Schnellschach

Das andere Match: Ex-Weltmeister besiegt Noch-Weltmeisterin

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Dieser Zweikampf in Medias, Rumänien wurde von einschlägigen kommerziellen Schachseiten quasi ignoriert – obwohl sie zwei Partien mehr spielten als die Protagonisten in New York und dabei neunmal weniger Remis. Das Ganze an nur drei Tagen (28.-30.11.), auch mein Bericht kommt etwas verspätet – es war achtmal Schnell- und dann zehnmal Blitzschach. Beide Matcpartienhes kann man so beschreiben: Kramnik zog früh davon, und dann wurde es doch kein Debakel für Hou Yifan da sie aus den restlichen Partien 50% erzielte. Im Schnellschach nach dem ersten Tag 3,5-0,5 für Kramnik, am Ende 5,5-2,5. Im Blitzen, an einem Tag gespielt, nach fünf Partien 3,5-1,5 (5-0 war drin!) und zum Schluss 6-4.

 

Die Turnierseite bietet wenig, und auch nur Archivfotos der beiden Spieler(innen). Immerhin wird da auch noch ein Schnell- und Blitzturnier „Rumänien Herren mit und gegen Rumänien Damen“ erwähnt mit Abschlusstabelle. Gewonnen hat Jungstar Bogdan-Daniel Deac (*2001) vor vier älteren rumänischen Herren und dann fünf Damen. Von diesen war Elena-Luminita Cosma die beste, wobei Irina Bulmaga ein anderes Erfolgserlebnis hatte: Fünfzigmal spielten Damen gegen Herren, nur einmal gewann die Dame – Bulmaga ausgerechnet gegen Deac.

 

Fotos fand ich stattdessen bei Berik Balgabaev, Assistent von FIDE-Präsident Ilyumzhinov, auf Twitter. Was machen Kramnik and Hou Yifan da in der Lobbybar eines Hotels? Das verrate ich gleich:

 

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Karjakin gab ihm genug Tiebreak-Geburtstagsgeschenke

 

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Tiebreak

Das (Untertitel) ist, obwohl es stimmt, vielleicht etwas zu Kurz und Knapp. Man kann es auch so zusammenfassen; Am 30.11.2016, seinem 26. Geburtstag, war Magnus Carlsen der bessere Schnellschachspieler – nicht perfekt, aber er hat besser und auch schneller gespielt als Sergey Karjakin. Die Doppelkategorie „WM“ und „Schnellschach“ bedeutet nicht, dass ich hier über die Schnellschach-WM berichte – die gibt es erst an/nach Weihnachten in Katar. Nein, Thema heute ist der Schnellschach-Tiebreak in New York nach zuvor 12 Partien mit klassischer Bedenkzeit. Das reichte nicht, um einen Sieger zu ermitteln, nun reichten vier Schnellpartien. Blitzen mussten sie nicht, und auch für Mitteleuropäer war es zu noch relativ normaler Zeit (gegen 1:00 nachts) vorbei.

 

In New York hätte Carlsen wohl auch nach noch zehn Blitzpartien und dannpartien Armaggedon seinen Geburtstag (und eventuell den WM-Titel) noch im November feiern können, aber ich hätte dann wohl nicht live durchgehalten – auch bei den US-Wahlen liess ich mich am nächsten europäischen Morgen (unangenehm) überraschen.

 

Wieder eine (provokativ-)kurze Zusammenfassung der vier Schnellpartien. Erste Partie: nix los, remis. Zweite Partie: Carlsen bekam (mindestens) ein Geburtstagsgeschenk, die hat er dann zwar ausgepackt aber doch nicht akzeptiert – remis, dabei ein Beitrag zur Endspieltheorie. Dritte Partie: Carlsen bekam noch ein Geburtstagsgeschenk, diesmal war er einverstanden – Vorteil Carlsen und beim anschliessenden Matchball hatte er Aufschlag (Weiss). Vierte Partie aus Karjakins Sicht: Mit Schwarz auf Gewinn spielen wenn dem Gegner remis reicht ist nicht einfach – er versuchte alles und dann endete die WM mit einem bombastischen Schlussakkord von Carlsen.

 

Fotoquellen: diesmal vor allem vom russischen Schachverband (u.a. das Titelfoto), ausserdem Turnierseite (Fotografin Maria Yassakova) und einige andere Quellen. Hmm, nach der Entscheidung in New York war für mich zunächst Bettzeit, dann war ich ‚ewig‘ (oder jedenfalls länger als geplant-beabsichtigt) damit beschäftigt, Material zu sammeln und auszuwählen.

