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Kolumne

Maria Musitschuk bezwingt im WM-Finale Russin Pogonina – Von Hartmut Metz

 

Der Sieg ist für das ganze Land eine besondere Genugtuung: Eine Ukrmetzainerin schlägt im WM-Finale eine Russin – und das auch noch im russischen Olympia-Ort Sotschi! In der kriegsgeplagten Ukraine steigt Maria Musitschuk zur Nationalheldin auf. Die Schach-Großmeisterin aus Lwiw bezwang Natalia Pogonina mit 2,5:1,5. Die Partien eins, zwei und vier endeten mit Friedensschlüssen. Das dritte Duell entschied die neue Weltmeisterin für sich. Die 22-Jährige bekam bei der Siegerehrung nicht nur einen großen Teil des Fest-Kuchens ab, sie partizipierte auch mit 60000 Dollar am meisten vom 450000 Dollar großen Preiskuchen. Pogonina erhielt halb so viel wie ihre Bezwingerin. Nimmt man die Ratingzahl als Maßstab, durfte sich eher Musitschuks Schwester Anna Chancen auf die WM-Krone ausrechnen. Sie war schon mehrfach Weltranglistenzweite und steht aktuell auf Position sechs – Maria liegt „nur“ auf Platz zwölf. Doch dass die zwei Jahre jüngere Großmeisterin sich zuletzt prächtig entwickelt hatte, blieb nicht verborgen: Viktoria Cmilyte zeigte sich beim letzten gemeinsamen Bundesliga-Kampf für die OSG Baden-Baden äußerst beeindruckt „von Marias Spiel“.,, Mehr

Ukrainerin Maria Musitschuk gegen Russin Pogonina favorisiert

 

Musitschuk – Koneru: Ein Damenopfer erzwingt die sofortige (schwarze) Kapitulation

Von Hartmut Metz
Anna Musitschuk umarmt ihre zwei Jahre jüngere Schwester vor Freude – was der Weltrang- listensechsten misslang, gelang Maria Musitschuk: Die Ukrainerin zog ins Endspiel der Frauemetzn-WM ein. Die 22-Jährige trifft in Sotschi in maximal vier Partien auf Natalia Pogonina. Der Einzug der Russin kam noch überraschender: Schließlich steht die Juristin nur auf Platz 39 der Weltrangliste. Maria Musitschuk ist immerhin Zwölfte und somit im Finale klare Favoritin. Aber das will nicht viel heißen bei dieser Schach-WM. Favoritenstürze waren Alltag – und die beiden stärksten Damen spielten ohnehin nicht mit: Die jahrzehntelang herausragende Judit Polgar war 2014 zurückgetreten. Zudem hatte die 38-Jährige stets Frauen-Wettbewerbe mangels Herausforderung gemieden. Und die Weltranglistenerste und Titel- verteidigerin Hou Yifan war erst gar nicht bei dieser WM im K.o.-Modus angetreten. Die Chinesin hatte wegen einer schon lange zuvor eingegangenen Turnierverpflichtung auf Hawaii abgesagt, die mit der verschobenen WM kollidierte. Hou dürfte jedoch bei einem WM-Match gegen die neue Weltmeisterin die Gelegenheit erhalten, sich die Krone zurückzuholen. In ihrer Abwesenheit pflügte zunächst Humpy Koneru durchs Feld… Weiter

Dresdner Schach-Legende Wolfgang Uhlmann feiert heute 80. Geburtstag
Von Hartmut Metz

 

Wolfgang Uhlmann beschäftigt sich derzeit in seiner Kolumne im Fachblatt „Rochade Europa“ mit den „ewigen Zweiten“. Selmetzbst war der Dresdner in der DDR jahrzehntelang die Nummer eins – international reichte es dem Weltklassespieler aber nicht einmal zum „ewigen Zweiten“. Mit ein Grund war, dass nur olympische Sportarten exzessiv gefördert wurden – und Schach hatte trotz der enormen Popularität im Bruderstaat Sowjetunion keine Lobby in der DDR. Schlimmer noch: Die Großmeister um Uhlmann wurden von 1974 bis 1986 international vom Arbeiter- und Bauernstaat komplett ausgebremst. Heute feiert der elffache DDR-Meister seinen 80. Geburtstag. Kurz zuvor durfte die Ost-Legende sogar in der Bundesliga noch einmal ans Brett, unterlag aber für seinen Dresdner Klub – immerhin ein neuer Rekord als dienstältester Spieler im deutschen Oberhaus. Eng verknüpft wird Uhlmann mit einer Eröffnung: Sein Buchtitel „Ein Leben lang Französisch“ mag für Nicht-Schachspieler zweideutig klingen, doch der Jubilar widerspricht schmunzelnd: … Mehr

