Schachlegenden

Eine Schach-Ticker Serie zum zehnten Todestag der sowjetischen Schachlegende am 5. Dezember 2016 – Von JULIA KIRST

 

Bronstein-Move-by-Move_Cover_everyman_2Im Kalenderblatt [28] „Das Phänomen Bronstein …“ hatten wir angekündigt, dass unsere Autorin JULIA KIRST in diesem Jahre eine monatlich erscheinende Serie zum zehnten Todestag der Schachlegende veröffentlichen wird. Lesen Sie heute Folge 5!

 

David Bronstein sah das Schachspiel nicht als Wissenschaft oder Sport an, sondern als Kunst. Er spielte gerne undurchsichtige Varianten, deren Idee sich auf den ersten Blick nicht sofort erschließt. Nicht selten erfüllt den Betrachter eine Magie, wenn er die Partien des Ukrainers analysiert.

 

Auch seine Gegner hatten großen Respekt vor ihm. Ein guter Freund und Konkurrent in der Turnierarena war Michail Tal, welcher den Beinamen „Hexer von Riga“ trägt. Der Lette verwirrte seine Gegner mit Opfern, von denen man auf den ersten Blick glaubt, dass sie nicht gehen können. Mit Erfolg: Tals Kontrahenten konnten seine Varianten selten widerlegen.

 

Ob die Opfer nun korrekt waren oder nicht: Man muss anerkennen, dass der Tal einer der besten Spieler seiner Zeit war. Er schaffte sogar das, was David Bronstein verwehrt blieb: Der „Hexer von Riga“ besiegte den Patriarchen der Sowjetischen Schachschule Michail Botwinnik im WM-Kampf 1960 und setzte sich die Schachkrone auf. Obwohl Tal den Weltmeistertitel am kürzesten innehatte („nur“ 1 Jahr), ist er einer der beliebtesten Champions aufgrund seines optimistischen und opferreichen Spiels.

 

In zahlreichen Partien spielten die beiden Weltklassespieler Michail Tal und David Bronstein gegeneinander. Es waren immer enge Kämpfe, die nicht selten von riskanten Opfern und überraschenden Pointen geprägt waren.

 

Im Jahre 1966 trafen die beiden Magier anlässlich eines Schaukampfes in Moskau aufeinander. Der Name Schaukampf sagt es schon: Es ging nicht darum, dass Publikum mit sterilen Zugfolgen zu langweilen. Im Gegenteil: Die Zuschauer sollten vielmehr Zeuge eines großen Spektakels werden. Liebe Leser, sehen Sie am besten selbst!

 

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Eine Schach-Ticker Serie zum zehnten Todestag der sowjetischen Schachlegende am 5. Dezember 2016 – Von JULIA KIRST

 

DSC_0077.jpg Bronstein Portrait by Sammy RubinsteinIm Kalenderblatt [28] „Das Phänomen Bronstein …“ hatten wir angekündigt, dass unsere Autorin JULIA KIRST in diesem Jahre eine monatlich erscheinende Serie zum zehnten Todestag der Schachlegende veröffentlichen wird. Lesen Sie heute Folge 4!

 

Die Bauern sind zwar die schwächsten Kämpfer auf dem Schachbrett, aber man sollte ihre Fähigkeiten nicht unterschätzen, denn manchmal schlägt im Reich der 64 Felder ihre große Stunde.

 

Der Kiewer Großmeister David Bronstein zeigte in der Partie gegen Ernst Rojahn, dass die Bauern, wenn sie sich gegenseitig unterstützen, ungeahnte Kräfte entfalten können und mitunter stärker als eine Leichtfigur oder gar ein Turm sind.

 

Diese Partie wurde während der Olympiade 1956 in Moskau beim Mannschaftskampf Sowjetunion gegen Norwegen gespielt. In einem Abspiel des Zweispringerspiels brachte David Bronstein als Weißer ein spekulatives Figurenopfer, dafür erhielt er zwei Bauern und ein starkes Bauernduo in der Mitte, zu dem sich später noch der f-Bauer gesellte. Rojahn fand nicht die beste Verteidigung und bald dominierte der Anziehende das ganze Brett. Seine Bauern waren bärenstark und die schwarzen Figuren spielten nicht mit. Insbesondere der schwarze weißfeldrige Läufer machte eine unglückliche Figur.

 

Es ist beeindruckend, wie viele Felder Bronsteins Bauern den schwarzen Figuren wegnehmen. Genießen Sie, lieber Leser, den triumphalen Auftritt der weißen Bauernwalze!

 

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Eine Schach-Ticker Serie zum zehnten Todestag der sowjetischen Schachlegende am 5. Dezember 2016 – Von JULIA KIRST

 

DSC_0077.jpg Bronstein Portrait by Sammy RubinsteinIm Kalenderblatt [28] „Das Phänomen Bronstein …“  hatten wir angekündigt, dass unsere Autorin JULIA KIRST in diesem Jahre eine monatlich erscheinende Serie zum zehnten Todestag der Schachlegende veröffentlichen wird. Lesen Sie heute Folge 3!

