liveLive-Übertragung Kurnosov Gedächtnisturnier
U. a. mit: 1 GM Grischuk Alexander RUS 2760; 2 GM Rublevsky Sergei RUS 2738; 3 GM Inarkiev Ernesto RUS 2729; 4 GM Ponkratov Pavel RUS 2712; 5 GM Movsesian Sergei ARM 2685; 6 GM Khismatullin Denis RUS 2676; 7 GM Riazantsev Alexander RUS 2675; 8 GM Lysyj Igor RUS 2665; 9 GM Bocharov Dmitry RUS 2659; 10 GM Zvjaginsev Vadim RUS 2628 ...

Thomas Richter

Dieses Jahr mit „gemischtem“ Teilnehmerfeld

Gashimov
Superturniere experimentieren gerne mal mit dem Format, bzw. passen es eventuell an aktuelle Möglichkeiten (wer hat Zeit und Lust um zu spielen?) an. Das Gashimov Memorial gibt es seit 2014, da Vugar Gashimov (Titelbild von der Tliveurnierseite) am 10.1.2014 im viel zu jungen Alter von 27 Jahren verstarb. Die wichtigste Info gleich zu Beginn, wer ist diesmal dabei? Caruana, Giri, Karjakin, Harikrishna, Eljanov, Mamedyarov, Radjabov, Safarli, Hou Yifan, Mamedov. „Gemischt“ bezieht sich auf vier Azeris und sechs Ausländer(innen), sowie darauf, dass die Spieler ein bisschen überall in der aktuellen top100 zu finden sind. 2014 hatten sie eine ziemlich elitäre A-Gruppe mit sechs Teilnehmern (darunter Mamedyarov und Radjabov), und dazu ein B-Turnier mit fünf Azeris und fünf Ausländern. 2015 dann nur ein Turnier, dafür zehn Teilnehmer – neun mit Elo fast 2750 oder mehr, Mamedov durfte auch mitspielen (soweit ich mich erinnere, da Radjabov abgesagt hatte). Dieses Jahr ist das Feld zwei- bis dreigeteilt:

 

Caruana, Giri und Karjakin sind etablierte absolute Weltklasse, Harikrishna, Eljanov und Mamedyarov nach aktueller Elo knapp dahinter. Radjabov ist zwischendrin: vor drei Jahren war er noch Nummer 4 weltweit, danach ging es bergab, inzwischen hat er sich im Bereich top30 stabilisiert, spielt allerdings eher sporadisch. Die drei anderen haben Elo unter 2700 – Safarli hat sich bei der (nicht allzu stark besetzten) azerischen Meisterschaft qualifiziert, Mamedov ist ebenfalls Lokalmatador, Hou Yifan ist weiblich.

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Nisipeanu einer von 23 Weltcup-Teilnehmern, Donchenko mit „Pech“ in der Schlussrunde

Inarkiev (Bjornsson)
 
Das Geschehen nach dem Ruhetag bei der Europameisterschaft in Gjakova/Kosovo ganz kurz zusammengefasst: In Runde 7, 8 und definitiv 9 fiel bereits die Entscheidung über Gold. Danach und natürlich bereits parallel ging es noch um die anderen Medaillen und weitere Plätze mit attraktivem Preisgeld sowie – für manche vielleicht wichtiger als ganz vorne landen – die ersten 23 Plätze die zur Teilnahme am Weltcup berechtigten. Einige sicherten da das zuvor Erreichte mit (nicht immer ausgekämpften) Remisen ab, andere hatten noch Nachholbedarf bzw. (ein Leidtragender war Alexander Donchenko) Ambitionen auf mehr.

 

Und das kam am Ende dabei heraus: Inarkiev 9/11, Kovalenko 8.5, Jobava, Navara, Vallejo 8, Wojtaszek, Piorun, Fressinet, Goganov, Dubov, Vitiugov, Cheparinov, Najer, Hovhannisyan, Sergei Zhigalko, Palac, Salgado Lopez, Dreev, Anton Guijarro, Nisipeanu, Tari, Demchenko, Ter-Sahakyan, Lupulescu, Bortnyk 7.5. Alle Grossmeister, der erste IM dann auf Platz 42. Die drei Letzten der obigen Liste sind bewusst nicht fett gedruckt, da einige wenige Buchholz-Punkte zur (vermutlichen) Weltcup-Qualifikation fehlten. In der nächsten Gruppe mit 7/11 nach Wertung vorne der zum Ruhetag noch mit 5,5/6 alleine führende Ivan Saric, knapp dahinter Alexander Donchenko. In der nächsten Gruppe mit 6,5/11 unter anderem Ragger, Ponomariov und Matlakov – in der Setzliste unter den ersten zehn, aber es reichte nur für den geteilten 44. Platz.

 

Zu den anderen deutschen Teilnehmern komme ich noch, im Teaser nur noch der Hinweis auf das Titelbild: natürlich Europameister Ernesto Inarkiev. Fotos stammen weitgehend von der European Chess Union, Fotografen Tomasz Delega und Gunnar Bjornsson, gefunden hier und hier.

