Frauenschach

Die fünfte und letzte Station des Frauen Grand-Prix 2015/2016 begann gestern in Khanty-Mansiysk

 

live

Ab 11 Uhr

Wenjun Ju - Foto: Alina L'Ami

Wenjun Ju – Foto: Alina L’Ami

Die fünfte und letzte Station des Frauen Grand-Prix 2015/2016 begann gestern in Khanty-Mansiysk. Die Siegerin der Serie erwirbt das Recht die im Februar 2017 im World Cup gekürte Weltmeisterin zu einem Match zu fordern. In der Gesamtwertung führt Humpy Koneru (Indien) mit 335 Punkten vor Wenjun Ju (China) mit 253,5 Punkten. Humpy hat ihre drei von fünf Turnieren aber bereits gespielt und muss jetzt zusehen ob es Ju mit einem guten Resultat gelingt sie noch zu überholen. Ein ungeteilter Sieg in Khanty-Mansyisk bringt 160 Punkte.

 

Der Chinesin könnte bei günstigem Verlauf auch schon ein Vierter oder Fünfter Platz reichen. Theoretische Chancen die neue WM-Herausforderin zu werden haben auch noch Valentina Gunina (RUS), Alexandra Kosteniuk (RUS) und Dronavalli Harika (IND). Gunina reicht ein ungeteilter zweiter Platz um mit Humpy gleichzuziehen. Kosteniuk und Harika müssen das Turnier aber unbedingt gewinnen um noch Erste zu werden, hängen aber selbst dann vom Resultat von Ju ab. Der Auftakt lief von diesem Quartett für Gunina am Besten. Sie ist eine von drei Siegerinnen der ersten Runde. Gunina setzt sich in der Zeitnotphase noch gegen Lela Javakhishvili (GEO) durch, nachdem es zuvor lange nach einem Remis ausgesehen hatte.

 

Weiterlesen

Schwäbisch-Hall in der 1. Frauenbundesliga mit zwei Siegen spielt vorne mit – Ein Beitrag von Dr. Thomas Marschner

 

Am Wochenende nahm eine Woche nach der Schachbundesliga auch

Am Samstag war das lokale Fernsehen zu Gast, rechts Anna Endress-Ekaterina Atalik

Am Samstag war das lokale Fernsehen zu Gast, rechts Anna Endress-Ekaterina Atalik

die Frauenbundesliga den Spielbetrieb auf. Dabei kam es in Harksheide zu den ersten beiden Gipfeltreffen der neuen Saison: Hamburg trat auf die starken süddeutschen Mannschaften aus Schwäbisch Hall und Deizisau. Gewinner des Spieltags war Schwäbisch Hall mit zwei Siegen, insbesondere das 3,5-2,5 gegen Hamburg war schon ein Big-Point in Richtung Siegertreppchen. Im Abstiegskampf konnte sich Karlsruhe mit zwei 4-2-Siegen gegen Augsburg und Bayern München schon so gut wie aller Sorgen entledigen. In den restlichen Begegnungen gab es Favoritensiege.
Hier die Zusammenfassung für die einzelnen Spielorte mit Konzentration auf Harksheide, da ich dort vor Ort war. Alle Ergebnisse gibt es auf den Seiten des NSV: http://nsv-online.de/ligen/fbl-1617/

 

Spielort Harksheide

 

Weiterlesen

Gelingt es einem Mädchenteam tatsächlich in der 1. FBL zu bestehen? – Ein Beitrag von Eberhard Schabel

 

Ergebnisdienst

Es ist tatsächlich wahr und man merkte in den Wochen davor und am Tag des Ligastarts den Stolz unserer Mädchen und unserer Vereinsverantwortlichen, auf das bisher vollbrachte förmlich an. Willkommen TuRa Harksheide in der Belletage des Frauenschachs. Gemeinhin wird die 1. FBL auch als die stärkste Frauenschach- Liga der Welt bezeichnet und wir schauen uns von nun an nicht mehr im Ergebnisdienst nur die Resultate der 12 Teams der 1. FBL an, sondern sind mitten drin in der „Verlosung“.

 

Für unsere Premiere hatten wir uns 2 Dinge fest vorgenommen. Zum Einem wollten wir als Gastgeber eine positive Visitenkarte abgeben, was auch aus unserer und der Sicht unserer Gäste sehr gut gelang und zum Anderem hatten wir es uns vorgenommen die beiden ersten Vereinsteams zu ärgern. Das es sich dabei um 2 Spitzenteams handelte, sollte uns daran nicht hindern.

