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1. März: FRAUEN-SCHACH-WM Wird Maria Musitschuk den Titel verteidigen?

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Kolumne

Weltmeister Carlsen knüpft wieder an „standesgemäße“ Erfolge an – Von HARTMUT METZ

 

Van Wely – Carlsen: Schwarz piekst und gewinnt

Die Jäger hatten bereits etwas den Respekt verloren und attackierten ihn härter. Magnus Carlsen büßte 2015 von seiner Aura als unantastbarer Weltmeister ein. In der Weltrangliste schrumpfte der Abstametznd zusehends. Doch in den vergangenen zwei Monaten trumpfte der 25-Jährige wieder in gewohnter Manier auf. „Die Rückkehr des Königs“ titelte das „Schach-Magazin 64“ im aktuellen Februar-Heft, noch bevor Carlsen seine dritte Glanztat in Wijk aan Zee folgen ließ. Der Norweger gewann nicht nur die London Chess Classic und die Gesamtwertung der Grand Chess Tour. Danach siegte er beim Qatar Masters. Carlsen wagte sich als erster Weltmeister seit Boris Spasski 1971 in ein offenes Turnier und siegte standesgemäß vor dem niederen Fußvolk. Die Plätze gingen an den Chinesen Yu Yangyi und den Russen Wladimir Kramnik, der mit 2801 Elo auf Platz zwei der Weltrangliste nun fast 50 Zähler hinter dem Führenden liegt. Beim Traditionsturnier an der niederländischen Küste deklassierte Carlsen die Kronprinzen. Bei der 78. Auflage in Wijk aan Zee blieb der Ausnahmekönner ungeschlagen und ging nach 13 Runden mit neun Punkten über den Zielstrich. Ein voller Zähler Vorsprung auf die Verfolger sind im Schach Welten.

 

Der Amerikaner Fabiano Caruana hielt bis zu seiner Schlussrunden-Niederlage am besten mit und wurde vor Ding Liren (China) Zweiter. Mit einem weiteren Zähler Abstand folgten der ungeschlagene Wesley So (USA), der niederländische Lokalmatador Anish Giri und Pawel Eljanow (Ukraine/alle 7).
Nach den jüngsten Turniererfolgen darf Carlsen wieder zuversichtlich der Suche seines Herausforderers im März beim Kandidatenturnier entgegensehen. In der fünften Runde in Wijk aan Zee wich der Weltmeister sogar von seiner üblichen Spielweise ab: Statt den Gegner bis zu dessen Erschöpfung „zu kneten“, opferte der 25-Jährige riskant eine Figur für zweifelhaften Angriff. Loek van Wely, der sich als Schlusslicht mit fünf Punkten gut in der A-Gruppe verkaufte, griff in Zeitnot fehl… Weiterlesen

Saudischer Großmufti verteufelt nach Barbie auch das Denkspiel – Von HARTMUT METZ

 

Wei – Navara: Weiß startet einen (sündhaft) starken Opferangriff

Müssen die Bauern demnächst in Ziegenhirten und die Springer in „Sprenger“ umbenannt werden? Hilft es, die Türme mit einem Minarett auszustatten? Oder dass die Damen auf dem Brett in eine Burka gehüllt werden und immer nur drei Felder hinter dem König herlaufen dürfen? Schachspieler metzaus der westlichen Welt nahmen die Fatwa eines arabischen Großmuftis gegen ihr Denkspiel mit Humor. Augenzwinkernd schlugen sie auf Facebook Änderungen beim Schach vor, um Scheich Abdulaziz Al al-Sheikh milde zu stimmen. Der oberste islamische Gelehrte in Saudi-Arabien hat Schach „verboten“, weil es „süchtig“ mache. Das sündige Spiel sei eine „Verschwendung von Zeit und Geld und verursacht Rivalität und Feindschaft“. Mit dem islamischen Rechtsgutachten, das der Geistliche in einer TV-Sendung verkündete, ist er reichlich spät dran. Seit rund 1 400 Jahren spielen Muselmanen Schach, die Wurzeln liegen in Indien und Persien. „Schachmatt“ – der König ist tot – stammt von dort. Die Araber brachten es auch nach Europa. Bekannt wurde die Fatwa von Al al-Sheikh, der bereits Barbie-Puppen und Pokémon-Karten verteufelt hat, jetzt erst richtig, weil ausgerechnet in Mekka ein Schachturnier stattfand. Der saudische Verband ließ sich jedoch nicht von dem Wettbewerb abhalten und befand, dem Großmufti mangele es an Hintergrundwissen.

 


Schach sei gewiss kein „Glücksspiel“, betonte Musa Bandr laut der Deutschen Presseagentur. Der Verbandsvertreter fürchtet jedoch, dass die „Fatwa der Religionspolizei künftig im Königreich einen rechtmäßigen Grund gibt, uns an der Organisation von Schachturnieren zu hindern“.
Sunnitische und schiitische Führer sind sich ausnahmsweise im Hass einig: Großajatollah Ali al-Sistani vom Erzfeind Iran hat Schach ebenfalls schon mit dem Bannstrahl belegt, weil es für Wetten eingesetzt werden könne. Von 1979 bis 1988 war es für Iraner gar verboten.