 

TurnierseiteRückblick WM 2014WM-Buch 2016

 

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Spitzenschach in München

 

26. u. 27.11. um 11 Uhr

Nicht nur im Big Apple wird auf der Schach-Weltmeisterschaft großes Schach gespielt. Bei „Beautiful Minds – Krulich Cup“ treten am Samstag und Sonntag in München zwölf herausragende Schach-Persönlichkeiten gegeneinander an. Damit findet nicht nur erstmals seit 20 Jahren wieder ein internationales Spitzenschachturnier Dank der Unterstützung von Romlogo-krulich-cup-beautiful-minds-e1479991936869-670x270an Krulich und Immobilien Krulich in München statt. „Beautiful Minds – Krulich Cup“ ist zugleich ein Meilenstein für die Münchener Schachakademie, die dieses Jahr ihr zehnjähriges Bestehen feiert.

 

Zwölf herausragende internationale Schach-Persönlichkeiten

 

Organisiert wird das Turnier von der Münchener Schachakademie mit der großzügigen Unterstützung von Krulich Immobilien. Als Turnierdirektorin und Vertreterin der Münchener Schachakademie hat Dijana Dengler alle Fäden in der Hand: „Ich freue mich sehr, dass wir als Münchener Schachakademie so viele international herausragende Schach-Persönlichkeiten für Beautiful Minds – Krulich Cup gewinnen konnten: Ehemalige Welt- und EuropameisterInnen, MedaillengewinnerInnen bei Schacholympiaden, fünf Spielerinnen der internationalen Spitze und sieben ebenso renommierte Schachspieler. Von Seiten der Münchener Schachakademie sind die beiden Großmeister Stefan Kindermann und Gerald Hertneck mit von der Partie. Damit zeigt sich einmal mehr, dass die Münchener Schachakademie, die dieses Jahr ihr zehnjähriges Bestehen feiert, in der Schachszene eine wichtige Rolle spielt! Schach-Interessierte sind herzlich eingeladen, an den beiden Turniertagen beim Turnier im Hotel Eden Wolff vorbei zu schauen und die Partien live vor Ort zu verfolgen!“

TurnierseiteProgrammübersichtLIVESTREAM Runden1-6Resultate

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(Und noch ein Turnierchen in St. Louis)

 

el-correo-1Die USA sind immer noch das Land der unbegrenzten Möglichkeiten – da kann man auch ohne einschlägige Erfahrungen (zuvor nur als Geschäftsmann oder auch – früher – Schauspieler/Muskelprotz) wichtige politische Ämter erwerben. Aber das ist nicht Thema dieses Beitrags, demnächst blickt auch die Schachwelt in die USA (New York und ein bisschen vielleicht auch St. Louis). Da fallen Entscheidungen wohl – für Mitteleuropäer – gegen Mitternacht oder etwas, aber nicht viel später.

 

live

Ab 11.11. um 20 Uhr

Schwerpunkt ist das WM-Match Carlsen-Karjakin in New York, aber parallel spendiert Rex $inquefield auch einigen, die sich dafür nicht qualifizieren konnten, ein paar $$$. Vor dem WM-Match sollte man beide Spieler zeigen – das letzte gemeinsame Foto stammt aus Bilbao. Es zeigt, dass Carlsen durchaus (was Benehmen betrifft) gewisse Schwächen hat, aber das wird akzeptiert und hat keinen Einfluss auf schachliche Resultate. Dass er diese Partie (und auch das Turnier) später gewann, ist allgemein bekannt – ich bewerte es etwas anders als andere.

 

New York, New York – nach 21 Jahren mal wieder Austragungsort einer Schach-WM, wie das zustande kam siehe später. Zuletzt war es 1995 Austragungsort der privaten WM Kasparov-Anand (lang lang ist’s her, damals gab es noch das World Trade Center), zuvor wurde 1990 die erste Hälfte des letzten Matches Kasparov-Karpov dort ausgetragen (zweite Hälfte in Lyon). Jeweils gewann Kasparov – das zweite Mal klar, das erste Mal knapp. London machte zuletzt auch politische Schlagzeilen – wobei die Stadt London gegen den Brexit war und auch die Stadt New York Donald Duck Trump nicht gewählt hat. Schachmetropole war London auch bereits vor dem jährlichen Superturnier im Dezember seit 2009: 1993 gewann beim (privaten) WM-Match Kasparov-Short der Favorit, aber an sein nächstes Londoner WM-Match 2000 gegen Kramnik hat Kasparov keine guten Erinnerungen. Beim Kandidatenturnier 2013 war Kasparov allenfalls indirekt beteiligt – da gewann am Ende der „haushohe Favorit“, ein gewisser Magnus Carlsen, knapp aufgrund eines Details im Regelwerk.

