Thomas Richter

Und Mini-Nachruf für Mark Dvoretsky

nepomniachtchi
Berichte zu Superturnieren schreibe ich generell vor den Ruhetagen (und natürlich auch einen Abschlussbericht). Beim Tal Memorial ist bereits nach zwei Tagen der erste Ruhetag – bzw. nach zwei Nachmittagen und zuvor dem abendlichen Blitzturnier. Damit ist das Material noch relativ übersichtlich, zumal ich nicht auf alle Partien mit klassischer Bedenkzeit näher eingehen „muss“. Derzeit steht es so: Anand, Giri und Nepomniachtchi 1.5/2, Aronian, Kramnik, Li Chao und Svidler 1, Gelfand, Mamedyarov, Tomashevsky 0.5.

 

Wer bekommt das Titelbild? Alle drei momentan Führenden sind vielleicht überraschend: Anand, da das Blitzturnier zuvor schlecht für ihn lief, Giri da er doch „immer“ remis spielt (oder?), Nepomniachtchi da er keiner der Favoriten war. Ich entschied mich dann für Nepomniachtchi – nicht nur wegen diesem (bisherigen) Turnier, auch wegen seiner Entwicklung in den letzten fünf Monaten: von Elo 2703 im Mai 2016 zu (Olympiade mit eingerechnet) Elo 2749 am 1. Oktober. Alle Fotos vom russischen Schachverband.

 

Da der Bericht nun chronologisch ist, dauert es noch etwas bis der Untertitel dran ist.

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„Russland gegen den Rest der Welt“

Blitz 25.9. ab 18 Uhr

gelfand-2014
Normalerweise bin ich mit Ausrufezeichen im Titel (und anderswo im Artikel) eher zurückhaltend, Grund diesmal: lange war unklar ob es ein russisches Superturnier unter diesem oder auch einem anderen Namen geben würde, nun – relativ kurzfristig angekündigt wobei es zuvor bereits Gerüchte gab – doch. Wikipedia (auf Englisch) hatte Tal Memorial bereits ‚beerdigt‘: „Tal Memorial war ein jährlich von 2006-2014 in Moskau ausgetragenes Schachturnier.“ Ich weiss nicht mehr, wann – 2014 oder 2015 – ich einen russischen Schachjournalisten in Wijk aan Zee gefragt hatte, ob Tal Memorial „safe“ (gesichert) sei, die Antwort war jedenfalls vielsagend „I hope so“ (hoffentlich). 2014 wurde es dann als Blitzturnier ausgetragen, mit klassischer Bedenkzeit und anderem Sponsor wurde dann mit Petrosian ein anderer Ex-Weltmeister geehrt. 2015 entfiel es – ein paar Bemerkungen zu 2006-2013(2014) später im Artikel.

 

Dabei sind diesmal (nach Live-Elo sortiert) Kramnik, Aronian, Anand, Mamedyarov, Giri, Nepomniachtchi, Svidler, Gelfand, Li Chao und Tomashevsky. Nach noch-offizieller Elo (Stand vor der Olympiade) etwas anders, Nepo und Li Chao tauschten die Plätze. Das Feld ist nicht ganz so „super“ wie bei einigen früheren Auflagen – das hat seine Gründe, das hat auch seine Vorteile.

 

Beim Titelbild zweifelte ich und gab es dann Gelfand, den ich als Titelverteidiger betrachte – er gewann 2013 mit klassischer Bedenkzeit, das Foto ist gut zwei Jahre alt und stammt von der damaligen Turnierseite. 2014 gewann im Blitzturnier Mamedyarov, und beim Petrosian Memorial Grischuk (diesmal nicht dabei). Möglich war auch Tal selbst (aber er bekommt womöglich am 9.11.2016 zu seinem 80. Geburtstag ein eigenes Kalenderblatt) oder – dafür entschied sich die kommerzielle Konkurrenz – der Austragungsort, das neu eröffnete Museum der russischen Impressionisten.

 

Das Feld ist in vielerlei Hinsicht bunt gemischt, einiges spielte bei der Auswahl der Teilnehmer vielleicht eine Rolle:

TurnierseiteLive-Partien ab dem 26.9.

