Heute live um 15 Uhr: GM Naiditsch, Arkadij - GM Nisipeanu, Liviu-Dieter

Kandidatenturnier

Karjakin gewinnt das Kandidatenturnier – Spannung bis zum Schluss

 

Karjakin-mit-Medien-WorldchessUnd dann grosses Medieninteresse für den Sieger (Titelfoto worldchess.com). Nach der vorletzten Runde war bereits klar, dass „ein Auto“ im November dieses Jahres Schachweltmeister wird oder bleibt – gemeint ist ein Spieler dessen Nachname mit Car oder auch Kar beginnt. Norwegen produziert meines Wissens zwar Erdöl aber keine Autos, allerdings macht Carlsen inzwischen auch Reklame für Porsche. Karjakin fährt vielleicht Lada (nicht verwechseln mit dem Journalisten/Fotografen David Llada). Caruana fuhr vielleicht früher mal – wenn nicht Ferrari dann einen Mittelklasse-Fiat. Dann bekam er von Rex $inquefield wohl zumindest genug Geld für einen Cadillac.

 

Am Ende gewann dann Karjakin, jedenfalls das Kandidatenturnier. „Generation 1990“ bezieht sich darauf, dass er wie Carlsen in diesem Jahr geboren wurde – ausserdem auch Vachier-Lagrave (spielt vielleicht im nächsten Kandidatenturnier), Andreikin (spielte schon einmal Kandidatenturnier), Nepomniachtchi, Hammer (waren beide als Sekundanten/Helfer an WM-Zyklen beteiligt, Nepo nun auch als Kommentator), usw. (Howell und Saric sind die nächsten nach Elo und wohl Bekanntheit beim Publikum). Einen Titel bekommt Carlsen in diesem Leben nicht mehr: jüngster Grossmeister aller Zeiten – das ist und bleibt Karjakin.

 

Endstand im Kandidatenturnier: Karjakin 8.5/14, Caruana und Anand 7.5, Giri, Nakamura, Aronian, Svidler 7, Topalov 4.5. Vom Ergebnis her deutlich, wobei eventuell-potentielle Tiebreaks in der entscheidenden letzten Runde womöglich dennoch „mitspielten“. Relativ kurz, wenn auch bildreich zu den letzten beiden Runden, und dann noch zum Turnier insgesamt:

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Caruana kommt, Karjakin bleibt

 

Das ist die kurze Zusammenfassung der letzten drei Runden (zusammen genommen, jede Runde für sich könnte Caruana interviewman auch anders beschreiben). Ergänzend könnte man noch sagen: Anand kommt und geht, Aronian geht, Giri remisiert, und nun haben wir bereits fünf von acht Spielern. Die drei anderen haben sich entweder verbessert (Svidler, Nakamura) oder verschlechtert (Topalov), haben allerdings – wie Giri – nach menschlichem Ermessen (in diesem Zyklus) keine Chance mehr auf ein WM-Match gegen Carlsen. Bei Topalov ist es bereits definitiv, denn drei Punkte Rückstand auf Platz eins kann man in zwei verbleibenden Runden nicht mehr aufholen. Eine kleine Chance auf den vorletzten Platz hat er immerhin noch.

 

So steht es momentan: Karjakin (nach Tiebreak vorne) und Caruana 7/12, Anand 6.5, Svidler, Giri, Aronian 6, Nakamura 5.5, Topalov 4.

 

Das Titelbild (Fotos, wenn nicht anders angegeben, wieder vom russischen Schachverband) zeigt Caruana mit rechts Peter Doggers – die anderen im Hintergrund (er)kenne ich nicht. Peter Doggers in Diensten des amerikanischen chess.com hat dieses Interview nach Runde 10 sicher gerne geführt, zumal Nakamura kaum Anlass zu Jubelarien liefert – nach Runde 12 kommen sie womöglich doch noch. Das WM-Match wurde ja bereits nach New York vergeben, und dann hiess es „jetzt muss sich ein Amerikaner qualifizieren, dann melden sich mehr Sponsoren und gibt es mehr Preisgeld“. Mal abgesehen davon, dass für mich (im Gegensatz zu anderen) Preisgeld nicht das Aller-Allerwichtigste ist, stört mich dieser Automatismus. Zumindest „interessant“, dass neben einem Wunschkandidaten derzeit der wohl unerwünschteste Spieler vorne liegt, und Karjakin hat den besseren Tiebreak: mehr Niederlagen bzw. offiziell heisst es „most wins“. Erster Tiebreaker ist das Ergebnis des Mini-Matches, das wird erst in der letzten Runde entschieden. Zwischen Karjakin und Anand steht es da 1-1 – schlauerweise im Tiebreak-Sinn nicht zweimal Remis, sondern zwei Weissiege. Caruana besiegte Anand 1,5-0,5 – das heisst de fakto muss Anand nicht einen halben, sondern einen Punkt Rückstand auf Caruana aufholen. Jetzt habe ich schon ein bisschen verraten, was in Runde 10-12 alles passierte, nun der Reihe nach:

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Anand marschiert, Karjakin stagniert auf höchstem Niveau

 

AnandDieser Zwischenbericht kommt etwas später und ist, was die Partien betrifft, vielleicht etwas kürzer und knapper, da ich die letzten Tage auch anderweitig beschäftigt war. Der Untertitel ist inspiriert von einer Fotoserie im Bericht zu Runde 9 auf ruchess.ru – wiederum stammen alle Fotos vom russischen Schachverband. Hinter Anand erkenne ich Aronian, der seinen Rückstand auch in der anschliessenden Partie nicht aufholen konnte. Die anderen Fotos vor der Runde zeige ich nicht, aber da ich auch Läufer bin will ich den Einmarsch einiger Teilnehmer kurz kommentieren. Alle haben die verkehrte Kleidung und die verkehrten Schuhe, aber es war ja vor allem ein Schachturnier (und Mr. Trainingsanzug Ivanchuk hat sich diesmal nicht qualifiziert). Neben Anand wirkt auch Svidler dynamisch. Nakamura und Topalov versuchen es ebenfalls, aber eine Hand in der Hosen- bzw. Jackettasche, das geht gar nicht. Giri wirkt im Vergleich zu ihnen schwerfällig, aber er hatte ja einen Elefanten im Gepäck (Auflösung kommt später).

 

Zum schachlichen Geschehen: Wieder gab es pro Runde eine Entscheidung, und zwar Nakamura-Topalov 1-0 (für den Stand an der Spitze unwichtig), Caruana-Nakamura 1-0 (Caruana holt auf) und Anand-Aronian 1-0 (Vorteil Anand, Nachteil Aronian). Mehr Entscheidungen waren durchaus drin, aber so wie die Ergebnisse lauteten ist der neueste Zwischenstand Karjakin und Anand 5.5/9 (Tiebreak-Vorteil Karjakin), Aronian und Caruana 5, Giri 4.5, Svidler 4, Nakamura 3.5, Topalov 3. Karjakin, Caruana und Giri sind weiterhin ungeschlagen; Giri, Svidler und Topalov sind weiterhin sieglos. Was Caruana und Giri betrifft, liegt es auch an ihrem Duell in Runde 9 das aus Giris Sicht das „falsche“ Ergebnis hatte (remis). Auch Svidler konnte einige bessere bis gewonnene Stellungen nicht verwerten, und hatte einen „offday“ gegen Anand.

 

Was noch als kurze Zusammenfassung von Runde 7-9? Einige (auch Giri in Runde 9 gegen Caruana) riskierten nun etwas mehr, einige sind vielleicht bereits etwas müde, daher Partien nach dem Motto „wir haben beide schlecht gespielt“.

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Merkwürdige Dinge geschehen im Kandidatenturnier

 

KarjakinWas war alles merkwürdig in Runde 4-6? Runde 4: Karjakin hatte noch nie gegen Anand gewonnen (allerdings mit klassischer Bedenkzeit auch zuletzt 2006 und 2007 verloren, seither spielten sie zehnmal remis gegeneinander), und nun in einem für beide, vielleicht noch mehr für ihn selbst wichtigen Turnier. Runde 5: Topalov verzichtete auf ein interessantes Figurenopfer und spielte stattdessen positionell, später bot er (grösster Fan der Sofia-Regeln) selbst remis. Der verstorbene Vugar Gashimov spielte plötzlich mit, oder zumindest seine Eröffnung (Benoni). Runde 6: Svidler begann eine Pressekonferenz nicht mit einem Wortschwall, sondern sagte nur zu seinem Gegner „go ahead!“. In Runde 4 und 6 randalierten h-Bauern.

 

Insgesamt ein buntes Treiben, auch wenn nur drei von zwölf Partien Sieger und Verlierer hatten – diesmal nicht gleichmässig über die Runden verteilt, sondern Karjakin-Anand 1-0 in Runde 4, nichts in Runde 5 sowie Anand-Svidler 1-0 und Aronian-Nakamura 1-0 in Runde 6. Damit ist klar, wer Fortschritte machte, wer auf der Stelle trat (neben Anand die drei nicht erwähnten Spieler) und wer in der Tabelle zurückfiel. Stand nach sechs von vierzehn Runden: Karjakin und Aronian 4/6, Anand 3.5, Caruana und Giri 3, Svidler 2.5, Topalov und Nakamura 2. Für das Titelbild (alle Fotos wieder vom russischen Schachverband) und eigentlich auch für den Titel „Karjaking!?“ hatte ich mich bereits entschieden, bevor Aronian in Runde 6 nach langem Kampf Nakamura besiegte und zu Karjakin aufschliessen konnte.

