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Kolumne

Putin-Getreuer Iljumschinow bleibt Präsident des Weltverbands

Von Hartmut Metz

 

Für Garri Kasparow hat der Kampf fast so ein Debakel ergeben wie in der russischen Politik – oder genau genommen: Es war auch diesmal russische Politik. Nachdem der 13. Weltmeister der Schach-Geschichte in Russland mutig Opposition gegen Wladimir Putin betriebenmetz hatte und nach mehreren Verhaftungen am Schluss nach Kroatien flüchtete, zog der 51-Jährige erneut den Kürzeren gegen den Kreml-Fürsten – diesmal indirekt: Kirsan Iljumschinow sicherte sich in der Schlammschlacht mit Kasparow die Unterstützung Putins. Der trug natürlich gerne sein Scherflein bei, um den lästigen Gegenspieler als Präsident des Schach-Weltverbands FIDE zu verhindern.
 

Während der Olympiade in Tromsö votierten die 174 in Norwegen vertretenen Verbände für den Amtsinhaber. Iljumschinow erhielt 110, Kasparow nur enttäuschende 61 Stimmen, drei Zettel waren ungültig. Das Ergebnis für den Ex-Weltmeister, der vom amerikanischen Milliardär Rex Sinquefield unterstützt wurde, fiel prozentual gesehen noch schlechter aus als bei den Niederlagen jeweils vier Jahre zuvor für Legende Anatoli Karpow und den Manager und früheren Turnierorganisatoren Bessel Kok, die den seit 1995 umstrittenen Kalmücken an der Spitze der FIDE ablösen wollten. Die neutrale Haltung des Deutschen Schachbunds (DSB) honorierten die Delegierten: DSB-Präsident Herbert Bastian wurde überraschend zu einem der zehn Vizepräsidenten gewählt… Weiter

Renommierte Barsbütteler Künstlerin Elke Rehder befasst sich mit den ersten Tageszeitungs-Kolumnen und Zeitschriften des königlichen Spiels
Von Hartmut Metz
 


Diese Schachkolumne ist inzwischen weit mehr als 1 000 Mal erschienen; Samstag für Sammetzstag, seit einem Vierteljahrhundert. Die erste deutschsprachige Schach- spalte in einer Tageszeitung fand sich 1828 in der „Berliner Stafette“. 101 Jahre hielt das Blatt durch, ehe es kurz nach der Namensänderung in „Allgemeines Oppositionsblatt“ 1929 in der Wirtschaftskrise nicht mehr genügend oppositionelle Käufer fand. In dem Jahrhundert zuvor gehörte eine Schachspalte zum guten Ton einer jeden Tageszeitung. Eine reine Schachzeitung gründete Louis-Charles Mahé de La Bourdonnais als Erster. Der 19-Jährige von der Insel La Réunion fand im berühmten Pariser „Café de la Regence“ nach zwei Jahren keinen ebenbürtigen Gegner mehr und galt von 1821 an bis zu seinem Tod 1840 als stärkster Spieler der Welt. Obwohl er 1836 die erste Schachzeitung, „Le Palamède“, gründete, starb der Franzose mit 45 völlig verarmt in London. 1846 erschien die erste „Deutsche Schachzeitung“ von Hermann Hirschbach in Leipzig. Während sie nur drei Jahrgänge überlebte, wurde die im Juli 1846 in Berlin gegründete „Schachzeitung“ bis heute bewahrt und ging nach mehreren Umbenennungen im heute noch herausgegebenen „Schach“ auf. Die Historie der Schachspalten hat Elke Rehder interessant in ihrem Band „Schach in Zeitungen des 19. Jahrhunderts“ (Edition Jung, 29,80 Euro) aufbereitet…. Mehr

Zweikampf und Open finden trotz des Krieges in Israel statt
Von Hartmut Metz

 

Zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt haben die Schachspieler in Israel einen aufregenden metzZweikampf angesetzt: Just als sich der Russe Peter Swidler und der israelische Weltklasse-Großmeister Boris Gelfand gegenübersaßen, begann der Krieg zwischen Israelis und Palästinensern zu toben. Da Anschläge und Raketenbeschuss im Nahen Osten zum traurigen Alltag gehören, ließen sich die Organisatoren selbst davon nicht abhalten, in Jerusalem ein Open durchzuziehen.
 