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Zu Platz 1-4, 10 und 31

 

Auch diese Nachlese bin ich den Lesern (und, falls mindestens eine aus Deutschland oder anderswo hier mitliest, den Spielerinnen?) noch schuldig. Ich beginne wieder mit dem Siegerfoto (alle Fotos Maria Emelianova, Turnierseite): links Polen (Silber), Mitte China (Gold), rechts Ukraine (Bronze) – die Spielerinnen würde ich hier nicht unbedingt erkennen, die Nationalfahnen schon. Bei der Nachlese zum offenen Turnier schrieb ich, dass die drei Medaillenteams untereinander fast gleichwertig waren („Details“ entschieden) und klar besser als der gesamte Rest. Bei den Damen ist es etwas anders: China dominierte am Ende total, Russland hatte im Turnierverlauf etwas „Pech“ (allerdings auch Glück) und könnte bei einer hypothetischen Neuauflage der Olympiade wieder in den Kampf um die Medaillen eingreifen. So wurde es Blech – Platz 4 punktgleich mit Indien, USA, Vietnam, Aserbaidschan1 und Israel, alle hatten jedoch die deutlich schlechtere Wertung.

 

Nach Bemerkungen zu einigen Teams kommt noch eine kleine Foto- bzw. Screenshot-Serie zu dem, was die Olympiade auch war bzw. ist, oft etwas unterbelichtet: Treffen der gesamten Schachfamilie.

 

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Erfolgreiche und weniger erfolgreiche Teams

 

sieger-herren-emelianova

 

Das sollte diesmal ein Bericht fast ohne Fotos werden, aber einige von der Abschlussfeier will ich dem Publikum doch nicht vorenthalten – wie immer von der Turnierseite, diesmal habe ich nur Fotos von Maria Emelianova ausgewählt. Bewusst zeige ich zu Beginn das komplette Podium des Herrenturniers – links Ukraine (Silber), Mitte USA (Gold) und rechts Russland (Bronze). Aus meiner Sicht waren alle drei insgesamt klar besser als der Rest. Wenn das Turnier noch einmal von vorne beginnen würde (bei gleicher Form der Spieler), würden sie vermutlich die Medaillen wieder unter sich verteilen – aber eventuell die Plätze auf dem Podium und damit die Farbe der Medaillen tauschen. So sehe ich das – die USA war nicht so dominant wie manchmal behauptet wird, „Details“ entschieden über Gold, Silber und Bronze. Das deutsche Ergebnis werde ich auch noch beleuchten, ein paar Zeilen zum Damenturnier dann in einem separaten Artikel.

 

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Diesmal teils Schwarz-Weiss

 

Eigentlich ist nsaodat-odmaeva-tadjikistan-lladaur ein Foto Schwarz-Weiss, aber diese Schachfarben dominieren auch auf einigen anderen Fotos. Zufall oder nicht – kein Zufall dass ich relativ viele ausgewäcamera-8hlt habe. Ansonsten gilt wieder: bekannte und unbekannte Teilnehmer(innen) der Olympiade – die meisten spielten Schach, zwei waren in anderer Rolle vor Ort in Baku. Alle Fotos wieder von der Turnierseite – Saodat Odinaeva aus Tadschikistan bekommt das Titelfoto (von David Llada) – nicht weil sie für ihre Verhältnisse ordentlich spielte (5,5/11, TPR 1931 bei Elo 1881), sondern wegen der zu Haarfarbe und Schachbrett passenden Kleidung. Bunt wird es allerdings mitunter auch:

 

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Gold für China nach Showdown mit Russland

 

Das Dametan-zhongyi-lladanturnier verlief etwas anders als die „offene Kategorie“: Bei den Herren (es sind nun einmal fast ausschliesslich Herren) gab es die meisten Matches zwischen Favoriten bereits relativ früh im Turnier; speziell in der Schlussrunde spielten alle Medaillenkandidaten (und das waren realistischerweise drei, nur die Farbe der Medaillen war noch etwas unklar) gegen Aussenseiter. Bei den Damen gab es das Topmatch China-Russland erst in der letzten Runde, und acht Teams hatten noch gewisse Hoffnungen auf eine der drei Medaillen.

 

Den Endstand hatte ich bereits im anderen Bericht, aber wiederhole ihn hier: China 20, Polen 17(427.5), Ukraine 17(404.5), Russland, Indien, USA, Vietnam, Aserbaidschan 1, Israel 16, Georgien usw. (noch acht Teams) 15, … 30.-43. Aserbaidschan3, Deutschland, Aserbaidschan2 usw. 13. . Anders als bei den Herren ist dieser Endstand vorne recht sauber nach Eloschnitt sortiert: auf den ersten sechs Plätzen die Nummern 1, 7, 2, 3, 5 und 6 der Setzliste. Nur Polen also besser als nach Papierform, Georgien (an vier gesetzt Zehnter) etwas enttäuschend, gilt eventuell auch für Ungarn (aus 8 wurde 16) und Bulgarien (aus 9 wurde 15). Nur Deutschland machte da gar nicht mit – sie waren auf dem Papier Nummer 10 und belegten Platz 31.