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Ehmann – Rieper: Nach einigen „zweitbesten“ Zügen wird Weiß nunmehr zum Gewinnzug „gezwungen“

Trainer Sentef krönt seine Nachwuchsarbeit beim Verbandligisten – Von HARTMUT METZ

 

„Nach der 1,5:2,5-Niederlage gegen Topfavorit Porz hakten wir den Titel ab und wollten ab der fünften Runde deutscher metzVizemeister werden“, erzählt Marco Riehle von den Schachfreunden Sasbach. Der Abonnement-Champion aus Köln, der Jahr für Jahr in allen Altersklassen glänzt, patzte jedoch im U16- Wettbewerb erst mit einem 2:2 – und in der letzten Runde in Lingen fing das große Zittern an. Sasbach gewann rasch 3:1 gegen Hagen. Danach lagen die Nerven der Porzer blank. In der letzten laufenden Partie verlor der Kölner Spieler die Übersicht und stellte die Partie ein. Bei jeweils 11:3 Mannschaftszählern lagen die Mittelbadener so dank der 20:8 Brettpunkte hauchdünn vor Porz (19,5:8,5). Den größten Erfolg des Verbandsligisten machten die Spitzenspieler Thilo Ehmann (5,5 Punkte), Riehle (6) und Raphael Zimmer (5,5) perfekt. Edward Schneider steuerte drei Punkte in sieben Runden bei. Ehmann und Riehle heimsten zudem die Preise als beste Einzelbretter ein. Wäre Talent Julian Martin nicht von Sasbach zum Erstligisten OSG Baden-Baden gewechselt, hätte der aufstrebende Klub wohl noch klarer den nationalen Titel geholt. Den Aufschwung verdanken die Schachfreunde vor allem der Nachwuchsarbeit von Nikolaus Sentef.

 

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Ein Dank geht an die Redaktion von Zeit-Online, die uns freundlicherweise die Genehmigung zur Veröffentlichung erteilte. Ein herzliches Dankeschön auch an den Autor IM ILJA SCHNEIDER

 

Ilja Schneider

Ilja Schneider

Eigentlich dachte ich, in 22 Jahren Schach alle Abgründe gesehen zu haben. Vor Jahren bekam ich mit, wie ein Senior sich während einer Runde hinter einer Gardine die Unterhose wechselte. Ein anderes Mal steckte sich ein Schachfreund mehrere alte Brotlaibe ein, die im Rahmen einer Kunstausstellung auf einer Theke ausgelegt waren. So mancher Spieler rauft sich während einer Partie so stark die Haare, dass seine Brettseite von Schuppen und Haarbüscheln übersät ist; der Gegner überlegt dann vielleicht zweimal, ob er dort wirklich eine Figur schlagen und in die Hand nehmen möchte. Nichts eignet sich so gut für Charakterstudien wie ein Besuch in einem Turniersaal.

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Doch was ich neulich erlebte, war in dieser Form auch mir neu. Es begab sich bei einem kleinen, familiär organisierten Halbmarathonturnier – etwa 45 Partien Blitzschach am Stück ohne längere Pausen – bei dem es kaum etwas zu gewinnen gab und schon der ungewöhnliche Modus nahelegte, dass man wirkliche Freude an der Sache selbst verspüren müsste, um sich so etwas an einem Wochenende kurz vor Weihnachten anzutun. Doch schnell wurde klar, dass ein wahrer Masochist am Start war, ein Mann um die Fünfzig, auf den ersten Blick unauffällig, aber nur auf den ersten.

 

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Rekordchampion starb vor 75 Jahren / Mathematiker und Philosoph – ein Freund von Albert Einstein – Von HARTMUT METZ

 

Pillsbury – Lasker: Mit der „Magie des Schachspiels“ – sagt Kasparow – gerät der weiße Monarch in ein wohlberechnetes Mattnetz

„Ein dreifaches Hurra dem neuen Weltmeister!“ Mit dem Ausruf erhob sich Emanuel Lasker nach seiner zehnten Gewinnpartie gegen Wilhelm Steinitz und feierte sich 1894 selbst als zweiten Weltmeister der Schach-Geschichte. Der Ausnahmekönner kam an Heiligabend 1868 in Berlinchen zur Welt umetznd starb vor 75 Jahren, am 11. Januar 1941, an der Stätte seines ersten großen WM-Triumphes, in New York. So lange wie kein anderer Großmeister, 27 Jahre, verteidigte Lasker den Thron. Egal, ob Frank Marshall, Erzrivale Siegbert Tarrasch oder David Janowski – mit Ausnahme von Carl Schlechter wurden alle WM-Herausforderer in den fast drei Jahrzehnten deklassiert. Erst der Kubaner José Raoul Capablanca konnte 1921 die Regentschaft des Doktors der Mathematik und Philosophie beenden. Der Universalgelehrte aus der Mark Brandenburg war ein enger Freund des Physikers Albert Einstein. Die folgende Glanzpartie beim Viererturnier in St. Petersburg 1895/96 besaß enorme Bedeutung. Der neue amerikanische Stern am Schach-Himmel, Harry Pillsbury, lag deutlich in Front und hätte bei einem Erfolg Ansprüche auf einen WM-Kampf anmelden können.

 

Allein Ex-Weltmeister Wilhelm Steinitz hielt durch sein gutes Resultat gegen Pillsbury den Wettbewerb offen. Bei einem dritten Sieg im vierten Duell der beiden Führenden wäre dem 23-jährigen Amerikaner Platz eins nicht mehr zu nehmen gewesen – doch Lasker schlug grandios zurück und verbesserte seine Bilanz im direkten Vergleich auf 1,5:2,5. Pillsbury brach ein und verlor fünf Partien in Serie. Nach einem der schönsten doppelten Turmopfer der Schach-Historie setzte sich der Deutsche noch vor Steinitz, Pillsbury und Michail Tschigorin durch. In den folgenden Jahren eilte der beflügelte Lasker bei allen großen Turnieren von Sieg zu Sieg… Weiterlesen

Interessante Begegnungen – Eine Kolumne von ROSEMARIE J. PFORTNER

 

Natürlich ist das Internet ein idealer Platz, um neue Ideen und Anregungen zu finden. So ist unser Webmaster Franz Jittenmeier auf das Portal KUNST & SCHACH [http://www.kunstundschach-rjp.com/] von RoseMarie J. Pfortner gestoßen.

Herbert Bastian

Herbert Bastian

Unsere Anfrage, ob Sie nicht regelmäßig eine Kolumne zu diesem Thema schreiben könnte, fand sofort ihre Zustimmung, und so erschien am 15. Oktober 2014 ihr erster Beitrag [http://www.chess-international.de/Archive/29323] in der gleichnamigen Rubrik. Heute nun folgt mit „Interessante Begegnungen “ ihre zwölfte Geschichte.

