Tal-Memorial – Heute Abend wird in Moskau geblitzt – Live-Übertragung ab 18 Uhr

blitzBlitzen eignet sich besonders für eine Live-Übertragung. Mliveuss man doch nicht lange auf die nächsten Züge warten. Es ist spannend, zumal man im Livestream die Mimik und das Verhalten der Spieler beobachten kann. Besonders in der Zeitnotphase.
10 Spieler = 9 Runden. Die Bedenkzeit: 3 Minuten zuzüglich 2 Sek. pro Zug.

Runde 1 18:00; Runde 2 18:15; Runde 3 18:30; Runde 4; 18:45 Runde 5; 19:00 Runde 6 19:15; Runde 7 19:30; Runde 8 19:45; Runde 9 20:00

Franz Jittenmeier

Carlsen gewinnt 11:0

 

Magnus Carlsen spielte gestern im Liberty Science Center in Jersey City ein Uhrensimultan gegen elf Gegner. Die Bedenkzeit betrug 30 Minuten. Carlsen selber hatte allerdings 30 Minuten für alle Partien. Alle 11 Teilnehmer waren Nutzer seiner APP (Play Magnus App). Sie hatten per Losentscheid die Reise und die Berechtigung gegen Carlsen zu spielen gewonnen. Wie zu erwarten gewann Carlsen alle Partien. Nach Beendigung der Partien analysierte Carlsen mit allen Teilnehmern des Simultan die gespielten Partien. Das Spektakel wurde über das Internet übetragen und auch auf Facebook.
Studiogäste waren u.a. Fabiano Caruana, Jon Ludvig Hammer und Paul Hoffman. Für all diejenigen, die die Live-Übertragung nicht gesehen haben, hier die Aufzeichnung.

 

 

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„Ich war noch nicht überall, aber es steht auf meiner Liste.“ – Susan Sontag – Ein Beitrag von Bernd Vökler

 

Ab 12 Uhr (1. Runde: 22.9.)

(v.l.) K. Urban, R. Vogel, L. Schulze, J. Roseneck, F. Sieber, J. Heinemann, A. Rieß, D. Kollars

(v.l.) K. Urban, R. Vogel, L. Schulze, J. Roseneck, F. Sieber, J. Heinemann, A. Rieß, D. Kollars

Seit heute können zumindest einige deutsche Schachspieler zwei weiße Flecken als getilgt betrachten. Nach dem problemlosen Flug nach Moskau Domodedovo unternahmen wir eine geführte Tour durch Moskau. Natascha erwies sich als sehr kompetente und perfekt deutsch sprechende Reiseführerin. Auf dem langen Weg in die Innenstadt fasste sie die über tausendjährige Geschichte Mütterchen Russlands zusammen. Schlagworte waren Kiewer Rus, Mongolen, Zaren, Bojaren, Moskau, St. Petersburg, Vaterländische Kriege, Lenin, Stalin, Putin usw.

 

Moskau ist eine permanent wachsende Megacity mit über 13 Millionen Einwohnern. Von Putins Wahlsieg am Sonntag und der überwiegend positiven Sicht der „einfachen Leute“ auf den Präsidenten sprach sie im Brustton ehrlicher Überzeugung. Er bringt Russland (wieder) nach vorn, glauben 75 % aller Russen!

 

Das Herz Moskaus, der Kreml war uns eine Besichtigung wert. Vladimir Putin haben wir leider nicht gesehen!

 

TurnierseiteZeitplanResultate

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Shakhriyar Mamedyarov (by David Llada)

Shakhriyar Mamedyarov (by David Llada)

23. bis 26.9.2016 – Runden 12 bis 15 der chinesischen Mannschaftsmeisterschaft

 

Die Chinesen spielen von April bis Dezember 2016 ihre Mannschaftsmeisterschaft aus. Die „Offizielle Seite “ ist eine komplette Zumutung. Offensichtlich gehen die Chinesen davon aus, dass die ganze Welt chinesische Schrift lesen kann. Es ist etwas mühsam die einzelnen Menüpunkte zu übersetzen. Gottseidank gibt es Google als Dolmetscher.

