GM-Turnier

Abschluss der Chess Tour 2016


Carlsen und Karjakin haben nach ihrem WM-Match Pause, andere Weltklassespieler (hier definiert als Elo über 2750) sitzen ab morgen, Freitag, in London am Brett. Darunter auch einer, der offenbar beim New Yorker WM-Match eine Rolle spielte und noch vier bis fünf, die bei früheren WM-Matches eine Rolle spielten. Ich nenne die zehn Teilnehmer mal in alphabetischer Reihenfolge: Adams, Anand, Aronian, Caruana, Giri, Kramnik, Nakamura, So, Topalov, Vachier-Lagrave. Das (Vorteil Adams) wird vermutlich nicht der Endstand im Turnier – er bekam die Londoner wildcard, 50% wie letztes Jahr ist für ihn wohl bereits ein gutes Ergebnis.

 

Alle anderen könnten das Turnier vielleicht gewinnen – es gibt eher keine Favoriten und keine Aussenseiter. Wenn einer „Favorit“ für den letzten Platz ist, dann vielleicht (so sehe ich es) Topalov, wobei er diese Rolle zuvor beim Sinquefield Cup nicht bestätigte. Schnell- und Blitzschach kann er allerdings eher nicht. Chess Tour Gesamtaspekte werde ich später noch beleuchten, im Teaser nur noch die Auflösung des „Rätsels“: Welche fünf bis sechs Spieler meinte ich oben? Vachier-Lagrave war offenbar diesmal Carlsen-Sekundant – Standort während dem Match das norwegische Kragerø, also eher kurze Anreise nicht über den Atlantik sondern über die Nordsee. Adams half Carlsen beim zweiten Match gegen Anand 2014 in Sotschi. Anand, Kramnik und Topalov spielten bereits WM-Matches (der Vollständigkeit halber: Kramnik war zuvor Kasparov-Sekundant). Giri hatte offenbar ‚irgendeine‘ Rolle bei WM-Matches, demnach waren nur Aronian (es sei denn, Gerüchte dass er Gelfand gegen Anand geholfen hat stimmen) und die drei Amerikaner bisher immer reine Zuschauer – jedenfalls was WM-Matches betrifft. Turnierseite

 

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(Und noch ein Turnierchen in St. Louis)

 

el-correo-1Die USA sind immer noch das Land der unbegrenzten Möglichkeiten – da kann man auch ohne einschlägige Erfahrungen (zuvor nur als Geschäftsmann oder auch – früher – Schauspieler/Muskelprotz) wichtige politische Ämter erwerben. Aber das ist nicht Thema dieses Beitrags, demnächst blickt auch die Schachwelt in die USA (New York und ein bisschen vielleicht auch St. Louis). Da fallen Entscheidungen wohl – für Mitteleuropäer – gegen Mitternacht oder etwas, aber nicht viel später.

 

live

Ab 11.11. um 20 Uhr

Schwerpunkt ist das WM-Match Carlsen-Karjakin in New York, aber parallel spendiert Rex $inquefield auch einigen, die sich dafür nicht qualifizieren konnten, ein paar $$$. Vor dem WM-Match sollte man beide Spieler zeigen – das letzte gemeinsame Foto stammt aus Bilbao. Es zeigt, dass Carlsen durchaus (was Benehmen betrifft) gewisse Schwächen hat, aber das wird akzeptiert und hat keinen Einfluss auf schachliche Resultate. Dass er diese Partie (und auch das Turnier) später gewann, ist allgemein bekannt – ich bewerte es etwas anders als andere.

 

New York, New York – nach 21 Jahren mal wieder Austragungsort einer Schach-WM, wie das zustande kam siehe später. Zuletzt war es 1995 Austragungsort der privaten WM Kasparov-Anand (lang lang ist’s her, damals gab es noch das World Trade Center), zuvor wurde 1990 die erste Hälfte des letzten Matches Kasparov-Karpov dort ausgetragen (zweite Hälfte in Lyon). Jeweils gewann Kasparov – das zweite Mal klar, das erste Mal knapp. London machte zuletzt auch politische Schlagzeilen – wobei die Stadt London gegen den Brexit war und auch die Stadt New York Donald Duck Trump nicht gewählt hat. Schachmetropole war London auch bereits vor dem jährlichen Superturnier im Dezember seit 2009: 1993 gewann beim (privaten) WM-Match Kasparov-Short der Favorit, aber an sein nächstes Londoner WM-Match 2000 gegen Kramnik hat Kasparov keine guten Erinnerungen. Beim Kandidatenturnier 2013 war Kasparov allenfalls indirekt beteiligt – da gewann am Ende der „haushohe Favorit“, ein gewisser Magnus Carlsen, knapp aufgrund eines Details im Regelwerk.

