Ausgelesen

history3_55Wie im Kalenderblatt anlässlich des 130-jährigen Jubiläums des ersten WM-Titelgewinnes von Wilhelm Steinitz angekündigt, veröffentlichen wir eine zweiteilige Folge mit dem Thema „Steinitz, ein Pionier des Schachspiels“  – Von JULIA KIRST

 

Hier ist der zweite Teil der Folge „Steinitz, ein Pionier des Schachspiels“ der Rubrik „Ausgelesen“ über den ersten Schachweltmeister Wilhelm Steinitz.

 

Ich beschäftige mich in dieser Folge mit den Büchern „A Memorial to William Steinitz“ von Charles Devidé, „Die Meister des Schachbretts“ von Richard Réti, „Feldherrenkunst im Schach“ von Max Euwe und „Meine großen Vorkämpfer, Band 1“ von Garri Kasparow. Dabei lege ich im Gegensatz zu Folge 1 nicht das Augenmerk auf die Rezensionen der Bücher, sondern die Meinung der Autoren über den Österreicher. Viel Spaß beim Lesen!

 

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Wilhelm Steinitz

Wie im Kalenderblatt anlässlich des 130-jährigen Jubiläums des ersten WM-Titelgewinnes von Wilhelm Steinitz angekündigt, veröffentlichen wir eine neue Folge der Rubrik „Ausgelesen“ mit dem Thema „Steinitz, ein Pionier des Schachspiels“  – Von JULIA KIRST

 

Über den ersten Weltmeister sind so viele Bücher veröffentlicht worden. Ich habe mich auf sieben Bücher beschränkt. Aus diesen sieben Werken ließ sich aber so viel Material entnehmen, dass ich diese Folge in zwei Teile splitte.

 

In Teil 1 beschäftige ich mich mit den Büchern „William Steinitz, Chess Champion“ von Kurt Landsberger, „Steinitz – move by move“ von Craig Pritchett und „Der Entscheidungskampf zwischen W. Steinitz und J. H. Zukertort um die Meisterschaft der Welt“ von Johannes Minckwitz. In oben erwähntem Kalenderblatt schrieb ich, dass mich bei der Rezension dieser Bücher vor allem folgende Punkte interessieren: Was war Wilhelm Steinitz für ein Mensch? Wie sahen ihn seine Zeitgenossen? Welche Bedeutung hat er für heutige Großmeister?

 

Viel Spaß beim Lesen der Rezensionen in Teil 1!

 

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Heft 2 von „SCHACH-PROBLEM – Die rätselhaften Seiten von Fritz“ ist erschienen – Eine willkommene Einladung zum TAKTIK-Training – Von RAYMUND STOLZE

 

SchachproblemFeb_2014In Folge 23 unserer Rubrik „Ausgelesen“ hatte ich das Premierenheft von „SCHACH-PROBLEM – Die rätselhaften Seiten von Fritz“ vorgestellt und darauf hingewiesen, dass die neue Zeitschrift aus dem Hause ChessBase dreimal jährlich erscheinen wird. Seit Montag [15. Februar] ist nun die Nummer 2 in allen Bahnhofsbuchhandlungen, aber auch im Schach-Fachhandel sowie in gut sortierten Buchhandlungen und natürlich direkt im Shop des Hamburger Unternehmens erhältlich.

 

„Die Premierenausgabe wurde überraschend gut angenommen, sowohl im Pressevertrieb [es gab viele Nachbestellungen aus Bahnhofsbuchhandlungen] als auch im Vereinsbereich, den wir ursprünglich gar nicht als Kernzielgruppe im Visier hatten. Umso mehr freuen wir uns über die vielen Leser aus Schachvereinen, die sich an den kurzweiligen Aufgaben erfreuen, die man schnell in der U-Bahn lösen kann. Auch Leiter von Schulschachgruppen haben das Heft als Lehrmittel entdeckt! Konkrete Kritik gab es an den schwer lesbaren Koordinaten und der Schriftgröße der Lösungen. Beides haben wir in Heft 2 gerne verbessert.

 

Weiter wurde angeregt, das Heft zum Download im PDF-Format anzubieten. Doch für die Online-Nutzung haben wir eine bessere Alternative: Die Taktik-App im Chessbase-Account [https://account.chessbase.com] bietet über 60.000 Aufgaben, sogar das spannende Wettlösen im Duell, für nur 4,99 €/Monat [inklusive Zugang zu playchess.com, der Videodatenbank und vielen anderen WebApps.]“, so ChessBase-Geschäftsführer Rainer Woisin.