 

live

Insgesamt werden 22 Runden an 6 langen Wochenenden gespielt. Die Bedenkzeit beträgt 90 Minuten für alle Züge zzgl. 30 Sekunden pro Zug. Eine Mannschaft besteht aus 5 Spielern, wobei an zwei Brettern Frauen eingesetzt werden müssen.

 

Neben ausländischen Stars, wie beispielsweise Mamedyarov, Harikrishna, Inarkiev, Malakhov, Dzagnidze und Khotenashvili, nehmen fast alle chinesischen Spitzenspieler teil (z. B.: Ding Liren,  Wang Yue, Yu Yangyi,  Wang Hao, Bu Xiangzhi, Wei Yi ). Die Partien werden im Internet übertragen.

 

TurnierseiteErgebnisseRückblick 2015

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Vom 23. bis 25.9. finden die Runden 4, 5 und 6 statt.

 

David Nayara ( by Paul Truong)

David Nayara ( by Paul Truong)

Die polnische Extraliga, zu vergleichen mit der deutschen Bundesliga, geht in die Runden 4, 5 und 6. Insgesamt spielen 10 Mannschaften, in 9 Runden, um den Titel des polnischen Mannschaftsmeisters. Jedes Team besteht aus 15 Spielern, aber nur 6 Spieler dürfen sich an die Bretter setzen, wobei das 6. Brett von einer Frau besetzt weden muss. Die ersten 3 Runden wurden bereits im Juni gespielt.

 

Die Zeitkontrolle beträgt 90 Minuten, zuzüglich 30 Minuten für den Rest der Partie. Ab dem ersten Zug livegibt es einen Zeitzuschlag von 30 Sekunden. Ein Remisangebot vor dem 30. Zug ist nicht erlaubt.

 

Im Gegensatz zur deutschen Bundesliga, wo viele ausländische Legionäre ihre Brötchen verdienen, bestehen die Mannschaften der polnischen Eliteliga fast ausschließlich aus polnischen Spielern.

 

Favorit auf den Titel ist die Mannschaft von Wasko HETMAN Katowice, die zwei Super-Großmeister in ihren Reihen hat. Diese sind: Brett 1: WOJTASZEK, Radosław (2729) und NAVARA, David (2744) an Brett 2.

 

Turnierseite

Ein Vorbericht von Bernd Vökler

 

Fiona Sieber und Lara Schulze (by Bernd Vökler)

Fiona Sieber und Lara Schulze (by Bernd Vökler)

Ab 12 Uhr (1. Runde: 22.9.)

Vor Jahren (vermutlich kurz nach der JWM 2013 in Al Ain mit 4.500 Teilnehmern, Eltern und Begleitern) beschloss die FIDE die Kinder- und Jugend-Weltmeisterschaften zu teilen. Einen Grund sehe ich in der Halbierung der Teilnehmerzahlen. Es lassen sich leichter Ausrichter finden, die Meisterschaften werden womöglich konzentrierter ausgerichtet. Der zweite Grund ist die Verdopplung der Meisterschaften. Es können mehr Bewerber bedient werden. Aufmerksame Leser verschiedener Seiten und Blogs ahnen worum es geht, es geht ums Geld! Ausrichter dieser Meisterschaften verdienen an den Selbstzahlern und Begleitpersonen [siehe Budva JEM 2013].

 

Von diesem Verdacht möchte ich die russischen Schachfreunde im fernen Sibirien ausdrücklich ausnehmen. Es geht nur um Schach! Deutschland ist prominent vertreten in Chanty-Mansijsk. Titelverteidiger Roven Vogel spielt in der Königsklasse U18, Europameisterin Fiona Sieber U16w strebt auch bei den Welttitelkämpfen nach einer Medaille. Josefine Heinemann U18w, Dmitrij Kollars U18, Lara Schulze U14w sind erfahren genug für Top-Ten-Plätze.