 

Fotoquelle wie immer die Turnierseite, Fotograf(inn)en werden jeweils genannt. Das Titelfoto von David Llada zeigt Tan Zhongyi, die für China am fleissigsten punktete: 9/11 an Brett 4 bzw. siebenmal Brett 3 – da Hou Yifan die ersten beiden Runden nicht mitspielte und das schwächelnde Brett 3 Zhao Xue später fünfmal pausierte. Nun zu den Schlussrunden aus internationaler und auch deutscher Sicht:

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USA tiebreak-knapp vor Ukraine, klar vor Russland, klar vor anderen (Deutschland hat auch mitgespielt)

 

Die Olympiade ist vorbei, nun muss ich das alles aufbereiten – zu viel für einen Artikel, also gibt es (so-emelianovaeventuell auch später diese Woche) eine Serie. Zunächst der Endstand bei den Herren: USA 20(413.5), Ukraine 20(404.5), Russland 18, Indien, Norwegen, Türkei, Polen, Frankreich, England, Peru 16, Kanada, Aserbaidschan1, China, Weissrussland, Ungarn, Iran, Lettland usw. (noch sechs Teams) 15, … 35.-57. Moldawien, Niederlande, Deutschland usw. 13. Da nannte ich teilweise Teams, da sie mich (und vielleicht das Publikum) besonders interessierten, oder auch da sie über bzw. unter ihren nominellen Möglichkeiten spielten – wobei manchmal Paarungsglück oder „Schweizer Gambit“ eine Rolle spielte. Was steht eigentlich bei USA und Ukraine in Klammern? Das ist der „Olympiad Sonneborn-Berger tiebreak“ – ziemlich kompliziert, nur soviel: USA und Ukraine beobachteten in der Schlussrunde vielleicht auch Deutschland-Estland an Tisch 28 – aus ukrainischer Sicht gewann da die falsche Mannschaft.

 

Die Damen bekommen diesmal einen separaten Bericht, aber aktuell bereits der Endstand: China 20, Polen 17(427.5), Ukraine 17(404.5), Russland, Indien, USA, Vietnam, Aserbaidschan 1, Israel 16, Georgien usw. (noch acht Teams) 15, … 30.-43. Aserbaidschan3, Deutschland, Aserbaidschan2 usw. 13. . Für die deutschen Teams war 13 jeweils keine Glückszahl.

 

Fotoquelle wie immer die Turnierseite, wiederum diverse Fotograf(inn)en. Das Titelbild (von Maria Emelianova) bekommt Wesley So, da er mit 8,5/10 (TPR 2892) am amerikanischen Erfolg massgeblich beteiligt war – und (aber das kommt wohl erst in einer Nachlese) eventuell indirekt am Erfolg eines ehemaligen Landsmanns. Und nun Runde für Runde, wiederum drei:

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Nach Schlüsselduellen in Runde 6-8

jobava-kublashvili
Sowohl im „offenen Turnier“ als auch bei den Damen müssen die USA die Führung mit anderen teilen – einmal haben sie dabei die beste Wertung, einmal nicht. Wer sonst derzeit zufrieden sein kann und wer nicht, zeigen die aktuellen Zwischenstände – mitunter bedingt aussagekräftig, da Teams genauso viele Mannschaftspunkte gegen teilweise recht unterschiedliche Gegner erzielten.

 

Offenes Turnier: USA, Indien, Ukraine 14, Russland, Aserbaidschan1, Norwegen 13, England, Lettland, Niederlande, Ungarn, Iran, Tschechische Republik, Georgien, Griechenland, Slowenien, Chile, Italien 12. Wer sich in den verbleibenden Runden da oben halten kann, wird sich zeigen – Norwegen und Iran hatten bisher noch gar keine sehr starken Gegner. Um Deutschland zu finden, muss man in der Tabelle weiter nach unten scrollen – aktuell Platz 49 mit 8 Mannschaftspunkten, zu den Gründen siehe unten.

 

Damen: China und USA 14, Polen und Israel 13, Ukraine, Russland, Indien, Ungarn, Bulgarien, Aserbaidschan1, Niederlande 12, Georgien, Deutschland usw. (noch 7 Teams) 11. Vor dem Ruhetag führten Russland und Ukraine gemeinsam, nun nicht mehr – auch dazu später mehr. Die deutschen Damen weiterhin da, wo sie nach Setzliste etwa hingehören – Tabellennachbar Georgien muss sich wohl definitiv von Medaillenhoffnungen verabschieden.