 

David Bronstein wollte nach seinem Schulabschluss im Jahre 1941 Mathematik studieren. Im gleichen Jahr marschierten am 21. Juni die Truppen des Dritten Reiches in der Sowjetunion ein und Bronstein wurde in die Rote Armee eingezogen. Dabei hatte er Glück im Unglück: Bronstein fiel aufgrund seiner Sehschwäche durch die Musterung und musste deshalb nicht an der Front im „Großen Vaterländischen Krieg“ kämpfen. In Krankenhäusern spielte der Ukrainer mit verwundeten Soldaten Schach und half in Stalingrad [seit 1991 wieder Wolgograd] bei dem Wiederaufbau eines Stahlwerkes mit.

 

Seinem Hobby Mathematik konnte er sich später doch noch widmen: Bronstein stellte sich jederzeit als Sparringspartner für die „kybernetische Intelligenz“ zur Verfügung.

 

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Eine Schach-Ticker Serie zum zehnten Todestag der sowjetischen Schachlegende am 5. Dezember 2016 von JULIA KIRST

 

DSC_0077.jpg Bronstein Portrait by Sammy RubinsteinIm Kalenderblatt [28]Das Phänomen Bronstein …“  hatten wir angekündigt, dass unsere Autorin JULIA KIRST in diesem Jahre eine monatlich erscheinende Serie zum zehnten Todestag der Schachlegende veröffentlichen wird. Lesen Sie heute Folge 2!

 

David Bronstein war vor allem für seine fulminanten Angriffspartien bekannt. Er konnte aber auch eine positionelle Klinge schlagen. Ein gutes Beispiel dafür ist die Schwarzpartie gegen den Puerto Ricaner Julio Kaplan im Internationalen Turnier zu Hastings 1975/76. Kaplan war kein Unbekannter, denn er gewann 1967 die Jugendweltmeisterschaft. In die absolute Weltspitze schaffte er es aber im Gegensatz zu David Bronstein nie.

 

Diese Partie ist mit einer traurigen Geschichte verbunden.

 

Das Traditionsturnier in Großbritannien war David Bronsteins letztes Turnier im Westen für lange 14 Jahre. Viktor Kortschnoi, den Bronstein beim Finale des Kandidatenturniers 1974 gegen Anatoli Karpow unterstützte, setzte sich im Sommer 1976 nach dem IBM-Turnier in Amsterdam in den Westen ab. Bekannte Schachgroßmeister aus der Sowjetunion wurden daraufhin von der Schachföderation der UdSSR aufgefordert, einen Brief zu unterschreiben, der Kortschnois Flucht massiv verurteilte. David Bronstein weigerte sich.

 

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Eine Schach-Ticker Serie zum zehnten Todestag der sowjetischen Schachlegende am 5. Dezember 2016 von JULIA KIRST

 

Julia Kirst

Julia Kirst

David Bronstein

David Bronstein (by Rochade Kuppenheim)

Im Kalenderblatt [28] „Das Phänomen Bronstein …“ [http://www.chess-international.de/Archive/48378#more-48378] hatten wir angekündigt, dass unsere Autorin JULIA KIRST in diesem Jahre eine monatlich erscheinende Serie zum zehnten Todestag der Schachlegende veröffentlichen wird. Lesen Sie heute Folge 1!

 

David Bronstein spielte viele interessante und spektakuläre Partien. Tiefgründige Kombinationen, riskante Opfer, spekulative Züge – genau deshalb lieben ihn zahlreiche Schachfans in aller Welt. Bei all diesen schönen Partien ist es schwer, die beste von ihnen zu küren. Dennoch gibt es eine Partie [oder besser gesagt ein Kunstwerk], welche herausragt und stark an „Die Unsterbliche Partie“ von Adolf Anderssen gegen Lionel Kieseritzky aus dem Jahre 1851 erinnert: David Bronstein gegen Ljubomir Ljubojevic, gespielt im Interzonenturnier 1973 in Petropolis [Brasilien].

 

Wie Anderssen opfert Bronstein beide Türme. Im weiteren Partieverlauf opfert er außerdem seinen Springer und führt den eigenen König weit aufs Feld hinaus. Ein tolles Spektakel, welches viele Schachfans begeisterte.

 

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Ein Bericht vom vierten Dresdner Schachlegendentreffen von RAYMUND STOLZE

 

Ich hasse Abschiede, und doch lassen sie sich nicht vermeiden, auch nicht beim Treffen der Schachlegenden in Dresden, dass alljährlich im August dank des großzügigen Sponsorings des erfolgreichen Immobilien-Unternehmers Dr. Rainer M18aas stattfindet.

 

Warum nacht er das? Nun, diesen Mann zeichnet nicht nur eine große Liebe zum Schachspiel aus [mit Begeisterung trainiert er in Dresden bei Wolfgang Uhlmann und in Wien bei Andreas Dückstein], sondern es ist sein Respekt und die Verehrung der großen Meister des „goldenen Zeitalters des Schachs“, wie Maas es selbst formuliert, „die in der Schachwelt immer noch einen ganz besonderen Klang haben …“

 

Das Besondere dieses einzigartigen „Gipfeltreffens“ der lebenden Schachlegenden – und da stellt sich bei mir stets Wehmut ein – ist die Tatsache, dass auf Grund des fortgeschrittenen Alters der Schach-Nestoren „eine Wiederholung in der jeweiligen Konstellation kaum möglich ist. Damit erhält der PEGASUS CHESS SUMMIT die Erinnerung an Sternstunden des internationalen Schachspiels für die nachfolgenden Generationen lebendig“, so Dr. Rainer Maas.

 

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