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Verteidigt Magnus Carlsen seinen WM-Titel?

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Kolumne

OSG Baden-Baden steht in der Bundesliga vor Jubiläums-Titel
Von Hartmut Metzmetz

 

Hat die Langeweile ein Ende? In der Schach-Bundesliga zieht die OSG Baden-Baden seit 2006 einsam ihre Kreise. Seit Sven Noppes das Amt als Kapitän und Organisator übernommen hat, eilen die Kurstädter von einem Titel zum nächsten. Die zehnte deutsche Meisterschaft in Folge wäre ein Meilenstein. Rivalen wie die SG Köln-Porz, SG Solingen oder Werder Bremen haben mittlerweile die Herausforderung um Platz eins aufgegeben. Porz zog sich gar in die Zweite Bundesliga zurück, weil Mäzen Wilfried Hilgert keinen Sinn mehr darin sah, der OSG Paroli zu bieten – Baden-Badens Sponsor Wolfgang Grenke verpflichtete doch immer die besseren Spieler bis hin zu den Weltmeistern Viswanathan Anand und Magnus Carlsen. Doch nun könnte dem Abonnementmeister ein ernsthafter Rivale erwachsen: In Schwäbisch Hall, das bisher eher durch die gleichnamige Bausparkasse bekannt ist, marschierte ein Team aus der Landesliga durch bis ins deutsche Oberhaus. Dort wird der Aufsteiger nun mit dem ehemaligen Vizeweltmeister Boris Gelfand&Co. zum ersten OSG-Jäger. „Die haben durchaus Chancen“, bestätigt Arkadij Naiditsch… Mehr

Psychoanalytiker Reuben Fine vor 100 Jahren geboren
Von Hartmut Metz

 

metz

Als Psychoanalytiker ist Reuben Fine zumindest einmal nicht sonderlich geschickt vorgegangen: Der Amerikaner, der heute vor 100 Jahren in New York zur Welt kam, beteiligte sich an einer spiritistischen Sitzung. Als der Schach-Großmeister gefragt wurde, ob er mit einem Geist Kontakt aufnehmen wolle, nannte Fine seinen legendären Landsmann Paul Morphy. Dieser erschien angeblich auch, woraufhin Fine über das Medium das Wort an ihn richten durfte: „Bitte fragen sie ihn, ob Schwarz im Evans-Gambit im sechsten Zug mit dem Läufer den Bauern auf b4 schlagen oder lieber nach b6 ausweichen soll.“ Dem Vernehmen nach sei Fine froh gewesen, die Séance mit heiler Haut verlassen zu können … Mit Morphy hat der Jubilar eines gemein wie mit Bobby Fischer: Ihre ersten Auftritte in Europa sorgten für Aufsehen, weil das Trio durchweg grandiose Ergebnisse erzielte… Mehr

Katerina Lagno heizt russisch-ukrainische Konflikte anmetz
Von Hartmut Metz

 

Schach als politisches Spiel hat eine lange Tradition: Die Sowjetunion wollte dereinst die geistige Überlegenheit des Proletariats beweisen und förderte den Denksport extensiv. Das hat sich im Kreml zwar mittlerweile geändert – doch Russland stand wieder im Mittelpunkt, als es Aufruhr vor der Schach-Olympiade in Norwegen gab: Katerina Lagno wechselte die Fronten. Die in Moskau lebende damalige Weltranglistensiebte schloss sich der russischen Schach-Föderation – in dem Fall besonders brisant, weil die 24-Jährige zuvor für die Ukraine am Brett gesessen hatte. Zur Ehrenrettung von Lagno sei erwähnt, dass sie die Verbands-„Rochade“ schon länger geplant hatte. Ohne den Ukraine-Konflikt wäre sie nicht zum Politikum hochgekocht, weil derlei häufiger passiert. Angesichts der russischen Invasion im Nachbarland versuchten die Ukrainer diesmal jedoch, die mögliche einjährige Sperre beim Schach-Weltverband FIDE durchzusetzen… Mehr