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Nicht der Badestrand in Spanien, nicht die Schlösser in Frankreich, nicht die Brücke über dem Bosporus – nein, ein großes Schach-Event zu besuchen – das möchte ich, sagte ich immer wieder zu meinem Schachlehrer. Dann, Anfang des Jahres 2014, die erste Chance: Trotz einer Aufforderung nach Zürich zu kommen und dort selbst meine Zeichnung dem amtierenden Schachweltmeister Magnus Carlsen und Viswanathan Anand zum Signieren vorzulegen –konnte ich nicht realisieren – etwas zu weit und das wäre auch zu kostspielig geworden …

 

Dass sich dann aber mein Traum quasi „vor meiner Haustüre“ mal erfüllen würde, damit habe ich nie gerechnet:

 

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Paul Keres bezwingt neun Weltmeister / Estland feiert 100. Geburtstag des Schach-Idols – Von HARTMUT METZ

 

Spielmann – Keres: Die schwarze Dame zieht – erst nach einem Zwischenzug

Spielmann – Keres: Die schwarze Dame zieht – erst nach einem Zwischenzug

Paul Keres ist zumindest Weltmeister der Herzen – in Estland. Bei seiner Beerdigung 1975 in Tallinn nahmen Hunderttausende an dem Staatsbegräbnis in der damaligen Keres(1)-1Sowjetrepublik teil! Ihren an einem Herzinfarkt gestorbenen Schach-Heros ehrten die Balten nicht nur mit einer Straßenbenennung, sondern nach der Unabhängigkeit auch mit seinem Konterfei auf dem Fünf-Krooni-Geldschein. Zu Beginn des neuen Jahres gab die estnische Staatsbank eine Gedenkmünze heraus, die Keres am Brett zeigt. Am 7. Januar wäre der Großmeister 100 Jahre alt geworden. Diese enorme Popularität verdiente sich der Gentleman durch sein stets untadeliges, freundliches Auftreten. An Erfolgen mangelte es auch nie – allerdings geht Keres als „ewiger Zweiter“ in die Geschichte ein. Von 1953 an wurde er viermal in Folge Zweiter beim Kandidatenturnier und verpasste so ein WM-Match. Der dreifache sowjetische Meister gewann mehr als 20 internationale Turniere, und der sowjetische Übervater und langjährige Weltmeister Michail Botwinnik hielt den Esten für den „stärksten Turnierkämpfer“ seiner Zeit. Ausnahmekönnern wie Botwinnik setzte der bereits mit 59 Jahren Verstorbene regelmäßig zu:

 

Keres schlug in seiner Karriere neun einstige, amtierende oder spätere Weltmeister! Die Siegesliste reichte von José Raul Capablanca bis Bobby Fischer. Ein Rekord für die Ewigkeit. Der populäre Autor, der 42 Bücher verfasste, nahm nach dem Tod von Alexander Aljechin am Matchturnier um die WM 1948 teil. Dort teilte er Rang drei. Sein größter Erfolg blieb so der erste Platz beim legendären AVRO-Turnier 1938 in den Niederlanden. Damit erwarb er das Herausforderungsrecht gegen Aljechin – der Zweite Weltkrieg verhinderte jedoch das Duell.
Als Vorbereitung auf das AVRO-Turnier spielte Keres in Noordwijk ein Turnier. Rudolf Spielmann schlug der Este dabei in beeindruckendem Stil – und glänzte einmal mehr mit feinen Zwischenzügen, die sein Spiel kennzeichneten … Weiterlesen

Exzellente Schach-Nachwuchsarbeit mit 5 000 Euro honoriert – Von HARTMUT METZ

 

Kristin Wodzinsk

Kristin Wodzinsk

Nur 50 Sportvereine pro Jahr erhalten bundesweit „Das Grüne Band für vorbildliche Talentförderung im Verein“. Seit 2008 kamen lediglich zwei Schachklubs mit dem Lübecker SV von 1893 (2013) und SV Stuttgart-Wolfbusch (2010) in den Genuss. Jetzt heimsten die Karlsruher SF 1853 (KSF) zum zweiten Mal nach 1991 die inzwischen mit 5 000 Euro dotierte Auszeichnung ein. Die Karlsruher Schachfreunde engagieren sich besonders an den Schulen. Unter den rund 170 Mitgliedern befinden sich knapp 80 Jugendliche. Im Mittelpunkt der 52-seitigen Bewerbung für das „Grüne Band“ stand der inzwischen siebenjährige Tobias. Seine drei Gmetzeschwister sind auch alle im Verein aktiv: Fabian (5), Julius (9) und Marlene (11) – nicht zu vergessen, die Eltern Holger und Veronika Kiefhaber, ihres Zeichens Bundesligaspielerin und frühere WM-Teilnehmerin wie ihre Schwester Isabel Delemarre. Den Grundstein für die KSF-Erfolge legte ihr Vater Clemens Werner. Seit 1975 engagiert sich der mittlerweile pensionierte Lehrer in der Nachwuchsarbeit. Als mehrfacher badischer Meister und Pokalsieger sowie Ex-Bundesligaspieler kann er natürlich seinen Schützlingen viel beibringen.

 

Weil auch acht der 16 Spieler des Oberliga-Kaders als Trainer fungieren, wuchs der älteste badische Klub zu einem der größten Schachvereine Deutschlands heran und stellt aktuell acht Herren-, eine Senioren- und eine Damen-Bundesliga-Mannschaft sowie unzählige Jugendteams. Letztere waren 17 Mal seit 2010 auf deutschen Meisterschaften vertreten. Vor allem Kristin Wodzinski gilt als Motor. Die Schulschach- und Damenreferentin des Bezirks hat als Jugendtrainerin eine Gruppe mit mehr als 30 Mädchen herangezogen. Deshalb kürte die Deutsche Schachjugend sie 2014 zum „Besten Jugendleiter“. Den Förderpreis können die Karlsruher SF gut gebrauchen: „Die Teilnahme an deutschen und baden-württembergischen Meisterschaften ist stets recht kostspielig“, weiß Jugendtrainer Andreas Vinke… Weiterlesen

 

Eine Schach-Ticker Serie zum zehnten Todestag der sowjetischen Schachlegende am 5. Dezember 2016 von JULIA KIRST

 

Julia Kirst

Julia Kirst

David Bronstein

David Bronstein (by Rochade Kuppenheim)

Im Kalenderblatt [28] „Das Phänomen Bronstein …“ [http://www.chess-international.de/Archive/48378#more-48378] hatten wir angekündigt, dass unsere Autorin JULIA KIRST in diesem Jahre eine monatlich erscheinende Serie zum zehnten Todestag der Schachlegende veröffentlichen wird. Lesen Sie heute Folge 1!

