieg gegen Teamkollegin Alexandra Kosteniuk (in der ersten Partie drehte sie eine Verluststellung) spielt sie nach ansonsten beeindruckenden Vorstellungen aktuell im Finale gegen die Chinesin Tan Zhongyi und möchte den Titeln im Blitz- und Schnellschach nun auch den Titel im Normalschach hinzufügen.

Für Baden-Baden ist das Spiel gegen Hamburg die nächste Standortbestimmung auf dem Weg zur Titelverteidigung.

Am Samstag trifft Hamburg auf Karlsruhe und Harksheide auf Baden-Baden, dort sind die Favoritenrollen klar verteilt, Hamburg und Baden-Baden sollten nichts anbrennen lassen.

Für Harksheide ist der Sonntag die erste echte Standortbestimmung, wenn es gegen Karlsruhe erstmals gegen ein Team auf Augenhöhe geht. Ein Sieg würde für enorme Spannung im Abstiegskampf sorgen und auch Karlsruhe wieder mit in den Sog ziehen, ein Grund dafür ist natürlich auch der 6-0 Sieg am grünen Tisch gegen Bad Königshofen aufgrund des Aufstellungsfehlers in der vorigen Runde.

Aus Hamburg wird es eine Liveübertragung der Partien geben, die Links findet man unter den Seiten des HSK: http://www.hsk1830.de/pages/index=termine.htm, es lohnt sich sicher auch unter Thilo Gublers Blog auf den Verlauf aus Baden-Badener Sicht zu schauen: http://gubler-chessblog.blogspot.de/ .

Spielort Erfurt

Hier spielen Erfurt und Lehrte gegen Schwäbisch Hall und Deizisau, und in allen Begegnungen sind die Mannschaften aus Süddeutschland klarer Favorit. Gerade für Schwäbisch Hall geht es um möglichst hohe Siege für das Brettpunkte-Konto, die am Ende wie in der Vorsaison durchaus entscheiden können (bei den Damen gibt es ja im Gegensatz zu den Herren bei Punktgleichheit keinen Stichkampf um die Meisterschaft).

Die jungen Mannschaften aus Erfurt und Lehrte erreichten in der letzten Doppelrunde jeweils zwei Big-Points im Abstiegskampf gegen München und Augsburg und gehen mit viel Selbstvertrauen an den Start. Gespannt kann man sein, wie sich U16-Europameisterin Fiona Sieber am Spitzenbrett gegen die internationale Klasse aus Deizisau und Schwäbisch Hall schlägt.

Liveübertragung der Partien gibt es keine, aber Thomas Marschner plant einen Liveblog auf den Seiten des SK Schwäbisch Hall http://www.schachklub-sha.de/ .

Ein Beitrag von Thomas Marschner

 

Spielort Rodewisch

 

Hier sind die Rollen noch klarer verteilt. Für München und Augsburg geht es gegen Rodewisch und Bad Königshofen nur darum, den einen oder anderen Brettpunkt zu holen. Beide süddeutsche Mannschaften stehen abgeschlagen am Tabellenende und werden den Abstieg nach den Niederlagen gegen Erfurt, Lehrte und Karlsruhe kaum noch vermeiden können, es sei denn, es gelingt ihnen noch irgendwo eine Überraschung gegen einen „Großen“ der Liga. Für die Spitzenteams geht es auch hier um möglichst hohe Siege für das Brettpunktekonto – siehe oben -, wenn dann in den letzten Runden die Schwergewichte Schwäbisch Hall, Deizisau, Baden-Baden und das direkte Duell untereinander warten.