Liechtensteiner Nationalspieler Ferster gewinnt Bezirkstitelmetz
Von Hartmut metz

 

Schach-Olympiade am Polarkreis im norwegischen Tromsø – mittelbadische Meisterschaft in Ottenau. Fast Brett an Brett mit Weltmeister Magnus Carlsen – nun im Duell mit Kleinmeistern bei den Bezirks- titelkämpfen. Fabian Ferster hat sich an die Extreme gewöhnt. Der Gaggenauer kämpft regelmäßig für seinen Heimatklub SK Ottenau in der fünften Liga, der Bereichsklasse – und schnuppert als Nationalspieler des kleinen Fürstentums Liechtenstein alle zwei Jahre bei der Mannschafts-WM die Luft der großen Schachwelt. Bei der Olympiade belegte seine Auswahl Rang 119 unter 177 Teams und erfüllte als Nummer 121 der Setzliste die Erwartungen. Dies galt auch für Ferster selbst, der als Spitzenspieler vier von neun Punkten holte. „Die Qualität war nicht so hoch in meinen Partien: Gute Stellungen verlor ich, schlechte gewann ich“, analysiert der 28-Jährige objektiv und ärgert sich vor allem darüber, dass er zum Auftakt den argentinischen Großmeister Sandro Mareco „überspielte und dann unterlag“… Mehr

Naiditsch setzt sich bei deutscher “Supermeisterschaft“ durchmetz
Von Hartmut Metz

 

„Wenn man ein Turnier gewinnt, ist man zufrieden“, unterstreicht Arkadij Naiditsch. Der Großmeister der OSG Baden-Baden zeigte sich trotz der soliden Ausbeute von 5:2 Punkten wenig begeistert von seinem Spiel bei den Grenke Chess Classic. Vor allem seine Niederlage gegen Nachwuchs-Hoffnung Matthias Blübaum (Werder Bremen) geißelte der Weltrang- listen-34. als „katastrophal. So zu verlieren“, nimmt der Sandweierer bezüglich der zweiten Runde der „deutschen Supermeisterschaft“ kein Blatt vor den Mund, sei „keine gute Basis für ein Turnier und war furchtbar“. Die nächste Partie „entschied“ laut Naiditsch den mit mehr als 20 000 Euro dotierten Wettbewerb, an dem alle nationalen Topspieler teilnahmen: „Dass ich gegen Georg Meier so schnell gewann, war wichtig für das Turnier.“ Bis dahin führte der zuletzt so überzeugende Nationalmannschafts- und Vereinskollege. Anschließend brach Meier ein – frustriert von der Schlappe in 25 Zügen und zermalmt von der Doppelbelastung: … Mehr

Italienischer Überflieger gewinnt beim stärksten Turnier der Schach-Geschichte sieben Partien in Folge
Von Hartmut Metz

 

metz

Das war “deprimierend“, scherzte Weltmeister Magnus Carlsen nach dem Sinquefield Cup in St. Louis. Der Norweger hatte zwar nach zehn Runden mit 5,5 Punkten einen akzeptablen zweiten Platz beim stärksten Schachturnier aller Zeiten belegt – doch den 23-Jährigen trennten Welten vom Sieger. Drehten sich in den letzten Jahren die Schlagzeilen meist um den Aufsteiger aus dem hohen Norden, ist plötzlich ein Großmeister aus dem tiefen Süden Europas in aller Munde: Fabiano Caruana. Der in Miami geborene Italiener deklassierte nicht nur die Konkurrenz. Der 22-Jährige hielt die Schach-Fans Runde für Runde mehr in Atem! Nach drei, nach vier, nach fünf und auch nach sechs Siegen dachte jeder, seine Siegesserie müsse endlich brechen – doch Caruana baute sie gegen die fünf Rivalen, die durchweg in den Top Ten stehen, auf sieben Erfolge hintereinander aus! Das gab es noch nie in solch einem erlesenen Feld. Und selbst in Durchgang acht hatte der Weltranglistendritte gegen den Branchenführer Carlsen erneut Siegchancen… Mehr