TurnierseiteLivestream

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Und Oparin über Oparin Teil zwei

bocharov-oparin
 
Mal was Neues: als Titelbild ein Diagramm – mit Dank an Chessbase (die Software, nicht die Webseite), Grigoriy Oparin der mich informierte und wahrscheinlich eine Engine, die Oparin informierte. Oder fand er es nach (nicht während) der Partie ohne Engine, oder wurde es von einer russischen Quelle erwähnt? Schwarz am Zug, was tun? Oparin nennt es eine „really nice idea“, dass er hier (Schwarz gegen Bocharov im Superfinale der russischen Meisterschaften) mehr hatte als – wie in der Partie gespielt – Dauerschach. Daher wähle ich auch die Kategorie „Faszination Schach“. Leser dürfen, falls gewünscht, zunächst selbst grübeln – oder auch Engines befragen, wobei „meine“ (Gratisversion von Stockfish auf einem Laptop) anderthalb Minuten brauchte und die der Liveübertragung auf chess24 (Einstellungen für Premium-Mitglieder) es erst kapiert, wenn man sie mit dem richtigen schwarzen Zug füttert.

 

Ansonsten: Chess24 hat zu diesem Turnier (und auch sonst) Peter Svidler, der Schachticker hat (mit Dank an chess24) Grigoriy Oparin – Teil eins war nach dem Halbfinale, Teil zwei nun. Bei uns dauerte es etwas länger und ist weniger ausführlich, dafür gibt es zwei Gründe: Chess24 hat Svidler bezahlt, das können wir nicht, und Oparin hat neben Schach auch andere Dinge zu tun. Hat Svidler zwar auch – Frau und Kinder, im Fernsehen Serien oder auch Kricket gucken. Aber vor Ort in Nowosibirsk musste er wohl auf ersteres verzichten, und hat letzteres zumindest verzögert und zuvor direkt nach der jeweiligen Runde seine Partien video-analysiert.

 

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Hou Yifan und Alexander Donchenko (und andere) haben zuvor auch mitgespielt

Finale

anand-mvl
Der „Corsican Circuit“, dieses Jahr war die 20. Auflage, ist eine Mischung aus Normalschach, Schnell- und wenn nötig Blitzschach (eventuell auch Armaggedon, aber diesmal war es nie der Fall). Zuerst ein Open mit klassischer Bedenkzeit, bei dem sich die besten 12 für die KO-Phase mit verkürzter Bedenkzeit qualifizieren. Warum 12 im KO-Turnier? Weil vier weitere für diese KO-Phase gesetzt waren: Anand, Vachier-Lagrave, Radjabov (hat im Schnellschach immer noch beachtliche Elo 2788) und Hou Yifan – warum sie und nicht der Elo-bessere Anton Korobov müsste man die Ausrichter fragen.

Open

 
Das Endergebnis habe ich bereits verraten, das Titelbild (alle Fotos von der Turnierseite) bekommen beide Favoriten zusammen – da sie zuvor dominierten, wobei das Finale dann eine recht einseitige Angelegenheit zugunsten von MVL war. Auch wenn man (wie ich) die französische Sprache beherrscht, ist es nicht ganz einfach Infos auf der Turnierseite zu finden – sie ist ziemlich unkonventionell aufgebaut. Fotos erwecken dabei den Eindruck, dass es eine nette Veranstaltung war – nicht nur für die Grossmeister.

 

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Christian Zickelbein wurde besonders geehrt – Ein Beitrag von Frank Hoppe

 

Sipke Ernst (by Georgios Soulewidis)

Sipke Ernst (by Georgios Soulewidis)

Unter einem Jubiläum versteht man eine Erinnerungsfeier bei der Wiederkehr eines besonderen Datums“ schreibt die Wikipedia. So gesehen fällt 2016 ein Jubiläumsturnier aufgrund des 186. Vereinsgeburtstages schon mal aus. Auch wenn so ein Alter schon mal per se eine jährliche Erinnerungsfeier zur Pflicht macht.

