Schachshop
Kalli`s Turnierkalender
Falls Kasperski meckert
25 Jahre JugendSchach
Hol Dir Dein Cartoon!
Flipbuilder
Kategorien
Archive
DWZ / Spielersuche
DWZ / Vereinssuche
Elo
de.wikipedia.org

Live-Rating
2700chess.com for more details and full list 2700chess.com for more details and full list

Kolumne

Caruana und Meier starten in Dortmund fulminant

Von Hartmut Metz

 

Das traditionsreichste deutsche Schachturnier hat gleich mit Paukenschlägen begonnen: Nationalspieler Georg Meier bezwang zum Auftakt in Dortmund Wlmetzadimir Kramnik. Ein Kunststück vor allem auch deswegen, weil der immer exzellent vorbereitete Ex-Weltmeister aus Russland kaum eine Partie mit dem weißen Anzugsvorteil verliert und Rekordsieger bei dem Wettbewerb ist. Auch für den früheren Dortmunder Arkadij Naiditsch begann das Heimspiel beim Sparkassen Chess-Meeting verheißungsvoll mit einem Sieg und zwei Remis. Nur der Italiener Fabiano Caruana lag bei Redaktionsschluss der Schachspalte mit 2,5:0,5 Punkten vor den beiden Baden-Badener Bundesligaspielern.

 

Das Duo verpasst durch den Einsatz in Dortmund eine andere beliebte Veranstaltung ihres Klubs: Die OSG lädt heute ab 15 Uhr zum Mannschafts-Simultan in der Trinkhalle ein. 150 Amateure messen sich beim Kurhaus mit mehreren Stars des deutschen Serienmeisters. Ex-Weltmeister Viswanathan Anand (Indien) schreitet abwechselnd mit den Großmeistern Etienne Bacrot (Frankreich), Francisco Vallejo Pons (Spanien), Jan Gustafsson, Roland Schmaltz und Philipp Schlosser die Reihen ab. Zudem ziehen wohl mehrere Spielerinnen aus dem Kader der Damen-Bundesliga wie die Balgerin Iamze Tammert, die Muggensturmerin Ketino Kachiani-Gersinska oder die Kurstädterin Katja Borulya für das OSG-Team. Die Asse rücken zwar schneller als bei einem herkömmlichen Simultan an und verkürzen die Bedenkzeit – dafür fassen sie zuweilen andere Pläne als der Vordermann und patzen eher. Daher haben die Amateure eher Chancen auf ein Remis oder gar einen Sieg.
 

Weiterlesen

Schach-Historiker Stefan Haas arbeitet Turnier in Mannheim 1914 auf
Von Hartmut Metzmetz


Der XIX. Kongress des Deutschen Schachbundes in Mannheim hat für keinen Teilnehmer gut geendet. Mitten ins Turnier vor 100 Jahren platzte der Ausbruch des Ersten Weltkriegs. Die plötzlich „feindlichen“ Spieler wurden in Rastatt interniert. Während der Völkerschlacht wurde es für die Russen um Jefim Bogoljubow und den späteren Weltmeister Alexander Aljechin sehr ruhig – aber man war glücklicherweise fern der Front: „Das Leben im Gefängnis war ziemlich eintönig. Es gab keine Bücher, keine Zeitungen und natürlich auch kein Schach. Deshalb haben Bogoljubow und ich stundenlang Blindpartien gespielt“, erinnerte sich Aljechin. Aufregender hatte sich zuvor der DSB-Kongress bis zur elften der geplanten 17 Runden entwickelt. Aljechin führte mit 9,5 Punkten, hatte aber noch das schwierigere Restprogramm als die Verfolger Milan Vidmar (8,5) und Rudolf Spielmann (8). Der Karlsruher Schach-Historiker Stefan Haas hat sich rechtzeitig zum 100-jährigen Jubiläum des Turniers einmal mehr ums badische Schach verdient gemacht… Mehr
 

