Europameisterschaft

Von der 26. Jugend-Europameisterschaft in Prag berichtet für den Schach-Ticker JANA SCHNEIDER – heute Tagebuch Teil 3 (Schluss)

 

Logo_Prag_201624. August 2016 – 6. Runde

Nach dem erholsamen freien Tag geht es jetzt also weiter mit dem Turnier. Heute steht die 6. Partie gegen die Russin Yuliya Vinokur an. Am Vormittag bereite ich mich darauf vor, mache ein bisschen Ausgleichssport und sammle Kraft für die Runde am Nachmittag. Um 15 Uhr ist es dann schon wieder so weit und das Spiel beginnt. Gegen die Englische Eröffnung erreiche ich mit Schwarz eine sehr gute, nahezu gewonnene Stellung, doch entgleitet mir in der Zeitnot die Kontrolle über das komplizierte Geschehen. Letzten Endes verliere somit ich diese wichtige Partie. Am Abend heitern mich die anderen wieder einigermaßen auf, aber ein bisschen Frust bleibt natürlich..

 

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Von der 26. Jugend-Europameisterschaft in Prag berichtet für den Schach-Ticker JANA SCHNEIDER – heute Tagebuch Teil 2

 

21. August 2016 – 4. Runde

Prag_Panorama

Meine Gegnerin in der heutigen Runde ist erneut eine Polin. Doch diesmal werde ich hoffentlich gewinnen. Am Morgen spiele ich wieder ein bisschen Fußball als Ausgleichssport und bereite mich auf die Partie vor. Nach einem stärkenden Mittagessen und erholsamer Ruhe am frühen Nachmittag ist es dann so weit. An Brett 9 spiele ich mit den schwarzen Steinen gegen Patrycja Waszczuk. Nach vielen Stunden Kampf steht das Ergebnis dann fest: Remis. Ich bin nicht zufrieden mit meinem Spiel. Zu viele Ungenauigkeiten habe ich gemacht und kann mich am Ende mit dem Remis dann glücklich schätzen, denn ich habe ein schlechteres Endspiel mit Minusbauer gehalten. Auch Annmarie hat Unentschieden gespielt, und wir lassen den Abend ruhig ausklingen.

 

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Von der 26. Jugend-Europameisterschaft in Prag berichtet für den Schach-Ticker JANA SCHNEIDER – heute Tagebuch Teil 1

 

17. August 2016 – Anreise

Prag_PanoramaUm 10 Uhr geht es endlich los. Zur Jugend-Europameisterschaft 2016 in Prag (Tschechien). Wochenlang war ich aufgeregt, habe mich aber auch sehr auf dieses besondere Event gefreut, und heute ist es dann so weit. Zusammen mit Annmarie Mütsch (ebenfalls U14w-Spielerin) und meinen Eltern reise ich mit dem DB-Bus nach Prag. Wegen zwei Stunden Stau kommen wir erst um 20 Uhr im Top Hotel an und verpassen damit leider die Eröffnungsfeier. Trotzdem sind wir froh, endlich da zu sein und genießen die Atmosphäre der vielen Schachspieler um uns herum, von denen ich viele auch von anderen internationalen Turnieren kenne.

 

Das ist das besondere an internationalen Turnieren. Man lernt nicht nur neue Freunde kennen, sondern man trifft auch viele ehemalige Gegner und Schachspieler aus anderen Ländern, die man seit Ewigkeiten nicht mehr gesehen hat. Am Abend packen wir unsere Sachen aus, spielen ein bisschen Karten und gehen ins Bett, denn morgen ist die erste Runde. Dann geht es richtig los.

 

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Deutschland mit einer großen Delegation vertreten

 

Jana Schneider

Jana Schneider

Vom 17. bis 28.8. 2016 werden in Prag die Jugend-Europameisterschaften der U8, U10, U12, U14, U16, U18 ausgetragen. 40 Schüler/Jugendliche aus Deutschland werden versuchen eine gute Platzierung zu erreichen. In der Gruppe U8 hat Leonardo Costa durchaus Chancen Europameister zu werden, nimmt er doch in der Rangfolge den 3. Platz ein. Gespielt wird täglich ab 15 Uhr.