Italiener startet beim stärksten Turnier der Schach- Historie mit sieben Siegen
Von Hartmut Metz
metz

„Allmählich gehen uns die Superlative aus“, räumt selbst der sonst so wortgewaltige Yasser Seirawan ein. Dem US-Großmeister bleibt immer mehr die Spucke weg angesichts der Leistungen von Fabiano Caruana. Der Italiener wurde bereits nach vier Runden nur noch als „Mister Perfect“ bezeichnet, weil der Weltranglistendritte beim stärksten Schach-Turnier aller Zeiten bis dahin sensationell alle Partien gewann. Obwohl alle sechs Teilnehmer in den Top Ten stehen und Caruana auch mal mit einem Remis zufrieden gewesen wäre, baute der in Miami geborene Italiener seine Bilanz weiter aus! Als Wesselin Topalow zu Beginn der zweiten Hälfte erneut aufgeben musste, befand er mit Blick auf die 6:0 Zähler des Spitzenreiters: „In der Geschichte ist das höchstens noch mit den 6,5:0,5 Punkten von Anatoli Karpow im spanischen Linares 1994 zu vergleichen… Mehr

Weltranglistenerste Judit Polgar tritt nach Schach-Olympiade ab
Von Hartmut Metz

 

Dem Schach bleibt die beste Spielerin aller Zeiten treu – an Wettbewerben will Judit Polgmetzar aber künftig nicht mehr teilnehmen. Bei der Schach-Olympiade im norwegischen Tromsö feierte die 38-Jährige noch einmal einen schönen Erfolg: Mit dem ungarischen Männer-Nationalteam holte die Budapesterin hinter China die Silbermedaille. „Ich hielt es für den richtigen Moment, jetzt nach mehr als 30 Jahren Turnierschach den Rücktritt von diesem schönen Spiel zu erklären“, erläutert Polgar, die ein Vierteljahrhundert lang ununterbrochen die Weltrangliste der Frauen angeführt hatte! Mit zwölf Jahren übernahm sie bereits die Spitze und brach im Alter von 15 Jahren und vier Monaten den Rekord von Legende Bobby Fischer als jüngster Herren-Großmeister.

Eine Weile zählte Polgar auch zu den Top Ten der Männer. Nun will sich die Mutter „mehr Zeit für meine zwei Kinder, den zehnjährigen Oliver und die achtjährige Hanna, nehmen“. Außerdem möchte die Frohnatur die Arbeit ihrer vor zwei Jahren gegründeten „Judit Polgar Foundation“ forcieren und „nun mehr Werbung fürs Schach“ machen. „Besonders gilt dies für die Ausbildung mit meinem Lernprogramm ,Schach-Palast’, das schon an fast 100 Schulen in Ungarn genutzt wird“, berichtet Polgar von ihren Plänen… Mehr

Baden-Badener gelingt Kunststück bei der Schach-Olympiade
Von Hartmut Metz

 

Siege über Weltmeister sind rar. Noch größeren Seltenheitswert besitzen Siege über Weltmeister bei Schach-Olympiaden, der alle zwei Jahre stattfindenden Mannschafts-WM des Denksports. Erst einem Deutschen war das gelungen: Die DDR-Legende Wolfgang Uhlmann bezwang 1962 in Warna den sowjetischmetzen Weltmeister Michail Botwinnik. Das Kunststück wiederholte nun Arkadij Naiditsch in Tromsö. Der Baden-Badener schlug Magnus Carlsen und sicherte so dem deutschen Quartett den Sieg über Gastgeber Norwegen.