Chess960-„Papst“ Schmitt mit seinem Team deutscher Meister
Von Hartmut Metz


Die rasante Entwicklung ist etwas ins Stocken geraten, seit es das weltweit größte Schnellschach-Festival in Mainz nicht mehr gibt. Bei diesem hatte Hans-Walter Schmitt die Weltklasse mit hohen Preisgeldermetzn verführt, Chess960 zu spielen. Diese Abart des Denksports unterscheidet sich vom herkömmlichen Schach nur durch die unterschied- lichen Startaufstellungen der acht Figuren hinter den acht Bauern. Diese wird unter 960 Möglichkeiten ausgelost. Die Idee dahinter, die US-Legende Bobby Fischer als Erster promotete: Die ausufernde Schach-Eröffnungstheorie sollte umgangen werden. Vom ersten Zug an muss sich der Spieler selbst eine Strategie ausdenken, anstatt vorbereitete Eröffnungsvarianten herunterzuspulen – das kann er beim Chess960 nur noch, wenn die Position 518 aufs Brett kommt. Das ist die herkömmliche Startaufstellung. Vor allem Amateuren gefällt die Idee, bedarf es doch keines „Herrschaftswissens“.
 

Dass die starken Spieler aber trotzdem auch im Chess960 dominieren, zeigte sich bei der deutschen Meisterschaft, die der SC Waldbronn alljährlich ausrichtet: Großmeister Klaus Bischoff beherrschte das Feld. Der deutsche Einzelmeister aus Frankfurt gab in sieben Runden nur ein Remis ab. Die nominelle Nummer zwei, Igor Zuyev (Heusenstamm/6), sicherte sich auch Silber vor Oliver Günthner (Leonberg/5,5). Der Baden-Badener Illya Mutschnik, der Autor dieser Zeilen und Oswald Gschnitzer (Walldorf) folgten punktgleich auf den Plätzen… Mehr

Fußball-Fan Carlsen sichert sich zweiten und dritten WM-Titel
Von Hartmut Metzmetz


Aufregend geht es derzeit im Leben von Magnus Carlsen zu. Die WM in Brasilien nimmt den Fußball- Fan schon genug in Beschlag. Bei dem Norweger dreht sich aber zudem noch alles um drei weitere Weltmeisterschaften – in seinem Metier Schach. Zunächst machte die Runde, dass sein nächstes WM-Match in Sotschi stattfinde. Die Revanche-Möglichkeit für den entthronten Viswanathan Anand ist mit drei Millionen US-Dollar dotiert. Der Schach-Weltverband FIDE verbreitete bereits, dass die Großmeister zugestimmt hätten – doch prompt kam das Dementi beider Seiten. Die Norweger hoffen noch, dass sie das Duell im November zum Heimspiel für Carlsen machen können. Allerdings hatte der Verband bis vor Kurzem Schwierigkeiten, den Etat für die Schach-Olympiade im nordnorwegischen Tromsö im August auszugleichen. In fünf Monaten dürften daher kaum die Millionen für einen WM-Zweikampf einge- sammelt werden können. Weil Anand sich nicht mehr erneut dem Druck daheim in Indien aussetzen will, wird es doch auf „Putingrad“ als Spielort hinauslaufen… Mehr

Russe verweist Weltmeister beim Heimspiel in Stavanger auf Platz zweimetz
Von Hartmut Metz


Sergej Karjakin hat auf Jubelposen verzichtet. „Kannst du nicht ein bisschen glücklicher aussehen?“, bat einer der Kommentatoren den Russen nach dem letzten Zug in Stavanger. „Ich bin glücklich – aber auch müde“, erklärte der Weltranglistenneunte sein ermattetes Äußeres. Beim Heimspiel der Nummer eins hatte Karjakin dem Norweger Magnus Carlsen wie schon beim ersten „Norway Chess“-Wettbewerb die Schau gestohlen. Obwohl der 24-Jährige nach neun Runden mit sechs Punkten vor dem Weltmeister (5,5) lag, konnte Karjakin nicht mit seinem Spiel zufrieden sein. Die Müdigkeit resultierte sicher auch daher, dass der jüngste Großmeister aller Zeiten (mit zwölf Jahren und sieben Monaten) häufig auf Verlust stand. Doch mit zähem Widerstand riss der frühere Ukrainer das Ruder mehrfach herum – vor allem gegen Anish Giri, der mit Dame und Turm gegen Dame und Läufer alles versuchte. Der Niederländer zog nach einem letzten Patzer in einer „Seeschlange“ über 131 Züge den Kürzeren. Der wichtigste seiner vier Siege gelang Karjakin gegen Alexander Grischuk.. Mehr
 