 

Weiterlesen

Harksheide

Ein Vorbericht von Dr. Thomas Marschner

 

Stefanova-Kashlinskaya

Stefanova-Kashlinskaya

Eine Woche nach der Schachbundesliga nimmt auch die Frauenbundesliga den Spielbetrieb auf. Und als Duplizität der Ereignisse treffen wie in der Schachbundesliga in der Vorwoche diesmal die Damen vom deutschen Meister Baden-Baden ebenfalls gleich zum Auftakt auf Bayern München. Die Damen haben es den Herren nachgemacht und sind als Meister der 2. Liga Süd in die Bundesliga aufgestiegen und hoffen wie die Männer auf den Klassenerhalt, wobei die Aussichten für den Klassenerhalt bei beiden gar nicht so schlecht sind.

 

Baden-Baden

Im Spitzenspiel des Spieltags treffen am Sonntag der Zweite und der Dritte der Vorsaison, nämlich Hamburg und Schwäbisch Hall aufeinander. Aus Baden-Baden und Harksheide wird es Liveübertragungen geben.

 

Bei den Aufstellungen der Spitzenteams wird es spannend: durch einige nationale Meisterschaften (darunter die russische – siehe unten) werden die ein oder anderen Spitzenspielerinnen fehlen. Parallel findet auch die deutsche Meisterschaft statt, aber nach meinen Informationen ohne Damenbeteiligung.

 

Weiterlesen

Schach-Großmeisterin Elisabeth Pähtz spricht im Interview mit Sportredakteur Axel Eger über die umstrittene Weltmeisterschaft im Iran im kommenden Jahr – Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung von Axel Eger

 

Elisabeth Paehtz-by Kublashvili

Elisabeth Paehtz-by Kublashvili

Die an den Iran für Februar 2017 vergebene Schach-WM erhitzt die Gemüter. Einige Spielerinnen planen aus Protest gegen die dortige Unterdrückung der Frauen mit dem Boykott. Sie auch?

 

Nein. Sicher ist der Iran aufgrund seiner strengen Gesetze nicht der ideale Ort. Aber es gab leider keinen anderen Ausrichter, der bereit war, eine Frauen-WM zu finanzieren. Also werde ich mit Kopftuch dort spielen.

 

Die Amerikanerin Nazi Paikidze hat bereits öffentlichkeitswirksam ihren Verzicht erklärt. Können Sie ihre Argumente nachvollziehen?

 

Es ist jedem selbst überlassen, ob er mitspielt oder nicht. Man muss aber auch sehen, wer sie ist. Wenn die 98. der Weltrangliste auf ihren WM-Start verzichtet, relativiert das einiges. Wie hätte sie sich entschieden, wenn sie die Chance auf eine Medaille hätte? Von den Top-Spielerinnen habe ich das nicht gehört. Die werden alle dabei sein.

 

Weiterlesen

Eine Betrachtung von Werner Fischer

 

Jordan-Alshaeby-Razan-by-David Llada

Jordan-Alshaeby-Razan-by-David Llada

Ja, es ist eine Zwangsmaßnahme, denn bei Nichtbefolgung ist eine WM-Teilnahme nicht möglich. Auch die Tatsache, dass im Iran bereits seit 1979 eine Kopftuchpflicht besteht, macht die Sache nicht besser. Sie ist weder kulturell, noch traditionell begründbar, sondern wurde den Frauen in diesem Land aufoktroyiert. Interessant an der diesbezüglichen Situation im Iran ist allerdings, dass die Kopftuchpflicht z.Zt. tendenziell eher auf ein liberaleres Fahrwasser zusteuert.

 

UAE-Wadima-HumAid-Al-Kalbani-by David Llada

UAE-Wadima-HumAid-Al-Kalbani-by David Llada

So hat Präsident Hassan Ruhani die Kompetenzen der sogenannten Sittenwächter drastisch eingeschränkt. Sie dürfen Frauen zukünftig auf der Straße nicht mehr aufhalten, sollte ihre Kleidung nicht den islamischen Vorschriften entsprechen. Wie die Zeit-Online bereits am 16.11.2013 geschrieben hat, äußerte sich der Präsident schon im Oktober vor Absolventen der Polizeiakademie dahingehend, „…dass Frauen sich auf der Straße und im Umgang mit der Polizei wieder sicher und entspannt fühlen sollten, wie die Khaleej Times aus Dubai berichtet. Er rief die Polizei zur Nachsicht auf und sprach den iranischen Frauen Mut zu. …….  Nun hat der als moderat geltende Politiker angeordnet, die sogenannten „Patrouillen des Wohlverhaltens“ künftig dem Innenministerium zu unterstellen. Dieses Vorgehen schwächt die Sittenpolizei und schränkt ihre Befugnisse ein.“. Dieser Weg der Liberalisierung wurde in den vergangenen Jahren fortgesetzt und mündete darin, dass die progressiven Kräfte nach dem Atomabkommen das Land wirtschaftlich und gesellschaftlich weiter öffnen wollen.