An starken Spielern mangelt es in Israeli seit jeher nicht. Schon im 20. Jahrhundert war das königliche Spiel bei den Juden tief verwurzelt. Sie stellten mit Wilhelm Steinitz und Emanuel Lasker die ersten Weltmeister. Vor allem dank enorm starker jüdischer Zuwanderer aus der ehemaligen Sowjetunion gehört Israel heutzutage auf den 64 Feldern zu den Großmächten. Das kleine Land hat 40 Großmeister und findet sich in der Weltrangliste auf Platz zwölf, nimmt man die Ratingzahlen der Top Ten als Maßstab. Bei der nun beginnenden Schach-Olympiade im norwegischen Tromsö dürfte Israel daher wieder eine gute Rolle spielen… Weiter

Gedanken zu einem Eröffnungsexperiment des norwegischen Superstars bei der Blitzschach-WM in Dubai von JULIA KIRST

 

Ich kaufte mir die August-Ausgabe des „Schach-Magazin 64“, schlug es auf und stieß auf Seite 4 auf Folgendes:

Laurent Fressinet – Magnus Carlsen, Blitz-WM, Runde 3, Dubai 20141

1. e4 Sf6 2. e5 Sg8


Das ist die Diagrammstellung. Jeder Trainer würde seinen Schützling kritisieren, wenn er diesen zweiten Zug spielen würde. Aber wenn sogar der Weltmeister das spielt …1

 

Diese „Rückzug“-Variante in der Aljechin-Verteidigung kam wohl erstmals in der Fernpartie Berwick – Edinburgh im Jahre 1861 vor. Die schwarze Idee könnte Folgende sein: Vielleicht wird ja der vorgerückte Bauer zur Schwäche und ist später angreifbar. Außerdem ist der schwarze Springer auf g8 nicht so angreifbar wie auf d5. Ob das alles ausreichende Argumente für den Springerrückzug sind, ist zweifelhaft. Tempoverlust ist eben Tempoverlust, hier sogar ein zweifacher. Und das auch noch mit Schwarz.

 

Natürlich wurde das alles im Blitz gespielt, wo die Psyche eine besondere Rolle spielt. Ein verblüffender Zug in der Eröffnung kann den Gegner so verwirren, dass er die Partie nicht so stark spielt wie sonst. Sicherlich wird Carlsen auch auf den psychologischen Effekt gesetzt haben, nach dem Zug strahlte er nicht umsonst wie ein Honigkuchenpferd. Aber seien wir mal ehrlich: Mit seiner famosen Endspielkunst kann er es sich leisten, auch mal schlechter zu stehen.
 

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Tritt Kramnik nach der Pleite bei seinem Lieblingsturnier in Dortmund bald zurück?

Von Hartmut Metz

 

Was ist los mit Wladimir Kramnik? Bis vor Kurzem galt der Russe als einziger Spieler, der dank seinermetz exzellenten Eröffnungsvorbereitung Magnus Carlsen vom WM-Thron stoßen kann. Doch zuletzt wirkte der 39-Jährige uninspiriert – und jetzt spielte er selbst in seinem „Wohnzimmer“ in Dortmund katastrophal. Der frühere Seriensieger beim Chess-Meeting sammelte in den sieben Runden nur 2,5 Punkte. Lediglich Schlusslicht David Baramidze (Hockenheim) war noch einen halben Zähler schlechter. Inzwischen fragen sich viele Weggefährten wie Ex-Weltmeister Viswanathan Anand, ob etwas an den via Twitter verbreiteten Gerüchten dran ist, dass Kramnik mit 40 zurücktreten wird.
 

