Erklärung des DSB-Präsidiums

Der derzeitige Konflikt zwischen dem Referenten für Leistungssport und dem Bundestrainer stellt sich als Gemenge emotionaler, persönlicher und sachlicher Vorbehalte dar.

Das Präsidium des Deutschen Schachbundes stellt ein Fehlverhalten des Bundestrainers mit Verletzung des Arbeitsvertrages und das Verletzen grundlegender Umgangsformen und Werte des respektvollen Umgangs miteinander fest.

Darin spiegeln sich auch generelle Probleme im vorgegebenen Verhältnis zwischen ehrenamtlichen und hauptamtlich beschäftigten Funktionsträgern des Deutschen Schachbundes wider.

Entgegen Verlautbarungen und Erwartungen in Medien und Öffentlichkeit bevorzugt der Deutsche Schachbund eine differenzierte und konstruktive Herangehensweise, um als Verband der Fairness im Umgang miteinander gerecht zu werden.

Beschluss

(1) Das DSB-Präsidium beschließt eine förmliche Abmahnung für den Bundestrainer mit der Maßgabe, dass bei weiteren Verstößen gegenüber der im Arbeitsvertrag geregelten Loyalitätspflicht eine Auflösung des Arbeitsverhältnisses angestrebt wird.

(2) Das DSB-Präsidium rügt bei beiden Konfliktparteien die Ehrverletzungen und den mangelnden Respekt im Miteinander von ehrenamtlichen und hauptamtlichen Funktionsträgern des DSB.

(3) Das Präsidium empfiehlt dem Referenten für Leistungssport, sein Amt bis zum Bundeskongress am 27. Mai in Linstow ruhen zu lassen. Der momentane öffentliche Druck lässt eine objektive und sachgerechte Ausübung des Amtes nach Einschätzung des Präsidiums derzeit nicht zu.

(4) Das DSB-Präsidium legt fest, dass

(a) das Präsidium mit genügendem Vorlauf über die Nominierungsvorschläge für die Nationalmannschaften und Anmeldungen für internationale Meisterschaften einschließlich der beabsichtigten Trainer und Begleitpersonen zu informieren ist;

(b) bei strittigen Punkten die Vizepräsidenten Sport und Finanzen als Moderatoren und Vermittler mit Entscheidungskompetenz eingesetzt werden;

(c) der Bundestrainer auf Grund seiner illoyalen Aktivitäten von freiwilligen Lohnleistungen im Jahr 2017 ausgeschlossen wird;

(d) der Bundestrainer verpflichtet wird, bei Anfragen von Medien und Öffentlichkeit den Vizepräsidenten Verbandsentwicklung zu informieren, einzubeziehen und Aktivitäten mit ihm abzustimmen.

(5) Das Präsidium rügt, dass die Kaderspieler unter Ausschluss der zuständigen Gremien an die Öffentlichkeit gegangen sind. Der Deutsche Schachbund bietet für die vielfältigen Meinungen genügend interne Möglichkeiten zur Klärung, die zunächst zu Rate zu ziehen sind.

Das Präsidium erstellt mit allen zukünftig Beteiligten ein Konzept für die weitere Ausrichtung, Arbeitsteilung und Teamorientierung im Bereich Leistungssport mit einer verbesserten Aufteilung der Aufgaben. Das Präsidium erwartet von allen Beteiligten Respekt im Umgang miteinander und konstruktive Beiträge zu diesem Konzept.

Herbert Bastian, Präsident

 

Offener Brief des Bundestrainers an Landesverbände…

Gemeinsame Stellungnahme der Kaderspieler zum offenen Brief des Bundestrainers vom 2.3.2017

GM Georg Meier nimmt Stellung zum offenen Brief de…

Stellungnahme des Präsidenten

15 thoughts on “Erklärung des DSB-Präsidiums

  1. Weltklassespieler wie GM Naiditsch warum ist er weg? Ganz einfach , weil er bei den anderen mehr Geld geboten bekam. Der DSB , macht seine Arbeit sehr gut.
    Viele die Ehrenamtliche arbeiten bekommen Rüge .
    Dann ist es doch richtig, dass die , die FÜR IHRE ARBEIT bezahlt werden ordentlich und zuverlässig arbeiten.
    Und das was Sie arbeiten in ihrem Bereich auch in Ihrem Bereich bleiben soll.
    Jeder ist für seine Arbeit eingeteilt und hat sich daran zu halten.

  2. Armer Herbert Bastians! Eine völlig desolate Bankrotterklärung seiner Person und des gesamten DSB. Warum werden eigentlich Leute, die in die Funktionärs-Riege einsteigen, zunehmend unmenschlicher und blind, obwohl sie vorher – vor langer Zeit – eigentlich ganze nette und umgängliche Personen waren?! Ich wünsche Dorian alles Gute und eine bessere Aufgabe als die jetzige offensichtlich sehr undankbare!! Schon erstaunlich, was ein wenig „Macht“und „Berühmtheit“ aus Menschen machen kann. Man sieht es ja zur Zeit auch an vielen anderen Orten dieser Welt. Traurig, aber leider wahr !!

  3. Ich überlege gerade, wie lange es dauern würde, bis ich meinen Büroschlüssel abgeben muss, wenn mein Arbeitgeber erfährt, dass ich arbeitsrechtliche Konsequenzen in dieser Art und Weise veröffentliche.
    Ich schätze ungefähr so lange wie sie brauchen, um meine Telefonnummer im Computer herauszufinden.

