Bei anderen gelesen

Die Schachweltmeisterin Hou Yifan vertraut nicht mehr aufs Glück – Johannes Fischer auf dem Blog von Zeit-Online

 

Schach ist kein Glücksspiel. Beide Seiten spielen mit den gleichen Figuren nach den gleichen Regeln, es gibt keine Mitspieler, keine Karten, keinen Würfel, keinen Zufall. Aber troHou Yifantzdem triumphiert in manchen Partien der Außenseiter, der eigentlich schlechtere Spieler. Deshalb nahmen sich die Schachspieler imzeit_Onlinemer viel Zeit, um herauszufinden, wer der Beste ist. 1886, beim ersten Weltmeisterschaftskampf der Schachgeschichte, spielten Wilhelm Steinitz und Johann Hermann Zukertort 20 Partien gegeneinander. Nach fünf Partien lag Zukertort mit 4 zu 1 vorne, am Ende gewann Steinitz mit 12,5 zu 7,5.

 

Aber irgendwann hielt der Weltschachverband Fide lange Wettkämpfe nicht mehr für zeitgemäß und beschloss, den Schachweltmeister von 1997 bis 2004 in kurzen K.-o.-Runden zu ermitteln. 124 Spieler traten in Mini-Matches über zwei Partien gegeneinander an, wer gewann, kam eine Runde weiter, wer verlor, schied aus. Bei Gleichstand entschieden Schnell- und Blitzpartien. Das Finale ging über sechs Partien… Weiterlesen auf Zeit-Online

Die Lage überblicken
Weil das Go-Spiel komplexer ist als Schach, dauerte es viel länger, bis ein Computer einen Menschen besiegte. Worin liegt die Komplexität von Go, und was bedeutet sie kulturell? – Von Hoo Nam Seelmann

 

Ein Beispiel für eine Gruppe mit zwei Augen

Ein Beispiel für eine Gruppe mit zwei Augen – by Life of Riley

Am 15. März besiegte das Computerprogramm Alpha Go von Google Deepmind den Koreaner Lee Sedol in einem Brettspiel 4 zu 1. Damit war im Vorfeld des Showdowns zwischen Mensch und Maschine nicht unbedingt zu rechnen gewesen. Es handelt sich um das unter dem japanischen Namen «Go» bekannte Spiel, das als ältestes und bekanntestes Strategiespiel Ostasiens gilt.

 

Lee trat als einer der besten Spieler der Welt an und verlor. 3Der Siegeszug des Computers begann aber schon, als 1997 das Computerprogramm Deep Blue den russischen Schachweltmeister Garri Kasparow schlug. Die Berichte über das Alpha Go wurden daher bisher weitgehend von der Frage beherrscht, ob die von Menschen erschaffene künstliche Intelligenz es schaffen würde, ihren Meister zu schlagen. Je lernfähiger der Computer wird, desto unbehaglicher ist uns vor den eigenen Geschöpfen. Interessant aber ist auch die Frage, warum es für einen Sieg im Go viel länger gebraucht hat als für einen im Schach. Zwei Gründe wurden genannt: Go sei unendlich viel komplexer als Schach, und es erfordere auch mehr Intuition.

 

Was bedeuten aber diese Unterschiede? Liegen ihnen auch kulturelle Pattern zugrunde? Bekanntlich haben verschiedene Kulturen ganz unterschiedliche Strategiespiele entwickelt. Jahrhundertelang haben die Menschen daran ihr Denken geschult, den Verstand geschärft und Grundmuster von Entscheidungen und deren Folgen studiert.

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Mit Stars von heute und morgen in Karlsruhe Ostern feiern – Geschrieben von MIKE ROSA

 

Li Chao möchte nicht nur der letzte Sieger in Deizisau sein, er will auch der erste in Karlsruhe werden! Foto: by Georgios Souleidis

Li Chao möchte nicht nur der letzte Sieger in Deizisau sein, er will auch der erste in Karlsruhe werden! Foto: by Georgios Souleidis

Haben Sie vielleicht schon verwundert im Turnierkalender nach dem weltbekannten Neckar-Open in Deizisau gesucht, welches stets um Ostern stattfand? Nein, es wurde nicht einfach eingestellt, es wurde umbenannt und an einen anderen Austragungsort verlegt. Veranstalter ist nun das Schachzentrum Baden-Baden, und Hauptsponsor ist die GRENKE-Gruppe, welche für ihr Engagement rund ums Schach schon sehr lange bekannt ist.