Seine Karriere vor sich hat dagegen noch Fabiano Caruana. Der Italiener deklassierte den Rest des Feldes und klettert in der nächsten Weltrangliste erstmals auf über 2 800 Elo-Ratingpunkte, was Position drei bedeutet. Der 21-jährige Caruana lag bei seinem zweiten Turniersieg in Dortmund nach 2012 mit 5,5 Punkten weit vor Georg Meier (Baden-Baden) und dem Ungarn Peter Leko (beide 4). Im Mittelfeld landeten dank einer ausgeglichenen Bilanz Arkadij Naiditsch und der Brite … Mehr

Caruana und Meier starten in Dortmund fulminant

Von Hartmut Metz

 

Das traditionsreichste deutsche Schachturnier hat gleich mit Paukenschlägen begonnen: Nationalspieler Georg Meier bezwang zum Auftakt in Dortmund Wlmetzadimir Kramnik. Ein Kunststück vor allem auch deswegen, weil der immer exzellent vorbereitete Ex-Weltmeister aus Russland kaum eine Partie mit dem weißen Anzugsvorteil verliert und Rekordsieger bei dem Wettbewerb ist. Auch für den früheren Dortmunder Arkadij Naiditsch begann das Heimspiel beim Sparkassen Chess-Meeting verheißungsvoll mit einem Sieg und zwei Remis. Nur der Italiener Fabiano Caruana lag bei Redaktionsschluss der Schachspalte mit 2,5:0,5 Punkten vor den beiden Baden-Badener Bundesligaspielern.

 

Das Duo verpasst durch den Einsatz in Dortmund eine andere beliebte Veranstaltung ihres Klubs: Die OSG lädt heute ab 15 Uhr zum Mannschafts-Simultan in der Trinkhalle ein. 150 Amateure messen sich beim Kurhaus mit mehreren Stars des deutschen Serienmeisters. Ex-Weltmeister Viswanathan Anand (Indien) schreitet abwechselnd mit den Großmeistern Etienne Bacrot (Frankreich), Francisco Vallejo Pons (Spanien), Jan Gustafsson, Roland Schmaltz und Philipp Schlosser die Reihen ab. Zudem ziehen wohl mehrere Spielerinnen aus dem Kader der Damen-Bundesliga wie die Balgerin Iamze Tammert, die Muggensturmerin Ketino Kachiani-Gersinska oder die Kurstädterin Katja Borulya für das OSG-Team. Die Asse rücken zwar schneller als bei einem herkömmlichen Simultan an und verkürzen die Bedenkzeit – dafür fassen sie zuweilen andere Pläne als der Vordermann und patzen eher. Daher haben die Amateure eher Chancen auf ein Remis oder gar einen Sieg.
 

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Schach-Historiker Stefan Haas arbeitet Turnier in Mannheim 1914 auf
Von Hartmut Metzmetz


Der XIX. Kongress des Deutschen Schachbundes in Mannheim hat für keinen Teilnehmer gut geendet. Mitten ins Turnier vor 100 Jahren platzte der Ausbruch des Ersten Weltkriegs. Die plötzlich „feindlichen“ Spieler wurden in Rastatt interniert. Während der Völkerschlacht wurde es für die Russen um Jefim Bogoljubow und den späteren Weltmeister Alexander Aljechin sehr ruhig – aber man war glücklicherweise fern der Front: „Das Leben im Gefängnis war ziemlich eintönig. Es gab keine Bücher, keine Zeitungen und natürlich auch kein Schach. Deshalb haben Bogoljubow und ich stundenlang Blindpartien gespielt“, erinnerte sich Aljechin. Aufregender hatte sich zuvor der DSB-Kongress bis zur elften der geplanten 17 Runden entwickelt. Aljechin führte mit 9,5 Punkten, hatte aber noch das schwierigere Restprogramm als die Verfolger Milan Vidmar (8,5) und Rudolf Spielmann (8). Der Karlsruher Schach-Historiker Stefan Haas hat sich rechtzeitig zum 100-jährigen Jubiläum des Turniers einmal mehr ums badische Schach verdient gemacht… Mehr
 