 

David Bronstein spielte viele interessante und spektakuläre Partien. Tiefgründige Kombinationen, riskante Opfer, spekulative Züge – genau deshalb lieben ihn zahlreiche Schachfans in aller Welt. Bei all diesen schönen Partien ist es schwer, die beste von ihnen zu küren. Dennoch gibt es eine Partie [oder besser gesagt ein Kunstwerk], welche herausragt und stark an „Die Unsterbliche Partie“ von Adolf Anderssen gegen Lionel Kieseritzky aus dem Jahre 1851 erinnert: David Bronstein gegen Ljubomir Ljubojevic, gespielt im Interzonenturnier 1973 in Petropolis [Brasilien].

 

Wie Anderssen opfert Bronstein beide Türme. Im weiteren Partieverlauf opfert er außerdem seinen Springer und führt den eigenen König weit aufs Feld hinaus. Ein tolles Spektakel, welches viele Schachfans begeisterte.

 

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Weihnachtszauber auf dem Schachbrett mit Michail Tal – Ein Betrag zum Fest von JULIA KIRST

 

JULIA KIRST

JULIA KIRST

Weihnachten ist die schönste Zeit im Jahr. Während der Adventszeit spüren wir eine andauernde Vorfreude auf das Fest, der alljährliche Bummel auf dem tal_smylovWeihnachtsmarkt ist ein Muss. Und wenn wir am Heiligen Abend vor dem geschmückten Tannenbaum sitzen und glücklich unsere Geschenke auspacken, vielleicht noch gemeinsam ein schönes Weihnachtslied singen, dann packt uns die besondere Magie, auf welche wir uns das ganze Jahr über freuen: Der Weihnachtszauber.

 

Zauberhafte Momente gibt es aber nicht nur zu Weihnachten, sondern manchmal auch auf dem Schachbrett. Der wohl größte Schachzauberer aller Zeiten ist der Lette Michail Tal, welcher im Jahre 1960 Weltmeister wurde. Seine Partien waren gespickt mit raffinierten Opfern [die nicht immer korrekt waren, aber den Gegner so verwirrten, dass er nicht die beste Fortsetzung fand], welche die Schachwelt begeisterten. Nicht umsonst trägt er den Beinamen „Hexer von Riga“. Unser Autor Raymund Stolze schrieb gemeinsam mit dem Hamburger Großmeister Karsten Müller das Buch „Zaubern wie Schachweltmeister Michail Tal“, welches 2010 vom Verlag Edition Olms publiziert wurde.

 

Als besonderes Weihnachtsgeschenk möchten wir Ihnen, liebe Leser, eine Partie des Schachzauberers Michail Tal präsentieren. Im Kandidatenturnier 1959 spielte er gegen Ex-Weltmeister Wassili Smyslow, brachte ein unerwartetes Läuferopfer und konnte seinen namhaften Gegner in weniger als 30 Zügen besiegen. Tal kommentierte diese Partie in Band 1 des Buches „Der Weg zum Erfolg“, welches er gemeinsam mit seinem Trainer Alexander Koblenz schrieb [Band 1 der deutschen Ausgabe ist 1982 im Sportverlag Berlin erschienen]. Unsere Kommentare stützen sich darauf.

 

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Weihnachtsgeschenke für Schachspieler / Partie des Jahres: So trumpft gegen Ding Liren auf – Von HARTMUT METZ

 

So – Ding: Weiß beginnt einen Mattangriff – ohne Rücksicht auf Verluste

So – Ding: Weiß beginnt einen Mattangriff – ohne Rücksicht auf Verluste

Schachspieler sind meist genügsame Leute. Mit bescheidenen Mitteln kann man ihnen schon einige Weihnachtsfreude bereiten. Mit Büchern und DVDs liegt der Schenkende immer richtig. Ein Klassiker ist nun seit 33 Jahren der „Schachkalender“ (Edition Marco, 15,80 Euro). Die 320 Seiten enthalten einige Perlen: In „Bobbys Brüder – Schach und Rmetzap“ fasst zum Beispiel Gregor Strick ein ungewöhnliches Thema auf. Viele Geburts- und Todestage von berühmten Spielern und Informationen runden das Werk ab. Im Interview beklagt zudem Großmeister Hajo Hecht, dass die Bedenkzeitverkürzungen der Endspiel-Kunst schaden. Der erste deutsche Schachprofi verfasste nun auch die Autobiografie „Rochaden“ (Edition Marco, 36 Euro), die aber nur für Spezialisten ein Geschenk ist. Das gilt ebenso für „Sizilianische Wendepunkte & Schlagvariante“ (19,90 Euro) von Heinz Rätsch und Harald Fietz. Das Werk im neuen Verlag „Schachwissen Berlin“ soll der Anfang einer Serie für Spieler sein, die eine Stärke zwischen 1500 und 2000 DWZ haben. Die Beispiele sind sehr instruktiv gewählt von den beiden Schachtrainern. Auch an den Hobbyspieler fern des Vereins richtet sich dagegen „Damenopfer“ (C.H. Beck, 14,95 Euro).
Christian Hesse präsentiert im Geiste der „Zeit“-Kolumne von Helmut Pfleger unterhaltsam zahlreiche Kombinationen. Die nächste Sammlung der „Zeit“-Schachspalte erscheint im Übrigen im März bei Edition Olms.