 

TurnierseiteZeitplanResultate

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IM Nikolas Lubbe (2485) schlägt Großmeister l‘ Ami (2611)

 

Erwin-L-Ami (by David Llada)

Erwin l’Ami (by David Llada)

Was für Deutschland die Schach-Bundesliga, ist für die Niederlande die Meesterklasse. Während in Deutschland die erste Runde der Bundesliga im Oktober gespielt wird, fand die erste Runde der Meesterklasse am heutigen Samstag statt. 10 Mannschaften spielen um die Meisterschaft, darunter zahlreiche deutsche Spieler. In jeder Mannschaft spielen 10 Spieler.

partien

Gleich in der 1. Runde gab es eine faustdicke Überraschung. Der J.S.V. Sissa aus Groningen schlägt den Titelverteidiger En Passant Bunschoten-Spakenburg
mit 6:4, obwohl Sissa im Schnitt ca. 100 Elopunkte weniger aufweist. IM Nikolas Lubbe (2485) schlug dabei das Schach-Schwergewicht GM l‘ Ami (2611) und trug entscheidend zu dem Sieg bei.

 

Tabellenführer ist allerdings Groninger Combinatie, die mit 8:2 gegen Charlois Europoort gewinnen konnten.

 

Niederländischer Schachbund

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Hockenheimer Neuzugang Großmeister Baadur Jobava bester Spieler der Schacholympiade 2016 in Baku – Lokalmatador Rainer Buhmann mit solider Leistung – Ein Beitrag von Dieter Auer

 

Jobava - Caruana (by Paul Truong)

Jobava – Caruana (by Paul Truong)

Für eine Sensation bei der Schacholympiade in Baku sorgte der Hockenheimer Neuzugang im Rennstadtteam, Großmeister Baadur Jobava, mit seiner überragenden Leistung mit 8 Punkten partienaus 10 Kämpfen an Brett 1 im georgischen Team. Bei versammelter Weltelite blieb er unbesiegt, gewann 6 Partien gegen stärkste Konkurrenz am Spitzenbrett und spielte vier Mal unentschieden. Kurz vor dem Saisonstart der Spielsaison 2016/2017 Mitte Oktober ist der Hockenheimer Neuzugang in blendender Form und bestätigt das „glückliche Händchen“ des Hockenheimer Managements mit seiner Verpflichtung.

 

Nachdem sich kurz vor Meldeschluss Serienmeister OSG Baden-Baden mit dem Zweiten der Weltrangliste, Maxime Vachier-Lagrave, sowie mit dem Vierten, Fabiano Caruana, verstärkt hat, scheint ein erfolgreicher Angriff auf den Titel Deutscher Meister für die übrigen Meisterschaftsanwärter fast unmöglich. Baden-Baden ist dem Prognosen der Schachexperten zufolge die klare Nummer Eins gefolgt von Schwäbisch Hall, Solingen und Hockenheim, wobei der ELO-Durchschnitt der Verfolger gering ist, sodass die Erfolge dieser Teams von der Häufigkeit der Einsätze ihrer Spitzenspieler geprägt sein wird.

Webseite Hockenheim

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Amerikas goldenes, Deutschlands glanzloses Trio – Die Schacholympiade ist entschieden – Von Stefan Löffler

 

Gold: Vereinigte Staaten, Silber: Ukraine, Bronze: Russland. Eine starke Teamleistung zeigten bei der Schacho

Fabiano Caruana (by Eteri Kublashvili)

Fabiano Caruana (by Eteri Kublashvili)

lympiade in Baku eigentlich alle drei. Ein einziger schwacher Tag machte am Ende den Unterschied. Die Russen hatten ihn beim 1,5:2,5 gegen die Ukraine, als Jewgeni Tomaschewski in besserer Stellung gegen Ruslan Ponomarjow einen wichtigen Bauern einstellte.

 

http://www.chessbomb.com/arena/2016-world-chess-olympiad-men/04-Tomashevsky_Evgeny-Ponomariov_Ruslan

 

Die Ukrainer erwischte es beim 1,5:2,5 gegen die Vereinigten Staaten, weil niemand Fabiano Caruanas fein herausgespielten Sieg gegen Pawel Eljanow ausgleichen konnte.