 

Weiterlesen

WGM Michna und IM Dann gewinnen erstmalig die Deutschen Schnellschachmeisterschaften 2016

 

@ Foto: Natalie Rehm W. Fiedler (DSB Frauen), Uwe Pfenning (DSB Vize), WGM Michna, IM Dann, R. Alt (DSB TD)

@ Foto: Natalie Rehm W. Fiedler (DSB Frauen), Uwe Pfenning (DSB Vize), WGM Michna, IM Dann, R. Alt (DSB TD)

Frauen: Männer und Frauen in einem gemeinsamen Turnier ein tolles Event, es hat allen gut gefallen und Dank geht nach Baden in Person an den Vizepräsidenten Uwe Pfenning und Alisa Frey vom Frauenreferat die die Organisation und damit die Arbeit bei sich hatten. Bei den Frauen gewinnt WGM Michna nach langjährigen Versuchen erstmalig und souverän. Die Plätze zwei bis vier wurden in der letzten Runde entschieden, so dass hier einige nach Vorne kamen und einige natürlich ihre Plätze dafür räumen mussten. Leitragende war hier Annmarie Mütsch, die mit ihrem Verlust in der letzten Partie eine bessere Platzierung vergab. Insgesamt eine tolle Veranstaltung. Dankeschön und nochmal Glückwunsch an die Siegerin WGM Michna. Sie hat es endlich geschafft.

 

Wir gratulieren IM Dann und WGM Michna, die beide erstmalig das Turnier gewannen.

 

Weiterlesen

Kopftuchzwang bei der Frauen-WM im Iran

 

Nazi Paikidze-Barnes (Copyright Maria Emelianova)

Nazi Paikidze-Barnes (Copyright Maria Emelianova)

Der Iran hat sich zwar dem Westen ein wenig angenähert, doch die Menschenrechte werden mit Füßen getreten. Die Religionspolizei gibt den Ton an. Besonders Frauen sind im Iran benachteiligt. Todesurteile und Steinigungen sind an der Tagesordnung.
Zwischen 1981 und 1988 war Schach im Iran verboten, weil man meinte, dass es ein Glückspiel sei, zumal in den Parks und im Geheimen um Geld gespielt wurde.  Ausgerechnet im Iran soll nun laut Fide, im Februar 2017, die Frauenweltmeisterschaft mit 64 Teilnehmerinnen ausgetragen werden. So wurde es beim Kongress in Baku (Aserbaidschan), anlässlich der Schacholympiade, beschlossen. Einwände wurden nicht erhoben. Der Beschluss wurde durchgewunken, zumal über 100 Tagesordnungspunkte zur Abstimmung standen.

 

Es regt sich Widerstand. Sollen doch die Frauen Koptücher tragen, wie alle Frauen im Iran die öffentlich auftreten. Die Kommission für Frauenschach im Weltverband hat die Teilnehmerinnen aufgefordert, sich den Sitten und Gebräuchen des Gastgeberlandes anzupassen. Seit 1979 müssen die Frauen im Iran Kopftücher tragen.

Weiterlesen

Nachdem die namentlichen Meldungen für die Schachbundesliga schon Ende Juli fällig waren, war jetzt einen Monat später auch der Meldetermin für die Frauenbundesliga – Ein Beitrag von Dr. Thomas Marschner

 

Nach dem Rückzug von Friedberg und Großlehna rückten Lehrte als Drittletzter der Vorsaison sowie Augsburg als Zweiter der 2. Liga Süd in die Frauenbundesliga nach.

 

Elisabeth Pähtz nach Hamburg

Elisabeth Pähtz nach Hamburg

Mit Spannung wurde erwartet, wo insbesondere die bisher für Friedberg spielenden deutschen Nationalspielerinnnen unterkommen würden. Melanie Lubbe hat sich den Rodewischer Schachmiezen angeschlossen, die damit ein ernstzunehmender Konkurrent auf einen Platz auf dem Siegertreppchen geworden sind. Filiz Osmanodja und Alisa Frey gehen für Bad Königshofen an den Start. Die Truppe von Kapitän Jürgen Müller muss allerdings die Abgänge von Elisabeth Pähtz nach Hamburg (dafür fehlt dort Marta Michna, die für Kiel in der 2. Liga spielt) und Josefine Heinemann nach Baden Baden verkraften. Elena Levushkina schließlich verstärkt Deizisau. Auch die Damen aus dem Schwabenland werden sicher in der Spitzengruppe der Liga mitspielen.