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Saric vor dem Ruhetag alleine vorne

Turniersaal
 
Zumindest der Form halber sollte ich hinzufügen: Gemeint ist Ivan Saric aus Kroatien, Ante Saric spielt auch mit und ist momentan auf Platz 74 zu finden. Ab Donnerstag werden noch fünf Runden gespielt, der Stand nach den ersten sechs von elf ist demnach eine Momentaufnahme: Saric 5.5/6, Wojtaszek, Jobava, Navara, Inarkiev, Kovalenko 5, Vitiugov, Ipatov, Salgado Lopez, Cheparinov, Vallejo, Ponomariov, Zubov, Goganov, Fressinet, Berkes, Anton Guijarro, Bartel, Nabaty, Ter-Sahakyan, Demchenko 4.5, usw. . Ich nannte relativ viele Namen (21), da es neben Titel und Medaillen auch um 23 Qualifikationsplätze für den Weltcup geht. Derzeit reicht bei sehr guter Wertung also auch 4/6 (+2) – das haben die vier deutschen Teilnehmer mit Schachtitel, allerdings keine ausreichend gute Wertung. Da muss im weiteren Turnierverlauf sicher noch mindestens ein Sieg her.

 

Da ich Saric im Fotobereich der Turnierseite nicht gefunden habe, stattdessen ein allgemeiner Eindruck vom Turniersaal. Vielleicht etwas rustikal – zu (Kritik am) Austragungsort Gjakova (ein auf chess.com kommentierender Serbe schrieb Djakovica) im Kosovo komme ich noch. Ansonsten ist die Webseite etwas mager – unter „News“ nur der Hinweis auf Eröffnungsfeier und technical meeting sowie eine Stellungnahme zu einem Protestfall, unter „Press releases“ der Hinweis „kommt noch“. Nun erst zu Ivan Saric:

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Grossmeister vorne weitgehend unter sich

Bachmann
Im Vorbericht hatte ich dem Publikum – nach einem Blick auf die Teilnehmerliste – 16 Grossmeister versprochen, zugleich die ersten sechzehn der Setzliste. Dieses Jahr war kein Fast- oder Demnächst-GM dabei, wie die letzten Jahre Jorden Van Foreest (der zwar auch mitspielte, aber seine früheren Titel FM und IM nicht mehr führt). Der Norweger Johannessen ist dann nicht erschienen, aber fünfzehn ist ja auch nicht schlecht. Von diesen machte Axel Bachmann alles richtig: ungeschlagen, 100% gegen Nicht-GMs und auch ein Sieg gegen einen GM-Kollegen. Ab Runde 2 spielte er am ersten Brett, da der nach Elo ganz leicht (2634 zu 2632) favorisierte Christian Bauer bereits in Runde 1 einen halben Punkt einbüsste, und auch danach etwas zu oft remisierte. So gewann der Mann aus Paraguay das Turnier, von mir bekommt er dafür das Titelfoto (alle Fotos Quelle Turnierseite).

 

Endstand: Bachmann 6/7, Gharamian, Fier, Van Foreest, Swinkels, Bauer 5.5, usw. . 5/7 erzielten (nicht sauber nach Wertung sortiert) die GMs Socko, Fridman, Wirig und Dambacher, die IMs Feuerstack, Hovhannisyan und Ducarmon sowie die FMs Van Dooren und Hing Ting Lai. Da fehlen noch fünf von fünfzehn Grossmeistern.

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Zehnte Auflage, 16 Grossmeister, fast 500 Teilnehmer

Schachbundesliga 12. Spieltag

Daniel Fridman (Schachbundesliga 12. Spieltag)

 

Es ist wieder Zeit für die traditionelle Vorschau zu einem traditionellen Open. „Tradition“ ist dabei Definitionssache: Das Limburg Open gibt es seit 2008 immer an Pfingsten, nicht von Anfang an als BPB Limburg Open nach dem derzeitigen Hauptsponsor Bruls Prefab Betoliven. Vor zwei Jahren habe ich es „registriert“ und seither schreibe ich dazu. Geographisch ist ja Kollege Franz Jittenmeier näher am Geschehen (ausser 2014, da war ich zum Turnierende vor Ort), aber ich kenne mich in der NL-Schachszene besser aus. Die zehnte Auflage hat vielleicht ein aufgestocktes Budget und daher mehr GMs als jemals zuvor, noch kann ich alle erwähnen: Christian Bauer, Axel Bachmann, Tigran Gharamian, Alexandr Fier, Daniel Fridman, Bartosz Socko, Emanuel Berg, Jorden van Foreest, Boris Chatalbashev, Sipke Ernst, Jan-Christian Schröder, Ruud Janssen, Anthony Wirig, Leif Erlend Johannessen, Martijn Dambacher, Robin Swinkels.

 

Das sind alles Spieler, die kaum Einladungen zu Rundenturnieren bekommen und daher viele Opens spielen, sowie auch Mannschaftskämpfe oft in mehreren Ländern. Zum Beispiel Daniel Fridman spielte dieses Jahr auch in der niederländischen, belgischen, französischen und israelischen Liga – das Titelfoto habe ich allerdings hier gefunden.