TurnierseiteLivestream

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Hou Yifan und Alexander Donchenko (und andere) haben zuvor auch mitgespielt

Finale

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Der „Corsican Circuit“, dieses Jahr war die 20. Auflage, ist eine Mischung aus Normalschach, Schnell- und wenn nötig Blitzschach (eventuell auch Armaggedon, aber diesmal war es nie der Fall). Zuerst ein Open mit klassischer Bedenkzeit, bei dem sich die besten 12 für die KO-Phase mit verkürzter Bedenkzeit qualifizieren. Warum 12 im KO-Turnier? Weil vier weitere für diese KO-Phase gesetzt waren: Anand, Vachier-Lagrave, Radjabov (hat im Schnellschach immer noch beachtliche Elo 2788) und Hou Yifan – warum sie und nicht der Elo-bessere Anton Korobov müsste man die Ausrichter fragen.

Open

 
Das Endergebnis habe ich bereits verraten, das Titelbild (alle Fotos von der Turnierseite) bekommen beide Favoriten zusammen – da sie zuvor dominierten, wobei das Finale dann eine recht einseitige Angelegenheit zugunsten von MVL war. Auch wenn man (wie ich) die französische Sprache beherrscht, ist es nicht ganz einfach Infos auf der Turnierseite zu finden – sie ist ziemlich unkonventionell aufgebaut. Fotos erwecken dabei den Eindruck, dass es eine nette Veranstaltung war – nicht nur für die Grossmeister.

 

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Seit heute Mittag ist die Turnierseite wieder erreichbar

 

Zaitsev,Mikhail - Korotkjevich,Stan

Zaitsev,Mikhail – Korotkjevich,Stanislav

Gerd Bollmann, ehemaliger Vorsitzender des SPD Unterbezirks Herne, vertrat die erkrankte Bundestagsabgeordnete Michelle Müntefering und eröffnete mit launigen Worten das Schnellschachturnier, gemeinsam mit dem Geschäftsführer des Ev. Kinderheim Herne, Volker Rhein und Tonio Testa vom Hauptsponsor Autohaus Witzel in Herne.

 

Mit etwas Verspätung konnte Turnierleiter Franz Schulze-Bisping das Scnellschachturnier freigeben. 64 Schachspieler hatten den Weg nach Herne gefunden um an dem Schnellschachturnier des Ev. Kinderheim in Herne teilzunehmen. Eine Runde zu spät kam Großmeister Vladimier Epishin aus Russland, der mit einer „Null“ in der ersten Runde mitspielen durfte, aber im späteren Verlauf nicht mehr einen Preisrang erreichen konnte.

 

Der titellose Ukrainer Stanislav Korotkjevich, der für  die SG Porz in der 2. Bundesliga die Figuren zieht, gewinnt überraschend das Benefiz-Turnier des Ev. Kinderheim Herne. Er verlor keine einzige Partie und remisierte 3 Mal. 7,5 Punkte aus 9 Partien sind ein hervorragendes Ergebnis. Den alles entscheidenden Punkt holte er durch einen Sieg gegen den Nationalspieler und Europameister GM Daniel Fridman, der das Benefiz-Turnier schon mehrmals als Sieger verließ.
Ebenfalls 7,5 Punkte auf seinem Konto hatte Alexander Dgebuadze (Belgien), der auf Grund seiner schlechteren Wertung nur auf den 2. Platz kam. GM Daniel Fridman musste sich diesmal mit dem 3. Platz begnügen.

 

Ergebnisse aller RundenTabelleFortschrittstabelle

 

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WGM Michna und IM Dann gewinnen erstmalig die Deutschen Schnellschachmeisterschaften 2016

 

@ Foto: Natalie Rehm W. Fiedler (DSB Frauen), Uwe Pfenning (DSB Vize), WGM Michna, IM Dann, R. Alt (DSB TD)

@ Foto: Natalie Rehm W. Fiedler (DSB Frauen), Uwe Pfenning (DSB Vize), WGM Michna, IM Dann, R. Alt (DSB TD)

Frauen: Männer und Frauen in einem gemeinsamen Turnier ein tolles Event, es hat allen gut gefallen und Dank geht nach Baden in Person an den Vizepräsidenten Uwe Pfenning und Alisa Frey vom Frauenreferat die die Organisation und damit die Arbeit bei sich hatten. Bei den Frauen gewinnt WGM Michna nach langjährigen Versuchen erstmalig und souverän. Die Plätze zwei bis vier wurden in der letzten Runde entschieden, so dass hier einige nach Vorne kamen und einige natürlich ihre Plätze dafür räumen mussten. Leitragende war hier Annmarie Mütsch, die mit ihrem Verlust in der letzten Partie eine bessere Platzierung vergab. Insgesamt eine tolle Veranstaltung. Dankeschön und nochmal Glückwunsch an die Siegerin WGM Michna. Sie hat es endlich geschafft.