 

Gespielt wird fortan im CT_Logo_UniKongresszentrum in Karlsruhe und zwar mit einem nochmals deutlich erhöhten Preisfonds. So warten alleine runde 10.000,- Euro auf den Sieger des A-Opens. Dies lockt auch den letzten Champion Deizisaus nach Karlsruhe. Der Chinese Li Chao tritt (bis jetzt) mit 2757 als ELO-Favorit an, doch Nikita Vitiugov und Richard Rapport sind mit ihren 2721 nicht weit weg. Neben vielen weiteren Großmeistern (teils nur knapp unter der 2700) wird das Augenmerk besonders auf zwei erstaunlichen Talenten liegen. FM Jonas Bjerre aus Dänemark kommt mit einer ELO von 2424 um die Ecke und ist gerade mal 12 Jahre jung, und Vincent Keymer aus Deutschland ist sogar noch ein Jahr jünger und hat schon 2350!

 

Da bekommt so mancher Jugendtrainer feuchte Augen. Wer später mal berichten möchte, mit oder sogar gegen Keymer und Bjerre in einem Turnier gespielt zu haben, der braucht eine Rating über 1800 und muss sich möglichst bald anmelden. Aber auch Spieler mit niedrigeren Wertungszahlen sind in Karlsruhe herzlichst willkommen, denn die traditionellen B- und C-Open wird es natürlich auch wieder geben. Wie schon in Deizisau stellen die Chess Tigers an neuer Spielstätte einen großen Teil des hochwertigen Spielmaterials und unser Know-how in Sachen Schachevents zur Verfügung. Welche Titelträger bisher für das A-Open gemeldet haben, entnehmen Sie der folgenden Liste.

 

AusschreibungAnmeldungTurnierseiteSchachzentrum Baden-Baden

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Die THÜRINGER ALLGEMEINE hat von Gerhard Mester ein beeindruckendes Schach-Cartoon zur Flüchtlingsproblematik veröffentlicht – Von RAYMUND STOLZE

 

 

Eigentlich müsste diese Rubrik heute „Bei anderen gesehen“ heißen. Und dass wir das beeindruckende Cartoon zur Flüchtlingsproblematik veröffentlichen können, verdanken wir Bundesnachwuchstrainer Bernd Vökler, der es mir per E-Mail geschickt hat.

 

Die hintersinnige Zeichnung zum vom Deutschen Bundestag mehrheitlich verabschiedeten ASYLPAKET II ist in der Serie MESTERS WELT am gestrigen Freitag [26. Februar] in der THÜRINGER ALLGEMEINEN auf Seite 2 erschienen.

 

Karikatur, Thüringer Allgemeine, 26.2.2016

 

Gerade für Karikaturisten ist das Thema unerschöpflich. Mir scheint aber, dass Gerhard Mester [Jahrgang 1956], der in Wiesbaden lebt, der erste Künstler ist, der zu „Asyl in Deutschland“ das Schachspiel auf äußerst originelle Art und Weise für sein Cartoon benutzt hat.

 

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Eine Betrachtung und Analyse von IM ILJA SCHNEIDER – Erschienen am 22.2.2016 auf dem Schachblog von Zeit-Online

 

Lange vor unserer Zeit zermarterten sich die Schachspieler ausschließlich über das Spiel auf dem Brett den Kopf. Sie organisierten Turniere und Wettkämpfe, um die Besten unter ihnen zu ermittelzeit_Onlinen, die fortan den Titel “Großmeister” tragen durften. Weltweit gab es von diesem edlen Menschengeschlecht nur einige wenige Dutzend Vertreter, die ersten fünf wurden vom russischen Zaren persönlich zum Großmeister ernannt. Objektive Kriterien zur Messung der Spielstärke gab es so gut wie keine.

 

Foto: by Saibo

Dann schuf der ungarisch-amerikanische Professor Arpad Elo ein Wertungssystem, das 1970 vom Weltschachbund Fide übernommen wurde und im Wesentlichen auf Gewinnwahrscheinlichkeiten beruht. Treffen zwei Spieler aufeinander, deren Spielstärken – Elo-Zahlen – sich um den Betrag x unterscheiden, ermittelt das System das mathematisch erwartete Ergebnis (zum Beispiel 0,89:0,11 in einem hypothetischen Match von Magnus Carlsen gegen mich). Danach wird das reale Ergebnis mit dem Erwartungswert verglichen und einige Elo-Punkte vom Verlierer auf den Sieger übertragen. Das System ist dynamisch, Auf- und Abstieg sind bei entsprechenden Leistungen rasch möglich. Titel werden nur noch im Zusammenhang mit der Elo-Zahl vergeben.