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Schon sind die russischen Mannschaftsmeisterschaften vorbei

The_Bronze_Horseman_(St._Petersburg,_Russia)
Zu Untertitel und generell ein bisschen Vergleich der beiden stärksten Schachligen (bei mir auch was die deutsche Bundesliga betrifft ohne Gänsefüsschen) komme ich noch, erst der Endstand der beiden Topturniere in Sotschi:

 

Bei den Herren (sechs Bretter) war es bis zum Schluss spannend und endete so (Mannschafts- und in Klammern Brettpunkte): St. Petersburg 13(29.5), Moskau 12(31.5), Siberia 10(27), Zhiguli 5(19), Ladya 0(13). Dass hinter Platz drei eine Lücke klaffen würde, war schon vorher klar. Auch der Kampf um Platz vier war schnell quasi entschieden, davor blieb es spannend und endete nicht unbedingt wie erwartet.

 

Bei den Damen (vier Bretter) war dagegen schon nach sieben von neun Runden alles entschieden, Endstand dann: Moskau 16(23), St. Petersburg und Yugra 11(20), usw. . Bei neun Teams durfte jeder einmal pausieren, d.h. Moskau gewann acht von acht Begegnungen. Offiziell heisst das Team (wie auch bei den Herren) SHSM Legacy Square Capital, bei den Damen spielten noch zwei andere Teams aus der Region Moskau. Wie dominant die Metropolen insgesamt sind, zeigt sich auch am Endstand der zweiten Liga: Moskau vor St. Petersburg, St. Petersburg, Moskau, Togliatti, Moskau und 17 anderen Teams.

 

Das stärkste Team aus St. Petersburg heisst offiziell „Bronze Horseman“; da der Sieg eine Mannschaftsleistung war gebe ich das Titelbild (Godot13 – Wikipedia) dem Maskottchen – auch wenn es zu sperrig ist, um im Flugzeug nach Sotschi oder demnächst zum Europacup für Vereinsteams transportiert zu werden. Das ist die Statue von Zar Peter der Grosse auf dem St. Petersburger Senatsplatz. Nun die zweite Turnierhälfte Runde für Runde bei den Herren, danach ein paar Worte zu den Damen.

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Noch ist Sibirien nicht verloren (und „Big pictorial report“)

 

Kramnik

Wie bereits im Vorbericht erwähnt: Die Premier League der Herren in Sotschi umfasst de fakto zwei Turniere, die sich nur ein bisschen gegenseitig beeinflussen. Drei Mannschaften spielen um den Titel, zwei andere um Platz vier der auch noch zur Teilnahme am Europacup für Vereinelive berechtigt. Das eine Turnier ist – vielleicht überraschenderweise – bei Halbzeit total offen, im anderen ist bereits eine Vorentscheidung gefallen. Das ist der Zwischenstand nach Mannschafts- und in Klammern Brettpunkten: SHSM Legacy Square (Moskau) 6(15), Siberia 6(14.5), Bronze Horseman (St. Petersburg) 5(13.5), Zhiguli (Samara) 3(11), Ladya (Tatarstan) 0(6).

 

Siberia war klarer Favorit und ist es vor dem zweiten Durchgang vielleicht immer noch. Dass ihr Rückstand auf Moskau minimal ist, lag daran dass die Truppe um bzw. weitgehend ohne Karjakin auch patzte. Es lag auch daran, dass ein Schlüsselspieler, sobald er auftauchte, voll punktete. Das Titelbild (alle Bilder, bzw. fast alle vom russischen Schachverband) bekommt deswegen Vladimir Kramnik. Die Premier League ist übrigens nur das Sahnehäubchen des laufenden Schachfestivals in Sotschi; auch parallel laufende andere Turniere werde ich (vor allem bildlich) erwähnen. Aber zuerst Runde für Runde in der höchsten Liga:

TurnierseiteResultate

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Stark besetzt, aber auch da gibt es Probleme!?

karjakin
Zu den offenbar vorhandenen Problemen (mit indirektem Bezug zur deutschen Schach-Bundesliga) komme ich noch, zuerst die konventionell-unkonventionelle Einleitung: live Gerade ist Norway Chess für Kramnik und Svidler vorbei, und nun sind sie nicht etwa zu Hause bei ihren Familien sondern in der neuen russischen Schachhochburg Sotschi, Austragungsort der russischen Mannschaftsmeisterschaft. Beide spielen, in Stavanger hatte Svidler stattdessen kommentiert. Reden werden sie wohl auch, jedenfalls zwischen den Runden zumindest mit ihren Teamkollegen (Kramnik lobte die Atmosphäre in seinem Team), eventuell – falls es Pressekonferenzen gibt – in diesem Rahmen auch mit- bzw. durch- bis gegeneinander (gab es bereits): Beide spielen an Brett 1, damit sitzen sie sich wohl (es wird doppelrundig gespielt) zweimal gegenüber.