„Solidarisierungswelle“ spült Kürzung des Innenministeriums weg

Von Hartmut Metz

 

Selten hat es im Deutschen Schachbund eine solche Solidarisierungswelle gegeben“, freut sich der Präsident des Verbandes, Herbert Bastian, zumal diese eine Entscheidung überraschend hinwegspülte. Das Bundesministerium des Innern (BMI) löste bei seinen mehr als 90 000 Mitgliedern einen metzbis dato nicht gekannten Sturm der Entrüstung aus. Anfang Mai hatte das für die Sportförderung zuständige Ministerium dem Deutschen Schachbund (DSB) nicht nur schriftlich mitgeteilt, dass er künftig keine Zuschüsse mehr erhalte. Dabei ging es um rund 130 000 Euro, ein Promille des BMI-Haushaltspostens von 130 Millionen Euro. Die Argumentation aus Berlin lautete, Schach sei „kein Sport“, weil es an „Eigenmotorik“ fehle.

 

Das sorgte für heftigen Widerspruch im Internet. Schachspieler versandten Mails, die dazu aufforderten, eine Petition gegen die Entscheidung zu unterzeichnen. Der Deutsche Olympische Sportbund hatte zwar die neue Sport-Definition mit dem Begriff „Eigenmotorik“ verabschiedet, gleichzeitig aber die Sonderstellung seines Schach-Mitglieds betont … Mehr

Elsässer um Philipp Schlosser französischer Vizemeister

Von Hartmut Metz

 

Clichy hat seinen französischen Titel verteidigt. Während sich die deutsche Schach-Bundesligametz an sieben Wochenenden trifft, um die 15 Runden zu absolvieren, bittet der Verband FFE einmal im Jahr zum „Top 12“. Dass die knapp zweiwöchige Veranstaltung diesmal auf ein „Top 11“ reduziert wurde, lag am Rückzug des Teams von Marseille Echecs.
 

In Saint-Quentin dominierten Clichy-Echecs-92 und der Club de Bischwiller. Die Elsässer spielten groß auf und gewannen neun der zehn Begegnungen. Lediglich in der sechsten Runde hatte das Team um den Baden-Badener Großmeister Philipp Schlosser nichts zu bestellen: Gegen Clichy setzte es ohne den pausierenden Schlosser eine 1:5-Schlappe. Anders als in deutschen Wettbewerben zählen die Franzosen die Remis nicht mit und werten nur die Einzel-Siege. Außerdem müssen die Achterteams eine Frau aufbieten. Das beflügelt zum einen die Nachwuchsförderung bei den Mädchen – zum anderen die Honorare, die die starken Spielerinnen von den Klubs verlangen können. So tritt die vieljährige französische Topdame Almira Skriptschenko für das zahlungskräftige Clichy an…. Mehr

Lasker gewinnt vor 100 Jahren legendäres Turnier in St. Petersburg

Von Hartmut Metz

 

Ob bei dem Turnier 1914 Zar Nikolaus II. tatsächlich die ersten fünf Großmeister-Titel verliehen hat, gilt als historisch zweifelhaft. Erstmals benutzt wurde der Ausdruck für einen starken Spieler bereits 1838 in der Schachspalte der Zeitschrift „metzBell’s Life“. Offiziell führte der Weltverband FIDE den Großmeister-Titel 1950 ein und knüpfte die Vergabe an einige Kriterien. Heutzutage muss ein Spieler üblicherweise drei Normen erfüllen und seine Ratingzahl auf mindestens 2 500 Elo-Punkte hieven, um die höchste Würde zu bekommen.