 

http://www.chessbomb.com/arena/2016-world-chess-olympiad-men/06-Caruana_Fabiano-Eljanov_Pavel

 

Nur die Vereinigten Staaten blieben ganz ohne schwarzen Tag. So hat schachblogder russische Teamkapitän Andrei Filatow recht behalten, als er das US-Team, weil es als einziges drei absolute Weltklassespieler aufbieten konnte, vor Beginn des wichtigsten Mannschaftswettbewerbs zum Favoriten erklärt hatte. Amerikas Trio spielte groß auf: Caruana glänzte am ersten Brett, Wesley So am dritten. Hikaru Nakamura agierte an Brett Zwei erratischer, war wiederholt in Schwierigkeiten und verlor am vorletzten Tag, doch seine Teamkollegen machten es wett, und auch Nakamuras Gesamtresultat kann sich sehen lassen. Bester Ukrainer war Andrei Wolokitin, der achtmal gewann und nur ein Remis abgab. Vielleicht war es ein Fehler, ihn ausgerechnet gegen die Vereinigten Staaten pausieren zu lassen. Bei den Russen gewann Wladimir Kramnik Einzel-Gold für das beste Resultat am zweiten Brett und Ian Nepomnjaschtschi Einzel-Gold am vierten Brett … Weiterlesen auf dem Schachblog der Frankfurter Allgemeinen Zeitung

Ein köstlich geschriebener Beitrag von Julia Marie Mätzkow

 

Immer wieder Schach

Immer wieder Schach

So meine lieben Freunde. Wer hätte es gedacht? Von mir gibt es mal wieder ein kleines Tagebuch über die nebensächlichsten Dinge, die bei einem Schachturnier so passieren. Diesmal schreibe ich es gleich an Ort und Stelle, und versuche mich aus zeitlichen Gründen kurz zufassen. Des Weiteren habe ich mir vorgenommen alle Aktivitäten mit Bildmaterial zu unterlegen, mal schauen, wie ich dem gerecht werde. Am 21.08.2016 bin ich in das Schachcamp nach Groß Schönebeck gefahren und habe dort bis zum 28.08.2016 verharrt.

 

Sonntag, 21. August 2016. Der Anreisetag. Was soll da schon groß geschehen? Man lernt die anderen Betreuer kennen. Ein großes Dankeschön an Nora, die echt gut mit Kinder umgehen kann und ohne die ich das alles wahrscheinlich gar nicht geschafft hätte. Die Kinder kommen, beziehen ihre Zimmer, essen Abendbrot und bemalen ihre T-Shirts. Also alles ganz normal! Aber denkste! Gleich am ersten Tag haben wir zwei mittelschwere Katastrophen: 1. Julia, ein recht aufgewecktes Mädchen, ärgerte einige Junges, die dies auch nicht auf sich sitzen lassen können. Und schon geht das Theater los. 2. Der große Kampf um die Badmintonschläger ist ausgebrochen und zwei Jungs werden handgreiflich und einer hat anschließend einen Bock. Aber was erwartet man auch von den 22 Kindern, die sich zu großen Teilen noch nicht kennen und in verschiedensten Altern sind.

 

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Fünf Runden sind gespielt, gestern war ein Ruhetag und es wird Zeit für einen kleinen Zwischenbericht Eures DBSB-Vertreters in der ziemlich internationalen IBCA-Mannschaft – Ein Beitrag von Oliver Müller

 

Die Ergebnisse sind ja alle gut bei ChessResults zu finden, wer aber keine Möglichkeit oder Lust hat, diese aufzurufen, hier der Stand der Dinge:

 

Oliver Müller

Das IBCA-Team hat mit 5 von 10 Mannschaftspunkten ein solides Ergebnis im Rahmen der Möglichkeiten erreicht. In der heutigen 6. Runde spielen wir gegen Thailand, die nominell etwas schwächer sind, und könnten dann punktemäßig etwas davonziehen. Also, liebe Freunde des Blinden- und Sehbehindertenschachs: Bitte im Dauumendrücken nicht nachlassen! partienMit meinem persönlichen Ergebnis von 3 aus 5 kann ich ebenfalls zufrieden sein, vielleicht geht da noch was.

 

Die deutsche Mannschaft spielt heute gegen Russland, also das Traumlos gegen Karjakin, Kramnik & Co. Ja, sowohl die Deutschen als auch die an Nummer 1 gesetzten Russen haben schon mal verloren, und zwar beide gegen die Ukraine, die bisher alles gewann. Ebenfalls mit weißer Weste treffen heute Indien und die Niederlande aufeinander, und wer jetzt meint, die Inder seien nur deshalb so stark, weil Vishy Anand mitspielt, der irrt sich, denn der Exweltmeister ist gar nicht dabei!