 

Christian Zickelbein (by Georgios Souleidis)

Zwei andere Jubiläen konnten dagegen gebührend gefeiert werden. Da war zum einen das seit 20 Jahren bestehende HSK-Schachzentrum und zum anderen die 30 Jahre von Christian Zickelbein als Vorsitzender des HSK. Seit dem 24. Oktober 1986 führt er den Hamburger SK! Manfred Giersiepen blickte bei der Eröffnung des Jubiläumsturniers „20 Jahre HSK Schachzentrum“ auf diese lange Zeit zurück, so daß es selbst dem Geehrten so vorkam, als ob es stattdessen um „30 Jahre Christian Zickelbein“ ging. Christian Zickelbein (Foto links ) auf der HSK-Website: „Inzwischen beschleicht mich auch das Gefühl, dass das HSK Schachzentrum, das doch eigentlich gefeiert werden sollte, zumindest in den Ansprachen vor dem Turnierbeginn zu kurz gekommen sein könnte.

 

Gespielt wurde dann auch noch, 7 Tage lang vom 24. bis zum 30. Oktober.

 

Im GM-Turnier setzte sich der niederländische GM Sipke Ernst vor dem Jugend-WM-Vierten Dmitrij Kollars durch. Im IM-Turnier siegte sein Landsmann Thomas Beerdsen. Das österreichische Nachwuchstalent Bardhyl Uksini konnte nur wenige Tage nach seinem sensationellen Sieg beim „New Chess Brains“-Turnier keine weitere Husarenleistung folgen lassen.

 

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Mit zwei geschlossenen Rundenturnieren feiert das HSK Schachzentrum sein 20 jähriges Jubiläum!

 

Monika Socko (Polen) Foto: by Eteri -Kublashvili

GM Monika Socko (Polen) Foto: by Eteri -Kublashvili

Am heutigen Montag um 16 Uhr geht es los. Das GM-Turnier und das IM-Turnier anlässlich des 20-Jährigen Bestehens des Klubhauses gehen in die erste Runde. An den ersten 4 Tagen und somit die ersten 4 Runden werden Sie im Live-Ticker auf dem Laufenden gehalten. Runde 5 bis 9 gibt es dann wie gewohnt mit Liveübetragung der Partien.

 

Teilnehmer GM-Turnier:

 

GM Ernst Sipke NED 2540 Hamburger SK von 1830 eV ; GM Cuenca Jimenez Jose Fernando ESP 2529 Hamburger SK von 1830 eV ; IM Kollars Dmitrij GER 2491 Hamburger SK von 1830 eV ; Sebastian Dirk GER 2454 Hamburger SK von 1830 eV ; IM Feuerstack Aljoscha GER 2449 FC ST.Pauli 1910 eV SAbt ; GM Socko Monika POL 2433 FC ST.Pauli 1910 eV SAbt ; IM Bracker Frank GER 2427 Hamburger SK von 1830 eV ; Colpe Malte GER 2397 Hamburger SK von 1830 eV ; IM Langrock Hannes GER 2396 Schachgemeinschaft Leipzig ;  IM Van Delft Merijn NED 2384 Hamburger SK von 1830 eV ;

 

Teilnehmer IM-Turnier:

 

GM Grabarczyk Miroslaw POL 2441 SV Griesheim (DA) ; IM Ostrovskiy Andrey UKR 2438 SK Norderstedt von 1975 ; FM Beerdsen Thomas NED 2404 Schachverein Mülheim-Nord 1931 ; WGM Hoolt Sarah GER 2371 Hamburger SK von 1830 eV ; Engel Luis GER 2367 Hamburger SK von 1830 eV ; IM Fries-Nielsen Jens Ove DEN 2356 ; FM Rietze Clemens GER 2335 SC Rotation Pankow e.V. ; FM Bach Matthias GER 2308 Hamburger SK von 1830 eV ; Uksini Bardhyl AUT 2298 Hamburger SK von 1830 eV ; Parvanyan Ashot ARM 2262 SC Agon Neumünster ;

Resultate GM-TurnierResultate IM-TurnierHamburger Schachklub von 1830

GM Arkadij Naiditsch  in Barcelona

 

Vom 22. bis zum 28. Oktober wird in Barcelona, am Sitz der katalonischen Föderation, ein Rundenturnier mit folgenden 8 Spielern ausgetragen:

 

GM Duda Jan-Krzysztof POL 2678
GM Zvjaginsev Vadim RUS 2673
GM Naiditsch Arkadij AZE 2684
GM Anton Guijarro David ESP 2628
GM Munoz Miguel CAT 2471
GM Peralta Fernando ARG 2577
IM Asis Gargatagli Hipolito CAT 2499
GM Lopez Martinez Josep Manuel CAT 2547

 

Gestandene Großmeister, wie Arkadij Naiditsch und Vadim Zvjaginsev, treten gegen junge und hungrige Spieler an. Bedenkzeit pro Partie 90 Minuten für 40 Züge, plus 30 Minuten für den Rest der Partie. Es gibt von Anfang an einen Zeitzuschlag von 30 Sek. pro Zug.