 

Doch unabhängig davon, ob im April und Mai vor 100 Jahren die fünf Teilnehmer der Endrunde in St. Petersburg diese Ehrenbezeugung als außerordentliche Könner vom Zar erhielten oder nicht – das Turnier war ein historisch bedeutendes. Alle Koryphäen der damaligen Zeit befanden sich im elfköpfigen Teilnehmerfeld. Nach der Vorrunde lag der aufstrebende Kubaner José Raul Capablanca mit acht von zehn Punkten weit in Front vor den deutschen Vorkämpfern Emanuel Lasker und Siegbert Tarrasch (6,5). Etwas überraschend qualifizierte sich Alexander Aljechin für das Finale. Der Russe sammelte wie der Amerikaner Frank Marshall sechs Zähler. Diese fünf Asse werden deshalb verdientermaßen als erste Großmeister geführt… Mehr

Hypermoderner Revolutionär ändert seinen Stil radikal

Von Hartmut Metz

 

Die Eröffnung der Zukunft“ nannte Savielly Tartakower die neue Idee weitsichtig. Der Springerschritt von g1 nach f3 erfreut sich noch heute als erster Zug großer Beliebtheit und hält die Erinnerung an den Namen seines Erfinders wach: Reti. Der vor 125 Jahren geborene Namensgeber zählt zu den Größen, die am meisten zur Entwicklung des Schachs beitrugen. Die Ideen der sogenannten Hypermodernen aus den 20er Jahren prägen den Denksport.metz
 

Der am 28. Mai 1889 in Petschinok bei Bratislava geborene Ausnahmekönner galt dabei nicht als sonderliches Talent. Bei seinem ersten großen Turnier 1908 in Wien blamierte sich der 19-Jährige mit lediglich drei Remis in 19 Partien. Doch durch sehr viel Arbeit steigerte der Tscheche seine Spielstärke in den nächsten Jahren enorm und gewann nach dem Ersten Weltkrieg ein Dutzend Turniere – auch sein letztes in Stockholm. Am 6. Juni 1929 starb Reti mit nur 40 Jahren an Scharlach.
 

Sein Zuwachs an Spielstärke fußte auch darauf, dass er die Ideen der Hypermodernen wie Aaron Nimzowitsch oder seines Freundes Gyula Breyer aufsaugte und weiterentwickelte. Nachdem Reti in seinen Anfängen oft tollkühn angriff, verstand er es bei seinem radikalen Stilwechsel, wie wichtig flexible Eröffnungssysteme sind und dass man auch Figurendruck … Mehr

Bundesinnenministerium streicht Schachbund die Fördermittel

Von Hartmut Metz

 

Schach hat sich in den vergangenen Tagen erstaunlicher Popularität in den Medien erfreut. Selbst fast nur dem Fußball frönende Blätter und Webseiten berichteten über den Denksport – wobei die Sache mit dem „Sport“ das Thema war. Das Bundesinnenministerium strich dem Deutschen Schachbund (DSB) die Fördergelder. Das spart bei diesem Haushaltsposten ein Promille der rund 130 Millionen Euro. Die jährlich knapp 130 000 Emetzuro würden hingegen dem Mitglied im Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) schmerzlich fehlen. Der von der Größe mit 94 000 Spielern auf Position 28 noch vor dem Eishockey-, Hockey- oder Ruderverband rangierende Schachbund finanziert mit dem Geld seinen Sportdirektor und den neuen Bundestrainer.

 

DSB-Präsident Herbert Bastian kritisiert natürlich den radikalen Schritt. „Die Mitgliederversammlung des DOSB hat mit der Annahme der neuen Förderrichtlinien die Sonderstellung von Schach anerkannt und es als weiterhin förderungswürdig eingestuft“, betont der Saarbrücker. Das Innenministerium scherte sich jedoch keinen Deut darum und strich wegen „fehlender eigenmotorischer Leistung“ die seit 1976 gewährten Mittel. „Was jetzt passiert, verletzt die Regeln des fairen Umgangs miteinander“, befand der für die Finanzen zuständige DSB-Vizepräsident Michael Langer gegenüber der „FAZ“. „Die Schachsportler müssen gegen das unselige Image vorgehen, dass ihnen die ,eigenmotorische Aktivität’ angeblich fehle. Dieses auch aus sportlicher Sicht völlig unsinnige Vorurteil verstellt den Blick auf das eigentliche Wesen des Schachsports und hat uns die gegenwärtigen Probleme eingehandelt“, meint Bastian und weiß als Internationaler Meister, wie anstrengend fünf-, sechsstündige Partien sein können… Mehr