Chess960-„Papst“ Schmitt mit seinem Team deutscher Meister
Von Hartmut Metz


Die rasante Entwicklung ist etwas ins Stocken geraten, seit es das weltweit größte Schnellschach-Festival in Mainz nicht mehr gibt. Bei diesem hatte Hans-Walter Schmitt die Weltklasse mit hohen Preisgeldermetzn verführt, Chess960 zu spielen. Diese Abart des Denksports unterscheidet sich vom herkömmlichen Schach nur durch die unterschied- lichen Startaufstellungen der acht Figuren hinter den acht Bauern. Diese wird unter 960 Möglichkeiten ausgelost. Die Idee dahinter, die US-Legende Bobby Fischer als Erster promotete: Die ausufernde Schach-Eröffnungstheorie sollte umgangen werden. Vom ersten Zug an muss sich der Spieler selbst eine Strategie ausdenken, anstatt vorbereitete Eröffnungsvarianten herunterzuspulen – das kann er beim Chess960 nur noch, wenn die Position 518 aufs Brett kommt. Das ist die herkömmliche Startaufstellung. Vor allem Amateuren gefällt die Idee, bedarf es doch keines „Herrschaftswissens“.
 

Dass die starken Spieler aber trotzdem auch im Chess960 dominieren, zeigte sich bei der deutschen Meisterschaft, die der SC Waldbronn alljährlich ausrichtet: Großmeister Klaus Bischoff beherrschte das Feld. Der deutsche Einzelmeister aus Frankfurt gab in sieben Runden nur ein Remis ab. Die nominelle Nummer zwei, Igor Zuyev (Heusenstamm/6), sicherte sich auch Silber vor Oliver Günthner (Leonberg/5,5). Der Baden-Badener Illya Mutschnik, der Autor dieser Zeilen und Oswald Gschnitzer (Walldorf) folgten punktgleich auf den Plätzen… Mehr

Fußball-Fan Carlsen sichert sich zweiten und dritten WM-Titel
Von Hartmut Metzmetz


Aufregend geht es derzeit im Leben von Magnus Carlsen zu. Die WM in Brasilien nimmt den Fußball- Fan schon genug in Beschlag. Bei dem Norweger dreht sich aber zudem noch alles um drei weitere Weltmeisterschaften – in seinem Metier Schach. Zunächst machte die Runde, dass sein nächstes WM-Match in Sotschi stattfinde. Die Revanche-Möglichkeit für den entthronten Viswanathan Anand ist mit drei Millionen US-Dollar dotiert. Der Schach-Weltverband FIDE verbreitete bereits, dass die Großmeister zugestimmt hätten – doch prompt kam das Dementi beider Seiten. Die Norweger hoffen noch, dass sie das Duell im November zum Heimspiel für Carlsen machen können. Allerdings hatte der Verband bis vor Kurzem Schwierigkeiten, den Etat für die Schach-Olympiade im nordnorwegischen Tromsö im August auszugleichen. In fünf Monaten dürften daher kaum die Millionen für einen WM-Zweikampf einge- sammelt werden können. Weil Anand sich nicht mehr erneut dem Druck daheim in Indien aussetzen will, wird es doch auf „Putingrad“ als Spielort hinauslaufen… Mehr

Russe verweist Weltmeister beim Heimspiel in Stavanger auf Platz zweimetz
Von Hartmut Metz


Sergej Karjakin hat auf Jubelposen verzichtet. „Kannst du nicht ein bisschen glücklicher aussehen?“, bat einer der Kommentatoren den Russen nach dem letzten Zug in Stavanger. „Ich bin glücklich – aber auch müde“, erklärte der Weltranglistenneunte sein ermattetes Äußeres. Beim Heimspiel der Nummer eins hatte Karjakin dem Norweger Magnus Carlsen wie schon beim ersten „Norway Chess“-Wettbewerb die Schau gestohlen. Obwohl der 24-Jährige nach neun Runden mit sechs Punkten vor dem Weltmeister (5,5) lag, konnte Karjakin nicht mit seinem Spiel zufrieden sein. Die Müdigkeit resultierte sicher auch daher, dass der jüngste Großmeister aller Zeiten (mit zwölf Jahren und sieben Monaten) häufig auf Verlust stand. Doch mit zähem Widerstand riss der frühere Ukrainer das Ruder mehrfach herum – vor allem gegen Anish Giri, der mit Dame und Turm gegen Dame und Läufer alles versuchte. Der Niederländer zog nach einem letzten Patzer in einer „Seeschlange“ über 131 Züge den Kürzeren. Der wichtigste seiner vier Siege gelang Karjakin gegen Alexander Grischuk.. Mehr
 