 

TurnierseiteLIVE

 

 

 

14 von 15 Partien enden Remis, damit auch zum Schluss Nepomniachtchi vor Giri vor dem Rest

nepomniachtchi
 
„14 von 15 Partien“ bezieht sich auf Runde sieben bis neun, Zeitraum dieses Berichts – wobei ein Abschlussbericht dann immer auch Rückblick auf das gesamte Turnier ist. „Aufregend“ bezieht sich auf die letzte Runde, in der zeitweise alle drei Ergebnisse möglich schienen, im Sinne von: Giri gewinnt alleine (nicht nur seine Partie, sondern damit das Turnier), Blitz-Stichkampf zwischen Giri und Nepo, oder – so kam es dann – Nepo gewinnt alleine. Nur ein viertes Szenario – Stichkampf zwischen mehr als zwei Spielern – war zwar vor der Schlussrunde denkbar, aber hat sich schnell erledigt.

 

Hoppla, ich bin schon bei der Schlussrunde, erst wie üblich der Endstand im Turnier: Nepomniachtchi 6/9, Giri 5.5, Aronian und Anand 5, Svidler, Mamedyarov, Li Chao, Kramnik 4.5, Tomashevsky 3.5, Gelfand 2.

 

Bei den Fotos – Quelle wieder der russische Schachverband – zeige ich diesmal auch einige, die nur als Zuschauer vor Ort waren (oder hatten sie doch auch eine andere Rolle?). Das Titelbild bekommt natürlich Ian Nepomniachtchi.

TurnierseitePartien

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Nepomniachtchi vor Giri vor acht anderen

giri
 
Sechs Runden sind gespielt, wieder bekommen die Spieler einen Tag Pause – um das Geschehen zu verarbeiten, Pläne für die drei verbleibenden Partien zu schmieden und/oder sich auszuruhen. Fünf Spieler können eventuell noch in den Kampf um den Turniersieg eingreifen, wobei nicht alle dieselben Chancen haben; dagegen ist der letzte Platz wohl bereits vergeben. So steht es derzeit: Nepomniachtchi 4.5/6, Giri 4, Kramnik, Aronian, Anand 3.5, Svidler und Li Chao 3, Mamedyarov 2.5, Tomashevsky 2, Gelfand 0.5.

 

Alle Fotos wieder vom russischen Schachverband, beim Titelfoto zweifelte ich. Eigentlich gehört es Nepomniachtchi, aber ihn hatte ich schon im letzten Bericht. Tagesaktuell vielleicht Aronian, aber es ist ein Bericht zu Runde drei bis sechs – also doch, wie vor Runde sechs geplant, Anish Giri. Auch als Belohnung für die wenigsten Remisen im Turnier!? Stimmt nicht, diese (zweifelhafte) Ehre gehört Boris Gelfand. Und nun Runde für Runde:

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Und Mini-Nachruf für Mark Dvoretsky

nepomniachtchi
Berichte zu Superturnieren schreibe ich generell vor den Ruhetagen (und natürlich auch einen Abschlussbericht). Beim Tal Memorial ist bereits nach zwei Tagen der erste Ruhetag – bzw. nach zwei Nachmittagen und zuvor dem abendlichen Blitzturnier. Damit ist das Material noch relativ übersichtlich, zumal ich nicht auf alle Partien mit klassischer Bedenkzeit näher eingehen „muss“. Derzeit steht es so: Anand, Giri und Nepomniachtchi 1.5/2, Aronian, Kramnik, Li Chao und Svidler 1, Gelfand, Mamedyarov, Tomashevsky 0.5.

 

Wer bekommt das Titelbild? Alle drei momentan Führenden sind vielleicht überraschend: Anand, da das Blitzturnier zuvor schlecht für ihn lief, Giri da er doch „immer“ remis spielt (oder?), Nepomniachtchi da er keiner der Favoriten war. Ich entschied mich dann für Nepomniachtchi – nicht nur wegen diesem (bisherigen) Turnier, auch wegen seiner Entwicklung in den letzten fünf Monaten: von Elo 2703 im Mai 2016 zu (Olympiade mit eingerechnet) Elo 2749 am 1. Oktober. Alle Fotos vom russischen Schachverband.