 

Alle deutschen Spielerinnen und Spieler:
3 Costa Leonardo GER 1600 B8 76 Hagner Bennet GER 0 B8 86 Nitsche Nikolai GER 0 B8 35 Tham Nam GER 1698 B10 40 Bui Bao Anh Le GER 1659 B10 41 Laux Dominik GER 1659 B10 47 Eilenberg Jonas GER 1634 B10 77 Prieb Robert GER 1470 B10 18 Nguyen Alex Dac-Vuong GER 2069 B12 19 Trifan Andrei Ioan GER 2069 B12 43 Dobrikov Marcliveo GER 1911 B12 48 Astner Sebastian GER 1893 B12 55 Koelle Tobias GER 1866 B12 72 Hommel Niclas GER 1816 B12 6 Engel Luis GER 2383 B14 31 Zimmer Raphael GER 2180 B14 60 Suvorov Alexander GER 2059 B14 62 Kopylov Daniel GER 2050 B14 31 FM Schroeder Kevin GER 2286 B16 46 Schmidek Emil GER 2223 B16 33 Grigorian Spartak GER 2340 B18 34 Sawlin Leonid GER 2322 B18 63 Beeck Mats GER 2196 B18 48 Peglau Dora GER 0 G8 4 Bashylina Luisa GER 1664 G10 7 Nguyen Phuong Thao Vivien GER 1578 G10 12 Butenandt Svenja GER 1501 G10 43 Schneider Anna GER 1332 G10 9 Ziegenfuss Antonia GER 1829 G12 63 Basovskiy Jana GER 1488 G12 9 Schneider Jana GER 2105 G14 15 Muetsch Annmarie GER 1966 G14 39 Moenster Madita GER 1808 G14 7 WFM Sieber Fiona GER 2173 G16 18 WFM Rogozenco Teodora GER 2071 G16 25 Koehler Inken GER 2008 G16 28 Waechter Nathalie GER 1993 G16 31 Leser Katrin GER 1979 G16 33 Boehm Jana GER 1954 G18 39 Weis Olga GER 1895 G18

 

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EU-Meister Maximilian Maetzkow und EU-Meisterin Lara Schulze

EU-Meister Maximilian Maetzkow und EU-Meisterin Lara Schulze

Zweimal Gold für Deutschland – Ein Beitrag von Christian Schulze

 

Bei der EU-Meisterschaft in steirischen Mureck dominierten in der Altersklasse U14 die Deutschen Spieler das Turnier und belegten in der männlichen und weiblichen Wertung jeweils den ersten Platz.  Gegen die starke Konkurrenz aus Irland, Österreich, Slowenien und Bulgarien konnten sich Lara Schulze und Maximilian Maetzkow am Ende durchsetzen.

 

Lara startete mit einer überraschenden Niederlage ins Turnier, um zwischenzeitlich mit sechs Siegen in Folge Platz 1 der gesamten U14 Wertung zu übernehmen. Für Lara Schulze war der Titel EU-Meisterin schon 2 Runden vor Schluss sicher. Maximilian musste noch weiter kämpfen. Schaffte aber in Runde 8 einen Sieg gegen Can-Elian Barth aus der Schweiz, um in der letzten Runde gegen Lorenz Schilay mit einem Remis den sicheren ersten Platz und damit den Titel EU-Meister zu erreichen. Lara kam in Runde 9 trotz guter Stellung in massive Zeitnot und verlor die Partie, was am Titelgewinn nichts änderte. Lorenz Schilay belegte Platz 4 in der männlichen Endtabelle.

 

Fotos hat uns Christian Mätzkow direkt aus Mureck geschickt.

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Ein Zwischenbericht von der U18-Team-Europameisterschaft aus Celje von Bundesnachwuchstrainer BERND VÖKLER

 

„36 Grad,  es wird noch heißer!“ sang einst 2Raumwohnung, und hierzulande im slowenischen Celje bei der Mannschafts-Europameisterschaft U18 sind die 40 in Reichweite gerückt. Die Hitze lässt manche Partie zur schweißtreibenden Angelegenheit werden.

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Das deutsche U18-Team:  Jan-Christian Schröder, Roven Vogel, Thore Perske, Leonid Sawlin, Maximilan Mätzkow

 

Nach drei Runden ist die Mission Titelverteidigung für die deutschen Jungen in weite Ferne gerückt.

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Schlussbericht von den Europäischen Senioreneinzelmeisterschaften. Boris Gruzmann mit gutem Ergebnis – trotz „Schweizer Gambit“!