 

Neben diesen beiden nenne ich zunächst die neun anderen mit aktuell Elo über 2700: Karjakin (Titelfoto von David Llada), Grischuk, Dominguez, Jakovenko, Bu Xiangzhi, Tomashevsky, Vitiugov, Malakhov, Nepomniachtchi. Diverse andere hatten auch schon einmal 2700+ auf ihrem Konto oder waren bzw. sind sehr nahe dran – Matlakov, Rublevsky, Rodshtein, Inarkiev, Korobov, Kamsky (letzter in dieser Liste da er seinen Karrierehöhepunkt wohl hinter sich hat). Najer hat immerhin das Aeroflot-Open gewonnen und darf deshalb dieses Jahr in Dortmund spielen, Fedoseev, Artemiev und Dubov sind Jungstars, usw. – nur vier von vierzig Spielern sind keine Grossmeister.

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Am Ende gewinnt Carlsen

Carlsen-Eljanov

Dabei hat er in den letzten drei Runden – Schwerpunkt dieses Berichts – jeweils etwas für dieses Turnier für ihn Neues gezeigt: In Runde 7 eine neue Idee in der Eröffnung – dass sie wunderbar funktionierte, lag allerdings auch an der gegnerischen Reaktion. In Runde 8, dass nicht nur seine Gegner, sopartienndern auch er selbst einfach schlecht spielen kann/können. In Runde 9, dass er auch dann gewinnen kann, wenn der Gegner nicht bereits die Eröffnung vergeigt. Insgesamt hat er durchaus verdient gewonnen, und sei es nur (wie Giri in seiner letzten Pressekonferenz sagte) weil sich sonst niemand um den Turniersieg „beworben“ hat. Am ehesten, meinte jedenfalls Kommentator Svidler, Aronian – der allerdings erst spät aufdrehte.

 

Das ist jedenfalls der Endstand: Carlsen 6/9, Aronian 5.5, Vachier-Lagrave, Topalov, Kramnik 5, Li Chao, Harikrishna 4.5, Giri 4, Eljanov 3, Grandelius 2.5. Die Turnierseite hat nach Runde 5 keine Fotos mehr, einige wenige gibt es auf Facebook, darunter das Titelfoto vor Beginn der letztlich turnierentscheidenden Partie Carlsen-Eljanov und ein weiteres unten im Text. Und die (für mich) grösste Überraschung des Turniers habe ich mit Screenshots aus der Liveübertragung selbst bildlich dokumentiert.

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Carlsen nun vor einem Quartett

Harikrishna
Morgen wird in Stavanger schon wieder kein Schach gespielt, stattdessen können sich die Spieler von den mehr oder weniger aufregenden Runden 5 und 6 erholen. Carlsen liegt immer noch vorne, aber das Titelbild (wieder Altibox Norway Chess/Joachim Steinbru) bekommt aus zwei Gründen ein anderer Spieler: Erstens wissen treue Leser, dass Herr Richter fast nie zweimal hintereinander demselben Spieler dalives Titelbild gibt; zweitens hat Carlsen in diesen beiden Runden wirklich nicht geglänzt – im Gegensatz zu Pentala Harikrishna. Die indische Nummer zwei, nur noch knapp hinter Vishy Anand, gewann zweimal hintereinander. Wenn er in Runde 1 nicht die Eröffnung gegen Carlsen vergeigt hätte und wenn er auch im weiteren Partieverlauf Paroli bieten könnte (ersteres ist vermeidbar, letzteres natürlich – egal gegen welchen Gegner – nicht immer der Fall), dann läge – bei sonst identischen Ergebnissen – nun Harikrishna alleine vorne. So steht es nun folgendermassen: Carlsen 4/6, Vachier-Lagrave, Topalov, Harikrishna, Kramnik 3.5, Aronian und Eljanov 3, Li Chao und Giri 2.5, Grandelius 1. Zu einem nicht unwesentlichen Teil ist dieser Zwischenstand davon beeinflusst, wer bereits gegen Grandelius spielte und in dieser Partie Weiss hatte. Ich mache dem Schweden dabei keinen Vorwurf, dass er seine Aussenseiterrolle in diesem Schachturnier bestätigt.

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Darf Carlsen dieses Jahr gewinnen?

Carlsen-interview
Zwei seiner bisherigen Gegner haben ihren Beitrag geleistet, indem sie bereits nach 12 oder 14 Zügen klar schlechter standen – jeder auf seine Weise: Harikrishna in einem an sich harmlosen damenindischen Abspiel, Grandelius mit Kaffeehausschach. Dann gab es noch drei entschiedene Partien, die eherlive eines Superturniers würdig waren – d.h. der Sieger musste zäheren Widerstand überwinden. Natürlich kann Carlsen nichts dafür, dass zwei seiner Gegner die Eröffnung einfach schlecht spielten – aber gestört hat es ihn sicher auch nicht, und das führte zu diesem Zwischenstand: Carlsen 3/4, Vachier-Lagrave und Kramnik 2.5, Li Chao, Topalov, Giri, Aronian 2, Eljanov und Harikrishna 1.5, Grandelius 1. Giri war – wie Carlsen – bereits an zwei entschiedenen Partien beteiligt; um den Titel des Remiskönigs bewerben sich momentan die drei anderen Spieler mit 2/4 die alle keinen einschlägigen Ruf haben. Für Li Chao ist es in seinem ersten Superturnier sicher ein bisher ordentliches Ergebnis, Topalov spielt jedenfalls besser als zuvor im Kandidatenturnier, Aronian ist wohl weder zufrieden noch unzufrieden.