 

Für das Titelfoto wollte ich diesmal einen Spieler. Nepomniachtchi hatte sich nachdrücklich beworben, hat aber dann beim „Vorstellungsgespräch“ (Auftritt in Runde 8) nicht überzeugt. Im Gegensatz zu Baadur Jobava, der mit „seinem Schach“ ausgesprochen erfolgreich ist – derzeit 6/7 und mit 2976 die zweitbeste Turnierleistung von allen. Vor ihm nur IM Capo Vidal aus Mexiko, der seine 6/6 allerdings gegen deutlich schwächere Gegner erzielte. Ganz knapp hinter Jobava der Ukrainer Andrei Volokitin (6,5/7, TPR 2974), dann wieder ein 100%iger aus tieferen Tabellenregionen (IM Khader aus Jordanien), usw. – Brettpreise werde ich erst nach dem Turnier besprechen, der eine oder andere Spieler (jung und alt, bekannt oder relativ unbekannt) wird später noch fotografiert. Alle Fotos wieder von der Turnierseite, wieder von diversen Fotograf(inn)en: Eteri Kublashvili (u.a. das Titelfoto), Maria Emelianova, Lana Afandiyeva, David Llada, Paul Truong, Rasim Huseynov und (neu) Boris Dolmatovsky.

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Niederlande, Ukraine und Indien bei den Herren | Russland und Ukraine bei den Damen

Turniersaal (Lana Afandiyeva)

Turniersaal (Lana Afandiyeva)

 

Das ist natürlich nur ein Zwischenstand – zu diesem Zeitpunkt hat noch niemand die Olympiade gewonnen, wobei einige die sich im Vorfeld Hoffnungen machten sie (was Medaillenchancen betrifft) vielleicht schon „verloren“ haben. Etwas voreingenommen wie ich bin – als Deutscher mit Wohnsitz NL und zuvor einige Zeit Frankreich – habe ich gemischte aber insgesamt positive Gefühle beim aktuellen Stand: Platz 1 (wenn es dabei bleiben sollte wäre es keine Überraschung sondern eine Sensation), 12 (passt gut zur Setzliste) und 41 (c’est la vie).

 

Der etwas komplettere Zwischenstand bei den Herren (immer noch selektiv, alle 169 inzwischen angereisten Teams geht nicht!): Niederlande, Ukraine und Indien 10, Tschechische Republik, USA und Georgien 9, Weissrussland, Russland, Aserbaidschan1, China, Aserbaidschan2, Deutschland usw. (noch 13 Teams) 8. 

 

Bei den Herren führen damit drei relative Aussenseiter, bei den Damen dagegen zwei der Favoriten: Russland und Ukraine 10, Rumänien, China, Aserbaidschan1 9, Ungarn, Georgien, Polen, Indien usw. (noch 7 Teams) 8, Deutschland auf Platz 18 mit 7 Mannschaftspunkten.

 

Da bisher keine Mannschaft alleine dominiert und auch ziemlich viele Spieler(innen) sehr gute individuelle Resultate haben, kommen „alle“ (oder jedenfalls viele) auf das Titelfoto. Alle Fotos von der Turnierseite – fotografiert haben (vor allem) Eteri Kublashvili, ausserdem Maria Emelianova, Lana Afandiyeva, David Llada, Paul Truong und Rasim Huseynov. So viele Kameras – ein Zeichen dafür, dass Aserbaidschan sich bei der Olympiade sehr viel Mühe macht. Im weiteren Bericht die ersten fünf Runden aus internationaler und deutscher/deutschsprachiger Sicht – erst die Herren, dann etwas knapper zu den Damen – und dann noch fotografisch-atmosphärische Impressionen.

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Treffpunkt für Elo 1025-2857

Suhailah Bekheet

Elo 2857 hat aktuell nur ein Spieler – aber Carlsen wird oft genug fotografiert und gezeigt, im Sinne von „Gens una sumus“ habe ich ein Titelfoto (fast) vom anderen Ende des Elospektrums. Patience Tsuses (Elo 1025) aus Namibia hat allerdings kein Foto auf ihrer FIDE-Eloseite, und ob dieser Twitter- und dieser Facebook-account einer Schachspielerin gehört, kann ich nicht verifizieren. Mohammed Shahudha (weiblich, Malediven, Elo 1045) – ebenfalls nix gefunden. Dann eben Suhailah Bekheet (Elo 1063) aus Kuwait – hier gefunden. In diversen Ländern reicht Elo weit unter 2000, mitunter auch gar keine Elo, für einen Platz in der Nationalmannschaft.