 

Da der Bericht nun chronologisch ist, dauert es noch etwas bis der Untertitel dran ist.

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„Russland gegen den Rest der Welt“

Blitz 25.9. ab 18 Uhr

gelfand-2014
Normalerweise bin ich mit Ausrufezeichen im Titel (und anderswo im Artikel) eher zurückhaltend, Grund diesmal: lange war unklar ob es ein russisches Superturnier unter diesem oder auch einem anderen Namen geben würde, nun – relativ kurzfristig angekündigt wobei es zuvor bereits Gerüchte gab – doch. Wikipedia (auf Englisch) hatte Tal Memorial bereits ‚beerdigt‘: „Tal Memorial war ein jährlich von 2006-2014 in Moskau ausgetragenes Schachturnier.“ Ich weiss nicht mehr, wann – 2014 oder 2015 – ich einen russischen Schachjournalisten in Wijk aan Zee gefragt hatte, ob Tal Memorial „safe“ (gesichert) sei, die Antwort war jedenfalls vielsagend „I hope so“ (hoffentlich). 2014 wurde es dann als Blitzturnier ausgetragen, mit klassischer Bedenkzeit und anderem Sponsor wurde dann mit Petrosian ein anderer Ex-Weltmeister geehrt. 2015 entfiel es – ein paar Bemerkungen zu 2006-2013(2014) später im Artikel.

 

Dabei sind diesmal (nach Live-Elo sortiert) Kramnik, Aronian, Anand, Mamedyarov, Giri, Nepomniachtchi, Svidler, Gelfand, Li Chao und Tomashevsky. Nach noch-offizieller Elo (Stand vor der Olympiade) etwas anders, Nepo und Li Chao tauschten die Plätze. Das Feld ist nicht ganz so „super“ wie bei einigen früheren Auflagen – das hat seine Gründe, das hat auch seine Vorteile.

 

Beim Titelbild zweifelte ich und gab es dann Gelfand, den ich als Titelverteidiger betrachte – er gewann 2013 mit klassischer Bedenkzeit, das Foto ist gut zwei Jahre alt und stammt von der damaligen Turnierseite. 2014 gewann im Blitzturnier Mamedyarov, und beim Petrosian Memorial Grischuk (diesmal nicht dabei). Möglich war auch Tal selbst (aber er bekommt womöglich am 9.11.2016 zu seinem 80. Geburtstag ein eigenes Kalenderblatt) oder – dafür entschied sich die kommerzielle Konkurrenz – der Austragungsort, das neu eröffnete Museum der russischen Impressionisten.

 

Das Feld ist in vielerlei Hinsicht bunt gemischt, einiges spielte bei der Auswahl der Teilnehmer vielleicht eine Rolle:

TurnierseiteLive-Partien ab dem 26.9.

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Sinquefield Cup etwas anders als bisher

 

So

Zum vierten Mal spendierte Rex Sinquefield einigen ausgewählten Spielern eine insgesamt sechsstellige Dollarsumme. Dreimal gab es einen dominanten Sieger – 2013 im Miniturnier (ausser ihm nur Nakamura, Aronian und der klare Aussenseiter Kamsky) Carlsen, 2014 Caruanas historischer Triumph, 2015 siegte Aronian ebenfalls souverän. Die hätten vermutlich auch gewonnen oder jedenfalls wieder vorne mitgespielt, wenn das Turnier direkt danach wiederholt würde. Dieses Jahpartienr bin ich mir da nicht so sicher – zumal mit anderer Auslosung, d.h. Gegner in anderer Reihenfolge mit teilweise vertauschten Farben. Ein fast „spiegelbildliches“ Turnier (dieselben Gegner mit vertauschten Farben) gibt es im Dezember in London – fast, da Ding Liren dann (inzwischen offenbar offiziell-definitiv) durch Michael Adams ersetzt wird.