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Vorteil Anand-Aronian-Karjakin

Teilnehmer
Da bisher kein Spieler besonders auffiel, oder nur einer in negativer Hinsicht, bekommen alle zusammen bzw. ihre Karikaturen das Titelbild. Für Fotos habe ich mich beim russischen Schachverband bedient – da weiss ich, dass man sie mit Quellenangabe verwenden kann. worldchess.com droht dagegen gerne mit Anwälten, dazu später mehr.

 

„Verhalten“ ist der Start jedenfalls im Vergleich zu den Kandidatenturnieren 2013 und 2014. Da gab es in den ersten drei Runden immerhin jeweils fünf Entscheidungen, diesmal nur deren drei. Fünf ist nicht so viel mehr als drei, und sieben nicht viel weniger als neun (das bezieht sich auf die Remispartien), aber zusammen ist es doch ein Unterschied. Kann sein, dass die Kandidaten diesmal solider und risikoscheuer spielen, aber 2013 und 2014 gab es auch Favoriten und verglichen damit Aussenseiter, diesmal gibt es keine Aussenseiter. Später mehr zum Vergleich 2013-2014-2016, nun alle entschiedenen Partien (eine pro Runde) und der entsprechende Zwischenstand: Anand-Topalov 1-0, Karjakin-Nakamura 1-0, Topalov-Aronian 0-1. Also Karjakin, Aronian, Anand 2/3, Giri, Caruana, Svidler 1.5, Nakamura 1, Topalov 0.5. Elf Runden werden noch gespielt.

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Ab Freitag wird gespielt

Ab 13 Uhr

Spielsaal by AGON
Die Schachwelt schaut nach Moskau – vielleicht schon heute für die Schlussrunde des Aeroflot-Opens, sicherlich ab Freitag für ein kleineres Turnier mit noch höherem Eloschnitt. Die acht Teilnehmer sind schon einige Zeit bekannt, ich nenne sie noch einmal und auch warum sie mitspielen: Anand als Sieger des letzten Kandidatenturniers und dann Verlierer des WM-Matches gegen Carlsen, Caruana und Nakamura als Beste der FIDE Grand Prix Serie, Karjakin und Svidler als Weltcup-Finalisten, Topalov und Giri nach Elo, Aronian als Wildcard. Warum bekam ein Armenier die Wildcard für ein Turnier in Moskau, und nicht der Russe Kramnik? Weil der Sponsor Tashir Group jedenfalls ursprünglich aus Armenien stammt.

 

Ausrichter AGON legt viel Wert auf Design – siehe das Titelfoto und andere im Artikel „A New Way to Watch Chess“. Was kann ich noch bereits im Teaser erwähnen? Die Paarungen stehen unter anderem hier, gespielt wird jeweils ab 14:00 Ortszeit (12:00 in Mitteleuropa) im Rhythmus drei Runden – Ruhetag – drei Runden – Ruhetag usw. . Hoppla, neueste Information auf der Turnierseite ist: Anstoss jeweils um 15:00 Ortszeit. Zum Schluss bei insgesamt 14 Runden natürlich nur noch deren zwei. Spätestens am 28.3. kennen wir den Sieger – es sei denn ein Tiebreak-Match muss entscheiden, wer das Ticket nach New York zum WM-Match gegen Carlsen bekommt. Das ist allerdings sehr unwahrscheinlich: Schnell- und eventuell Blitzschach gibt es laut Regelwerk nur, wenn zwei oder mehr Spieler nach allen Kriterien (Punkte, direktes Resultat, Anzahl Siege und Sonneborn-Berger) gleichauf liegen. Daher verzichte ich darauf, das dann notwendige komplizierte Verfahren zu verstehen und zu erklären.

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AGON bestätigt den Termin für das Kandidatenturnier 2016 – Anish Giri ist als letzter der acht Teilnehmer qualifiziert – Anmerkungen von RAYMUND STOLZE

 

AGON_LogoEs sind keine „Liebesgrüße aus Moskau“ – der Originaltitel des James-Bond-Thrillers von 1963 mit Sean Connery als Geheimagent 007 lautete From Russia with Love  – die mich am heutigen Dienstag [10. November] aus der russischen Hauptstadt per E-Mail erreichten. Vielmehr hat sich der Pressechef der Firma AGON – die hat bis 2022 die Rechte für alle Weltmeisterschaften der FIDE erworben – mit einer E-Mail gemeldet, um endgültig zu bestätigen: 2016 FIDE WORLD CHESS CANDIDATES TOURNAMENT TO BE PLAYED OUT IN MARCH …

 

Doch lesen Sie selbst, was Dmitry Chitaya mitteilt [ergänzt durch Portraits der acht Kandidaten]:

 

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