 

Ich habe es nicht näher untersucht, aber Monaco bei den Damen hat womöglich das altersmässig inhomogenste Team: WFM Lomandong (*2001, Elo 1763 – den Schachtitel bekam sie durch ein sehr gutes Ergebnis bei der Olympiade 2014 in Tromso), Berezovska (*1971, Elo 1794), WIM Lebel-Arias (*1946, Elo 1802 – den Schachtitel bekam sie 1985, später musste sie wohl dem Alter Tribut zollen), Rubsamen (*2003, Elo 1611) und Küken Fiorina Berezovsky (*2007, Elo 1096). Und nun wird der Vorbericht „konventioneller“:

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Fotos von der Abschlusszeremonie

Van Foreest kampioen
Diese Fotos sah ich erst nach „Redaktionsschluss“ – zwei Kollegen haben ihre Beiträge später veröffentlicht und das Titelfoto eingebaut, ich zeige nun noch ein paar andere Fotos. Alle (bzw. fast alle) Fotos wieder von Harry Gielen, hier im Internet zu finden und auf der Turnierseite verlinkt.

 

Anfangs wollte ich das in meinem Turnierbericht unten einbauen – aber erstens hat dieser, wie ich selbst feststellte und wie zwei Leser per email zumindest andeuteten – bereits „Überlänge“, zweitens wurden zwischenzeitlich vier andere Artikel veröffentlicht, damit würde es eventuell kaum registriert. Grund für diesen „Nachtrag“ ist unter anderem, dass mir zu zwei Fotos nette Zitate einfallen – die sind allerdings fiktiv und, wie ich aus gut informierten Kreisen erfahren habe, so nicht gefallen.

 

Das Titelfoto zeigt natürlich Jorden Van Foreest mit dem, wie Colin McGourty für chess24 schrieb, „recht ungewöhnlichen“ Pokal. Weiter mache ich zunächst mit den Damen, dann die Herren, dann eine Dame und fünf Herren die diesmal gar kein Schach spielten (oder höchstens mal eine freie Blitzpartie) aber im Turnier dennoch eine wichtige Rolle hatten.

 

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Anne Haast und Iozefina Paulet unterhalten das Publikum (ebenfalls)

Jorden Van Foreest

 
Natürlich wurde nicht dieselbe Person (zuletzt) 1902 und (erstmals?) 2016 niederländischer

Männer

Schachmeister: Jorden Van Foreest (Titelfoto – fast alle Fotos von Harry Gielen, teils via die Turnierseite) ist gerade mal 17 – sein Ur-Urgrossvater Arnold (NL-Meister 1889, 1893 und 1902) und dessen Bruder Dirk (NL-Meister 1885, 1886, 1887) haben zwar beide ein gesegnetes Alter von über 90 erreicht, aber seit 1954 bzw. 1956 sind sie tot. Das wird ein etwas ungewöhnlicher Kombibericht: erst „normaler“ Turnierbericht (relativ knapp), dann Reisebericht (zur letzten Runde war ich – spontane Entscheidung – vor Ort in Amsterdam), dann noch ein bisschen Schachgeschichte mit Fotos in, kann man den Fotografen nicht verübeln, „abweichender“ Qualität.

Frauen

 

 

Der Untertitel bezieht sich auf den Tiebreak des Damenturniers – Anne Haast unterstrichen, da sie diesen am Ende 3-2 gewann. Zunächst wie üblich der Endstand in beiden Turnieren:

 

Herren bzw. „offenes Turnier“ (Zhaoqin Peng hat mal mitgespielt): Van Foreest 5.5/7 (TPR 2819!), Van Wely 5, l’Ami und Van den Doel 3.5, Reinderman und Bok 3, Werle 2.5, Ernst 2.

 

Damen: Haast 5/7 + 3/5, Paulet 5/7 + 2/5, Hortensius 4.5/7, Kazarian 3.5, Van Weersel und Padurariu 3, Jap Tjoen San 2.5, Middelveld 1.5. Bei den Herren ziemlich niederländische Namen (abgesehen von Erwin l’Ami der vielleicht Ahnen in Frankreich hat), bei den Damen „gemischt“ – zu den Gründen in zwei Fällen siehe unten.

