Schach, Lügen und Video

Von Stefan Löffler – Der März ist dieses Jahr ein eher ruhiger Monat im Schach, dafür beschäftigen Intrigen die Szene: Im Deutschen Schachbund wurde der Bundestrainer von einem Großmeisterkollegen mit Ehrenamt so lange drangsaliert, dass nun eine Schlammschlacht läuft. Zwei russische Großmeister werden bezichtigt, einer habe dem anderen den entscheidenden Punkt bei der Russischen Meisterschaft geschenkt, worauf dieser nun beim Grandprix in Schardscha seinem Kollegen den Punkt zurückgegeben haben soll. Und eine Großmeisterin, die als Regimeopfer dasteht, weil sie ohne Kopftuch spielt, lässt freizügige Aufnahmen anderer iranischer Spielerinnen verbreiten. Aber der Reihe nach.

2014 hat der Deutsche Schachbund etwas überraschend Dorian Rogozenco als hauptamtlichen Bundestrainer berufen. Nach dem Dafürhalten der meisten National- und Kaderspieler macht der aus Moldawien stammende und in Hamburg lebende Großmeister seinen Job engagiert und fachlich gut. Viel habe sich verbessert gegenüber der Zeit von Uwe Bönsch, auch weil dieser ihn nun als Sportdirektor unterstützt.

Vorigen Mai haben die Funktionäre einen anderen Großmeister, Thomas Luther, zum Referenten für Leistungssport gewählt. Praktisch ab seiner Berufung hat Luther, der am Ende seiner Profikarriere steht und sich als Multifunktionär und mit kleinen Trainerjobs über Wasser hält, Rogozenko das Leben schwer gemacht. Immer wieder wandte sich der Bundestrainer an das Präsidium. Doch weder Präsident Herbert Bastian noch der Vizepräsident Sport Klaus Deventer griffen anscheinend wirksam ein. Luthers wiederholte Versicherungen mit Rogozenko zusammenarbeiten zu wollen, genügten ihnen. Dann konnte das Mobbing weitergehen… Weiter auf dem Schachblog der FAZ