 

Wir gratulieren IM Dann und WGM Michna, die beide erstmalig das Turnier gewannen.

 

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Wer sich bis zum 14.10. anmeldet, spart 2 Euro Startgeld

 

Am 22.10.2016 um 11 Uhr vormittags werden die ersten Züge des internationalen Schnellschachturlogoniers in Herne ausgeführt, ein Turnier über 9 Runden mit einer Bedenkzeit von 15 Minuten pro Spieler. Seit nunmehr 15 Jahren trifft sich die Schachelite in Herne und stellt ihre Schachkünste für einen guten Zweck zur Verfügung.

 

Das Turnier hat in der Vergangenheit wegen der guten Spielmöglichkeiten und der angenehmen Atmosphäre zahlreiche Titelträger aus nah und fern angelockt. Fast die komplette Nationalmannschaft war dabei. U.a. die Europameister GM Arkadij Naiditsch und GM Daniel Fridman. Letzterer gehört schon zu den Stammgästen. Attraktiv auch der Preisfond. 2.000 Euro sind garantiert, unabhängig von der Teilnehmerzahl. Bei den Preisgeldern gibt es natürlich auch Gewinne für mehrere DWZ-Klassen, für Frauen und für Jugendliche. Schitmherrin des Turniers ist die Bundestagsabgeordnete Michelle Müntefering, Ehefrau des ehemaligen Vizekanzlers Franz Müntefering. Frau Müntefering wird das Turnier und die Runden freigeben.

 

Anmeldung direkt auf der Turnierseite oder an service@chess-international.de

Russische Meisterschaften im Schnell- und Blitzschach und Gedenken an Dvoretsky

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Bei der Fotosuche zum Tal Memorial fand ich auf ruchess.ru nebenbei diesen Artikel – eine Gedenkveranstaltung in Sotschi zum Gedenken an Mark Dvoretsky. Klar dass Dvoretsky gewürdigt wurde, aber warum in Sotschi und nicht beim Tal Memorial in Moskau? Vermutlich weil einige, die ihn gut kannten, ohnehin vor Ort in Sotschi waren – denn da wurden auch die russischen Meisterschaften (Damen, Herren und Mannschaften) im Schnell- und Blitzschach ausgetragen.

 

Russland hat mehrere Schachmetropolen – neben der Hauptstadt Moskau und der altepartienn Hauptstadt St. Petersburg auch das sibirische Khanty-Mansiysk, Elista (die letzten Jahre weniger) und (seit einigen Jahren) Sotschi am Schwarzen Meer. Da war es offenbar auch zu dieser Jahreszeit angenehm warm mit Temperaturen bis 25 Grad. Diesen Bericht wollte ich anfangs in den heute noch fälligen Abschlussbericht zum Tal Memorial einbauen, aber es passt vielleicht besser als eigener Artikel. Relativ kurz und knapp, nur Ergebnisse und Fotos – alle vom russischen Schachverband, das Titelfoto zeigt Schnellschach-Meister Dmitry Andreikin.

 

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Am Ende lacht Carlsen

Carlsen
Es passiert mitunter, dass das „Konzept“ für einen Artikel (Überschriften, Fotos, …) bereits ’steht‘ – und dann doch hinfällig wird bzw. nach der jeweils letzten Runde im Turnier nicht mehr passt. Aber so unvorhersehbar wie beim Schnellschach in Leuven warlive es selten – auch wenn manche einwenden mögen „klar doch, dass Carlsen am Ende vorne liegt“. Auf dem Titelfoto (alle Fotos wieder von der Grand Chess Tour) blickt er noch recht mürrisch drein – erstens tut er das ohnehin oft, zweitens stammt das Foto von Tag eins (Tag zwei aktuell noch nicht online) und da hatte er durchaus Grund dazu.

 

Endstand des Schnellturniers dann: Carlsen 12/18, So 11, Aronian und Anand 10, Caruana 9, Topalov, Giri, Vachier-Lagrave 8, Kramnik und Nakamura 7. Ja, das stimmt so, auch was Nakamura betrifft.

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Diesmal im belgischen Leuven

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Nach jedem Turnier kann man fragen „was, wenn es noch einmal komplett von vorne beginnt?“. Meistens ist diese Frage zwar „nett“ oder „interessant“, aber rein hypothetisch – aber die Chess Tour setzt in dieser Hinsicht neue Masstäbe im Schach. Gerade ist livedas Turnier in Paris vorbei, schon wird es in Leuven wiederholt – mit (bis auf ein Detail) identischem Format und fast identischem Teilnehmerfeld. Einziger Unterschied: Anand ist diesmal dabei, damit ist für Fressinet kein Platz (und ein belgischer Spieler, wer auch immer, wäre ohnehin aktuell eine ziemlich wilde Wildcard).