 

Das Carlsen-Foto (Altibox Norway Chess/Joachim Steinbru) stammt aus Runde 2 gegen Topalov, da haben beide wenig riskiert und machten keine Fehler, also remis. Und nun Runde für Runde:

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Vorschau und was vor dem Turnier bereits alles passierte

Li Chao (Grenke Chess Open)
Normalerweise hat eine Turniervorschau (von mir) etwa diese Elemente: Wer spielt mit, wo und wann wird gespielt, eventuell wer kommentiert das live im Internet, eveliventuell Prognosen, eventuell ein paar Worte zur Geschichte des Turniers. Norway Chess 2016 hat mehr zu bieten, da es bereits vorab diverse Aufregungen gab. Die Konkurrenz hatte oft tagesaktuell berichtet, ich werde das ungefähr chronologisch zusammenfassen – aber zuerst das konventionelle Element, die nach momentaner Elo sortierte aktuellste Teilnehmerliste: Carlsen, Kramnik, Giri, Vachier-Lagrave, Aronian, Eljanov, Harikrishna, Li Chao, Topalov, Grandelius.

 

Bei Titelfotos versuche ich immer, etwas Abwechslung einzubauen, daher heute ein Spieler der – in der Rubrik GM-Turniere – wohl noch nie abgebildet wurde. Das ist ein ziemlich aktuelles Foto von Li Chao – vom Grenke Chess Open über Ostern in Karlsruhe. Derlei Turniere und Mannschaftskämpfe spielte er bisher vor allem – warum er nun ein Weltklasse-Rundenturnier mitspielen darf und worauf er dafür vorläufig verzichtete, dazu später mehr.

 

Die Vorgeschichte ab ca. Januar 2016 in Stichworten: Bisher war Norway Chess 2013 Anfang/Mitte Mai (zwischen zwei damals existierenden russischen Superturnieren, siehe unten), 2014 Anfang Juni, 2015 Ende Juni. Dieses Jahr wählten sie die zweite Aprilhälfte, um eine Kollision mit einem anderen „Schachturnier“ zu vermeiden. Denn wie sagte (nicht etwa Lukas Podolski, sondern) der inzwischen auch international bekannte, u.a. auch in niederländischen Medien erwähnte, Jan Böhmermann: „Fussball ist wie Schach, nur ohne Würfel“ – und im Juni wird die Fussball-Europameisterschaft ausgetragen. Das war der offizielle Grund für die Terminverlegung von Norway Chess. Die Ausrichter wussten, dass es damit relativ kurz nach dem Kandidatenturnier und zumindest zeitnah zum üblichen Termin der US-Meisterschaften lag, beides hatte später Folgen.

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Spielt Hou Yifan doch mit?

Nisipeanu

 
Einerseits ist dieser Artikel voreilig, da noch keine Details bekannt sind. Andererseits reizt es mich, über etwas zu schreiben, was anderswo offenbar kaum registriert wurde. Von einem Kollegen eventuell schon, aber er bzw. sein Arbeitgeber hat es nur nebenbei auf Twitter zweiterwähnt. Worum geht es? Lange war unklar, ob es auch im nächsten WM-Zyklus eine Grand Prix Serie gibt. Vor vier Tagen hat FIDE auf Twitter den Schleier etwas gelüftet: „New FIDE Grand-Prix format, four 9-round swiss events: Oct 2016, Feb, May, July 2017. More details soon!“. Agon/worldchess schreibt da gerne „watch this space!“ – das hat FIDE nicht übernommen. Also etwas später als geplant – das erste Turnier sollte eigentlich im Mai stattfinden – und nach Schweizer System, demnach sicher mit mehr Teilnehmern. Da wäre wohl Platz u.a. auch für Hou Yifan, die beim GP der Damen keine Lust mehr hat.

 

Aber das Titelbild gebe ich einer anderen „Dame“, die trotz Pferdeschwanz bei Damenturnieren nicht spielberechtigt ist. Auch Liviu-Dieter Nisipeanu wäre eventuell dabei – um eine „wichtige“ Rolle zu spielen müsste er besser abschneiden als bei Tata Steel Chess im B-Turnier, daher stammt das Foto von Alina l’Ami. Wichtige Rolle hiesse mindestens einmal im Preisgeld-Bereich, mehr (Qualifikation für das nächste Kandidatenturnier) ist wohl unrealistisch.