 

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Keymer und andere erfolgreich

Keymer

Aktuell hatten wir den Bericht von Frank Hoppe für schachbund.de übernommen – er hatte bereits gestern Zeit etwas zu schreiben und fasste sich relativ kurz. Aber dieses ungewöhnliche Turnier hat noch etwas mehr verdient – ungewöhnlich war vor allem der bunt gemischte Endstand, bei dem neben Vincent Keymer noch andere junge Spieler überraschten und überzeugten, im Gegensatz zu einigen etablierten Spielern: GM Ragger 8/9, IM Vetoshko und Keymer 7.5, GM Buhmann, GM Shengelia, IM Schreiner, IM Koop, GM Vorobiov, IM Rathnakaran, IM Nitin, IM Ponizil, FM Dauth 7, usw. . Von den 12 Spielern mit 6,5/9 erwähne ich nur einige: Wertungsbester ist der griechische GM Mastrovasilis (an drei gesetzt wurde er 13.), aus deutscher Sicht IM Baldauf, GM Hertneck und die zweite positive Überraschung WIM Josefine Heinemann, aus international-jugendlicher Sicht noch der titellose Türke Emre Emin Dedebas. Mit 6/9 unter anderem der Usbeke Javokhir Sindarov (wer ist das denn? dazu komme ich noch).

 

Das Titelbild (beide Fotos Turnierseite) bekommt nicht der Turniersieger Markus Ragger, sondern Vincent Keymer. Frank Hoppe hatte es für den Schachbund etwas zurecht geschnitten, aber auch so steht das Jungtalent optisch (schwarz-buntes T-Shirt) im Mittelpunkt. Ragger erfüllte seine Favoritenrolle, Keymer drehte nach leicht holprigem Start auf – beide verpassten ein anderes Eventualziel knapp, siehe unten. Wieder wähle ich als Format/roten Faden nicht „Runde für Runde“, sondern „Spieler für Spieler“ – fast nach Abschlusstabelle sortiert.

 

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Deutsche Teilnehmer ohne Medaillenchancen

Xiong-1-1

Bei internationalen Jugendturnieren gilt des öfteren: Namen, Elozahlen, Schachtitel (FM/IM/GM oder auch der inoffizielle Titel „Prinz“) – alles Schall und Rauch. Entschepartienidend ist, wie man dann insgesamt – gegen bekannte und „unbekannte“ Gegner – spielt. So war es auch bei der Junioren-WM in Bhubaneswar (Ostindien): Zwar gewannen die beiden nominell besten Spieler Gold und Silber, allerdings in umgekehrter Reihenfolge. Aber dahinter schnitten einige besser ab als erwartet (wenn Elozahlen das Mass aller Dinge sind), andere demnach schlechter. Alle Fotos von der Turnierseite – das Titelfoto zeigt natürlich den bereits genannten Sieger.

 

Das ist (oben) der Endstand: GM Xiong 10.5/13, GM Artemiev 9.5, GM Sunilduth und FM Xu Yi 9, GM Khartikeyan, IM Mosadeghpour, Xu Yinglun, IM Nasuta, IM Svane 8.5, GM Aravindh, Maghsoodloo, Ivekovic, IM Lorparizangeneh 8, usw. . Jeffery Xiong ist nicht etwa Chinese, sondern US-Amerikaner, geboren am 30.10.2000 in Plano/Texas – damit ist sein Erfolg in der Altersklasse U20 durchaus bemerkenswert. Ansonsten vermutet der Leser richtig: unter den genannten Spielern zwei Chinesen, drei Inder und drei Iraner. Das sind zusammen neun von dreizehn, der Rest kommt aus Europa (Rasmus Svane wird demnächst beim FIDE-Kongress offiziell GM). Von den vierzehn Spielern mit 7,5/13 nenne ich nur einige: den Wertungsbesten IM Christoph Menezes aus Österreich, den Inder FM (demnächst IM) Praggnanandhaa, den (noch) titellosen Inder Paul Srijit der sich um satte 166 Elopunkte verbesserte und (im Gegensatz zu zuvor erwähnten wohl nicht mit seinem Ergebnis zufrieden) GM Dennis Wagner. Praggnanandhaa, Jahrgang 2005, hat noch diverse Chancen um in dieser oder in anderen Altersklassen Weltmeister zu werden (der auf chess24 ebenfalls erwähnte Usbeke CM Sindarov spielt übrigens, wie der dort in Kommentaren erwähnte Vincent Keymer, momentan in Wien).

