Französische Mannschaftsmeisterschaft – TOP 12

Die französische Mannschaftsmeisterschaft im Schach (französisch Le championnat de France d’échecs des clubs) ist eine Schachveranstaltung, die jährlich vom französischen Schachbund organisiert wird. Die besten Teams sind für die nächste Europameisterschaft der Vereine (European Club Cup) qualifiziert.

Vom 18. bis 28. Mai wird in der schönen Stadt Chartres die französische Mannschaftsmeisterschaft ausgespielt. Neben Deutschland und Russland (und wohl auch Spanien) eine der stärksten Ligen der Welt.

Gespielt werden 11 Runden. Die Bedenkzeit beträgt 90 Minuten für 40 Züge plus 30 Minuten für den Rest der Partie, mit einem Inkrement von 30 Sekunden ab Zug. Eine Mannschaft besteht aus 8 Spielern. Titelverteidiger ist Clichy.

Geschichte:
Die erste französische Mannschaftsmeisterschaft fand im Jahre 1980 auf Initiative des Straßburger Schachvereins statt. Die ersten fünf Ausgaben wurden vom elsässischen Team gewonnen. Nachdem die anderen Mannschaften begannen Profi-Spieler zu verpflichten, wendete sich das Blatt. In den folgenden Jahren konnte der CE Strasbourg an ehemalige Erfolge nicht anknüpfen. Mitte 1980er dominierte der Verein aus Clichy den Wettbewerb, dann wurde er von Lyon-Oyonnax Échecs von der Spitze verdrängt. Der Lyoner Verein, dem damals hervorragende Spieler wie Waleri Salow, Viswanathan Anand und Wladimir Kramnik angehörten, holte den Meistertitel sechs Mal nacheinander und gewann außerdem den European Club Cup 1993 und 1994. Doch dann verschlechterte sich die Finanzlage des Klubs dramatisch, was zum Abstieg aus der obersten Division führte. In den nächsten Jahren kämpften Clichy, Monaco und Auxerre mit wechselndem Erfolg um die Siegespalme. Dies änderte sich 2003, als der Pariser NAO Chess Club, gesponsert von der syrischen Geschäftsfrau Nahed Ojjeh, mehrere erstklassige Spieler engagieren konnte (z.B. Adams, Grischuk, Svidler, später auch Kramnik). Ähnlich wie bei Lyon-Oyonnax kehrte NAO Chess von den vier darauffolgenden Meisterschaften mit dem Titel zurück und sammelte weitere Meriten mit dem Gewinn des European Club Cups 2003 und 2004. Die Zusammenarbeit zwischen dem Pariser Verein und Nahed Ojjeh nahm sein Ende im Jahre 2006 (Quelle bis hier: Wikipedia).

Ergänzungen von Thomas Richter: Danach gewann wieder meistens (6 von 10 mal) Clichy, Vorort von Paris. Deren Spitzenspieler Vachier-Lagrave wird diesmal einige (jedenfalls die ersten vier) Runden verpassen, da er ja noch beim FIDE Grand Prix in Moskau beschäftigt ist. Das gilt auch für einige andere in Diensten anderer Vereine – Harikrishna für Bischwiller, Radjabov für Strassburg, Vallejo für Tremblay en France (Aufsteiger der wohl jedenfalls nicht wieder absteigen will und auch Jobava und Malakhov im Kader hat). Relativ neu ist offenbar, dass Wolfgang Grenke sich auch in der französischen Liga engagiert – Sponsor von Bischwiller ist zwar nicht Grenke Leasing, aber der französische Ableger Grenke Location. Naiditsch und Bacrot spielten früher für Marseille, nach deren Rückzug vor dem Turnier 2014 gar nicht, und seit 2015 für Bischwiller das prompt Meister wurde. An Naiditsch (3/9) lag es damals nicht, an Bacrot (6,5/10) ein bisschen aber vor allem an den Solingern (oder sind es Elsässer? oder etwa Niederländer [mit Migrationshintergrund] und Österreicher?) Giri (8/10) und Ragger (7/8). 2016 wurde Bischwiller Vizemeister hinter Clichy – wieder lag es nicht an 8/11 von Naiditsch, eher an 0/0 von Giri und Ragger (gemeldet aber nicht eingesetzt).

Favoriten dieses Jahr sind wohl wieder Clichy (Vachier-Lagrave, Wojtaszek, Jakovenko, Fressinet, van Wely, van Foreest usw.) und Bischwiller (Giri-Ersatz Harikrishna, Naiditsch, Rodshtein, Bacrot, Ragger usw.). 2700er für andere Vereine: Navara für Mulhouse, Li Chao für Nice Alekhine, die bereits erwähnten Radjabov (Strassburg), Jobava, Malakhov und Vallejo (alle Tremblay) sowie Kryvoruchko für Grasse. Ein Absteiger steht wohl bereits quasi fest: Aufsteiger Club d’Echecs Lexovien hat nur Franzosen mit Elo unter 2400. Deutsche Spieler: Andreas Heimann für Mulhouse, Dennis Wagner für Nice Alekhine, Florian Grafl für Tours de Haute Picardie, Fabian (laut Meldung Fabien) Doettling und Christian Maier für Strassburg, Alexander Donchenko und Lev Yankelevich für Vandeouvre.

Offizielle SeitePartien
Mannschaftsaufstellungen aller 12 Vereine:

 

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