 

Die Erfindung schlug ein. Endlich erhielten die Schachspieler (bekanntlich alles Männer, nicht wenige davon ausgestattet mit Minderwertigkeitskomplexen unterschiedlichster Art) die Möglichkeit, ganz offen das zu tun, wovon sonst nur aus der Jungenumkleide kolportiert wird: nämlich ständig nachzumessen, wer das größte Smartphone hat oder sonst was. Unglaublich, wie viele Spieler auf die Frage nach ihren schachlichen Zielen die Antwort geben: “meine Elo verbessern”. Sie könnten ja auch beispielsweise sagen, dass sie endlich ihr Zeitnotproblem beheben, die Philidor-Stellung im Turmendspiel verinnerlichen oder ihr Najdorf-Repertoire auf Vordermann bringen wollen. Nichts kann dem Schachspieler so schmeicheln wie ein satter Elo-Zuwachs. Verlusten trauern sie nach wie einem amputierten Körperteil oder gar einem verlorenen Springer. Zwischen Elo und Ego ist nur ein Buchstabe Unterschied.

 

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DIE ZEIT ONLINE:  Schachweltmeister Magnus Carlsen im Exklusiv-Interview mit ULRICH STOCK – Ein Lesetipp von RAYMUND STOLZE

 

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Magnus Carlsen (Pastellzeichnung von Rosemarie J. Pfortner)

zeit_Online Am kommenden Sonnabend [20. Februar] startet im ehemaligen Hauptzollamt in Hamburg ab 15 Uhr Magnus Carlsen eine Simultanshow an 70 Brettern, die von der Wochenzeitung DIE ZEIT aus Anlass ihres 70-jährigen Jubiläums veranstaltet wird. Grund genug für den ZEIT-Reporter ULRICH STOCK, ein Interview mit dem inzwischen 25-jährigen Norweger zu führen, der seit Juli 2011 an der Spitze der FIDE-Weltrangliste steht und zwei Jahre später Schachweltmeister wurde.

 

In dem ausführlichen Gespräch werden zahlreiche Themenkreise angesprochen. So hofft Magnus Carlsen natürlich, dass möglichst bald der Ort in den USA verkündet wird, an dem er im November die Schachkrone verteidigen muss.

 

Auf die Frage, warum seine sportlichen Ergebnisse Zuhause nicht so gut sind – beim Norway Chess in Stavanger im Juni vergangenen Jahres hatte er mit Rang 7 unter zehn Teilnehmern einen echten Aussetzer – lautet seine Antwort: Im Schach ist der Heimvorteil nicht unbedingt ein Vorteil. Ich weiß nicht genau warum, aber vielleicht ist es etwas schwerer, hundertprozentig fokussiert zu sein, wenn man jeden kennt und die Umgebung sehr vertraut ist.“

 

Sehr aufschlussreich finde ich auch Carlsens Antwort auf die Frage, wie er mit dem gewaltigen Druck umgeht, immer der Favorit zu sein.

 

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Das Tradewise Chess Festival in Gibraltar, das Anfang Februar zu Ende ging, hatte alles, was ein Schachturnier braucht: ein starkes Teilnehmerfeld, eine gute Organisation, hohe Preise und ein vielfältiges Rahmenprogramm – Eine Nachbetrachtung von JOHANNES FISCHER

 

Erik Blomqvist - Vishy Anand (Foto: John Saunders)

Erik Blomqvist – Vishy Anand (Foto: John Saunders)

Doch so richtig freuen konnte sich der Ex-Weltmeister Viswanathan Anand aus Indien darüber nicht. Er spielte nicht gut. Mit einer Ratingzahl von 2784 startete er als Nummer drei der Setzliste, landete aber mit 6,5 Punkten aus 10 Partien am Ende nur im oberen Mittelfeld. Dabei lieferte er eine Ratingperformance von 2541 Punkten ab, womit Anand die Nummer 27 der deutschen Rangliste wäre. Dabei gehört der Inder seit über einem Vierteljahrhundert zur absoluten Weltspitze, von 2007 bis 2013 war er Schachweltmeister, 2013 und 2014 spielte er gegen Magnus Carlsen um die Weltmeisterschaft – und jetzt so etwas. Was ist da passiert?

 

Es war wohl die Natur des Turniers, die für Anand zum Problem wurde. In Gibraltar handelte es sich um ein sogenanntes offenes Turnier. Das letzte Mal, dass Anand so ein Turnier gespielt hat, war 1986, seitdem standen für ihn nur Rundenturniere und Wettkämpfe auf dem Programm. Aber in offenen Turnieren weht ein anderer Wind – und der ist oft rauer.