 

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André Schulz: Das große Buch der Schach-Weltmeisterschaften – 46 Titelkämpfe – von Steinitz bis Carlsen – Anmerkungen zu einer WM-Chronik von RAYMUND STOLZE

 

PROLOG

 

Die nachfolgenden vier Zitate habe ich bewusst aus dem Vorwort ausgewählt [Seiten 7-8], weil ich denke, dass sie das Ziel für dieses Projekt formulieren. Bei Rezensionen sollte man ehrlicherweise untersuchen, wie es dem Autor gelungen ist, seinen Ansprüchen tatsächlich gerecht zu werden …

 

[1] Unzählige Bücher wurden zu den einzelnen Weltmeisterschaften geschrieben, wobei naturgemäß zumeist die Partien der WM-Kämpfe im Mittelpunkt der Betrachtung standen. Übergreifende Darstellungen der verschiedenen Schachweltmeisterschaften gab es bisher jedoch kaum. Dieses Buch soll diese Lücke schließen.

 

[2] Bei der Schilderung der Kämpfe neben dem Brett habe ich versucht, mich auf die Darstellung der Fakten zu beschränken, so wie sie in den mir zur Verfügung stehenden Quellen veröffentlicht wurden. Dabei wollte ich nie für die eine oder andere Seite Partei ergreifen oder den Leser bei seiner Meinungsbildung beeinflussen.

 

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Premiere für SCHACH-PROBLEM – Die rätselhaften Seiten von Fritz – Überlegungen zu einer neuen Zeitschrift aus dem Hause ChessBase – von RAYMUND STOLZE

 

Ausgelesen_CB_Rätselheft1_2016_1Ich kann mich noch gut an jene Jahre erinnern, als ich für das Schachbuch-Programm der Edition Olms verantwortlich gewesen bin und stets auf der Suche nach neuen Ideen war. Sehr genau habe ich deshalb die Entwicklung der Produkte bei ChessBase verfolgt und mich stets gefragt, wo denn die größte Schnittmenge zwischen den innovativen Angeboten aus Hamburg und unserem Verlag sein könnte. Einige Male ist es zu sinnvollen Kooperationen für beide Seiten gekommen, beispielsweise bei den zwei Titeln „222 Eröffnungsfallen nach 1.e4 und 1.d4“ [Autoren: Karsten Müller & Rainer Knaak].

 

Natürlich ist der Fundus an „verwertbarem“ Material für die gedruckte Form bei ChessBase riesig. Eigentlich kommt es nur darauf an, die Schätze zum richtigen Zeitpunkt zu heben. Mit der neuen Zeitschrift SCHACH-PROBLEM – Die rätselhaften Seiten von Fritz könnte da durchaus ein Coup gelungen sein. Printausgaben – das zeigt ja das Ende der 1980er-Jahre erschiene ChessBase Magazin – es gab seinerzeit sechs Ausgaben jährlich u.a. mit der berühmten „Abfall-Reihe“ von Robert Hübner – können die Hamburger nämlich auch.

 

Was den Inhalt der dreimal jährlich erscheinenden Zeitung angeht, so wird das Thema Taktik in all seinen Facetten groß geschrieben. Ich habe Geschäftsführer Rainer Woisin gebeten, uns das Konzept näher zu erläutern.

 

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Von Wegen zum Matt, Intuition und einem Schachkurs mit John Nunn – Drei Buchtipps aus der deutschsprachigen Backlist des GAMBIT Verlages von RAYMUND STOLZE

 

John Nunn auf Laskers Spuren ...

John Nunn auf Laskers Spuren …

Schachbücherpakete von einen so renommierten Verlag wie GAMBIT aus London erhält man nicht alle Tage. Und noch dazu sind alle drei in Deutsch! Aber das ist bei dem 1997 von dem Trio Murray Chandler, Dr. John Nunn – der Mann gehörte einmal zu den TOP 10 in der Welt – und Graham Burgess gegründeten Unternehmen längst normal. Verantwortlich für diese Produktionsschiene zeichnet seit 2002 Petra Nunn.

 

Verlagen, die eine solche Nische wie das Thema Schach besetzen, die trotzdem unheimlich heiß umkämpft ist, erweisen sich dann als erfolgreich, wenn sie auf eine erstklassige Backlist verweisen können. Das ist wie ein Lottogewinn, denn bei entsprechender Nachfrage kann einer Auflage die nächste folgen. Was für Laien heißt: Es fällt an Arbeit lediglich das Drucken und Ausliefern an, sieht man vielleicht von einigen nötigen Korrekturen oder Ergänzungen ab.