Langlebiger Denksportler: Mieses 60 Jahre in der Turnierarena

Schlechter – Mieses: Weiß droht Damenfang – was nun?

Von Hartmut Metz

 

metzJacques Mieses hat zwar nur zwei bedeutende Turniersiege 1907 in Wien und 1923 in Liverpool errungen – dennoch zählt der vor 150 Jahren geborene Leipziger zu den besonderen Schach-Großmeistern. Einerseits trug er als Publizist zur Verbreitung des königlichen Spiels in ganz Europa bei (Fortsetzung der Schachspalte aus der Vorwoche). Andererseits hatte kein Ass eine solch lange Karriere wie Mieses: Ein halbes Jahrhundert nach der Premiere beim legendären Turnier 1895 im englischen Seebad Hastings war der 80-Jährige zum Jahreswechsel 1945/46 einmal mehr zur Stelle. 60 Jahre lang mischte der Jude in der Turnierarena mit – länger als jeder andere Großmeister. Am 24. Februar 1954, drei Tage vor seinem 89. Geburtstag, starb Mieses als britischer Staatsbürger. 16 Jahre zuvor hatten ihm Freunde in Berlin zur Flucht vor den Nazis verholfen. In London wusste er auch trotz seines hohen Alters mit seiner Domäne selbst Schach-Laien zu begeistern:

 

Seine Blindspiel-Simultanvorstellungen beeindruckten die Massen und bescherten Mieses höhere Einnahmen als Profi-Kollegen, die nicht nur wie er knapp in die Top Ten gelangten und sich überdies länger weit vorne an der Spitze hielten… Mehr

Der erste Schach-Entertainer wurde vor 150 Jahren geboren
Von Hartmut Metz

 

Ganz an die Spitze hat es Jacques Mieses im Schach nicht geschafft. Emanuel Lasker zeigte dem gebürtigen Leipziger, der vor 150 Jahren am 27. Februar 1865 das Licht der Welt erblickte, schon früh seine Grenzen auf. Im Duell der deutschen Himmelsstürmer deklassierte ihn der spätere Rekord-Weltmeister (1894 bis 1921) mit fünf Siegen und drei Remis. Doch auch wenn Mieses nur kmetzurz zu den Top Ten zählte, konnte der Spross einer jüdischen Kaufmannsfamilie weit besser als die meisten Protagonisten vom königlichen Spiel leben: Er war der erste Schach-Entertainer, wie Michael Dombrowsky im „Schachkalender 2015“ den Jubilar würdigt. Mieses Talent für Unterhaltung fußte auf seiner Schlagfertigkeit. In New York soll ihn ein Amerikaner gefragt haben: „Sind Sie Mister Meises?“, woraufhin dieser konterte: „Nein, ich bin Meister Mieses.“ Die Lacher hatte der Altmeister mit 88 Jahren auch noch auf seiner Seite, wenn er eine weitere Anekdote zum Besten gab, als ein Spieler in einem Simultan stolz verkündete: „Patt, Sir“ – Mieses aber lächelnd den Irrtum – phonetisch gekonnt – aufklärte:
„Oh, nein, Sir – der Patzer sind Sie!“

 

Ob seiner Wortgewalt stieg Mieses zum beliebten Buchautor auf, der 40 Werke verfasste. Am erfolgreichsten war die Fortsetzung des „Kleinen Lehrbuchs des Schachspiels“, das er vom verstorbenen Jean Dufresne übernahm. Das Buch erfuhr bis heute 29 Auflagen! Der vielsprachige Großmeister, der 1950 mit 26 anderen Assen den Titel vom Weltverband FIDE für seine Leistungen verliehen bekam, unterhielt seine Fans mit zahllosen Artikeln und Schachspalten in aller Welt (Fortsetzung in der nächsten Schachspalte)… Mehr