 

Boris Gruzmann bei der Seniroen-Team WM, Dresden_2015 (Foto: B. Müller-Clostermann)

Boris Gruzmann, Dresden 2015

Vom 5.-13.6.2016 fand in Yerewan (Armenien) die 16. Europäische Senioreneinzelmeisterschaft statt, bei der 71 Männer und 24 Frauen – jeweils in den Kategorien 50+ und 65+ – um den Titel des „European Senior Champion“ partienkämpften.

 

Der einzige deutsche Teilnehmer in der Sektion 65+ war Boris Gruzmann, der nach einer Auftaktniederlage in Runde 1 – ein sogenanntes „Schweizer Gambit“ – in der Endabrechnung mit 6 Punkte noch den geteilten 4.-11. Platz in Gesellschaft illustrer Namen wie Sveshnikov, Vasiukov und Gaprindashwili erreichte, wenn er auch wegen schlechter Buchholzwertung nur auf Platz 11 einsortiert wurde.

 

Das Bild stammt von der letztjährigen Senioren-Mannschaftsweltmeisterschaft in Dresden, welche in diesem Jahr wenige Kilometer nach Radebeul weiter gezogen ist, natürlich wieder mit Boris Gruzmann im Team mit Jefim Rotstein, Boris Khanukov und Sergej Salov. Über 100 Mannschaften spielen dort ab dem 26.6. in der „World Team Championship“.

 

In Yerewan rangierten auf den Plätzen 1 bis 3 mit 6,5 Punkten IM Valentin Bogdanov (UKR) als neuer Titelträger, GM Viktor Kupreichik (BLR) und FM Bent Sorensen (DEN). Den Frauentitel sicherte sich GM Nona Gaprindashvili (GEO).

 

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Anna Uschenina neue Europameisterin, Elisabeth Pähtz verpasst in der finalen Runde eine Medaille und wird Fünfte – Ein EM-Abschlussbericht von RAYMUND STOLZE

 

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Europameisterin 2016: Anna Uschenina

So gnadenlos kann Schach sein. Auf der einen Seite wird gejubelt, denn Exweltmeisterin Anna Uschenina holt nach Natalja Schukowa [2000 und 2015] und Ekaterina Lagno [2005] bei den 17. Frauen-Europameisterschaften im Mamaia/Rumänien den vierten Titel für die Ukraine. Auf der anderen Seite bietet Elisabeth Pähtz bis zur finalen Runde eine wirklich erstklassige Vorstellung, die erste deutsche EM-Medaille für die Frauen ist greifbar – um dann noch kurz vor dem sportlichen Ziel „abzustürzen“.

 

Dass die 31-Jährige mit Rang 5 – es ihre bisher beste EM-Platzierung – einen der insgesamt 14 Quotenplätze für die K.o.-Weltmeisterschaft 2018 verdientermaßen erkämpft hat, wird sie in der Stunde einer bitteren Niederlage erst einmal nicht unbedingt trösten.

 

Stierkampf, Bild: Ulrike Ertel (Berlin)Sie verlor ihre an dramatischen Momenten nicht zu überbietende Begegnung – es war wie ein Stierkampf – gegen die Spanierin Sabrina Vega Gutierrez, womit zugleich ihre Serie von unglaublichen 30 Partien ohne Niederlage endete, in der „Verlängerung“ höchst unglücklich. Ihre sicherlich überglückliche Gegnerin, die den „Stier bei den Hörnern gepackt hat“, um im Bild zu bleiben, holt Silber vor Exweltmeisterin Antoaneta Stefanowa.

 

Ich denke, dass Elisabeth dennoch mit Abstand gesehen, allen Grund dazu hat, stolz über ihre Tage in Mamaia zu sein. Nach dem Turnier ist bekanntlich vor dem Turnier, und deshalb bin ich fest davon überzeugt, dass sie durchaus weiterhin für Schlagzeilen sorgen kann. Dass „Lizzy“ kürzlich die 2500er-Elo-Schallmauer gebrochen hat sowie das Auftreten bei ihrer inzwischen 15. EM-Teilnahme sollten Motivation genug sein, weiterhin das sportlichen Ziel nicht aus den Augen zu lassen, in der Weltrangliste unter die TOP 10 zu kommen. Das Potenzial dazu hat sie allemal!