 

Praktisch unverändert geht Meister Baden Baden an den Start. Mit gleich 3 Exweltmeisterinnen (Alexandra Kosteniuk, Marija Muzychuk, Antonaeta Stefanova) ist der Rekordmeister auch diese Saison wieder hoher Favorit. Ebenfalls nur wenige Änderungen gab es beim zweimaligen Vizemeister aus Schwäbisch Hall. Eine georgische Rochade gab es am Spitzenbrett: Lela Javakishvili ersetzt Bela Kotenashvili, deren enger Terminkalender kaum Einsätze erlaubte. Neben Rückkehrerin Jovana Vojinovic (jetzt nach ihrer Hochzeit mit dem ungarischen Spitzenspieler Richard Rapport Jovana Rapport) rückt mit der U14 Spielerin Annmarie Mütsch aus Heilbronn eines der größten deutschen Talente ins Team.
Mit diesen 6 Mannschaften sind die Anwärter für die Podiumsplätze genannt. Dahinter sollte Karlsruhe im gesicherten Mittelfeld der Tabelle einlaufen.

Weiterlesen

Ketino Kachiani-Gersinska gewinnt das German Masters der Frauen, Anton Demchenko das 24. IDT Open – Ein Beitrag von Laura Jordan

 

Trotz ihrer Niederlage in der letzten Runde konnte IM Ketino Kachiani-Gersinska den Sieg im Frauenturnier erringen. Auf Platz 2 und deutlich bewegt zur Siegerehrung folgt ihr IM Elisabeth Pähtz. Den 3. Platz DSC_2472 Top 3 German Masters der Frauen 2016konnte WGM Marta Michina (Auf dem Foto von links nach rechts) für sich beanspruchen.

 

Ausgezeichnet wurden die Frauen vom Geschäftsführer des Hauptsponsors UKA – Umweltgerechte Kraftanlagen – Gernot Gauglitz. Jede der Teilnehmerinnen konnte neben dem Preisgeld ein kleines Modell der Kraftanlagen der UKA mit nach Hause nehmen. Eine schöne Erinnerung an das ausgezeichnete Turnier.

 

24. IDT Open

 

Nach einer spannenden letzten Runde konnte GM Anton Demchenko (Russland) in der A Gruppe des IDT Open knapp den 1. Platz ergattern. GM Demchenko liegt damit, mit nur einem Buchholzpunkt, vor dem Verfolger GM Eduardo Pat Iturrizaga Bonelli (Venezuela). Beide erlangten die selbe Punktzahl (7,5) im A-Turnier. Platz 3 und 4 gehen an GM Zoltan Medvegy (Ungarn) und GM Dusan Popovic (Serbien), mit jeweils 6,5 Punkten.

Turnierseite

Weiterlesen

Lesen Sie den interessanten Beitrag zum Frauenschach von Stefan Löffler auf dem neuen Schachblog der Frankfurter Allgemeinen

 

Warum gibt es im Schach eigentlich eigene Wettbewerbe für Frauen? Diese Frage stellten einige unserer Leser nachdem wir berichtete hatten, dass Ausnahmespielerin Elisabeth Pähtz die diesjährigfaze Deutsche Frauenmeisterschaft im Blitzschach gewann. Sind Frauen nicht gerade im Schach als einer der ganz wenigen Sportarten nicht körperlich benachteiligt gegenüber Männern? Weil es eben um Denkkraft und Konzentrationsfähigkeit geht?

 

Zunächst ein kleiner Rückblick: Das erste nennenswerte Turnier ausschließlich für Frauen war die Frauenweltmeisterschaft. Bereits drei Jahre nach seiner Gründung etablierte der Weltschachbund Fide diesen Wettbewerb im Jahr 1927. Vera Menchik war allen Zeitgenossinnen am Brett überlegen und gewann sämtliche acht Austragungen, wiederholt mit 100-Prozent-Ergebnissen – bevor sie während eines Luftangriffs auf London im Jahr 1944 starb.

 

Moskaus Einfluss

 

Nach dem Zweiten Weltkrieg führten dann immer mehr Länder nationale Frauenmeisterschaften ein, und die Fide erfand eigene Rangtitel: Woman Grandmaster (Großmeisterin) zu werden ist leichter als Großmeister oder Internationaler Meister. Starke Spielerinnen erwerben oft auch die beiden Geschlechtern offen stehenden Titel, was zwar mitunter für Verwirrung sorgt, aber auf jeden Fall für doppelte Gebühreneinnahmen für den Weltschachverband… Weiterlesen

23. u. 24.7.2016 – Elisabeth Pähtz bei der Deutschen Blitzmeisterschaft in Gladenbach – Ein Beitrag von ALISA FREY

 

Deutsche Blitzmeisterin 2016 Elisabeth Paehtz, 2. Platz Josefine Heinemann und 3. Platz Melanie Lubbe

Deutsche Blitzmeisterin 2016 Elisabeth Paehtz, 2. Platz Josefine Heinemann und 3. Platz Melanie Lubbe

Deutsche Frauen Blitzmeisterschaft 2016 in Gladenbach. Wie im vergangenen Jahr, wird am Wochenende die Deutsche Frauen Blitzmeisterschaft wieder in Gladenbach stattfinden. Etwas ungewöhnlich ist die Austragung dieser Meisterschaft im Juli, aber möglicherweise ist es genau dieser Termin, der so viele starke Spielerinnen auf den Plan gerufen hat. Mit 10 von 21 gemeldeten Spielerinnen ist fast die Hälfte mit Titel dekoriert.