 

„Ich habe großen Respekt vor Carlsen – aber keine Angst!“, wollte Naiditsch einfach seine beste Leistung abrufen, auch wenn der Weltranglisten-38. sein „Leistungsvermögen objektiv betrachtet“ deutlich hinter der Nummer eins einordnet. Mit ein Grund: „Mir fehlt es leider an Konstanz. Mir passieren manchmal Einsteller – da willst du am liebsten aufhören …“, gesteht der deutsche Spitzenspieler. Ohne die Aussetzer würde sich der 28-Jährige durchaus die Top Ten zutrauen. Naiditsch und Georg Meier an Position zwei spielten eine gute Olympiade. Doch weil Daniel Fridman, Debütant Liviu-Dieter Nisipeanu und David Baramidze weniger überzeugten, landete die deutsche Auswahl mit 14:8 Punkten nur auf Platz 30 unter 150 Teams.

 

In der siebten Runde kassierte Carlsen beim 1,5:2,5 der Norweger gegen Deutschland seine erste Niederlage. Auch gegen den Serben Ivan Saric zog der Weltmeister den Kürzeren. Mit 6:3 Punkten schnitt Carlsen letztlich ähnlich ab wie Naiditsch, der 5,5:3,5 Zähler holte.
 

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Putin-Getreuer Iljumschinow bleibt Präsident des Weltverbands

Von Hartmut Metz

 

Für Garri Kasparow hat der Kampf fast so ein Debakel ergeben wie in der russischen Politik – oder genau genommen: Es war auch diesmal russische Politik. Nachdem der 13. Weltmeister der Schach-Geschichte in Russland mutig Opposition gegen Wladimir Putin betriebenmetz hatte und nach mehreren Verhaftungen am Schluss nach Kroatien flüchtete, zog der 51-Jährige erneut den Kürzeren gegen den Kreml-Fürsten – diesmal indirekt: Kirsan Iljumschinow sicherte sich in der Schlammschlacht mit Kasparow die Unterstützung Putins. Der trug natürlich gerne sein Scherflein bei, um den lästigen Gegenspieler als Präsident des Schach-Weltverbands FIDE zu verhindern.
 

Während der Olympiade in Tromsö votierten die 174 in Norwegen vertretenen Verbände für den Amtsinhaber. Iljumschinow erhielt 110, Kasparow nur enttäuschende 61 Stimmen, drei Zettel waren ungültig. Das Ergebnis für den Ex-Weltmeister, der vom amerikanischen Milliardär Rex Sinquefield unterstützt wurde, fiel prozentual gesehen noch schlechter aus als bei den Niederlagen jeweils vier Jahre zuvor für Legende Anatoli Karpow und den Manager und früheren Turnierorganisatoren Bessel Kok, die den seit 1995 umstrittenen Kalmücken an der Spitze der FIDE ablösen wollten. Die neutrale Haltung des Deutschen Schachbunds (DSB) honorierten die Delegierten: DSB-Präsident Herbert Bastian wurde überraschend zu einem der zehn Vizepräsidenten gewählt… Weiter

Renommierte Barsbütteler Künstlerin Elke Rehder befasst sich mit den ersten Tageszeitungs-Kolumnen und Zeitschriften des königlichen Spiels
Von Hartmut Metz
 