 

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Ein Dank geht an die Redaktion von Zeit-Online, die uns freundlicherweise die Genehmigung zur Veröffentlichung erteilte. Ein herzliches Dankeschön auch an den Autor IM ILJA SCHNEIDER

 

Ilja Schneider

Ilja Schneider

Eigentlich dachte ich, in 22 Jahren Schach alle Abgründe gesehen zu haben. Vor Jahren bekam ich mit, wie ein Senior sich während einer Runde hinter einer Gardine die Unterhose wechselte. Ein anderes Mal steckte sich ein Schachfreund mehrere alte Brotlaibe ein, die im Rahmen einer Kunstausstellung auf einer Theke ausgelegt waren. So mancher Spieler rauft sich während einer Partie so stark die Haare, dass seine Brettseite von Schuppen und Haarbüscheln übersät ist; der Gegner überlegt dann vielleicht zweimal, ob er dort wirklich eine Figur schlagen und in die Hand nehmen möchte. Nichts eignet sich so gut für Charakterstudien wie ein Besuch in einem Turniersaal.

zeit_Online

Doch was ich neulich erlebte, war in dieser Form auch mir neu. Es begab sich bei einem kleinen, familiär organisierten Halbmarathonturnier – etwa 45 Partien Blitzschach am Stück ohne längere Pausen – bei dem es kaum etwas zu gewinnen gab und schon der ungewöhnliche Modus nahelegte, dass man wirkliche Freude an der Sache selbst verspüren müsste, um sich so etwas an einem Wochenende kurz vor Weihnachten anzutun. Doch schnell wurde klar, dass ein wahrer Masochist am Start war, ein Mann um die Fünfzig, auf den ersten Blick unauffällig, aber nur auf den ersten.

 

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SCHACH-MAGAZIN 64: HUT AB! – Exweltmeister Anand und seine Frau nahmen Flutopfer bei sich auf – eine Kolumne von Chefredakteur OTTO BORIK, Bassum

 

Anand nebst Ehefrau beim WM Kampf 2013 in Chennai (Indien) Foto: Offizielle Seite

Anand nebst Ehefrau beim WM Kampf 2013 in Chennai (Indien) Foto: Offizielle Seite

Dass sich die Besucherzahlen des Schach-Tickers im nun zuende gehenden Jahr erfreulich gesteigert haben – täglich sind sechsstellige Seitenaufrufe normal – liegt nicht zuletzt an unseren Kooperationspartnern. Und wenn uns ein inhaltlich interessanter Beitrag auffällt, dann bemühen wir uns möglichst schnell, ihn in unserer Rubrik „Bei anderen gelesen“ zu veröffentlichen. So ist es auch am heutigen Dienstag [29. Dezember] gewesen. Gegen 17 Uhr hatte ich die Januar-Ausgabe vom SCHACH-MAGAZIN 64 [http://www.schuenemann-verlag.de/schach-magazin/] aus dem Postkasten geholt und nach der Schlagzeile auf dem Cover „Exweltmeister Anand und seine Frau nahmen Flutopfer bei sich auf: Großer Spieler, großes Herz“ sofort die Kolumne von Chefredakteur OTTO BORIK gelesen. Meine E-Mail, mit der Bitte, seinen Text bei uns zu veröffentlichen, hat er umgehend beantwortet. Und so können Sie jetzt diesen Beitrag ganz aktuell lesen!

 

Viswanathan Anand hat in seiner Zeit als Weltmeister gut verdient und konnte sich in seiner indischen Heimatstadt Chennai ein schönes Haus leisten, das er zusammen mit seiner Frau Aruna, dem gemeinsamen vierjährigen Sohn und dem 90 Jahre alten Schwiegervater bewohnt. Für alle ist genug Platz da.

 

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Kasparow Interview, „Zug um Zug schlauer…“ und Schachboxen-Gespräch – Eine kurze Betrachtung zum Thema „Schach in der Tagespresse“ von RAYMUND STOLZE

 

Kasparow_Warum_wir_Putin_stoppen_müssen

Dass es die 86. Deutsche Schachmeisterschaft nicht einmal in die Rubrik „SPORT IN ZAHLEN“ bringen würde, hatte ich zwar schon bei meinem Abschlussbericht orakelt.  Und doch war da ein wenig Hoffnung, dass zumindest in einer der von mir am Wochenende [12./13. Dezember] und am heutigen Montag gelesenen Tageszeitungen eine kleine Nachricht zu entdecken wäre. Fehlanzeige! Von WELT am SONNTAG, TAGESSPIEGEL, BERLINER ZEITUNG, MORGENPOST bis MÄRKISCHE ODERZEITUNG.