 

Hier nun ihr wahrlich dramatischer Spielfilm der letzten beiden Runden …

 

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Elisabeth Pähtz kann weiter vom EM-Titel und Medaillen träumen – Ein zweiter Zwischenbericht von RAYMUND STOLZE

 

Runde 7: Pähtz - Stefanowa

Runde 7: Pähtz – Stefanowa

Eigentlich wollte ich mich erst wieder nach Abschluss der 17. Frauen-Europameisterschaft im rumänischen Badeort Mamaia am Schwarzen Meer melden. Das wäre am kommenden Dienstag [7. liveJuni], denn dann findet die finale elfte Runde statt. Aber der Verlauf der diesjährigen kontinentalen Titelkämpfe ist aus deutscher Sicht bislang so überraschend, dass ich mich einfach nicht zurückhalten kann. Die Hauptrolle spielt nämlich keine Unbekannte, sondern unsere Elisabeth Pähtz!

 

Ich kann Chess24-User WenChen im Grundtenor nur zustimmen, der am heutigen Sonntag nach dem fünften Sieg der 31-jährigen Thüringerin schreibt: „Sie wird in dieser Form die EM gewinnen!“ Aus „wird“ würde ich allerdings gegen „kann“ austauschen …

 

Dass Elisabeth seit einiger Zeit in einer fantastischen Form ist, hatte ich sowohl in meiner Vorschau als auch dem ersten Zwischenbericht  angedeutet. Sie spielt wahrlich ein sehr gutes Schach und ist mit dem heutigen Erfolg seit nunmehr 29 Partien ungeschlagen. Mit einem Live-Rating [Stand 5. Juni 15:59 Uhr] von 2514,5 hat sie Platz 12 in der FIDE-Frauen-Weltrangliste erreicht – wow, das ist tatsächlich Weltklasse, worüber sich nicht nur „Schach-Deutschland“ freuen kann“!

 

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Schwache deutsche Beteiligung

 

Eröffnungsfeier

Eröffnungsfeier

Die europäischen Einzelmeisterschaft der Senioren wird in Yerivan (Armenia) ausgetragen. Die Topp-Spieler in der Gruppe 50+ sind GM Rafael Vaganian (ARM 2577) und GM Zurab Sturua (GEO 2545), 2014 Welt Senioren-Champion und 2015 European Senior-Champion. Topp-Spielerin ist WGM Galina Strutinskaia (RUS 2237).

 

live

In der Kategorie 65+ ist GM Evgeny Sveshnikov (RUS 2509) der Favorit. Bei den Damen die Schachikone GM Nona Gaprindashvili (GEO 2299).
Zwei Deutsche Spieler spielen in der Gruppe 65+ mit. Es sind dies FM Boris Gruzmann und Hannelore Hoose. In der Gruppe 50+ ist leider kein deutscher Spieler vertreten.

 

Gespielt werden 9 Runden mit einer Bedenkzeit von 90 Minuten für 40 Züge, plus 30 Minuten für den Rest der Partie. Es gibt einen Zeitzuschlag von 30 Sekunden.

 

Die Spitzenpaarungen werde Live übertragen. Für die Analyse sorgen die TCEC Motoren Stockfisch , Komodo und Houdini.

 

TurnierseiteTeilnehmer 50+Teilnehmer 65+Zeitplan 65+

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Deutschlands Nummer 1 weiterhin an der Spitze der Frauen-Europameisterschaften im Mamaia – Ein Beitrag von DIETER AUER

 

Mit 4,5 Punkten nach sechs Runden liegt die bisher für Hockenheim gemeldete beste deutsche Spielerin, Elisabeth Pähtz, nur einen halben Punkt livehinter der Großmeisterin Antoaneta Stefanowa. Nach dem paehtz1einzigen Ruhetag am gestrigen Donnertsag in Mamaia, Rumänien, bei den Europameisterschaften der Frauen wurde die deutsche Nr.1 in Runde 7 gegen die führende bulgarische Ecxweltmeisterin ausgelost. Prinzipiell hätte diese Runde bereits eine Vorentscheidung bei der Titelvergabe bringen. Mit den weißen Farben gelang es Elisabeth mit einem Remis, ihre Chancen vorläufig weiter offen zu halten, zumal sie sich in guter Form befindet und erstmals mit 2502 ELO-Punkten eine Schallmauer auf dem Weg zum Großmeistertitel und zur Weltspitze durchbrach.

 

Um sich die nötige Anzahl von Einsätzen gegen starke Gegner für die letzte Großmeisternorm zu sichern, wird Elisabeth Pähtz in der kommenden Saison für Dresden an den Start gehen und bei Hockenheim Passiv gemeldet. Da Elisabeth auch Mitglied der Karpow-Schachakademie Rhein-Neckar ist und bleibt, wird sie der Region RN nicht verloren gehen, zumal ihr Ehemann ein Studienplatz in Heidelberg in Aussicht hat.