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Ganguly tiebreak-gleicher als Vallejo, Jones tiebreak-gleicher als Akopian

Akopian
Zwei offene Turniere stehen nun im Schatten von Norway Chess – wobei in beiden Fällen angesichts hochsommerlicher Temperaturen Schatten bzw. ein klimatisiertes Spiellokal vielleicht durchaus willkommen war. Eines hatten beide Turniere gemeinsam: Zwei Spieler teilten sich den ersten Platz, einer hatte den leicht besseren Buchholz-Tiebreak, obwohl der andere im Turnierverlauf recht deutlich stärkere Gegner hatte. Daher nenne ich beim Endstand für die beiden Sieger in Klammern Buchholz und TPR:

 

Bangkok: Ganguly (53.5, 2665) und Vallejo (52.5, 2712) 7.5/9, Bok, Khairullin, Sunilduth, Gustafsson, Sipila, Gordon 7. Alle ausser dem Finnen IM Sipila sind Grossmeister, wie auch van Wely (klar Wertungsbester nach allen Kriterien mit 6.5/9), Short (diesmal nur 6/9) und noch einige andere Turnierteilnehmer.

 

Dubai: Jones (49.5, 2769) und Akopian (49, 2831!) 7.5/9, Savchenko, Fier, Vidit, Darini, Bruzon, Antipov 7 – alle Grossmeister, wie auch diverse noch nicht genannte und nach Elo höher einzuschätzende.

 

Fotos stammen jeweils von der Turnierseite – Bangkok hier, Dubai hier. Alles was ich für Vladimir Akopian tun kann, ist ihm und nicht Gawain Jones das Titelfoto geben.

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Ein Schwergewicht in vielerlei Hinsicht


„Kalenderblätter“ schreibe ich (am liebsten), wenn ich die betroffene Person jedenfalls ein bisschen kenne/kennengelernt habe oder ihr zumindest mal begegnet bin. Dieses entstand spontan, und ist etwas zu spät bzw. etwas zu früh. Um den Titel zu erklären: Sein 50-jähriges Karrierejubiläum wurde am 12. April in seinem Geburtsort Tel Aviv gefeiert, sein 64. Geburtstag ist morgen (16.4.). Wie genau sie bis 50 zählten, ist mir nicht bekannt: Hatte er mit noch nicht ganz 14 Jahren seine erste Turnierpartie gespielt, oder etwa bereits seine erste Endspielstudie komponiert und veröffentlicht? Eher unwahrscheinlich erscheint mir, dass er in diesem Alter bereits (professioneller) Journalist, Trainer, Organisator oder Schiedsrichter war. Damit ist bereits erwähnt, dass Afek ein schachliches Multitalent ist – der recht kurze und knappe Wikipedia-Artikel betont, dass er der Einzige mit vier internationalen Schachtiteln ist: IM, Grossmeister für Schachkompositionen, International Arbiter und International Arbiter for Chess Compositions. „Einer von sieben lebenden“ Grossmeistern für Schachkompositionen bezieht sich wohl auf Endspielstudien, ansonsten (einschliesslich anderer Disziplinen) gibt es laut dieser Liste noch mehr, wobei es – verglichen mit GMs am Brett – immer noch überschaubar ist.

 

Das Titelfoto (Wind87 via Wikipedia) zeigt Afek als Schachspieler, 2012 in Groningen. Das ist er auch, nach wie vor recht aktiv, aber am bekanntesten ist er sicher als Problemkomponist. Seit vielen Jahren (seit wann genau konnte ich nicht herausfinden) lebt er in den Niederlanden, da bin ich ihm an verschiedenen Orten immer mal wieder begegnet. Und das ist Grundlage bzw. Motivation für dieses Kalenderblatt, aber eingangs gebe ich das Wort an Emil Sutovsky:

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Karjakin gewinnt das Kandidatenturnier – Spannung bis zum Schluss

 

Karjakin-mit-Medien-WorldchessUnd dann grosses Medieninteresse für den Sieger (Titelfoto worldchess.com). Nach der vorletzten Runde war bereits klar, dass „ein Auto“ im November dieses Jahres Schachweltmeister wird oder bleibt – gemeint ist ein Spieler dessen Nachname mit Car oder auch Kar beginnt. Norwegen produziert meines Wissens zwar Erdöl aber keine Autos, allerdings macht Carlsen inzwischen auch Reklame für Porsche. Karjakin fährt vielleicht Lada (nicht verwechseln mit dem Journalisten/Fotografen David Llada). Caruana fuhr vielleicht früher mal – wenn nicht Ferrari dann einen Mittelklasse-Fiat. Dann bekam er von Rex $inquefield wohl zumindest genug Geld für einen Cadillac.

 

Am Ende gewann dann Karjakin, jedenfalls das Kandidatenturnier. „Generation 1990“ bezieht sich darauf, dass er wie Carlsen in diesem Jahr geboren wurde – ausserdem auch Vachier-Lagrave (spielt vielleicht im nächsten Kandidatenturnier), Andreikin (spielte schon einmal Kandidatenturnier), Nepomniachtchi, Hammer (waren beide als Sekundanten/Helfer an WM-Zyklen beteiligt, Nepo nun auch als Kommentator), usw. (Howell und Saric sind die nächsten nach Elo und wohl Bekanntheit beim Publikum). Einen Titel bekommt Carlsen in diesem Leben nicht mehr: jüngster Grossmeister aller Zeiten – das ist und bleibt Karjakin.