 

Wer Software bevorzugt, ist mit dem neuen Programm „Fritz 15“ (69,90 Euro) sehr gut bedient. Chessbase hat seinen millionenfach verkauften Bestseller weiter verbessert. „Fritz“, an dem laut Chessbase-Gründer Matthias Wüllenweber nun auch Top-Programmierer Vasik Rajlich („Rybka“) mitarbeitet, bietet zahlreiche neue Funktionen und passt sich überdies auf Wunsch dem Spielniveau jedes Käufers an.

 

Nun noch gleich ein kleines Geschenk für Schach-Enthusiasten, das Wesley So bei seinem Turniersieg in Bilbao schon im November machte: Gegen den Chinesen Ding Liren gelang dem Filipino, der inzwischen für die USA spielt, die schönste Partie des Jahres… Weiterlesen

25-facher Nationalspieler Helmut Reefschläger stirbt mit 71 Jahren – Von HARTMUT METZ

 

Das letzte Bild von einem Zweitliga-Einsatz 2015: Helmut Reefschläger

Das letzte Bild von einem Zweitliga-Einsatz 2015: Helmut Reefschläger

Hartmut Metz hat in seiner aktuellen Schachspalte den ehemaligen Kuppenheimer Oberliga-Spieler Dr. Helmut Reefschläger gewürdigt, der am 3. Dezember mit 71 Jahren starb. Der aus- führliche Nachruf mit einer Shttp://www.chess-international.de/wp-content/uploads/2015/12/786.jpgiegpartie des Verstorbenen gegen Großmeister Uwe Bönsch erscheint in der Januar-Ausgabe des „Schach-Magazin 64“.

 

Traurige Nachricht für alle Schachspieler: Helmut Reefschläger starb am 3. Dezember im Alter von 71 Jahren im Rastatter Krankenhaus. Vier Tage zuvor war der metzgesundheitlich schon seit Jahren angeschlagene Internationale Meister (IM) mit seinem zweiten Herzinfarkt eingeliefert worden. Diesmal erholte sich „Reefi“ nicht mehr, obwohl er noch gehofft hatte, am 13. Dezember wieder im Zweitliga-Team der OSG Baden-Baden spielen zu können. Über seinen langjährigen Weggefährten Michael Dombrowsky war er Ende der 90er Jahre erst zu den SF Lichtental ins Badische gekommen, spielte einige Jahre für Oberligist Rochade Kuppenheim und wechselte dann zur Bundesliga-Reserve des deutschen Meisters. Dort fungierte der 25-fache Nationalspieler als Kapitän. Nur wenige konnten so unterhaltsam und selbstironisch sein wie der promovierte Mathematiker… Weiterlesen

 

 

 

Russland tilgt alte Schmach ein wenig – Von HARTMUT METZ

 

Naiditsch – Esen: Ein Schachgebot der Extraklasse macht den Weg für Weiß frei

An der Stätte ihrer größten Schlappe hat der Nach- folgestaat der Sowjetunion zurückgeschlagen: In der „Laugardalshöll“ in Reykjavik hatte der US-Amerikaner Bobby Fischer 1972 im Alleingang die Hegemonie der UdSSR auf dem WM-Thron beendet. Im „Kampf des Jahrhunderts“ schlug Fischer Weltmeister Boris Spasski. Mit einem Doppel-Erfolg bei der Mannschafts-Europameisterschaft tilgte Russland die Schmach etwas. Sowohl das Herren- wie das Damen-Team blieben ungeschlagen und sicherten sich souverän den Titel. Die deutschen Vertretumetzngen belegten jeweils einen guten sechsten Platz. Mit 12:6 Punkten wiesen die deutschen Männer nur drei Zähler Rückstand auf den neuen Europameister und gar nur einen auf die Medaillen-Gewinner Armenien und Ungarn sowie das viertplatzierte Frankreich (alle 13:5) auf. Knapp hinter der punktgleichen Ukraine folgte die DSB-Auswahl unerwartet vor Aserbaidschan (11:7). Ein kleiner Prestige-Erfolg, denn bei dem an Position drei gesetzten Team lief erstmals Arkadij Naiditsch auf. Am ehemaligen deutschen Spitzenspieler lag es jedoch am allerwenigsten, dass sein neuer Verband hinter seinem alten landete. Naiditsch trumpfte am dritten Brett der Aseri auf und startete mit vier Siegen und drei Remis.
Seine Niederlage in Runde acht gegen den Ungarn Zoltan Almasi kostete den Baden-Badener Bundesligaspieler ein noch überragenderes Einzelresultat. Mit 5,5:2,5 Punkten zählte der 30-Jährige trotzdem zu den besten Teilnehmern auf Island.
Im letzten Duell gegen Deutschland verzichtete Naiditsch aber lieber darauf, gegen seine alten Kameraden anzutreten. Das Match endete so 2:2. Liviu-Dieter Nisipeanu unterlag an vorderster Front Schachrijar Mamedjarow. Rainer Buhmann glich dafür an Brett vier gegen Eltaj Safarli aus. Der Hockenheimer war mit 4,5:2,5 Zählern auch stärkster Akteur in dem sehr geschlossen auftretenden Quintett.
Nachstehend eine brillante Kombination von Naiditsch. In Runde vier setzte der frühere Sandweier den Türken Baris Esen mit einem Damenopfer matt… Weiterlesen

Sachse wird trotz fehlenden DSB-Trainers U16-Weltmeister – Von HARTMUT METZ

 