15-jähriger Wei Yi beeindruckt selbst Weltmeister Carlsen
Von Hartmut Metz

 

Wei Yi

Wei Yi

Das Chinesische Schach ist im Reich der Mitte noch immer weit populärer als das „Internationale Schach“, wie die Chinesen die weltweit verbreitete Version nennen. Beide Spiele sind eng miteinander verwandt, haben aber auch Unterschiedemetz: So zieht die „Kanone“ zwar wie ein Turm, schlägt indes die gegnerischen Figuren durch Überspringen (ähnlich wie beim Damespiel). Der König ist zwar auf einen Bereich mit neun Feldern limitiert, letztlich geht es aber auch im Chinesischen Schach darum, ihn mattzusetzen. Die Förderung des im Westen verbreiteten Schachsports führte dazu, dass zunächst die Frauen mit Xie Jun als erster Weltmeisterin 1991 auftrumpften. Heute überragt die erst 20-jährige Hou Yifan, die 2010 zum ersten Mal den Titel gewann, alle Konkurrentinnen. Bei den Männern schickt sich China inzwischen ebenso an, an die Spitze vorzustoßen.

 

Eine lebende Legende betont: „Die sind eine Macht und werden immer stärker“, glaubt der deutsche TV-Kommentator Vlastimil Hort nicht nur wegen des Sieges bei der Schach-Olympiade 2014, quasi der Mannschafts-WM.

 

Unter den Top 35 stehen inzwischen fünf chinesische Großmeister, wobei Ding Liren auf Position 14 am höchsten notiert ist – noch! Als potenziell größte Herausforderung sieht Weltmeister Magnus Carlsen jedoch ein anderes Talent, auch wenn es in der neuen Weltrangliste mit 2 706 „nur“ auf Platz 43 auftaucht: Wei Yi. Der Junge ist allerdings erst 15 und wurde wie der Norweger bereits mit 13 Jahren Großmeister! Henrik Carlsen, Vater des Weltmeisters, findet: „Mit Wei Yi steht ein großes Talent in den Startlöchern. Deshalb muss man einen chinesischen Topspieler … Mehr

 

 

U16-Team gewinnt bei deutscher Meisterschaft Bronze
Von Hartmut Metz

 

Die Schachfreunde Sasbach haben sich zu einem der stärksten Nachwucmetzhsclubs der Republik entwickelt. Dies gipfelte jetzt in zwei Teilnahmen an deutschen Meisterschaften: Das U14-Team der Mädchen belegte in Regensburg Platz sechs. Noch mehr trumpften die Jungs der U16 auf. Das Quintett von Trainer Nikolaus Sentef gewann in Magdeburg die Bronzemedaille – und die Sasbacher streckten sogar die Hand nach dem Titel aus! Doch in der letzten Runde unterlag der Nachwuchs des rührigen Verbandsligisten dem von Doppelbauer Kiel. Die Nordlichter setzten sich durch das 2,5:1,5 mit 11:3 Punkten durch vor dem ungeschlagenen Düsseldorfer SK (10:4). Immerhin reichten Sasbach die 9:5 Zähler dank der besten Brettpunkte für den dritten Rang vor der SG Leipzig, Topfavorit Lübecker SV und München Südost. Spitzenspieler Thilo Ehmann holte vier Punkte aus sieben Partien. Marco Riehle kam dahinter auf 4,5 Zähler. Dominik Bohnert musste sich mit drei Punkten bescheiden. Am letzten Brett trumpfte Raphael Zimmer mit stolzen 6:1 Siegen auf – weiterlesen

Schach-Weltmeister stimmt eigene Leistung in Wijk aan Zee missmutig
Von Hartmut Metz

 