 

Zu dieser Backlist mit inzwischen fast 60 deutschsprachigen Titeln [http://www.gambitbooks.com/Komplette_deutsche_Liste.html ] gehören auch jene drei Bücher, die mir der Postbote brachte und die ich Ihnen ausdrücklich empfehlen müsste.

 

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Alexander Matanovic: SCHACHINFORMATOR 125 – [M]eine Buchempfehlung von RAYMUND STOLZE

 

Schachinformator_125_coverZu feiern gilt es ein Jubiläum, und allen Machern in Belgrad sei recht herzlich gratuliert! Im Jahr 1966 erschien der erste Band des SCHACHINFORMATOR, und jetzt im Oktober 2015, also fast fünf Jahrzehnte später ist die 125 Ausgabe erschienen.

 

Und ich kann stolz erklären: Alle Bände sind in meinem Besitz, und was noch viel wichtiger ist, ich arbeite mit ihnen regelmäßig! Sowohl für Buchprojekte, Artikel und bei der Vorbereitung auf meine Fernschachpartien leistet mir dieses geballte Schachwissen treue Dienste! Weil es mehr ist als nur eine Schachdatenbank, und sich über die Jahre stets weiter entwickelt hat.

 

Dass ich als DDR-Bürger diese Chronik des Weltschachs komplett habe, hat Ursachen. Von Februar 1988 bis einschließlich Juni 1999 war ich im Sportverlag Berlin u.a. auch für das Schachbuchprogramm verantwortlich. Franz Stahl, der mir als Lektor zur Seite stand und leider vor einigen Jahren tödlich verunglückt ist, hatte in seinem Arbeitsschrank alle Ausgaben von 1 bis 49. Als er das Verlagshaus in den schweren Anfangsjahren der Marktwirtschaft aus wirtschaftlichen Gründen verlassen musste – wir mussten uns personell drastisch verkleinern – war er drauf und dran, diesen Schatz in seinen Privatbesitz zu überführen. Ich habe das zum Glück mitbekommen, und so musste ich ihn an diesem Vorhaben hindern, denn Schach lag fortan in meiner Hand bzw. ich habe freie Mitarbeiter für Projekte verpflichtet.

 

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„The Art of SACRIFICE“  von Rudolf Spielmann, durchgesehen und ergänzt von Karsten Müller, Russell Enterprises Inc. 2015 – eine Buchempfehlung von RAYMUND STOLZE

Grandmaster Karsten Müller’s notes
to the original text, along with the new material,
brilliantly complements
Spielmann’s classic work.“

Garry Kasparov

 

The_Art_of_SACRIFICE_Titel_2015_AusgabeIch kann mich noch gut daran erinnern, wie Frau Rau mich bei einem Besuch in Düsseldorf Ende 1989 dafür begeisterte, in der Schach-Praxis Reihe ihres Verlages den Klassiker „So darfst Du nicht Schach spielen“ von Eugène Snosko-Borowsky zu „modernisieren“.

 

Mit Rainer Knaak und Lothar Vogt hatte ich schnell zwei Großmeister gefunden, die damals mehr als ein halbes Jahrhunderts nach dem Erscheinen dieses kleinen geistreichen Büchleins sich dieser reizvollen Aufgabe gestellt haben. Und das ganz im Sinne des Autoren. Aufgenommen wurden damals in die 4. erweiterte Fassung all jene Themen, die man gewöhnlich in Schachbüchern für Anfänger vermisst …

 

Ja, die guten alten Klassiker – sie sind einfach nicht wegzudenken, vor allem bei der Ausbildung von jungen Spielern. Was für diese freilich auch selbstständiges Arbeiten bedeutet und nicht nur eben einmal schnell das aktuelle Schachprogramm befragen, das in der Praxis nicht am Brett sitzt. Daran musste ich denken, als bei mir vom Verlag Russel Enterprises Inc. aus den USA der Band „The Art of SACRIFICE in Chess by Rudolf Spielmann …“ per Post eintraf.

 

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Ausgelesen_18_Mednis_Cover„So gewinnt Karpow“ von Edmar Mednis, veröffentlicht vom Verlag Walter de Gruyter – eine Buchempfehlung von JULIA KIRST

 

Das Buch mit dem einfachen Titel „So gewinnt Karpow“ hat die Intention, das berühmt gewordene, perfekte Positionsspiel des zwölften Schachweltmeisters dem Leser näher zu bringen. Der Autor Edmar Mednis (22. März.1937 – 13.Februar 2002) war jahrelang einer der besten Spieler der USA und konkurrierte mit Fischer und Reshevsky.