Diese Schachkolumne ist inzwischen weit mehr als 1 000 Mal erschienen; Samstag für Sammetzstag, seit einem Vierteljahrhundert. Die erste deutschsprachige Schach- spalte in einer Tageszeitung fand sich 1828 in der „Berliner Stafette“. 101 Jahre hielt das Blatt durch, ehe es kurz nach der Namensänderung in „Allgemeines Oppositionsblatt“ 1929 in der Wirtschaftskrise nicht mehr genügend oppositionelle Käufer fand. In dem Jahrhundert zuvor gehörte eine Schachspalte zum guten Ton einer jeden Tageszeitung. Eine reine Schachzeitung gründete Louis-Charles Mahé de La Bourdonnais als Erster. Der 19-Jährige von der Insel La Réunion fand im berühmten Pariser „Café de la Regence“ nach zwei Jahren keinen ebenbürtigen Gegner mehr und galt von 1821 an bis zu seinem Tod 1840 als stärkster Spieler der Welt. Obwohl er 1836 die erste Schachzeitung, „Le Palamède“, gründete, starb der Franzose mit 45 völlig verarmt in London. 1846 erschien die erste „Deutsche Schachzeitung“ von Hermann Hirschbach in Leipzig. Während sie nur drei Jahrgänge überlebte, wurde die im Juli 1846 in Berlin gegründete „Schachzeitung“ bis heute bewahrt und ging nach mehreren Umbenennungen im heute noch herausgegebenen „Schach“ auf. Die Historie der Schachspalten hat Elke Rehder interessant in ihrem Band „Schach in Zeitungen des 19. Jahrhunderts“ (Edition Jung, 29,80 Euro) aufbereitet…. Mehr

Zweikampf und Open finden trotz des Krieges in Israel statt
Von Hartmut Metz

 

Zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt haben die Schachspieler in Israel einen aufregenden metzZweikampf angesetzt: Just als sich der Russe Peter Swidler und der israelische Weltklasse-Großmeister Boris Gelfand gegenübersaßen, begann der Krieg zwischen Israelis und Palästinensern zu toben. Da Anschläge und Raketenbeschuss im Nahen Osten zum traurigen Alltag gehören, ließen sich die Organisatoren selbst davon nicht abhalten, in Jerusalem ein Open durchzuziehen.
 

An starken Spielern mangelt es in Israeli seit jeher nicht. Schon im 20. Jahrhundert war das königliche Spiel bei den Juden tief verwurzelt. Sie stellten mit Wilhelm Steinitz und Emanuel Lasker die ersten Weltmeister. Vor allem dank enorm starker jüdischer Zuwanderer aus der ehemaligen Sowjetunion gehört Israel heutzutage auf den 64 Feldern zu den Großmächten. Das kleine Land hat 40 Großmeister und findet sich in der Weltrangliste auf Platz zwölf, nimmt man die Ratingzahlen der Top Ten als Maßstab. Bei der nun beginnenden Schach-Olympiade im norwegischen Tromsö dürfte Israel daher wieder eine gute Rolle spielen… Weiter

Gedanken zu einem Eröffnungsexperiment des norwegischen Superstars bei der Blitzschach-WM in Dubai von JULIA KIRST

 

Ich kaufte mir die August-Ausgabe des „Schach-Magazin 64“, schlug es auf und stieß auf Seite 4 auf Folgendes:

Laurent Fressinet – Magnus Carlsen, Blitz-WM, Runde 3, Dubai 20141

1. e4 Sf6 2. e5 Sg8


Das ist die Diagrammstellung. Jeder Trainer würde seinen Schützling kritisieren, wenn er diesen zweiten Zug spielen würde. Aber wenn sogar der Weltmeister das spielt …1

 

Diese „Rückzug“-Variante in der Aljechin-Verteidigung kam wohl erstmals in der Fernpartie Berwick – Edinburgh im Jahre 1861 vor. Die schwarze Idee könnte Folgende sein: Vielleicht wird ja der vorgerückte Bauer zur Schwäche und ist später angreifbar. Außerdem ist der schwarze Springer auf g8 nicht so angreifbar wie auf d5. Ob das alles ausreichende Argumente für den Springerrückzug sind, ist zweifelhaft. Tempoverlust ist eben Tempoverlust, hier sogar ein zweifacher. Und das auch noch mit Schwarz.