Vogel – Maghsoodloo: Weiß gewinnt – knackt beim öffnen

Eigentlich sollte Freude aufkommen beim Deutschen Schachbund (DSB): Nach dem drittplatzierten Matthias Blübaum bei der U20-WM trumpfte schon wieder ein Nachwuchsspieler auf. Der Sachse Roven Vogel holte in Porto Carras sogar Gold bei der U16-WM. Der Spieler des USV TU Dresden steht damit in einer Reihe mit erst vier deutschen Jugend-Wmetzeltmeistern: Roman Slobodjan (U20, 1995), Leonid Kritz (U16, 1999), Elisabeth Pähtz (U18-Weltmeisterin, 2002) und Arik Braun (U18, 2008). Doch nach dem Titelgewinn des 15-Jährigen aus Nossen kamen wie bei Blübaum Misstöne auf: Der Bremer Bundesligaspieler hatte ohne Betreuer zur WM fahren müssen, weil er verständlicherweise nicht die Reisekosten des Bundestrainers tragen wollte. Vogel erging es nicht besser, notgedrungen sekundierte ihm sein Freund Philipp Humburg in Griechenland – andere Nationen wie die Inder, die elf Medaillen abräumten, schicken Toptrainer zuhauf zur Betreuung der Jugendlichen mit.
Entsprechend enttäuscht klangen die Eltern Vogels in einem offenen Brief, in dem sie die mangelnde Unterstützung beklagten. Offensichtlich fühlt sich der neue Weltmeister im Landesverband Sachsen weit besser unterstützt als durch den DSB. Vor allem seinem Coach, dem stets engagierten Großmeister Henrik Teske, habe er sehr viel zu verdanken, betonte Vogel.

Der 15-Jährige beeindruckte auf Chalkidiki durch seine Nervenstärke. Vogel gewann nach mäßigem Start die letzten sechs Partien und hievte sich so auf 9:2 Punkte. Der Italiener Luca Moroni, der Armenier Haik Martirosjan und der Ungar Gergely Kantor folgen mit 8,5 Zählern. „Ich hatte am Schluss einfach die besten Nerven. In den letzten drei Runden riskierte ich einiges und besaß auch das notwendige Quäntchen Glück“, befand Vogel. Das bestätigt auch die Partie der letzten Runde. Gegen den Iraner Parham Maghsoodloo ging der Sachse aufs Ganze, wagte alles – und gewann alles! … Weiterlesen!

In „Spectre“ finden sich wieder Liebesgrüße ans königliche Spiel – Von HARTMUT METZ

 

Spasski – Bronstein: Weiß gewinnt – nicht unspectrekulär

Szenen im Bett mit einer Grazie schätzt James Bond wohl mehr als mit zwei Damen auf dem Brett – zumindest nehmen diese in den Filmen von 007 deutlich mehr Raum ein. Das kann jeder Schachspieler wegen der attraktiven Gespielinnen von Sopmetzhie Marceau über Halle Berry bis Monica Bellucci und Léa Seydoux durchaus nachvollziehen. Dennoch freut es die Fans des königlichen Spiels besonders, wenn James Bond statt „Dr. No“ ein paar Schachklötzchen jagt. Im neuen Streifen „Spectre“, der am Donnerstag in den deutschen Kinos anlief, räkelt sich Daniel Craig einmal nicht in den weißen Laken, sondern sitzt am Brett von „Mr. White“. Obwohl der 007-Dauer-Bösewicht in Gestalt des dänischen Schauspielers Jesper Christensen Schwarz matt gesetzt hat, hilft dem Verbrecher all die dadurch suggerierte Intelligenz nichts: Ihm wird – traditionell wie in allen Bond – doch das Lebenslichtlein ausgeblasen. Die beliebte, weil äußerst unterhaltsame Webseite www.chessbase.de hat die Matt-Stellung im Film gleich im „Dienste Ihrer Majestät“, dem König Leser, in ihre Datenbank eingegeben und nach Vorläufern untersucht
– im vorliegenden Fall gab es jedoch kein „Man lebt nur zweimal“: Ein berühmtes Partievorbild aus der Schach-Geschichte wurde diesmal nicht gefunden.
„Ein Quantum Trost“ bietet die heutige Schachspalte jedoch: Beim ersten Auftritt des königlichen Spiels in der 007-Reihe anno 1963 in „Liebesgrüße aus Moskau“ nahm Kronsteen an einem Turnier teil. Der finster dreinblickende Schachmeister war gleichzeitig die Nummer fünf der Verbrecherorganisation „Spectre“ (in der deutschen Version „Phantom“) und setzte gleich zu Beginn des zweiten Bond-Films den kanadischen Großmeister McAdams matt… Weiterlesen

Ein „Baden-Badener“ verhilft „Sibirien“ zum Schach-Europapokal – Von HARTMUT METZ

 

Kramnik – Topalow: Weiß nutzt die Schwächung des gegnerischen Königsflügels – aber nicht am Königsflügel

Kramnik – Topalow: Weiß nutzt die Schwächung des gegnerischen Königsflügels – aber nicht am Königsflügel

Die OSG Baden-Baden ist seit zehn Jahren das Nonplusultra im deutschen Schach. Die Überlegenheit der Kurstädter wirkt noch deprimierender auf die Konkurrenz als die des FC Bayern München im Fußball – die Münchner haben ja „nur“ die ersten zehn Bundesliga-Spiele gewonnen. Die OSG sammelte hingegen zehn Meisterschaften in Folge und fast ohne Niederlage! Was das internationale Parkett anlangt, liegen die Fußball-Bametzyern allerdings deutlich vorne. Schon allein, weil die Baden-Badener offensichtlich keinerlei Ambitionen hegen, die „Champions League“ zu gewinnen. Beim Europapokal in Skopje vertraten der Hamburger SK und Werder Bremen die deutschen Farben mehr schlecht als Recht – allerdings hatten sich aus den Hansestädten auch nicht die besten Spieler, sondern eher zwei Hobbytruppen aufgemacht, die unter den 50 Mannschaften die Ränge 24 und 32 belegten mit 7:7 (Hamburg) und 6:8 Punkten. Um beim Europapokal ganz vorne zu landen, muss der Sponsor einiges Geld in die Hand nehmen. Die Großmeister sind nämlich – anders als in allen anderen Sportarten – nicht etwa an ihren Klub gebunden. Das wäre schon allein deshalb kompliziert, weil beim königlichen Spiel die Profis in beliebig vielen nationalen Ligen auflaufen dürfen und sich dort auch ihren Lebensunterhalt sichern. Deshalb spielen sie eben für den Verein, der am meisten bietet.