 

Im Dezember 1962 bezwang er als erster Spieler überhaupt Bobby Fischer bei US-Meisterschaften in New York. Seit Fischer das erste Mal 1957 an den amerikanischen Titelkämpfen teilnahm, die er insgesamt achtmal gewinnen konnte, hatte er zuvor keine Partie verloren. Bei den Titelkämpfen 1965 verlor er noch gegen Robert Byrne und Samuel Reshevsky, aber Fischers Bilanz aus insgesamt 90 Partien ist beeindruckend: +61 =26 – 3!

 

1975 veröffentlichte Edmar Mednis das Buch „HOW TO BEAT BOBBY FISCHER“, in dem er 61 Verlustpartien Fischers kommentiert. Die deutschsprachige Ausgabe von „Wie schlägt man Bobby Fischer?“, die der Autor um weitere fünf Partien aus dem „Revanchematch“ Fischer–Spasski von 1992 ergänzte, ist im Frühjahr 1993 im Sportverlag Berlin erschien.

 

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Von Hans-Joachim Hecht [„Rochaden – Schacherinnerungen“] und Wolfgang Uhlmann [„Meine besten Partien“] sind neue Bücher erschienen – Eine Betrachtung von RAYMUND STOLZE

 

Leseprobe

Leseprobe

Neuerscheinung in der Edition Marco, 2015Ich gebe zu, dass die Gefahr bei Buchbesprechungen vor allem darin besteht, dass dem Autor häufig ungerechtfertigt vorgeworfen wird, nicht jenen Erwartungen zu entsprechen, die der Rezensent hat. Nun, wenn es denn so ist, dann kann ich dem Kritiker nur empfehlen, selbst zu schreiben …

 

Und noch ein einleitender Gedanke: Ich kann mich noch sehr gut daran erinnern, dass ich jede Ausgabe des inzwischen nicht mehr erscheinenden Magazins „SCHACHWELT“ käuflich am Kiosk erworben habe, allein wegen Robert Hübners Serie „Erinnerungen“. Die erste Folge erschien in der Nummer 1 im September 2009, die letzte mit der letzten Ausgabe im Juli 2010. Leider hat der vielleicht bedeutendste deutsche Schachspieler nach Weltmeister Emanuel Lasker bis heute aus diesem mehr als interessanten Lesestoff – und ich hatte ja gerade erst einmal die Mitglieder in seinem Kölner Klub kennen gelernt – immer [noch] keine Autobiographie verfasst …

 

Anders haben es dagegen kürzlich die beiden Schachlegenden Hans-Joachim Hecht [*10. Januar 1939 in Luckenwalde] und Wolfgang Uhlmann [*29. März 1935 in Dresden] getan, denn beide haben fast zur gleichen Zeit ihr Buch vorgelegt!

 

Ich gebe gern zu, dass mich nicht nur Hechts Konzept seines Titels „Rochaden – Erinnerungen“ eindeutig mehr überzeugt. Und das aus mehreren Gründen.

 

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Siegerwege 001 – Sizilianische Wendepunkte & Schlagvariante von Heinz Rätsch / Harald Fietz ist eine sehr bemerkenswerte Neuerscheinung – von RAYMUND STOLZE

 

Siegerwege 001 - TitelbildEs ist höchst selten, dass wir auf unsere Kalenderblätter schriftliche Reaktionen bekommen. Im Fall des Beitrages zum 80. Geburtstag des Heinz Rätsch, den wir im Dezember 2014 veröffentlicht haben [ http://www.chess-international.de/Archive/31232#more-31232 ], war das jedoch der Fall. Seine Anerkennung verband Harald Fietz, der seit den 1990er-Jahren schachpublizistisch tätig ist [u. a. als International Editor des Schach-Informators], mit dem Hinweis, dass er gemeinsam mit der verdienstvollen Trainerlegende aus Thüringen an einer Trilogie Siegerwege arbeiten würde.

 

Nun also ist der erste Band Siegerwege 001Siziliansche Wendepunkte & Schlagvariante ausgeliefert, der im Verlag SCHACH WISSEN BERLIN erschienen ist. Ehrlich gesagt: Das Buch verdient hoffentlich nicht nur meine Anerkennung, Und das aus mehreren Gründen.