 

Natürlich wurde das alles im Blitz gespielt, wo die Psyche eine besondere Rolle spielt. Ein verblüffender Zug in der Eröffnung kann den Gegner so verwirren, dass er die Partie nicht so stark spielt wie sonst. Sicherlich wird Carlsen auch auf den psychologischen Effekt gesetzt haben, nach dem Zug strahlte er nicht umsonst wie ein Honigkuchenpferd. Aber seien wir mal ehrlich: Mit seiner famosen Endspielkunst kann er es sich leisten, auch mal schlechter zu stehen.
 

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Tritt Kramnik nach der Pleite bei seinem Lieblingsturnier in Dortmund bald zurück?

Von Hartmut Metz

 

Was ist los mit Wladimir Kramnik? Bis vor Kurzem galt der Russe als einziger Spieler, der dank seinermetz exzellenten Eröffnungsvorbereitung Magnus Carlsen vom WM-Thron stoßen kann. Doch zuletzt wirkte der 39-Jährige uninspiriert – und jetzt spielte er selbst in seinem „Wohnzimmer“ in Dortmund katastrophal. Der frühere Seriensieger beim Chess-Meeting sammelte in den sieben Runden nur 2,5 Punkte. Lediglich Schlusslicht David Baramidze (Hockenheim) war noch einen halben Zähler schlechter. Inzwischen fragen sich viele Weggefährten wie Ex-Weltmeister Viswanathan Anand, ob etwas an den via Twitter verbreiteten Gerüchten dran ist, dass Kramnik mit 40 zurücktreten wird.
 

Seine Karriere vor sich hat dagegen noch Fabiano Caruana. Der Italiener deklassierte den Rest des Feldes und klettert in der nächsten Weltrangliste erstmals auf über 2 800 Elo-Ratingpunkte, was Position drei bedeutet. Der 21-jährige Caruana lag bei seinem zweiten Turniersieg in Dortmund nach 2012 mit 5,5 Punkten weit vor Georg Meier (Baden-Baden) und dem Ungarn Peter Leko (beide 4). Im Mittelfeld landeten dank einer ausgeglichenen Bilanz Arkadij Naiditsch und der Brite … Mehr

Caruana und Meier starten in Dortmund fulminant

Von Hartmut Metz

 

Das traditionsreichste deutsche Schachturnier hat gleich mit Paukenschlägen begonnen: Nationalspieler Georg Meier bezwang zum Auftakt in Dortmund Wlmetzadimir Kramnik. Ein Kunststück vor allem auch deswegen, weil der immer exzellent vorbereitete Ex-Weltmeister aus Russland kaum eine Partie mit dem weißen Anzugsvorteil verliert und Rekordsieger bei dem Wettbewerb ist. Auch für den früheren Dortmunder Arkadij Naiditsch begann das Heimspiel beim Sparkassen Chess-Meeting verheißungsvoll mit einem Sieg und zwei Remis. Nur der Italiener Fabiano Caruana lag bei Redaktionsschluss der Schachspalte mit 2,5:0,5 Punkten vor den beiden Baden-Badener Bundesligaspielern.

 

Das Duo verpasst durch den Einsatz in Dortmund eine andere beliebte Veranstaltung ihres Klubs: Die OSG lädt heute ab 15 Uhr zum Mannschafts-Simultan in der Trinkhalle ein. 150 Amateure messen sich beim Kurhaus mit mehreren Stars des deutschen Serienmeisters. Ex-Weltmeister Viswanathan Anand (Indien) schreitet abwechselnd mit den Großmeistern Etienne Bacrot (Frankreich), Francisco Vallejo Pons (Spanien), Jan Gustafsson, Roland Schmaltz und Philipp Schlosser die Reihen ab. Zudem ziehen wohl mehrere Spielerinnen aus dem Kader der Damen-Bundesliga wie die Balgerin Iamze Tammert, die Muggensturmerin Ketino Kachiani-Gersinska oder die Kurstädterin Katja Borulya für das OSG-Team. Die Asse rücken zwar schneller als bei einem herkömmlichen Simultan an und verkürzen die Bedenkzeit – dafür fassen sie zuweilen andere Pläne als der Vordermann und patzen eher. Daher haben die Amateure eher Chancen auf ein Remis oder gar einen Sieg.
 