Zu füllig? Optimist Bogoljubow wurde nie Schach-Weltmeister (Teil III)

Von Hartmut Metz

 

Jefim Bogoljubow war nicht nur ein ewiger Optimist. Zahllose Anekdoten rankten sich so um den Trmetziberger, der vor 125 Jahren in der heutigen Ukraine geboren wurde (dritter und letzter Teil der Serie zum Jubiläum). Aber genauso stand seine Körperfülle häufiger im Mittelpunkt. Die nahm vor allem nach dem Ersten Weltkrieg in der neuen Heimat im Schwarzwald zu.

 

So gab der Großmeister in einem Örtchen in der Schweiz ein Simultan. Ein Fotograf sollte dieses denkwürdige Ereignis festhalten. Vorn stand der Großmeister, dahinter war die lange Reihe der Gegner zu sehen – doch als die Organisatoren die Fotos ausgehändigt bekamen, vermissten sie Bogoljubow darauf! Der deshalb zur Rede gestellte Fotograf begründete unaufgeregt: „Ach, der Dicke da vorn, den habe ich wegretuschiert. Der hatte ja gar nichts damit zu tun!“ … Mehr

 

Weiterlesen

Jefim Bogoljubow „von Gott geliebt“ – aber nicht von den Sowjets

Von Hartmut Metz

 

Bogoljubow heißt im Russischen „von Gott geliebt“ – so fmetzühlte sich der vor 125 Jahren geborene Schachmeister Jefim Bogoljubow wohl auch (Teil II, Fortsetzung der Schachspalte aus der Vorwoche). Stets zuversichtlich und von sich überzeugt – das führte zu mancher Anekdote. Der nach seiner Weltkriegs-Internierung in Triberg gebliebene Russe, der dort Frieda Kaltenbach kennen lernte und Vater zweier Töchter (Sonja und Tamara) wurde, kündigte gerne mal etwas großspurig ein Matt an. „Matt in vier Zügen!“, bekam etwa Savielly Tartakower zu hören, der darauf stoisch mit dem berühmten Satz konterte: „Ich verbitte mir jegliche Belästigung!“ Noch mehr Spott zog sich der ansonsten so gemütliche Großmeister laut einem Turnierbericht zu, in dem es hieß: „Bogoljubow kündigte seinem Gegner Johner ein Matt in zwei Zügen an. Die Partie wurde später mit Endspielvorteil für Johner abgebrochen …“

 

Seinen großen Worten ließ er aber durchaus entsprechende Taten folgen: Zweimal wurde er 1924 und 1925 sowjetischer Meister – die Staatsbürgerschaft hatte der Triberger behalten und versuchte sich bis 1926 mit den Kommunisten zu arrangieren. Da der Russe aber immer wieder Restriktionen der Partei und der Schach-Apparatschiks im Verband ausgesetzt war, wurde Bogoljubow 1927 doch Deutscher und gewann von 1928 bis 1939 achtmal den nationalen Titel… Mehr

Grenzenloser Optimist vor 125 Jahren geboren / Internierung 1914 in Rastatt und Triberg war bestes Trainingslager

Von Hartmut Metz

 

Jefim Bogoljubow galt als der ewige Optimist unter den Schach-Großmeistern! Dieser überbordende Charakterzug des vor 125 Jahren geborenen Profis führte zu manch erheiternder Situation, die bis heute als Anekdote überdauerte. Am besten trifft wohl folgender Ausspruch sein Naturell: „Wenn ich Weiß habe, gewinne ich, weil ich Weiß habe – und wenn ich Schwarz habe, gewinne ich, weil ich Bogoljubow bin.“