 

„So“ wie das Turnier lief gewann am Ende Wesley So (alle Fotos von der Turnierseite bzw. ab da via Flickr). Er spielte wie zuvor in Paris, Leuven und Bilbao – betont solide, gewinnen wenn es sich ergibt – und das reichte. Endstand So 5.5/9, Aronian, Topalov, Caruana, Anand 5, Nakamura und Vachier-Lagrave 4.5, Ding Liren 4, Svidler 3.5, Giri 3. Ob dieser Ansatz bei nächster Gelegenheit wieder wunderbar funktioniert, muss man abwarten – 2015 spielte er in St. Louis mutiger und landete am Tabellenende, zuletzt wurde er (wie auch Nakamura) pragmatischer.

 

Auch dieser Bericht ist etwas anders als üblich. Bei nur einem Abschlussbericht ist „Runde für Runde“ schlichtweg zu viel. Die relativ vielen Remispartien ignoriere ich weitgehend – teilweise zu Unrecht, da einige durchaus dramatisch verliefen – und bringe nur das, was sonst am Ende kommt: „Einzelkritik“ bzw. zusammenfassende Bemerkungen zu allen Teilnehmern. Dafür eine etwas grosszügigere Auswahl aus insgesamt 917(!) Fotos – etwas willkürlich, etwas „thematisch“.

 

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Interessante Duelle der „zweiten Garnitur“ in Sibirien

korobov

 
Es begann verhalten mit fünf weitgehend ruhigen Remisen – da hatten die Teilnehmer vielleicht die (für fast alle) lange Anreise nach Sibirien noch nicht verkraftet. Unpartiend auch danach hatten einige Runden mehr, andere weniger zu bieten (es gab auch einige Kurzremisen). Im Gedächtnis haften bleiben jedoch die turbulenteren Partien und auch die Tatsache, dass öfters mal Eröffnungen aufs Brett kamen, die man auf höherem Niveau (Elo 2750+) eher selten sieht.

 

Einer setzte sich früh unten ab – Bologan (letztes Jahr noch geteilt Erster, 2005 ebenfalls geteilter, 2000 und 2001 alleiniger Sieger) verlor drei seiner ersten vier Partien. Die zweite Turnierhälfte lief besser für ihn, und da andere nun kriselten bekam er Gesellschaft am Tabellenende: Sutovsky verlor in Runde 4-6, Kovalenko erzielte einen halben Punkt aus seinen letzten fünf Partien. Titelverteidiger Korobov beschleunigte in der zweiten Turnierhälfte und konnte auch eine Niederlage zwischendurch verkraften bzw. kompensieren. Das etwas ungewöhnliche Titelfoto wieder von der Turnierseite.

 

Endstand: Korobov 6/9, Wojtaszek 5.5, Andreikin, Matlakov, Jakovenko 5, Smirin, Motylev 4.5, Sutovsky 3.5, Kovalenko und Bologan 3.

 

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Carlsen im Schongang zum Turniersieg

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Viel musste er nicht mehr zeigen: Die erste Turnierhälfte war ja nach Wunsch verlaufen, und Nakamura (dank Carlsen selbst erster Verfolger) versuchte nicht wirklich, noch eine Partie zu gewinnen – ein „historischer“ Sieg reichte ihm? Carlsen gewann noch eine Partie, und auch das war ein „historischer“ Sieg: Giri erwischte eine ziemlich schlechte zweite Turnierhälfte. Ich bleibe dabei, Carlsens Spiel so zu beschreiben wie ich es sehe. Anderen gefällt es, sei es generell sei es weil er damit erfolgreich ist, einige glorifizieren es, das mache ich nicht.

 

Endstand: Carlsen 17/30, Nakamura 12, So und Wei Yi 11, Karjakin 9, Giri 7. Das Titelbild ist vielleicht bezeichnend – Karjakin im Hintergrund, nur kleidungsmässig war er in dieser Runde Carlsen ebenbürtig. Aber ihr WM-Match beginnt beim Stand 0-0. Karjakin hatte ein generell mässiges Schachjahr 2015 und gewann den Weltcup, dann 2016 ein schlechtes Ergebnis im Januar in Wijk aan Zee nebst Sieg im Kandidatenturnier, und auch im November gilt dann: für den WM-Zyklus zählen nur Ergebnisse, die Teil des WM-Zyklus sind. Die meisten Fotos aus den Bilbao-Presseberichten, einige (die mit Aufdruck „Por Manu de Alba“) auch direkt von der Turnierseite.

 

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Und drei Matches auf Niveau 2700+ und noch mehr in Biel

andreikin

Ja, Bilbao beschäftigt alle (auch mich), und dann im August Sinquefield Cup – aber Schach ist für mich mehr als die top10. Als Spieler auch mittleres Amateurniveau, als Schreiberling zumindest auch die erweiterte Weltspitze. Deshalb will ich einiges zumindest erwähnen, auch wenn ich es nicht im Detliveail besprechen kann.