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Schach-Historiker Stefan Haas arbeitet Turnier in Mannheim 1914 auf
Von Hartmut Metzmetz


Der XIX. Kongress des Deutschen Schachbundes in Mannheim hat für keinen Teilnehmer gut geendet. Mitten ins Turnier vor 100 Jahren platzte der Ausbruch des Ersten Weltkriegs. Die plötzlich „feindlichen“ Spieler wurden in Rastatt interniert. Während der Völkerschlacht wurde es für die Russen um Jefim Bogoljubow und den späteren Weltmeister Alexander Aljechin sehr ruhig – aber man war glücklicherweise fern der Front: „Das Leben im Gefängnis war ziemlich eintönig. Es gab keine Bücher, keine Zeitungen und natürlich auch kein Schach. Deshalb haben Bogoljubow und ich stundenlang Blindpartien gespielt“, erinnerte sich Aljechin. Aufregender hatte sich zuvor der DSB-Kongress bis zur elften der geplanten 17 Runden entwickelt. Aljechin führte mit 9,5 Punkten, hatte aber noch das schwierigere Restprogramm als die Verfolger Milan Vidmar (8,5) und Rudolf Spielmann (8). Der Karlsruher Schach-Historiker Stefan Haas hat sich rechtzeitig zum 100-jährigen Jubiläum des Turniers einmal mehr ums badische Schach verdient gemacht… Mehr
 

Chess960-„Papst“ Schmitt mit seinem Team deutscher Meister
Von Hartmut Metz


Die rasante Entwicklung ist etwas ins Stocken geraten, seit es das weltweit größte Schnellschach-Festival in Mainz nicht mehr gibt. Bei diesem hatte Hans-Walter Schmitt die Weltklasse mit hohen Preisgeldermetzn verführt, Chess960 zu spielen. Diese Abart des Denksports unterscheidet sich vom herkömmlichen Schach nur durch die unterschied- lichen Startaufstellungen der acht Figuren hinter den acht Bauern. Diese wird unter 960 Möglichkeiten ausgelost. Die Idee dahinter, die US-Legende Bobby Fischer als Erster promotete: Die ausufernde Schach-Eröffnungstheorie sollte umgangen werden. Vom ersten Zug an muss sich der Spieler selbst eine Strategie ausdenken, anstatt vorbereitete Eröffnungsvarianten herunterzuspulen – das kann er beim Chess960 nur noch, wenn die Position 518 aufs Brett kommt. Das ist die herkömmliche Startaufstellung. Vor allem Amateuren gefällt die Idee, bedarf es doch keines „Herrschaftswissens“.
 

Dass die starken Spieler aber trotzdem auch im Chess960 dominieren, zeigte sich bei der deutschen Meisterschaft, die der SC Waldbronn alljährlich ausrichtet: Großmeister Klaus Bischoff beherrschte das Feld. Der deutsche Einzelmeister aus Frankfurt gab in sieben Runden nur ein Remis ab. Die nominelle Nummer zwei, Igor Zuyev (Heusenstamm/6), sicherte sich auch Silber vor Oliver Günthner (Leonberg/5,5). Der Baden-Badener Illya Mutschnik, der Autor dieser Zeilen und Oswald Gschnitzer (Walldorf) folgten punktgleich auf den Plätzen… Mehr

Fußball-Fan Carlsen sichert sich zweiten und dritten WM-Titel
Von Hartmut Metzmetz