 

Drei „Baden-Badener“ kämpften so um Gold in Skopje. Der Armenier Lewon Aronjan holte den Europapokal mit „Sibirien“. Die Russen gaben nur im letzten Duell einen Zähler ab und setzten sich souverän mit 13:1 Punkten durch. Rang zwei ging an „Socar“ (11:3). Das Team um die Nationalmannschaft Aserbaidschans wurde durch die drei Top-Ten-Spieler Wesselin Topalow, Anish Giri, Fabiano Caruana sowie Michael Adams verstärkt. Während Letztere zwei auch für die OSG ans Brett gehen, fehlte ein dritter „Kurstädter“: Arkadij Naiditsch, bis vor kurzem deutsche Nummer eins und von Sandweier nach Baku umgezogen, kommt aber vielleicht nächstes Jahr beim entthronten Titelverteidiger zum Einsatz.

 

Das Spitzen-Duell in Runde fünf war auch ein Kampf zweier Ex-Weltmeister, die sich seit dem Vereinigungskampf 2006 nicht mehr riechen können: Dem in Skopje mit 4,5:0,5 Punkten überragenden Wladimir Kramnik war sein klarer Sieg über Topalow sicher eine besondere Genugtuung, zumal dieser das 3,5:2,5 über „Socar“ sicherte…. Weiterlesen

Swidler vergibt im Weltcup-Finale gegen Karjakin eine 2:0-Führung – Von HARTMUT METZ

 

Karjakin – Swidler: Nach Kg8 hat Schwarz ein Problem

Karjakin – Swidler: Nach Kg8 hat Schwarz ein Problem

„Jetzt bleibt mir nur noch mein Cricket“ – in Anlehnung an Schach-Großmeister und Musiker Mark Taimanow könnte dem eloquenten Peter Swidler solch ein Satz entfleucht sein. Sein russischer Landsmann Taimanow hatte nach der deprimierenden 0:6-Schlappe im WM- Kandidmetzatenturnier gegen Bobby Fischer diesen legendären Satz – bezogen auf „meine Musik“ – verbreitet. Ähnlich gefühlt haben dürfte sich Swidler, als er jetzt in Baku einen weiteren Weltcup-Sieg nach 2011 verpasste. Der passionierte Cricket-Fan pflügte überzeugend durch das 128er-Feld. Am ehesten bot ihm noch in Runde zwei sein Baden-Badener Bundesligakamerad Liviu-Dieter Nisipeanu Paroli. Der deutsche Spitzenspieler zwang den St. Petersburger beim 1,5:2,5 in die Schnellschach-Verlängerung. Der 39-Jährige schaltete den topgesetzten Bulgaren Wesselin Topalow im Achtelfinale genauso aus wie danach den 16-jährigen Chinesen Wei Yi und im Halbfinale den 21-jährigen Weltranglistenfünften Anish Giri. Sergej Karjakin – mit zwölf Jahren der jüngste Großmeister der Schach-Geschichte – schien im Finale das dritte leichte Opfer unter den Jungstars.

 

Nach zwei Partien führte Swidler mit 2:0. Ein Remis sollte kein Problem sein, um die 96 000 Dollar Preisgeld einzufahren – doch hernach spielten dem sonst so ruhigen siebenfachen russischen Einzelmeister die Nerven einen Streich. Dank grober Fehler seines Landsmanns verkürzte der ehemalige Ukrainer erst und glich dann zum 2:2 aus. In der Verlängerung ging es mit zahlreichen Patzern weiter hin und her. Beide Seiten schienen zunehmend entkräfteter, je länger geblitzt wurde. Swidler unterlief im neunten Duell mit einem Turmeinsteller der letzte Schnitzer (siehe Partie), den Karjakin danach zum 6:4-Sieg nutzte. Ein schwacher Trost für Swidler: Der Weltranglisten-26. qualifizierte sich auch als Zweiter einmal mehr für das WM-Kandidatenturnier… Weiterlesen

Grischuk wird nach Fehlstart in Berlin noch Blitz-Weltmeister – Von HARTMUT METZ

 

Agdestein – Grischuk: Weiß zieht Tff6 – und übersieht die Gewinnfortsetzung

Agdestein – Grischuk: Weiß zieht Tff6 – und übersieht die Gewinnfortsetzung

Alexander Grischuk hat nach seinem völlig verkorksten Start bestimmt nicht mehr daran geglaubt, seinen dritten WM-Titel im Blitzspiel nach 2006 und 2012 zu gewinnen! Nach zwei Auftaktsiegen in der Schnelldenker-Disziplin mit drei Minuten Bedenkzeit (plus zwei Sekunden Bonus pro ausgeführten Zug) setzte es nach einem ersten Remis für den Russen zwei Niederlagen – und zur Strafe ging es noch gegen seine mehrjährige Partnerin metzKaterina Lahno, die dem 31-Jährigen ein zweites Unentschieden abknöpfte. Simen Agdestein hätte in der siebten Runde Grischuk endgültig ausbremsen können. Der Norweger, der als Fußball-Nationalspieler wie als Trainer von Weltmeister Magnus Carlsen für Aufsehen sorgte, verdarb jedoch eine Traumstellung gegen den Weltranglistenzehnten (siehe Partie). Fortan kam der Glückspilz aus Moskau in Fahrt, unterlag nur noch dem Aseri Teimour Radjabow und ging nach 21 Runden mit 15,5 Punkten als Sieger über den Zielstrich.