 

Angeführt wird das Feld von keiner geringeren als Deutschlands bester Schachspielerin Elisabeth Pähtz, die einen weiteren nationalen Titel in ihre Sammlung aufnehmen möchte. Ernstzunehmende Konkurrenz hat sich allerdings ebenfalls angemeldet. Mit Marta Michna ist eine weitere starke Nationalspielerin und Blitzerin im Teilnehmerfeld, die sicherlich nach knapp verpasstem Titel im letzten Jahr, nun diesen Sonntag ganz oben stehen möchte. Apropos Titel des letzten Jahres, auch Gisela Fischdick hat sich als Titelverteidigerin zur Teilnahme gemeldet. Ebenfalls gespannt sein kann man auf das Abschneiden von Josefine Heinemann, in der vermutlich auch eine starke Blitzerin steckt. Nicht zu vergessen ist mit Sicherheit auch Melanie Lubbe. Ob sie Blitzen selbst zu ihren Stärken zählen würde oder nicht … … zumindest im öffentlich ausgeblitzen Namensduell gegen ihren Ehemann war der Ausgang trotz der Elodifferenz lange unklar. Außerdem sollte beim Blitzen auch immer ein Auge auf die erfahrene und starke Blitzerin Alina Rath aus Berlin geworfen werden, die bestimmt der ein oder anderen weniger erfahrenen Blitzerin – egal mit welcher Elozahl– gefährlich werden könnte. Ihre Blitz- ELo liegt nicht umsonst 200 Punkte über ihrer Zahl.

Weiterlesen

Die beiden Inderinnen Harika Dronavalli und Humpy Koneru teilen sich den Sieg beim vierten Turnier der FIDE-Frauen-Grand-Prix-Serie 2015/16 – Von RAYMUND STOLZE

 

So ist das halt mit den Sprichwörtern: „Schwestern teilen alles“ trifft diesmal auf Anna und Maria Musitschuk nicht zu, aber „Geteilte Freude ist doppelte Freude“ dann auf Harika Dronavalli und Humpy Koneru. Den Inderinnen gelang es nämlich mit je 7/11 beim vierten Turnier der FIDE-Frauen-Grand-Prix-Serie 2015-16 den Sieg zu teilen.

 

Chengdu_2016_Humpy_Koneru_Harika_Dronavalli

In Chengdu gemeinsam auf Platz 1: Humpy Koneru und Harika Dronavalli

 

Das trifft dann auch auf die Punkte in der Gesamtwertung zu, denn die Co-Siegerinnen können beide 145 Zähler auf ihrem Konto gut schreiben. Humpy Koneru, die sich 2009 in Istanbul als erste in die Chronik dieses attraktiven Wettbewerbs eintragen konnte, geht damit in der Gesamtwertung gleichzeitig mit total 335 Punkten in Führung. Allerdings hat sie alle ihre drei möglichen Auftritte absolviert, muss also warten, was die hartnäckigsten Verfolger im Oktober in Chanty-Mansijsk bei der letzten Etappe bieten werden.

 

Weiterlesen

Die Inderin Harika Dronavalli hat beim vierten Turnier der FIDE-Frauen-Grand-Prix-Serie 2015/16 in Chengdu die Führung übernommen – Ein zweiter Zwischenbericht von RAYMUND STOLZE

 

Harika Dronavalli, Chengdu 2016

Harika Dronavalli

Bei meinem ersten Zwischenbericht hatte ich eingangs die Frage gestellt Was ist die Frauen-Grand-Prix 2015/16 sportlich gesehen Wert ohne die noch amtierende Weltmeisterin Hou Yifan? Was die Qualität partiendes Teilnehmerfeldes angeht, so sind ja die gleichen „verdächtigen Frauen“ wie immer dabei. In Chengdu beim vierten Turnier der Grand-Prix-Serie 201-16 wird es den FIDE-Verantwortlichen also egal sein, ob die 22-Jährige Chinesin aus dem aktuellen Zyklus ausgestiegen ist.