 

Endstand im Kandidatenturnier: Karjakin 8.5/14, Caruana und Anand 7.5, Giri, Nakamura, Aronian, Svidler 7, Topalov 4.5. Vom Ergebnis her deutlich, wobei eventuell-potentielle Tiebreaks in der entscheidenden letzten Runde womöglich dennoch „mitspielten“. Relativ kurz, wenn auch bildreich zu den letzten beiden Runden, und dann noch zum Turnier insgesamt:

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Caruana kommt, Karjakin bleibt

 

Das ist die kurze Zusammenfassung der letzten drei Runden (zusammen genommen, jede Runde für sich könnte Caruana interviewman auch anders beschreiben). Ergänzend könnte man noch sagen: Anand kommt und geht, Aronian geht, Giri remisiert, und nun haben wir bereits fünf von acht Spielern. Die drei anderen haben sich entweder verbessert (Svidler, Nakamura) oder verschlechtert (Topalov), haben allerdings – wie Giri – nach menschlichem Ermessen (in diesem Zyklus) keine Chance mehr auf ein WM-Match gegen Carlsen. Bei Topalov ist es bereits definitiv, denn drei Punkte Rückstand auf Platz eins kann man in zwei verbleibenden Runden nicht mehr aufholen. Eine kleine Chance auf den vorletzten Platz hat er immerhin noch.

 

So steht es momentan: Karjakin (nach Tiebreak vorne) und Caruana 7/12, Anand 6.5, Svidler, Giri, Aronian 6, Nakamura 5.5, Topalov 4.

 

Das Titelbild (Fotos, wenn nicht anders angegeben, wieder vom russischen Schachverband) zeigt Caruana mit rechts Peter Doggers – die anderen im Hintergrund (er)kenne ich nicht. Peter Doggers in Diensten des amerikanischen chess.com hat dieses Interview nach Runde 10 sicher gerne geführt, zumal Nakamura kaum Anlass zu Jubelarien liefert – nach Runde 12 kommen sie womöglich doch noch. Das WM-Match wurde ja bereits nach New York vergeben, und dann hiess es „jetzt muss sich ein Amerikaner qualifizieren, dann melden sich mehr Sponsoren und gibt es mehr Preisgeld“. Mal abgesehen davon, dass für mich (im Gegensatz zu anderen) Preisgeld nicht das Aller-Allerwichtigste ist, stört mich dieser Automatismus. Zumindest „interessant“, dass neben einem Wunschkandidaten derzeit der wohl unerwünschteste Spieler vorne liegt, und Karjakin hat den besseren Tiebreak: mehr Niederlagen bzw. offiziell heisst es „most wins“. Erster Tiebreaker ist das Ergebnis des Mini-Matches, das wird erst in der letzten Runde entschieden. Zwischen Karjakin und Anand steht es da 1-1 – schlauerweise im Tiebreak-Sinn nicht zweimal Remis, sondern zwei Weissiege. Caruana besiegte Anand 1,5-0,5 – das heisst de fakto muss Anand nicht einen halben, sondern einen Punkt Rückstand auf Caruana aufholen. Jetzt habe ich schon ein bisschen verraten, was in Runde 10-12 alles passierte, nun der Reihe nach:

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Viktor der Schreckliche, der Streitbare, der Unverwüstliche, der Vize-Weltmeister

Korchnoi FIDE
„Kalenderblätter“ übernehme ich, wenn ich einen gewissen Bezug zur jeweiligen Person habe. Im gegebenen Fall bin ich Kortschnoi immerhin mehrfach begegnet und spielte im selben Turnier – auch wenn ich, im Gegensatz zu zwei Vereinskollegen, nicht gegen ihn gespielt (und verloren) habe. Reporter war ich damals noch nicht, daher heute kein Interview. Schon zuvor begann für mich, Jahrgang 1967, die selbst miterlebte Schachgeschichte mit den WM-Matches Karpov-Kortschnoi.

 

Zu den Untertiteln: „Der Schreckliche“ stammt nicht von mir, ist wohl durchaus als Kompliment gemeint aber vielleicht bezieht es sich (insgeheim) nicht nur auf seinen Schachstil, sondern ein bisschen auch auf seinen Charakter. „Der Streitbare“ deutet das auch an – über Geburtstagskinder nicht nur 100% Gutes, er war (ist?) wohl mitunter auch ein etwas unangenehmer Zeitgenosse, liegt vielleicht auch an seiner Biographie. „Der Unverwüstliche“: Im fortgeschrittenen Alter wirkte er zwar körperlich gebrechlich, aber geistig ist er noch voll da, und schachlich konnte er sehr lange mithalten – irgendwann nicht mehr mit der Weltelite, aber durchaus noch mit „normalen“ Grossmeistern. „Der Vize-Weltmeister“: Kortschnoi ist womöglich über die gesamte Schachgeschichte der stärkste Spieler, der nie Weltmeister wurde – andere Kandidaten sind Paul Keres, Akiba Rubinstein und aktuell (aber seine Karriere läuft noch) Levon Aronian. Auch dieser Artikel ist so strukturiert: erst einige biographische Fakten – bei älteren Lesern wohl bekannt, bei der „Jugend von heute“ vielleicht nicht. Dann eine Reihe Bilder (diesmal neben Wikipedia auch andere Quellen), dann einiges das international wohl nicht so bekannt ist. Das Titelfoto – klein aber fein – stammt von der FIDE-Eloseite.