 

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Christian Hesse legt mit Damenopfer sein zweites Buch mit „Erstaunlichen Geschichten aus der Welt des Schachs“ vor – Anmerkungen von RAYMUND STOLZE

 

Ja, es gibt sie tatsächlich noch – die außergewöhnlichen Schach-Geschichten-Bücher, die eineDamenopfern quasi hineinziehen in die kleine Welt in der großen. Und sie verdienen zurecht unsere Aufmerksamkeit und öffentlich bekannt gemacht zu werden!

 

In dem Band ALLES ÜBER SCHACH von Michael Ehn und Hugo Kastner [Humboldt 2010] gab es ein Kapitel „Schachbücher für die Insel“. In dieser Empfehlungsliste, die selbstverständlich stark subjektiv gefärbt ist, präferierte das Wiener Autoren-Duo unter 15 aufgelisteten Schachwerken für „lange Nächte und trübe Tage“ Christian Hesses Erstling Expeditionen in die Schachwelt [Chessgate 2006] auf Platz 3 hinter Stefan Zweigs Schachnovelle [Suhrkamp 2001/Erstausgabe 7. Dezember 1942] und Garri Kasparows siebenbändiger Zeitreise in die letzten 200 Jahre der Schachgeschichte Meine großen Vorkämpfer [Edition Olms, Zürich 2003-2007]

 

Ich habe damals nach der Lektüre bei Christian Hesse nachgefragt, der an der berühmten Harvard University promovierte und an der University of California in Berkely lehrte, ob er sich nicht einen zweiten Teil seines Bestsellers vorstellen könnte, an dem seine Arbeitszeit nach eigener Aussage brutto 30 Jahre und netto 5 Jahre betrug. Der Mathematik-Professor an der Uni Stuttgart, der in Mannheim Zuhause ist, fand den Vorschlag durchaus anregend, aber er hat dennoch keinen zweiten „Expeditionsbericht“ geliefert, sondern u.a. für die Zeitschriften KARL und die SCHACHWELT – letztere gibt es bereits nicht mehr – sowie für das Internetportal ChessBase Beiträge geschrieben. Und da diese Texte „schon ein richtiges Leben in der richtigen Welt“ hatten, war wohl der Zeitpunkt gekommen, eine Auswahl dieser Kolumnen aktualisiert und sprachlich überarbeitet in einem Buch zu veröffentlichen. Diese bilden dann gewissermaßen in drei Kapiteln das Fundament des neuen Bandes Damenopfer, das vom Münchener Verlag C.H.Beck [ www.beck.de ] kürzlich herausgeben worden ist.

 

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„The Sorcerer’s Apprentice“ von David Bronstein und Tom Fürstenberg, Verlag New in Chess – eine Buchempfehlung von JULIA KIRST

 

Julia Kirst

Julia Kirst

David Bronstein (19.02.1924 – 05.12.2006) ist Schachkennern vor allem dadurch bekannt, dass er das WM-Match 1951 als Herausforderer gegen den amtierenden Weltmeister Michail Botwinnik nicht gewinnen konnte. Es wurden 24 Partien gespielt und Bronstein führte nach 22 Runden mit 11,5 – 10,5. Die 23. Runde verlor er und in der 24. Runde trennten sich die Kontrahenten remis, sodass das Gesamtergebnis des WM-Kampfes 12 – 12 war.

 

Damals lautete die Regelung wie folgt: Der Herausforderer muss das Match gewinnen [also mindestens 12,5 Punkte holen], ansonsten behält der amtierende Weltmeister seinen Titel. Da der Kampf unentschieden endete, verteidigte Botwinnik seinen Titel. Diese tragische Niederlage [die ja eigentlich gar keine war] hängt David Bronstein auch nach seinem Tode noch nach, viele reduzieren ihn gar darauf und vergessen den Menschen und Künstler dahinter völlig.

 

Beschäftigt man sich näher mit dem Schachspieler und auch dem Menschen David Bronstein, lernt man einen bewundernswerten Mann mit sehr großem Intellekt kennen, der überaus neugierig auf andere Menschen war und das Schachspiel als Kunst betrachtete. Es war ihm gar nicht so wichtig, diesen Weltmeistertitel zu erlangen. Vielmehr wollte er sein Publikum, also alle Schachliebhaber, mit seinem Spiel erfreuen und unterhalten. David Bronstein spielte nicht nur Schach, sondern schrieb auch viele Schachbücher, die heute als Klassiker der Schachliteratur gelten. Dazu gehören u. a. Bronsteins Schachlehre und Zürich 1953.

