Traumstart für Hou Yifan

Turnierheft

Hou Yifan legte bei der GRENKE Chess Classic 2017 einen Start nach Maß hin. Die beste Spielerin der Welt gewann in der zweiten Runde gegen Georg Meier und führt das Turnier mit zwei Siegen an. Ein kleines Comeback feierte nach seiner Niederlage in der ersten Runde Fabiano Caruana mit einem Sieg gegen Arkadij Naiditsch genau wie Maxime Vachier-Lagrave, der Matthias Blübaum besiegte. Magnus Carlsen verpasste gute Chancen gegen Levon Aronian und musste sich mit einem Remis begnügen.

Von Georgios Souleidis

Die zweite Runde der GRENKE Chess Classic war hart umkämpft und teilweise durch wechselhaften Verlauf geprägt. Die Partie zwischen Georg Meier und Hou Yifan ist das beste Beispiel. Der 29-jährige Trierer kam in einer Katalanischen Partie hervorragend aus der Eröffnung. Hou Yifan musste mit hängenden Bauern agieren, die Meier mit gewohnt guter Technik unter Beschuss nahm. Der Vorteil wuchs an, doch der deutsche Nationalspieler fand nicht die „Lösung“, wie er nach der Partie angab.

Hou Yifan mit Glück und Können zum Sieg gegen Georg Meier

Stattdessen verspielte er seinen Vorteil und ließ mit zunehmender Zeitnot einen fürchterlichen Angriff gegen seinen König zu. Hou Yifan nutzte die Gunst der Stunde, opferte einen Springer und fiel mit Dame und Turm über den weißen König her. „Ich hatte heute richtig viel Glück“, meinte die Chinesin im Anschluss bescheiden.

Fabiano Caruana zeigte sich von seiner Auftaktniederlage gegen Hou Yifan gut erholt. Der 23-jährige Amerikaner besiegte mit den schwarzen Steinen Arkadij Naiditsch und war dementsprechend bei der Pressekonferenz gut gelaunt. Naiditsch wählte nach 1.e4 e5 mit 2.Lc4 das ehrwürdige Läuferspiel. Die Eröffnung verlief ausgeglichen, doch im MIttelspiel erkämpfte sich Caruana nach und nach etwas Raumvorteil, den er nutzte, um einen starken Springer auf e5 zu installieren.

Fabiano Caruana gegen Arkadij Naiditsch

In Zeitnot erhöhte die Nr. 3 der Welt mit der Öffnung der f-Linie den Druck am Königsflügel. Naiditsch fand keinen guten Platz für seinen inzwischen „offenen“ König, wonach die schwarzen Schwerfiguren über ihn herfielen. „Ich denke, dass wir heute beide auf Sieg spielten, doch in Zeitnot neigte sich die Partie zu meinen Gunsten. Der Vorstoß …f5 war ein wichtiger Zug“, gab Caruana nach der Partie an.

Einen langen Kampf lieferten sich Magnus Carlsen und Levon Aronian. In einer Spanischen Partie griff der Armenier mit Schwarz am Königsflügel an, während der Weltmeister über die offene b-Linie in die schwarze Stellung eindrang. In zweischneidiger Stellung wendete sich das Blatt und plötzlich geriet der schwarze König in Gefahr. Carlsen verpasste kurz vor der Zeitkontrolle einen Materialgewinn und ließ eine bösen Konter zu. Aronian musste eine Figur geben, dafür lief aber sein c-Bauer zur Dame.

Magnus Carlsen startete mit zwei Remis in die GRENKE Chess Classic 2017

Es entstand ein interessantes Endspiel. Aronian kämpfte mit einer einzigen Dame gegen Turm, Springer und Randbauer. Wie stark so eine Monarchin ist, zeigte sich in der Folge. Aronian war in der Lage das Remis zu halten, obwohl Carlsen 20 Züge lang versuchte seinen optischen Vorteil zum vollen Punkt zu verwerten. Letztendlich kann der Weltmeister mit der Punkteteilung nicht zufrieden sein, da er sich schon auf der Siegerstraße befand.

Levon Aronian kam mit dem Schrecken davon in der zweiten Runde

Die längste Partie des Tages absolvierten Maxime Vachier-Lagrave und Matthias Blübaum. Der 26-jährige Franzose verbesserte eine eigene Reti-Variante, die er vor drei Jahren gegen den tschechischen Großmeister Viktor Laznicka auf dem Brett hatte. Der deutsche Nationalspeler hielt gut dagegen, ließ aber ab dem 30. Zug ein Endspiel mit einem Minusbauern zu. Damit begann eine Massage, die Blübaum stundenlang über sich ergehen lassen musste. Vachier-Lagrave hatte es überhaupt nicht eilig und schob nur langsam den einen nach dem anderen Bauern vor.

Matthias Blübaum kämpfte vergeblich gegen Vachier-Lagrave

Nach sechs Stunden trugen Vachiers Bemühungen Früchte. Blübaum wurde müde und ließ in schon sehr schwieriger Stellung eine taktische Wendung zu, die zu Materialvorteil für Weiß führte. Kurze Zeit später gab er auf.

Maxime Vachier-Lagrave schlug nach seiner Niederlage gegen Naiditsch sofort zurück

Die dritte Runde der GRENKE Chess Classic beginnt am Montag den 17. April um 15 Uhr. Im Mittelpunkt steht die Partie zwischen Hou Yifan und Magnus Carlsen.

TNr Teilnehmer TNr Teilnehmer
2. Bluebaum, Matthias 8. Naiditsch, Arkadij
3. Aronian, Levon 1. Vachier-Lagrave, Maxime
4. Hou, Yifan 7. Carlsen, Magnus
5. Caruana, Fabiano 6. Meier, Georg

Beim GRENKE Chess open sind sieben von neun Runden gespielt. Der russische Großmeister Vladimir Fedoseev liegt mit 6,5 Punkten alleine in Führung. Es folgen ihm acht Spieler mit 6,0 Punkten, darunter die Nr. 1 der Setzliste, Nikita Vitiugov. Einen ausführlichen Bericht entnehmen Sie bittte der offiziellen Webseite.

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