 

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Sinquefield Cup etwas anders als bisher

 

So

Zum vierten Mal spendierte Rex Sinquefield einigen ausgewählten Spielern eine insgesamt sechsstellige Dollarsumme. Dreimal gab es einen dominanten Sieger – 2013 im Miniturnier (ausser ihm nur Nakamura, Aronian und der klare Aussenseiter Kamsky) Carlsen, 2014 Caruanas historischer Triumph, 2015 siegte Aronian ebenfalls souverän. Die hätten vermutlich auch gewonnen oder jedenfalls wieder vorne mitgespielt, wenn das Turnier direkt danach wiederholt würde. Dieses Jahpartienr bin ich mir da nicht so sicher – zumal mit anderer Auslosung, d.h. Gegner in anderer Reihenfolge mit teilweise vertauschten Farben. Ein fast „spiegelbildliches“ Turnier (dieselben Gegner mit vertauschten Farben) gibt es im Dezember in London – fast, da Ding Liren dann (inzwischen offenbar offiziell-definitiv) durch Michael Adams ersetzt wird.

 

„So“ wie das Turnier lief gewann am Ende Wesley So (alle Fotos von der Turnierseite bzw. ab da via Flickr). Er spielte wie zuvor in Paris, Leuven und Bilbao – betont solide, gewinnen wenn es sich ergibt – und das reichte. Endstand So 5.5/9, Aronian, Topalov, Caruana, Anand 5, Nakamura und Vachier-Lagrave 4.5, Ding Liren 4, Svidler 3.5, Giri 3. Ob dieser Ansatz bei nächster Gelegenheit wieder wunderbar funktioniert, muss man abwarten – 2015 spielte er in St. Louis mutiger und landete am Tabellenende, zuletzt wurde er (wie auch Nakamura) pragmatischer.

 

Auch dieser Bericht ist etwas anders als üblich. Bei nur einem Abschlussbericht ist „Runde für Runde“ schlichtweg zu viel. Die relativ vielen Remispartien ignoriere ich weitgehend – teilweise zu Unrecht, da einige durchaus dramatisch verliefen – und bringe nur das, was sonst am Ende kommt: „Einzelkritik“ bzw. zusammenfassende Bemerkungen zu allen Teilnehmern. Dafür eine etwas grosszügigere Auswahl aus insgesamt 917(!) Fotos – etwas willkürlich, etwas „thematisch“.

 

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Immerhin zwei Neulinge im Turnier

Svidler-headshot

Die Partien beginnen um 20 Uhr

Ich habe schon die letzten Jahre etwas durchschimmern lassen, dass ich mich bei der Vorschau zu diesem und anderen Turnieren der Chess Tour etwas schwer tue – was soll ich denn schreiben? Schon wieder ein Treffen der absoluten Weltelite, immer dieselben Spieler …. . Diesmal haben zwei Teilnehmer abgesagt – einer hatte nie zugesagt, beim anderen kam etwas dazwischen, damit immerhin 20% frisches Blut im Turnier. Dabei sind Carlsen, Vachier-Lagrave, Kramnik, Caruana, Aronian, Nakamura, So, Anand, Giri, Topalov, Ding Liren und Svidler. Das Titelbild (Quelle Turnierseite) gebe ich dem Teilnehmer, der selbst erst seit kurzem Bescheid weiss und es ein kleines Wunder nannte, dass er als Russe so schnell ein Visum für die USA bekam – geholfen haben da offenbar einschlägige Kontakte von (Team) Rex Sinquefield.

 

Spieler genau so nach Elo sortiert ist noch etwas gewöhnungsbedürftig – MVL als Elofavorit, Topalov und Ding Liren fast am Ende der Elo-Hackordnung (die nach dem Turnier vielleicht wieder etwas anders aussieht). Bei MVL und Ding Liren liegt es daran, was sie im Juli schachlich anstellten; Topalov hatte seine Elozahl – letztes Jahr noch durchgehend 2798 oder mehr – schon zuvor nach unten korrigiert.

 

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Interessante Duelle der „zweiten Garnitur“ in Sibirien

korobov

 
Es begann verhalten mit fünf weitgehend ruhigen Remisen – da hatten die Teilnehmer vielleicht die (für fast alle) lange Anreise nach Sibirien noch nicht verkraftet. Unpartiend auch danach hatten einige Runden mehr, andere weniger zu bieten (es gab auch einige Kurzremisen). Im Gedächtnis haften bleiben jedoch die turbulenteren Partien und auch die Tatsache, dass öfters mal Eröffnungen aufs Brett kamen, die man auf höherem Niveau (Elo 2750+) eher selten sieht.