    Souverän und kompetent wäre eine Erklärung ungefähr folgenden Wortlauts gewesen:

    Die aktuellen Spannungen im Leistungssportbereich sind in einer Präsidiumssitzung diskutiert worden. Infolgedessen ist mit allen Beteiligten eine einvernehmliche Lösung gefunden worden.

    Warum muss alle Welt wissen, dass Dorian jetzt kein Weihnachtsgeld bekommt?

    Und eine weitere Frage: wie ist es um das Demokratieverständnis des Präsidiums bestellt, wenn ein von den Landesverbänden als Vertreter der Mitglieder gewählter Referent aufgefordert wird, sein Amt ruhen zu lassen!?

  4. Schade dass Dorian öffentlich so behandelt wird. Das hat er sicherlich nicht verdient. Die ganze DSB Führungsriege sollte zurücktreten und Platz für Neuwahlen machen. Seit Jahren wird da rumgewurschtelt und nichts kommt dabei raus. Inkompetenz in Vollendung. Eigentlich sollten wir Schachspieler uns mit dem Bundestrainer solidarich zeigen….

  5. Hauptsache Angestellte wie Jörg Schulz genießen Narrenfreiheit. An der Stelle fehlt die Verhältnismäßigkeit. Bei schwerwiegenderen Fällen hat man es versäumt Abmahnungen zu verteilen und hier wird direkt draufgehauen.
    Aber das in dieser Diskussion GM Naiditsch auftaucht, wundert mich. Der ist gegangen weil er mehr Geld verdienen wollte. Was in Ordnung ist, aber es ist nicht die Aufgabe des DSB für Mehreinnahmen von Spielern zu sorgen.

  6. Der Bundestrainer hatte doch super gearbeitet, wofür soll er denn jetzt bestraft werden, ich bin völlig perplex.

  7. Ein grandioses Versagen des Präsidenten und des Präsidiums. Das ist wohl als „Machtwort“ gedacht. Dem Kleingeist des Präsidiums wird jetzt die komplette Eskalation folgen.
    Unverzeihlich ist die öffentlich gemachte Abmahnung gegen den Bundestrainer als Arbeitnehmer des Deutschen Schachbundes. Was haben arbeitsrechtliche Maßnahmen in der Öffentlichkeit zu suchen? Auch wegen der Prangerwirkung ein krasser Verstoß gegen Art 1 GG. Abgesehen davon, dass so eine Abmahnung unzulässig ist, rechtfertigt eine derartige Bloßstellung des Bundestrainers möglicherweise dessen fristlose Kündigung mit entsprechenden Schadensersatzansprüchen.

  8. Diese „Erklärung des Präsidiums“ ist Stalinismus pur. So werden Menschen gebrochen und zu kleinlauten Duckmäusern gemacht. Das wird nichts mehr mit dem deutschen Schach, schon gar nicht auf internationalen Parkett. Ich war zwar nie ein Anhänger von Naiditsch, kann aber inzwischen nachvollziehen, warum er „ausgewandert“ ist und auf die Frage, ob er irgendwann wieder für Deutschland spielen wird, antwortete: „Mir ist es auch sehr schwer gefallen den Verband zu wechseln. Ich habe immer sehr gerne für Deutschland gespielt, leider ging es nicht mehr anders. Ich denke im deutschen Schach wird nie etwas passieren, so lange Leute wie Herbert Bastian, Bernd Vökler, Michael Langer, Klaus Deventer, Uwe Bönsch etc. im DSB sitzen.“ ( http://www.chess-international.de/Archive/68232 )

  9. Da kritisiert das Präsidium Bundestrainer und Kaderspieler, weil sie mit ihrem Anliegen in die Öffentlichkeit gehen.
    Gleichzeitig gibt dieses Präsidium die Abmahnung des Bundestrainers öffentlich bekannt.
    Hätte das Präsidium doch besser geschwiegen !
    Wer kann denn dieses Präsidium noch ernst nehmen ?

  10. Es ist schon erstaunlich das man eine Abmahnung eines Mitarbeiters öffentlich bekannt gibt.

  11. Wenn man diese Erklärung liest, dann versteht man gut, warum dem Bundestrainer vermutlich gar nichts anderes übrig blieb, als sich an die Öffentlichkeit zu wenden. Dem Präsidium scheint es nur darum zu gehen, ‚Unbotmäßigkeiten‘ zu sanktionieren und alles intern zu halten. Aufgaben wie die Förderung des Spitzenschachs werden bezeichnenderweise gar nicht angesprochen.Wahrhaftig ein Armutszeugnis!

  12. Die Herrn Funktionäre im DSB-Präsidium sollten mal kritisch hinterfragen, warum ein Weltklassespieler wie GM Naiditsch nicht mehr für Deutschland spielt. Es ist doch traurig, daß ein Bundestrainer und auch alle Kaderspieler sich an die Öffentlichkeit wenden müssen, um auf Fehlentwicklungen hinzuweisen. Es stellt sich auch die Frage, ob das Verhalten von GM Luther tadellos war oder auch zu kritisieren ist. Deutschland hat meiner Meinung, ein großes schachliches Potenzial, welches aber von DSB-Funtioären und vielen anderen Landesfunktionären nicht genutzt wird. Anstatt den Schachsport in Deutschland voran zubringen, schauen viele Funktionäre nur auf ihren kleingeistigen „Machterhalt“.

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