„Solidarisierungswelle“ spült Kürzung des Innenministeriums weg

Von Hartmut Metz

 

Selten hat es im Deutschen Schachbund eine solche Solidarisierungswelle gegeben“, freut sich der Präsident des Verbandes, Herbert Bastian, zumal diese eine Entscheidung überraschend hinwegspülte. Das Bundesministerium des Innern (BMI) löste bei seinen mehr als 90 000 Mitgliedern einen metzbis dato nicht gekannten Sturm der Entrüstung aus. Anfang Mai hatte das für die Sportförderung zuständige Ministerium dem Deutschen Schachbund (DSB) nicht nur schriftlich mitgeteilt, dass er künftig keine Zuschüsse mehr erhalte. Dabei ging es um rund 130 000 Euro, ein Promille des BMI-Haushaltspostens von 130 Millionen Euro. Die Argumentation aus Berlin lautete, Schach sei „kein Sport“, weil es an „Eigenmotorik“ fehle.

 

Das sorgte für heftigen Widerspruch im Internet. Schachspieler versandten Mails, die dazu aufforderten, eine Petition gegen die Entscheidung zu unterzeichnen. Der Deutsche Olympische Sportbund hatte zwar die neue Sport-Definition mit dem Begriff „Eigenmotorik“ verabschiedet, gleichzeitig aber die Sonderstellung seines Schach-Mitglieds betont … Mehr

Elsässer um Philipp Schlosser französischer Vizemeister

Von Hartmut Metz

 

Clichy hat seinen französischen Titel verteidigt. Während sich die deutsche Schach-Bundesligametz an sieben Wochenenden trifft, um die 15 Runden zu absolvieren, bittet der Verband FFE einmal im Jahr zum „Top 12“. Dass die knapp zweiwöchige Veranstaltung diesmal auf ein „Top 11“ reduziert wurde, lag am Rückzug des Teams von Marseille Echecs.
 

In Saint-Quentin dominierten Clichy-Echecs-92 und der Club de Bischwiller. Die Elsässer spielten groß auf und gewannen neun der zehn Begegnungen. Lediglich in der sechsten Runde hatte das Team um den Baden-Badener Großmeister Philipp Schlosser nichts zu bestellen: Gegen Clichy setzte es ohne den pausierenden Schlosser eine 1:5-Schlappe. Anders als in deutschen Wettbewerben zählen die Franzosen die Remis nicht mit und werten nur die Einzel-Siege. Außerdem müssen die Achterteams eine Frau aufbieten. Das beflügelt zum einen die Nachwuchsförderung bei den Mädchen – zum anderen die Honorare, die die starken Spielerinnen von den Klubs verlangen können. So tritt die vieljährige französische Topdame Almira Skriptschenko für das zahlungskräftige Clichy an…. Mehr

Lasker gewinnt vor 100 Jahren legendäres Turnier in St. Petersburg

Von Hartmut Metz

 

Ob bei dem Turnier 1914 Zar Nikolaus II. tatsächlich die ersten fünf Großmeister-Titel verliehen hat, gilt als historisch zweifelhaft. Erstmals benutzt wurde der Ausdruck für einen starken Spieler bereits 1838 in der Schachspalte der Zeitschrift „metzBell’s Life“. Offiziell führte der Weltverband FIDE den Großmeister-Titel 1950 ein und knüpfte die Vergabe an einige Kriterien. Heutzutage muss ein Spieler üblicherweise drei Normen erfüllen und seine Ratingzahl auf mindestens 2 500 Elo-Punkte hieven, um die höchste Würde zu bekommen.

 

Doch unabhängig davon, ob im April und Mai vor 100 Jahren die fünf Teilnehmer der Endrunde in St. Petersburg diese Ehrenbezeugung als außerordentliche Könner vom Zar erhielten oder nicht – das Turnier war ein historisch bedeutendes. Alle Koryphäen der damaligen Zeit befanden sich im elfköpfigen Teilnehmerfeld. Nach der Vorrunde lag der aufstrebende Kubaner José Raul Capablanca mit acht von zehn Punkten weit in Front vor den deutschen Vorkämpfern Emanuel Lasker und Siegbert Tarrasch (6,5). Etwas überraschend qualifizierte sich Alexander Aljechin für das Finale. Der Russe sammelte wie der Amerikaner Frank Marshall sechs Zähler. Diese fünf Asse werden deshalb verdientermaßen als erste Großmeister geführt… Mehr