 

Der am 14. April 1889 geborene Sohn eines Geistlichen verzichtete darauf, in die Fußstapfen seines Vaters zu treten und brach nach zwei Jahren sein Studium am Kiewer Polytechnischen Institut ab – die Leidenschaft für Schach war zu groß. In der Ukraine galt Bogoljubow bald darauf als einer der führenden Spieler. In die Weltspitze gelangte er aber vielleicht erst durch den Ersten Weltkrieg – und die daraus resultierende Internierung in Rastatt und Triberg. Wie viele andere Meister hatte er 1914 am XIX. Kongress des Deutschen Schachbundes in Mannheim teilgenommen und wurde durch den Ausbruch der Völkerschlacht überrascht. Mit weiteren russischen Assen wurde Bogoljubow nach Rastatt verfrachtet. Der spätere Weltmeister Alexander Aljechin erinnert sich: „Das Leben im Gefängnis war ziemlich eintönig. Es gab keine Bücher, keine Zeitungen und natürlich auch kein Schach. Deshalb haben Bogoljubow und ich stundenlang Blindpartien gespielt.“ Davon sind sogar mehrere überliefert, weil die Recken sie wohl später nach der Verlegung nach Triberg zu Papier brachten… Mehr

Rumäne Dieter Nisipeanu wechselt zum Deutschen Schachbund

Von Hartmut Metz

 

Die Nachricht schlug Anfang April wie eine Bombe im deutschen Schach ein: Liviu Dieter Nisipeanu verstärkt die Auswahl des Deutschen Schachbundes (DSB). Der „Transfer-Hammer“, wie die DSB-Webseite titelte, steht auf Platz 58 der Weltrangliste und ist mit einer Ratingzahl vometzn 2 686 Elo hinter Arkadij Naiditsch die neue deutsche Nummer zwei. Als größter Erfolg des Neuzugangs gilt der Sieg bei der Einzel-Europameisterschaft 2005. Bundestrainer Dorian Rogozenco nominierte den 37-Jährigen auch gleich für die Schach-Olympiade im norwegischen Tromsö (1. bis 14. August). Mit der „Verstärkung“ Nisipeanu traut der Hamburger Großmeister der Auswahl durchaus einen Platz „in den Top Ten“ zu.

 

„Ich wollte schon seit ein paar Jahren für Deutschland spielen, aber mir fehlte einfach der Mut, mit jemandem vom DSB darüber zu sprechen“, gestand Nisipeanu, der nach einem Zwist seit 2009 nicht mehr für den rumänischen Verband ans Brett ging. Der Siebenbürgener mit deutschen Wurzeln macht sich nun auch Gedanken, ob er seinen Wohnsitz womöglich nach Baden-Baden verlegt. Schließlich geht er für die OSG seit Jahren erfolgreich auf Punktehatz. In der Bundesliga-Saison trug Nisipeanu mit sechs Siegen und fünf Remis wesentlich zum neunten Titel in Folge bei. So erfolgreich würde er auch gerne in der Nationalmannschaft mit den Vereinskameraden Naiditsch und Georg Meier spielen, denn: „So einen tollen Empfang seitens des DSB hatte ich nicht erwartet! Jetzt gilt es nur noch gut zu spielen, um mich dafür zu bedanken.“ … Weiter

Anand feiert beim WM-Kandidatenturnier grandioses Comeback

Von Hartmut Metz

 

Viswanathan Anand hat ein glanzvolles Comeback gefeiert. Nachdem er den WM-Kampf gegen Magnus Carlsen sang- und klanglos Ende 201

3 verloren hatte, schrieb ihn nicht nur die ganze Schachwelt ab. Auch der Inder haderte mit sich und erwog gar, das Kandidatenturnier in Sibirien abzusagen. Doch ein Gespräch mit seinem alten Rivalen Wladimir Kramnik bestärkte ihn, doch in Chanty-Mansijk mitzuspielen.