 

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Chess Endgames for Kids von Karsten Müller ist ein starker Schlussstein in der GAMBIT-Reihe für Kids und Anfänger – (M-)eine Buchempfehlung von RAYMUND STOLZE

 

Gestatten Sie mir bitte einleitend zunächst zwei Anmerkungen!chess for kids

 

Die erste betrifft den englischen Schachbuch-Verlag. GAMBIT Publications Ltd. Ist 1997 gegründet worden von dem Trio Murray Chandler, Dr. John Nunn – der Mann gehörte einmal zu den TOP 10 in der Welt – und Graham Burgess. Fünf Jahre später – und ich habe das mit Interesse verfolgt – wurde die ersten deutschsprachigen Titel veröffentlicht, für die Petra Nunn verantwortlich zeichnet. Ich war damals Lektor beim Olms Verlag und habe für eine lebendige Kooperation mit der Konkurrenz plädiert. Aber das ist eine andere Geschichte. Inzwischen sind über 40 Bücher speziell für den deutschen Markt erschienen – das ist fast ein Drittel des ehrgeizigen und innovativen Programms

 

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„Ein Rundflug durch die Schachwelt“ von Rudolf Spielmann, neuveröffentlicht vom Jens-Erik Rudolph Verlag – Eine Buchempfehlung von JULIA KIRST

 

Leseprobe

Der österreichische Schachspieler und -autor Rudolf Spielmann ist als glänzender Angriffsspieler bekannt. So erklärte Richard Réti in „Die Meister des Schachbretts“: „Spielmann wird als der letzte Romantiker einen Ehrenplatz in der Schachgeschichte einnehmen.“

 

Julia Kirst

Rudolf Spielmann wurde am 5. Mai 1883 in Wien geboren. Er begann ein Mathematikstudium, brach dieses aber ab, weil er fortan nur noch Profischachspieler sein wollte. Das Turnier in St. Petersburg im Jahre 1909 markierte seinen Aufstieg in Weltspitze: Er wurde Dritter hinter Lasker und Rubinstein. Als Romantiker konnte er das Königsgambit vorzüglich behandeln. 1912 wurde ein Königsgambit-Thementurnier in Abbazio durchgeführt, welches Spielmann gewann. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er als Soldat für Österreich-Ungarn. Nach Ende des Krieges verdiente er sich seinen Lebensunterhalt wieder als Berufsschachspieler. Seine größten schachlichen Erfolge feierte er in den Jahren 1925-1930. Das Turnier auf dem Semmering 1926 gewann er, in Berlin 1928 wurde er Dritter hinter Capablanca und Nimzowitsch und in Karlsbad 1929 belegte er zusammen mit Capablanca den zweiten Platz hinter Nimzowitsch. In dieser Zeit arbeitete Spielmann auch an dem Buch „Ein Rundflug durch die Schachwelt“, welches 1929 vom Walter de Gruyter-Verlag veröffentlicht wurde. 1935 erschien sein bekanntestes Buch „Richtig Opfern!“.

 

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Elmar Hennlein gibt eine erstaunliche Chronik über die Schach-Olympiaden der Frauen von 1957-2012 heraus – Eine ernst gemeinte Empfehlung von RAYMUND STOLZE

 

„Weil auch Frauen exzellent Schach spielen können“ ist für den Berliner Autoren Christoph Brumme in seiner „Hommage an das königlichste aller Spiele“ der 43. der insgesamt „111 Gründe, Schach zu lieben“ [sein gleichnamiges lesenswertes Buch ist im vergangenen Herbst bei Schwarzkopf & Schwarzkopf erschienen]. Nur schade, dass „Frauenschach“ selbst in den einschlägigen Schachzeitungen bislang bestenfalls eine stiefmütterliche Rolle spielt.

 

Ich will den Sachbuchautoren Elmar Hennlein nicht als „Don Quichotte“ bezeichnen, aber es gehört schon gehöriger Mut dazu, sich diesem Thema anzunehmen. Und das hat der Mann bereits 2010 mit dem Band „Die Schach-Weltmeisterschaften der Frauen“ getan, der allen Titelkämpfe von 1927 bis 2008 chronologisch ein Kapitel widmet. Um dieses Buch zu veröffentlichen, wurde von seiner sympathischen Ehefrau Gudrun Sender-Hennlein extra der Damen-Verlag   gegründet und die hintersinnige Cover-Signalfarbe Lila ausgewählt , dessen postalische Anschrift Sternstraße 4, 42275 Wuppertal, lautet. So etwas nenne ich Eigeninitiative, die es an dieser Stelle zurecht zu loben gilt!

 

Der Vorteil des inhaltlichen Konzeptes liegt auf der Hand: In Bälde wird es nämlich eine extra Broschur die sicherlich erwartete Ergänzung geben.