Hypermoderner Revolutionär ändert seinen Stil radikal

Von Hartmut Metz

 

Die Eröffnung der Zukunft“ nannte Savielly Tartakower die neue Idee weitsichtig. Der Springerschritt von g1 nach f3 erfreut sich noch heute als erster Zug großer Beliebtheit und hält die Erinnerung an den Namen seines Erfinders wach: Reti. Der vor 125 Jahren geborene Namensgeber zählt zu den Größen, die am meisten zur Entwicklung des Schachs beitrugen. Die Ideen der sogenannten Hypermodernen aus den 20er Jahren prägen den Denksport.metz
 

Der am 28. Mai 1889 in Petschinok bei Bratislava geborene Ausnahmekönner galt dabei nicht als sonderliches Talent. Bei seinem ersten großen Turnier 1908 in Wien blamierte sich der 19-Jährige mit lediglich drei Remis in 19 Partien. Doch durch sehr viel Arbeit steigerte der Tscheche seine Spielstärke in den nächsten Jahren enorm und gewann nach dem Ersten Weltkrieg ein Dutzend Turniere – auch sein letztes in Stockholm. Am 6. Juni 1929 starb Reti mit nur 40 Jahren an Scharlach.
 

Sein Zuwachs an Spielstärke fußte auch darauf, dass er die Ideen der Hypermodernen wie Aaron Nimzowitsch oder seines Freundes Gyula Breyer aufsaugte und weiterentwickelte. Nachdem Reti in seinen Anfängen oft tollkühn angriff, verstand er es bei seinem radikalen Stilwechsel, wie wichtig flexible Eröffnungssysteme sind und dass man auch Figurendruck … Mehr

Bundesinnenministerium streicht Schachbund die Fördermittel

Von Hartmut Metz

 

Schach hat sich in den vergangenen Tagen erstaunlicher Popularität in den Medien erfreut. Selbst fast nur dem Fußball frönende Blätter und Webseiten berichteten über den Denksport – wobei die Sache mit dem „Sport“ das Thema war. Das Bundesinnenministerium strich dem Deutschen Schachbund (DSB) die Fördergelder. Das spart bei diesem Haushaltsposten ein Promille der rund 130 Millionen Euro. Die jährlich knapp 130 000 Emetzuro würden hingegen dem Mitglied im Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) schmerzlich fehlen. Der von der Größe mit 94 000 Spielern auf Position 28 noch vor dem Eishockey-, Hockey- oder Ruderverband rangierende Schachbund finanziert mit dem Geld seinen Sportdirektor und den neuen Bundestrainer.

 

DSB-Präsident Herbert Bastian kritisiert natürlich den radikalen Schritt. „Die Mitgliederversammlung des DOSB hat mit der Annahme der neuen Förderrichtlinien die Sonderstellung von Schach anerkannt und es als weiterhin förderungswürdig eingestuft“, betont der Saarbrücker. Das Innenministerium scherte sich jedoch keinen Deut darum und strich wegen „fehlender eigenmotorischer Leistung“ die seit 1976 gewährten Mittel. „Was jetzt passiert, verletzt die Regeln des fairen Umgangs miteinander“, befand der für die Finanzen zuständige DSB-Vizepräsident Michael Langer gegenüber der „FAZ“. „Die Schachsportler müssen gegen das unselige Image vorgehen, dass ihnen die ,eigenmotorische Aktivität’ angeblich fehle. Dieses auch aus sportlicher Sicht völlig unsinnige Vorurteil verstellt den Blick auf das eigentliche Wesen des Schachsports und hat uns die gegenwärtigen Probleme eingehandelt“, meint Bastian und weiß als Internationaler Meister, wie anstrengend fünf-, sechsstündige Partien sein können… Mehr

Zu füllig? Optimist Bogoljubow wurde nie Schach-Weltmeister (Teil III)

Von Hartmut Metz

 

Jefim Bogoljubow war nicht nur ein ewiger Optimist. Zahllose Anekdoten rankten sich so um den Trmetziberger, der vor 125 Jahren in der heutigen Ukraine geboren wurde (dritter und letzter Teil der Serie zum Jubiläum). Aber genauso stand seine Körperfülle häufiger im Mittelpunkt. Die nahm vor allem nach dem Ersten Weltkrieg in der neuen Heimat im Schwarzwald zu.