Das nächste Mal versuche ich, ein glücklicheres Gesicht zu machen!“, verspricht Magnus Carlsen grinsend und schiebt nach, „aber jetzt bin ich halt so.“ Der Schach-Weltmeister hatte soeben zum vierten Mal die A-Grmetzuppe in Wijk aan Zee gewonnen – doch wie anno 2010 bei seiner Schlussrunden-Niederlage schlug dem Norweger die letzte Partie aufs Gemüt. Missmutig analysierte Carlsen seine Partie gegen Ivan Saric. Diesmal verlor er zwar nicht wie 2014 bei der Schach-Olympiade im heimischen Tromsø gegen den Kroaten, aber das Remis mit Weiß verbesserte die Laune des 24-Jährigen kaum. „Ich habe die ersten drei Runden und die letzten vier schlecht gespielt – glücklicher- weise gewann ich dazwischen alles“, gab sich der Weltranglistenerste trotz seiner sechs Siege selbst- kritisch. Die 9:4 Punkte genügten, um einen halben Zähler vor Maxime Vachier-Lagrave (Frankreich), dem Holländer Anish Giri, Wesley So (Philippinen) und dem Chinesen Ding Liren über die Ziellinie zu gehen. Obwohl Fabiano Caruana durch seine Niederlage gegen Vachier-Lagrave in der Schlussrunde mit sieben Punkten noch hinter den Ukrainer Wassili Iwantschuk (7,5) zurückfiel, will Carlsen diesen sechsten Platz nicht „überbewerten“.

 

Der italienische Weltranglistenzweite „bleibt mein stärkster Gegner“, betont er vor der Neuauflage des Duells beim Weltklasse-Turnier ab Montag in Baden-Baden. Dass mit Giri, So, Ding und Vachier-Lagrave weitere Großmeister aus seiner Generation nachdrängen, sieht der Weltranglistenerste also noch gelassen… Weiter

Sonst so risikofreudiger Ukrainer bremst Carlsen lieber aus
Von Hartmut Metz

 

ivanchukDer „verrückte“ Wassili Iwantschuk (Foto Copyright Alina l’Ami ) sollte Magnus Carlsen aufhalten! Der Ukrainer in Höchstform und in mental guter Verfassung kann jeden schlagen – doch so „verrückt“ war selbst Iwantschuk in metzder zehnten Runde beim Tata-Steel-Turnier in Wijk aan Zee nicht: Der 45-Jährige fackelte trotz des Aufschlags mit Weiß nicht lange, holzte jede Figur vom Brett, die sich ihm in den Weg stellte – und nach 18 Zügen war angesichts der nur noch verbliebenen Schwerfiguren und Bauern das Remis gegen Carlsen perfekt. Schließlich hatte der 24-Jährige die sechs Partien zuvor durchweg gewonnen! Dennoch war der Schach-Weltmeister selbst wie viele Fans „erstaunt“, hatte er doch eher eine Harakiri-Aktion von Iwantschuk erwartet, um ihn zu schlagen und im Kampf um Platz eins aufzuschließen. So ging jedoch der Norweger mit 7,5:2,5 Punkten und einem Zähler Vorsprung in die Schlussrunden an der niederländischen Küste. Vor den letzten drei Begegnungen waren Wesley So (Philippinen) und Maxime Vachier-Lagrave (Frankreich/beide 6,5:3,5) die schärfsten Verfolger vor Iwantschuk (6:4) – das Trio dürfte jedoch Carlsens vierten Sieg in Wijk aan Zee nach 2008, 2010 und 2013 kaum mehr verhindern können. Danach sah es bei einem der wichtigsten Turnierfestivals des Jahres anfangs nicht aus… Mehr

Deutscher Spitzenspieler gewinnt Open in Zürich und Baselmetz
Von Hartmut Metz

 