 

Der „Tiger von Madras“ stieg dabei wie Phönix aus der Asche empor! Als einziger blieb Anand in den 14 Runden ungeschlagen und deklassierte die Konkurrenz um einen vollen Punkt (das BT berichtete). „Ich leugne nicht, dass dieses Ergebnis zu den angenehmsten Überraschungen meiner Karriere zählt“, gestand der Ex-Weltmeister nach langer Durststrecke. Dank der 8,5:5,5 Zähler kletterte der Baden-Badener Bundesligaspieler auch in der Weltrangliste wieder auf Platz drei hinter Carlsen und Lewon Aronjan, nachdem der 44-Jährige zuletzt fast aus den Top Ten gefallen war. Favorit Kramnik, der mit sieben Punkten hinter seinem russischen Landsmann Sergej Karjakin (7,5:6,5) nur Dritter wurde, glaubt nun, dass Anand in dieser Form sogar Chancen bei der WM-Revanche gegen Carlsen besitzt. Der Zweikampf soll wieder im Herbst stattfinden. Ein Ausrichter wird noch gesucht… Mehr

Ex-Nationalspieler Helmut Reefschläger feiert 70. Geburtstag

Von Hartmut Metz

 

Ein kleines Geschenk hat sich Helmut Reefschläger schon vorab selbst gemacht. Mit seinem alten Weggefährten Michael Dombrowsky veröffentlichte der Baden-Badener Ende 2013 das Buch „Berliner Schachlegenden“ (Edition Marco, 240 Seiten, 29,80 Euro). Reefschläger trug zu dem Werk die Partieanalysen bei. Am Dienstag feiert der 25-fache Nationalspieler nun seinen 70. Geburtstag.

 

Der Jubilar im Range eines Internationalen Meisters ist immer noch Zweitligaspieler und in Personalunion Kapitän der OSG Baden-Baden II. Mit 6:2 Punkten zählt der unterhaltsame Doktor der Mathematik zu den Stützen des Tabellendritten. Nach Mittelbaden verschlug es den früheren Hamburger durch Dombrowsky, der ihn für die SF Lichtental an Land zog. Später spielte Reefschläger für Oberligist Rochade Kuppenheim, ehe er bei der OSG als Trainer anheuerte… Mehr

Lockerer Carlsen spielt mit seinen Kumpels in der zweiten Liga

Von Hartmut Metz

 

Eine exakte Antwort kann Magnus Carlsen ausnahmsweise nicht geben. Aber auf die Frage eines Fans, wie viele Bier er trinken müsste, um gegen einen Meisterspieler zu verlieren, reagiert der 23-jährige Norweger gewohnt lässig: „Selbst stark besoffen steckt meine Schachstärke und mein Wissen in meinen Knochen“, behauptete der Weltmeister bei der Internet-Fragerunde seiner Anhänger auf dem Social News Aggregator Reddit.com. Zudem verriet Carlsen dort, dass er manchmal unter Konten von Freunden online Schach spielt. „Einige Partien habe ich gewonnen … oder viele“, berichtete der Superstar, um nachzuschieben, „Ihr wärt erstaunt, wenn Ihr wüsstet, gegen wen ich im Internet schon verloren habe!“

Dass es Carlsen im Vergleich zu den meisten seiner Vorgänger auf dem Thron locker sieht, war auch vergangenes Wochenende zu sehen: Da trat der Weltranglistenerste kurzerhand in der zweiten norwegischen Liga zum Aufstiegsspiel mit seinen Kumpels von Stavanger an. Großmeister Wladimir Georgiew staunte nicht schlecht, als er plötzlich Carlsen gegenübersaß! Mit seinem Sieg in 40 Zügen trug der „Mozart des Schachs“ wesentlich zum 3,5:2,5-Erfolg über Nordstrand bei… Mehr

Exweltmeister Anand hat sich im Live Chess Rating durch sein bislang sehr gutes Abschneiden beim Kandidatenturnier nach neun Runden auf Platz 3 vorgearbeitet


Was die aktuelle Live-Rating-Weltrangliste angeht, so ist das Kandidatenturnier in Chanty Mansijsk natürlich nicht ohne Auswirkungen geblieben. Immerhin ringt mit Levon Aronjan, Wladimir Kramnik, Wesselin Topalow, Viswanathan Anand und Sergej Karjakin ein Quintett aus den TOP 10 [Stand 1. März] darum, der erste Herausforderer des amtierenden Weltmeisters Magnus Carlsen zu werden. Und das ist nur mit einem Sieg in diesem hochkarätig besetzen Wettbewerb [FIDE Kategorie 21/Elo-Durchschnitt 2770] möglich.