 

Für Leser mit kurzem Gedächtnis wiederhole ich die Teilnehmerliste – heute mal alphabetisch und damit zu Beginn die „Pointe“: Anand, Aronian, Carlsen, Caruana, Giri, Kramnik, Nakamura, So, Topalov, Vachier-Lagrave. Dieser Endstand wäre aus meiner Sicht sehr überraschend, denn MVL traue ich mehr zu.

Titelbild (Fotograf Marco Mertens, Quelle Turnierseite): Austragungsort, das historische Rathaus von Leuven.

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Nakamura vor Carlsen, Topalov und Caruana Flop

Bühne
Die beiden im Untertitel zuerst Genannten zählten natürlich, was Nakamura betrifft speziell bei verkürzter Bedenkzeit, zum engeren Favoritenkreis. Vorne liegen sie auch, da einige ihrer Gegner einfach schlecht gegen sie spielten bzw. übel patzten, währelivend sie selbst derlei in allen neun Runden vermeiden konnten (Ausnahme Carlsen gleich zu Beginn). Topalov am Tabellenende ist aus meiner Sicht nicht überraschend: erstens ist er kein guter Schnellschachspieler, zweitens hat er sich für die Chess Tour mit Ergebnissen aus der Vergangenheit qualifiziert, deren Haltbarkeitsdatum eventuell überschritten ist (sagte er selbst nach dem Kandidatenturnier). Caruana konnte dagegen in der Vergangenheit auch im Schnellschach überzeugen, diesmal hatte er ein für seine Verhältnisse ganz schlechtes Turnier.

 

Wie auf dem Titelfoto zu sehen, haben insgesamt zehn mitgespielt (einer ist ziemlich verdeckt aber doch dabei), mit diesen Ergebnissen: Nakamura 7/9, Carlsen 6.5, So und Vachier-Lagrave 5.5, Kramnik 5, Giri und Aronian 4.5, Fressinet 2.5, Topalov und Caruana 2. Alle Fotos stammen von der Grand Chess Tour – hier bzw. ab da über Flickr. Generell habe ich bei den Fotos den Eindruck, dass Inszenierung wichtiger ist als Schach an sich: bei weitem die meisten Fotos von Tag Null vor dem eigentlichen Turnier, und relativ wenige direkt von den Partien. Auf dem Titelfoto im Vordergrund das kaum erkennbare Publikum. Eintritt war 20 Euro bzw. 15 Euro für Mitglieder des französischen Schachverbands – angemessen oder nicht, das darf der Leser selbst beurteilen. Es ist jedenfalls mehr als doppelt so viel wie in Dortmund (Tageskarte 7 Euro, Dauerkarte 26 Euro), und unendlich mal so viel wie in Wijk aan Zee oder Zürich (Eintritt jeweils gratis).

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Paris, danach Leuven in Belgien

Nachdem Norway Chess sich nach einem Jahr schon wieder verabschiedete, hatte die Chess Tour bekanntlich ein Problem – nur noch Sinquefield Cup und London Classic wäre etwas wenig für eine „Tour“. Aber sie fanden neue Austragungsorte und neue Sponsoren, die allerdings Schnell- und liveBlitzschach bevorzugten und/oder nur ein „halbes“ Turnier finanzieren wollten. Da Frankreich und Belgien Nachbarländer sind und da im Juni noch Termine frei waren im Kalender, bot es sich an, die Turniere direkt nacheinander durchzuziehen – mit nahezu identischem Teilnehmerfeld. In Paris spielen vom 9.-12.6. Carlsen, Kramnik, Caruana, Aronian, Vachier-Lagrave, Nakamura, Giri, So, Topalov und Fressinet. In Leuven (17.-20.6.) macht dann Fressinet Platz für Anand. Wie das Teilnehmerfeld genau zustande kam und warum Anand in Paris fehlt, dazu später mehr. Damit die Spieler sich zwischendurch nicht langweilen bzw. jedenfalls beschäftigt sind, gibt es auch noch ein Rahmenprogramm.

 

Beim Titelfoto hebe ich generell fast nie einen Spieler besonders hervor, es gibt auch keine Ausnahmen für Norweger die – im Rahmen der Chess Tour – dieses Jahr nur Schnell- und Blitzschach spielen. Stattdessen der Austragungsort: das Maison de la Chimie ist durchaus repräsentativ, ausserdem mitten in Paris – ca. 300m Luftlinie zum Eiffelturm.