 

Ist eben so, und ändern können wir das nur gemeinsam! Nach der Meisterschaft ist bekanntlich nicht nur sportlich gesehen vor der Meisterschaft …

 

Allerdings werden Sie es kaum glauben: Das Thema Schach war gemessen am Alltag ohne Weltmeisterschaft überproportional besetzt. Und deshalb habe ich auch unsere Serie „Bei anderen gelesen“ gewählt.

 

In der Sonntag-Ausgabe vom TAGESSPIEGEL [http://www.tagesspiegel.de/] war die komplette Seite 3 – das ist ein absoluter Top-Platz – einem Interview unter der Schlagzeile „Isoliert Putin, gebt ihm keine Bühne als Problemlöser“ mit dem russischen Oppositionspolitiker, Ex-Schachweltmeister Garri Kasparow über die Sanktionen und den Umgang des Kremlchefs mit Krisenherden gewidmet.

 

Hier ein paar Kernsätze des bekennenden Putin-Gegners Kasparow aus dem Gespräch, das Claudia von Salzen mit ihm führte.

 

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ZEIT EXTRA vom 12. November 2015: „Ein riskantes Spiel …“  – Von ULRICH STOCK

 

Die wichtigste Frage, die auf der Titelseite des aktuellen ZEIT EXTRA vom 12. November 2015, der Sonderausgabe zum Tod von Helmut Schmidt [23. Dezember 1918 – 10. November 2015], gestellt wird, lautet: „Wie geht das – ohne dich?“

 

Und in der Unterzeile von ZEIT-Chefredakteur GIOVANNI DI LORENZO ist zu lesen: „Das Unwichtige vom Wichtigen unterscheiden, den Effekt von der Substanz, das Gefühlige vom Vernünftigen: Warum Helmut Schmidt so anders war als die meisten Politiker und viele Deutsche ihn als letztes Vorbild verehrten …“

 


 

Ein großer Kanzler
Ein Hanseat
Ein guter Freund

 


 

So lautet der tragende Text in der Traueranzeige von Redaktion, Verlag und Eigentümer der Wochenzeitung DIE ZEIT [www.zeit.de], deren Mitherausgeber Helmut Schmidt seit 1983 gewesen ist. Und ganz nebenbei erwähnt – und das ist sicherlich eher eine Fußnote – er war seit der Kindheit ein begeisterter Schachspieler. „Ich habe das Spiel mit sechs von meinem Vater gelernt«, sagte Schmidt. „Und habe seither nichts dazugelernt.“

 

Foto: Hamburger Morgenpost (Archivbild)

 

 

Eine der inhaltlichen Rubriken in diesem 28 Seiten umfassenden ZEIT EXTRA lautet LETZTE BEGEGNUNGEN. Reporter ULRICH STOCK war es vergönnt, einige Male mit Helmut Schmidt Schach spielen zu dürfen. Und vor wenigen Tagen traf er sich zum letzten Mal mit dem ZEIT-Herausgeber auf eine Partie …

 

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ChessBase: „Vincent trifft Garry“  von FREDERIC FRIEDEL, Chefredakteur der englischen Internetseite – vorgestellt von RAYMUND STOLZE

 

Wenn Vincent Garry Kasparow einfach nur treffen kann,

ist das schon ein großer Moment für ihn,

eine große Motivation für seine Schachkarriere.“

Christof Keymer, Vater

 

 

vincent03_von_SchachMagazin64_sept2015Meine erste persönliche Begegnung mit Garry Kasparow und Frederic Friedel liegt mehr als elf Jahre zurück. Es war der 26. März 2004. An diesem Tag besuchte der 13. Weltmeister der Schachgeschichte die Dresdner Altmarktgalerie, um den frisch erschienen zweiten Band seines Jahrhundertwerkes „Meine großen Vorkämpfer“ zu signieren. Als der damals 40-Jährige kurz nach 17 Uhr auftauchte, konnte er zuerst gar nicht glauben, dass etwa 2000 Fans gekommen waren, um ein Autogramm von ihm zu bekommen. Als er dann erfuhr, dass sein Buch im Großraum Dresden innerhalb eines Tages völlig ausverkauft war, zeigte sich Kasparow bestens gelaunt [Hier der Bericht von der damaligen Autogrammaktion.]

 

Nichts deutete im Übrigen in jenem wahrhaft historischen Moment darauf hin, dass Garry ein Jahr später am 10. März 2005 seine Karriere als Schachprofi mit einem Sieg beim Superturnier im spanischen Linares offiziell beenden würde.

