GRENKE Chess Classic starten mit Überraschungen

Der Start der GRENKE Chess Classic brachte einige Überraschungen. Insbesondere der Sieg von Hou Yifan gegen Fabiano Caruana sorgte für Aufsehen. Außerdem gewann Arkadij Naiditsch mit Schwarz gegen Maxime Vachier-Lagrave. In den zwei weiteren Partien glückte den deutschen Vertretern ein starker Auftritt. Matthias Blübaum verteidigte eine etwas schlechtere Stellung gegen Magnus Carlsen und Georg Meier willigte aus der Position der Stärke gegen Levon Aronian in die Punkteteilung ein.

Von Georgios Souleidis

Die GRENKE Chess Classic 2017 lockten zum Start zahlreiche Zuschauer in die Schwarzwaldhalle in Karlsruhe. Viele von ihnen kamen, um Magnus Carlsen live zu erleben. Bei der Vorstellung der Spieler erhielt der Weltmeister mit Abstand den meisten Applaus. Das entlockte Carlsen sogar für einen kurzen Moment sein spitzbübisches Lächeln.

Apropos Carlsen. Nach seiner fast viermonatigen Turnierpause präsentierte sich der 26-jährige Norweger in neuem “

Blübaum-Carlsen

Look“. Mit Brille und längeren Haaren erinnerte er an seine Tage als Modell für die Marke G-Star. Im Anschluss an seine Partie erklärte Carlsen allerdings, dass er die Brille einfach tragen muss. Er hatte in letzter Zeit häufig Kopfschmerzen wegen seiner leichten Kurzsichtigkeit und nach Auswertung einiger Tests gab es kein Entkommen vor der Sehhilfe.

IM Lawrence Trent witzelte während der Pressekonferenz, dass Magnus jetzt noch mehr sehen würde, doch die neuen Kräfte reichten nicht aus, um Matthias Blübaum zu besiegen. Zwar kam Carlsen in einer Königsindischen Partie besser aus der Eröffnung und übte Druck im Mittelspiel aus, doch Blübaum verteidigte sich akkurat und ließ nur ein etwas schlechteres Turmendspiel zu. In der Vergangenheit bewies Carlsen des Öfteren, dass er auch ausgeglichene Endspiele gewinnen kann, doch bei Turm und drei Bauern vs. Turm und drei Bauern auf einem Flügel war dann auch für den weltbesten Spieler nichts zu machen.

Die erste Gewinnpartie der GRENKE Chess Classic 2017 lieferte Hou Yifan. Die 23-jährige Chinesin spielte gegen Fabiano

Hou Yifan-Caruana

Caruanas Berliner Verteidigung eine ruhige, symmetrische Variante. Caruana fühlte sich genötigt die Struktur mit einem vielleicht zweifelhaften Bauernvorstoß zu verändern. Das ging allerdings nach hinten los, wie die Kommentatoren Peter Leko und Lawrence Trent feststellten. Zusammen mit der 23-jährigen Chinesin diskutierten die Meister im Anschluss die Partie und waren voll des Lobes über die Leistung der besten Spielerin der Welt, die mit einem taktischen Feuerwerk den schwarzen König zu Fall brachte.

Eine sehr komplizierte Partie und einen offenen Kampf lieferten sich Maxime Vach

Vachier-Lagrave – Naiditsch

ier-Lagrave und Arkadij Naiditsch. Naiditsch wählte die Frazösische Verteidigung und „MVL“ opferte im Mittelspiel gleich zwei Bauern, um sich Zugang in die gegnerische Stellung zu verschaffen. Dank eines feinen Springermanövers verschaffte sich allerdings Naiditsch die besseren Chancen und behielt in den folgenden Komplikationen die Oberhand. Mit diesem Sieg machte Naiditsch dort weiter, wo er vor zwei Jahren aufgehört hatte, als er Magnus Carlsen einen tollen Kampf um den Turniersieg bot.

Georg Meier darf sehr zufrieden sein mit seinem Auftakt ins Turnier. Meier muss bis Mitte Mai seine Masterarbeit in Stockholm, wo er zur Zeit lebt, abgeben, doch ein Turnier wie die GRENKE Chess Classic kann er natürlich nicht sausen lassen. Gegen Levon Aronian, der die Reti-Eröffnung wählte, hatte Meier keine Probleme die leichte weiße Initiative abzuwehren und später sogar Ambitionen auf den Sieg zu reklamieren. Aus der Position der Stärke willigte er allerdings ins Remis ein.

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Die zweite Runde der GRENKE Chess Classic beginnt am Sonntag den 16. April um 15 Uhr. Die Paarungen lauten:

8. Naiditsch, Arkadij 5. Caruana, Fabiano
6. Meier, Georg 4. Hou, Yifan
7. Carlsen, Magnus 3. Aronian, Levon
1. Vachier-Lagrave, Maxime 2. Bluebaum, Matthias
Hou Yifan - Fabiano Caruana

Maxime Vachier-Lagrave - Arkadij Naiditsch

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