 

Einer setzte sich früh unten ab – Bologan (letztes Jahr noch geteilt Erster, 2005 ebenfalls geteilter, 2000 und 2001 alleiniger Sieger) verlor drei seiner ersten vier Partien. Die zweite Turnierhälfte lief besser für ihn, und da andere nun kriselten bekam er Gesellschaft am Tabellenende: Sutovsky verlor in Runde 4-6, Kovalenko erzielte einen halben Punkt aus seinen letzten fünf Partien. Titelverteidiger Korobov beschleunigte in der zweiten Turnierhälfte und konnte auch eine Niederlage zwischendurch verkraften bzw. kompensieren. Das etwas ungewöhnliche Titelfoto wieder von der Turnierseite.

 

Endstand: Korobov 6/9, Wojtaszek 5.5, Andreikin, Matlakov, Jakovenko 5, Smirin, Motylev 4.5, Sutovsky 3.5, Kovalenko und Bologan 3.

 

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Und mehr zum Xtracon Chess Open (früher Politiken Cup)

Bluebaum

 
„Schon wieder“ bezieht sich darauf, dass er Ende März das Grenke Chess Open gewann – das war finanziell und sportlich noch höher zu bewerten, denn er war nur Nummer 25 der Setzliste, nun immerhin Nummer 10. Damals in Karlsruhe wie nun im dänischen Helsingor landeten mehrere Spieler punktgleichpartien auf Platz eins, damals sechs diesmal sieben. Jeweils hatte Bluebaum – auch ein bisschen Glückssache – die beste Wertung, ein halber Buchholz-Punkt entschied zu seinen Gunsten.

 

Da in Helsingor zu viele (nämlich fünfzehn) Spieler einen halben Brettpunkt zu wenig erzielten für den geteilten ersten Platz, nenne ich nur die glorreichen sieben und dann jeweils einige (international oder jedenfalls aus deutscher Sicht oder auch nur (ex-)hessischer Sicht) bekannte Namen: Bluebaum, Shirov, Amin, IM Carlstedt (alle anderen sind GMs), Marin, Hammer, Degraeve 8/10. Dahinter mit 7,5/10 u.a. Dreev, Timman, Naroditsky, Agdestein, Fressinet und Rasmus Svane. Mit 7/10 u.a. Julio Granda Zuniga, Jan-Christian Schroeder und Malte Colpe. Wertungsbester mit 6,5/10 Erik Zude, punktgleich u.a. Julian Kramer. Wertungsbester mit 6/10 Matthias Bach, punktgleich u.a. Stephan Buchal. Wertungsbester mit 5,5/10 noch ein Svane, Vorname Frederik.

 

Fotos stammen von der Turnierseite – eine kleine Auswahl mit Schwerpunkt deutsche Teilnehmer. Jahrelang hiess das Turnier „Politiken Cup“, dieses Jahr hatten sie mit dem IT-Unternehmen Xtracon einen neuen Sponsor. Offiziell heisst es auch „Copenhagen Chess Festival“ – Austragungsort ist jedoch das Konventum in Helsingor, früher (bevor Kopenhagen und Malmö mit einer Brücke verbunden wurden) wichtiger Fährhafen nach Schweden, noch länger bekannt als Schauplatz von Shakespeares Hamlet.

 

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Sieg und neuer persönlicher Elorekord für MVL

Svidler-MVL 2016
 
Ich hatte einen „deutlicheren“ Titel wie „MVL zerlegt Svidler“ erwogen. Aber Svidler hatte durchaus Chancen im Match – nur hat er sie (im Gegensatz zum Franzosen) kaum genutzt. Gespielt wurden vier recht turbulente Schnellpartien (Endstand 2,5-1,5 für MVL) und vier ebenfalls gehaltvolle Partien mit klassischer Bedenkzeit (3-1 für MVL, bzw. 6-2 da diese Partien doppelt zählen). Da beide jedenfalls zum Unterhaltungswert beigetragen haben, gebe ich beiden das Titelfoto – alle Fotos von der Turnierseite. Später auch noch ein individuelles Foto von Maxime Vachier-Lagrave – dann verrate ich auch, was er auf 1.e4 spielt, der eine oder die andere weiss es vielleicht bereits. Mit neuem persönlichem Elorekord hat er auch Platz 2 in der Weltrangliste konsolidiert – am 1. August ist es dann offiziell, am 1. September (nach dem Sinquefield Cup) gibt es die nächste offizielle Eloliste.

 

„Kurz und knapp und fotografisch“ werde ich auch zeigen, was in Biel noch so passiert – auch noch nächste Woche. Dann sind Vachier-Lagrave und, wie sich herausstellte, auch Svidler bereits in St. Louis – Svidler als Ersatz für Kramnik, der wegen Rückenschmerzen absagte.

 

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