 

Dass dieses wichtige WM-Buch nicht die einzige Publikation zur Geschichte des Frauenschachs bleiben sollte, war Elmar Hennlein schon seinerzeit klar. Allerdings schien die vor ihm stehende Herausforderung vom Schwierigkeitsgrad her noch wesentlich höher zu sein. Doch den Mann uns seine ihm zur Seite stehende Partnerin haben sich nicht abschrecken lassen und sich auf den Weg gemacht. Im Ergebnis wird nun im Frühsommer ein vierbändiges Werk mit dem Titel „Die Schach-Olympiaden der Frauen …“ vorliegen, von denen Teil I [1957-1974] und Teil II [1976-1990] auf die neugierigen Leser[-innen] bereits warten.

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111 Gründe, Schach zu lieben – Eine Hommage an das königlichste aller Spieleshot

 

Der Autor, Essayist und leidenschaftliche Schachspieler Christoph Brumme berichtet Erstaunliches, Amüsantes und nachdenklich Stimmendes über das Brett, das die Welt bedeutet

 

Christoph Brumme liebt Radfahren und Schach. Nach dem Radfahren widmet er nun dem Schachspielen eine überaus erhellende, philosophische und persönliche Hommage: In 111 Gründe, Schach zu lieben entführt er, selbst aktiver Schachspieler, den Leser in alle Bereiche des Spitzen- und Breitensports. Er erklärt die Seele der Schach!guren, würdigt die großen Spieler, die spielentscheidenden Momente, die Skandale und internationalen Verwicklungen, übersetzt den Schachjargon, gibt Einblicke in das Innenleben eines Schachvereins und erzählt Anekdoten aus der Schachgeschichte. Es geht um Spielzüge, Taktik, die Ewigkeit, Stille, Konzentration, Rausch, Hingabe und Entdeckerfreude.

»Schach wurde nicht an einem Tag erfunden, sondern es hat sich über Jahrhunderte hinweg entwickelt. Es bringt Menschen nahezu aller Kulturen und Länder zusammen. Kein anderes Spiel und kein anderer Sport inspiriert die Wissenschaften und die Künste so stark. Es ist ein unsterbliches Spiel – noch die letzten Menschen werden Schach spielen, dessen bin ich mir sicher.« Christoph Brumme

Brumme gelingt es, die Faszination dieses Königsspiels auf ebenso informative wie poetische Weise einzufangen. Herausgekommen ist eine literarische Liebeserklärung mit vielen Hintergrundinformationen zu den legendärsten Partien und berühmten Spielern. Das ideale Geschenk für alle Taktiker, Geduldigen und Strategen!

Neuerscheinung: Turnierbuch zur „First World Junior Championship 1951“!
 
 
Nach 64 Jahren erschien vor wenigen Wochen das Turnierbuch zu zwei Turnieren, die 1950 und 1951 im englischen Birmingham stattfanden. Nach einem Vorläuferturnier „First International Junior 1950“ fand im darauf folgenden Jahr die allererste Jugendweltmeisterschaft „First World Junior Championship 1951“ statt, wobei die ersten beiden Runden in Coventry und das restliche Turnier in Birmingham gespielt wurde.
 
 
Die Möglichkeiten der tapferen Veranstalter waren damals ebenso begrenzt wie die der nicht minder tapferen jugendlichen Teilnehmer, die den abenteuerlichen Weg auf die britische Insel gewagt hatten. Der argentische Teilnehmer erschien mit einem Tag Verspätung; ein portugisischer Teilnehmer war erwartet worden, ist aber nie eingetroffen. Die Sowjetunion bot per Telegramm kurzfristig an einen Teilnehmer zu entsenden, falls statt des ihnen suspekten Schweizer Systems ein vollrundiges Turnier gespielt würde, ein Ansinnen dem die Veranstalter natürlich nicht Folge leisten konnten. Der deutsche Teilnehmer Willy Rosen (Foto) war ohne Rückfahrticket angereist und konnte das Geld für die Heimreise nur dank spontaner Hilfe der siegreichen und hilfsbereiten Jugoslawen auftreiben, die nach Turnierende in der Botschaft die Siege von Ivkov (erster Jugendweltmeister) und Gligoric (Sieger im zeitgleich stattfindenden Staunton Centenary Tournament) feierten. Auch anderen „boys“ ging es ähnlich: Beim im Jahr zuvor an gleichem Ort durchgeführten „First International Junior 1950“ war der 15-jährige Fridrik Olafsson von Island aus „kostengünstig“ an Bord eines Fischkutters(!) nach England losgeschickt worden, quasi als Beipack zu isländischem Fischexport! Er war weder mit Rückfahrticket noch mit Geld ausgestattet, sondern nur mit einem Begleitbrief, in dem erläutert wurde, dass er zum Schach spielen nach Birmingham wollte. Bei Olafsson war es der Kutter-Kapitän, der ihm mit Bargeld aus der Patsche half!
 