Für Arkadij Naiditsch hat das alte Jahr in der Schweiz glanzvoll geendet – und begann bei den Eidgenossen erfolgversprechend. Durch seine Turniersiege beim Weih- nachtsopen in Zürich und beim Schachfestival in Basel sicherte sich der deutsche Spitzenspieler einen Fränkli-Regen: Die 6,5:0,5 Punkte in Zürich und 5,5:1,5 Zähler in Basel spülten dem Großmeister der OSG Baden-Baden nach dem Kurssprung des Franken am Donnerstag mehr als 5 000 Euro in die Kasse. Besonders in Zürich trumpfte Naiditsch auf. Der Weltranglisten-49. gab lediglich in der vorletzten der sieben Runden gegen den Franzosen Christian Bauer ein Remis ab. Mit sechs Punkten kam ihm nur der Ungar Laszlo Gonda nahe. Die Plätze dahinter in der Banken-Metropole sicherten sich der Norweger Torbjörn Ringdal Hansen, Naiditschs Bundesligakamerad Georg Meier und Topfavorit Richard Rapport (alle 5,5), Junioren-Weltranglistenerster aus Ungarn. In Basel ging es knapper zu:… Mehr

Samuel Sevian erringt mit 13 Jahren die Großmeister-Würde
Von Hartmut Metz

 

Samuel Sevian ist das nächste Talent aus den USA, das mit immer nur einem verglichen wird: Bobby Fischer! Der Weltmeister von 1972 stellte mit knapp fünfzehneinhalb Jahren einen vermeintlmetzichen „Rekord für die Ewigkeit“ auf: Fischer erspielte sich 1958 den Großmeister-Titel, die höchste Würde des Schach-Weltverbands FIDE. Die Bestleistung unterbot zuerst 1991 die Ungarin Judit Polgar knapp – inzwischen ist der Rekord pulverisiert. 23 Großmeister listet die Web-Enzyklopädie Wikipedia auf, die vor dem 15. Geburtstag den Titel errangen. Bisher blieb ein halbes Dutzend Wunderkinder gar unter der Marke von 14 Jahren, darunter der aktuelle Weltmeister Magnus Carlsen. Er wurde mit 13 Jahren, drei Monaten und 27 Tagen Großmeister. Der fünf Tage schnellere Inder Parimarjan Negi und Sergej Karjakin liegen vor ihm. Der Russe hatte noch zu Zeiten seines ukrainischen Passes mit zwölf Jahren und sieben Monaten den Rekord als jüngster Großmeister aufgestellt – und dieser hält nun immerhin seit 2002! Samuel Sevian ist aktuell mit 13 Jahren, zehn Monaten und 27 Tagen die Nummer sechs der Bestenliste.

 

Der U12-Jugendweltmeister von 2012 machte den Titel beim Einladungsturnier in St. Louis perfekt. Einen Monat vor seinem 14. Geburtstag an Weihnachten glänzte der Junge mit armenischer Abstammung: Durch 7,5 Punkte aus neun Runden erfüllte Sevian die letzte Bedingung für den „schwarzen Gürtel“ der Denksportler: Er hievte seine Ratingzahl auf 2500 Elo. Damit ist er der jüngste US-Großmeister aller Zeiten… Mehr

Aug in Aug mit Bobby Fischer – Eine Kolumne von ROSEMARIE J. PFORTNERBobby_Fischer_s-w

 

Natürlich ist das Internet ein idealer Platz, um neue Ideen und Anregungen zu finden. So ist unser Webmaster Franz Jittenmeier auf das Portal KUNST & SCHACH [http://www.kunstundschach-rjp.com/] von RoseMarie J. Pfortner gestoßen. Unsere Anfrage, ob Sie nicht monatlich eine Kolumne zu diesem Thema schreiben könnte, fand sofort ihre Zustimmung, und so erschien am 15. Oktober ihr erste Beitrag [ http://www.chess-international.de/Archive/29323 ] in der gleichnamigen Kolumne. Heute nun folgt mit Aug in Aug mit Bobby Fischer, ihre vierte Geschichte.

 

Die Möglichkeiten der künstlerischen Darstellungen im Schach sind schon Jahrtausende alt – da Diagramme von Partien als Bilder angesehen wurden und tatsächlich auch heute noch sind – wenn sie nicht gerade von Computern simpel erstellt werden. Die aufwändig gemalten Gemälde aus dem späten Mittelalter und vorrangig der letzten Jahrhunderte sind einfach ein Genuss für das Auge und eine Inspirationsquelle für mich. Die abstrahierenden modernen Schachdarstellungen von heute sprechen mich dagegen nicht an. Irgendwie wird eine schnell hingelegte Schachzeichnung dem Mysterium SCHACH nicht gerecht – was natürlich nur meine ganz persönliche Auffassung ist.