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Anand marschiert, Karjakin stagniert auf höchstem Niveau

 

AnandDieser Zwischenbericht kommt etwas später und ist, was die Partien betrifft, vielleicht etwas kürzer und knapper, da ich die letzten Tage auch anderweitig beschäftigt war. Der Untertitel ist inspiriert von einer Fotoserie im Bericht zu Runde 9 auf ruchess.ru – wiederum stammen alle Fotos vom russischen Schachverband. Hinter Anand erkenne ich Aronian, der seinen Rückstand auch in der anschliessenden Partie nicht aufholen konnte. Die anderen Fotos vor der Runde zeige ich nicht, aber da ich auch Läufer bin will ich den Einmarsch einiger Teilnehmer kurz kommentieren. Alle haben die verkehrte Kleidung und die verkehrten Schuhe, aber es war ja vor allem ein Schachturnier (und Mr. Trainingsanzug Ivanchuk hat sich diesmal nicht qualifiziert). Neben Anand wirkt auch Svidler dynamisch. Nakamura und Topalov versuchen es ebenfalls, aber eine Hand in der Hosen- bzw. Jackettasche, das geht gar nicht. Giri wirkt im Vergleich zu ihnen schwerfällig, aber er hatte ja einen Elefanten im Gepäck (Auflösung kommt später).

 

Zum schachlichen Geschehen: Wieder gab es pro Runde eine Entscheidung, und zwar Nakamura-Topalov 1-0 (für den Stand an der Spitze unwichtig), Caruana-Nakamura 1-0 (Caruana holt auf) und Anand-Aronian 1-0 (Vorteil Anand, Nachteil Aronian). Mehr Entscheidungen waren durchaus drin, aber so wie die Ergebnisse lauteten ist der neueste Zwischenstand Karjakin und Anand 5.5/9 (Tiebreak-Vorteil Karjakin), Aronian und Caruana 5, Giri 4.5, Svidler 4, Nakamura 3.5, Topalov 3. Karjakin, Caruana und Giri sind weiterhin ungeschlagen; Giri, Svidler und Topalov sind weiterhin sieglos. Was Caruana und Giri betrifft, liegt es auch an ihrem Duell in Runde 9 das aus Giris Sicht das „falsche“ Ergebnis hatte (remis). Auch Svidler konnte einige bessere bis gewonnene Stellungen nicht verwerten, und hatte einen „offday“ gegen Anand.

 

Was noch als kurze Zusammenfassung von Runde 7-9? Einige (auch Giri in Runde 9 gegen Caruana) riskierten nun etwas mehr, einige sind vielleicht bereits etwas müde, daher Partien nach dem Motto „wir haben beide schlecht gespielt“.

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Merkwürdige Dinge geschehen im Kandidatenturnier

 

KarjakinWas war alles merkwürdig in Runde 4-6? Runde 4: Karjakin hatte noch nie gegen Anand gewonnen (allerdings mit klassischer Bedenkzeit auch zuletzt 2006 und 2007 verloren, seither spielten sie zehnmal remis gegeneinander), und nun in einem für beide, vielleicht noch mehr für ihn selbst wichtigen Turnier. Runde 5: Topalov verzichtete auf ein interessantes Figurenopfer und spielte stattdessen positionell, später bot er (grösster Fan der Sofia-Regeln) selbst remis. Der verstorbene Vugar Gashimov spielte plötzlich mit, oder zumindest seine Eröffnung (Benoni). Runde 6: Svidler begann eine Pressekonferenz nicht mit einem Wortschwall, sondern sagte nur zu seinem Gegner „go ahead!“. In Runde 4 und 6 randalierten h-Bauern.

 

Insgesamt ein buntes Treiben, auch wenn nur drei von zwölf Partien Sieger und Verlierer hatten – diesmal nicht gleichmässig über die Runden verteilt, sondern Karjakin-Anand 1-0 in Runde 4, nichts in Runde 5 sowie Anand-Svidler 1-0 und Aronian-Nakamura 1-0 in Runde 6. Damit ist klar, wer Fortschritte machte, wer auf der Stelle trat (neben Anand die drei nicht erwähnten Spieler) und wer in der Tabelle zurückfiel. Stand nach sechs von vierzehn Runden: Karjakin und Aronian 4/6, Anand 3.5, Caruana und Giri 3, Svidler 2.5, Topalov und Nakamura 2. Für das Titelbild (alle Fotos wieder vom russischen Schachverband) und eigentlich auch für den Titel „Karjaking!?“ hatte ich mich bereits entschieden, bevor Aronian in Runde 6 nach langem Kampf Nakamura besiegte und zu Karjakin aufschliessen konnte.

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