 

Und schließlich noch ein Blick auf den aktuellen Weltmeister, der ja nun mal für Norwegen spielen muss. Auch diese Mannschaft hat nur einmal verloren (gegen Australien) und ist noch im Rennen.

 

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Wie geht Schachverein heute – ein Erfahrungsbericht?

 

Das ist eine Frage, die sich immer wieder die Verantwortlichen in den Schachvereinen heutzutage stellen, denn offensichtlich ist es ja so, dass die Zahl der Schachspieler, die im Deutschen Schachbund (DSB) zusammengefasst sind, seit Jahren rückläufig ist. Das hat natürlich auch Konsequenzen für die am Spielbetrieb teilnehmenden Vereine. Auch ihre Zahl geht chronisch abwärts. Ist das nun ein Abbild des Zeitgeistes, wie von vielen Funktionären unterstellt, oder müssen sich gerade dieseIMG_3634 den Vorwurf gefallen lassen, dass es nur eine Rechtfertigung für eigenes Unvermögen bzw. Scheitern ist. Natürlich sind die Möglichkeiten der Freizeitgestaltung heutzutage vielfältiger als zu Zeiten unserer Eltern (Freizeitparks und Straßenfeste seien hier nur einige Stichworte). Auch muss ich nicht unbedingt einem Verein beitreten, um meinem Hobby nachgehen zu können- man denke nur an öffentliche Tennis- und Golfplätze, Muckibuden, sowie das breite Spektrum privater Anbieter von Aktivitäten, vom Trödel bis zum Tango. Schließlich hat aber auch das Internet unser Freizeitverhalten maßgeblich beeinflusst – und das trifft insbesondere auf das Schachspiel zu (warum soll ich in einen Verein gehen, wenn es vom heimischen Computer aus bequemer ist).

 

Wenn wir all diese Fakten berücksichtigen, so bleibt aber doch festzuhalten, dass es auch Schachvereine gibt, welche sich positiv entwickeln. Ein Beispiel dafür ist der Verein in dem ich selbst seit über 5 Jahren Mitglied bin. Es ist noch nicht sehr lange her, vielleicht so um die 15 Jahre, da gehörte dieser Verein zu den Krematoriumskandidaten und es wurden schon Wetten darauf abgeschlossen, wann er das Zeitliche segnet. Die Mitgliederzahl erlaubte es gerade noch, eine Mannschaft zu stellen – mit etwas Glück sogar zwei. Das Vereinsleben tendierte gegen Null – sozusagen ein hoffnungsloser Fall. Dann, um die Jahrtausendwende, kam das eine oder andere Mitglied eher zufällig hinzu. Schachlaien, welche die Szene nicht kannten, aber von ihrer Art her zu dem Verein passten. Empathisch, sozialkompetent und quer denkend. „Das war schon immer so“ zählte nicht und selbst die Altvorderen im Verein waren zum größten Teil sehr schnell bereit, den frischen Wind zu nutzen. Eigentlich änderte sich anfangs nicht sehr viel, sondern man hatte einfach nur ein gutes Gefühl. Bei der ersten Mitgliederversammlung wurde dann der Vorstand umstrukturiert, weil dieses aus beruflichen Gründen notwendig war. Mit Unterstützung der ausscheidenden Vorstandsmitglieder wurden die Karten neu gemischt und viele Funktionsträger machten engagiert weiter.

 

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Jan-Krzysztof Duda vor Robin van Kampen – Von Georgios Souleidis

 

Jan-Krzysztof Duda

Jan-Krzysztof Duda

Die Wahl zur Partie der Saison 2015/16 war ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Jan-Krzysztof Duda und Robin van Kampen. Zuerst schien der Holländer auf der Siegerstraße, doch am Ende trudelten immer mehr Stimmen für den 18-jährigen Polen ein, so dass Duda letztendlich die Nase vorn hatte. Drei Schachfans dürfen sich dank ihrer Teilnahme auf einen Gutschein unseres Kooperationspartners Schach Niggemann freuen.