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Spanische Experimente – wobei nicht immer Spanisch gespielt wird


Kurz vor Turnierbeginn (ab 14:30 heute Freitag 3. Juni) eine kurze Vorschau zu einem etwas anderen Turnier. Spanien experimentiert gelegentlich mit etwas anderen Turnierformaten – vor Jahren hatten sie „Advanced Chess“ eingeführt (Computerhilfe während der Partie erlaubt) und irgendwann wieder eingestellt, nun nennen sie das neueste Experiment „neoklassisch“. Das bezieht sich nicht auf die Zeitkontrolle (25 Minuten plus 10 Sekunden Inkrement ist schlichtweg Schnellschach), sondern darauf, dass die Spieler Eröffnungen vorgesetzt bekommen, die sie kennen und mögen oder auch nicht.

 

Mehr passt nicht in den Teaser, nur noch die Teilnehmer: Vallejo, Ponomariov, Granda Zuniga, Short, Anton Guijarro. Das Titelbild gebe ich Julio Granda Zuniga, der mit fast 50 Jahren zwei Dinge zum ersten Mal im Leben schaffte: Elo fast 2700 und ein Platz in der deutschen Schachbundesliga (für DJK Aufwärts Aachen). Irgendwo habe ich gelesen, dass er nicht mehr Obstbauer in Peru ist sondern (was die Anreise zur deutschen Bundesliga sicher erleichtert) inzwischen in Spanien lebt. Jedenfalls spielt er jede Menge Turniere in und um Spanien, das Foto stammt vom Andorra Open 2014 (Quelle Federació d’Escacs Valls d’Andorra via Wikipedia). Danach gibt es auch noch ein Open, in dem neben den fünf bereits genannten Grossmeistern auch unbekanntere spanische GMs und Amateure mitspielen, daneben auch ein paar Nicht-Spanier. Einer dieser „Exoten“ ist beim deutschen Publikum wohl relativ bekannt, aber da bitte ich die Leser um etwas Geduld.

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Am Ende siegt doch der Favorit

Logo

 

Ein bisschen erinnerte das Kurnosov Memorial an die Berliner WM im Blitzschach: Auch da kam Grischuk „von hinten“ und war zum Schluss Weltmeister. Unterschiede gibt es auch: Damals war er nicht klarer oder einziger Favorit, und damals hatte er vier Runden vor Turnierende anderthalb Punkte Rückstand auf den „uneinholbar führenden“ Vachier-Lagrave. Diesmal hatte er nach sieben von elf Runden nur einen Punkt Rückstand auf das Duo Movsesian-Inarkiev; kein anderer Spieler „hatte das Turnier bereits gewonnen“. Damals wie diesmal brauchte und erzielte er 3,5 Punkte aus den wichtigen vier letzten Runden.

 

So stand es am Ende: Grischuk 9/11, Smirnov, Riazantsev 8.5, Rublevsky, Movsesian, Inarkiev, Maletin, Shomoev, Lysyj, Yudin, Khusnutdinov, Bocharov 8, usw. (insgesamt 145 Teilnehmer). Alle Grossmeister, mehr oder weniger bekannte Namen, zwei Nicht-Russen fallen heraus: Sergei Movsesian ist Armenier, Rustam Khusnutdinov ist Kasache. Da es keine Vorschau zum Turnier gab, gibt es nun erst ein bisschen Vorschau hinterher. Danach werde ich auf einige Runden eingehen und das teilweise dramatische Geschehen auch diagrammatisch dokumentieren. Da mag der Eindruck entstehen, dass vor allem üppig gepatzt wurde: das gehört im Schnellschach dazu, aber es gab auch recht hochklassiges Schach – nur dann eben ohne den einen Moment in dem die Partie kippte.

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Hans-Joachim Vatter ist Deutscher Schnellschachmeister der Senioren. Christian Clemens gewinnt  bei den Nestoren,  Hannelore Neumeyer  bei den Damen – Ein Bericht von GERHARD MEIWALD

 

Seniorenschnellschachmeister 2016 vlnr FM Kuno Thiel-FM Hans-Joachim Vatter-FM Christof Herbrechtsmeier

FM Kuno Thiel (2), FM Hans-Joachim Vatter (1) und FM Christof Herbrechtsmeier (3)

Am 5. und 6. Mai 2016 fand im wunderschönen hessischen Städtchen Bad Sooden-Allendorf die Deutsche Schnellschachmeisterschaft der Senioren statt. Gerhard Meiwald, Seniorenreferent des DSB zeigte sich bei der Begrüßung hocherfreut, dass 56 Teilnehmer den Kampf um den Meistertitel aufnahmen, darunter auch 6 Frauen. 28 Teilnehmer hatten eine ELO-Zahl von über 2000 und es waren 10 Fidemeister angetreten.