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Elisabeth Pähtz hat die letzten 26 Partien nicht verloren und liegt nach sechs Runden bei der Frauen-EM in Mamaia auf Platz 9 – Ein Zwischenbericht von RAYMUND STOLZE

 

Bei den 17. Europameisterschaften der Frauen im bekannten rumänischen Schwarzmeer-Badeort Mamaia ist Halbzeit, und so gibt es am morgigen Donnerstag [2. Juni] einen verdienten Ruhetag. Aus deutscher Sicht ist vor allem das bisherige Auftreten von Elisabeth Pähtz mehr als erfreulich, denn sie spielt ambitioniert und ist vorn mit dabei. Das ist für die Erfurterin bei kontinentalen Titelkämpfen fraglos eine neue Qualität.

 

Pähtz_fIDE_Profile

Elisabeths FIDE Kartei-Karte am 1.6.2016

 

Hier ihr „EM-Spielfilm“ der Runden 1 bis 6 im Schnelldurchlauf …

 

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Elisabeth Pähtz führt das deutsche Quintett bei den 17. Frauen-Europameisterschaften in Mamaia/Rumänien an – Eine Vorschau von RAYMUND STOLZE

 

Apart: Elisabeth Paehtz, MOZ 21./22.5.2016, Foto: Luis Esquivel GolcherKaum haben die Männer ihre kontinentalen Meisterschaften in Gjakova/Kosovo beendet – am vergangenen Montag [23. liveMai] holte Ernesto Inarkiev Titel Nummer acht für Russland – da machen sich die Frauen auf nach Mamaia, um ihrerseits vom 26. Mai bis 8. Juni die beste Europäerin zu ermitteln und gleichzeitig 14 Plätze für die K.o.-Weltmeisterschaft 2018 zu ermitteln.

 

Was den Austragungsort angeht, so geht man halt doch getrennte Wege. Nur bei fünf von inzwischen 17 Titelkämpfen – 2003 [Silivri], 2007 [Kusadasi], 2007 [Dresden], 2008 [Plowdiw] und 2010 [Rijeka] – war das nicht so.

 

Was das Teilnehmerfeld in dem bekannten Badeort am Schwarzen Meer angeht, so sind immerhin 104 Anmeldungen aus 27 Ländern eingegangen [Stand 24. Mai]. Wie nicht anders zu erwarten, stellt Russland mit 20 Aktiven das größte Kontingent, gefolgt von Gastgeber Rumänien mit 12 und Georgien mit 11.

 

Für die spielerische Klasse spricht, dass immerhin 104 Teilnehmerinnen einen internationalen Titel tragen. Wobei darunter vier Großmeisterinnen und 32 Internationale Meisterinnen sind. Das kann sich wahrlich sehen lassen!

 

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Nisipeanu einer von 23 Weltcup-Teilnehmern, Donchenko mit „Pech“ in der Schlussrunde

Inarkiev (Bjornsson)
 
Das Geschehen nach dem Ruhetag bei der Europameisterschaft in Gjakova/Kosovo ganz kurz zusammengefasst: In Runde 7, 8 und definitiv 9 fiel bereits die Entscheidung über Gold. Danach und natürlich bereits parallel ging es noch um die anderen Medaillen und weitere Plätze mit attraktivem Preisgeld sowie – für manche vielleicht wichtiger als ganz vorne landen – die ersten 23 Plätze die zur Teilnahme am Weltcup berechtigten. Einige sicherten da das zuvor Erreichte mit (nicht immer ausgekämpften) Remisen ab, andere hatten noch Nachholbedarf bzw. (ein Leidtragender war Alexander Donchenko) Ambitionen auf mehr.

 

Und das kam am Ende dabei heraus: Inarkiev 9/11, Kovalenko 8.5, Jobava, Navara, Vallejo 8, Wojtaszek, Piorun, Fressinet, Goganov, Dubov, Vitiugov, Cheparinov, Najer, Hovhannisyan, Sergei Zhigalko, Palac, Salgado Lopez, Dreev, Anton Guijarro, Nisipeanu, Tari, Demchenko, Ter-Sahakyan, Lupulescu, Bortnyk 7.5. Alle Grossmeister, der erste IM dann auf Platz 42. Die drei Letzten der obigen Liste sind bewusst nicht fett gedruckt, da einige wenige Buchholz-Punkte zur (vermutlichen) Weltcup-Qualifikation fehlten. In der nächsten Gruppe mit 7/11 nach Wertung vorne der zum Ruhetag noch mit 5,5/6 alleine führende Ivan Saric, knapp dahinter Alexander Donchenko. In der nächsten Gruppe mit 6,5/11 unter anderem Ragger, Ponomariov und Matlakov – in der Setzliste unter den ersten zehn, aber es reichte nur für den geteilten 44. Platz.