 

Für die Wahl zur Partie der Saison 2015/16 standen in diesem Beitrag 15 Partien zur Diskussion. Robin van Kampen bekam zu Beginn für seinen Sieg gegen Jaroslaw Krassowizkij, der am letzten Spieltag mitentscheidend für den Solinger Titelgewinn war, die meisten Punkte. Nach und nach holte ihn aber Jan-Krzysztof Duda ein. Der 18-jährige Pole spielte in der 14. Runde der letzten Saison eine Glanzpartie gegen seinen Landsmann Grzegorz Gajewski, was die Schachfans zu würdigen wussten. Der Vorjahressieger, Richard Rapport, war mit zwei Partien vertreten und lag in der Gunst der Wähler auch weit vorne. Als bester deutscher Spieler darf sich Jonathan Carlstedt über einen hervorragenden dritten Platz freuen

 

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Elisabeth Pähtz weckte Erinnerungen – Fulminanter Sieg in der 2. Runde der Schacholympiade in Baku – Von GM Thomas Pähtz kommentiert

 

Jetzt geht`s lo os ...

Jetzt geht`s lo os …

In diesen Tagen hatte ich ein Déjà-vu-Erlebnis. Als ich am heimischen PC Elisabeths zweite Partie bei der Schach-Olympiade verfolgte, war ich vom spannenden Verlauf und der feinen taktischen Schlusspointe gefesselt. Der schwarze König ergab sich auf a5 in sein Schicksal, sonst wäre er zwei Züge später gar auf a3 gelandet, wo ihn das Matt ereilt hätte.

 

Eine faszinierendes Finale. Und plötzlich wanderten meine Gedanken 30 Jahre zurück. Beim Potsdamer Schachfestival 1985 glückte mir gegen den Rumänen Mihail Ghinda ein Angriffssieg, bei dem der schwarze König mit einem Springeropfer herausgezerrt, am Damenflügel bis nach a4 getrieben und dort schließlich mattgesetzt wird. Der Schach-Informator hatte die Partie sogar zu den besten 30 der Ausgabe Nr. 39 gewählt. Im folgenden finden Sie Anmerkungen zu beiden Partien

 

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Von der Leyen schlägt Weltmeisterin ? Das wäre doch eine tolle Schlagzeile wenn es denn wahr wäre.

 

Leider nur eine Fotomontage. Wenn es wahr wäre, brauchten wir uns über eine Berichterstattung in den deutschen Medien keine Sorgen machen

Leider nur eine Fotomontage. Wenn es wahr wäre, brauchten wir uns über eine Berichterstattung in den deutschen Medien keine Sorgen machen

Die Schach-Olympiade in Baku erlebt täglich Glanzpartien und Überraschungen. Eine faustdicke Überraschung ist der Sieg der lettischen Finanzministerin, WGM Dana Reizniece-Ozola (Elo 2243) in der heute gespielten 4. Runde gegen die amtierende Weltmeisterin Hou Yifan (Elo 2650) aus China.

 

Sie hat nicht etwa Glück gehabt. Dana riskierte gegen die Weltmeisterin, nach einem Geplänkel im Mittelspiel, einen fulminanten Königsangriff, wobei sie ihren eigenen König bloßstellte. Hou Yifan war machtlos gegen den Angriffswirbel und gab in desolater Stellung ihre Partie auf. Der Sieg von Dana ist umso bemerkenswerter, weil sie als 4- fache Mutter und Ministerin kaum Zeit für ihr Hobby Schach hat.

 

Dana Reizniece-Ozola hat seit 1998 an sieben Schacholympiaden der Frauen (1998, 2000, 2004, 2006, 2010, 2012 und 2014) und vier Mannschaftseuropameisterschaften der Frauen (1999, 2001, 2011 und 2015) teilgenommen, sie spielte bei allen diesen Veranstaltungen am Spitzenbrett der lettischen Frauenmannschaft.
Von November 2014 bis Februar 2016 war sie Wirtschaftsministerin im Kabinett Straujuma II. Seitdem ist sie Finanzministerin im neuen Kabinett von Māris Kučinskis.

 

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Wenn die deutschen Medien Schach nicht unterstützen, wie soll Schach olympisch werden?