 

Von den TOP 10 der Weltrangliste [Stand 1. Juli 2016] sind Hou Yifans Landsfrau Ju Wenjun [Elo 2578/Platz 2], die Inderin Humpy Koneru [2575/3], die ukrainischen Schwestern Anna und Maria Musitschuk [je 2545/ 5 und 6] und die zweite Inderin Harika Dronavalli [2526/10] dabei. Die russische Exweltmeisterin Alexandra Kostenjuk [2549/4 ], derzeit Drittplatzierte in der Gesamtwertung [65+130=195 Punkte] wird in Chanty-Mansijsk ihren dritten Wettbewerb spielen, während die Georgierin Nana Dsagnidse [2529/9] bereits alle drei Turnieren absolviert hat und mit ihren 205 Punkten allerdings keine Chance besitzt, Gesamtsiegerin zu werden. Dieser winkt nämlich irgendwann – wer weiß das schon – ein WM-Match gegen die dann amtierende Schachkönigin. Die wird bei der nächsten K.o.-Weltmeisterschaft ermittelt, wobei bisher noch kein Veranstalter gefunden werden konnte. Ursprünglich war von der FIDE der Oktober als Termin ausgegeben worden …

 

Weiterlesen

Humpy Koneru und Harika Dronavalli liegen nach vier Runden beim vierten Turnier der Frauen-Grand-Prix-Serie in Shengdu in Führung – Ein Zwischenbericht von RAYMUND STOLZE

 

HumpyKoneru

Humpy Koneru

Die Frage sei eingangs gestattet: Was ist die Frauen-Grand-Prix 2015/16 sportlich gesehen wert ohne die noch amtierende Weltmeisterin Hou Yifan ? Die Chinesin hat immerhin die Gesamtwertung aller bisher drei Auflagen gewonnen. Zum Auftakt des vierten Wettbewerbs im Oktober vergangenen liveJahres im „Spielerparadies“ in Monte Carlo siegte sie souverän mit zwei Punkten Vorsprung vor der damaligen Schachkönigin Maria Musitschuk, von der sie sich dann im März 2016 in Lviv/Ukraine den ausgeliehenen Titel mit 6:3 [+3 =6 -0 ] zurück holte.

 

Beim dritten Turnier der aktuellen Grand-Prix-Serie in Batumi hätte die 22-Jährige problemlos wieder einsteigen können, doch daraus wurde nichts. Die beste Schachspielerin der Welt ist mit dem derzeitigen Modus der Frauen-Weltmeisterschaft nicht einverstanden. Ihr missfällt der Wechsel von K.o-Turnier und einem Matchkampf, für den die Siegerin der Grand-Prix-Gesamtwertung qualifiziert ist. Hou Yifan hat sich in der Vergangenheit diesem Procedere dennoch immer wieder gestellt. So gewann sie im Dezember 2010 durch einen 5:3-Sieg gegen ihre Landsfrau Ruan Lufei das Finale der K.o.-WM und wurde damit zugleich jüngste Schachweltmeisterin aller Zeiten. Im Jahr darauf verteidigte sie in Tirana die Schachkrone mit 5,5:2,5 gegen die Inderin Humpy Koneru, um 2012 überraschend bei den im K.o.-System ausgetragenen Titelkämpfen in der zweiten Runde in Chanty-Mansijsk gegen die Polin Monika Socko auszuscheiden. 2013 fertigte sie allerdings als Herausforderin die Ukrainerin Anna Uschenina im heimischen Taizhou locker mit 5,5:1,5 in einem WM-Match ab. Es folgte der kampflose Verlust des WM-Titel 2015 wegen eines Terminkonfliktes, aber mit dem dritten Sieg in Folge beim FIDE-Grand-Prix der Frauen 2013/14 bekam sie das Recht auf einen Zweikampf mit Maria Musitschuk.

 

Turnierseite

Weiterlesen

Vorletztes Turnier  der Grand-Prix Serie der Frauen in China – Valentina Gunina (Russland) und  Nana Dzagnidze (Georgien) führen gemeinsam in der Gesamtwertung mit 205 Punkten.

 

Valentina Gunina (Russland)

Valentina Gunina (Russland)

Der „Chinesische Schachverband“ in Zusammenarbeit mit der FIDE, organisiert das 4. Turnier der Grandprix-Serie der Frauen. Vom 1. bis 15. Juli spielen 12 Top-Frauen im Hotel Wang Jian, in der 14- livemillionen Stadt Chengdu, einer Provinzhauptstadt in Westchina.

 

Die Veranstaltung wird von der Chinese Chess Association und Chengdu Sports Bureau, gemeinsam mit der Chengdu Volksregierung der Stadt, Brett- und Kartenspiele Verwaltungszentrum der General Administration of Sport von China, Chengdu Schach Institute und Chengdu Chess Association, gesponsert.

 

Chengdu unterstützt nachdrücklich die Entwicklung und Popularisierung der Gedankenspiele. Die Stadt veranstaltete schon eine Mannschafts-Weltmeisterschaft. Das Preisgeld beträgt insgesamt 60.000 Euro. 10.000 Euro für den Sieg.