 

Den sportlichen Teil hat mein Kollege Thomas zuletzt am zweiten Ruhetag [24. März] – gespielt waren zu diesem Zeitpunkt neun von 14 Runden – sehr sachkundig und dazu interessant berichtet [Link: http://www.chess-international.de/Archive/23988#more-23988].

 

Weiterlesen

Abgeschriebener Anand führt beim WM-Kandidatenturnier

Von Hartmut Metz

 

Die Fans hatten ihn alle abgeschrieben. Schlappe zwei Prozent trauten dem „Tiger von Madras“ bei einer Umfrage zu, dass er beim WM-Kandidatenturnier noch etwas reißt. Ja, mancher plädierte gar dafür, Viswanathan Anand solle Platz machen für den kaum halb so alten Italiener Fabiano Caruana, der ihn auch in der Weltrangliste überflügelt hatte. Doch der 44-jährige Inder startete furios mit zwei Siegen und einem Remis in das Turnier, bei dem acht Großmeister den nächsten Herausforderer des neuen Weltmeisters Magnus Carlsen ermitteln.

 

Nach sechs von 14 Runden ist Anand als einziger Teilnehmer noch immer ungeschlagen und führt mit einem halben Zähler Vorsprung. Der Weltranglistenachte weist (zum Redaktionsschluss) kurz vor Halbzeit des Wettbewerbs im russischen Chanty-Mansijsk 4:2 Punkte auf. Favorit Lewon Aronjan folgt mit 3,5:2,5 Zählern. Der Weltranglistenzweite kassierte zum Auftakt des Kandidatenturniers gegen seinen Baden-Badener Vereinskameraden die bisher einzige Niederlage… Mehr

Und täglich Brot für die Großmeister: Turnier in Gibraltar ein Fest

Von Hartmut Metz

 

Die Berberaffen sind nicht weit, wenn Spieler auf dem Felsen ein Schachbrett aufbauen und Nüsse bereithalten. Rasch lassen sich die putzigen Gesellen als „Fotomodelle“ einspannen – klauen diesen Touristen in Gibraltar aber gerne auch mal eine Figur. Die Turnierorganisatoren halten für solche Fälle „mehrere Ersatzspielsätze bereit“, berichtet das „Schach-Magazin 64“ in seiner aktuellen März-Ausgabe.

Aber nicht nur die Berberaffen wissen sich ihr täglich Brot in der britischen Enklave zu sichern – für Schachprofis ist das alljährliche Open ein Fest: Rund 200 000 Euro Preisgeld machen das zehnrundige „Masters“ zu einem der am höchsten dotierten offenen Turniere in der Welt. Deshalb ließen sich heuer 68 Großmeister und 39 Internationale Meister anlocken. Die Organisatoren um Großmeister Stuart Conquest vergessen dabei auch nicht die Damen. Mit 50 000 Euro an Spezialpreisen für das „schwache Geschlecht“ lobt das Tradewise Open mehr als jedes andere privat organisierte Turnier auf dem Globus aus. Den ersten Preis sicherte sich diesmal Marija Musitschuk. Die Baden-Badener Bundesligaspielerin kam wie ihre ukrainische Landsmännin Natalia Schukowa auf stolze 7:3 Zähler, was Platz 19 im Gesamtklassement bedeutete … Mehr

  • Besucher heute: 90
  • Yesterday Visit: 15300
Online sind:
Im Moment ist niemand online.

Online spielen

Bundesliga-Statistik

Juli 2014
M D M D F S S
« Jun    
 123456
78910111213
14151617181920
21222324252627
28293031