 

Topfavorit FM Clemens Werner (Karlsruher SF 1853, ELO 2345) führte diese Rangliste an vor Titelverteidiger FM Hans-Werner Ackermann (SSC Rostock, ELO 2307) und FM Gottfried Schumacher (HTC Bad Neuenahr-Ahrweiler, ELO 2260) sowie FM Hans-Joachim Vatter (SC Untergrombach, ELO 2255) und FM Christof Herbrechtsmeier (SC Emmendingen, ELO 2238) denen beste Titelchancen einzuräumen waren. Aber auch die sehr spielstarken Nestoren FM Dr.Christian Clemens (SC BS Gliesmarode, ELO 2205), FM Juri Ljubarskij (Hannover 96, ELO 2212) wollten um den Titel mitspielen.

 

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Kollars, Bortnyk und van Wely (und viele andere)

Schnellschach

van Wely
Die erste Märzwoche ist vorbei, und damit auch das erste Turnier aus meiner Liste – Aeroflot in Moskau hatte schon zuvor begonnen, ist allerdings noch in der heissen Phase, nebenbei-zwischendrin in diesem Artikel später ein kurzes Zwischenfazit. Ansonsten berichte ich heute aus dem lettischen Jurmala („aus“ ist nicht wörtlich gemeint, ich war im Gegensatz zu einigen anderen deutschen Schachspielern nicht vor Ort), und zwar über gleich drei Turniere. Zunächst jeweils der Endstand, bei mehr als 10 Teilnehmern werde ich dabei nicht alle erwähnen:

 

GM-Normturnier: IM Kollars und GM Neiksans 6.5/9, IM Kantans und IM Meskovs 5.5, GM Stupak und IM Ladva 5, IM Carlstedt 4.5, GM Miezis 4, FM Lokander 2, FM Kenneskog 0.5. Da hat aus baltischer Sicht der falsche IM gewonnen und eine GM-Norm erzielt, aus deutscher Sicht war es der richtige.

 

Blitzturnier: GM Bortnyk 9/11, GM Kovalenko 8.5, GMs Vitiugov, Shirov, Naiditsch, IM Ladva, GMs van Wely, Piorun, IM Krivonosov, GM Gleizerov 8, usw. (118 Teilnehmer).

 

Schnellschach: GMs van Wely, Ivanchuk, Shabalov, Neiksans 9/12, GMs Stupak und Alekseev sowie IM Kantans 8.5, 8/12 unter anderem GMs Vitiugov, Naiditsch, Malakhov, Shirov und Kovalenko (128 Teilnehmer, der vorab angekündigte Daniel Fridman war doch nicht in seiner alten Heimat).

 

Das Titelbild (alle Fotos Quelle Turnierseite) gebe ich Loek van Wely.

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Ding Liren und Kosteniuk sind am Ende die besten Basken

 

Was geDing Lirennau baskisches Schach ist, zeigen andere Fotos noch besser als das Titelfoto (alle Fotos Gu Xiaobing – Turnierseite), aber Ding Liren hat nun einmal bei den Herren gewonnen. Es ist, wenn man so will, simultan gegen einen Simultanspieler – allerdings wird nur an zwei Brettern gespielt, jeder hat einmal Weiss und einmal Schwarz, und man kapartiennn auf einem Stuhl hin und her rollen oder eventuell in der Mitte sitzen bleiben. Wie die Spieler ihre Aufmerksamkeit und Bedenkzeit über beide Partien verteilten, wieweit Stellungen auf einem Brett Entscheidungen und letztendliche Ergebnisse auf dem anderen Brett beeinflusst haben, usw. – all das konnte ich live kaum beurteilen, und im Nachhinein auch nicht.

 

Zunächst der Spitzenstand in beiden Turnieren, und dann eher kurz wie es dazu kam:

 

Herren: Ding Liren 7/10, Navara 6(2737), Ponomariov 6(2710), Tomashevsky 6(2708), Mamedyarov 6(2707) usw. In Klammern jeweils der gegnerische Eloschnitt, der als Tiebreaker diente; dahinter vier Spieler mit 5,5/10 und teilweise nach Elo noch stärkeren Gegnern.

 

Damen: Kosteniuk 7/10, Dzagnidze 6.5, Gunina 6, Huang Qian, Mkrtchian, Lagno, Stefanova 5.5. Bei den Medaillen also klare Verhältnisse.