 

Die Teilnehmerinnen:
Koneru Humpy IND GM 2575; Ju Wenjun CHN GM 2559; Muzychuk Anna UKR GM 2551V Muzychuk Mariya UKR GM 2546; Harika Dronavalli IND GM 2514; Tan Zhongyi CHN WGM 2509; Stefanova Antoaneta BUL GM 2505; Zhao Xue CHN GM 2503; Javakhishvili Lela GEO IM 2497;
Cramling Pia SWE GM 2474; Khotenashvili Bela GEO GM 2456; Girya Olga RUS WGM 2448;

 

Turnierseite

Weiterlesen

Neuling TuRa Harksheide trifft zum Auftakt der Saison 2016/17 als Gastgeber auf Vizemeister Schwäbisch Hall und die SF Deizisau – Von RAYMUND STOLZE

 

Von links nach rechts: Ketevan Arakhamia-Grant, Ekaterina Kovalevskaya, Ketino Kachiani-Gersinska, Antoaneta Stefanova, Teamchef Thilo Gubler, Alexandra Kosteniuk, Anna Zatonskih, Iamze Tammert. Es fehlen: Anna Muzychuk, Victoria Cmilyte, Mariya Muzychuk, Elena Sedina, Lisa Schut, Julia Bochis und Cécile Haussernot

Die Deutsche Meistermannschaft 2016: Baden-Baden (Foto: Thilo Gubler)

Nachdem die SG Augsburg sozusagen auf den „fahrenden Zug“ aufgesprungen ist und das Angebot angenommen hat, erstklassig zu spielen, steht der Spielplan der Frauen-Bundesliga für die Saison 2016/17. Staffelleiter Thomas Rondio hat die zwölf Erstliga-Vereine über die Ansetzungen der 26. Spielzeit informiert.

 

Los geht es am 22./23. Oktober. Und das sind die Paarungen der ersten beiden Runden, bei denen Neuling TuRa Harksheide, Meister OSG Baden-Baden und SK Lehrte Gastgeber sind.

 

Sonnabend, 22. Oktober, 14 Uhr:

  • TuRa Harksheide – SK Schwäbisch Hall
  • Hamburger SK – SF Deizisau
  • OSG Baden-Baden – SG Augsburg
  • Karlsruher SF – FC Bayern München
  • SK Lehrte – SC Bad Königshofen
  • SV Medizin Erfurt – Rodewischer Schachmiezen

 

Sonntag, 23. Oktober, 9 Uhr:

  • SF Deizisau – TuRa Harksheide
  • SK Schwäbisch Hall – Hamburger SK
  • FC Bayern München – OSG Baden-Baden
  • SG Augsburg – Karlsruher SF
  • Rodewischer Schachmiezen – SK Lehrte
  • SC Bad Königshofen – SV Medizin Erfurt

 

Bereits in Runde 2 gibt es dabei das Spitzenduell zwischen Vizemeister Schwäbisch Hall, der zuvor gegen Gastgeber TuRa Harksheide einen leichten Auftakt haben sollte, und dem Dritten Hamburger SK, der mit Deutschlands Nummer 1 Elisabeth Pähtz den sicherlich namhaftesten Neuzugang vorzuweisen hat.

 

Weiterlesen

SF Friedberg und SK Großlehna ziehen sich aus der Frauen-Bundesliga zurück, … und Augsburg rückt nach!  – Von RAYMUND STOLZE

 

Melanie Lubbe, Foto: http://www.lubbe-schach.de

Melanie Lubbe

Nun gibt es sie auch, die wirklich schlechten Nachrichten aus der Frauen-Bundesliga. In aller Stille haben sich nämlich die SF 1891 Friedberg und der SK Großlehna nicht nur aus der höchsten deutschen Spielklasse zurück gezogen, sondern gleichzeitig wie im Vorjahr der USV Volksbank Halle vorerst gänzlich vom Frauen-Schach auf überregionaler Ebene verabschiedet.

 

Beide Teams gehörten bisher zu den wichtigen Eckpfeilern in der 1. Liga. Die Burgfräuleins aus Hessen, die in der Saison 2011/12 erstmals erstklassig waren, belegten dabei auf Anhieb Platz 4. Im Jahr darauf war man bereits ernsthafter Konkurrent von OSG Baden-Baden um die Meisterschaft, wobei der Titelverteidiger nur durch den schwer erkämpften 3,5:2,5-Sieg im direkten Vergleich mit einem Punkt Vorsprung erneut triumphierte. Hinter dem blieb jedoch ein ehrenvoller Rang 2.

 

Dass die Vizemeisterschaft allerdings mit dem folgenden finanziell nicht gerade „billigen“ Aufgebot geholt wurde, sei erwähnt: Almira Sripcenco [Frankreich], Eva Repková [Slowakei], Melanie Ohme, Elena Lewuschkina [beide Deutschland], Ticia Gara [Ungarn], Adriana Nikolowa [Bulgarien], Irina Bulmaga [Rumänien], Deimante Daulyte [Litauen].