 

Ich denke, dass das auch auf seinen Vertrauten in Deutschland Frederic Friedel zutrifft. Der Mitbegründer von ChessBase und Chefredakteur der englischen Internetseite hatte bereits in den 1980er-Jahren engen Kontakt zu Garry, und so verwunderte es mich rückblickend nicht, dass er auch beim abendlichen Essen im supervornehmen Hotel Taschenbergpalais Kempinski dabei war, zu dem Verleger Manfred Olms eingeladen hatte.

 

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Blitz-Weltmeisterschaft in Berlin – Eine lesenswerte Nachbetrachtung von Ilja Schneider auf ZEIT-ONLINE

 

Wie es bei Heldengeschichten so ist, das darf ich bei aller Bescheidenheit sagen, wären sie oft um ein Haar gar nicht geschrieben worden. Am Vorabend der video_grossBlitz-WM wurde ich, noch sehr von meinem Abschneiden beim Schnellschach deprimiert, ins Schiedsrichterbüro gerufen. Dort eröffnete man mir, dass auf der Seite des Weltschachbundes aus bisher ungeklärten Gründen ein kürzliches Turnierergebnis von mir gelöscht worden sei, bei dem ich einige Elo-Punkte gutgemacht hatte. Dies würde mich nun in der Startrangliste des nächsten Tages um viele, viele Plätze zurückwerfen und mir die Chance auf einen attraktiven Erstrundengegner verhageln.izui

 

Doch ich gab nicht auf, jammerte vor Ort die halbe Schiedsrichterschaft voll, den Vorfall zu klären, telefonierte selbst abends noch mit einem Funktionär, setzte die halbe Fide, den Schachweltverband, darauf an, meine 51 Elo-Punkte zu suchen. Morgens waren sie plötzlich wieder da, angeblich ein Computerfehler, der nun behoben wurde… Weiterlesen

 Ein Bericht vom 33. Münsterland Open 2015 – Von EDGAR SCHMITZ

 

Turnierseite

Wie schon in den letzten Jahren fand das Münsterland Open 2015 in der Steverhalle in Senden statt. Dabei sehr erfreulich – alle in der Ausschreibung zugesagten Kriterien waren in hohem Maße realisiert.

 

Aus den zahlreichen versprochenen Spiel- und Turnierbedingungen besonders hervorzuheben sind hier m.E., dass

 

  • der Rundenplan entspannt war, nur am zweiten Spieltag gab es eine Doppelrunde;
  • alle Begegnungen an großen Spieltischen, ausgestattet mit Figuren und Brettern aus Holz mit insgesamt viel Platz im Turnierraum ausgetragen wurden;
  • der Analyseraum viel Bewegungsfreiheit bei gleichzeitig direkter Anbindung an den Turnierraum bot;
  • die Verpflegung bei großer Auswahl an Speisen und Getränken zu humanen Preisen von guter Qualität war. Sogar für die Vegetarier war gesorgt;
  • Remisangebote erst ab dem 30. Zug möglich waren.

 

Alle Spieler und Spielerinnen kämpften hart um jeden Punkt. Nicht selten wurden sogar die favorisierten Spieler von Gegnern mit deutlich niedrigeren ELO-/DWZ-Zahlen besiegt. Dies betraf besonders den stark aufspielenden Yesuntumur Tugstumur (ELO 1960/geb. 2006) zu, der mit 5,5 Punkten Platz 21 belegte sowie Ruben Gideon Köllner (ELO 1945/geb. 2004), der mit 4,5 Punkten Platz 39 erreichte…

 

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Ein Erlebnisbericht zur Blitzweltmeisterschaft in Berlin aus Sicht eines Zuschauers, Medienberichterstatters, Turnierorganisators und Kollegen … – Von KLAUS STEFFAN

 

Magnus Carlsen und Klaus Steffan

Magnus Carlsen und Klaus Steffan

Am 21. Juni 2015 bekam ich das erste Mal die Info, dass die FIDE sich anschickt, die Schnellschach- und Blitz-WM in Berlin durchführen zu wollen. Der Terminplan der 1. und 2. Bundesliga musste umgestrickt werden.

 

In trockenen Tüchern war die WM in Berlin aber erst im August. Einige Wochen vor Beginn der WM wurden durch den Veranstalter dann Webseite und Anmeldeprozeduren freigeschaltet.

 

Kurzfristig entschied ich mich dann doch, paar Tage frei zunehmen für Berlin. Leider konnte ich Freitag nicht der tollen Eröffnung in einem Berliner Kino beiwohnen. Tag 1 und 2 waren für mich Tabu, weilte ich doch bei einer Jahresinventur in unserer Firma. Sonntagabend schnell noch ein bezahlbares Hotelzimmer für drei Tage gebucht, mich als „Pressemensch“ online registriert und schon ging es am Montagvormittag in Richtung Regierungshauptstadt.