 

Zu den anderen deutschen Teilnehmern komme ich noch, im Teaser nur noch der Hinweis auf das Titelbild: natürlich Europameister Ernesto Inarkiev. Fotos stammen weitgehend von der European Chess Union, Fotografen Tomasz Delega und Gunnar Bjornsson, gefunden hier und hier.

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11. bis 24. Mai 2016 in Gjakova, Kosovo – Text: Louisa Nitsche (Deutscher Schachbund)

 

Dieter Nisipeanu

Dieter Nisipeanu

Dem Aufruf zur Teilnahme an der Europameisterschaft in Gjakova nahe der albanischen Grenze folgten 4 unserer besten Spieler, die da wären:
GM Liviu-Dieter Nisipeanu (2667, Setzlistenplatz 23), GM Vitaly Kunin (2592, Setzlistenplatz 68), GM Alexander Donchenko (2573, Setzlistenplatz 78) und IM Rasmus Svane (2529, Setzlistenplatz 105). Weitere Spieler die unter deutscher Flagge spielen sind: Shpetim Nazarko, Dugagjin Amerllahi und Martin Gebigke. 263 Teilnehmer habliveen sich insgesamt registriert.

 

Zur Teilnahme eingeladen waren alle Schachspieler, die einer ECU-Föderation angehören, unabhängig von Titel oder Spielstärke. Start der ersten Runde ist am Donnerstag, 12. Mai um 15:30 Uhr.

 

Die 23 Besten qualifizieren sich für den nächsten World Cup. Mit anderen Worten: Wenn unser Nationalspieler Dieter Nisipeanu seinem Setzlistenplatz treu bleibt, ist er beim nächsten World Cup dabei.

 

Der Preisfonds beträgt 120.000 Euro; gespielt und gewohnt wird im Hotel „Pashtriku„.

TurnierseiteResultateTeilnehmerTermine

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18. bis 20.12. im Sportpalast von Minsk (Weißrussland) – Blitz: Freitag ab 10 Uhr und Schnellschach: Samstag und Sonntag ab 9 Uhr

 

Mamedyarov Shakhriyar

Mamedyarov Shakhriyar

Die Erfahrung hat gezeigt, dass Schnellschach und Blitz die idealen Disziplinen für eine Live-Übertragung mit liveLivestream sind. Schnelle Entscheidungen, wenig Remispartien und das Gefühl direkt dabei zu sein, machen das Zuschauen zu einem besonderen Erlebnis. Die Sprintdisziplinen in der Leichtatlethik sind auch die attraktivsten für die Zuschauer. Dazu kommt, dass die Russen in der Regel eine perfekte Organisation garantieren. Eine Live-Übertragung plus Livestream in HD-Qualität ist selbstverständlich. Die „Offizielle Seite“ ist sehr übersichtlich und bietet alle Informationen zum Ablauf beider Wettbewerbe. Zu meinem Bedauern habe ich keinen deutschen Spieler entdecken können (außer Igor Khenkin im Rapid und einigen Schachtouristen, wie schon im aktuellen Kurz&Knapp berichtet). Immerhin bietet das kleine Land Österreich seinen besten Spieler Markus Ragger auf.

 

Nachfolgend die ersten 20 der Teilnehmerliste im Blitz-Turnier:

 

1 Bogdanovich Stanislav 2815 UKR 2 Navara David 2806 CZE 3 Mamedov Rauf 2777 AZE 4 Shkuro Iuri 2765 UKR 5 Sargissian Gabriel 2749 ARM 6 Mamedyarov Shakhriyar 2749 AZE 7 Smirin Ilya 2743 ISR 8 Andreikin Dmitry 2742 RUS 9 Zubov Alexander 2736 UKR 10 Bortnyk Oleksandr 2732 UKR 11 Alekseev Evgeny 2729 RUS 12 Kovalenko Igor 2718 LAT 13 Andriasian Zaven 2700 ARM 14 Jobava Baadur 2700 GEO 15 Fressinet Laurent 2699 FRA 16 Melkumyan Hrant 2687 ARM 17 Bocharov Dmitry 2683 RUS 18 Rakhmanov Aleksandr 2681 RUS 19 Savchenko Boris 2680 RUS 20 Guseinov Gadir 2672 AZE … insgesamt 678 Teilnehmer – Rapid 801 Teilnehmer!
(Die Zahlen hinter den Namen sind die neuerdings eingeführten speziellen Blitz-Elozahlen).