 

Weiterlesen

Zweite Auflage des Jugendmasters in Lüneburg startet am 29. Juni in Lüneburg – Von Bundesnachwuchstrainer BERND VÖKLER

 

Ausschreibung

Bernd Vökler (by DSJ)

Nach dem „relativ schlechten“ Elo-Ergebnis der deutschen Delegationen bei der Jugend-WM in Durban und der Jugend-EM in Batumi vor zwei Jahren, hatte Bundesnachwuchstrainer Bernd Vökler eine Analyse erstellt und war zu dem Ergebnis gekommen: Ursache ist die Elo-Flut in deutschen Open und nicht, wie fälschlich vermutet, die schlechte Form der deutschen Spieler! Silbermedaillengewinnerin Filiz Osmanodja hat selber nur 7 Punkte gewonnen. Matthias Blübaum auf Platz 4 ging schon ins Negative!

 

Nichtsdestotrotz waren vom Deutschen Schachbund neue Ansätze für diese Problematik gefragt. Und diese hat Bernd Vökler geliefert. Zum ersten Mal führte der DSB ein Jugendmaster im August 2015 in Apolda als Vorbereitung auf die internationalen Saisonhöhepunkte durch. Die Premiere gewann übrigens die tschechische Gastspielerin Nela Pychova [ http://www.jugendmasters-2015.steffans-schachseiten.de/ ].

 

Nun erreichte uns vom Bundesnachwuchstrainer die erfreuliche Nachricht, dass die zweite Auflage dieser Veranstaltung für den Jahrgang 2000 und jünger vom 29. Juni bis 3. Juli in Lüneburg stattfinden wird.

Weiterlesen

Anna Uschenina neue Europameisterin, Elisabeth Pähtz verpasst in der finalen Runde eine Medaille und wird Fünfte – Ein EM-Abschlussbericht von RAYMUND STOLZE

 

480px-Fondation_Neva_Women's_Grand_Prix_Geneva_11-05-2013_-_Anna_Ushenina_(cropped)-1

Europameisterin 2016: Anna Uschenina

So gnadenlos kann Schach sein. Auf der einen Seite wird gejubelt, denn Exweltmeisterin Anna Uschenina holt nach Natalja Schukowa [2000 und 2015] und Ekaterina Lagno [2005] bei den 17. Frauen-Europameisterschaften im Mamaia/Rumänien den vierten Titel für die Ukraine. Auf der anderen Seite bietet Elisabeth Pähtz bis zur finalen Runde eine wirklich erstklassige Vorstellung, die erste deutsche EM-Medaille für die Frauen ist greifbar – um dann noch kurz vor dem sportlichen Ziel „abzustürzen“.

 

Dass die 31-Jährige mit Rang 5 – es ihre bisher beste EM-Platzierung – einen der insgesamt 14 Quotenplätze für die K.o.-Weltmeisterschaft 2018 verdientermaßen erkämpft hat, wird sie in der Stunde einer bitteren Niederlage erst einmal nicht unbedingt trösten.

 

Stierkampf, Bild: Ulrike Ertel (Berlin)Sie verlor ihre an dramatischen Momenten nicht zu überbietende Begegnung – es war wie ein Stierkampf – gegen die Spanierin Sabrina Vega Gutierrez, womit zugleich ihre Serie von unglaublichen 30 Partien ohne Niederlage endete, in der „Verlängerung“ höchst unglücklich. Ihre sicherlich überglückliche Gegnerin, die den „Stier bei den Hörnern gepackt hat“, um im Bild zu bleiben, holt Silber vor Exweltmeisterin Antoaneta Stefanowa.

 

Ich denke, dass Elisabeth dennoch mit Abstand gesehen, allen Grund dazu hat, stolz über ihre Tage in Mamaia zu sein. Nach dem Turnier ist bekanntlich vor dem Turnier, und deshalb bin ich fest davon überzeugt, dass sie durchaus weiterhin für Schlagzeilen sorgen kann. Dass „Lizzy“ kürzlich die 2500er-Elo-Schallmauer gebrochen hat sowie das Auftreten bei ihrer inzwischen 15. EM-Teilnahme sollten Motivation genug sein, weiterhin das sportlichen Ziel nicht aus den Augen zu lassen, in der Weltrangliste unter die TOP 10 zu kommen. Das Potenzial dazu hat sie allemal!

 

Hier nun ihr wahrlich dramatischer Spielfilm der letzten beiden Runden …

 

Weiterlesen

Online spielen
Forum

Bundesliga-Statistik

de.wikipedia.org

Elo
DWZ/Spielersuche
RSS-FEED
Archive
Kategorien