 

Nur 3 Stunden Fahrzeit und ich stand vor der „Bolle Meierei“. Ich hatte wohl Glück. Verfolgte ich doch den Zuschauerandrang vom Samstag und Sonntag nur aus der Ferne. Montag war das Zuschauerinteresse überschaubar. Übrigens die Sicherheitsschleusen fand ich angemessen bei solch einem Ereignis. Am Montag machte ich mich im kleinen Presseraum „breit“. Die Schnellschach-WM gewann dann auch der Topfavorit. Für mich war der Montag eigentlich nur der Einführungstag. Meine Videos und Bilder plante ich zur Blitz-WM. Soweit war ich ganz zufrieden mit mir. Kurzer Talk mit Michael Bezold, David Navara, Falko Bindrich und Ilja Schneider nebst ein paar Fotos. Roland Schmaltz kam dann auch hereinspaziert. Er musste sogar Eintritt zahlen.

 

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IM Ilja Schneider berichtet täglich

 

IM Ilja Schneider auf dem roten Teppich

IM Ilja Schneider auf dem roten Teppich

Der „Internationale Meister“ Ilja Schneider ist bekannt für seine amüsanten, lockeren und unterhaltsamen Texte. Anlässlich der WM hat Ilja einen privaten Blog geschaltet und berichtet Runde für Runde vom Geschehen. Nach seinen Worten ist das Schachspektakel in Berlin einer der Höhepunkte in seinem schachlichen Leben. Aber lesen Sie selbst:

 

Ab 14 Uhr

Wie man an den tollen Bildern sieht, die bei der heutigen Filmpremiere von “Pawn Sacrifice” entstanden sind, hatte ich schon immer ein ganz besonderes Faible fürs Fotografieren. Auch wenn die Fotos mit einer guten Kamera oder einem besseren Sitzplatz noch glanzvoller geworden wären.

 

Der Empfang, mein erster solcher Art, hat mir insgesamt sehr gut gefallen. Zunächst gewann ich den durch meine kürzliche Trennung kurzfristig verloren gegangenen Glauben an das Gute im Menschen wieder, als mir meine EC-Karte abhanden kam, aber binnen Minuten wieder an der Garderobe auftauchte – beileibe keine Selbstverständlichkeit. Danach gab es bei reichlich Sekt und Häppchen genauso reichlich Stars und Prominente zu bestaunen. Ob Veteran Boris Spasskij, Kirsan Iljumschinow, Anand, Carlsen, Svidler, Krammik, Nepomniatschi oder Karjakin, die Liste derer, die mich erfolglos um ein Selfie angebettelt haben, lässt sich beliebig verlängern. Doch ich verbrachte die meiste Zeit lieber damit, anderen Deutschen die Hände zu schütteln und uns für morgen für unseren gefühlten halben Punkt aus den ersten fünf Partien im Schnellschach Mut anzutrinken… Weiterlesen

Karjaki in Siegerpose (by Otyezda Pobeditelya)

Karjakin in Siegerpose (by Otyezda Pobeditelya)

Lesenswerte Reportage in ZEIT-ONLINE – Von ILJA SCHNEIDER

 

Es war zum Davonlaufen, zum Schreien, zum Verzweifeln. Man hätte Gläser kaputthauen, Türen eintreten können. Peter Svidler hatte in der neunten Partie des dpartienenkwürdigen World-Cup-Finals in Baku in total gewonnener Stellung einen Turm eingestellt, so wie es bei uns Mittwochabend manchmal in der Kneipe nach ein paar Schwarzbier zu viel passiert. Karjakin nahm den Turm weg, er verschlang ihn geradezu. Svidler fiel in sich zusammen, versank in seinem Sessel, erstarrte. Nach einigen quälenden Sekunden streckte er zum fünften Mal seine Hand zur Aufgabe, nachdem er zuvor im gesamten Weltcup noch keine einzige Partie verloren hatte. Karjakin ging mit 5:4 in Führung.