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Schnellschach und Blitz für Herren und Damen

 

Teil 3 wird dann Baskisch, aber dazu gibt es einen eigenen Bericht (in dem ich unwissende Leser aufklären werde, was das bOpening ceremonyedeutet). Wenn es einen Nachfolger von Amber-Turnieren und Schnellschach in Mainz gibt, dann die Mind Games – dieses Jahr offiziell „IMSA Elite Mind Games“. Bisher wurden sie immer imlive Dezember in Peking ausgetragen – das kollidiert mittlerweile nicht nur mit dem London Chess Classic, sondern auch mit dem Katar Open. Vielleicht deswegen gab es das Turnier bzw. die Turniere 2015 nicht, aber nun Ende Februar/Anfang März 2016. Auch nicht mehr in Peking, sondern in Huai’an – mir ehrlich gesagt kein Begriff, aber immerhin, je nachdem welche Wikipedia-Seite man konsultiert und ob man „municipality“ oder „four urban districts“ berücksichtigt, eine Stadt mit 2,5-5 Millionen Einwohnern und einem Flughafen für Inlandsflüge. Da von den Teilnehmer(inne)n keine und keiner durchgehend herausragte, stammt das Titelfoto von der chinesisch angehauchten Eröffnungsfeier (alle Fotos Gu Xiaobing – Turnierseite).

Auch zu diesem Termin hatten die Mind Games Konkurrenz vom seine Schatten vorauswerfenden Kandidatenturnier, sowie vom WM-Match der Damen: Karjakin, Nakamura und Aronian, die bei früheren Auflagen oft vorne mitmischten, verzichteten auf die Reise nach China. Warum Grischuk – Doppelsieger im Dezember 2014 – ebenfalls verzichtete, weiss ich nicht. Hou Yifan, die bisher auch immer mitspielte (und phasenweise, aber nicht durchgehend dominierte), ist derzeit nicht in China sondern wohl bereits in Lviv/Ukraine. Dabei waren immerhin noch diverse Spieler mit Elo über 2700 oder gar (im Schnell- und/oder Blitzschach) über 2800. Um eines vorwegzunehmen: Mamedov hat im Blitz diesen Super-Elitestatus bestätigt, während Ivanchuk selbiges im Schnell- und Blitzschach nicht schaffte.

 

Aus deutscher Sicht interessant: Elisabeth Paehtz darf mitspielen. Für die FIDE Grand Prix Serie ist sie als Weltranglisten-27. nicht gut genug, aber im Schnell- und Blitzschach ist sie in den top20. 2012 gewann sie im Blitz immerhin Bronze, diesen Erfolg konnte sie seither nicht wiederholen, dieses Jahr auch nicht. Und nun vier Turniere der Reihe nach:

LIVE Schnellschach MännerLIVE Blitz FrauenLIVE Blitz MännerBaskisch LIVEWann wird was gespielt

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Moskau, Jurmala, Reykjavik, Ho-Ch-Minh-Stadt, Karlsruhe, (im April Bangkok)

 

live

Ab heute 13 Uhr: Aeroflot Open 2016 LIVE!

Mit „Moskau“ meine ich diesmal nicht das Kandidatenturnier – das in der zweiten Märzhälfte (11.-28.3.) sicher hier und anderswo doBoris_Gelfandminieren wird, aber dafür haben sich laut Regelwerk nur acht Spieler qualifiziert. Der Rest darf bzw. muss zuschauen (einige werden sicher auch sekundieren) oder anderswo Schach spielen. Thema dieses Artikels ist (Aeroflot und andere) offene Turniere – Schlag auf Schlag und teilweise parallel zueinander. Da treffen Amateure und Profis aufeinander, die Grenze ist etwas fliessend – es gibt auch „Halbprofis“. Profis kann man eventuell weiter in drei Gruppen unterteilen: 1) diejenigen, die (jedenfalls zeitweise) genug Einladungen zu hochkarätigen Rundenturnieren bekamen und daher allenfalls sporadisch in offenen Turnieren spiel(t)en, 2) die breite Masse, für die offene Turniere Routine und wichtige Einnahmequelle sind, 3) Personen, die ihren Lebensunterhalt weiterhin mit Schach verdienen, aber nur noch gelegentlich selbst am Brett sitzen.

 

Beim Titelbild zögerte ich, wem ich es geben soll, und habe mich bewusst für ein altes Foto entschieden (Quelle stefan64-Wikipedia). Es ist ziemlich genau zehn Jahre alt und stammt aus Wijk aan Zee 2006, damals hiess das Turnier noch Corus Chess. Leser und Leserinnen erkennen den Herrn vermutlich, da er sich äusserlich kaum verändert hat: Boris Gelfand. Im anderen Moskauer Turnier führt er die Setzliste an, da und später anderswo sind noch mehr Spieler dabei, die in WM-Zyklen schon einmal die Endphase erreichten: Kamsky (Aeroflot und Karlsruhe), Ivanchuk und Shirov (Jurmala), Mamedyarov (Reykjavik), Short (Bangkok). Aber nun der Reihe nach:

 

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