 


Die 40 000 Dollar Preisgeld in der Bolle Meierei verpasste der Franzose Maxime Vachier-Lagrave (15) knapp, Dritter wurde der Russe Wladimir Kramnik (14,5), der vor der Schlussrunde geführt hatte. Die Medaillen verpassten Wassili Iwantschuk (Ukraine) und Jan Nepomniachtschi (Russland/je 14,5) knapp. Erst auf Rang sechs taucht Titelverteidiger Carlsen (14) auf. Immerhin hatte der Norweger zuvor in Berlin Platz eins bei der Schnellschach-WM verteidigt. Und der früher bei jeglicher Sparte mit verkürzter Bedenkzeit dominierende indische Ex-Weltmeister Viswanathan Anand (13) musste sich im Kampf um die 200 000 Dollar Preisgeld gar mit Rang 22 bescheiden. Sein Vereinskamerad bei der OSG Baden-Baden, der Rastatter Roland Schmaltz (9), wurde nur 145. unter den 153 Großmeistern und insgesamt 188 Teilnehmern aus 50 Nationen.
Hier der glückliche Sieg Grischuks, ab dem es für den neuen Blitz-Weltmeister lief… Weiterlesen

Matthias Blübaum trumpft auch ohne Trainer in Sibirien auf – Von HARTMUT METZ

 

Blübaum – Gagare: Ein „Geniestreich“ pariert – und ignoriert – den schwarzen Doppelangriff auf Läufer und Springer

Blübaum – Gagare: Ein „Geniestreich“ pariert – und ignoriert – den schwarzen Doppelangriff auf Läufer und Springer

Der Deutsche Schachbund (DSB) hat sich nicht mit Ruhm bekleckert: Erst fördert der Verband mehrere junge Spieler als „Schachprinzen“ und führt gleich ein Trio auf die Plätze drei bis fünf in der metzU20-Weltrangliste. Als nun aber die Junioren-WM im sibirischen Chanty-Mansijsk anstand, wurde Matthias Blübaum schmählich im Stich gelassen. Dem 18-Jährigen wurde zusammen mit Filiz Osmanodja, die Platz 16 bei den Juniorinnen belegte, angeboten, Bundestrainer Dorian Rogozenco mitzuschicken – so sie die Reisekosten übernähmen! Der Großmeister aus Lemgo lehnte dankend ab und holte dennoch Bronze. Weit kleinere Verbände aus der Schweiz oder den Niederlanden boten ehemalige Weltklassespieler wie Artur Jussupow oder Loek van Wely auf, um ihre Talente optimal zu unterstützen, berichtet das „Schach-Magazin 64“. Die Betreuer sind zur moralischen Unterstützung wichtig, und vor allem sollen sie vor jeder Runde optimale Eröffnungen für ihre Schützlinge präparieren. Das spart den Spielern auch Kraft. Obwohl Blübaum somit eklatant im Nachteil war, trumpfte der Bundesligaspieler von Werder Bremen auf.
Mit neun Punkten aus 13 Partien sicherte sich die Nummer fünf der Setzliste Bronze. Im Kampf um den Titel konnte der 18-Jährige aber nicht eingreifen. Topfavorit Jan-Krzysztof Duda schien unangefochten Gold entgegenzustreben. In der letzten Runde remisierte sich der Pole zuversichtlich auf zehn Punkte hoch und durfte sich wie der sichere Weltmeister fühlen, weil sein Antipode Michail Antipow völlig auf Verlust stand. Sein italienischer Gegner Francesco Rambaldi verdarb die Partie jedoch erst ins Remis und verlor sogar noch. Plötzlich war der Russe Antipow gleichauf – ja, nachdem Zweit- und Drittwertung auch keinen Deut anders waren, entschied das vierte Kriterium: der schlechteste Gegner. Der von Duda hatte nur sechs Punkte geholt, der von Antipow sieben.
Bei den Juniorinnen gab es einen Außenseiter-Erfolg: Natalia Buksa hatte niemand auf der Rechnung. Am Schluss lag die nur an Position 23 gesetzte Ukrainerin mit zehn Punkten einen halben Zähler vor den höher gewetteten Alina Biwol (Russland) und Zhansaja Abdumalik (Kasachstan)… Weiterlesen

Alexej Schirow findet eigene Kombination gegen Wagner „brillant“ – Von HARTMUT METZ

 

Wagner – Schirow: Schwarz packt ein „Betthupferl“ aus…

Wagner – Schirow: Schwarz packt ein „Betthupferl“ aus…

Der „Hexer von Riga“ erfreut sich nicht mehr ganz der Beliebtheit von früher – zumindest bei den Turnierorganisatoren gilt das. Die laden immer wieder dieselben zehn, zwölf Spieler ein, diemetz sich in den Top Ten und knapp dahinter tummeln. Alexej Schirow zählt nicht mehr dazu. Nur auf Platz 33 findet sich der Lette Ende September. Als der Vizeweltmeister von 2000 zu den fünf stärksten Großmeistern auf dem Globus zählte, war das anders: Kein Organisator wollte auf den Garanten für spektakuläre Partien verzichten. „Ich finde das System mit ein paar wenigen Auserwählten nicht gut, die immer wieder eingeladen werden – aber das ist nicht mein Problem. Die Schachwelt verhält sich konservativ. Ich hatte eine schöne Karriere“, blickt der 43-Jährige ohne zu großes Hadern auf den Liebesentzug zurück. Notgedrungen verzaubert der Lette, der bis 2011 unter spanischer Flagge gespielt hatte, die Fans bei kleineren Turnieren – oder in der Bundesliga.

 

Beim Saisonauftakt in Baden-Baden schlug Schirow am ersten Brett im Spitzenspiel den Hockenheimer Nachwuchsstar Dennis Wagner. „Der Schluss war brillant“, befand der langjährige Leistungsträger beim Meister mit einem zufriedenen Schmunzeln.

 

Vielleicht wird die Partie ja sogar zur schönsten der neuen Bundesliga-Saison gekürt. Mit seinem Sieg über den Chinesen Li Chao (Schwäbisch Hall) in der Runde 2014/15 belegte Schirow gerade Platz sieben. Am kurzweiligsten fanden die Wähler den Sieg des ebenfalls einfallsreichen Ungarn Richard Rapport über Alexander Donchenko… Weiterlesen

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