 

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Silber für Armenien, Bronze für Ungarn, Blech für Frankreich, Platz 6 für Deutschland

 

Wie bereTeam Russia + MVLits im letzten Bericht erwähnt – vor den letzten beiden Runden war Russland im offenen Turnier klarer Favorit für Gold, dort nicht erwähnt: bei den Damen auch. Beide Teams wurden dann auch Europameister (und damit übergebe ich die Damen wieder an Kollege Raymund Stolze, bzw. dieser Bericht ist bereits veröffentlicht). Den russischen Herren reichte ein doppeltes 2-2 in den letzten beiden Runden: gegen Armenien wurde es noch spannend, gegen Ungarn wollte der Gegner vielleicht nicht unbedingt gewinnen oder jedenfalls nicht viel riskieren, denn: wie ebenfalls im letzten Bericht erwähnt, Spannung pur was Silber und Bronze betrifft. Warum Ungarn plötzlich im Medaillenrennen war, gehört zur Dramatik der letzten beiden Runden.

 

Zuvor der Endstand: Russland 15, Armenien 13(220,5), Ungarn 13(217), Frankreich 13(211,5), Ukraine 12(185,5), Deutschland 12(168,5), Aserbaidschan, Spanien, Georgien, England, Niederlande, Tschechische Republik 11

 

Das Titelbild (Fotoquelle Turnierseite) gebe ich der russischen Mannschaft – es stammt aus dem Match Russland-Frankreich in Runde 7, aber diese Fotos waren bei Redaktionsschluss noch nicht im Netz. Ausserdem bietet es sich an, Maxime Vachier-Lagrave (vorne links) mit auf das Foto zu nehmen. Nur ein Trostpreis, darauf kann er sicher verzichten – aber mehr kann ich nicht für ihn tun. Und nun zunächst die letzten beiden Runden, dann noch ein paar Worte allgemein zum Turnier:

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Exweltmeisterin Alexandra Kostenjuk war immer im Gold-Team dabei – Deutschland auf Platz 6 – Ein Abschlussbericht von RAYMUND STOLZE

 

Chess Queen Alexandra Kostenjuk (Foto: www.kosteniuk.com)

Chess Queen Alexandra Kostenjuk

Die heute am 22. November zu Ende gegangene Mannschafts-Europameisterschaft 2015 fand an einem historischen Ort statt, denn vor 43 Jahren fand in Reykjavik das sogenannte „Match des Jahrhunderts“ zwischen Boris Spasski und Robert James Fischer statt, bei dem der damals 29-jährige Amerikaner die Vorherrschaft der Russen mit einem 13,5:8,5-Sieg beendete. Damals war Schach in den Schlagzeilen, denn dieses Duell war quasi auf den 64 Feldern die „Fortsetzung des Kalten Krieges“ mit anderen Mitteln.

 

Nun, in diesem Novembertagen fanden die kontinentalen Titelkämpfe – bei den Männern sind es bereits die 20. und bei den Frauen die 11. gewesen – nicht unbedingt ein solches Medienecho, obwohl für Norwegen Superstar und Weltmeister Magnus Carlsen dabei war.

 

Was die Open-Konkurrenz angeht, so waren und sind sie bei meinem Kollegen Thomas Richter bestens aufgehoben, während ich mich wie immer bei Großereignissen ganz für die Frauen verantwortlich fühle.