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„Paul Morphy – Sein Leben und Schaffen“ von Dr. Max Lange, neuveröffentlicht im Jens-Erik Rudolph Verlag – Eine Buchempfehlung von JULIA KIRST

 

Der deutsche Autor Dr. Max Lange schrieb die erste Biografie über den amerikanischen Schachspieler Paul Morphy [22. Juni 1837 bis 10. Juli 1884]. Max Lange [7. August 1832 bis 8. kapitel1 shotDezember 1899], ein Zeitgenosse Morphys, ist heutigen Schachspielern vielleicht durch paulden Max-Lange-Angriff bekannt, einem scharfen Abspiel in der Italienischen Partie. Dass der Autor selbst auch ein starker Schachmeister war, beweist sein Sieg 1862 in Düsseldorf beim ersten bedeutenden Schachturnier in Deutschland. Vier Jahre zuvor hatte der promovierte Rechtswissenschaftler und Philosoph seine Tätigkeit als Herausgeber und Redakteur der Berliner [späteren Deutschen] Schachzeitung begonnen. Seine Heirat mit einer Tochter eines Leipziger Verlegers ermöglichte im schließlich auch den Einstieg in diese Branche. Dabei verfasste er mehrer Schachbücher, so auch jenes Werk über den wohl außergewöhnlichsten Schachspieler des 19. Jahrhunderts aus New Orleans, Louisiana, das zwischen 1859 und 1894 in drei Auflagen und einer englischen Übersetzung [1860] erschien.

 

Wie bekannt ist, hat vor allem Robert James Fischer sich eingehend mit dem Schaffen der  alten Meister beschäftigt. Wie sein Weg zum elften Weltmeister der Schachgeschichte beweist, mit dem größten Erfolg. Es ist gerade auch deshalb für junge, aufstrebende Schachtalente motivierend, sich auf Spurensuche zu begeben, um eigene Entdeckungen beispielsweise bei den Romantikern des Schachs zu machen. Und da ist eine empfehlenswerte Adresse der Jens-Erik Rudolph Verlag in Hamburg, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, alte Schachklassiker zu überarbeiten und neu herauszugeben [ http://www.rudolph-verlag.de/schachklassiker.html ]. „Paul
 

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Alexander Koblenz „Schach lebenslänglich – Erinnerungen eines Erfolgstrainers“ – eine Buchrezension von JULIA KIRST

 

Der Schachbüchermarkt ist überschwemmt von neu erscheinenden Büchern. Über diese Bücher wird kurz nach ihrem Erscheinen auch gleich eine Rezension geschrieben. Ich habe mir gedacht: Warum immer auf Neues warten, wenn das Gute schon im eigenen Bücherschrank liegt? Deshalb habe ich mir gleich das Buch „Schach lebenslänglich – Erinnerungen eines Erfolgstrainers “ von Alexander Koblenz geschnappt, durchgelesen und eine Rezension geschrieben.

 

Leonid Serin kündigt im Vorwort an: „Das Buch gibt eine Antwort auf eine Frage, die sich schachbegeisterte junge Leute im Laufe von Jahrzehnten stellen mussten: Ist Schach es wert, dass man ihm sein Leben widmet? Kann es Lebensinhalt sein? Der talentierte, zutiefst bescheidene Meister Alexander Koblenz ist mit den Koryphäen Caissas solidarisch. Er antwortet: Ja, Schach ist es wert. Ja, Schach kann Lebensinhalt sein.“

 

Koblenz‘ Erzählungen beginnen im Jahr 1935. Er übernahm für die lettische Zeitung „Jaunākās Zinas“ die Berichterstattung über den Weltmeisterschaftskampf zwischen Herausforderer Euwe und Weltmeister Aljechin in Amsterdam. Das Duell endete mit einem Sieg des Herausforderers. Aljechin konnte den Titel in einem Revanchematch zwar zurückerobern, starb jedoch am 24. März 1946 verarmt und unglücklich in Portugal. Ist dieses das Schicksal von Künstlern, wozu Schachspieler zweifelsohne auch gehören?
 

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