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Zehnjähriger und Amateur Kollars fallen in Verden an der Aller auf

Von Hartmut Metz

 

Daniel Fridman hat zum dritten Mal den deutschen Einzeltitel erobert. Der Schach-Großmeister metzdes SV Mülheim Nord beherrschte bei der 85. deutschen Meisterschaft das 44-köpfige Feld. Mit 7,5 Punkten lag der 38-Jährige nach neun Runden einen halben Zähler vor Nachwuchshoffnung Dennis Wagner (SV Hockenheim). Bronze sicherte sich Witali Kunin. Der Großmeister von Freibauer Mörlenbach-Birkenau kam als einziger Spieler auf 6,5 Zähler, obwohl er gegen die beiden Erstplatzierten verlor. Der Hesse Kunin entschied ansonsten aber sechs von sieben Partien für sich. Hinter den Mitfavoriten Matthias Blübaum (Werder Bremen), Igor Khenkin (SG Porz) und Rainer Buhmann (SV Hockenheim) sowie René Stern (König Tegel/alle 6) sorgte Dimitrij Kollars für Aufsehen: Der Amateur des Delmenhorster SK erspielte mit 5,5 Zählern eine Performance von 2 500 Elo und steigerte seine Ratingzahl um unglaubliche 104 Elo auf künftig 2 387! Eine starke deutsche Meisterschaft gelang auch dem Präsidenten des Deutschen Schachbundes (DSB): Herbert Bastian wurde mit ebenfalls 5,5 Punkten Elfter. Eine der überzeugendsten Leistungen des Dauergasts, der das Saarland bereits an die 25 Mal bei nationalen Titelkämpfen vertrat!
Obwohl nur 34., zählt Vincent Keymer ebenso zu den positiven Überraschungen in Verden an der Aller: 3,5 Punkte sind für einen Zehnjährigen formidabel! Der Junge vom SK Gau-Algesheim könnte das Zeug zu einem deutschen Magnus Carlsen haben – mit zehn Jahren war der Weltmeister aus Norwegen auch nicht stärker … Mehr

Zahlreiche Denksportler zieht es derzeit an die Open-Bretter
Von Hartmut Metz

 
Weihnachten ist für Schachspieler wie Weihnachten! Ab dem zweiten Weihnachtsfeiertmetzag können die Denksportler ihrem Hobby exzessiv frönen und Profis sich noch ein bisschen Weihnachtsgeld dazuver- dienen. So haben gestern die traditionsreichen Open in Böblingen und Erfurt mit der 31. und 24. Auflage begonnen. Heute startet in Paderborn der Schach- türken-Cup ebenso wie weitere Turniere in Frankenthal, Hamburg und Berlin. Kaum sind diese am 30. Dezember beendet, ziehen viele Teilnehmer im neuen Jahr munter weiter zum Untergrombacher Open oder zum 27. Staufer-Open, das alljährlich mehr als 300 Spieler nach Schwäbisch Gmünd lockt. Bis zu Dreikönig fechten sie dort neun Partien aus – ganz schön nervenaufreibend, sind doch jeden Tag zwei Duelle zu bewältigen, die zehn Stunden dauern können. Wem Baden oder Schwaben zu nah liegt, der kann auch nach Basel, Italien oder Neuseeland pilgern, um sich Gedanken über die besten Züge zu machen. Im Ausland gibt es für gewöhnlich deutlich mehr zu verdienen.
An den heimischen kargen Brettern sind nur 1 500 oder 2 000 Euro einzuheimsen – wohlgemerkt nur für den Sieger. Die Platzierten erhalten dann oft lediglich noch ein paar Hunderter, wenn überhaupt im dicht gedrängten Feld Geld abfällt … Mehr

„Tiger von Madras“ hauchdünn bei London Chess Classic in Front
Von Hartmut Metz

 