 

Ob Spasskis Geist die Russinnen motiviert hat, weiß ich nicht, aber das Quintett mit Alexandra Kostenjuk, Katerina Lagno, Walentina Gunina, Alexandra Gorjatschkina und Anastasia Bodnaruk war auf dem Weg zur vierten EM-Krone einfach nicht aufzuhalten. Und die Exweltmeisterin an Brett 1, die vom Frauen-Bundesliga-Klub OSG Baden-Baden für die aktuelle Saison verpflichtet wurde, ist bei allen Goldmedaillen für Russland [2007, 2009, 2011 und 2015] dabei gewesen. Auf drei kommt Walentina Gunina, die in der höchsten deutschen Damen-Liga in Bad Königshofen spielt [2009, 2011 und 2015]. Und zwei hat Katerina Lagno. 2013 war sie in Warschau für die Ukraine erfolgreich, und sie ist jetzt gewissermaßen die einzige „Titelverteidigerin“, allerdings durch ihren Föderationswechsel im Sommer 2014 nun im „Dress“ der russischen Auswahl.“ Im Schach ist eben fast alles möglich …

 

Dass die Ukraine mit Silber und Georgien mit Bronze geehrt werden, ist auch kein Wunder. Es sind ja beides Teams aus ehemaligen Sowjetrepubliken, und Schach hat eben bis heute nicht an Bedeutung verloren.

 

Und nun der Spielfilm der durchaus nicht undramatischen zweiten Halbzeit …

 

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Wer bekommt Silber und Bronze hinter Russland?

Armenien-Deutschland

 
Offiziell ist es noch nicht – morgen ist auch noch ein Tag, übermorgen auch aber dann ist die Entscheidung vielleicht schon definitiv und Russland ist Mannschafts-Europameister. Drei Punkte Vorsprung haben sie nach Runde 7 von 9, einen brauchen sie am Ende – eventuell auch keinen da sie vermutlich auch die beste Wertung haben werden. So steht es momentan: Russland 13, Frankreich, Aserbaidschan, Armenien, Georgien, Ungarn 10, Deutschland, Lettland, Niederlande 9. Wo ist die Ukraine? Nach einer, sagen wir mal vermeidbaren, Niederlage gegen Georgien haben sie nur 8 Mannschaftspunkte. Beinahe hätte auch Aserbaidschan gegen Lettland verloren, aber sie retteten noch ein 2-2.

 

Da fünf Runden im letzten Bericht eher etwas zuviel waren, und da das Turnier in die entscheidende Phase geht, gibt es den nächsten Bericht bereits heute. Das Titelfoto (Fotoquelle wie immer Turnierseite) habe ich schon nach Runde 6 ausgewählt – egal was tags darauf passieren würde, das Drama beim Match Armenien-Deutschland ist kaum zu überbieten. Aronian und Nisipeanu sind zu Spässen aufgelegt, Dennis Wagner im Hintergrund dagegen bereits voll konzentriert (später in der Partie konnte er zwar gut rechnen, aber schlecht zählen). Der Herr dazwischen – Blick nicht in die Kamera, sondern Richtung Wagner – ist vielleicht Bundestrainer Rogozenco, ansonsten bin ich überfragt (Georg Meier ist es nicht, Daniel Fridman auch nicht).

 

Das war natürlich nicht das einzige interessante und relevante Match, nun im Detail zu Runde 6 und 7:

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Russland Frauen sind bei der Team-Europameisterschaft vorerst nicht aufzuhalten, deutsche Damen zur Halbzeit auf Platz 5 – Ein Zwischenbericht von RAYMUND STOLZE

 

Rogozenko, Pähtz, Heinemann, Ohme, Schleyning, Osmanodja, Lobzhanidze

Das deutsche Team in Reykjavik

Meine Vorschau hatte ich getitelt: Gibt es ein Double für die Georgierinnen?  Na ja, bis Runde 4 konnten die amtierenden Weltmeister und Setzranglistenersten in Reykjavik durchaus darauf livehoffen. Immerhin wurden im dritten Durchgang die Mädels aus der Ukraine mit Weltmeisterin Maria Musitschuk am Spitzenbrett, die ihre Partie gewann, mit 2,5:1,5 bezwungen. Also war die Weste blütenweiß mit drei Siegen. Doch danach folgte bereits der Showdown mit den Russinnen, und der wurde klar mit 0,5:3,5 in den Sand gesetzt. Nur an Brett 1 konnte Nana Dsagnidse ihrer Kontrahentin Alexandra Kostenjuk ein Remis abtrotzen. Die Teamkolleginnen der russischen Exweltmeisterin Katarina Lagno, Walentina Gunina und das „Kücken“ Alexandra Gorjatschkina fegten dagegen Bela Chotenaschwili, Nino Batsiaschwili und Meri Arabidse vom Brett – zumindest was das Ergebnis angeht.

 

Der Traum vom EM-Titel könnte also für die Kaukasierinnen bereits geplatzt sein. Die russische „Dampfwalze“ ist einfach nicht zu stoppen.

 

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