Aufregend geht es derzeit im Leben von Magnus Carlsen zu. Die WM in Brasilien nimmt den Fußball- Fan schon genug in Beschlag. Bei dem Norweger dreht sich aber zudem noch alles um drei weitere Weltmeisterschaften – in seinem Metier Schach. Zunächst machte die Runde, dass sein nächstes WM-Match in Sotschi stattfinde. Die Revanche-Möglichkeit für den entthronten Viswanathan Anand ist mit drei Millionen US-Dollar dotiert. Der Schach-Weltverband FIDE verbreitete bereits, dass die Großmeister zugestimmt hätten – doch prompt kam das Dementi beider Seiten. Die Norweger hoffen noch, dass sie das Duell im November zum Heimspiel für Carlsen machen können. Allerdings hatte der Verband bis vor Kurzem Schwierigkeiten, den Etat für die Schach-Olympiade im nordnorwegischen Tromsö im August auszugleichen. In fünf Monaten dürften daher kaum die Millionen für einen WM-Zweikampf einge- sammelt werden können. Weil Anand sich nicht mehr erneut dem Druck daheim in Indien aussetzen will, wird es doch auf „Putingrad“ als Spielort hinauslaufen… Mehr

Russe verweist Weltmeister beim Heimspiel in Stavanger auf Platz zweimetz
Von Hartmut Metz


Sergej Karjakin hat auf Jubelposen verzichtet. „Kannst du nicht ein bisschen glücklicher aussehen?“, bat einer der Kommentatoren den Russen nach dem letzten Zug in Stavanger. „Ich bin glücklich – aber auch müde“, erklärte der Weltranglistenneunte sein ermattetes Äußeres. Beim Heimspiel der Nummer eins hatte Karjakin dem Norweger Magnus Carlsen wie schon beim ersten „Norway Chess“-Wettbewerb die Schau gestohlen. Obwohl der 24-Jährige nach neun Runden mit sechs Punkten vor dem Weltmeister (5,5) lag, konnte Karjakin nicht mit seinem Spiel zufrieden sein. Die Müdigkeit resultierte sicher auch daher, dass der jüngste Großmeister aller Zeiten (mit zwölf Jahren und sieben Monaten) häufig auf Verlust stand. Doch mit zähem Widerstand riss der frühere Ukrainer das Ruder mehrfach herum – vor allem gegen Anish Giri, der mit Dame und Turm gegen Dame und Läufer alles versuchte. Der Niederländer zog nach einem letzten Patzer in einer „Seeschlange“ über 131 Züge den Kürzeren. Der wichtigste seiner vier Siege gelang Karjakin gegen Alexander Grischuk.. Mehr
 

„Solidarisierungswelle“ spült Kürzung des Innenministeriums weg

Von Hartmut Metz

 

Selten hat es im Deutschen Schachbund eine solche Solidarisierungswelle gegeben“, freut sich der Präsident des Verbandes, Herbert Bastian, zumal diese eine Entscheidung überraschend hinwegspülte. Das Bundesministerium des Innern (BMI) löste bei seinen mehr als 90 000 Mitgliedern einen metzbis dato nicht gekannten Sturm der Entrüstung aus. Anfang Mai hatte das für die Sportförderung zuständige Ministerium dem Deutschen Schachbund (DSB) nicht nur schriftlich mitgeteilt, dass er künftig keine Zuschüsse mehr erhalte. Dabei ging es um rund 130 000 Euro, ein Promille des BMI-Haushaltspostens von 130 Millionen Euro. Die Argumentation aus Berlin lautete, Schach sei „kein Sport“, weil es an „Eigenmotorik“ fehle.

 

Das sorgte für heftigen Widerspruch im Internet. Schachspieler versandten Mails, die dazu aufforderten, eine Petition gegen die Entscheidung zu unterzeichnen. Der Deutsche Olympische Sportbund hatte zwar die neue Sport-Definition mit dem Begriff „Eigenmotorik“ verabschiedet, gleichzeitig aber die Sonderstellung seines Schach-Mitglieds betont … Mehr

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