 

So gab der Großmeister in einem Örtchen in der Schweiz ein Simultan. Ein Fotograf sollte dieses denkwürdige Ereignis festhalten. Vorn stand der Großmeister, dahinter war die lange Reihe der Gegner zu sehen – doch als die Organisatoren die Fotos ausgehändigt bekamen, vermissten sie Bogoljubow darauf! Der deshalb zur Rede gestellte Fotograf begründete unaufgeregt: „Ach, der Dicke da vorn, den habe ich wegretuschiert. Der hatte ja gar nichts damit zu tun!“ … Mehr

 

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Jefim Bogoljubow „von Gott geliebt“ – aber nicht von den Sowjets

Von Hartmut Metz

 

Bogoljubow heißt im Russischen „von Gott geliebt“ – so fmetzühlte sich der vor 125 Jahren geborene Schachmeister Jefim Bogoljubow wohl auch (Teil II, Fortsetzung der Schachspalte aus der Vorwoche). Stets zuversichtlich und von sich überzeugt – das führte zu mancher Anekdote. Der nach seiner Weltkriegs-Internierung in Triberg gebliebene Russe, der dort Frieda Kaltenbach kennen lernte und Vater zweier Töchter (Sonja und Tamara) wurde, kündigte gerne mal etwas großspurig ein Matt an. „Matt in vier Zügen!“, bekam etwa Savielly Tartakower zu hören, der darauf stoisch mit dem berühmten Satz konterte: „Ich verbitte mir jegliche Belästigung!“ Noch mehr Spott zog sich der ansonsten so gemütliche Großmeister laut einem Turnierbericht zu, in dem es hieß: „Bogoljubow kündigte seinem Gegner Johner ein Matt in zwei Zügen an. Die Partie wurde später mit Endspielvorteil für Johner abgebrochen …“

 

Seinen großen Worten ließ er aber durchaus entsprechende Taten folgen: Zweimal wurde er 1924 und 1925 sowjetischer Meister – die Staatsbürgerschaft hatte der Triberger behalten und versuchte sich bis 1926 mit den Kommunisten zu arrangieren. Da der Russe aber immer wieder Restriktionen der Partei und der Schach-Apparatschiks im Verband ausgesetzt war, wurde Bogoljubow 1927 doch Deutscher und gewann von 1928 bis 1939 achtmal den nationalen Titel… Mehr

Grenzenloser Optimist vor 125 Jahren geboren / Internierung 1914 in Rastatt und Triberg war bestes Trainingslager

Von Hartmut Metz

 

Jefim Bogoljubow galt als der ewige Optimist unter den Schach-Großmeistern! Dieser überbordende Charakterzug des vor 125 Jahren geborenen Profis führte zu manch erheiternder Situation, die bis heute als Anekdote überdauerte. Am besten trifft wohl folgender Ausspruch sein Naturell: „Wenn ich Weiß habe, gewinne ich, weil ich Weiß habe – und wenn ich Schwarz habe, gewinne ich, weil ich Bogoljubow bin.“

 

Der am 14. April 1889 geborene Sohn eines Geistlichen verzichtete darauf, in die Fußstapfen seines Vaters zu treten und brach nach zwei Jahren sein Studium am Kiewer Polytechnischen Institut ab – die Leidenschaft für Schach war zu groß. In der Ukraine galt Bogoljubow bald darauf als einer der führenden Spieler. In die Weltspitze gelangte er aber vielleicht erst durch den Ersten Weltkrieg – und die daraus resultierende Internierung in Rastatt und Triberg. Wie viele andere Meister hatte er 1914 am XIX. Kongress des Deutschen Schachbundes in Mannheim teilgenommen und wurde durch den Ausbruch der Völkerschlacht überrascht. Mit weiteren russischen Assen wurde Bogoljubow nach Rastatt verfrachtet. Der spätere Weltmeister Alexander Aljechin erinnert sich: „Das Leben im Gefängnis war ziemlich eintönig. Es gab keine Bücher, keine Zeitungen und natürlich auch kein Schach. Deshalb haben Bogoljubow und ich stundenlang Blindpartien gespielt.“ Davon sind sogar mehrere überliefert, weil die Recken sie wohl später nach der Verlegung nach Triberg zu Papier brachten… Mehr