 

„Vorschau“ zu Poikovsky steht in Gänsefüsschen, da das Turnier heute bereits begonnen hat – dadurch habe ich es registriert, und erst seit heute weiss ich, wer alles dabei ist. Nach Elo sortiert Andreikin, Wojtaszek, Jakovenko, Matlakov, Smirin, Kovalenko, Motylev, Korobov, Bologan, Sutovsky. Die drei zuerst genannten haben aktuell Elo 2700+ – alle(!) anderen waren mal Mitglieder im Club 2700, wobei es zum Teil länger her ist und gerade so der Fall war.

 

Die Turnierseite hat originelle Spielerfotos – mal (bis auf Smirin) nicht in Schlips und Kragen. Bei Andreikin könnte man fast vermuten, dass er eigentlich bei der Olympiade mitmachen wollte (nicht die der Schachspieler in Baku, die für viele andere Sportarten in Brasilien). Das hat sich wohl erledigt (ohnehin war er wohl nicht im Kader), dann eben eine vorübergehende Verbannung nach Sibirien.

 

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Carlsen wird (nach eigener Aussage) immer besser, seine Gegner immer schlechter

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Das („my play is getting better by the day“) sagte Carlsen nach Runde 3 seinem Adjutanten Tarjei Svensen, der es natürlich veröffentlichte. Schlechter als in der ersten Runde ging allerdings auch kaum – bis Wesley So drei Tage später das Gegenteil bewies. Runde 5 passte dann nicht ins Bild – Giri spielte gegen Carlsen vielleicht phasenweise schlecht, abeliver am Ende nicht schlecht genug. Man kann das alles natürlich auch anders sehen und „Ave Carlsen Halleluja“ singen – so steht es anderswo im Internet, ich beschreibe das Turnier so wie ich es sehe. Alle Fotos aus den offiziellen Pressemails.

 

Bilbao vergibt Fussball-Punkte: drei Punkte für einen Sieg, einen (bzw. zwei über beide Spieler verteilt) für ein Remis – jeweils egal wie das Ergebnis entstand, das gilt natürlich auch bei normaler Punktwertung. Damit steht es bei Halbzeit so: Carlsen 10, Nakamura 7, Giri 5, Karjakin, So, Wei Yi 4. Carlsen führt da seine Gegner es insgesamt so wollten, Nakamura ist Zweiter da Carlsen gegen ihn schlecht spielte, Giri Dritter da er gegen Carlsen insgesamt nicht schlecht spielte.

 

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Vachier-Lagrave, Nepomniachtchi, [Bilbao: Carlsen (bei Halbzeit)]

Maxime_Vachier-Lagrave
 
Bei drei parallelen Superturnieren (zwei heute beendet, eines hat Halbzeit) ist es nett, wenn sie zwecks Titel-Ökonomie einen gemeinsamen Nenner haben. Auch in Bilbao führt zur Halbzeit Generation 1990, da ein gewisser Magnus Carlsen (Karjakin konnte nicht mithalten), aber das bekommt einen eigenen Bericht. Und Andreikin, der fünfte im 2700er Club mit Geburtsjahr 1990, war nirgendwo dabei – ein Spieler mit Elo 2700+ der (wie generell auch Nepomniachtchi) eben kaum Einladungen bekommt.

 

Das Titelbild (alle Dortmund-Fotos von der Turnierseite, Fotograf Georgios Souleidis) bekommt MVL – der mich am meisten überzeugte: als einziger der drei im Untertitel erwähnten blieb er ungeschlagen, und profitierte auch weniger als Carlsen von mitunter groben bis absurden gegnerischen Fehlern. Zunächst der jeweilige Endstand:

 

Xinghua: Nepomniachtchi 6/9, Harikrishna und Wang Yue 5, Ding Liren, Yu Yangyi, Bu Xinagzhi 4.5, Ivanchuk, Leko, Hou Yifan 4. Ganz vorne im Vergleich zu nach der sechsten Runde unverändert, dahinter tat sich ein bisschen was.

 

Dortmund: Vachier-Lagrave 5.5/7, Kramnik, Caruana, Dominguez 4, Ponomariov, Nisipeanu 3.5, Najer 2, Buhmann 1.5. Im Gegensatz zu Nepo in China, der zwischendurch stolperte, zog MVL die Sache souverän durch.