Das Schach-Jahr endet doch noch versöhnlich für den „Tiger von Madras“: Zwar vemetzrpasste Viswanathan Anand die Rückkehr auf den Schach-Thron beim WM-Match vor wenigen Wochen gegen Magnus Carlsen. Nun aber hat sich der 45-Jährige selbst verspätet zum Geburtstag beschenkt und die London Chess Classic gewonnen. Der Baden-Badener Bundesliga-Spitzen- spieler widerlegt damit die Unkenrufe, die ihm den Rücktritt nahelegten. Anand gehört weiter zur Weltspitze und hat noch immer Lust auf Schach, wie er zuletzt mehrfach betonte. Der Turniersieg in der britischen Metropole fiel denkbar knapp aus: In dem Mini-Turnier mit nur fünf Runden gewann der indische Nationalheld nur die letzte Partie gegen seinen Baden-Badener Mannschaftskameraden Michael Adams. Die vier Duelle davor hatte Anand durchweg remisiert. Die Feinwertung bescherte ihm Platz eins: Wie Wladimir Kramnik und Anish Giri kam er aufgrund der Drei-Punkte-Wertung für einen Sieg auf sieben Zähler. Doch als einziger hatte der Brahmane seinen Erfolg als Nachziehender mit den schwarzen Steinen errungen … Weiter

Ein Exklusiv-Beitrag für den Schach-Ticker von KLAUS TRAUTMANN, Frankfurt/Oder

 

GM Thomas Paehtz gegen GM Dr. Malich

GM Thomas Paehtz gegen GM Dr. Malich

Mein Freund Horst Ewald war ein angesehener und sympathischer Schachfreund, ein mit vielen Talenten ausgestatteter Schreiber und Zeichner und in den jungen Jahren Spitzenspieler des Oderbezirkes. Einmal hielt man ihn für mehr, für viel mehr.

 

Im September 1979 fand im Casino des Berliner Stadions der Weltjugend ein Großmeisterturnier statt, an dem neben den acht Meistern aus den befreundeten Ländern ebenso viele DDR-Spieler vom Groß- bis zum Nationalen Meister teilnahmen. Es siegte schließlich der 58-jährige Exweltmeister Wassili Smyslow vor dem punktgleichen Ungarn Istvan Csom und einem weiteren Russen, Wladimir Bagirow. Als bester Deutscher kam Großmeister Lothar Vogt auf den fünften Platz.

 

Wenn es sich irgendwie einrichten ließ, fuhr Horst Ewald, begünstigt durch seinen Freifahrtschein als Lok-Sportler, von Eberswalde zu den einzelnen Runden in die Hauptstadt. Die gute Stunde Fahrzeit verbrachte er mit unterhaltsamen Analysen auf dem Steckschach.

 

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Die „Künstler-Partie“ und der wunderbare Vorteil, eine Dame zu sein – Eine Kolumne von ROSEMARIE J. PFORTNER

 

Natürlich ist das Internet ein idealer Platz, um neue Ideen und Anregungen zu finden. So ist uDame2.16.Zug.grossnser Webmaster Franz Jittenmeier auf das Portal KUNST & SCHACH [http://www.kunstundschach-rjp.com/] von RoseMarie J. Pfortner gestoßen. Unsere Anfrage, ob Sie nicht monatlich eine Kolumne zu diesem Thema schreiben könnte, fand sofort ihre Zustimmung, und so erschien am 15. Oktober ihr erste Beitrag [ http://www.chess-international.de/Archive/29323 ] in der gleichnamigen Kolumne. Heute nun folgt mit Die „Künstler-Partie“ und der wunderbare Vorteil, eine Dame zu sein, ihre dritte Geschichte.

 

Das Schachspiel ist unvergleichlich,

ein königliches, ein kaiserliches Spiel.“

 

                                                                                   [Napoleon Bonaparte]

 

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Lesenswerter „Schachkalender 2015“: Robert Hübner würdigt großen Meister und Komponisten Philidor
Von Hartmut Metz

 