Rumäne Dieter Nisipeanu wechselt zum Deutschen Schachbund

Von Hartmut Metz

 

Die Nachricht schlug Anfang April wie eine Bombe im deutschen Schach ein: Liviu Dieter Nisipeanu verstärkt die Auswahl des Deutschen Schachbundes (DSB). Der „Transfer-Hammer“, wie die DSB-Webseite titelte, steht auf Platz 58 der Weltrangliste und ist mit einer Ratingzahl vometzn 2 686 Elo hinter Arkadij Naiditsch die neue deutsche Nummer zwei. Als größter Erfolg des Neuzugangs gilt der Sieg bei der Einzel-Europameisterschaft 2005. Bundestrainer Dorian Rogozenco nominierte den 37-Jährigen auch gleich für die Schach-Olympiade im norwegischen Tromsö (1. bis 14. August). Mit der „Verstärkung“ Nisipeanu traut der Hamburger Großmeister der Auswahl durchaus einen Platz „in den Top Ten“ zu.

 

„Ich wollte schon seit ein paar Jahren für Deutschland spielen, aber mir fehlte einfach der Mut, mit jemandem vom DSB darüber zu sprechen“, gestand Nisipeanu, der nach einem Zwist seit 2009 nicht mehr für den rumänischen Verband ans Brett ging. Der Siebenbürgener mit deutschen Wurzeln macht sich nun auch Gedanken, ob er seinen Wohnsitz womöglich nach Baden-Baden verlegt. Schließlich geht er für die OSG seit Jahren erfolgreich auf Punktehatz. In der Bundesliga-Saison trug Nisipeanu mit sechs Siegen und fünf Remis wesentlich zum neunten Titel in Folge bei. So erfolgreich würde er auch gerne in der Nationalmannschaft mit den Vereinskameraden Naiditsch und Georg Meier spielen, denn: „So einen tollen Empfang seitens des DSB hatte ich nicht erwartet! Jetzt gilt es nur noch gut zu spielen, um mich dafür zu bedanken.“ … Weiter

Anand feiert beim WM-Kandidatenturnier grandioses Comeback

Von Hartmut Metz

 

Viswanathan Anand hat ein glanzvolles Comeback gefeiert. Nachdem er den WM-Kampf gegen Magnus Carlsen sang- und klanglos Ende 201

3 verloren hatte, schrieb ihn nicht nur die ganze Schachwelt ab. Auch der Inder haderte mit sich und erwog gar, das Kandidatenturnier in Sibirien abzusagen. Doch ein Gespräch mit seinem alten Rivalen Wladimir Kramnik bestärkte ihn, doch in Chanty-Mansijk mitzuspielen.

 

Der „Tiger von Madras“ stieg dabei wie Phönix aus der Asche empor! Als einziger blieb Anand in den 14 Runden ungeschlagen und deklassierte die Konkurrenz um einen vollen Punkt (das BT berichtete). „Ich leugne nicht, dass dieses Ergebnis zu den angenehmsten Überraschungen meiner Karriere zählt“, gestand der Ex-Weltmeister nach langer Durststrecke. Dank der 8,5:5,5 Zähler kletterte der Baden-Badener Bundesligaspieler auch in der Weltrangliste wieder auf Platz drei hinter Carlsen und Lewon Aronjan, nachdem der 44-Jährige zuletzt fast aus den Top Ten gefallen war. Favorit Kramnik, der mit sieben Punkten hinter seinem russischen Landsmann Sergej Karjakin (7,5:6,5) nur Dritter wurde, glaubt nun, dass Anand in dieser Form sogar Chancen bei der WM-Revanche gegen Carlsen besitzt. Der Zweikampf soll wieder im Herbst stattfinden. Ein Ausrichter wird noch gesucht… Mehr

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