 

Die 2. Runde der 42.Schacholympiade in Baku ist beendet. In der allgemeinenToilet_paper_orientation_over Gruppe des alle zwei Jahre ausgetragenen Turniers spielen unglaubliche 181 Herrenmannschaften und 142 Frauenmannschaften aus 176 Ländern. Insgesamt nehmen 899 Spieler teil, inklusive des Weltmeisters Magnus Carlsen und fast der gesamten Schachelite.

 

Der aserbaidschanische Staat sponsert das Spektakel mit 15 Mio. Euro. Eröffnungsfeier und Organisation vom Feinsten. Alle Spiele werden über das Internet übertragen. Damit der Zuschauer auch die Atmosphäre mitbekommt, sorgt ein Livestream dafür dass man permanent in den Spielsaal sehen kann und ausgewählte Partien kommentiert bekommt.

 

Toilet_paper_orientation_underWährend in Aserbaidschan die Schacholympiade als das Ereignis des Jahres gefeiert wird, die ganze Welt die Möglichkeit hat über das Internet die Spiele zu verfolgen, schweigt die deutsche Medienlandschaft und erwähnt noch nicht einmal das Ereignis in den Nachrichten der Fernsehsender. Stattdessen erfahren wir u. a., wieviele Blatt Toilettenpapier Menschen einzelner Länder verbrauchen bei einer Sitzung und ob die Papierrollen so oder so aufgehängt werden sollen (siehe Fotos). Das ist natürlich alles höchst interessant und von hohem pädagogischen Wert. Wie soll man das sonst erfahren, wenn nicht über das Fernsehen?

 

Ein solches Ereignis zu ignorieren ist schon ein dicker Hund, zumal Schach einen nachweislich hohen pädagogischen Wert hat. Verbessert Schach doch die Lernfähigkeit der Kinder und Jugendlichen. Studien haben bewiesen, dass Kinder die Schachspielen am Ende in einigen Fächern sich erheblich verbessern. Außerdem ist Schach als Sport anerkannt.

Fotos: Von Elya – Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=15203868

Der Erfurter Großmeister Thomas Pähtz wird 60 – Interview mit GM Thomas Pähtz, geführt von Axel Eger

 

DSC_9922k Thomas PähtzThomas Pähtz, Großmeister seit 1992, war gesamtdeutscher Meister und dreifacher Einzelmeister der DDR. Er galt als Naturtalent, gewann Schüler- und Jugendmeisterschaft der DDR und kam bei seiner ersten Männermeisterschaft 1974 als 17-Jähriger auf Anhieb auf Platz sechs. Später machte er sich als Trainer und jüngst auch als Turnierorganisator einen Namen. Tochter Elisabeth veredelte den Familiennamen mit zwei Weltmeistertiteln. Am 4. September feiert der Erfurter, der heute nur noch in der Thüringenliga spielt, seinen 60. Geburtstag.

 

Herzliche Gratulation! Wenn sie einen Geburtstagswunsch frei hätten, dann…

 

… würde ich gern mit meiner hoffentlich bald wieder komplett gesund gewordenen Frau Anna, die mir in all den Jahren immer den Rücken freigehalten hat, ein paar ruhige Urlaubstage genießen. Gern irgendwo im Warmen.

 

Ihre lange sportliche Karriere verlief gewissermaßen dreigeteilt – sie waren Spieler, waren und sind Trainer und neuerdings auch Organisator. Welche Epoche war die schönste?

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Fiona Sieber, 1. Platz (u16) bei der EM in Prag – Das Interview führte Bernd Vökler

 

Fiona Sieber, Gewinnerin U16 (Copyright Bernd Vökler)

Fiona Sieber, Gewinnerin U16 (Copyright Bernd Vökler)

Unsere Teilnehmer(innen) der Jugendeuropameisterschaften sind alle wieder wohlbehalten zu Hause angekommen. Unter ihnen dürfte eine ganz besonders glücklich sein: Fiona Sieber, denn sie kehrt mit Goldmedaille heim. Bevor sie morgen schon wieder zur nächsten Trainingseinheit nach Hamburg reist, um sich für für ihre Teilnahme an der WM in Chanty-Mansijsk fit zu machen, konnten wir ihr ein kleines Interview abringen.

 

DSB: Fiona, schön, dass Du Zeit für uns gefunden hast. Kannst Du kurz was zu Deiner Person sagen?