 

Noch nie hat mich ein Schachmatch dermaßen in Ekstase versetzt. Es war ein Kampf zweier Gladiatoren, die beide alles für den Sieg riskierten. Ein offener Schlagabtausch, den nur der gewinnen konnte, dem es als Erstem gelingen würde, die groben Fehler einzustellen. Dem Verlierer dagegen, das war klar, würden so einige schlaflose Nächte bevorstehen …  Spannend geht es weiter auf ZEIT-ONLINE

Chrismon – Das evangelische Magazin: „Schachspielen hat ihn gerettet“ – Protokoll: ARMIN THOMAS

 

Heute gibt es an dieser Stelle gleich ein Outing von mir: Ja, ich bin bekennender Leser der Wochenzeitung „DIE ZEIT“. Und das nicht zuletzt, weil ich das Gefühl billionphotos-1209956_128x128habe, durch die inhaltlichen Angebote entschleunigt zu werden. Und zu dieser Publikation, die mich immer am Donnerstag erreicht, gehört als Beilage das inspirierende ZEIT-MAGAZIN. Zuerst genieße ich dann immer die neue Zeichnung von Janosch und den dazugehörigen Text. In der Nummer 38 vom 17. September sitzt seine Titelfigur Wondrak an seinem Tischlein und schreibt Zettel auf Zettel voll, die sich im Raum verteilen.

 

„Herr Janosch, wie erkennt man, ob man jemanden wirklich liebt?“, lautet die hintersinnige Frage.

 

Und was antwortet Janosch darauf?

 

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FIDE-Präsident Kirsan Iljumschinow (by A.Savin)

Kirsan Iljumschinow (by A.Savin)

Unter dieser Schlagzeile schreibt Stefan Löffler auf der Online Ausgabe der Zeit einen beinahe unglaublichen Artikel. Aber lesen und urteilen Sie selbst:

 

Kein Witz! Der Weltschachpräsident Kirsan Iljumschinow will Fifa-Boss werden. Den Schachspielern gefällt’s, sie wären ihn los. Und der Fußball bekäme eine Blatter-Kopie.
Von Stefan Löffler

 

Die Sportwelt und das FBI eint seit Monaten eine Frage: Wer soll den Fußball retten und Chef der korrupten Fifa werden? Seit Sepp Blatter im Juni ein paar Tage nach seiner Wiederwahl seinen Rücktritt fürs nächste Jahr angekündigt hat, sucht der Weltfußballverband einen Nachfolger. Michel Platini will es werden, doch macht er niemandem Hoffnung, weil er aus dem System Fußball kommt, aus der Blatter-Schule… Weiterlesen auf Zeit-Online

 

Lesen Sie auch in der Online-Ausgabe „grenzwisssenschaft-aktuell“: Alien-Kontaktler will nächster FIFA-Chef werden

Zeitgeschichte – Briefe des Arztes Georg Benjamin aus dem Zuchthaus Brandenburg, enthalten als Spielzüge getarnte politische Botschaften. Sie gelten dem Sohn Michael wie seiner Frau Hilde
Von Bernd-Peter Lang

 

Michael Benjamin Anfang der 40er Jahre Foto: Privatarchiv Ursula Benjamin

Michael Benjamin Anfang der 40er Jahre Foto: Privatarchiv Ursula Benjamin

Georg Benjamin (1895-1942) ist im kulturellen Gedächtnis bis heute meist noch der „unsichtbare Bruder“ des längst im Kultstadium angekommenen großen Walter Benjamin. Die Brüder hatten unterschiedliche Rollen im Widerstand gegen den NS-Staat; sie führten den einen ins Exil und in den Freitod, den andern ins Zuchthaus und KZ Mauthausen. Walter Benjamins Schriften sind weltweit verbreitet, die seines Bruders kaum mehr in Erinnerung. Dies gilt auch für seine nur in Auszügen bekannten Briefe, die er zwischen 1936 und 1942 im Zuchthaus Brandenburg-Görden schrieb. Über die dortigen Haftbedingungen der politischen, darunter auch die der jüdischen, Häftlinge, liegt inzwischen Leonore Ansorgs Buch Politische Häftlinge im nationalsozialistischen Strafvollzug vor.

 

Ein aus Brandenburg an den Sohn Michael – er lebte von 1932 bis 2000 – gerichteter Schlussabsatz in einem Brief Georg Benjamins für seine Frau Hilde vom April 1940 lobt den siebenjährigen Sohn fürs Erlernen des Schachspiels. „Das ist ja eine Überraschung, daß Du jetzt Schachspielen gelernt hast. Ich habe, glaube ich, erst mit 10 oder 11 J. angefangen. Aber ich habe immer sehr gern gespielt, auch jetzt noch!“ Fortan gibt es häufiger in Briefen an Hilde Benjamin (in den 50er Jahren DDR-Justizministerin) abschließende Passagen. Für den Sohn bestimmt, werden sie bald zu einer kleinen eigenständigen Korrespondenz. Georg Benjamin stellt die eigenen Anfänge als Schachspieler denen seines Sohnes gegenüber: „Ich habe früher viel mit anderen Schuljungen u. mit meinem Bruder gespielt; aber da war ich schon ein paar Jahre älter als Du.“

 

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