 

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Symmetrische Tabelle vor dem zweiten Ruhetag

 

Maxime_Vachier-Lagrave

Man musste kein Hellseher sein, um vor dem Turnier zu vermuten, dass die erste Runde in Dortmund schon einen Fingerzeig für das gesamte Turnier liefern könnte – so kam elives dann auch, wobei das Ergebnis einer relevanten Partie einerseits überraschend war, andererseits nicht. In einer Hinsicht wird Dortmund 2016 keine, jedenfalls keine „identische“ Wiederholung von Dortmund 2015. In einer anderen Hinsicht könnte das noch passieren.

 

Genug rätselhafte einleitende Sätze, zu den nackten Fakten – Stand nach vier von sieben Runden: Vachier-Lagrave 3/4, Dominguez 2.5, Kramnik, Ponomariov, Caruana, Nisipeanu 2, Najer 1.5, Buhmann 1. Das Titelbild bekommt natürlich der momentan führende Franzose – alle Fotos von Georgios Souleidis, Turnierseite.shot2-1

 

Nach drei Runden war das Feld noch dicht beieinander, nach der vierten Runde liegt erstmals einer alleine vorne und einer alleine am Tabellenende. Die rote Laterne für Buhmann ist nicht allzu überraschend, die Führung für MVL auch zumindest keine „Sensation“. Zu den beiden anderen Favoriten: 50% für Caruana und Kramnik sind etwas unterschiedlich zu bewerten – Caruana hatte bisher dreimal Weiss, Kramnik dreimal Schwarz. Und nun Runde für Runde:

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Überraschender Zwischenstand in Xinghua

Nepomniachtchi

Höchste Zeit um ein bisschen was zumlive chinesischen Superturnier zu schreiben, pünktlich vor dem asymmetrischen Ruhetag nach sechs von neun Runden. Beim Zwischenstand ist einiges überraschend, einiges auch eher nicht. Nicht überraschend aus meiner Sicht, dass die Elo-Aussenseiterin derzeit Letzte ist, und drei von vier Spielern mit 2,5/6 gehören nach aktuellen Elozahlen auch etwa dahin (wobei alle drei schon einmal etwas mehr Elo auf ihrem Konto hatten). Überraschend dagegen, wer auch nur 2,5/6 hat, und wer momentan souverän führt: Nepomniachtchi 4.5/6, Bu Xiangzhi, Yu Yangyi, Wang Yue 3.5, Harikrishna 3, Wang Hao, Ding Liren, Ivanchuk, Leko 2.5, Hou Yifan 2.

 

Der „Fremdkörper“ unter den Spielern mit 2,5/6 ist natürlich Elofavorit Ding Liren. So bekommt er kein Titelfoto, das bekommt Ian Nepomniachtchi. Alle Fotos von „China Sports Network Intelligence“ – Dank auch an Kollegen von Chessbase und chess.com die sich ebenfalls dort bedienen, sonst hätte ich es nicht gefunden.

 

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Das dritte Superturnier im Juli

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„Das dritte“ ist chronologisch – derzeit läuft bereits eines in China und eines in Dortmund. In zweierlei Hinsicht ist es – Definitionssache – „das erste“. Zulivem einen nach Eloschnitt der Teilnehmer, dafür gibt es mehrere Gründe: Sie konnten einen Spieler mit Elo 2855 zur Teilnahme motivieren, dafür mussten sie offenbar Sonderwünsche erfüllen, das tut man doch für Carlsen … . Sie haben, mit einer Ausnahme, kein Interesse an Spielern ausserhalb der top10 – dabei sind die durchaus ein bereichernder und belebender Faktor. Und sie haben nur sechs Teilnehmer – auf der Bilbao-Skala ist es „immerhin“, die letzten Jahre waren es vier. Alphabetisch geordnet: Carlsen, Giri, Karjakin, Nakamura, So, Wei Yi – so ausgewählt dass Carlsen auch hier vorne steht?

 

Zum anderen hat Bilbao die lauteste Öffentlichkeitsarbeit – keine Kritik an Dortmund, so laut muss es (für mich) nicht unbedingt sein, und China bedient wohl, wenn überhaupt, ein chinesisches Publikum. Mitunter ist es in/aus Bilbao, nicht nur dieses Jahr, originell: sie machen auch mal, was Schachspieler am Brett nicht dürfen – Züge zurücknehmen bzw. korrigieren.

 

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