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Der „Schachkalender“ bleibt auch im 32. Jahr eine Wundertüte. Der neue Band für das Jahr 2015 listet nicht nur die Geburtstage und Todestage der wichtigsten Persönlichkeiten des königlichen Spiels, Bundesliga-Infos oder Weltranglisten auf. Kaufenswert machen ihn jedes Mal vor allem die vielen kleinen Geschichten auf den gebundenen 320 DIN-A6-Seiten (Edition Marco, 14,80 Euro)!
In diesen geht es um das Musical in Lettland, mit dem der „Hexer von Riga“, Michail Tal, jetzt gewürdigt wird, oder Jacques Mieses, den „unterschätzten Meister“. Dessen Karriere beleuchtet der langjährige Baden-Badener Michael Dombrowsky. „Ist das Leben wie eine Partie Schach?“, fragt Gregor Strick hintergründig – und ganz tiefgründig wird es, wenn Robert Hübner schreibt. Der begnadete Altsprachen-Forscher und ehemalige Weltranglistendritte aus Köln widmet sich auf 22 Seiten dem schillernden Leben von François-André Philidor. Der Franzose war im 18. Jahrhundert nicht nur der herausragende Schachspieler und ein erster großer Lehrmeister mit Kernsätzen wie „Die Bauern sind die Seele des Spiels“… weiterlesen

Bessere Nerven und stabileres Spiel geben Ausschlag für WM-Sieg / Zufriedener Verlierer Anand: „Carlsen ist mir überlegen“
Von Hartmut Metz

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„Ich muss zugeben, er ist mir überlegen“, räumt Viswanathan Anand nach seiner Niederlage gegen Magnus Carlsen im russischen Sotschi unumwunden ein. Der Norweger gewann eine Woche vor seinem 24. Geburtstag das Revanche-Match um die Schach-WM vorzeitig mit 6,5:4,5. Die Siege in der zweiten, sechsten und abschließenden elften Runde bescherten dem Weltmeister 900000 der 1,5 Millionen Dollar Preisgeld. Sein Vorgänger aus Indien konnte nur die dritte Begegnung für sich entscheiden. Entscheidend war die sechste Partie, in der Carlsen wie ein Kreisliga-Spieler patzte – der Herausforderer hatte jedoch nicht mit einem „Geschenk gerechnet“ und ließ die einmalige Chance in der WM-Geschichte ungenutzt verstreichen. So hieß es 3,5:2,5 für den Titelverteidiger statt für den Inder.  Anand versuchte bis zum Schluss alles, doch mehr als vier weitere Remis kamen nicht heraus. „Offensichtlich verliere ich als Erster die Nerven“, analysiert der unterlegene Herausforderer und wähnt den zuweilen fast schläfrig am Brett wirkenden Weltranglistenersten „psychologisch“ im Vorteil… Mehr

Magnus Carlsen hat „extrem viel Glück“ in der sechsten WM-Partie
Von Hartmut Metz

 

Der dickste Patzer ist es nicht in der WM-Geschichte gewesen – aber der erste, der eine Gewinn- direkt in emetzine Verluststellung verwandelte. Darauf verweist Garri Kasparow – und der Ex-Weltmeister mit kroatischem Pass dürfte es genau wissen: Schließlich hat er eine Buch-Reihe über seine Vorgänger verfasst. Sein kurzzeitiger Schützling Magnus Carlsen hat im WM- Match gegen Viswanathan Anand einen fürchterlichen Fehler begangen. Doch sein indischer Herausforderer war ebenfalls wie vernagelt und ließ die einmalige Chance auf die Führung im WM-Duell ungenutzt verstreichen. Beide Spieler entdeckten das Malheur erst, als sie „ihren Zug ausführten“, gestanden sie. Unglaublich, denn Anand hätte wohl in 99 von 100 Blitzpartien die taktische Möglichkeit sofort erkannt und genutzt. Nachdem Carlsen der Atem stockte während des Wartens auf des Gegners Antwort, konnte der 23-Jährige danach aufatmen und seine weiterhin überlegene Position doch zur 3,5:2,5-Führung in Sotschi verwerten. „Wenn der Springer auf e5 schlägt, hätte mich das den WM-Titel kosten können“, wusste der Norweger bei dem mit 1,5 Millionen Dollar dotierten Wettkampf und schob nach, „ich hatte extrem viel Glück!“ Der Weltranglistenzweite Fabiano Caruana twitterte als Beobachter im Web: „Schockierende Patzer … Vishy wird heute Nacht nicht schlafen können.“ … Mehr

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