 

Fiona: Ich bin Fiona; Schach ist mein allerliebstes Hobby, aber ich betreibe auch gerne anderen Sport, insbesondere Fußball und Laufen. Zum Schach bin ich durch meinen Vater gekommen, der mich mit sieben Jahren die Grundregeln lehrte und mich kurz darauf schachbegeistert beim ESV Rot-Weiß Göttingen angemeldet hat. Dort hat mich WGM Tamara Klink sehr gefördert und vor allem für schnelle Turnierteilnahmen gesorgt. Bei meiner ersten niedersächsischen Landesmeisterschaft habe ich dann Alexander Markgraf (damals noch FM und Student in Göttingen) als Bezirkstrainer kennengelernt. Unsere Zusammenarbeit macht mir seither sehr viel Spaß und trägt viele Früchte! Ich bin sehr dankbar, dass er mich auch heute noch trainiert, obwohl er mittlerweile berufsbedingt nicht mehr viel Zeit hat und nur noch ganz wenige Schachschüler betreuen kann… weiterlesen auf der Webseite des DSB

Ausgabe September ist online – Ausführlicher Bericht über das German-Masters der Frauen

 

Frank Schmidt, der Macher der Internetzeitung des Badischen Schachverbandes, hat mal wieder ganze Arbeit geleistet. Professionell sieht die Zeitung aus und lässt keine Wünsche offen. Wer so etwas schon einmal gestaltet hat, der weiß wieviel Arbeit eine solche Inernetzeitung macht. Jeder Verein, jeder Verband muss dankbar sein, einen Mann/Frau in seinen Reihen zu haben, der in der Lage ist, eine Zeitung in der Qualität zu erstellen.
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Neun Jahre lang spielte der SV Castrop-Rauxel 1923 in der 1. Schach-Bundesliga. So auch an jenem Heim-Spieltag gegen die SG Solingen und den SC Gelsenkirchen, über den die Ruhr Nachrichten am 29. Januar vor 15 Jahren berichtete.

 

Der SK Herne-Sodingen 1924 (auch SKS genannt) und der SV Castrop 1923 waren 2 Traditionsvereine mehr oder weniger erfolgreich. Dank finazieller Unterstützung des Versicherungsmaklers Rudi Veith, der auch Vorsitzender des SV Castrop 1923 war, stieg der Verein bis in die Bundesliga auf. Das geschah alles ein wenig kopflastig. Ordentliche Jugendar22beit wurde nicht betrieben. Deshalb bediente man sich beim Nachbarn, dem SK Herne-Sodingen 1924, der dank Rainer Käding eine starke Jugendabteilung hatte. Die Abwerbung hatte Erfolg und die komplette Jugend des SKS wechselte zum SV Catrop 1923. Das war natürlich nicht gerade die feine Art. Weder von Rainer Käding noch vom SV Castrop.

 

Der SV Castrop spielte bis zur Saison 2000/01 in der höchsten deutschen Klasse. Rudi Veith zog sich als Mäzen zurück und dadurch war die finanzielle Grundlage des Vereins dahin. Statt aus der Misere positive Schlüsse zu ziehen, setzte man weiter auf bezahlte Spieler und vergaß Jugendarbeit zu betreiben. Aus welchem Grund auch immer. Besser wäre es gewesen in Jugendarbeit zu investieren, denn ohne Jugendarbeit ist ein Verein ein sterbender Verein.

 

So auch die Entwicklung beim SK Herne-Sodingen, der ohne eine Jugendabteilung immer mehr Mitglieder verlor oder vergraulte, besonders in den letzten Jahren. So kam es zu einer Fusion mit dem SV Castrop 1923, eingestielt ausgerechnet von einem ehemaligen Jugendlichen des SKS, der vom SV Castrop zum SKS zurückgekommen war. Es war keine Elefantenhochzeit. Es war eine Fusion zweier kränkelnder Vereine und man muss bezweifeln ob die Fusion in Zukunft Früchte trägt, zumal sich an der Einstellung zur Jugendarbeit wohl nichts geändert hat.

 

Vielleicht war die Fusion eine späte Rache? Wer weiß das schon?

 

Zum SV Castrop 1923 ein Artikel in den   rn_logo

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